Schönen guten Abend, vielen Dank, dass Sie heute den Weg hier zu uns in den Wissensturm gefunden haben, trotz der doch sehr schwierigen Rahmenbedingungen. Mein Name ist Katja Fischer und ich darf Sie im Namen der Volkshochschule Lienzrecht herzlich zu unserer Geschichte, diesjährigen Geschichte- vortragsreihe begrüßen. Im letzten Jahr musste sie ja leider ausfallen, da hatten wir eine Reihe zum Dreisesselberg geplant, die wird im nächsten Jahr voraussichtlich nachgeholt. Heuer haben wir uns das Thema der USA, die gegenwärtige Situation der USA aus verschiedenen Perspektiven und mit einer historischen Grundierung vorgenommen. Wir, das ist eine Kooperation aus der Volkshochschule der Johannes Kepler Universität, und zwar dem Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte, namentlich dem Universitätsprofessor Dr. Markus Gräser. Vielen Dank, Markus, für die Kooperation. Und dem Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, namentlich Herr Universitätsprofessor Dr. Ernst Langthaler. Vielen Dank, lieber Ernst, für die Kooperation. Die beiden Herren werden die Reihe auch an den vier unterschiedlichen Abenden moderieren. Bevor ich das Wort an Markus Grese übergebe, noch ganz kurz ein Hinweis. Wir werden die Reihe heute aufzeichnen und sie wird dann auf der Homepage der Volkshochschule Linz für alle, die heute nicht da sein konnten, aus unterschiedlichen Gründen nachsehbar sein oder auch wenn Sie selbst noch einmal hineinschauen möchten. Also auch bitte weitererzählen, falls Sie Freunde oder Freundinnen hatten, die heute nicht kommen konnten. Es wird den Vortrag heute von heute Abend dann auf unserer Homepage zum Nachsehen geben. Ja, das wäre es von meiner Seite. Ich wünsche Ihnen einen interessanten, erkenntnisreichen Abend und darf das Wort an Markus Gläser übergeben. Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch von meiner Seite aus ein herzliches Willkommen. Ich freue mich, dass Sie kommen können, kommen könnten zu unserer Veranstaltung. Mein Dank, und ich spreche auch im Namen meines Kollegen Ernst Langthaler, mein Dank geht an Katja Fischer, die uns abermals es ermöglicht hat, dass wir in diesem Herbst eine Vortragsreihe hier veranstalten können, die die Absicht hat, ein Wissen in der wissenschaftlichen Forschung weiterzugeben an ein breiteres Publikum. Wir haben uns vorgenommen, in diesem Herbst Sie zu informieren über den, wie soll man sagen, Stand der Dinge in den Vereinigten Staaten von Amerika. Wir haben diese Veranstaltungsreihe überschrieben mit dem Titel Die USA nach Trump. Stabilisierung nach langer Krise. Und ich glaube Ihnen allen, die Sie mit großer Sicherheit interessiert sind an den Vorgängen in den USA wird ja schon aufgefallen sein, dass mit der Abwahl von Donald Trump die Sache Trump nicht erledigt ist, sondern weiter wirkt in den USA auf ganz unterschiedliche Weise. Vor allen Dingen die vielbeschworene Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft ist nicht, wie durch ein Wunder durch die Wahl von joe biden erledigt worden sondern sie wirkt fort und hat nach wie vor auch gravierende konsequenzen auf den politischen alltag in den usa aber nicht nur auf den politischen alltag sondern sie hat auch konsequenzen über die klassischen politikfelder hinaus und insofern wollen wir in dieser vierteiligen Reihe einen Blick werfen auf unterschiedliche Aspekte der amerikanischen Wirtschaft, der amerikanischen Gesellschaft. Und wir beginnen heute mit einem Vortrag, der das Ganze vom politischen Feld her versucht aufzudröseln, politischen Feld her versucht aufzudröseln mit einem Vortrag über den Zustand der republikanischen Partei, die ja offensichtlich immer noch in einer Art ich kurz ankündigen möchte. In einer Woche wird ein Wirtschaftshistoriker, Jan Sie sehen also schon, das Ganze ist einische