Ja, guten Abend. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend in diesem doch jetzt schon sehr kalten Dezember. Ich freue mich, dass ich Sie zu dieser Diskussionsveranstaltung unserer Reihe Gegenbewegungen Kapitalismus und Demokratie, die jetzt heute zum vorletzten Mal stattfindet und die eben sozusagen in Nachfolge eines Theoretikers der österreichischen Sozialwissenschaften geplant wurde, nämlich Karl Polanyi. Das Thema der heutigen Veranstaltungen ist, wie sie hießen, Rassismus und Antirassismus in Österreich zwischen Islamlandkarte und Black Voices Volksbegehren. Man kann sich jetzt natürlich die Frage stellen, warum wir uns auch im Rahmen dieser Reihe, die sozusagen mit Polanyi eigentlich den Ausgangspunkt hat, sich mit diesem Thema beschäftigen. Es liegt ja, wenn man sich mit Polanyi beschäftigt, nahe sich vor allem mit Fragen nach dem Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft, Wirtschaft und Staat auseinanderzusetzen und zu fragen, welche Auswirkungen bzw. welche Effekte die ungeriedelte Ausdehnung von Marktprozessen welche Auswirkungen bzw. welche Effekte die ungerädelte Ausdehnung von Marktprozessen auf die Gesellschaft haben und inwiefern die Gesellschaft auf die Auswirkungen dieser ungerädelten Marktprozesse unterminiert und wie gesellschaftlicher Zusammenhalt zerstört wird. Polanyi hatte auch die Vorstellung, dass diese Auswirkungen durch Gegenbewegungen in der Gesellschaft entstehen, beantwortet werden können. Polanyi selbst hat sich da eher auf Gegenbewegungen fokussiert, wie zum Beispiel Gewerkschaften, Arbeiter, Arbeiterinnenbewegungen. Aber heute auch zum Beispiel könnte man in diesem Rahmen auch die Bewegungen anführen, die sich dagegen wenden, dass Natur zerstört wird und so weiter. Er hat sich aber auch, und da kommen wir jetzt zum Thema des heutigen Tages schon, mit dem Aufkommen von rechten Bewegungen beschäftigt, mit dem Faschismus. Und er zeigt auf, wie solche Ideologien, solche politischen Bewegungen die Möglichkeiten gesellschaftlicher Gleichheit und einem universalistischen, für alle Menschen geltenden Begriff von Freiheit attackieren und zerstören. Und es ist auch in diesen Untersuchungen, wo er feststellt, dass Rassismus eine Rolle spielt, wenn es darum geht, gesellschaftliche Macht- und Ungleichheitsverhältnisse zu zementieren und zu legitimieren. Es findet sich bei ihm sicher keine vertiefte Auseinandersetzung mit Rassismus oder mit Antisemitismus. Und es geht mir nicht darum zu behaupten, dass jetzt auch hier wieder ein Wissenschaftler sei, der eh schon zu allem was gesagt habe, aber er ist einer von denen, die gezeigt haben, dass diese moderne kapitalistische Gesellschaft eine globale Gesellschaft erzweigt hat, die eben, wie man dann ergänzen kann, auf Kolonialismus, Sklavpektiven des Antirassismus auseinanderzusetzen, worum es ja heute gehen soll. Und es ist in diesem Kontext auch wichtig zu sehen, dass diese Auseinandersetzung, und da muss man dann ein bisschen auch wegkommen von dem spezifischen Fokus bei Polanyi zum Beispiel auf rechte Bewegungen, nicht nur eben die Kritik mit offen rassistischen Äußerungen und Praktiken darstellen kann, wie sie von einschlägigen politischen Akteuren oder Bewegungen noch heute geäußert oder gemacht werden, wobei natürlich klar ist, dass das oft natürlich gerade Gefährdungen für People of Color und Migrantinnen darstellt, sondern es geht auch um die vermutlich schwierigere Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus im Sprachgebrauch, mit Auseinandersetzungen im institutionellen Rassismus, der sich in offener, expliziter oder auch impliziter Form von Diskriminierungen und Ungleichbehandlungen durch staatliche Institutionen oder Unternehmen äußern kann. Wir haben für die heutige Veranstaltung daher auch ein sehr großes Podium, ein sehr diverses Podium zusammengestellt, das hier sozusagen aus unterschiedlichen Perspektiven diese heutigen Fragen beleuchten wird. unterschiedlichen Perspektiven dieser heutigen Fragen beleuchten will, wird, bevor ich jetzt das Podium im Einzelnen vorstelle, also die vier Diskutanten und Diskutantinnen, noch zum Ablauf des heutigen Abends. Wir bitten Sie, Ihre Kameras auszuschalten, da sozusagen hier mit der Sprecheransicht die Veranstaltung aufgenommen wird. Auch wichtig zu wissen vielleicht für Sie, dass die Veranstaltung aufgenommen werden wird. Wenn Sie also nicht per Namen bei dieser Aufnahme aufscheinen wollen, dann können Sie auch Ihren Namen hier noch ändern. Es wird nach, wir werden zwei Runden am Anfang machen für die Diskussion mit dem Podium und wenn Sie dann sozusagen sich an der Diskussion beteiligen wollen, wir wollen das Podium dann ja öffnen, dann können Sie das über die Chatfunktion machen und wir werden dann vom Podium aus diese Fragen gemeinsam lesen. Und je nachdem, wer angesprochen wird oder alle, werden dann diese Fragen beantworten, sodass eine breite Diskussion erreicht wird. Ja, dann freue ich mich über das heutige Podium eben. Ich beginne mit Kalma Gleit, die 1984 in Bagdad geboren wurde und seit ihrer frühen Kindheit in Österreich lebt. Sie studierte Philosophin, hat das ja mal an der Universität Wien abgeschlossen. Sie war freie Mitarbeiterin der Gesellschaft für österreich-arabische Beziehungen, sowie Redakteurin der Zeitschrift International, die Zeitschrift für internationale Politik. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, zum Beispiel den Band mit Fritz Edlinger, Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, zum Beispiel den Band mit Fritz Edlinger, Syrien, Hintergründe, Analysen, Berichte. 2015 ein Buch zu Irak, ein stark zerfällt, Hintergründe, Analysen, Berichte. 2019 erschien ihr Buch Sunniten gegen Schiiten zur Konstruktion eines Glaubensstricks bei Wagenbach. Sie publiziert in diversen Medien und Zeitschriften Tagebuch, beispielsweise Mosech-Blog. Sie publiziert in diversen Medien und Zeitschriften Tagebuch, beispielsweise Mosechblock. Und sie war Mitkoordinatorin dieser Veranstaltungsreihe, weil sie auch Mitarbeiterin der VHS Wien ist. Der zweite Diskutant ist Rami Ali. Er ist Politologin und Islamwissenschaftler, hat einen Schwerpunkt bei Fokus, also einen Schwerpunkt bei Extremismusprventions- und Dschihadismusforschungen. Er hat eben seine Studien abgeschlossen an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind religiös begründete Ideologien der Unklarheitigkeit, Online-Propaganda und damit verbundene Mobilisierungsstrategien, sowohl partizipative, das ist Ausblick, Ansätze der Gegenrede. Der 2021, und insofern ist es ja gut, dass wir hier auch über Zoom diese Veranstaltung abhalten können und er deswegen auch leicht teilnehmen kann, ist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung und beschäftigt sich oder arbeitet damit beim Projekt Deutscher Islam als Alternative zum Islamismus, Alternativen auf islamistische Bedrohungen, Antworten auf islamistische Bedrohungen in muslimischen Verbänden, Gemeinden und Lebenswelten. Er hat auch schon einige Publikationen veröffentlicht, eben zum Beispiel Kamal Al-Kadib, Mein Weg, Partizipatives Online-Streetwork gegen gewalttätigen Fanatismus beispielsweise oder Corona-Krise am Nil zwischen Leugnung, Verschwörung und Nachlässigkeit, was in einem Buch von Thomas Schmiedinger und Josef Weidenholzer publiziert worden ist, Virenregime. Josef Weidenholzer war ja an der Universität Linz lange Zeit auch als Professor tätig. Er veröffentlicht auch immer wieder Meinungsbeiträge in Zeitungen mit der Standard und die Presse. Dann möchte ich mich sehr begrüßen zu Herrn Noomi Anyanbu, sie ist Sprecherin und Co-Initiatorin des Black Voices Volksbegehren, also dem ersten Antirassismus-Volksbegehren in Österreich. Da gibt es eine sehr interessante, umfangreiche Webseite, wer sich für das Volksbegehren näher interessiert, unter www.blackvoices.at kann man da nachschauen, auch welche Forderungen hier aktuell gestellt werden, zum Beispiel gibt es da Forderungen an österreichische Museen und an die Politik, zum Beispiel die kolonialen Strukturen zu thematisieren, dass es einen Aktionsplan gegen Rassismus gibt, der dann auch zu, keine Ahnung, Schulungen beispielsweise in der Arbeitswelt führt und so weiter. Nur um die Jahren, wo selbst die Studentin der Romanistik und Afrikanischen Wissenschaften und eben Sprecherin des Volksbegehrens und sie ist seit ihrem 15. Lebensjahr eben schon politisch aktiv in Form von Schulworkshops, Kampagnen in Jugendorganisationen und so weiter. Und abschließend, Lars-Bartner-Liedtner-Bliesd, aber bleibt, wenn Sie die Zeitung lesen, bekannt, also Sie sind bekannt auch aus den Medien, Mirellen Gossow, sie ist Gemeinderätin in Wien für Soziales, Gesundheit und Sport. Sie wurde 1980 geboren in der Demokratischen Republik Kongo, kam dann, sie eben Abgeordnete zum Wiener Landtag und Mitglied des Gemeinderates und hat dort auch noch einige andere Funktionen inne. Ich bin jetzt bei der Vorstellung und ich freue mich jetzt auf die Diskussion und möchte damit die erste Frage gleich am Timer richten. Nämlich, wie schätzt du den Rassismus in Österreich ein? Welche Entwicklungen kannst du da feststellen? Wie äußert sich Rassismus im Alltag? Inwiefern wird institutioneller Rassismus sichtbar? Kann Rassismus überhaupt benannt werden und kritisiert werden und welche Reaktionen darauf gibt es? Können Sie uns vielleicht zu diesen Fragen einen ersten Einblick geben? Ja, schönen guten Abend. Danke, lieber Roland, für die ausführliche Einleitung und Vorstellung. Ich glaube, ganz allgemein gesprochen, wenn wir von Rassismus in Österreich reden, muss uns natürlich auch immer wieder bewusst sein, dass die Gesellschaft, in der wir leben, sozial nicht besonders durchlässig ist. sein, dass die Gesellschaft in dem wir leben sozial nicht besonders durchlässig ist. Das heißt, sie ist nicht besonders inklusiv und die soziale Selektion beginnt aufgrund unseres Bildungssystems schon relativ früh und führt auch dazu, dass sie in sehr vielen Fällen leider ein Leben lang Menschen stigmatisiert. Dies zu beachten ist mir deshalb wichtig, weil wir seit geraumer Zeit einen Trend beobachten können, der Rassismus oder das Problem Rassismus individualisiert. Das heißt, Rassismus wird zu einer Art charakterlicher Makel. Es ist eine Frage der Haltung und die immer mehr oder immer stärker losgelöst wird von politischer Verantwortung und vor allem auch von sozioökonomischen Zusammenhängen. Das heißt auch, dass sich die Bet es auch schwieriger, Rassismus als Spaltungsinstrument, als politisches, zynisches Spaltungsinstrument, in dem Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, zu betrachten. Das macht es natürlich auch schwieriger, Rassismus als Ausschlussmechanismus zu sehen, also in dem Menschen ausgeschlossen werden von zum Beispiel politischer oder gesellschaftlicher Partizipation und vor allem auch von ökonomischer Teilhabe. Das macht die Benennung von Rassismus immer schwieriger. Denn wenn man beispielsweise als Betroffener jemand darauf hinweisen möchte, dass seine Aussagen oder ihre Aussagen rassistisch sind, dass gewisse Handlungen rassistisch sind, dann ist es so, als würde man jemanden beleidigen. Rassismus ist eine Beleidigung. Es ist so in sehr vielen Milieus, nicht in allen. Es gibt Milieus, die sehr offen zu ihrem Rassismus stehen, aber doch, es gibt eine gewisse, also im Grunde genommen attestiert man damit jemandem einen schlechten Charakter? Und ja, auf moralischer Ebene, ich glaube nicht, man kann guter Mensch und Rassist sein. Aber politisch ist dieser Ansatz höchst problematisch, weil es eben von der politischen und sozioökonomischen Zusammenhängen mehr oder weniger alles abkoppelt. Das hat auch dazu geführt, dass auch Antirassismus stark individualisiert wird. Das ist in vielerlei Hinsicht auch eine moralische Haltung geworden. Es ist nicht dabei behilflich, um sich für Verbesserungen und Diskriminierungsschutz etc. einzusetzen. Wie sieht die Lage in Österreich aus? Österreich ist ein sehr rassistisches Land. Ich kann das nicht beschönigen. Ich glaube, das wird hier niemand beschönigen können. auf sehr unterschiedlichen Ebenen, von der persönlichen bis zur institutionellen oder institutionalisierten. Aber es ist tatsächlich so, dass nicht nur rassistische Vorurteile, sondern rassistische Übergriffe zunehmen. Das wird sehr stark von unterschiedlichen Vereinen wie ZARA dokumentiert. Und Grund dafür ist natürlich das