Thank you. Am Ufer eines Sees steht ein Haus. Hier residieren zwei Männer, ein alter und ein junger. Der junge heißt Konstantin und der alte trägt den Namen Sorin. Dem Haus fügt sich eine kleine Landwirtschaft an. Diese bewirtschaftet die fleißige Paulina. Ihre nicht so fleißige Schwester Mascha lebt nebenan. Hier folgt auf Schreck und Tritt der Bordlehrer Medvedenko. Dann gibt es noch die Nina, ein junges Mädchen von der anderen Seite des Sees. Im Sommer, wenn die Stadt vor Hitze glüht, findet die Schwester des Alten und Mutter des Jungen, Akadina, ihren Weg an den See. Dieses Jahr nimmt sie zum ersten Mal ihren jungen Liebhaber, Grigorin, mit. Dann fehlt nur noch einer, Evgeni Dorn, Dr. Inspe. An der rechten Seite der Bühne rummelt es schon gehörig unter der Stiege an. Warum trägst du eigentlich immer schwarz? Ich trage so gern schwarz. Aus Trauer um mein Leben. Ich bin traurig. Warum solltest du traurig sein? Das verstehe ich nicht. Ja, ich meine, du bist zwar nicht gerade reich, aber du hattest einen Vater, der zumindest etwas Geld besaß. Ich hingegen habe nur 23 Rubel im Monat, um irgendwie über die Runden zu kommen. Hab nur 23 Rubel im Monat, um irgendwie über die Runden zu kommen. Sieh es ein. Ich habe es im Leben viel härter als du und dennoch trage ich kein Schwarz. Aber das Glück hängt doch nicht vom Reichtum ab, mein Lieber. Arme Menschen sind oft glücklich. In den Büchern vielleicht, ja. Aber in der Realität doch nicht. Jetzt schau zum Beispiel auf meinen Fall. Ich laufe jeden Tag sechs Meilen hierher und wieder zurück, nur um dich zu sehen. Ich liebe dich. Und ich bin zu ruhlos und traurig, um zu Hause zu bleiben. Ich bin gerührt von deiner Zuneigung. Aber ich kann sie nicht erwidern. Das ist alles. Wie schwül es heute ist. Ein Sturm braut sich für heute Nacht zusammen. Du tust eigentlich nichts anderes, als zu moralisieren oder über Geld zu reden. Ja, für dich ist die Armut das schlimmste Übel, das einem Menschen widerfahren kann. Ich aber denke, es ist tausendmal einfacher, in Lumpen zu gehen, als... Das würdest du nicht verstehen. Man wird euch rufen, wenn das Stück beginnt. Aber ich muss euch bitten, jetzt zu gehen. Frau Deinmascher, könnten Sie Ihre Schwester Paulina fragen, die Hunde heute Abend nicht angeleint zu lassen? Die heulen die ganze Nacht und meine Schwester kann nicht schlafen. Das musst du selber tun. Ich entschuldige mich, das kann ich nicht für dich tun. Ich werde davon ausgehen, dass die Hunde wieder die ganze Nacht heulen werden. Weißt du was, früher bin ich gerne hierher gekommen, mit Freunden und so übers Wochenende. Aber dann fing sie an, ab dem ersten Tag, über dies oder das oder dies oder das. Ich wollte am liebsten sofort nach der ersten Stunde schon wieder abfahren. Weißt du was, ich wollte eigentlich am liebsten immer nur abfahren von hier. Und jetzt bin ich Pensionist, bin verdammt um hier zu bleiben. Kann nicht mehr in die Stadt zurück. Okay. Schau, das ist alles, was man für ein Theater braucht. Die Bühne, den Vorhang, keine Dekorationen. Nur den See und den Horizont. Wir öffnen den Vorhang um halb neun. Dann haben wir den Aufgang des Mondes. Halb neun? Das ist großartig, mein Lieber. Das ist fantastisch. Splendid! Nina muss es nur rechtzeitig schaffen, sonst ruiniert sie den Effekt. Ihr Vater und ihre Stiefmutter halten Sie immer hinter Schloss und Riegel. Es ist so verdammt schwer für Sie nur einen moment aus dem haus rauszukommen eine haare und den bart sind schon wieder so unordentlich dann müssen nicht mal wieder frisieren das schicksal meines lebens weißt du was, früher sogar mit Frauen und so, die dachten immer, ich hätte durchgesoffen. Frauen. Aber über Frauen gesprochen, warum ist deine Schwester, meine Schwester, deine Mutter, so unglaublich schlecht gelaunt? Warum? Sie ist gelangweilt und sie ist eifersüchtig. Sie ist gegen mich, sie ist gegen mein Theater und sie ist gegen mein Stück. Weil sie nicht mit spürt, sondern Nina. Sie hat es nicht einmal gelesen und trotzdem hat sie es jetzt schon. Sie ist ein Pörr, weil auf dieser kleinen Bühne Nina den großen Erfolg feiern wird und nicht sie. Sie ist wirklich ein psychologisches Phänomen, meine Mutter. Sie hat Talent. Darüber gibt es keinen Zweifel. Sie kann mit einem Wort Herzen brechen und sich schwestert die Kranken wie eine Heilige. Aber wenn man nur einmal, einmal den Namen einer anderen nennt, Oh, Jo, warte mal. man darf nie jemand anderes loben als sie. Sie ist diejenige, über die man schreiben muss. Man muss fasziniert sein von ihren bemerkenswerten Auftritten. Aber hier, mein Lieber, sind wir auf dem Land. Und hier gibt es nichts von diesem glamourösen Versteckspiel. Hier wird offenbart, dass wir alle ihre Feinde sind. Dass sie damit enden wird, alles um sie herum zu zerstören. Sie ist abergläubig, fürchtet sich zu Tode vor Bierkerzen unter Nummer 13. Und geizig ist sie auch. Sie hat genug auf der Bank. Und das wissen wir beide mit Sicherheit. Aber wenn man sie um eine kleine Leihgabe fragt, dann legt sie ihr Herz auf den Tisch und fängt an zu heulen, wie ein kleines Kind. Herz auf den Tisch und wenn gerade so zu heulen, wie ein kleines Kind. Du, mein Lieber, du hast Angst, dass deine Mama dich nicht liebt. Aber ich kann dir versichern, wirklich, sie liebt dich tief im Herzen. Sie liebt dich. Meine Mama liebt mich. Danke. Sie liebt mich. Danke. Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Meine Mutter liebt mich nicht. Natürlich liebt sie dich nicht. Sie liebt eure Kleider. Sie liebt das Leben. Sie liebt das Leben, sie liebt die Liebe. Ich bin schon fast 25 Jahre und eine ständige Erinnerung daran, dass sie nicht mehr jung ist. Wenn ich nicht im Bild bin, ist sie 32. Aber sobald ich auftauche, muss sie zugeben, dass sie mindestens 48 ist. Und dafür hasst sie mich. Sie weiß ganz genau, dass ihr Theater für mich nichts bedeutet. Und sie bildet sich ein, dass sie in ihm zum Wohle der Menschheit und ihrer heiligen Künste arbeitet. Soweit es mich angeht, Onkel, ist das Theater so, wie es heute ist, tot. Ein zielloses, ein gedankenloses Tun. Wenn sich der Vorhang lüftet, dahinter ein Raum mit eins, zwei, drei Wänden und künstlichem Licht. Und diese fabelhaften Künstler, diese hohen Priester der Kunst, dann anfangen so zu tun, als würden sie essen und trinken und lieben und einfach herumspazieren, als wären sie tatsächlich normale Menschen in ihren normalen Menschenkleidern. Und aus ein paar billigen Bildern und Phrasen ziehen sie eine billige Moral für jedermanns Gebrauch zu Hause. Es bringt mich um. Immer und immer und immer und immer wieder derselbe alte Scheiß in tausend Variationen. Da packt mich der Ekel. Und ich möchte davonlaufen. Ich möchte davonlaufen, so wie Montparnasse vor dem Eiffelturm gelaufen ist, den durch seine Vulgarität zu erdrücken drohte. Ja, unglaublich. Aber Junge, wir brauchen doch das Theater. Wir können nicht ohne dem Theater. Onkel, wir brauchen Wandel. Wir brauchen neue Formen. Und wenn wir das nicht finden können, dann ist es besser, lieber gar nichts zu haben. Ich liebe meine Mutter. Sie bedeutet mir sehr viel, aber sie lebt ein absurdes Leben. Sie treibt sich die ganze Zeit mit diesem Schriftsteller herum und immer liest man über sie in der Klatschpresse. Weißt du was, Onkel? Das zehrt an mir. Manchmal bin ich überwältigt von der puren Selbstgefälligkeit einer einzelnen Seele. Ich bedauere bitterlich, dass meine Mutter eine berühmte Schauspielerin ist. Und es scheint mir, ich wäre viel glücklicher, wäre sie bloß eine gewöhnliche Frau. Oder dies. Sag mal, wie ist denn dieser Schriftsteller so? Ich verstehe ihn nicht. Er ist immer so schweigsam. Ich versteh ihn nicht. Er ist immer so