Gesellschaft natürlich wie wenig anderes geprägt hat. lange historische Perspektive hier anbieten seit dem 19. Jahrhundert. Und schließen werden wir unsere Vortragsreihe am 29.11. mit einem Blick ins Feld der Kultur. Sie werden auch wahrgenommen haben, dass sich politische Konflikte oftmals dann auch niederschlagen in Auseinandersetzungen im Feld der Kulturpolitik und vor allen Dingen im Feld der Denkmäler, also an den Dingen sich festmacht, die Auskunft geben über Kunst und Denkmäler, vom kulturellen Kapital zum politischen Statement. So, jetzt aber zu unserem Gast heute. Ich freue mich sehr, dass wir Reinhard Heinisch von der Universität Salzburg gewinnen konnten für den ersten Vortrag. gewinnen konnten für den ersten Vortrag. Reinhard Heinisch ist Politikwissenschaftler, der sich nicht nur, aber doch auch mit der gegenwärtigen amerikanischen Politik beschäftigt. Und er hat sein Wissen auch nicht zuletzt durch eine langjährige Tätigkeit in den Vereinigten Staaten von Amerika gewonnen. Reinhard Heinisch ist nach einem Studium in Wien dann auf der Drehscheibe des Fulbright-Stipendiums in die USA gegangen und hat dort auch promoviert und dann im Anschluss daran lange an der University of Pittsburgh in Pennsylvania gearbeitet als Politikwissenschaftler und seit 2009 ist er Professor für Politikwissenschaft an der Universität Salzburg, arbeitet dort in den letzten Jahren verstärkt auch über das Phänomen des Rechtspopulismus in vergleichender Perspektive und damit natürlich auch über Rechtspopulismus in Österreich und in Europa. In Europa. Er hat aus dieser Beschäftigung heraus dann auch im vergangenen Jahr, das ist ein Buchtitel, den ich erwähnen möchte, das kritische Handbuch der Demokratie in Österreich mit herausgegeben und ist insofern natürlich auch jemand, der nicht nur über Expertise zu einem Land verfügt, sondern der aus einem bestimmten Blickwinkel, nämlich aus der Demokratieforschung und aus der Populismusforschung heraus einen Blick wirft in die USA und vielen von Ihnen wird er natürlich auch vertraut sein, weil er ein gern gesehener Gast in den österreichischen Medien ist und als anerkannter Experte zu den USA sprechen kann. Sein Titel heute wird sein, von den Rändern ins Zentrum der Macht, die rechtspopulistische Übernahme der Republikanischen Partei in den USA. Lieber Herr Heinisch, ich übergebe Ihnen freudig das Mikrofon. Wir werden ungefähr 40 Minuten einen Vortrag hören. Im Anschluss daran gibt es eine Diskussion, zu der Sie herzlich eingeladen sind. Herzlichen Dank für die Einladung. Danke auch, dass Sie gekommen sind. Das sind sicher sehr schwierige Umstände und ich freue mich, dass ich hier sein kann und auch diesen hochinteressanten Veranstaltungsreigen eröffnen darf. Wie angesprochen, ich bin eben kein Historiker, ich bin Politikwissenschaftler und Politikwissenschaftler versuchen eben Phänomene, politische Phänomene zu erklären. Das machen wir sehr oft mit Statistiken, mit Daten, mit Modellen. Ich werde Sie mit dem heute nicht sehr stark konfrontieren, aber natürlich ist das Phänomen des Populismus, wir versuchen Ihnen das ein bisschen einzuordnen, was wir damit meinen, wahrscheinlich die größte Herausforderung für die westliche Demokratie, nicht nur in den USA, sondern auch in Westeuropa. Dieses Phänomen ist in allen Demokratien mehr oder weniger präsent, bricht jedoch als welle unterschiedlich weil die politischen systeme etwas unterschiedlich sind und die amerikanische version ist eben kann man nur im kontext des amerikanischen modells verstehen wir haben andere das phänomen artikel artikuliert sich anders in europa verschiedenen ländern ich komme gerade aus los angst von einer einer tagung fahrer nach brüssel weiter hat ein projekt dazu thema bin der nächste woche an der akademie der wissenschaften in wien