politische Klima. Wir erleben zusehends, dass die politische Landschaft immer weiter nach rechts abgedriftet wird. Diese Dynamik ist natürlich verstärkt worden durch den Rechtsruck der konservativen Regierungspartei ÖVP. Wir haben es in gewisser Weise mit einer Verrohung der politischen Debatte zu tun, aber auch mit einer Verrohung des bürgerlich-konservativen Milieus, würde ich einmal sagen. Das ist eine Entwicklung, die jetzt nicht österreichisch spezifisch ist. Wir sehen das von anderen, nicht nur westlichen Staaten, aber vor allem auch von anderen, also zum Beispiel unser Nachbarland Ungarn bis hin zu Großbritannien oder USA. Das ist eine Entwicklung, die wir gerade in sehr vielen anderen Ländern gleichzeitig erleben. Und meiner Meinung nach hat das durchaus auch was mit einer Krise des politischen Konservatismus zu tun. Krise deshalb, weil sie auf die gegenwärtigen Herausforderungen von der sozialen Kluft bis hin zur ökologischen Krise, bis hin zu dieser gegenwärtigen Pandemie keine Lösungsansätze, vor allem auch keine mehrheitsfähigen Lösungsansätze parat haben. Also sie vertreten ja stark ein Minderheitenprogramm und ich erlaube mir die Polemik, eine Agenda, die vor allem für die oberen 5 Prozent in deren Sinne ist. Sinne ist, tatsächlich bleibt dann einfach auch nur noch Rechtspopulismus und das Schüren von Rassismus, von Ressentiments als politisches Mobilisierungsinstrument. Und ich glaube, das ist mit ein Grund, wieso wir einen Anstieg an Rassismus, an rassistischen Übergriffen erleben. Gleichzeitig aber, und das muss man auch sagen, diese Situation hat sich in den letzten Jahren schon noch sehr stark zugespitzt, weil wir aufgrund der politischen Instabilität, ich habe kein anderes Wort dafür für die Entwicklungen in unserem Land, dass wir in einer Art permanenten Wahlkampfmodus sind, in dem rechtskonservative und rechtspopulistische, die beiden rechten Parteien dieses Landes sehr, sehr stark Kampagnen führen oder kampagnenisieren zu Themen wie Flucht, Migration, Integration und natürlich ganz stark Islam. Und so braucht es uns nicht zu wundern, dass Vereine wie SARA im Jahr 2020, ich glaube über 3000 rassistische Vorfälle gemeldet haben. Viele davon spielen sich mittlerweile in sozialen Medien ab. Keine Frage, Grund dafür ist die Pandemie, wo sich auch ein großer Teil des alltäglichen Lebens sehr stark verlagert hat auf virtuelle Räume. Aber es ist ein sehr starker Anstieg zu beobachten. Und er hat was mit dem politischen Klima zu tun und er hat auch natürlich was damit zu tun, wie auch Medien mit Themen wie Migration, Integration, Flucht und natürlich auch Islam umgehen. Das heißt, Rassismus ist natürlich im Anstieg begriffen, aber die Fälle, die von unterschiedlichen NGOs dokumentiert werden, uns muss bewusst sein, dass das einfach ein Bruchteil ist. Denn viele Betroffene melden sowas in der Regel gar nicht. Die Dunkelziffer ist viel höher. Und hier geht es um Dinge wie einfach dieser Alltagsrassismus oder diese sogenannten Mikroaggressionen, diese Sticheleien, die nicht-weiße Menschen oder auch Muslime im Alltag erleben, die werden da gar nicht dokumentiert. Und was meine ich mit diesem Alltagsrassismus? Ich könnte so viele Beispiele nennen. Es fängt an mit dem Herabwerten und sich lustig machen über Namen, die ausländisch klingen. Es geht weiter bis hin, glaube ich, wir alle, also viele von uns hier kennen diese Erlebnisse, Also viele von uns hier kennen diese Erlebnisse, dass man zum Beispiel beim Einkaufen an der Kasse die einzige Person ist, die gefragt wird, die Tasche zu öffnen. Oder in einem Waggon in der Schnellbahn hauptsächlich ausländisch aussehende Menschen ihren Fahrschein zeigen müssen. Es geht aber auch weiter bis hin zu Schwierigkeiten bei der Jobsuche, wo nicht einmal Uni-Abschlüsse oft reichen, um Sprachkompetenzen, also das nicht mehr ausreichen, damit man den Leuten abkauft, sie haben Verfügung über die nötigen Sprachkenntnisse. Also erleben sehr, sehr viele Menschen, passiert immer wieder, geht weiter bis hin zu Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Ich könnte so viele Beispiele nennen und ich glaube, wir werden heute auch noch sehr viele Beispiele hören. Ich könnte so viele Beispiele nennen und ich glaube, wir werden heute auch noch sehr viele Beispiele hören. Problem ist, diese Dinge beim Namen zu nennen. Es wird immer schwieriger, das alles als Rassismus zu benennen, eben weil Rassismus individualisiert wird und die gesellschaftspolitische Verantwortung dafür nicht getragen wird. Und gerade auch bei Beispielen wie antimuslimischer Rassismus wird überhaupt auch in Frage gestellt, ob das ein tatsächlicher Rassismus noch schwieriger in österreich ist eine weitere entwicklung dass es verstärkt zu victim blaming kommt ja also man macht opfer von diskriminierung oder verantwortlich für ihre eigene diskriminierung. Wie? Das passiert sehr stark über die Integrationsdebatte. Denn mittlerweile ist es ja wirklich so, dass, also wenn man sich anschaut, worum es in den Integrationskonzepten in den 70er Jahren gegangen ist, da ging es wirklich auch um eine ökonomische Teilhabe. Wie kann man die ökonomischen Lebensverhältnisse von den ehemaligen Gastarbeiterinnen verbessern? Da ging es stark um Gleichstellung. Wenn wir uns die Integrationsdebatte jetzt anschauen, wo geht es da bitte um Gleichstellung, wo Stichwort Leitkultur, ein Begriff, der äußerst problematisch und rassistisch besetzt ist. Es geht um Loyalitäten, es geht um Werte und es geht vor allem, es findet auch hier eine Individualisierung statt. Denn wer sich nicht genug anstrengt, wer sich nicht genug anpasst, der ist integrationswillig und der verschuldet selbst seine Diskriminierung. Und das ist ein sehr perfides Spiel, das eigentlich den aktuellen Stand der Integrationsdebatte in Österreich gut darstellt und auch zeigt, wie schwierig es ist, hier Rassismus als Rassismus anzuprangern, weil er mittlerweile, er ist in der Mitte der Gesellschaft und er wird nicht nur, also gerade wenn es um antimuslimischen Rassismus geht, der wird nicht nur von den Rechten oder Konservativen bagatellisiert, sondern natürlich auch von sehr vielen Liberalen unter dem Deckmantel de facto praktiziert. Ja, und damit würde ich jetzt einmal zum Ende kommen und schauen, was die anderen Mitdiskutantinnen zu sagen haben, weil ich glaube, dass es viele Überschneidungen geben wird. Wir haben doch alle sehr ähnliche Erfahrungen in Österreich. Ja, danke, für den ersten intensiven und dichten Einblick und deine Einschätzungen dazu. Ich würde jetzt die Frage auch, die ich dir gestellt habe zur Einschätzung von Rassismus in Österreich an Nomi, an Jan Wurichten. Könntest du uns deine Einschätzung bitte auch präsentieren? Ja, sehr gerne. Danke für die Einladung. Ich freue mich, heute hier zu sein. Ich glaube, wenn wir über die Einschätzung von Rassismus in Österreich reden, glaube ich, gibt es sehr viele Beispiele, wo man ansetzen könnte. Ein Thema, das jetzt sehr viel in den Medien ist, seit irgendwie eineinhalb Jahren und auch leider antirassistische Diskurse in Österreich überschattet ist, zum Beispiel Corona. Aber auch die Corona-Politik war von Anfang an eigentlich rassistisch geprägt. Also wenn wir uns daran zurückerinnern, noch bevor wir sogar über anti-asiatischen Rassismus gesprochen haben, schon sogar davor gab es mal eine Diskussion darüber, dass zwei Ärzte aus Frankreich gewisse Experimente machen wollten mit Leuten aus Afrika, so laut ihrem Zitat. Also da hat er schon angefangen, okay, wir haben irgendwie was Neues hier, aber wollen es nicht auskennen, wir probieren das mal an diesen und diesen Leuten aus. Dann eben, wie schon erwähnt, anti-asiatischer Rassismus hat von Anfang an eigentlich die Corona-Politik geprägt und begleitet. Sehr viele Leute haben berichtet, haben auch uns als Volksbegehren berichtet, dass sie zum Beispiel in ihren Lokalen, wenn sie zum Beispiel ihren Familienbetrieb hatten, geprägt und begleitet. Sehr viele Leute haben berichtet, haben auch uns als Volksbegehren berichtet, dass sie zum Beispiel in ihren Lokalen, wenn sie einen Familienbetrieb hatten, von zum Beispiel einem chinesischen Restaurant, dass die Leute nicht mehr zu ihnen gekommen sind, essen, weil sie halt meinten, ich habe jetzt ein Virus hergebracht und das Essen ist bla bla bla und so weiter. Ich mag das jetzt alles reproduzieren. Aber das waren alles halt Narrative, die von Anfang an da waren, die natürlich auch weiterhin von der Politik und von Rechten gesponnen wurden. Und auch jetzt ein jüngster Vorfall mit der neuen Variante von Corona und dem Narrativ, dass das irgendwie auch von schwarzen Menschen, von Afrikanerinnen und so weiter kommt. Vielleicht haben es einige von euch gesehen auf Social Media, das Bild mit der schwarzen Frau, die dann auch, wenn man das in der Tiefe analysiert, natürlich mit einem Virus visuell gleichgesetzt wird, mit ihrem Outfit, mit ihren Haaren und so weiter. Also das sind alles sehr gefährliche Sachen auch, die sich unterbewusst in unseren Köpfen festsetzen und verankern und die man auch beim Namen nennen muss, das ist einfach Rassismus und ich glaube, davor scheuen sich sehr oft Medien und Politik und natürlich auch Österreich als Staat davor, aber das finde ich ganz wichtig. Eine andere Säule, sehr oft Medien und Politik und natürlich auch Österreich als Staat davor. Aber das finde ich ganz wichtig. Eine andere Säule, wo man auch jüngste Ereignisse sieht, ist der neue Bundeskanzler von Österreich, der natürlich auch nur rassistische Politik macht, der auf der Bildfläche ist, also von Abschiebungen von Jugendlichen oder kleinen Kindern bis hin zu rechtswidrigen Durchsuchungen in ganz Österreich, Angriffen auf die muslimische Community, Operation Luxor. Also die Liste ist echt, echt lang, was sehr traurig ist für einen Mann, der jetzt unser Bundeskanzler sein soll. Also das sind nur so zwei Beispiele, wo man sieht, es gibt Rassismus überall und vor allem der Rassismus ist auch strukturell verankert. Also wir als Anti-Rassismus-Volksbegehren fordern oder beschäftigen uns vor allem mit strukturellem Rassismus in Österreich. Im Gegensatz zu Alltagsrassismus, der natürlich genauso präsent ist und genauso wichtig zu besprechen. Aber ich glaube, dass wir sehr oft Alltagsrassismus verwenden, um uns vor den Hintergründen oder den strukturellen Problemen zu schützen. um uns vor den Hintergründen oder den strukturellen Problemen zu schützen. Ganz konkretes Beispiel, man lädt dann Leute ein zu einer Diskussion und dann sagt man, hey, erzähl doch mal, was dir alles schon passiert ist über Rassismus. Wirst du dann auf der Straße angegangen, kannst du das mit der Jetzt sofort erzählen? Was erstens sehr grenzüberschreitend ist, weil die Leute nicht alles erzählen müssen, was ihnen jemals passiert ist. Und zweitens, man da auch irgendwie die Verantwortung auf eine individuelle Ebene schiebt und sagt, okay, es gibt halt ein paar Leute, die sind halt irgendwie rassistisch oder haben es halt jetzt so und so gesagt. Aber man sich nicht mit den Hintergründen auseinandersetzt, dass wir einfach strukturelle Probleme haben in sehr vielen Lebensbereichen von Österreich mit Rassismus. Da ist, glaube ich, auch ein sehr wichtiger Stichpunkt die Geschichte oder der Kolonialismus, der in Österreich schon auch sich festgesetzt hat. Also sehr oft sagt man halt, okay, wir hatten ja keine Kolonien, deswegen haben wir ja nichts mit Kolonialismus zu tun und deswegen können wir ja gar nicht diese rassistischen Strukturen haben, wie zum Beispiel die USA oder so. Stimmt halt so nicht ganz. Also erstens haben wir das ja schonens hat Österreich das ja schon versucht, Kolonien zu haben. Und seitens heißt es zum Beispiel nicht, dass es nicht kolonialistische Überbleibsel gibt in Österreich oder dass wir nicht auch Sklave und Sklavinnen hatten, die halt dann vielleicht anders geheißen haben hier oder andere Tätigkeiten hatten, aber genauso schlimmste Schicksale erleiden mussten. Und das merkt man halt auch heute noch, wo wir hier in einer post- oder eher neokolonialistischen Welt immer noch solche Denkmuster oder Strukturen haben. Und wenn wir dann über so strukturellen Rassismus anfangen zu sprechen, was ja mit Black Lives Matter im letzten Jahr irgendwie gestartet hat in Österreich auch und wo es vielleicht schon ein bisschen Tendenzen gab, sich damit zu beschäftigen, haben wir eben bei der