schweigsam. Trigorin. Trigorin ist klug, naiv und ein wenig, ich würde sagen, melancholisch veranlagt. Er ist noch keine 30 und wird mit Lob überschüttet. Was seine Geschichten betrifft, sie sind bekömmlich. Natürlich nicht ohne Talent. Aber wenn man Tolstoi oder Sola oder Konstantin Treppler gelesen hat, Onkel, dann findet man keinen Gefallen an Trigger. Konstantin, weißt du was? Ich hatte früher mal zwei Träume. Eins, ich wollte heiraten, ist mir nicht gelungen. Zwei, ich wollte Schriftsteller werden, ist mir auch nicht gelungen. Du, es muss doch unglaublich sein, um auch nur ein unbedeutender Schriftsteller zu sein. Onkel, Onkel, da kommt jemand, ich höre Schritte. Selbst der Klang ihrer Schritte ist die Musik für meine Ohren. Nieder, mein Mädchen, der Tollmann. Wir haben dich leider nicht zu spät für deine Falsche gespielt. Nein, nein, nein. Hallo. Onkel, bitte hol die anderen. Du weißt, wann das Stück beginnt? Äh, um halb neun. Wenn der Mond aufgeht. Halb neun. Wenn der Mond aufgeht. Halb neun. Und wenn der Mond aufgeht. Halb neun. Wenn der Mond aufgeht. Halb neun. Wenn der Mond aufgeht. Du hast so schöne Hände. Ich wünschte, ich könnte sie jeden Tag berühren. Schau. Schau, was wir geschaffen haben. Ich hatte den ganzen Tag Fieber, solche Angst hatte ich. Ich liebe dich, Nina. Bist du nervös? Ja, schon sehr, aber weniger für deine Mutter als für Triggerin. Ich bin entsetzt und schäme mich vor ihm zu handeln. Er ist so berühmt. Ist er jung? Geht so. Er schreibt so schöne Geschichten. Ich habe nie etwas von ihm gelesen, also kann ich es nicht sagen. Konstantin, dein Stück ist so schwer zu spielen. Es hat nicht mal lebende Figuren darin. Lebendige Figur. Und das Leben, das Leben muss nicht nur dargestellt werden, wie es ist, sondern sondern wie es sein sollte, wie es im Traum erscheint. Ja, aber es hat zu wenig Handlung. Es ist mehr wie eine Rezitation. Ich finde, die Liebe sollte in jedem Stück vorhanden sein. Nina, der Mond geht auf. Das Stück muss nun beginnen. Sind die Texte fertig? Nummer vier, ah, fünf. Der Mond geht auf. Der Mond geht auf. Der Mond geht auf. Nina, die Gäste kommen. Es wird feucht. Geh zurück und bruch mir Haare. Aber mir ist ganz warm. Naja, warum ist dir wohl so warm? Du wirst dich nie um dich selbst kümmern, ziemlich hartmächtig, was das angeht. Und doch studierst du Medizin und weißt das ganz genau. Du warst so verzaubert von der Unterhaltung mit Akadina, dass du die Kälte gar nicht bemerkt hast. Gestehe jetzt, dass du sie bewunderst. Ich bin jetzt im 24. Semester. Das ist nicht lange für einen Mediziner. Und außerdem haben Sie mich dann aus dem Trecht nicht erhalten. Alle Frauen lieben dich. Ich bin aus dem Trecht nicht. Ich bin aus dem Trecht nicht. Von wie das geht nun endlich beginnen, mein lieber Junge? Von wie das geht nun endlich beginnen, mein lieber Junge? Von wie das geht nun endlich beginnen, mein lieber Junge? Einen Moment noch. Ich muss euch bitten, Geduld zu haben. Einen Moment noch. Ich muss euch bitten, Geduld zu haben. Einen Moment noch. Ich muss euch bitten, Geduld zu haben. Herr. Oh, Hamlet, Hamlet, sprich nicht mehr. Oh, Hamlet, euch bitten, Geduld zu haben. Oh, Hamlet, Hamlet, sprich nicht mehr. Du kehrst das Auge tief ins Innere her. Da sehe ich nichts als schwarze, dunkle Flecken, die nichts von Farbe lassen. Nein, so leben in Schweiß und Brodem, eines ekligen Betts. Was ist denn eigentlich Brodem? Brodem leitet sich von dem westgermanischen Wort Prajeda ab. Danach wurde es übertragen in das Altsdeutsche, Bradam, dann ins Mittelhochdeutsche, Pradem, und dann eben Brodem. Und es bedeutet so viel wie übelriechender Dunst, Geruch und Nebel. Es wurde im 11. Jahrhundert... Übelriechender Dunst und Nebel. Entschuldigung, aber bitte jetzt. O ihr altehrwürdigen uralten Nebel, diebel die Nacht über die Oberfläche dieses Sees fahrt, blendet unsere Augen mit Schlaz. Nein, doch, noch nicht. Blendet unsere Augen mit Schlaz und zeigt uns im Traum, was in zweimal 10.000 Jahren sein wird. In zweimal 10.000 Jahren werden wir. In zweimal 10.000 Jahren werden wir nix als Brodem sein. Na dann, na dann soll uns jetzt dieses Nichts gezeigt werden. Oh. Alle Menschen und Tiere, Löwen, Adler und Wachteln, gehörnte Hirsche, Gänse, Spinnen, stille Fische, die in den Wellen leben und Seesterne aus dem Meer und für das Auge unsichtbare Geschöpfe, mit einem Wort das Leben. Alles, alles Leben, das in ihm auferlegten Trost aus dem Kreislauf vollendet, ist endlich ausgestorben. Tausend Jahre sind vergangen, seit die Erde das letzte Mal ein Lebewesen ihrer Brust trug, und der unglückliche Mond zündete ein letztes Mal seine Lampe vergebens an. Man hört nicht mehr die Rufe der Sterne auf den Wiesen, oder Summen der kebelnden Lindenhallen. Alles ist kalt, kalt. Alles ist öde, öde, öde. Alles ist furchtbar, furchtbar. Die Körper der Lebewesen sind zu Staub zerfallen. Und die ewige Materie hat sich in Steine, Wasser und Wolken verwandelt. Aber ihre Geister sind zu einer einzigen zusammengeflossen. Und diese große Weltseele bin ich. In mir lebt der Geist des großen Alexander, Napoleon, Shakespeare, Caesar und des kleinsten Engels. In mir hat sich Bewusstsein des Menschen mit dem Instinkt des Tieres verbunden. Ich verstehe alles, alles, alles. Jedes das Leben lebt wieder in mir. Was ist das für ein dekadenter Unsinn? Mutter! Ich bin allein. Einem in hundert Jahren öffnen sich meine Lippen. Meine Stimme hat Klagen über die Wüstenerde und niemand hört. Und ihr, ihr armen Lichter des Sumpfes, ihr hört nicht. Ihr seid bei so einem Untergang im fauligen Schlamm gezeugt worden und flattert schwankend im See bis zum Morgengrauen. Unbewusst, unvernünftig und nicht erwärmt durch den Atem des Lebens. Satan, der Vater der Ewigen Materie. Ich rieche Schwefel. Ist das mit Absicht geschehen? Ja, Mutter. Der Vater der ewig Materie hat das Angst, dass der Funke des Lebens in dir kriecht. Ach so, das ist ein Teil der Wirkung. Mutter! Ah, könnte eine unerfällige Wege der Troma, aus dem du bestehst, und so veränderst du dich für immer. Ich, der gleiche Sonne, werde dich hier an- Du hast deinen Hut abgenommen und treibst ihn auf. Du wirst dich erkälten. Ich überleine! Dr. Dorn hat seinen Hut von Satan, dem Vater der ewigen Materie, gelüftet. Ich muss hier von genug davon! Die Vorstellung ist zu Ende! Nina, stopp! Stopp! Warum bist du denn so wütend? Verzeihung, Nina. Verzeihung! Ich vergaß, dass nur einige wenige auserwählte Theaterstücke schreiben und spielen dürfen. Ich habe gegen dieses Monopol verstoßen! Claudia! Was ist denn los mit ihm? Du hast seine Gefühle verletzt. Du hast seine Gefühle verletzt. Er arrangierte das alles so, nicht um uns zu amüsieren, sondern um uns mit Schwefel auszuräuchern und uns damit zu sagen, wie man Stücke spielt und wie die geschrieben werden sollten. Er wollte dir nur eine Freude machen. Ja, ist das so. Jeder muss schreiben, was er fühlt und so gut er kann. Der muss schreiben, was er fühlt und so gut er kann. Ja, er soll schreiben, was er fühlt und was er kann, aber er soll mir diesen Unsinn ersparen. Oh, Jehova, du bist aber zornig. Ich bin nicht Jehova, sondern ich bin eine Frau und ich bin nicht zornig, aber ich bin sehr traurig und enttäuscht, dass ein junger Mann seine Zeit so vergeudet. Herr Trigorin, Sie müssen eines Tages ein Stück von einem Lehrer auf die Bühne bringen, der nur 23 Rubel im Monat verdient. Es ist ein schweres, hartes Leben. Ah, Boris. Boris, vor 10 bis 20 Jahren haben wir hier an diesem See nächtelang gefeiert. Mit Musik, Tanz und Gesang. Es gibt an deren Ufern sechs Häuser und alle waren immer dabei. Es gab ganz viel Romantik und wunderbare Liebesgeschichten. Das Idol von damals war der junge Don. Er