Lies, Kamera, Action! Ich wollte noch wegen dem Grill. Ach, wegen dem Grill. Entschuldigung. Wir kaufen einen neuen Grill. Der alte ist schon komplett erschrot. So ist es. Ehrlich gesagt hätte ich eine gleiche Präsentation vorbereitet. Muss das sein? Nein, es ist der Bravura Fusion 400. Mein Name ist Heidelin. Dabura Fusion 400. Also ich habe mich da mal ein bisschen reingefuchst. Mein Name ist Heidelinde Leutköp. Ich bin die Regisseurin vom Stück Extrawurst. Das ist ein Stück, das Theater at Work produziert hat und das wir hier im Ursulinenhof aufführen. Also das Tolle an dem Stück ist, dass man als Zuschauerin oder als Zuschauer quasi teilnimmt an der Jahreshauptversammlung des ersten TC Linz, ein Tennisclub. Und da werden verschiedenste Dinge verhandelt, wie es halt bei diesen Jahreshauptversammlungen ist. Unter anderem wird darüber abgestimmt, ob ein neuer Grill für diverse Feiern angeschafft werden soll. Und da meldet sich dann eine junge Frau, die sagt, wäre es nicht schön, wenn wir für unsere muslimischen Mitglieder auch einen Grill anschaffen würden. Ja, ich will ja jetzt keine Diskussion anfangen, aber wenn wir über den neuen Grill reden. Also wir waren letzten Sommer mal beim Erol eingeladen und da hat er extra einen zweiten Grill da gehabt, damit seine österreichischen Gäste auch Würste mit Schweinefleisch grillen können. Und ich dachte gerade, wäre es nicht eine nette Geste für unsere türkischen Mitglieder, wenn wir für die noch einen zweiten Grill dazu holen. Wir haben ja nur ein türkisches Mitglied. Das führt zu einer Diskussion über, was brauchen wir eigentlich, wie wollen wir zusammen leben, ist es wirklich notwendig, was darf man heute eigentlich noch sagen, darf man das noch sagen? Also Dinge, die wir alle selbst schon mal wahrscheinlich erlebt haben, in den unterschiedlichsten Kontexten und das aber in einer sehr amüsanten Art und Weise. Und es regt natürlich an, sich selber vielleicht eine Position zu suchen. Wo finde ich mich eher wieder? Wie sehe ich das? Kann ich was anfangen mit dem, was der oder diejenige sagt? Manchmal fühlt man sich vielleicht auch ein bisschen ertappt, dass man sagt, ja, das habe ich so oder anders auch schon gedacht, auch wenn einem das vielleicht manchmal unangenehm ist. Und so schreitet es den Abend über fort und aus diesem vermeintlich kleinen Thema, wie schaffen wir einen zweiten Grill an, werden wirklich große gesellschaftliche Fragen diskutiert. Und das ist das Tolle. Also man kommt mehr oder weniger vom Hundertsten ins Tausendste. Ich rede mich nicht künstlich auf. Ich sage nur, wir schaffen einen Grill an, den der Erhard mitbezahlt, obwohl er davon nicht essen kann. Ich bezahle die alkoholsreien Getränke ja auch mit. Aber du kannst ja von denen trinken. Der Erol kann von dem General nicht essen. Er kann schon. Es verbietet ihm ja keiner. Doch, sehr klar. Kommt denn das Wort Grillwurst im Koran überhaupt vor? Wir fangen jetzt in die Luft. Sicher keine Diskussion über den Koran. Das hat eh keiner gelesen. Ich glaube, das Thema ist, dass dieses Gefühl, oder dieses, darf man das heute noch sagen? Ja, natürlich darf man es sagen, aber man muss aushalten, dass jemand dann anderer Meinung ist. Wollen wir diskutieren oder wollen wir Meinungen gegenüberstellen? Ich glaube, das ist das Aktuelle. Und manchmal stecken halt hinter so verhärteten Positionen Ängste, Unsicherheiten, viele Fragezeichen, die man vielleicht nicht zugeben möchte, die aber im Laufe so einer Diskussion dann plötzlich zutage gefördert werden. Also zurück zur Abstimmung. Nein, Moment, ich möchte das doch gerne wissen. Du hast gesagt, ich soll mich entschuldigen. Wofür genau soll ich mich entschuldigen? Vergiss es einfach. Nein, bitte, für dich bitte. Ich möchte das wissen, ehrlich. Ja, du hast