Polizei angefangen und bei Polizeigewalt und dort über Strukturen gesprochen. Was auch sehr wichtig ist, sich auch damit so zu befassen und auch dieses Narrativ von, also mal zu kritisieren, irgendwie eine Einrichtung oder Institution, die in Österreich von sehr vielen Leuten sehr hoch angesehen wird. Und da über Strukturen zu sprechen, das war, glaube ich, sehr wichtig und hat sehr viele Prozesse angestoßen. Aber ich glaube, BLM und auch jetzt unser Black Voices Volksbegehren, Antirassismus Volksbegehren, hat sich dann auch angefangen, hat auch angefangen, damit sich zu befassen, was generell in welchen anderen Bereichen Rassismus da ist, wie zum Beispiel Bildung, Gesundheit, Arbeit, also was dort alles für Barrieren sind für nicht-weiße Menschen, für People of Color, für Menschen mit Migrationsbiografie, wie man diese Barrieren auch vielleicht abschaffen kann und wo wir da irgendwie hin müssen, so als Gesellschaft. Gesellschaft. Ich glaube, Thalma hat es vorher ganz kurz erwähnt, Bildungschancen von People of Color in Österreich sind immer noch kategorisch einfach schlechter als von ihren weißen Mitmenschen. Bildung wird immer noch vererbt, ist natürlich auch eine Frage der Klasse und so weiter und so fort. Aber wenn wir jetzt über Rassismus sprechen, kann man ja auch ganz genau beobachten, inwiefern die Bildungschancen von People of Color Menschen in Migrationsbiografie gemildert werden, wie viel schwerer sie es haben, dasselbe zu erreichen, wie ihre Mitstudierenden oder Mitschülerinnen, auch wenn sie dieselbe Leistung erbringen sozusagen. Genau, und vorher auch schon in der Vorstellung erwähnt, wir fordern immer einen nationalen Aktionsplan gegen Rassismus, der eigentlich schon auf EU-Ebene beschlossen wurde für alle Mitgliedstaaten, den Österreich auch schon seit vor 20 Jahren zugesagt hat, aber wo noch immer natürlich nichts passiert ist. Dinge, die ich jetzt schon erwähnt habe, also Bildung, Gesundheit, Arbeit, Polizei, Flucht und Migration, Öffentlichkeit und Repräsentation, auch ein sehr wichtiger Faktor, wenn wir über Wahlrecht sprechen, zum Beispiel oder Staatsbegründung. Das sind alles Bereiche, die wir fordern. Und das Volksbegehren kann man auch unterschreiben, jetzt gerade. Also alle, die hier in dem Zoom-Call sind, können das natürlich sehr gerne tun. Das geht auch noch nicht mehr lange, also gerne beeilen. allen. Genau, und als letztes ist mir auch noch wichtig zu sagen, dass das auch teilweise nicht neue Sachen sind, die wir fordern, worauf ich jetzt auch nicht stolz bin, weil es nur heißt, dass wir seit 20 Jahren dasselbe sagen und dasselbe fordern, aber irgendwie nichts weiter geht. Wir machen als Volksbegehren einen Beirat, der uns hilft, diese generationenübergreifenden Themen aufzugreifen, wo Mireille Ngosso, die jetzt hier mit mir am Podium ist, auch ein Vorsitzender ist von diesem Beirat. Das heißt, so generationenübergreifender Austausch ist uns sehr wichtig als Volksbegehren, was irgendwie schade ist, weil Mireille dann halt Sachen sagt, für die sie gekämpft hat, als sie in Österreich gekommen ist oder in ihrer Laufbahn und ich jetzt genau das Gleiche mache. Aber ich glaube, das kann natürlich auch bestärken und immer darauf zurückzurufen, dass wir jetzt dort sind, wo wir sind, weil schon so viele Leute vor uns gekämpft haben und die Themen aufgegriffen haben. Einblick. Ich würde jetzt Rami Ali bieten für deine Einschätzung zu Rassismus in Österreich. Es wurden ja schon einige Themen, mit denen du dich auch beschäftigst, angesprochen. Also was ist dein Statement zu den Fragen des Eingangs? Ja, danke für die Einladung erstmal und schönen Abend allen zusammen. Es ist natürlich schwierig, nach so sehr ausführlichen und differenzierten Inputs wie von meinen Vorrednerinnen noch irgendwas hinzuzufügen. Insofern versuche ich sie einfach nicht zu doppeln, kann das nur unterstreichen, was sie gesagt haben. Ich musste immer jeweils bei einzelnen Punkten auch an sehr persönliche Erfahrungen machen oder Erlebnisse aus der Praxis, als sowohl jetzt auch Nomi als auch Tamir gesprochen haben, von der sozialen Durchlässigkeit quasi, von der Schwierigkeit für Kinder, ohne deutsche Muttersprache quasi auch aufzusteigen und wie sich das manifestiert im Bildungssystem, was natürlich wiederum auch eine Folge von strukturellem Rassismus ist. Ich durfte das nicht nur selbst erleben, damals in der Schule, sondern jetzt auch vor kurzem, wo ich im Zuge von einer größeren Erhebung hier in Wien an Wiener Mittelschulen beteiligt war und in etwa 100 Klassen unterwegs war, an fünf verschiedenen Mittelschulen, sogenannten Brennpunktschulen, wie sie in der Debatte oft bezeichnet werden, was ja ohnehin schon mal ein riesengroßes Problem ist. Ich stelle mir vor, ein Jugendlicher, der quasi seine Schule in den Medien wiedergegeben findet als Brennpunktschule, wird nicht unbedingt groß motiviert sein, weiterhin noch in diese Schule zu gehen und Leistung zu erbringen. Aber die mediale Debatte ist ein anderes großes Thema. Aber ich glaube, der Hut brennt schon sehr lange und meine Einschätzung, ich habe jetzt keine empirischen Daten, aber ich würde sagen, die Kids, mit denen ich gesprochen habe, das waren, oder überhaupt in den Mittelschulen, wir haben, ich sage mal, und das ist sehr konservativ geschätzt, über 90 Prozent der Kinder dort haben nicht Deutsch als Muttersprache. Und ein sehr großer Anteil davon, als wir natürlich im Gespräch waren, haben mir gesagt, dass sie zum Teil vom Gymnasium gekommen sind, weil ihnen Lehrkräfte dort gesagt haben, dass sie am Gymnasium nichts verloren haben. Sie sollen sich doch eine Mittelschule suchen. Dort seien sie, ich zitiere, unter sich, unter ihren Leuten quasi. Und dort wäre das Ganze auch natürlich einfacher für sie. Oftmals natürlich kodiert als wohlwollender Rat. Also dort ist das doch einfacher für dich. Das Gymnasium ist nichts für dich. Und so schafft man sich natürlich dann einen Kreislauf, der sich schließt. Schlechtere, sage ich jetzt mal, Ausbildung, weil unsere Mittelschulen könnten natürlich noch um einiges besser sein, wenn man dahingehend auch natürlich ausreichend investiert. Wir haben auf politischer Ebene sehr viel geredet über die Verbesserung der sozialen Durchlässigkeit, über die Verbesserung des Bildungssystems. Schauen Sie sich mal Lehrer und Lehrerinnen an und fragen Sie diese. Also wir haben erst dieses Jahr wieder Kürzungen beim Lehrpersonal gehabt. Es ist also immer eine sehr gegenteilige Wahrheit, sage ich jetzt mal, das, was kommuniziert wird auf politischer Ebene und das, was in der Praxis tatsächlich stattfindet. Und da haben wir eigentlich noch sehr, sehr viel zu tun. Und ich würde aber sagen, dass einer der größten Baustellen definitiv die politische Ebene ist. ist, aber nicht nur und auch da möchte ich wieder andocken an das, was die Nomi gerade eben gesagt hat. Sie hat als Beispiel den Nehammer genannt. Ich glaube, nur in Österreich ist das möglich, dass ein Innenminister, der ein derartiges Behördenversagen verursacht hat, wie in der Terrornacht in Wien am Schwedenplatz, noch politisch weiterhin aufsteigen kann. Das ist fatal. Es war ein fatales Behördenversagen. Es war nicht nur ein einfaches Behördenversagen, sage ich jetzt einmal, sondern ein sehr konsequentenreiches quasi. Und dass diese Person dann noch weiterhin politisch aufsteigen kann, ist eigentlich, finde ich, Symbolbild für eine sehr defizitäre oder eine sehr schlechte politische Kultur in Österreich. Aber, und auch das ist, glaube ich, ein springender Punkt, wir haben da immer wieder so ein wechselseitiges Verhältnis zwischen der politischen Ebene und der Gesellschaft oder einer kritischen Öffentlichkeit, die de facto nicht existent ist, würde ich sagen. Weil Nehammer braucht nur einen Auftritt machen, wo er mal keine konfrontative Rhetorik an den Tag legt oder wo er nicht mal Bevölkerungsgruppen angreift. Und es regnet in den letzten Tagen Lob für den tollen Staatsmann, der versöhnliche Töne anschlägt. Also ich habe das Gefühl, wir leiden ein bisschen unter einer kollektiven Amnesie, was das betrifft. Und es gibt de facto nur wenig kritische Stimmen in der Öffentlichkeit, die da was dagegen halten könnten. Und das hat aber auch mit einem gewissen, ich würde mal sagen, gesellschaftlichen Konsens zu tun, um auch wieder zurück auf das Thema Rassismus zu kommen. Thürmann hat erzählt, unter anderem auch, dass dieses politische Klima sich verschlechtert hat und dass natürlich dadurch auch Übergriffe mehr geworden sind. Wir haben Dokumentationen von Sarah, wir haben Dokumentationen von der Dokustelle für Muslimfeindlichkeit, die einen stetigen Angriff an Übergriffen verbal wie physischen auf Menschen, die als Muslime und Musliminnen gelesen werden, verzeichnen. Und ich glaube, ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist dahingehend zu betonen, dass wir schlichtweg einen rassistischen gesellschaftlichen Konsens haben. Das ist auch der Grund dafür, warum das nicht so oft kritisiert wird oder warum Rassismus nicht so oft kritisiert wird und warum es auch auf politischer Ebene oder dahingehend keinen politischen Willen gibt, ist schlichtweg, dass wir so einen Konsens haben, den ich so ein bisschen als Gastrecht bezeichnen würde. Wir haben immer noch die Vorstellung, dass Migranten und Migrantinnen und deren Kinder und deren Kinder und deren Kinder immer noch so ein bisschen was Fremdes in sich tragen. Und dieses Gastrecht, das kann man sich vorstellen, keine Ahnung, wenn jetzt ein Gast bei mir zu Hause ist und ich sage ihm, du darfst dich auf diesen Platz hinsetzen und er setzt sich hin und dann fängt er aber an, sich eigenständig zu machen oder sonst was, dann habe ich liegende Verständnis von der autochtonen Österreicher oder die autochtonen Österreicherinnen oder zumindest jene, die als solche gelesen werden, haben ein Vorrecht quasi auf die Existenz in diesem Land und auf Rechte in diesem Land ist schon etwas, wo ich sagen würde, dass das sehr weit verbreitet ist. Ich würde sagen, das ist noch eine Ebene über dem Rassismus, ein bisschen noch mal breiter. Nicht jeder, der diese Vorstellung hat, sie sind später gekommen, also müssen sie sich anpassen, ist natürlich ein Rassist oder sonst was. Aber ich glaube, das vermeintlich logisch zu argumentieren, warum diese Menschen weniger Rechte haben sollten oder nicht. Und das spiegelt sich wieder zurück in die Politik. Und ich finde, so schließt sich auch ein bisschen der Kreis. Und deshalb braucht es auch einen politischen Willen dazu, um das zu verändern, um das anzugehen, den wir in den letzten Jahren aber überhaupt nicht beobachten können. Die Grünen haben sich ganz groß den Kampf gegen Rassismus auf die Fahnen geschrieben. Sie haben davon gesprochen, eine unabhängige Stelle beispielsweise einzurichten für Berichte über gewaltvolle Übergriffe von Polizeibeamten etc. Davon ist nichts bis jetzt passiert. Nichts von dem, was man sich vorgenommen hat oder was man versprochen hat, der grünen Wählerinnenschaft, ist im Bereich von der Antirassismusarbeit umgesetzt worden. Und das ist nicht nur ein fehlender politischer Wille, sondern, und das ist meine These, das ist auch ein Reflektieren von eben einem gesellschaftlichen Konsens, weil wie gesagt, Rassismus für sehr viele nicht etwas super Verpönendes ist. Und das hängt auch damit zusammen, dass wir gerade ganz neue Formen von Rassismus erleben, die weit akzeptierter sind als das, was Tima erwähnt hat, mit so diesem klassischen Rassismus im Sinne von einem biologisch argumentierter, vermeintlicher Überlegenheit von Menschenrupen gegenüber anderen. Wir haben ganz andere Formen von Rassismus. Das haben wir heute schon gehört, den antimuslimischen rassismus im 2009 10 gab es eine sehr spannende studie dazu von der salzburg universität von wolfgang aschauer und mit einer repräsentativen stichprobe von etwa 1000 befragten wo etwa 80 prozent der befragten der meinung waren dass man islamische gemeinschaftchaften beobachten müsse. Die zugrunde liegende Logik ist natürlich, dass sich da eine potenzielle Gefahr verbirgt. Viel schlimmer aber noch als dieses Ergebnis war, dass sich nicht nur die Hälfte als Fremde sozusagen gefühlt haben, aufgrund der Muslime und Musliminnen im Land land und das bestätigt wieder die these mit diesem sogenannten gastrecht sondern es war auch die hälfte dafür dass man die glaubensausübung die verfassungsrechtlich