war unwiderstehlich. Heute ist er höchstens faszinierend. Warum habe ich denn meinen Jungen so wehgetan? Konstantin! Konstantin! Soll ich gehen und ihn suchen? Mach das, meine Liebe, mach das. Konstantin? Konstantin! Konstantin! Konstantin! Konstantin! Konstantin? Konstantin? Konstantin? Bravo! Bravo! Bravo! Bravo! Bravo! Bravo! Wir waren sehr angetan von deinem Spiel. Du musst ja sehr begabt sein. Es ist deine Pflicht, um auf die Bühne zu gehen. Hörst du, es ist deine Pflicht. Es ist der Traum meines Lebens, der sehr wahrscheinlich nicht in Erfüllung gehen wird. Ja, man weiß ja nie, was passiert im Leben. Aber lass mich dir erst Herr Boris Trigurin vorstellen. Ich bin sehr erfreut. Sie könnten ihm alle ihre Bücher gelesen. Das ist, da habt keine Angst vor ihm. Er ist selbst verlegen. Es war schon ein sehr seltsames Stück, nicht wahr? Sehr gut. Sehr, sehr, sehr gut. Ich habe überhaupt nichts verstanden. Aber es war unheimlich genoß. Vor allem, weil du so aufrichtig gespielt hast. Und die Kulisse so wunderschön ist. Sag, in diesem See muss es eine Menge Fische geben, ja? Ja, die gibt es. Herrlich! Ich liebe das Angeln. Für mich gibt es nichts Schöneres, als abends am Ufer eines solchen Sees zu sitzen und auf einen schwimmenden Korken zu starren. Siehst du, der fängt immer an zu tappen und über andere Dinge zu reden, wenn man nett zu ihm ist. Ich erinnere mich, als die berühmte Silva einmal in der großen Stadt im Opernhaus die berühmte Aria der Königin der Nacht sang. Wie erfreut wir alle waren, als sie das hohe G3 für den Höhepunkt der Aria nahm. Ihr könnt euch uns sehr erstaunlich vorstellen, als plötzlich eine unserer Chorsängerinnen, die zufälligerweise in der Empore saß, ausrief. Aber eine Oktave höher als Sil war also etwa so. Ein Engel der Stille fliegt über unsere Köpfe. Ich glaube, ich sollte nach Hause gehen. Ach, warum musst du denn so früh gehen? Das wollen wir ja gar nicht zulassen. Mein Vater wartet auf mich. Der ist ja grausam, aber dann können wir dich nicht hier behalten. Aber es ist sehr schwierig, dich gehen zu lassen. Ja, auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen. Ein unglückliches Mädchen. Man sagt, als ihre Mutter starb, hat sie dem Vater ein riesiges Vermögen hinterlassen. Und nun ist das Mädchen mittellos, da er bereits alles an seine zweite Frau vererbt hat. Das ist ja grausam. Meine Beine tun mir weh. Es ist kalt, ich muss hinein. Ja, also du tust, als ob die versteinert sind. Ach so, du unglücklicher alter Mann. Komm, wir gehen rein. Fräulein Paulina, könnte ich Sie bitte noch mal fragen, die Hunde heute Abend nicht angekettet zu lassen. Die heulen die ganze Nacht. Schauen Sie mich. Ich habe meinen Hund auch frei laufen. Nein, das kann ich wirklich nicht. Der Kornspeicher ist voll mit Hirse und ich fürchte, dass die bekommen könnten, wenn der Hund nicht da ist. Die Diebe. Aber wirklich eine ganze Oktave höher. Und sie war nicht mal eine Opernsängerin, sondern eine einfache Kirchenchorsängerin. Welches Gehalt zahlt die Kirchensänger? Niemand mehr da. Ich bin da. Marsha sucht schon die ganze Zeit nach mir. Sie ist wirklich unerträglich. Konstantin, dein Stück hat mir gefallen. Sehr sogar. Ich habe vielleicht nicht alles verstanden, aber es hatte etwas. Als das Mädchen da über die Einsamkeit sprach und die roten Augen des Teufels leuchteten, da begannen mir vor Aufregung die Hände zu zittern. Es hatte etwas so Reines und Naives an sich. Gut, es war natürlich ein äußerst seltsames Stück. Und wir haben das Ende noch nicht gesehen, aber ich muss sagen, es hat jetzt schon einen ziemlich lebendigen Eindruck auf mich gemacht. Außerdem, du hast dir ein Thema aus dem Bereich der abstrakten Ideen gewählt und das ist gut, denn ein Kunstwerk muss immer einen großen Gedanken ausdrücken. Nur echte Dinge können auch wirklich schön sein. Du hast eine Menge Talent, Konstantin. Du meinst also wirklich, ich soll weitermachen? Du musst weitermachen. Aber schreibe nur über die ewigen und über die wichtigen Dinge. Du weißt, ich lebe mein Studentendasein abwechslungsreich und mit Geschmack. Ich bin glücklich, nehme ich an, aber würde ich jemals den Höhenflug des Geistes erfahren, wie ihr Künstler im Augenblick des Schaffens erlebt, ich würde ohne zu zögern meine materielle Hülle ablegen und diese ganze Welt hinter mir lassen. Verzeihung, Doktor, ich will dich nicht unterbrechen. Aber weißt du, wo Nina ist? Sie ist nach Hause gegangen. Konstantin, deine Mutter möchte, dass du hereinkommst. Sie wartet auf dich und ist sehr unruhig. Sag ihr, dass ich nicht mehr hier bin. Und ich bitte euch alle, lasst mich in Ruhe, lasst mich allein. Und Mascha, lauf mir nicht andauernd nach. Konstantin, so solltest du weder reden noch denken. Das ist nicht richtig. Liebe Wohldoktor, ich muss jetzt gehen, aber ich danke dir. Die Jugend. Das heißt immer Jugend, Jugend, wenn es sonst nichts zu sagen gibt. Das ist eine wirklich ekelhafte Angelegenheit. Wollen wir nicht lieber reingehen? Warte. Warte einen Moment. Was ist denn? Ich sag's dir noch einmal. Mir ist nach Reden zumute. Ich öffne mich nur ungern. Ich öffne mich nur ungern, aber mein Herz wendet sich dir zu. Aus irgendeinem Grund fühle ich aus tiefster Seele, dass du mir nahe bist. Hilf mir. Hilf mir. Sonst tue ich etwas Törichtes und mache mich über mein Leben lustig und verderbe es. Ich bin am Ende meiner Kräfte. Und wie kann ich dir helfen? Ich leide Höllenqualen. Keiner. Keiner kann sich auch nur vorstellen, wie ich leide. Ich... Ich... Ich liebe Konstantin. Wie aufgeregt ihr alle seid. Und so intensiv. Und alle, aber wirklich alle so verliebt. Weißt du was? Ich glaube, das muss dieser See sein. Dieser See voller Zaubersprüche. Thank you. Merci. Thank you.这边没有 Zeitakt. Mittagshitze, im Schatten einer Linde sitzen Dorn, Akadina und Mascha auf einer Bank. Dorn hält ein aufgeschlagenes Buch in den Händen. Du bist Mitte 30, ich bin fast zweimal so alt wie du. Und Dr. Dorn, wer von uns beide sieht jetzt jünger aus? Ja, du natürlich. Na siehst du. Und weißt du, warum das so ist? Weil ich bin immer gut gepflegt, wie man das so schön sagt. Ich bin immer gut angezogen und meine Haare sind ordentlich frisiert. Glaubst du, dass ich mir jemals erlauben würde, das Haus nur halb angezogen und mit unordentlichem Haar zu verlassen? Nein. Schau mal, schau mal, Dornenmasche, wie ich auf Zehenspitzen stehen kann, wie ein 15-jähriges Mädchen. Nun, ich fühle mich, als wäre ich schon tausend Jahre auf dieser Welt. Und ich ziehe mein Leben wie ein endloses Tuch hinter mir her. Manchmal habe ich überhaupt keine Lust zu leben. Aber das ist natürlich töricht. Man sollte sich zusammenreißen und solchen Unsinn abschütteln. Und? Sind wir glücklich? Papa und Mama sind drei Tage in der Stadt. Wir haben sie für uns. Ich bin so glücklich. Ich gehe jetzt zu dir. Das ist sehr nett von dir. Na, schön, schön. Sieht sie nicht unglaublich aus? Ja, ja. Sie hat ihr hübschestes Kleid angezogen und sieht sehr, sehr süß aus. Aber wir sollten sie nicht zu sehr loben, sonst verderben wir sie. Ah. Wo ist Boris? Der ist angeln. Wir sollten sie nicht zu sehr loben, sonst verderben wir sie. Wo ist Boris? Der ist angeln. Was liest du da? Mal schauen. Wir waren bei... Wir lesen auf dem See von Guine-Mopassant. Wir waren bei den Ratten und beim Getreidehändler angelangt. Genau, Dorn lies weiter, bitte. Und die Ratten? Nein, nein, gib mir das Buch, ich bin mit dem Lesen dran. Und die Ratten. Ratten, Ratten, Ratten, viele Ratten. Und die Ratten. Es ist für die Gesellschaft so gefährlich, Autoren anzuziehen und zu verwöhnen, wie es für Getreidehändler gefährlich ist, Ratten in ihren Kornkammern zu züchten. Und doch liebt die Gesellschaft