auch ein paar Dinge gesagt. Ich möchte das wissen, ehrlich. Ja, du hast auch ein paar Dinge gesagt. Ich finde, es ist ganz wichtig, dass es nichts Belehrendes hat. Menschen sind erwachsen, man muss sie nicht belehren. Aber das Schöne an dem Stück ist, dass es sehr zu den Diskussionen anregt. Man merkt es in der Pause, die Leute stehen zusammen, diskutieren, tauschen Meinungen aus, tauschen Haltungen aus und ich glaube, das ist wirklich was von dem Wichtigsten, was Theater leisten kann. Sorry Thorsten, aber es geht hier nur um den Respekt für meinen Glauben und auch für sein. Sonst nichts. Und es ist für uns beide blöd, wenn du das hier so Spaghetti-Monster-mäßig abtust und dich überhöfst. Wo er rechts hat, hat er gesagt. Moment, Moment. Das Stück ist ja von einem Autorenduo geschrieben. Wir haben das ein bisschen auf oberösterreichische Verhältnisse zugeschnitten. Das haben wir natürlich auch miteinander gemacht. Ich habe eine Textfassung erstellt im Vorfeld, aber die SchauspielerInnen haben sich das natürlich mundgerecht gemacht. Wichtig ist natürlich auch, es gibt ja auch einen türkischen Schauspieler dabei, der auch das türkische Mitglied spielt. Das war ganz wichtig, dass man nicht so tut als ob. Und der hat natürlich auch seine Erfahrungen eingebracht und wie es ihm so gegangen ist in seiner Jugend und was er für Erfahrungen gemacht hat. Und ich glaube, das Besondere an dem Stück ist, dass es hier nicht bierernst zugeht und dass da sich die Leute die Köpfe einschlagen, sondern dass das Ganze mit sehr, sehr viel Humor und mit einem Augenzwinkern erzählt wird. Ganz genau, dass ich auch daran glaube, dass es etwas über uns gibt. Was? Freie Mitglied? Spott und andere von Bravo, damit sorgst du für eine friedliche Welt. Ich bin wenigstens von der Macht. Was war denn, als ich mir das Buch gekauft habe, Bestellungen beim Universum? Jesus Christus. Das habe ich versteckt von dir und keine Vorträge gehört. Bestellungen beim Universum, das ist Religion für Helene Fischer-Weinz. Der Raum spielt insofern eine große Rolle. Wir sind ja hier im Ursulinenhof und wir haben den Saal auch gewählt, weil hier sehr oft die Jahreshauptversammlungen von großen Vereinen stattfinden. Das ist bei uns wichtig. Und wir nutzen den Raum so, also es gibt eigentlich eine Bühne drinnen, aber wir spielen nicht auf der Bühne, sondern wir spielen im Raum und die Besucherinnen sind ja auch die TeilnehmerInnen an dieser Jahreshauptversammlung. Also die müssen jetzt nicht mitspielen, aber die werden natürlich direkt angesprochen. Man ist sehr nahe dran am Geschehen und so auch mitten drinnen kann sich eigentlich diesen Diskussionen gar nicht entziehen. Hast du was von Blödsinn, in einem Tennis-Club einen muslimischen Grill aufzustellen? Wir stellen in eurer Moschee ja auch keine Ballmaschine auf. Was ist denn das für ein dämlicher Vergleich? Und schon wieder wir und ihr. Man muss auf die Sprache achten. Das ist doch keine Religion. Sprache, Leute, Sprache. Die Leute werden vielleicht direkter angesprochen, als sie es normalerweise von der Bühne herab getan werden. Aber ich weiß, es ist immer die Sorge, muss ich da mitspielen? Man muss nicht mitspielen, aber wie gesagt, man ist mittendrin und man ist auch wirklich gemeint. Der neue Grill ist beschlossen, aus, Basta, genau. Melanie, ich bitte dich inständig, dass du dir unser Vereinsmotto noch einmal in den Sinn rufst. Im Frieden und im Krieg, wenn du nicht einschweigen musst, wenn sie... Ich würde wirklich alle einladen, sich das nicht entgehen zu lassen. Es ist ein tolles Stück, es ist ein Stück der Stunde. Ich glaube, es regt an zum Diskutieren und ich glaube, man kann wirklich auch einen amüsanten Abend verbringen und hat wirklich noch ein Stoff, sich auszutauschen und weiter zu diskutieren.