verankert ist das muss man sich auf der zunge zergehen lassen dass man die glaubensausübung von musliminnen und muslimen einschränken möge und nur etwas weniger als die hälfte wenn ich mich richtig erinnere waren waren das 45 Prozent, die waren der Meinung, dass Muslime und Musliminnen nicht dieselben Rechte haben sollten wie Österreicher und Österreicherinnen. Und wenn solche Ergebnisse nicht dazu führen, dass wir eine breite gesellschaftliche Debatte führen über antimuslimischen Rassismus, sondern im Gegensatz dazu führen, dass, also nicht direkt, keine kausale Verbindung, aber trotzdem haben wir als Antwort darauf keine breite Debatte darüber gehabt, keinen politischen Willen, sowas anzugehen. Wir haben uns nicht gefragt, was ist da passiert, wieso konnte das überhaupt so weit kommen? Und wir haben uns vor allem auch nicht gefragt, was kann man konkret dagegen tun? Was wir gehabt haben in den letzten Jahren war eine als Kampf gegen den politischen Islam geframte Maßnahmen, die dazu geführt haben, dass Moscheen geschlossen wurden, die dann wieder eröffnet wurden, dass Kopftuchverbot erlassen wurde, dass dann wieder zurückgenommen wurde oder als rechtswidrig erklärt wurde. Und auch das ist wieder ein Zeichen dafür. Es gibt keinen politischen Willen in die Richtung, das alles aufzugreifen. Es gibt aber einen politischen Willen, um Stimmen aufzufangen, die das alles befürworten. Und das zeigt sich auch wieder in den Ergebnissen dieser Studie. Also dahingehend gibt es sehr wohl einen politischen Willen. in den Ergebnissen dieser Studie. Also dahingehend gibt es sehr wohl einen politischen Bild und ich würde sagen, dass das ein riesengroßes Problem ist, gerade in Bezug auf antimuslimischen Rassismus. Und wenn man das dann aber natürlich versucht anzubringen oder sagt, dass das ein großes Problem ist, dann gibt es eine Reihe von Abwehrstrategien, die man beobachten kann von antimuslimischer Rassismus, das sei doch ein Kampfbegriff von Islamisten, hin zu, es gibt keinen antimuslimischen Rassismus, weil Muslime sind ja keine Rasse, also zum Teil auch aus wissenschaftlicher Perspektive vollkommen absurde Behauptungen und vermeintliche Entgegnungen. Und ich glaube, dass wir gerade in dem Bereich, also mit antimuslimischem Rassismus, noch sehr viel zu tun haben. Und die Institutionen, die NGOs, die was dagegen tun, das ist fein, aber es braucht einen konkreten politischen Willen und den gibt es bis jetzt nicht. Und es hat sich ergeben, dass die einzige politische Institution in den letzten Jahren, die ich jetzt als Bollwerk gegen Rassismus schon fast bezeichnen müsste, gerade im Hinblick auf Islam-Politiken, war der Verfassungsgerichtshof, der sämtliche Gesetzesgebungen quasi, die sich gegen Islam oder Muslimen, wie auch immer, in welcher Form, oder die gegen das Recht auf Religionsausübung, auf freie Religionsausübung verstoßen, dass die gekippt wurden. Und das sagt doch, glaube ich, auch sehr viel über eine politische Linie in Österreich aus. Ja, danke für den Input. Kommen wir jetzt last but not least zu Mireille und zu deinen Einschätzungen. Du bist ja quasi, nachdem die politische Ebene angesprochen worden ist, immer wieder jetzt so gesehen am nächsten dran an dieser politischen Ebene. Aber natürlich kann man die politische Ebene angesprochen worden ist, immer wieder jetzt so gesehen am nächsten dran an dieser politischen Ebene. Aber natürlich kann man die politische Ebene nicht trennen von den gesellschaftlichen Verhältnissen. Also bitte eine Einschätzung zur Eingangsfrage. Ich stehe auch immer wieder auf, weil ich bin mit dem Kleinen zu Hause und mein Mann hat Nachtdienst. Das heißt, er ist gerade ruhig mit dem Handy, aber wer weiß wie lange. Also nicht wundern, wenn er mal ab und zu was hört. Danke für die Einladung. Ich kann eigentlich zu 100 Prozent meine Vorredner und Vorrednerinnen nur bestätigen, was sie gesagt haben, das zu unterzeichnen. Auch jetzt, was der Rahm jetzt noch am Ende gesagt hat, dass auf jeden Fall der politische Wille fehlt. Also ich sehe selbst, bin mit sehr vielen großen Erwartungen in die Politik gegangen, in den Gemeinderat gegangen, in den Landtag gegangen und sehe, wie schwierig es ist, Strukturen zu verändern. Und das sind einfach eurozentrische Strukturen, die sich verfestigt haben und wir leben einfach, die sich verfestigt haben und die sehr, sehr schwierig sind zu verändern, vor allem schwierig zu verändern, vor allem schwierig zu verändern, wenn es eben nur ein, also jetzt bei der SPÖ zum Beispiel, nur drei Menschen mit Migrationsbiografie sind, die in der Politik sind. Und was auch wiederum nicht die Bevölkerung widerspiegelt, wenn man sich allein schon Wien ansieht, dass jede dritte Person, jede vierte Person eine Migrationsbiografie hat und das in der Politik eigentlich nicht wiedergespiegelt wird. Ich würde gerne noch einen Punkt einbringen, der mir jetzt ein bisschen gefehlt hat, was klar ist, ich bin ja doch Medizinerin und habe in Wien auch Medizin studiert und ich sehe einfach immer wieder in der Klinik auch, wie sich da der Rassismus auch durchzieht und wie es auch immer wieder in der Klinik mir auch immer wieder auffällt. Ich habe Medizin studiert hier in Wien, an AKH, Humanmedizin. Und ich kann mich erinnern, in diesen sieben Jahren Studium, dass eigentlich größtenteils nur, wenn es um Medikation ging, Therapie ging, Diagnostik ging, wir das größtenteils an weiße Männer, weiße Männer uns gezeigt worden ist, wie das funktioniert in der Medizin. Frauen kommen kaum bis gar nicht, also sehr wenig vor und Menschen mit Migrationsbiografie überhaupt nicht. Da wird überhaupt nicht drauf eingegangen. Wir hatten einen Blog, der war ganz am Anfang, der war zwei Wochen circa, wo wir zwei Stunden über FGM, also Female Genital Mutilation, gelernt haben. Und that's it. Also es kommt dann eigentlich gar nichts mehr mit Menschen mit Migrationsbiografie aus. Also ich habe weder gelernt, wie krankheiten bei schwarzen menschen oder pcs auswirken wie die schmerzen sich auswirken etc dann komme ich in die klinik und merkel ganz stark dass auch in der klinik kaum ein arzt oder ärztin sich da wirklich gut auskennt dass es da immer wieder zu problemen kommt und vor allem dann auch, wenn Patienten und Patientinnen wenig oder bis gar nicht dort sprechen können, wie schnell man dann auch in einer Schublade gesteckt wird und oft auch die Behandlung und die Therapiemöglichkeiten nicht ausgereizt werden, weil man das dann oft auch nicht ernst nehmen möchte. Und ja, das wäre ein Punkt, den ich auch sehr wichtig finde und ich finde es so super, dass eben das Black-Versus-Fox-Begern auch diesen Forderungspunkt hat in der Medizin, dass viel mehr geforscht werden muss in der Wissenschaft, auch gerade an schwarzen Menschen oder POCs, um auch wirklich die adäquate Behandlung an den unterschiedlichen Menschen noch behandeln zu können, therapieren zu können. Das wäre jetzt mal mein Input, weil der Rest wurde einfach schon gesagt. Dankeschön. Danke für die ausführlichen und sehr einsichtsvollen Einleitungsstatements. Die Überlegung war ja jetzt in der zweiten Runde von dieser Zustandsanalyse, dieser Beschreibung und dieser Schilderung der verschiedenen Bereiche und Arten, in denen sich Rassismus strukturell oder im Alltag in Österreich äußert, zu einer Ebene eben auch dann überzugehen. Welche Perspektiven antirassistischer Praxis, welche Veränderungsmöglichkeiten ihr da seht, welche Aktivitäten waren in den letzten Jahren vielversprechend, welche waren vielleicht vorbildgebend, wo kann angesetzt werden. Einiges wurde eh schon angesprochen, da haben das vielleicht weißes Volksbegehren, da bin ich jetzt quasi opportunistisch und würde Naomi bitten, vielleicht noch ein bisschen detaillierter was zu erzählen von den Volksbegehren, wie kam es dazu, wer unterstützt das, was sind konkrete Forderungen, wohin soll es führen im Endeffekt? Und dann würde ich auch die anderen bitten, dass sie kurz einen Überblick über solche Perspektiven antirassistischer Praxis und ihre Einschätzungen uns geben. Nomi, bitte. Sehr gerne. Ich habe es eh schon vorhin kurz erwähnt. Wir haben uns im Zuge der BLM-Demos letztes Jahr gefunden. Wir haben uns im Zuge der BLM-Demos letztes Jahr gefunden. Es war eigentlich so, dass wir uns überlegt haben, was machen wir jetzt damit, dass 100.000 Leute, also wirklich viele in ganz Österreich, auf der Straße waren gegen Rassismus. Wohin soll das jetzt führen? Es soll eben nicht ein Trend gewesen sein und es soll auch nicht so ein kurzes Momentum sein, das kurz aufpoppt und dann wieder verschwindet. Und dann haben wir eigentlich den Sommer 2020 sehr intensiv damit verbracht, uns zu überlegen, was wir für ein neues Format oder antirassistisches Bündnis oder so weiter entwickeln können. Und dann ist die Idee vom Volksbegehren gekommen und wir haben uns sehr intensiv dann direkt an die Forderungen gesetzt, uns mit, wie schon erwähnt, älteren AktivistInnen ausgetauscht oder mit auch verschiedenen Communities, weil auch von Anfang an uns sehr wichtig war, dass das eben jetzt nicht ein Volksbegehren ist, das jetzt auch nur antischwarzen Rassismus dramatisiert, sondern eben auch communityübergreifend antimuslimischen Rassismus, Antiziganismus, Antisemitismus und so weiter. Also das ist auch eine unserer Haupttätigkeitenätigkeiten uns vor allem auch mit vielen communities zu vernetzen also bei uns beim volksbegehren sind ja auch in den communities dabei also meine kollegin die sprecherin erstmal ja das zum beispiel eine muslimische frau mit kopftuch und so und das ist uns auf jeden fall da ganz wichtig rassismus in österreich auf mehreren Ebenen direkt anzusprechen. Genau und das Volksprogramm kann man jetzt eh schon eine Weile unterschreiben. Es geht noch bis Frühjahr nächstes Jahr und was wir inhaltlich fordern noch mal genauer eben wie schon erwähnt Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus. Was das genau bedeutet ist einfach, dass es ein Aktionsplan ist, den wir aufgestellt haben oder eigentlich nicht. Also die Idee gibt es schon so, aber die Fbund, den wir aufgestellt haben oder eigentlich nicht? Also die Idee gibt es schon so, aber die Forderungen, die wir ausgearbeitet haben, zu den verschiedenen Bereichen, ich kann vielleicht so zwei, drei kurz vorstellen, damit sich das besser vor Augen hat. Wenn wir bei Bildung bleiben, ist eine unserer Hauptforderungen hier, dass auf jeden Fall in der Schule schon Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung für Themen wie Rassismus, Antirassismus, aber auch zivile Courage passieren muss. Was ich immer gerne sage ist, wenn wir schon in der Schule ansetzen und dort eben lernen, was das alles bedeutet, haben wir später das Problem im Leben nicht mehr. Dann sind wir alle Erwachsene, die Rassismus auch verlernt haben, weil das ist natürlich auch das, was wir lernen in der Schule zum Beispiel oder in unserer Gesellschaft, das kann man auch wieder verlernen. Und natürlich auch, dass wir in der Schule uns damit auseinandersetzen, welche neokolonialistischen Strukturen wir haben in Österreich, wo man die irgendwie findet, wieder strukturell ausstellen und uns auch mit Themen auseinandersetzen, wie Raubkunst oder wie unsere Schulbücher aufgebaut sind, wie da gewisse Leute repräsentiert werden, wenn dann mal ein Name vorkommt, also ein Name, der irgendwie nicht so österreichisch ist, wie die Person dann dargestellt wird zum Beispiel. Wie viele Seiten in deinem Geschichtgebuch gibt es eigentlich über Afrika und wie schaut es dann genau aus und solche Dinge. Im Bereich Gesundheit, weil das Mireille vorhin angesprochen hat, fordern wir eigentlich, dass es einen Ausbau der Diversität in der medizinischen Forschung, Lehre und Praxis gibt. Das ist immer der Bereich, wo die meisten Leute so sind, dass sie sich nicht vorstellen können, wo es da Rassismus gibt und es wurde eh schon kurz illustriert, das Beispiel, das ich immer bringe, ist eh auch das mit, wenn du zum Hautarzt gehst, also Hautärztin, und die dir dann nicht sagen kann, dass du eigentlich nur Neurothelmitis hast, weil sie einfach nicht gelernt hat, wie das ausschaut auf dunkler Haut, führt das dann schon dazu, dass es nicht nur irgendwie blöd ist, sondern dass du vielleicht eine falsche Diagnose bekommst oder falsche Medikamente etc. Und das natürlich dann schon auch die Lebensqualität von gewissen Leuten in einer Gesellschaft vermindert. Und