Autoren. Und wenn eine Frau einen gefunden hat, den sie sich zu eigen machen will, belagert sie ihn, indem sie ihn verwöhnt und umschmeichelt. Blödsinn! Schau mich und Trigurin an! Wir sind das lebendige Beispiel dafür, dass wir es alles ganz anders gemacht haben. Und der Rest ist weder wahr noch noch interessant. Ach Nina, sei so nett und rezitiere etwas aus Konstantins Stück. Soll ich? War es wirklich so interessant? Ach, wenn er rezitiert, dann leuchten seine Augen und sein Gesicht wird ganz blass. Er hat die Stimme, die ist so sanft und schön und er hat die Art eines Dichters. Was könnte langweiliger sein als die liebe Langeweile hier auf dem Land? Die Luft ist heiß und stets still und man kann nichts anderes machen als zusammensitzen und ein bisschen philosophieren über das Leben. Also meine Freunde, es ist wirklich sehr angenehm mit euch zusammenzusitzen, aber ich würde viel lieber in der Stadt in einem Hotelzimmer sitzen und da meine Rolle auswendig lernen. Sie haben ganz recht. Ich kann verstehen, wie Sie sich fühlen. Ja, in der Stadt zu sein mit den Taxis und den Menschen, fantastisch. Du machst aber nichts für deine Gesundheit, mein lieber Bruder. Das solltest du aber tun. Ich bin 65. Genau, mit 65 noch was für seine Gesundheit tun. Bravo. Ich will doch leben. Wie wär's mit Kamillike? Er sollte mit dem Rauchen aufhören. So ein Blödsinn. Das ist kein Blödsinn. Wein und Tabak zerstören die Individualität. Nach einer Flasche Wein und ein paar von deinen Zigaretten bist du nicht mehr Piotr Soren, sondern Piotr Soren und jemand anderes. Dein Ego zerbricht in zwei Hälften und du beginnst, dich in der dritten Person zu sehen. Dein Ego zerbricht in zwei Hälften und du beginnst, dich in der dritten Person zu sehen. Ach, es ist bald Mittagszeit. Mein Fuß ist eingeschlagen. Sie wird vor dem Mittagessen noch drei Wodka trinken. Vier? Wodka trinken. Äh, Sil... Ah, hier sind sie. Man sagt mir, dass sie heute in die Stadt gehen wollen. Ist das so? Ja, die Absicht haben wir. Ah, das ist wunderbar, aber wie wollt ihr da hinkommen? Heute wird Roggen eingebracht. Also, was für Pferde wollt ihr nehmen? Aha! Wie sollte ich denn wissen, was für Pferde? Ja, ihr seid Blödsinn. Wir müssen doch Pferde zum Ausreiten haben. Zum Ausreiten? Und wo soll ich das Geschirr hernehmen? Wo kriege ich das her? Da kann man nur staunen. Wirklich unglaublich, wirklich, Verehrteste. Ich bewundere Ihr Talent, aber Pferde mitten in der Ernte. Aber wenn ich in die Stadt muss? Das ist eine außerordentliche Situation hier. Sie wissen nicht, Madame, was es heißt, dieses Anwesen zu führen. Ha, das ist eine alte Geschichte. Unter diesen Umständen werde ich heute noch das Anwesen verlassen. Hol mir zwei Pferde aus dem Dorf oder ich fahre mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Unter diesen Umständen lege ich mein Amt nieder. Sie können sich eine andere Pächterin suchen. Jeden Sommer werde ich hier beleidigt. Jeden Sommer. Ich werde aber nie mehr einen Fuß hierher setzen. So ein Blödsinn. Ich möchte sofort, dass hier Pferde herkommen. Ich möchte sofort, dass hier Pferde herkommen. Pferde möchte ich jetzt sofort. Und die Hunde, die sollen nicht angekettet werden! Wie lästig das alles ist. Solche Missverständnisse kommen jeden Tag vor. Wenn du nur wüsstest, wie das alles mich aufregt. Schau, ich bin krank. Ich zittere am ganzen Körper. Ich halte diese grobe Art nicht aus. Evgeni, mein Liebster, mein Geliebter, nimm mich zu dir. Lass uns der Täuschung und Verheimlichung ein Ende setzen, solange wir noch jung sind. Ich bin jetzt im 24. Semester. Ich habe keine Lust mehr, meine Lebensweise zu ändern. Ich habe nie studiert, aber ich weiß, dass du mich ablehnst, weil es andere Frauen gibt, die dir nahestehen. Und du kannst nicht alle nehmen. Das verstehe ich. Entschuldige, ich sehe, dass ich hier nur störe. Nein, es ist alles in Ordnung. Ich werde von Eifersucht gequält. Natürlich wirst du bald Arzt sein und kannst den Frauen nicht entkommen. Das verstehe ich. Wie sieht's denn da oben aus? Ich hab Blumen für dich. aus. Ich hab Blumen für dich. Agadida weint und zwar mit einem Asthmaanfall. Großer. Wollen wir reingehen und ein Bein etwas Kamillentee machen? Danke für die Blumen. Bitte schön. Was für schöne Blumen. Gib mir die Blumen. Schon seltsam. Es ist schon seltsam, eine berühmte Schauspielerin weinen zu sehen. Sondern es ist wegen sol seltsam, dass ein berühmter Autor den ganzen Tag beim Fischen sitzt. Er ist das Idol des Publikums, er ist in allen Zeitungen, seine Bücher wurden in so vielen Sprachen übersetzt und dennoch ist er am glücklichsten, wenn er in einem Boot sitzt und Forellen fängt. Ich dachte immer, dass berühmte Menschen distanziert und stolz seien. Aber hier sehe ich sie Kartenspiele spielen und weinen und in Leidenschaften ausbrechen, so wie jeden anderen auch. Bist du alleine hier? Ja. Ich war heute so gemein, diese Möwe zu töten. Ich lege sie dir zu Füßen. Was willst du mir damit sagen? So werde ich bald mein eigenes Leben beenden. Was ist los mit dir? Du bist in letzter Zeit so reizbar geworden. Du redest düster und symbolisch, dass wir verzeihen, dass ich dir nicht folgen kann. Ich bin zu einfach, um dich zu verstehen. All das begann, als mein Stück so kläglich scheiterte. Eine Frau wie du kann ein Scheitern nie verzeihen. Ich habe das Manuskript bis auf die letzte Seite verbrannt. Ach, wenn du nur mein Unglück ergründen könntest. Deine Entfremdung ist für mich schrecklich und unaushaltbar. Es ist, als wäre ich plötzlich erwacht und müsste feststellen, dass alles ausgetrocknet und in der Erde versunken wäre. Du sagst, du bist zu einfach, um mich zu verstehen. Aber was gibt es da zu verstehen? Mein Stück hat dir nicht gefallen. Du hast kein Vertrauen in mich. Du hast kein Vertrauen in mein Schreiben. Und du hältst mich bereits für wertlos und gewöhnlich, wie alle anderen auch. Und wie gut, wie gut kann ich deine Gefühle verstehen. Doch dieses Verständnis ist wie ein Dolch in meinem Hirn. Möge es verflucht sein. Ich möchte euch in meinem Hirn, möge es verflucht sein, zusammen mit meiner Dummheit, die mir das Lebensblut aussaugt wie eine Schlange. Da sitzt ein echtes Genie, das wie ein anderer Hamlet daherkommt und auch noch mit einem Buch. Worte, Worte, Worte, Worte! Du spürst schon die Wärme seiner Sonne und du lächelst. Deine Augen schmelzen und glühen flüssig in seinen Strahlen. Ich werde euch nicht stören. Ich sitz um vier am Pier. Nina meint, viele Fische schwimmen hier. Da gibt es einen Hecht, der ist so groß, echt, und auch einen Zander, der lebt mit Barschen miteinander. Drum stell ich meine Falle. Ich hoffe, ich fang sie alle. Wie geht's dir? Wie geht es dir, Nina? Aufgrund einer unvorhergesehenen Reihe an Umständen scheint es, als müsste ich heute Abend noch abreisen. Wir beide werden uns wahrscheinlich nie mehr wiedersehen und das tut mir leid. Ich würde gerne mit dir tauschen. Wenn auch nur für eine Stunde, um die Welt mit deinen Augen zu sehen und so zu erkennen, was für ein kleiner Mensch ich bin. Ich würde gerne mit dir tauschen. Und warum? Um zu wissen, wie es ist, ein Genie zu sein, wie es ist, berühmt zu sein und welche Empfindungen es in einem auslöst. Welche Empfindungen? Nun, ich denke nicht, dass es da welche gibt. Entweder du übertreibst meinen Ruhm. Oder aber wenn es ihn denn gibt, so kann ich dir nur sagen, dass man Ruhm ganz einfach nicht spürt. Ja, aber wenn man über sich selbst in der Zeitung liest? Wenn die Kritiker mich loben, dann bin ich glücklich. in der Zeitung liest? Wenn die Kritiker mich loben, dann bin ich glücklich. Und wenn sie mich verurteilen, dann bin ich für zwei Tage außer Rand und Band. Dies ist eine