einen anderen Sad Fact eigentlich, weil es nicht wirklich lustig ist, habe ich letztens von einer Kollegin aus den USA gelernt, die bei der Black Health Coalition arbeitet und diese gegründet hat. Und sie hat gesagt, dass in der Präsidentschaftszeit von Donald Trump die Lebenserwartung von schwarzen Leuten um vier Jahre gesunken ist. Und das muss man sich mal vor Augen halten, was das bedeutet für eine Gruppe von Menschen, die in einem Land leben wollen und das irgendwie dann dazu führt, dass sie überleben müssen, nur weil eine gewisse Person gerade an der Macht ist. Und solche Dinge können wir eigentlich gar nicht in Österreich erheben, weil wir die Daten dazu nicht haben und so. Das ist irgendwie ein bisschen eine andere Diskussion und auch sehr kompliziert. Aber wir können nur erahnen, wie das dann halt in Österreich wäre, wie Talma erwähnt hat, so ein Rechtsruck von Parteien wie der ÖVP zum Beispiel. Ein anderes Beispiel, was auch noch, glaube ich, sehr wichtig ist, abgesehen von Polizei, was ich jetzt mal voraussetze, dass es schon irgendwie in aller Munde ist und Rami auch schon vorher erwähnt hat mit dieser Beschwerdestelle und so, ist eben das Wahlrecht. Also in Österreich kann man ja, wenn man österreichische Staatsbürgerin ist oder Staatsbürger ist, aber in Österreich ist das natürlich auch sehr schwierig, das zu bekommen. Wie es jetzt gerade ausschaut, ist eben, dass zum Beispiel in Wien 30 Prozent der Wiener und Wienerinnen nicht wählen gehen können, aber hier die Mehrheit schon Jahre oder Jahrzehnte lebt, ihren Arbeitsmittelpunkt hat und so weiter und so fort. Und da fordern wir auf jeden Fall, dass das Wahlrecht an den Hauptwohnsitz gebunden ist und nicht an die Staatsbürgerin schafft, damit man auch einfach, finde ich, als Bundesland oder als Republik sagen kann, dass auch wirklich Menschen, die hier leben und hier ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten, auch mitbestimmen können und politisch partizipieren können. Genau. Wohin das Volksbegehren jetzt geht oder was wir schon so gemacht haben, sind eh erwähnte Forderungen, die jetzt gerade an Entscheidungsträgerinnen bringen. Wir haben aus der Politik sehr viel Unterstützung, eigentlich von den Parteien SPÖ, Grüne und NEOS. Wir haben auch einige berühmte Leute, die uns schon unterstützen, wie Schauspielerinnen. Conchita Wurst ist ein sehr bekanntes Beispiel. Sehr viele Leute auf Social Media natürlich, weil das Volksbegehren tatsächlich fast so lange wie die Pandemie in Österreich schon ist und das bedeutet, dass wir sehr viel im Lockdown arbeiten mussten. Das heißt, es passiert sehr viel auf Social Media. Genau, und wir haben schon ganz viele Kampagnen und so organisiert, wie zum Beispiel das Sternsingen letztes Jahr und das Gesichtsschwärzen haben wir dort thematisiert, wo wir sehr viele Reaktionen, positive und negative, bekommen haben, aber auf jeden Fall sehr viel Aufmerksamkeit, was ich sehr wichtig fand und wir haben im September das Diversity Festival 2021 organisiert, wo Leute wie Ecofresh aus Deutschland zum Beispiel da waren oder auch sehr viele andere Künstlerinnen mit Migrationsbiografie oder POCs, was auch nochmal einiges in Unterschriften gebracht hat. Und das ist eher schon das Stichwort, wo das Volksbegehren hin soll, ist auf jeden Fall mal 100.000 Unterschriften zu erreichen, damit die Themen im Parlament besprochen werden, dieser Nationalaktionsplan gegen Rassismus auch im Parlament gebracht wird. Und da sind wir jetzt am Sammeln. Die Eintragungswoche, die man eigentlich kennt von so Volksbegehren, wird dann entweder kurz vor oder kurz nach dem Sommer sein. Aber das kann man noch nicht sagen, weil das Bundesministerium da am Hebel sitzt sozusagen. Genau, das heißt, hier nochmal der Aufbruch sehr gerne zu unterschreiben und auch zu spenden. Wir haben gerade eine Crowdfunding-Kampagne. Jetzt kurz vor Weihnachten kann man da sehr coole Dinge ergattern, wie T-Shirts oder andere Geschenke. Aber das Volksbegehren oder eine Art davon wird es auch sicher noch geben, nachdem die Unterschriftenphase abgeschlossen ist. Danke. Ich würde vor allem teilen, dass du uns deine Einschätzung zur perspektiven antirassistischer Politik und Praxis in Österreich gibst? Wo siehst du hier Anknüpfungspunkte? Was gab es in den letzten Jahren, was du als sehr wichtig und ermutigend vielleicht gefunden hast? Ja, tatsächlich sehe ich das genauso wie die Nomi. Es sind vor allem die Black Lives Matter Proteste gewesen, die, finde ich, so ein Stückchen weit die Perspektive aufzeigen. Die zeigen, was drin ist an antirassistischem Protest und Praxis und die auch von der Tonalität anders waren, weil Betroffene selbst die Proteste organisiert haben, angeführt haben und solidarische, weiße Antirassistinnen und Antirassisten da eher, also vielleicht auch ein Stückchen weit gelernt haben, dass stellvertreterische Politik oder Paternalismus hier nicht zweckmäßig ist. Ja, also auch wenn man strategische Differenzen hat, es ist wichtig, dass Betroffene selbst einmal den Takt vorgeben und das ist mit Black Lives Matter passiert. Es wurden Themen angesprochen, die vorher eben nicht wirklich thematisiert wurden oder in Vergessenheit geraten sind, weil tatsächlich wird Rassismus gegen schwarze Menschen in Österreich auch stark verharmlost. Man hat so getan, als wäre das einfach ein US-amerikanisches Phänomen, diese Art von Polizeigewalt. Und das erste, an das ich gedacht habe, war Homo Fuma und ähnliche Fälle. Das heißt, auch wir haben immer wieder, auch in Österreich hat es immer wieder sehr, sehr krasse Beispiele für rassistische Polizeigewalt gegeben. Beispiele für rassistische Polizeigewalt gegeben. Ich finde es auch sehr spannend, auch anknüpfend an das, was Nomi vorhin gesagt hat zum Thema Rassismus in den USA und Gesundheitswesen. Es ist dort wirklich so, ja, das Gesundheitssystem ist sehr marode in den USA und sehr kaputt, aber die Sterblichkeitsrate von neugeworenen schwarzen Babys ist viermal höher als die von weißen. Und es gibt zahlreiche Statistiken zur Sterblichkeitsrate von schwarzen Frauen bei der Geburt. Also Rassismus tötet. Und ja, wir müssen nicht nur in die USA schauen, tatsächlich sind aber die USA ein sehr, sehr krasses Negativbeispiel und deshalb finde ich das gut, dass Nomi das jetzt vorhin angesprochen hat. Rassismus im Gesundheitswesen wird wirklich kaum thematisiert. Also ich bin wirklich verblüfft und sehr positiv überrascht, dass Mireille das jetzt vorhin thematisiert hat, weil es fängt schon mal an, dass und auch dazu gibt es sehr, sehr unterschiedliche Statistiken und Studien, wie dass man Schmerzempfinden und wenn eben zum Beispiel migrantische oder schwarze Frauen, also gerade auch Frauen über Schmerzen klagen, dass das viel weniger ernst genommen wird, als wenn es Weiße tun. Also das gibt es leider wirklich in den USA, tut man sowas viel stärker statistisch erfassen als hier in Österreich, aber das ist ein gewaltiges Problem. Und insofern glaube ich, dass die Black Lives Matter Proteste in vieler in den letzten Monaten erlebt haben, dass die meiner Meinung nach auch eine sehr, sehr spannende, also eine sehr, sehr interessante sind, auch im Hinblick auf Antirassismus, weil eine Community, von der man in Österreich sehr wenig wusste und wenn überhaupt wurde sie sehr negativ porträtiert in den Medien, jetzt auf einmal selber in den Vordergrund tritt und für die eigenen Forderungen, also für die eigenen Forderungen stellt, über Politik spricht, über die Situation in dem eigenen Land, über den Rassismus, über die Situation im Herkunftsland und über den Rassismus, den man hier erlebt. Und das finde ich unglaublich spannend, weil gerade auch wenn wir uns die Medienberichterstattung angesehen haben, aus Afghanistan haben wir hauptsächlich Berichte von sehr weißen, also weißen privilegierten Krisenreporterinnen und Reportern bekommen, die dann meistens auch in einem Milieu unterwegs waren, das gehobener war. Das heißt, wir haben sehr wenig aus dem Land selbst von der einfachen Bevölkerung mitbekommen. Es hat sich geändert, weil mittlerweile auch realisiert man, es gibt sehr wohl afghanischstämmige Journalistinnen und Journalisten, die auf Deutsch und Englisch berichten. Das heißt, wir kriegen insgesamt mehr mit über Afghanistan, was sehr stark vernachlässigt wurde. Und wir kriegen mehr mit über die Community hier, die nun selber ihre Demonstrationen organisiert. Und das ist für mich auch eine Form von Rassismus, eine Form von Anti-Rassismus, das Empowerment von Betroffenen selbst. Dass sie sich trauen, trotz aller Ressentiments auf die Straße zu gehen und für ihre Interessen und Rechte einzutreten. Und das ist etwas, das natürlich einerseits sehr inspirierend ist, aber Antirassismus funktioniert nicht ohne Empowerment von den Betroffenen selbst und das ist auch etwas, auch wir brauchen unsere eigenen Räume. Also man muss sich das so vorstellen, sehr viele Menschen erleben Ausschluss schon sehr, sehr früh in der Kindheit. Um ein Beispiel zu nennen, ich kenne nicht nur ein Paar, sondern auch andere türkischstämmige oder arabischstämmige Leute, die mit dem Gedanken spielen, ihre Kinder in islamische Kindergärten zu stecken. Warum? Weil sie sie bewahren wollen vor Ausgrenzungserfahrungen. Da geht es wirklich um so Sachen, dass Kinder nicht zu Kindergeburtstagspartys eingeladen werden, weil die Eltern der Freunde einfach kein türkisches Kind haben wollen. Also Ausgrenzung fängt schon sehr, sehr früh an. Und ich finde es immer wieder absurd, wenn dann nur von schleichender Islamisierung und darüber gesprochen wird, wie konservative Muslime nicht sind. In den Fällen, die ich kenne, sind das tatsächlich nicht besonders konservative Leute. Die wollen einfach, das ist eine Art Resignation in gewisser Weise. Es ist nichts, was ich jetzt unterstützen würde, weil Resignation ist immer etwas, das uns nicht weiterbringt. Aber ich verstehe die Intention, dass man eigene Kinder vor Ausgrenzungserfahrungen schützen will. Und diese Art von Diskriminierung oder diese Erfahrungen machen viele von uns ein Leben lang. Darum ist auch politische Bündnisarbeit, gerade im Bereich von Antirassismus, muss auch eine Art Beziehungsarbeit sein. Es muss Vertrauen aufgebaut werden. Es reicht nicht, dass Aktivist selbst anzuführen. Und das ist, glaube ich, etwas, das die Black Lives Matter Proteste sehr stark gezeigt haben. Und ja, ich bin gespannt, was sich in der Richtung weiter tut, auch im Hinblick auf das Volksbegehren. Helma? Rami? Ja, auch sehr spannende Ausführungen. Ich kann auch zur aktivistischen Arbeit, sage ich jetzt mal, weil ich selbst, nachdem ich ein Kind bekommen habe, mich ein bisschen zurückgezogen habe und mich gerne auf meine Kleine fokussiere, statt auf den Kämpfen, die man eh immer in Österreich zu kämpfen hat. Also dazu können sicherlich Nomi und Mireille, die nach wie vor noch sehr aktiv sind, auch noch mehr sagen. Ich würde nur gerne auch nochmal wieder eine politische, strukturelle Ebene mit reinbringen, auch weil da jetzt wieder erwähnt wurde USA und natürlich ist das ein anderer historischer Kontext, aber dennoch finde ich einen Vergleich lohnend in Bezug auf die gesellschaftliche Debatte über Rassismus, die in den USA einfach sehr präsent ist und diese gesellschaftliche Debatte kann initiiert werden, aus meiner Sicht, einerseits durch einen gewissen gesellschaftlichen Konsens, dass Rassismus nicht erwünscht ist, dass es etwas Verböntes ist und deshalb versucht man das von unten herauf sozusagen zu bekämpfen. In den USA gibt es dieses Bewusstsein, nicht zuletzt natürlich nach der Ermordung von George Floyd, also schon viel länger, Bürgerrechtsbewegungen schon ab den 60er Jahren in die Richtung. länger, Bürgerrechtsbewegungen schon ab den 60er Jahren in die Richtung. Also es gibt dieses Bewusstsein oder die andere Möglichkeit, sowas zu initiieren ist natürlich, oder so eine gesellschaftliche Debatte zu initiieren ist oder dafür verantwortlich wäre die politische Ebene. Und dann gibt es noch eine zusätzliche Ebene, die in Österreich komplett untergeht und ich würde argumentieren, dass das eines der grundlegendsten Probleme ist, warum wir keine Grundlage haben, überhaupt über diese Themen zu sprechen, ist schlichtweg die fehlende Forschung dazu. Wir haben kaum empirisches Material, das wir vorliegen haben, die Statistiken, die die Timer erwähnt haben. Es gibt viele, viele