wunderbare Welt. Einer in einer Million hat ein Schicksal voller Interesse und Bedeutung. So wie du. Was für ein Glück. Ich? Glücklich? Ich höre dich von Ruhm und Glanz und strahlenden Schicksalen reden. Und das alles bedeutet mir, verzeih, wenn ich das so sage, so viel wie Süßigkeiten, die ich nie esse. Du bist jung und sehr freundlich. Dein Leben ist so schön. Ich sehe nichts besonders Schönes daran. Entschuldige, ich muss sofort gehen und wieder mit dem Schreiben beginnen. Tag und Nacht hält mich ein einziger Gedanke fest im Griff. Schreiben, schreiben, schreiben. Kaum habe ich ein Buch beendet, dann drängt sich mir ein anderes auf und dann ein drittes und dann ein viertes. Ich schreibe unaufhörlich. Selbst jetzt, wo ich so begeistert bin, mit dir zu sprechen, da vergesse ich keinen Augenblick lang, dass noch eine unvollendete Geschichte auf mich wartet. Mein Blick fällt auf die Wolke dort, die die Form eines Flügels hat. Und ich mache mir sofort eine gedankliche Notiz, dass ich in meiner nächsten Geschichte eine Wolke in Form eines Flügels erwähnen muss. In jedem Satz, von dir oder von mir, steckt eine Idee. Und ich muss mich beeilen, diese Schätze in meinem literarischen Lagerraum zu verschließen, weil ich glaube, dass sie mir eines Tages nützlich sein können. Um den Honig zu bereiten, mit dem ich die unbekannte Menge füttere, bin ich dazu verdammt, die Blüten meiner liebsten Blumen abzustreifen, von ihren Stängeln zu reißen und die Wurzeln, die sie trugen, zu zertreten. von ihren Stängeln zu reißen und die Wurzeln, die sie trugen, zu zertreten. Bin ich nicht ein Wahnsinniger? Sollte ich nicht von denen, die mich kennen, wie ein Geisteskranker behandelt werden? Die besten Jahre meiner Jugend wurden mir durch das Schreiben zu einer einzigen Qual. Ein junger Autor, vor allem wenn er keinen Erfolg hat, fühlt sich unbeholfen, unbehaglich und überflüssig in der Welt. Oh, wie schrecklich das alles war. Ja, aber schenkte der Akt der Schöpfung nicht ein Moment des erhabenen Glücks? Ja, das Schreiben bereitet mir Vergnügen und das Lesen der Druckpfannen auch. Aber kaum hat ein Buch den Druck verlassen, dann bereue ich, dass ich es geschrieben habe. Dann wird es mir zuwider. Und dann werde ich provoziert und verunsichert. Und dann liest es das Publikum und sagt, ja, es ist ein nettes, kluges Ding, aber nicht annähernd so gut wie Tolstoi oder eine feine Geschichte. Aber nicht annähernd so gut wie Turgenevs Väter und Söhne. Und so wird das immer sein. Bis an mein Lebensende werde ich hören. Klug und hübsch. Klug und hübsch. Und dann, wenn ich einst gestorben bin, dann werden die, die mich kannten, an meinem Grabstein vorübergehen und sagen, hier ruht Trigori. Ein kluger Mann, aber nicht annähernd so gut wie Turgenev. Ich glaube, du arbeitest zu viel, um die Bedeutung deiner Schriften zu erkennen. Vielleicht bist du einfach unzufrieden mit dir selber. Viele halten dich für einen großartigen Mann. Wenn ich ein so berühmter Schriftsteller wäre wie du, ich würde mein ganzes Leben in den Dienst des Volkes stellen. Denn ich wüsste, ihr Wohlergehen wäre abhängig von den Höhen, die ich erreiche. Und sie würden mich in einem Triumphwagen hervorfahren. In einem Triumphwagen? Ja. Hältst du mich für Agamemnon? Vielleicht. Das Glück, ein so berühmter Schriftsteller, eine berühmte Schauspielerin zu sein. Ich will Enttäuschung, die Qualen meiner eigenen Unzufriedenheit, den Hass meiner Freunde. Ich will es auf mich nehmen und eintauschen, gegen Ruhm, wahrhaftigen Ruhm. Mir schwirrt der Kopf. Boris! Boris! Sie ruft mich, wahrscheinlich um zu kommen und zu packen. Aber ich will diesen Ort nicht verlassen. Was für ein Segen diese Schönheit. Was für ein herrlicher Ort um zu leben. Was ist das? Eine Möwe. Konstantin hat sie erschossen. Was für ein schöner Vogel. Wirklich. Ich kann es nicht ertragen, von ihr wegzugehen. Was schreibst du da? Nur eine Idee, die mir kam. Eine Idee für eine Kurzgeschichte. Ein junges Mädchen lebt am Ufer eines Sees. So wie du. Sie liebt am Ufer eines Sees, so wie du. Sie liebt dort alles. Sie liebt die Möwen und ist jung und frei und glücklich, so wie du. Aber ein Mann, der aus Zufall dorthin kommt, sieht sie. Und er vernichtet sie aus Untätigkeit. So wie diese Möwe hier vernichtet worden ist. Boris, Boris, wo bist du? Wir fahren heute doch noch nicht weg. Es ist ein Traum. Gå inn på bygget. I don't know. GONG Gå inn på bygget. Gulland, Gulland Was unsere liebenden und die noch wahnlose Schauspielerin nicht wissen ist, dass sich Konstantin während zweifellos maßgeblicher Unterhaltung einmal mehr gejagt verpflichtet hat. Sich der Flinte des alten Sorin bewältigt, in den Keller steigt, die Büchse lädt und mit angemessen umständlichen Bewegungen sein neuestes Opfer ins Ziel nimmt. Er schiebt also den großen linken Zeh, er ist Linksbüssler, zum Abzug der bereits gespannten Flinter, richtet den Lauf auf die rechte Schläfer, für euch links, gerät aus dem Gleichgewicht und schon ist das Malheur geschehen. Gleichgewicht und schon ist das Malheur geschehen. Das gehörnte Missfich wich seinem Jäger aus. Und seine große Unternehmung endet in einem Schrammschuss. Der Schock im Haus ist groß. Ich erzähle dir all diese Dinge, weil du Bücher schreibst und weil sie für dich nützlich sein könnten. Ja, ich sag's dir ganz ehrlich. Ich hätte keinen weiteren Tag mehr leben wollen, wenn er sich tödlich verletzt hätte. Doch ich bin mutig. Ich habe beschlossen, diese Liebe aus meinem Herzen zu reißen, an den Wurzeln. Wie willst du es machen? Ganz einfach. Indem ich mit Vyadyenko heirate. Dem Dorflehrer? Ja. Ich sehe die Notwendigkeit dafür nicht. Ach, wenn du wüsstest, wie es ist, jahrelang ohne Hoffnung zu leben, ewig auf etwas zu warten, das niemals kommen wird. Niemals kommen wird. Ich werde nicht aus Liebe heiraten, aber die Ehe wird zumindest eine Veränderung sein. Und sie wird neue Sorgen bringen und die Erinnerung an die Vergangenheit vertreiben. Magst du auch einen Schluck? Hast du nicht schon genug? Oh, Papa la Papp! Oh, sieh mich nicht mit diesem Ausdruck im Gesicht an. Frauen trinken öfter, als du dir das vorstellen kannst. Aber die meisten von ihnen tun es heimlich und nicht offen, wie ich es tue. Ja, das tun sie in der Tat. Und immer ist es entweder Wodka oder Gin. Na zdrowie! Na twojo zdrowie! Auf deine Gesundheit! Man kommt so gut mit dir aus, dass es mir wirklich leid tut, dich gehen zu sehen. Und es tut mir leid zu gehen. Warum bittest du sie nicht zu bleiben? Das würde sie jetzt nicht zulassen. Erst hat ihr Sohn versucht, sich umzubringen. Und jetzt hat er mich zum Duell gefordert, obwohl ich mir bei Gott nicht vorstellen kann, was denn die Ursache dafür sei. Das ist pure Eifersucht. Aber das geht mich nichts an. Mein Lehrerchen ist nicht allzu klug. Aber er ist ein sehr guter Mensch. Armer Mann. Er liebt mich. Und das tut mir sehr, sehr leid für ihn. Aber lass mich dir auf Wiedersehen sagen und dir eine gute Reise wünschen. Behalte mich in guter Erinnerung und danke für dein Wohlwollen. Ja, und schick mir deine Bücher. Schreib etwas hinein. Nichts Förmliches, sondern ganz einfach für Mascha, die ihre Herkunft vergessen hat und aus irgendeinem unerfindlichen Grund in dieser Welt lebt. Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen. Rechts oder links? Links. Okay, nein, das war blöd. Ich hatte nur eine Erbs in der Hand. Ich wollte wissen, wie ich Schauspielerin werden soll. Ich wünschte mir, ich könnte jemandem Rat geben. In solch einem Fall kann man keinen Rat geben. Ich habe hier etwas für dich. Ein Medaillon. Als Erinnerung an mich. Ich habe auch etwas einklarieren lassen. Wie lieb von dir. Denk manchmal an mich. Das werde ich. Ich bitte dich, mir eine Minute Leine zu geben, bevor du gehst. Ja. Nach Frankreich zogen zwei Grenadiere, die waren in Russland gefangen. Und als sie kamen ins deutsche Quartier... Weißt du was, mir hat mein Kollege mal gesagt, Herr Sorin, Sie haben eine kräftige Stimme, aber sie ist unerträglich. Ja. Was war das? War das nicht Nina? Ja. Also, ich bitte um Verzeihung, ich glaube, wir haben euch unterbrochen. Alles ist gepackt und ich bin erschöpft. Was ist das? Haben wir meine Bücher hier im Haus? Ja, sicher. Die sind in der Bibliothek meines Bruders im rechten Eckschrank. Im rechten Eckschrank Bibliothek. Schauen Sie T nach Tolstoi. Dann kommt R irgendwo und dann Tugendjev. Aber dazwischen. Tage und Nächte, Seite 121, Seite 5. Du brauchst wirklich nicht mit uns abzureisen. Also warum bleibst du nicht einfach hier? Ach komm, das ist langweilig ohne dich hier. Aber was möchtest du dann in die Stadt machen? Ja, du weißt schon, Taxi fahren, Menschen sehen, piplapa. Aber wie geht's unserem Patienten? Es geht ihm schon besser, Er ruht sich gerade aus. Weißt du was? Ich glaube, er ist unglücklich. Ist dir das bewusst? Natürlich ist mir das bewusst, dass er unglücklich ist. Er fühlt sich gar nicht wohl. Er hat sich gerade versucht zu erschießen. Und wie denkst du wohl, dass ich mich darüber fühle? Ja, ja, beruhige dich. Ich reise ab. Und ich weiß gar nicht, warum er... Ich glaube, der Hauptgrund muss die Eifersucht sein. Je schneller ich Boris hier wegbringe, je besser. Je schneller ich Bohres hier wegbringe, je besser. Ich glaube, es ist nicht nur die Eifersucht. Er ist ein junger Mann mit viel Talent und er ist intelligent, aber ohne Zukunft und ohne Geld. Und er lebt hier auf dem Land. Ich glaube, er hat Angst. Du möchtest mir wohl ein bisschen Angst machen oder? Hör mir zu, liebe Schwester, öffne dein Konto mal. Ich glaube er fühlt sich hier wie eine Art von Wohltätigkeitsprojekt. Also gib ihm etwas Geld. Ah, wenn ich nun nicht so geizig wäre und du würdest in die Stadt leben, dann wären wir alle glücklich hier. Also ich bin der Grund von all eurer Elend die letzten 20 Jahre. Ich bin schuld. Mir geht es erst die letzten 10 Jahre elend. Mein Sohn hat alle Möglichkeiten. Er könnte zum Beispiel einen Beruf lernen. Gib ihm etwas Geld. Lass ihn mal reisen. Lass ihn mal Spaß haben. Eine Reise würde ein Vermögen kosten. Und ich weiß noch nicht mal, ob ich mir einen Anzug für ihn leisten kann. Eine Reise... Lass ihn mal Spaß haben! Eine Reise würde ein Vermögen kosten. Und ich weiß noch nicht mal, ob ich mir einen Anzug für ihn leisten kann. Ach, rappalapapp! Hör auf damit! Also, wenn ich es hätte, würde ich es ihm wirklich geben. Pass mal auf. Sicher. Du bist also eine großzügige Frau, aber mittellos? Ich bin Schauspielerin und meine Kostüme kosten mir schon ein Vermögen. Also großzügig, aber mittellos? Ich bin Schauspielerin. Großzügig, aber mittellos? Ich bin Schauspielerin. Gib ihm etwas Geld. Was? Gib uns etwas Geld. Atmen, bitte. Gib uns etwas Geld. Jutta, atme bitte. Hör auf, der stinkt. Helfe, helfe. Ist da jemand da? Bitte. Geld. Atmen bitte. Ihr seid ohnmächtig. Onkel. Beruhige dich, Mutter. Diese Anfälle sind nicht gefährlich. Sorgen hat sie jetzt öfter. Onkel, du musst dich hinlegen. Sorin hat es jetzt öfter. Onkel, du musst dich hinlegen. Ja. Ich werde mich hinlegen. Zehn Minuten. Aber dann fahre ich mit in die Stadt. Herr Sorin, ich sage es ja, das ist das Rauchen. Sie lieben ja Rätsel. Ja. Ich habe da ein Spesier. Morgens auf vieren, mittags auf zweien, abends auf dreien. Ah, kenn ich, Önibus. Ja. Und weißt du was? Ich leg mich jetzt auf den Rücken. Das ist nämlich der Mensch. Er hat mich furchtbar erschreckt. Es ist nicht gut für ihn, auf dem Land zu leben. Wenn du einmal deinen Geldbeutel öffnen und ihm 5.000 leihen würdest, dann könnte er ein ganzes Jahr in der Stadt leben. Konstantin, ich bin eine Schauspielerin und keine Bank. Ja, ja. Meine Bank! Könntest du bitte meinen Verband für mich wechseln? Du machst das immer so sanft. Ah. Ah, die Wunde ist fast verheilt. Das sieht schon viel besser aus. Du wirst doch nicht wieder solche Streichel machen, wenn ich wieder weg war nein mutter das habe ich in einem moment wahnsinniger verzweiflung getan als ich jegliche kontrolle über mich verloren hatte aber ich verspreche dir es wird nie wieder geschehen deine berührung hilft mir. Du weißt, ich habe jetzt niemanden mehr. Niemanden mehr außer dir. Warum? Warum lässt du dich von so einem Mann kontrollieren? Du verstehst ihn nicht, Konstantin. Der hat eine ganz wunderbare, edle Persönlichkeit. In der Tat, edle Persönlichkeit. Und wenn er zum Duell gefordert wird, tritt er nicht an. Was für ein Unsinn. Ich habe ihm ja selbst gebeten zu gehen. Wir streiten wir uns fast über ihn. Und er sitzt wahrscheinlich gerade im Garten und lacht über uns. Oder versucht Nida davon zu überzeugen, was für ein Genier er ist. Es macht dir anscheinend Spaß, mir unangenehme Dinge zu sagen. Aber ich habe den größten Respekt vor diesem Mann. Und ich möchte dich bitten, in meiner Anwesenheit nicht schlecht über ihn zu sprechen. Bitte. Ich habe überhaupt keinen Respekt vor ihm. Seine Bücher machen mich krank. Du beneidest ihn nur. Menschen ohne Talent. Aber mit gewaltigen Ansprüchen bleibt nicht anders übrig, als diejenigen zu kritisieren, die wirklich begabt sind. Diejenigen, die wirklich begabt sind? Ja. Die wirklich begabt sind? Ich bin klüger als jeder von euch. Das ist das Gerede einer Dekadenten. Ihr seid Sklaven der Konvention. Geh zurück auf deine geliebte Bühne und spiel deine miserablen Stücke. Ich hab in meinem Leben noch nie in einem miserablen Stück gespielt. Ich spiel im kommenden Sommer in Macbeth. Ja, die drei Hexen wahrscheinlich. Nein, Lady Macbeth! Und du bist noch nicht mal imstande, einen billigen Farce-Farieté zu schreiben, du Taugenichts! Du geizige Hexe! Du nichts, du niemand! Konstantin, bitte. Bitte weinen. Hör auf zu weinen. Bitte hör doch auf zu weinen. Trockne deine Tränen. Vergib deine böse Mutter. Er wird wieder wegfahren und sie wird dich wieder lieben. Es wird alles wieder gut werden. Nein. Glaub mir. Hör auf zu weinen. Haben wir wieder Frieden geschlossen? Ja, ja, Mutter. Dann schließ auch wieder den Frieden mit ihm. Ihr wisst doch nicht streiten. Das werde ich. Aber du kannst nicht verlangen. Du kannst nicht verlangen, dass ich ihn wiedersehe. Das könnte ich... Nein! Das kann ich einfach nicht ertragen. Wie war dein Morgen? Isst ihr irgendetwas? Alles gut, mein Schatz. Es ist nur Zeit zum Aufbrechen. Und was wäre, wenn wir noch einen Tag bleiben würden? Mein Schatz, warum könnten wir nicht? Weil, mein Schatz, ich ganz genau weiß, warum du bleiben willst. Aber krieg dich wieder ein. Sagen wir mal so, du bist ein wenig betrunken. Jetzt wird bitte wieder nüchtern. Hab bitte etwas Nachsicht mit mir. Ich weiß, dass du die Fähigkeit dazu hast. Sei meine aufrichtige Wegbegleiterin. Hab ein großes Herz. Sei großzügig und lass mich ziehen. Großzügig? Bist du ihr so verfallen? Ich fühle mich sehr zu ihr hingezogen. Das könnte genau das sein, was meinem Leben jetzt fehlt. Was dein Leben fehlt? Die Liebe einer kleinen Landgehörin? Hast du so wenig Selbstkenntnis? Ich kann nicht aufhören, an sie zu denken. Selbst jetzt. Ich spreche mit dir und es ist, als würde ich träumen. Nein! Ich bin besessen von dem Gedanken an sie. Nein! Das könnte meine letzte Chance. solch eine Liebe sein. Nein, nein und nochmal nein! Du darfst mir solche Dinge nicht sagen. Ich bin auch eine Frau wie jede andere. Und das ist deine Chance. Deine Chance, eine außergewöhnliche zu sein. Du folterst mich, du machst mir richtig Angst. Ich habe eine solche Liebe nie gekannt. Als ich