andere Statistiken in Bezug auf Ungleichbehandlung im justiziellen System, im Bildungssystem, im Sozialsystem, im Gesundheitssystem. Wir haben zu all dem empirische intensive Erhebungen, kurzfristige, Langzeitstudien, alles mögliche. Auch Deutschland ist dahingehend viel, viel weiter als Österreich, wo man empirische Grundlagen hat, auf deren Basis man eine gesellschaftliche Debatte anstoßen kann. Wenn es aber nur alle paar Jahre irgendwie durch was Freifinanziertes ein Studienergebnis gibt, so wie das über die Einstellung gegenüber Musliminnen und Muslimen, dann geht das in einer Gesellschaft, die mehrheitlich natürlich auch ein bisschen hypnotisiert ist durch eine rechte Politik, unter. Das heißt, wir haben eine massive Lücke, was empirische Forschungsarbeit betrifft in Österreich und das nicht nur in Bezug auf Rassismusforschung, sondern auch ganz stark in Bezug auf Migrationsforschung. Und wir haben einen riesigen Prozentsatz oder eine Dominanz schlichtweg an empirischer Forschung, die aber politisch vorgegeben wird. Das heißt, wir haben eine ganz enge Verstrickung von Politik und akademischen Forschen quasi. Und das ist auch der Grund, warum es zu diesen Themen, wo wir sagen, dass es dann eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz oder Toleranz zumindest gibt, viel, viel weniger Forschung gibt als, Rückschluss wieder auf die Politik, als Themen, die die aktuelle politische Linie unterstreichen würden. Schauen Sie sich an, wie viele Studien wir in den letzten Jahren gemacht haben. Teilweise manche davon empirisch eine Katastrophe bis hin zu einem Skandal von Kindergartenstudien, über Moscheestudien, über das, über jenes. Da hat das Bildungsministerium ein bisschen was verändert. Da gibt es Geld hier. Schauen Sie sich an, den österreichischen Integrationsfonds, also ÖVP-Institut quasi, welche Studien davon in den letzten Jahren in Auftrag gegeben wurden. Das ist Steuergeld. So frei heraus würde ich sagen, mehr als 60 oder 70 Prozent davon waren irgendwie auf Islam oder Muslime bezogen. Irgendwo Thema Integration, aber nur in Bezug auf Islam und Muslime. Oder natürlich irgendwas in Richtung vermeintlicher Parallelgesellschaften mit vermeintlich nicht integrierbaren Migranten und Migrantinnen. Also das ist die Forschung, die in Österreich Ländern totaler Konsens ist, das zu erforschen, und da müssen wir überhaupt nicht weit gehen, da braucht man nur über die Grenze gehen und sich die Situation und die Forschungslandschaft in Deutschland anschauen, wo das überhaupt nicht so ist, weil eben sozusagen nicht nur die politische Hand, die fütternde Hand in Bezug auf Forschung ist. Und wenn man aber so ein Abhängigkeitsverhältnis hat, wie das in Österreich nun mal der Fall ist, zwischen Forschung und Politik, dann bekommt man halt eben so tendenziöse Einschläge, sowohl in der Wahl der Themen, die man beforschen möchte, oder der Gruppen, die man beforschen möchte, als auch mit spezifischen Forschern und Forscherinnen dann auch sehr einschlägige Ergebnisse, sage ich mal. Und das, finde ich, ist ein grundlegendes Problem, dieser Mangel an empirischen Grundlagen. Und ich habe nicht das Gefühl, dass es dahingehend irgendwie ein Bedürfnis gibt, sozusagen das aufzuheben oder zu verbessern. Danke. Ja, Mireille, deine Einschätzung zu antzung an terroristischen Perspektiven in Österreich? ist, dass eben schwarze Menschen Schwierigkeiten haben, in dem Bildungswesen, im Arbeitswesen einen Job zu bekommen etc. Und das war so großartig, einfach jetzt mal wirklich schwarz auf weiß zu sehen, das, was wir jahrelang oder unser ganzes Leben lang mitbekommen haben, gesehen haben bei unseren anderen schwarzen Freunden und Freundinnen, dass es wirklich Realität ist und dass es eben schwarz auf weiß auch erforscht worden ist und man das jetzt auch für alle Menschen einfach auch zum Nachlesen ist. Und ich finde auch, dass das in Österreich sehr vernachlässigt wird, studienwissenschaftlich einfach auch zu arbeiten und das auch wissenschaftlich darzustellen. Ich kann mich erinnern bei der Black Lives Matter Demo, die erste in Juni, als wir irgendwie da oben auf diesem Wagen gestanden sind am Platz der Menschenrechte und ich mich dann mit ganz ganz vielen jungen Aktivisten und Aktivistinnen unterhalten habe, vorrangig auch weiße Menschen unterhalten habe und die mir eben erzählt haben, dass sie durch die Ermordung von George Floyd, als sie das eben gesehen haben in den sozialen Medien, das Video gesehen haben, dass für sie das erste Mal so richtig in Bewusstsein getreten ist, was es eben bedeuten kann, schwarz zu sein, dass es eben bedeuten kann, dass man mitten am heiligen Tag gefilmt wird, wie man gerade ermordet wird. Und dass sie halt auch nicht wollen, dass ihre Freunde oder Freundinnen, die schwarz sind, dass sie sowas erleben oder dass ihre Freunde oder Freundinnen, die schwarz sind, dass sie sowas erleben oder dass ihre Freunde und Freundinnen, sie wollen nicht, dass sie diskriminiert werden. Ich glaube, das war bei vielen so das erste Mal so richtig, ist es ihnen im Bewusstsein getreten, was es bedeuten kann, schwarz zu sein. Und ich habe das so großartig gefunden bei dem, dass eben so viele junge Menschen sich jetzt aktivistisch engagieren und mit dabei sind und auch versuchen, in Österreich einfach eine laute Stimme gegen Antirassismus zu sein. sehr, sehr viel eigentlich Vorarbeit geleistet haben, gerade wenn es um die Ermordungen ging für Markus Omafuma oder Sabane Bangur, wo es natürlich eine andere Dimension hatte. Es hatte noch keine sozialen Medien gegeben, aber das sind Fußstapfen, in die wir jetzt hineintreten. Und wo beispielsweise der Inu Simon es geschafft hat, diese Moornappotheke, das jetzt hoffentlich jetzt wirklich irgendwann mal den Namen umbenennen. Und das sind alles Erfolge, die wir jetzt sehen und in diese Fußstrapfen wir jetzt auch hineintreten. Ich glaube, dass die Politik da ganz, ganz, ganz, ganz in große Verantwortung gezogen werden muss. Und man sieht das ja auch, dass da eigentlich so wenig, ganz, ganz wenig Engagement dahinter steckt. Moment, der Kleine sagt was. Wichtig wäre es, dass wir in Österreich eine breite gesellschaftliche Antirassismus-Debatte haben und die auch führen und die vor allem auch zulassen. Antirassismus auch in der Öffentlichkeit sichtbar machen, aufzeigen und dass wir auch mehr Repräsentation haben. Wie ich am Anfang auch erwähnt habe, wir haben in der Politik, in der SPÖ Beispiel, drei Menschen mit Migrationsbiografie. Wir brauchen viel mehr Repräsentation. If you can see it, you can be it. Ich kann mich erinnern, als Barack Obama Präsident geworden ist, was das für mich und für ganz, ganz viele schwarze Menschen einfach bedeutet hat, dass es in Amerika einen schwarzen Präsidenten gibt, eine schwarze First Lady gibt mit zwei Kindern, die dann ins Weiße Haus einziehen. Und ich denke, das ist ganz wichtig, dass wir auch viel mehr Repräsentation haben. Aber für das braucht man, wie alle anderen auch schon gesagt haben, den politischen Willen dafür. Und den sehe ich bis jetzt, bis dato, viel zu wenig. Okay, danke. Gut, wir sind jetzt weiter mit den Fragen, zu denen wir uns ausgemacht haben, dass wir die ersten Statements machen, fertig. Ich würde jetzt gerne die Möglichkeiten dem Publikum geben, eben die Fragen zu stellen, beziehungsweise haben wir ja schon einige Fragen im Chat. Ich werde, das sind glaube ich vier oder fünf Fragen, wenn ich einen richtigen Überblick habe. Ich habe jetzt gedacht, manche werden möglicherweise größere Antworten erfordern, andere vielleicht auch noch kürzer. Ich stelle das jetzt ans Podium.twirtschaftlichen System in Österreich. Also bezieht sie wahrscheinlich auf Benachteiligungsstrukturen in der Wirtschaft. Ehrlichkeit definieren und welche Rolle und Aufgaben kommen der hegemonialen Gesellschaft zu? Also welche Änderungen im ökonomischen System eventuell und welche aufrichtige Ehrlichkeit definiert werden kann und wie kommen welche Aufgaben der hegemonialen Gesellschaft? Wir haben auch hier Podium antworten darauf. Das ist kein Vortimer, bitte. Darf ich ganz kurz auf die Saudi-Arabien- Frage antworten? Die wollte ich als zweites machen, aber diese in der zweiten Runde. Ja, als Tochter eines syrischen Christen verwehre ich mich dagegen, dass meine Community oder die Diskriminierung meiner Community im Nahen und Mittleren Osten herangezogen wird, um die Diskriminierung von Muslimen hier zu legitimieren. Gott sei Dank werden Muslime hier nicht so behandelt wie Saudi-Arabien. Ich hoffe doch, dass wir uns nicht an eine Despotie und deren Umgang mit Minderheiten orientieren wollen. Also wir sprechen von einem Land, in dem Menschen geköpft werden, in dem Menschen gekreuzigt werden. Insbesondere auch politische Dissidentinnen. Also ich finde die Frage daher völlig daneben. Diskriminierung ist Diskriminierung. Und es gibt sie auch in der sogenannten arabischen Welt in unterschiedlicher Intensität. Also als jemand mit syrischen Wurzeln kann ich sagen, dass syrische Christinnen und Christen teilweise sogar politisch besser gestellt sind als Muslime. Syrien wird von einer religiösen Minderheit, nämlich den Alawiten, dominiert angeführt. Nichtsdestotrotz, bitte nicht Communities gegeneinander ausspielen. Also das ist einfach daneben und Saudi-Arabien ist wirklich ein sehr, sehr schlechtes Beispiel. Gott sei Dank gibt es keine Todesstrafe in Österreich und ja, wesentlich spannender finde ich eher die Frage zur Rassismusbewältigung und Wirtschaft. Erfordert Rassismusbewältigung auch Änderungen am ökonomischen, marktwirtschaftlichen System Österreichs? Und Rassismus ist ja auch ein, es geht bei Rassismus ja auch um Ausschluss vor ökonomischer Teilhabe. Das ist ja auch ein geeignetes Instrument, der Ausschluss, die Diskriminierung, das ist ja nicht nur eine,ene von den 70ern sehr stark ändern zu jenen, die jetzt debattiert werden. Warum? In den 70er Jahren und auch in den 80ern war der Ausgang oder bot der Rahmen ein intervenierender Staat an. Es gab einen Staat, der zugunsten eines sozialen Ausgleichs interveniert hat und dadurch über den Fokus auf staatliche Institutionen, der Fokus war darauf gerichtet, weil man wirklich erhofft hat, über interventionistische Politik einfach eine Verbesserung der ökonomischen Situation, der Lebensverhältnisse von Gastarbeiterinnen zu ermöglichen, um damit auch Gleichberechtigung zu ermöglichen. Es ist kein Zufall, dass in Zeiten des dominierenden Neoliberalismus, dass es auf einmal nicht mehr um ökonomische Teilhabe geht beim Thema Integration. hohen oder diffusen Begriffen wie Werte arbeiten und noch dazu Leitkultur, ein höchst rassistischer, problematischer Begriff, aber dass es gar nicht mehr um diese Verbesserung der ökonomischen Situation von Menschen mit zum Beispiel Migrationshintergrund, Fluchthintergrund, ja wirklich, dass es gar nicht mehr wirklich darum geht, sondern Integration ist eine reine Bringschuld und wer sie nicht bringt, der ist selbst schuld, dass er diskriminiert wird. Danke, Herr Helmer. Wer mag fortsetzen zu den Fragen? Ich kann mich da nur anschließen. Ich glaube, es braucht für die Bekämpfung oder Überwindung von Rassismus natürlich Veränderungen auf jeder Ebene. Ich glaube, dann ein bisschen mehr zum Begriff von Allyship würde ich gerne sagen. Ich glaube, dass es auf Thema ankommt, was es genau bedeutet. Aber wenn man es übersetzt auf Deutsch, Verbündete sein, Verbündete sein, trifft es eigentlich ganz gut. Ich glaube, im Kampf gegen Rassismus, was auch schon oft erwähnt wurde, ist es sehr wichtig, auch dann zu wissen als Ally, wo dein Platz ist. Das bedeutet eben auch zu wissen, dass du den Leuten, die hier von der Thematik betroffen sind, also vom Rassismus sind alle Menschen betroffen, aber jetzt die darunter leiden, dann auch den Platz lässt, einmal den Raum einzunehmen und die Bühne irgendwie überlässt und denen auch den Vortritt lässt und dann nicht irgendwie Kämpfe für jemanden oder über eine Person drüber irgendwie so führst, sondern natürlich die Leute einfach anfeuerst und versuchst Möglichkeiten, die man eben selbst hat, sondern das heißt jetzt, du bist irgendwie Chef von einer Firma oder Chefin und kannst da irgendwie Türen öffnen oder in der Politik oder was auch immer oder einfach als Einzelperson, zum Beispiel wenn ein rissistischer Kommentar mal passiert oder du das hörst oder mitbekommst, da auch einzuschreiten und dann