jung war, habe ich jede Minute damit verbracht, zu überleben. Und jetzt bietet sich mir das einfach so an. Eine solche Liebe, die ich nie gekannt habe. Und du willst, dass ich davonlaufe und sie legen lasse. Du bist verrannt geworden. Und es macht mir nichts. Bitte, lass mich ziehen. Ben, sen! Mein Schatz, mein wunderbarer Mann, die letzte Seite meines Lebens, wenn du mich auch nur für ein Augenzwinker verlässt, ich würd' es nicht überleben. Mein Magier, mein Prinzen, mein Sonnenkönig! Jemand könnte hereinkommen. Lass sie! Ich schäme mich nicht, dich zu lieben. Und lass dich um keinen Preis gehen. Schau, du gehörst mir. Wir gehören zusammen. Du bist so begabt. Du bist der brillanteste Autor dieses Lachs. Deine Schriften sind so voll Integrität und Humor und Ehrlichkeit. Die leben richtig, sie atmen. Man kann dich unmöglich lesen, ohne vollkommen hingerissen zu sein. Wirklich. Ach, mein Schatz. Glaubst du, ich schmeichle dir? Nein. Schau mir in die Augen. Glaubst du ich schmeichle dir? Lüge ich? Schau mir tief in die Augen. Du siehst, ich werde dir immer die Wahrheit erzählen. Ich bin die Einzige, die dir immer die ganze Wahrheit. Du weißt es, stimmt's? Du kommst mit mir. Du lässt mich nicht alleine. Ich habe keinen eigenen Willen, nie gehabt, habe kein Rückgrat, bin schwach und willenslos. Ist es das, was die Frauen wollen? Nimm mich. Nimm mich mit. Lass nur deinen Halt auf mich keine Sekunde lang los. Du bist mein. Du könntest natürlich noch ein Weilchen bleiben. Ich reise schon vor und dann könntest du in einer Woche nachkommen. Nein, wir werden zusammen gehen. Was immer du willst, dann reisen wir gemeinsam. Wo ist Konstantin? Ich muss mich noch von Ihnen verabschieden. Und ich habe mein Buch auf der Terrasse liegen lassen. Ich wusste, dass wir uns wiedersehen werden. Ich habe eine unwiderrufliche Entscheidung getroffen. Ich werde auf die Bühne gehen. Ich werde alles hier verlassen. Ich werde meinen Vater verlassen. Und in die Stadt gehen. Genau wie du. Geh zum Hotel Slavansky Bazaar. Melde dich, sobald du dort bist. Ich werde im Kucholsky Haus in der Molchanower Straße sein. Ich muss jetzt gehen. Es war ein Segen für die Augen. Es war ein engelhafter, zarter Ausdruck. lost Thank you. Dritter Akt, zwei Jahre später. Ein Salon in Sorins Haus, den Konstantin als Arbeitszimmer nutzt. Außer dem üblichen Mobiliar eines Salones steht in der rechten Ecke ein Schreibtisch für euch links. Es ist Abend, halb dunkel, man hört die Bäume rauschen und der Kamin brennt. Herr Doktor, von allen Städten, die Sie während Ihres Auslandaufenthalts besucht haben, welche davon hat Ihnen am besten gefallen? Genua. besten gefallen. Genua. Es ist eine wilde Nacht. Draußen ist es schon dunkel. Wisst ihr, ich denke, wir sollten das alte Theater abreißen. Es steht nur noch nackt und hässlich da. Fast so wie ein Skelett. Und der Vorhang flattert leblos im Wind. Ich dachte, ich hätte eine weinende Stimme gehört, als ich dort gestern am Abend vorbeiging. Was du nicht sagst. Mascha, komm mit mir nach Hause. Nein, ich werde die Nacht hier verbringen. Mascha, das Kind muss hungrig sein. Ach Blödsinn, Matriona würde es füttern. Warum, Genua? Weil es in den Straßen so ein prächtiges Gedränge gibt. Wenn du abends das Hotel verlässt und dich in die Straßen stürzt, mitten in dieses Gedränge, ganz ohne Ziel und Zweck, mitgerissen, hin und her. Alles Leben scheint das Deine zu sein und alle Seelen fließen in Dich hinein. Und dann beginnst Du endlich an einen großen Weltgeist zu glauben. So wie der Weltgeist in Deinem Stück, den Nina spielte. Weißt du, es ist schade, ihn drei Nächte ohne seine Mutter zu lassen. Du wirst mir zu lästig. Früher hast du wenigstens manchmal noch von anderen Dingen gesprochen als von zu Hause und dem Kind. Zu Hause und das Kind, das ist jetzt alles, was ich von dir höre. Mascha, komm mit mir nach Hause. Du kannst ja nach Hause gehen, wenn du willst. Gut, das werde ich. Kommst du morgen nach Hause? Ja, morgen. Übrigens, wo ist eigentlich Nina jetzt? Geht es ihr gut? Ich glaube ja. Nina jetzt? Geht es ihr gut? Ich glaube ja. Ich habe gehört, sie hat ein ziemlich seltsames Leben geführt. Was ist dir passiert? Das ist eine lange Geschichte, Doktor. Erzähl es kurz. Ich wollte mich nur kurz verabschieden. Auf Wiedersehen, Mascha. Leb wohl, Paulina. Jetzt geh schon in Gottes Namen. Niemand hätte sich je träumen lassen, Konstantin, dass du eines Tages ein richtiger Autor werden würdest. Die Zeitschriften bezahlen dich gut für deine Geschichten. Du bist auch schön geworden. Lieber, netter Konstantin, sei etwas netter zu meiner Masche. Lass ihn in Ruhe, Paulina. Eine Frau, Konstantin, will nur freundliche Blicke. Das weiß ich aus Erfahrung. So jetzt. Du hast ihn verärgert. Ich hab dir doch gesagt, du sollst ihn nicht belästigen. Das tut mir leid für dich, Mascha. Dein Mitleid brauch ich sehr. Paulina. Paulina. Die Liebe muss in dem Moment ausgemerzt werden, indem sie im Herzen aufkeimt. Mein Lehrerchen hat sich nun einer Schule in einem anderen Bezirk versprochen. Und wenn wir erst einmal diesen Ort verlassen haben, werde ich alles vergessen. Ich werde diese Leidenschaft an den Wurzeln herausreißen. Das Wichtigste, Paulina, ist, ihn nicht ständig im Blick zu haben. Wenn mein Lehrerchen doch nur seinen Platz einnehmen könnte. Ich würde ihn vergessen. Alles in ein oder zwei Monaten. Das ist doch eine Kleinigkeit. Alles in ein oder zwei Monaten. Das ist doch eine Kleinigkeit. Dein Lehrerchen hat jetzt sechs Mäuler zu stopfen. Und das Mehl dafür kostet ihm sein halbes Gehalt. Ein schwer zu lösendes Rätsel. Du bist also doch nicht nach Hause gegangen? Ich habe eine großartige Geschichte für Konstantin. Hört mal zu. Der Mann, der sich wünschte. Ich wünschte mir mal zu heiraten, ist mir nicht gelungen. Ich wünschte mir mal Schriftsteller zu werden, ist mir nicht gelungen. Ich wünschte mir mal in der Stadt zu leben, ist mir nicht gelungen. Ich lebe jetzt hier auf dem Land und ich komme hier nicht mehr weg. Der Mann der sich wünschte. Oder Tage auf dem Land. Ja, aber du hast dir gewünscht, Hofrat zu werden. Und siehe da, du bist einer. Ja, aber dafür habe ich überhaupt nichts gemacht, mein Lieber. Nichts. Das kam ganz von selbst. Das kam ganz von selbst. Aber sich in deinem Alter so über die Unzufriedenheiten, über sein Leben zu äußern. Du musst schon sagen, das zeugt nicht gerade von Großmut. Pappalapapp, Pappalapapp, du Schafskopf. Ich meine, du redest immer über diese großen Sachen, aber du hast auch Angst, mein Lieber, du hast Angst. Du hast Angst vorm Ende deines Studiums. Du hast Angst danach vor dem Tod. Du kannst mir nicht sagen, dass du keine Angst hast vor dem Tod oder dem Ende deines Studiums. Die Angst vor dem Tod ist eine animalische Leidenschaft, die ganz einfach überwunden werden muss. Nur wer an ein zukünftiges Leben glaubt und dabei um begangene Sünden zittert, kann logischerweise auch den Tod fühlen. Und du hast erstens keine Sünden begangen als Hofrat, soviel ich weiß, und du glaubst nicht an ein zukünftiges Leben. Du hast ja bravourös als Hofrat gedient für 25 Jahre. 28. 28. Sie hat gedient für 25 Jahre? 28. Ja, ja. Ich glaube, wir halten Konstantin von seiner Arbeit ab. Das macht nichts. Sie ist von zu Hause weggelaufen und hat sich Trigorin angeschlossen. Wisst ihr das? Sie war ein wunderschönes Mädchen. Aber Trigorin wurde ihrer bald überdrüssig. Und was sah man in ihrer Schauspielerei? Ich glaube, das ist ihr sogar noch schlechter gelungen. Sie debütierte auf der Bühne eines Sommertheaters und veranstaltete danach eine Tournee. Sie versuchte immer große, schwierige Rollen zu spielen. Manchmal kreischte sie laut und starb gut. Aber das waren nur Momente. Was kann ich euch noch erzählen? Jetzt, wo ich wieder hier bin, schreibt sie mir manchmal. Sie hat eine seltsame Fantasie. Sie unterschreibt immer mit die Möwe und in allen Briefen wiederholt sie, dass sie die Möwe sei. Jetzt ist sie hier. Hier? Im Dorf, im Gasthaus. Sie ist schon seit fünf Tagen dort. Ja, ja, ich habe sie gesehen, als sie von hier in Richtung des Dorfes ging. Ich fragte sie, ob sie uns besuchen wolle. Sie sagte, dass sie kommen würde. Ich höre die Stimme meiner Mutter. Deine Mutter sagt mir, dass du mir nicht nervösse bist und bereit die Vergangenheit ruhen zu lassen. Hier ist eine Zeitschrift, die Boris dir mitgebracht hat, in der deine letzte Geschichte steht. Vielen Dank. Deine Bewunderer lassen dich alle grüßen, alle löchern mich mit Fragen nach dir. Aus irgendeinem Grund denken alle, dass du nicht mehr jung bist. Wirst du lange bleiben? Nein, nein, nein, nein. Ich muss noch morgen in die Stadt zurückkehren. Stell dir vor, ich beende gerade einen weiteren Roman und habe einer Zeitschrift ein anderes Stück versprochen. Immer das einzige Schä eigene Geschäft, ja? Wenn die langen Herbstabende über uns hereinbrechen, vertreiben wir uns immer die Zeit mit einem Spiel. Dumbula! Es ist ein eintöniges Spiel, aber es ist schon in Ordnung. Sollen wir spielen? Ja. Konstantin, spielst du mit? in ordnung noch spielen ja ganz natürlich bist du mit nein entschuldigt mich bitte ich habe keine lust ich möchte noch ein wenig schreiben 22. Äh, ja. Ich habe es schon. 3. Habe ich. Du hast 3 aufgeschrieben. 8. Jawohl. 81. 10. Nicht zu schnell. Habe ich. Könnt ihr das glauben? Ich bin immer noch ganz benommen von dem Empfang, den man mir in der Stadt bereitet hat. 34. Die Studenten haben mich mit Ovationen bedacht und haben mir drei Blumenkörbe geschickt, ein Kranz und auch dieses Ding. Es gibt also etwas, das sich lohnt. 50. Hab ich. Oh ja, und ich trug ein wunderschönes Kleid. Ja, in Sachen Kleidung bin ich natürlich nicht jung. 77. Jawohl. Konstantin ist traurig. Der arme Junge wurde in den Zeitschritten heftig kritisiert. Der Aufmerksamkeit ist auch Aufmerksamkeit. Elf! Die Texte haben etwas von einer seltsamen Unbestimmtheit, die manchmal bis an ein Delirium grenzt. Stellt euch vor, er hat nie eine einzige lebendige Figur geschaffen. Wir hatten elf vorher. Oh, hab ich nicht. Nein. Ähm, 34. Wir hatten elf vorher. Oh, hab ich nicht. Nein. Ähm, 34. Ist dir langweilig, Jutta? Ach, jetzt ist eingespart. Der Hofrat machte nicht gestern. Sieben. Denkst du, ich würde schreiben, wenn ich an einem Ort wie diesem leben würde? Niemals! Ich würde meine Leidenschaft überwinden und mein Leben dem Fischfang mitwenden. Wenn ich an einem Ort wie diesem leben würde? Niemals. Ich würde meine Leidenschaft überwinden und mein Leben dem Fisch fangen. 90? Jawohl. Und wenn ich einen Wels oder einen Barsch oder einen prächtigen Hecht fangen würde? Was für ein Glücksgefühl. Ich habe großes Vertrauen in Konstantin. Immer noch. Ich weiß, dass etwas in ihm steckt. Er denkt in Bildern. Seine Geschichten sind farbenfroh, lebendig und berühren mich immer sehr. Es ist allerdings nur schade, dass er kein bestimmtes Ziel vor Augen hat. Er schafft Eindrücke, aber nichts weiter. Mit Eindrücken alleine kommst du nicht weit. Bist du nicht stolz darauf, dass dein Sohn so ein großartiger Autor geworden ist? Glaube nur, ich habe nichts von ihm gelesen. Ich hatte ja nie zahlt 34 habe hier 61 die 1 Meine Beine tun mir weh, ich muss hinein. Wenn dieser Mann noch geht und steht, er hat immer Glück. Die Eiz. Glück im Spiel. Danke, danke. Was für ein Spaß. Ich habe ja noch 44, hast du nicht gesagt? Und dann noch 20, aber wir haben alle. Das Plakat rief es von der Wand, ein Gesicht in einem Rahmen aus dämmerigem Haar. Rief, Rahmen, dumm, alles dumm. Trigurin hat einen eigenen Prozess entwickelt. Für ihn sind Beschreibungen einfach. Allmählich drängt sich mir die Überzeugung auf, dass gute Literatur nicht bloß eine Frage von neuen oder alten Formen ist. Bist du es? Du bist es. Meine Geliebte ist zu mir zurückgekehrt. Wir dürfen nicht traurig sein. Es könnte jemand reinkommen. Hab keine Angst, es wird niemand hereinkommen. Lass mich dich ansehen. Habe ich mich sehr verändert? Ja, du bist dünner geworden. Warum hast du mich nicht zu dir gelassen? Warum bist du nicht früher gekommen? Ich träume jede Nacht davon, dass du mich ansiehst ohne mich zu erkennen. Seitdem ich hier bin, streife ich am Ufer des Sees entlang, aber ich hatte nie den Mut hineinzugehen. Lass uns setzen, ja? Ich... Ich bin die Möwe! Nina... Ich... Du weinst. Ich bin die Möwe. Es ist alles in Ordnung. Ich hab... Ich hab seit zwei Jahren nicht mehr geweint. Ich bin gestern in den Garten gegangen, um zu sehen, ob unser altes Theater noch steht. Und ich sehe es stets noch. Ich habe dort geweint, zum ersten Mal seit zwei Jahren. Und mein Herz wurde leichter und meine Seele klarer. Mein Herz wurde leicht und meine Seele klarer. Du bist jetzt also ein richtiger Schauspieler. Und ich eine richtige Schauspielerin. Ich habe dich geliebt und vom Ruhm geträumt und... Was ist die Wahrheit? Morgen fahr ich mit dem Zug dritter Klasse in die kleine Stadt. Warum fährst du in die kleine Stadt? Ich hab deine Rolle über den Winter bekommen. bekommen. Nina, ich habe dich verflucht und gehasst und dein Foto zerrissen. Doch habe ich jede Minute meines Lebens gewusst, dass mein Herz und meine Seele für immer dir gehören. Es liegt nicht in meiner Macht, dich nicht mehr zu lieben. Ich habe dir zugerufen und ich habe den Boden geküsst, auf dem du gegangen bist. Wohin ich auch schaute, sah ich dein Gesicht vor meinen Augen und dein Lächeln. Wieso sagst du so etwas? Ich bin ganz allein, kalt, was auch immer ich schreibe ist trocken, düster und rauchend. Wieso sagst du so etwas? Wieso sagst du, du hättest den Boden gegessen und mich gegangen? Du solltest mich lieber umbringen! Ich bin so müde. Ich möchte einfach nur ruhen. Nur ruhen. Er ist auch hier. Er glaubt nicht an Klauter. Er hat über meine Träume gelacht, bis ich nach und nach aufhörte, an sie selber zu glauben. Ich wusste nie, was ich mit meinen Händen tun sollte. Ich hatte nicht mal meine Stimme kontrollieren. Du hast keine Ahnung, wie es ist, auf einer Bühne zu stehen und zu wissen, wie verdammt schlecht man ist. Ich bin die Neige! Ich bin jetzt eine richtige Schauspielerin. Wichtig ist es, die Kraft zum Aushalten zu haben. Ich glaube, man leidet es halt nicht so sehr. Man fürchtet das Leben nicht. Du hast deinen Weg gefunden. Du weißt, wohin du gehst. Aber ich, ich tappe immer noch im Chaos. Ich glaube an nichts und ich weiß nicht, was meine Berufung ist. Still! Still! Wenn ich eine richtige Schauspielerin bin, dann besuchst du mich, ja? Dann besuchst du mich. Ich muss jetzt gehen. Es ist spät, ich kann kaum noch stehen und ich bin so hungrig. Bitte bleib! Nein, nein, bitte! Bleib und lass mich jetzt nicht essen bringen! Bitte, bitte! Nein! Toll, wie wenig! Torrige bin ich! Wenn du Trigodin siehst, sag ihm nichts. Klimet nicht auf, liebe dich mehr als du bist. Weisst du noch? Alle Menschen und Tiere, Löwen, Aden und Wachen, ihr hört die Kirchen Gänze und stille Fische aus dem Meer und sie stürmen ihre Bälle. Mit einem Wort, das Leben, alles, alles Lieblings, in Trost und Kreis wird vollendet. Es ist endlich ausgestochen. Thank you. Gjødning Was war das? Gar nichts, gar nichts. Wahrscheinlich ist nur eins meiner Medizinfläschchen in der Luft gegangen. Dieses Geräusch erinnerte mich an... Mir ist schwarz vor Augen. Du musst Madame Akadina sofort von ihr wegbringen. Konstantin hat sich erschossen. Thank you. Takk for ating med. Storbritannia Gracias. Takk for at du så med. Thank you.