natürlich immer den Betroffenen da zu helfen. Also das sind alles so Situationen, die ich mir vorstelle, die eine Verbündete oder ein Verbündeter irgendwie zum Alltag macht und versucht überall dort, wo die Person kann, Türen zu öffnen, die Bühne zu bieten und auch einzutreten für die Personen. Und ich glaube, es ist auch da ganz wichtig zu sagen, dass, was auch ganz am Anfang erwähnt wurde, ist, dass man, wenn man selbst rassistische Aussagen trifft oder so, dann es auch eben nicht heißt, dass man irgendwie ein böser Mensch ist. Ich glaube, es ist ganz wichtig, da auch zu differenzieren, weil ich glaube, warum es sehr viele Leute irgendwie Angst haben oder es ihnen schwierig fällt, eben Türen zu öffnen oder die Bühne zu überlassen ist, weil das natürlich immer auch was damit zu tun hat, Macht herzugeben und mit einem Machtverlust. Und das macht natürlich niemand so gerne. Aber ich glaube, es kann auch sehr viele Türen für alle Beteiligten in diesem Prozess öffnen. Und dahingehend auch eben wichtig zu sagen, wenn man mal irgendwie auch selber darauf hingewiesen wird, okay, das war jetzt nicht so eine coole Aussage für dich, das war rassistisch, dass man es dann auch nicht direkt abblockt. Das heißt eben nicht, dass du ein schlechter Mensch bist. Alle Menschen wachsen in diesem System auf, wir alle bekommen irgendwie rassistische Narrative, unsere Körper festgesetzt. Ich glaube, es ist wichtig, sich einfach da zu öffnen und dann auch zuzuhören, was die Menschen sagen, die diesen Kampf führen und die tagtäglich solche Erlebnisse haben. Und ich glaube, mit diesen ganzen Inputs kann man eigentlich nur ein guter Ally sein oder eine gute Ally sein. Ich knüpfe sehr gerne an die Ausführungen von Nomi und würde da auch noch hinzufügen, dass es eine Pflicht ist, sage ich jetzt mal, oder ich eine Notwendigkeit sehe, sich selbst auch über diese Themen zu informieren, also in Bezug auf Alltagsrassismus, Rassismen überhaupt und so weiter, weil es eigentlich nicht die Aufgabe von betroffenen Personen ist, andere Menschen, die da wenig dazu wissen, weiterzubilden. Ich glaube, das ist einmal ganz wichtig zu verstehen, weil es oft so eine gewisse Anspruchshaltung gibt. Also, ja, du bist muslimisch oder sonst was, erklär mir bitte die fünf Grundsäulen. Oder du bist schwarz oder keine Ahnung was, bitte rat da mir die ganze Geschichte der Sklaverei in Europa hin oder sonst irgendwas. Also es gibt immer so eine gewisse Anspruchshaltung an Menschen, die betroffen sind, die mögen sich doch bitte umfassend auch historisch und politisch irgendwie damit auseinandergesetzt haben und mir jetzt dieses Wissen schön verpackt weitervermitteln. Ich glaube, Ally sein bedeutet auch, selbst Energie und Ressourcen aufzubringen. Der Unterschied nämlich ist zwischen jemandem, der betroffen ist von Rassismus und jemandem, der nicht betroffen ist von Rassismus, ist, dass die Betroffenen sich nicht aussuchen können, ob sie dagegen halten oder nicht. auftreten, sozusagen können sich das sehr wohl. Die haben den Luxus, sich nicht darüber informieren zu müssen, nichts zu sagen, weil sie nicht davon betroffen sind oder sonst wo. Also das ist ein ganz wichtiger Punkt, finde ich, das eigene Weiterbilden und damit verbunden auch das eigene Reflektieren von Privilegien, die man hat gegenüber Menschen, die als anders markiert werden. Also ich glaube, dass das auch nochmal ganz essentiell ist. Im englischsprachigen Raum gibt es immer diese Debatte von Check your Privileges, das unterstreicht das Ganze, glaube ich, auch mal ganz gut. Also sich zu überlegen, wo habe ich Vorteile gegenüber anderen als fremd sozusagen gelesenen Menschen und was kann ich dafür tun, um das aufzubrechen oder um diese anderen Menschen zu unterstützen. Habe ich Vorteile gegenüber anderen als fremd sozusagen gelesenen Menschen? Und was kann ich dafür tun, um das aufzubrechen oder um diese anderen Menschen zu unterstützen? Und man glaubt gar nicht, bei wie vielen Kleinigkeiten eigentlich das auftritt. Also ich kann ein eigenes Beispiel nennen, aber viele von den Anwesenden hier würden nicht auf den Gedanken kommen, würden nicht auf den Gedanken kommen, wenn sie sich auf Wohnungssuche befinden, beispielsweise ihren Nachnamen abzukürzen, aus Angst davor abgelehnt zu werden für eine Wohnungssuche. Ich habe das machen müssen als gebürtiger Österreicher. Oder was heißt müssen? Ich habe die Notwendigkeit gesehen, weil ich wusste, wenn ich da hinschreibe, liebe Grüße, Ali, ist meine Chance vermutlich niedriger, als wenn jemand anderer schreibt, liebe Grüße, Müller, ich würde mir gerne diese Wohnung anschauen, komm. Und dazu gibt es Zahlen, also wir wissen beispielsweise auch aus Deutschland, wir haben Zahlen dazu, dass Leute mit nicht-deutschem Nachnamen zu einem viel, viel größeren umfang bei gleicher qualifikation am arbeitsmarkt oder am wohnungsmarkt abgelehnt werden oder auch bei gleichem einkommen abgelehnt werden in bezug auf den wohnungsmarkt und wie gesagt ich kann nur aus eigener erfahrung berichten ich mache das bis immer also bis jetzt auch noch und ich kann mich gar nicht mehr ich weiß gar nicht wann ich das nicht gemacht habe, aber wenn es irgendwas ist, was ich unbedingt haben will, im Internet irgendeine Willhaben-Anzeige, also ich muss das unbedingt haben, und das ist ein autoktonösterreichischer oder deutscher Name oder bei der Wohnungssuche habe ich das leider sehr oft machen müssen, dann schreibe ich meine Nachnamen schlichtweg nicht aus. Ich schreibe einfach nur A hin. Kann dann zum Beispiel Arzmüller auch sein. Er war bei der Zufahrerreise, der war ja der Vorherrscher. Genau, und ich glaube, das ist ganz wichtig zu reflektieren, dass selbst bei den alltäglichsten Dingen Menschen, die von Rassismus betroffen sind, zwei-, drei- und viermal überlegen müssen, kann ich das so selbstverständlich machen? Also das, was für andere selbstverständlich ist, ist oftmals da eingehend nicht selbstverständlich. Ja, danke. Ich meine, vielleicht, was mir auch auffällt, manches Mal zur Ergänzung von dem, was du gesagt hast, Rami, ist ja, dass es das Umgekehrte auch gibt, dass wenn dann sozusagen darauf hingewiesen wird, dass etwas rassistisch, wenn man, wenn oft die Kritik kommt, dass wenn dann sozusagen darauf hingewiesen wird, dass etwas rassistisch wenn man auf die Kritik kommt, dass selbst Oberlehrerhaft, wenn man dann beide damit konfrontiert wird oder so, wenn das gesagt wird, aber das schien mir nur so manchmal aufzutreten. Mireille, magst du noch zu den Fragen jetzt was ergänzen? Ich würde nur kurz ergänzen, dass es glaube ich wichtig ist für uns, also für alle einfach, dass wir hier gemeinsam leben in dieser Gesellschaft und für alle einfach, dass wir hier gemeinsam leben in dieser Gesellschaft. Und wichtig ist einfach, dass die weiße Mehrheitsgesellschaft versteht, dass es hier kein Kampf ist zwischen schwarz und weißen Menschen oder wie auch immer, sondern wir leben hier alle gemeinsam in einer Gesellschaft. Und es ist wichtig, dass wir sind darauf auch angewiesen, dass eben die weiße Mehrheitsgesellschaft sieht, dass es eben Gruppierungen gibt, die unter Diskriminierung leiden und dass wir diesen Kampf eigentlich nur gemeinsam angehen können, um wirklich einen breiten Diskurs und wirklich auch eine Veränderung in die Gesellschaft bewirken zu können. Bildet es euch weiter, es gibt so, so viele unterschiedliche, gute Menschen, gerade auf den sozialen Medien, die so viel Bildungsarbeit, kostenlose Bildungsarbeit machen, wo man sich ganz ungenierte Dinge anlesen kann, sich durchschauen kann und sich auch weiter informieren kann. Okay, danke. Es sind jetzt noch ein paar Fragen gekommen. Die eine Frage ist, das ist wechselndes Thema von Lorenz Pfeiffer, oder die Ebene des Themawechsels nicht. Vielen Dank an die tollen Referenten. Ist das rassistisch, wenn ich zu Beginn die Referenten sehr mal denke, dass sie wahrscheinlich nicht so gut Deutsch können und folglich der Vortrag nicht so spannend wird? Natürlich ein dummes Vorteil, aber der Gedanke ist dennoch gekommen. Unabhängig von der Frage, natürlich jetzt ein Hinweis, eigentlich eine Frage natürlich auf die Vorurteile, alltäglichen Wahrnehmungen, die eben gerade auch Menschen, die quasi in der Leitkultur groß geworden sind, dann möglicherweise hineingeboren worden sind. Also wie sozusagen kann man, schätzt ihr, diese Wirksamkeit von rassistischen Strukturen ein, würde ich hier herauslesen aus ist der Frage. Und dann noch einmal eine Frage in Bezug auf, die würde noch einmal, warum sozusagen keine Forschung jetzt, das wäre jetzt gesundheitspolitische Forschung in Österreich, zu den unterschiedlichen Situationen, insofern jetzt auch People of Color im österreichischen Gesundheitssystem und der gesundheitspolitischen Situation, warum es hier keine Forschung gibt. Ich weiß nicht, ob das beantwortet werden kann, so unmittelbar. Und dann auch einmal eine Frage, wie man sozusagen hier Diskussionen über die Praktiken in bestimmten Ländern machen kann, ohne Leute gegeneinander aufzuhetzen, wenn ich das richtig verstehe. Ja, das sind, würde ich sagen, die letzte Runde an Fragen, da haben die schon weit fortgeschritten. Und ich würde diese Fragen nochmal ans Podium richten und dann vielleicht auch schon noch ein Schlusswort bieten. Ich würde zum Gesundheitspolitik noch ein bisschen weiter ausführen. Wie ich euch ja auch schon gesagt habe, ist es ja auch schon so, dass im Medizinstudium, wenn man sich in Europa umschaut, das einzige Land, wo zum Beispiel Gendermedizin, und Frau sein macht ja schon 50 Prozent der Bevölkerung aus, als Pflichtfach es bisher eigentlich nur in Berlin Charité gibt. Sogar bei uns hier in Wien im AKH, an der MedUni, war Gendermedizin ein Wahlfach. Wenn wir uns zum Beispiel die Impfungen jetzt anschauen, ich habe mir letztens eine Studie dazu angesehen, zu den Corona-Impfungen, nur 12 Prozent der Impfungen, also nur 12 Prozent der Studien, die durchgeführt wurden, haben wirklich zwischen Mann und Frau unterschieden. Also wir haben schon mal das Problem, dass generell in der Medizin Frau sein ein Problem ist, unter Anführungszeichen, und dass da noch weiter differenziert wird, ist bis jetzt noch nicht wirklich in den Köpfen der Wissenschaft eingetreten. Ich glaube, dass es auch viel damit zu tun hat, dass sie nicht die Wichtigkeit sehen, dass beispielsweise hier in Wien jede dritte Person eine Migrationsbiografie hat, dass noch sehr viel abgetan wird, sehr viel Unwissenheit auch ist. Ich sehe es auch bei mir in der Klinik, dass immer wieder, wenn gerade Frauen mit Migrationsbiografie kommen, jetzt hat Eva auch gut gesagt, mit Schmerzen kommen. Beispielsweise eine schwarze Frau kommt mit Schmerzen, schreit, wird gleich gesagt, ja, schwarze Menschen empfinden ja gar nicht so starke Schmerzen, wieso schreit sie jetzt so und wird das gleich natürlich wieder hinuntergetan oder es gibt auch diesen Spruch, den man immer wieder sagt, Morbus Posporus kommt wieder und dann weiß man auch schon, wie man jetzt mit der Patientin und mit dem Patienten umgehen muss. Also da ist sehr viel Unwissenheit, ich habe auch nicht das Gefühl, dass da wirklich viel vorangeht und ich versuche zum Beispiel jetzt über den Wiener Gesundheitsverbund hier in Wien, also das ehemalige KF heißt jetzt Wiener Gesundheitsverbund, dass man sagt, okay, dass bei jungen Ärzten und Ärztinnen, die nach dem Studium in die Klinik kommen, dass sie in der Klinik, da muss man immer wieder auch Ausbildungen machen, immer wieder auch Ausbildungen machen, dass da in den Ausbildungen Gendermedizin und vor allem auch Diversität in der Medizin unterrichtet wird. Und das als Pflicht, damit man wirklich das auch dann in die Klinik mitpacken kann und mitnehmen kann. Ich hoffe, dass wir das wirklich schrittweise auch verändern können, weil es ist einfach an der Zeit, dass wir als Ärzte und Ärztinnen einfach wissen, wie sich die unterschiedlichsten Krankheiten, Diagnosen und Therapie, ob es jetzt bei einer Frau ist oder bei Menschen mit Migrationsbiografie, auswirken. Und es ist einfach fatal und es kann zu ganz, ganz großen Fehlern führen und vor allem Fehlern, die dann auch wirklich bis zum Tod führen. Danke. und vor allem Fehlern, die dann auch wirklich bis zum Tod führen. Roland, dein Ton. Entschuldige, danke. Werden wir fortsetzen zu den Fragen, die jetzt noch gestellt sind? Das war ja auch eine Abschlussrunde des heutigen Abends. Thalma, bitte. Vielleicht zur Kritik des Umgangs mit religiösen Minderheiten oder anderen Minderheiten im nahen Mittleren Osten unbedingt kritisieren, auf jeden Fall. Es wird meiner Meinung nach sogar zu wenig kritisiert. Was ich aber sehe, ist, dass dann subtil und manchmal sogar ganz offen Muslime hier für die Unterdrückung christlicher Communities im Nahen und Mittleren Osten verantwortlich gemacht werden. Und da eine Kausalität herzustellen, ist sehr, sehr fragwürdig und problematisch. Wenn es um Saudi-Arabien geht, da geht es ja vor allem auch um die Unterdrückung der schiitischen Minderheit. Da geht es um auch innerislamischen Konflikte. Aber nur um ein Beispiel zu nennen. Mittlerweile zwei Monaten, glaube ich, war der ehemalige Außenminister Schallenberg in Saudi-Arabien mit einer Wirtschaftsdelegation bestehend aus hauptsächlich Vertretern der OMV und anderen Wirtschaftsangehörigen. Es waren ein Haufen außenpolitischer Journalisten und Journalistinnen dieses Landes dabei. In keinem der Berichte wurde die Situation von religiösen Minderheiten in Saudi-Arabien angesprochen. Gleichzeitig wurde immer wieder von einer Aufbruchstimmung und von neuen Reformen gesprochen, die irgendwie die Situation, die Lage der Frau angeblich verbessern würde. Aber das war es. Also ich finde es äußerst problematisch, immer die Situation von Minderheiten in der sogenannten islamischen Welt, die Situation von Christinnen in der sogenannten islamischen Welt zu thematisieren, ohne dabei auch wirklich zu hinterfragen. Wir kooperieren hier in Österreich mit vielen dieser Ländern und achten überhaupt nicht auf Menschenrechtsverletzungen. und achten überhaupt nicht auf Menschenrechtsverletzungen. Auch die OMV ist beispielsweise in Libyen tätig. Ich habe wenig Reaktionen auf die furchtbaren Bilder der Sklavenmärkte in Tripolis aus dem Jahre 2017 vernommen. Es ist tatsächlich leider so, dass wir auch hier in Österreich immer wieder mitmischen und dass Menschenrechte oder Rechte von Minderheiten dann einfach, ja sozusagen, oder Menschenrechtsverletzungen einfach geflissentlich ignoriert werden. Was ich damit sagen will, unbedingt thematisieren, sogar stärker thematisieren als es jetzt passiert und gleichzeitig aber nicht Menschen hier, Muslime hier in Österreich für das, was im Nahen und Mittleren Osten oder Nordafrika passiert, verantwortlich zu machen. Ja, und damit werde ich auch zum Schluss kommen. Also ganz kurz, es war mir eine echte Freude, mit euch allen hier über dieses Thema zu sprechen und zu diskutieren, aber ich will uns jetzt nicht noch mehr Zeit rauben. Außenpolitik ist einfach so ein bisschen eine kleine Leidenschaft von mir und deshalb musste ich jetzt auch einsteigen auf diese Frage. Na ja, zu den Forschungen noch die Frage, ist noch wichtig zu sagen, dass zum Beispiel im Gegensatz zu den USA, wenn man das relativ gut vergleichen kann, weil von dort natürlich auch sehr viele Statistiken und Studien kommen, wir in Österreich ein bisschen das Problem haben, dass wir Ethnien nicht so erfassen oder anders erfassen oder gar nicht erfassen. Also in den USA, du kannst gerne mit mir mitreden, das stört mich nicht. Entschuldige. Kein Problem. In den USA kreuzt man einfach zum Beispiel an, ich bin white, black, hispanic etc. Das haben wir in Österreich nicht. Es gibt auch sehr viele Diskussionen darüber, ob das sinnvoll ist oder nicht. Es gibt schon natürlich Vorteile davon, zum Beispiel man kann dann irgendwie besser in Kategorien forschen, weil Wissenschaft sehr oft eher Kategorien braucht, aber es gibt natürlich auch sehr viele Nachteile, das heißt, man wird sich da irgendwie schon outen, so gewisse Daten veröffentlichen, die natürlich schon zur Folge haben, dass man als Minderheit oder als marginalisierte Gruppe oder racialisierte Gruppe dann schon auch viel vulnerabler ist. Also das wird dann einfach bedeuten, wenn wir sowas hernehmen wie eine Operation Luxor, wo ganz gezielt muslimische Communities hier getargetet wurden. Das würde heißen, dass man diese Daten dann über alle Menschen hat, die so in Österreich leben. Und natürlich leider dann auch da Risiken bestehen. Ich glaube, das ist zum Beispiel ein Grund, warum man nicht so gezielt hier forschen kann und gewisse Statistiken oder Daten erheben kann. Wir hatten diese Diskussion auch im Zuge des Volksbegehrens, ob wir das sinnvoll finden oder nicht. Und es gibt, ich bei uns jetzt zum Beispiel noch keinen Konsens dafür. Das ist glaube ich nur ein Grund dafür. Und die andere Frage, die jemand gestellt hat, ob das rassistisch ist, dass die Person dachte, dass wir jetzt alle kein Deutsch können und so. Ja, aber ich finde es auch mutig, dass du das geschrieben hast in den Chat und gesagt hast, dass du diese Gedanken hattest und nicht ganz wusstest und so weiter. Ich finde es voll mutig und auch wichtig, dass man das auch anerkennt, weil ich glaube, der erste Schritt hin zu, also antirassistisch zu werden, ist, sich einzugestimmen, welche Vorurteile man hat und dann damit umgehen zu können und die halt schrittweise abzubauen. Genau. Danke, Romy. Rami, Schlusswort auch? Ja, also danke auch nochmal für die Ausführungen. Ich mag nur eine Sache noch zur Christenverfolgung sagen und vor allem auch zur Frage, wie kritisieren, weil auch ich teile die Meinung von Timer, dass man das unbedingt kritisieren muss, vor allem, wenn man auch einen Maßstab für Gerechtigkeit hat und auch ich bin gegen diese Kausalität oder dieses Gegeneinander aufspielen, aber um einen praktischen Tipp zu geben, ich würde sehr konkret Politiken kritisieren, also diskriminierende Politiken, diskriminierende Vorstöße, egal in welchem Land, und wenn das jetzt mehrheitlich geprägte muslimische Länder sind, und konkrete Regime. Weil islamisches Land ist nicht gleich islamisches Land. Die Regime wechseln sich auch. Und wenn wir jetzt sagen, islamische Länder quasi, dann heißt das Saudi-Arabien, das heißt die Türkei, das heißt Katar, die sind aber untereinander, also Saudi-Arabien, Türkei beispielsweise, zutiefst verfeindet. Wenn wir aber dieses Wording verwenden, dann entsteht so natürlich dieser Eindruck, das ist eh alles gleich. Also die Länder und sehr oft eigentlich auch die Bevölkerung dieser Länder, gerade im Mittleren und Nahen Osten, können nicht sehr viel für die, von denen sie beherrscht werden. Und insofern finde ich die Kritik notwendig und legitim, allerdings präzise gegen Politiken und gegen bestimmte Regime. Und das andere ist, und damit würde ich vielleicht auch gleich mal schließen, meinen Part, also auch ich bedanke mich für die spannenden Wortmeldungen von den Kollegen und Kolleginnen. Es ist auch schön, wieder euch mal zu sehen, wenn auch nur online. Ansonsten hätten wir das ja in Linz gemacht, wäre auch ein schöner Ausflug gewesen von Wien aus. Aber ich freue mich sehr, heute hier gewesen sein zu dürfen. Und ich würde gerne noch denen sagen, die vielleicht auch heute mithören, weil ich oft auch die Frage bekomme, was kann man denn tun oder wie kann man irgendwie dagegen vorgehen oder sonst irgendwas. Ein sehr praktischer Tipp. über das Gesundheitssystem und sie ist in Österreich auch eine der wenigen, die das Problem von rassistischer Ungleichbehandlung im Gesundheitssystem anspricht. Das tut sie natürlich auch aus der Perspektive einer Medizinerin. Und eine der gängigen Abwehrstrategien ist natürlich zu sagen, klar, du bist befangen oder man glaubt dir einfach nicht oder wie auch immer. Das hängt auch damit zusammen, dass wir noch viel zu wenig Forschung haben. Das wäre auch mein Appell sozusagen, dahingehend mehr Forschung zu forcieren. Natürlich ist das schwer mit der aktuellen Regierung, aber trotzdem ist es einen Versuch wert. Aber das spiegelt auch ein bisschen, glaube ich, die gesellschaftliche Realität wieder. Man kann sehr gerne, wenn beispielsweise die MREI so ein Statement mal veröffentlicht in irgendeiner Zeitung oder wenn die Timer sowas in die Richtung macht oder die Nomi oder ich, kann man sich gerne mal die Kommentare unter solchen Beiträgen durchlesen. Da können, glaube ich, alle anwesenden Geschichten davon erzählen. Und ich rede nicht von ein paar Aussetzern. Ich spreche von der Mehrheit von Kommentaren. Wenn Menschen, die als fremd markiert werden, wenn schwarze Menschen, wie auch immer, zu Themen sprechen, die sie betreffen, oder zu Österreich sprechen und zu schlechten Entwicklungen, zu einem schlechten Ist-Stand, dann wird natürlich nahegelegt, man möge doch das Land verlassen und keine Ahnung was. Also die ganze Palette, auch das ist natürlich ein Abwehrmechanismus. Und auch da liegt natürlich zugrunde, dass jemand wie Mireille, jemand wie Taimer, jemand wie Nomi, jemand wie ich, dass man ja überhaupt nicht österreichisch sein kann. jemand wie Nomi, jemand wie ich, dass man ja überhaupt nicht österreichisch sein kann. Also auch diese Logik liegt da zugrunde und es ist die absolute Mehrheit von Kommentaren unter solchen Beiträgen. Und ihr könnt das gerne bei jedem einzelnen Thema, das in diese Richtung geht, nämlich in Migration oder in Antirassismus oder in Islam und Muslime. Und ich meine das so, wie ich das sage. Überprüft es gerne, was ich sage, bei jedem einzelnen Thema. Übrigens egal, ob das jetzt die Standard oder heute, die Kommentarfelder unterscheiden sich sowieso nicht mehr so stark. Oder ob das ein privates Posting auf der Facebook-Page von jemandem wie der Mireille ist. massives Übergewicht an rassistischen Aussagen, an diskriminierenden Aussagen, an diffamierenden Aussagen gibt. Und ich kriege dann oft immer mit, boah Rami, schau dir an, total schlimm, was da passiert. Und man nimmt wahr, dass das schlecht ist, dass das eine Katastrophe ist, aber mein Appell wäre, auch mal was zu schreiben. Also auch vielleicht mal zu sagen, lieber XY oder was schreibst du da für Scheiße? Weil ich glaube tatsächlich, dass man so auch eine, wenn man das nämlich nicht tut und diese Kommentare so stehen lässt, wie sie nun mal dastehen, dann manifestiert man eine gesellschaftliche Realität, dann manifestiert man tatsächlich auch oder schafft diese gesellschaftliche Realität und schafft auch eine gewisse Akzeptanz dafür. Weil jeder, der sich das durchliest, das ist auch so, das ist eh die normale Position, nämlich dass man sagt, ja schleicht dich zurück in dein Land oder sonst irgendwas, das sehen die meisten anderen ja eh so. Und solange es da keine Gegenstimmen gibt, nämlich gerade von Menschen, die nicht betroffen sind von Rassismus, solange werden wir das Problem auch weiterhin tragen. Also das knüpft vielleicht auch an an die Frage mit wie kann man Ally sein und das ist eigentlich etwas, wofür man sich nicht sehr viel Zeit nehmen kann und was man relativ schnell machen könnte und wo die aktuelle Situation eigentlich so erschreckend ist, dass die meisten das mittlerweile schon übersehen, weil es ist eh normal, dass Menschen angegriffen werden sozusagen, wenn sie sich darüber äußern, was in Österreich falsch ist. Ja, danke und schönen Abend. Chatforen sind, trotzdem dagegen zu halten, wenn man rassistischen Äußerungen gewahr wird. Ich bedanke mich bei euch für die lebhafte Diskussion, für die sehr einsichtsvolle Diskussion, die glaube ich sehr viel hier an Themen angesprochen hat. Ich sehe auch im Chat positive Rückmeldungen auch vom Publikum. Also danke auch nochmals für Ihre Teilnahme. Ich bin froh, dass es jetzt auch geklappt hat, dass es auch klappen konnte im Lockdown. Wünsche ich allen einen schönen Abend noch und möchte das Publikum noch hinweisen. Wir diskutieren auch sozusagen manchmal auch weiterhin auch Polanyi und die neoliberale Transformation der Weltwirtschaft, wird am 15. Dezember über Zoom stattfinden, das ist der Mittwoch, wieder Diskutanten Michael Pry, Andreas Nowy und Klaus Thomasberger. Also sozusagen das Thema wieder von der wirtschaftspolitischen Seite zum gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft, aber wie gesagt, ich glaube, das heutige Thema, die heutige Diskussion hat gezeigt, dass das ja ein komplexes Feld ist, das wir hier diskutieren, was gerade auch in so eine Frage von Gegenbewegungen gegen den Zustand der Welt geht, kann natürlich das heutige Thema auch nicht fehlen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend, danke noch einmal ans Podium und vielleicht sehen wir uns in der einen oder anderen Form ja irgendwann bei Veranstaltungen wieder. Danke schön.