wo wir auch über diese thematik sprechen und sie sehen daran dass das ein sehr hoch aktuelles thema ist das ist wirklich etwas was uns derzeit beschäftigt uns auch noch beschäftigen wird da gibt es die verbindungen zu kobe das gibt verbindungen zur umwelt und zur klimakrise es ist ein sehr vielschichtiges problem und die krise oder donald trump das ist sicher noch nicht vorbei und wird uns wahrscheinlich auch noch in der in der zukunft beschäftigen und und dieser titel von den Rändern ins Zentrum, das ist eben genau die Theren der politischen Macht vorzudringen. Und jetzt dort Platz greift und in der Lage ist, Politik zu formen und Politik zu verändern. Und das Interessante ist, dass es ein radikales Phänomen ist, ein radikales Ideengebäude, das es aber geschafft hat, auf verschiedene Weise sich in den Zentren doch breit zu machen. Und wie das passiert ist und warum das möglich ist, das beschäftigt natürlich sehr viele Kolleginnen und Kollegen, Wissenschaftler in vielen Ländern, die eben dann vergleichend das studieren. Vielleicht ganz kurz, wie ich dazu kam, das ist eine ganz interessante Sache. Ich bin ja auch amerikanische staatsbürger und habe in den späten 90ern für das amerikanische außenministerium gearbeitet und da haben wir dabei da haben wir immer die amerikanischen botschafter für österreich und deutschland vorbereitet ihrem hearings im kongress und dann weiter dem state department und dann wurden diese dann gab es so fragen ich war so der german in austria State Department und dann gab es so Fragen. Ich war so der Germany and Austria Specialist und dann waren immer so eine zunehmenden Fragen also zum Thema Austria. Da gab es immer einen Corinthian Governor, also einen Landeshauptmann in Kärnten, der war irgendwie ein bisschen anders und der war so ein Populist und dann war so die Idee mal von meinem Vorgesetzten im State Department, fahren Sie doch mal nach Österreich, Sie haben ja diese Wurzeln dort, meine Eltern lebten damals in Kärnten und besuchen Sie doch mal diesen Governor, interviewen Sie ihn, fahren Sie dem mal nach, damit wir irgendwie wissen, wie der funktioniert. Bin dann hingefahren, habe dann ihn auch interviewt und bin ihm dann im Wahlkampf verfolgt und damals ist zum ersten Mal die Idee des Populismus irgendwie aufgetaucht in den späten 90er Jahren und das Interesse an Österreich in Verbindung mit dem Populismus, dachte niemand an die USA damals, und zwar in einigen Ländern in Europa und dann wurde ich gebeten, noch ein Buch über das Ganze zu schreiben und dann dachte ich mir, ich schreibe jetzt dieses Buch zu dem Populismus und warum Österreich da eine besondere Affinität hat. Ich dachte mir, damit ist das dann erledigt und dann mache ich meine, ich habe zur Sozialpartnerschaft und zu anderen Dingen gearbeitet vorher. Ich gehe dann wieder zu meinem klassischen Thema zurück und so ist es aber dann bei der vergleichenden Populismusforschung geblieben. Ich bin dann in anderen Ländern auf das Phänomen gestoßen und letztlich natürlich auch in den USA. Aber so war irgendwie diese Verbindung zum Populismus. Wenn wir vielleicht kurz mit den USA, wenn wir auf die USA eingehen, so sehen wir, dass natürlich der 6. Jänner 2021 so ein Schlüsseldatum war. Im Prinzip haben wir, was man woanders als Putschversuch beschreiben könnte, wir haben hier eine Masse, eine Bevölkerung, die aufgebracht das amerikanische Kapitol zu stürmen versuchte oder stürmte. Es kamen auch Menschen ums Leben und diese Masse hat im Vorfeld quasi den amerikanischen Präsidenten getroffen. das war eine lang geplante Veranstaltung und fühlte sich vom Präsidenten sichtlich aufgestachelt, doch jetzt in das Kapitol zu gehen. Er rief sogar nach dem Kopf des damaligen Vizepräsidenten, den der damals amtierende Präsident quasi in einer Rede als Verräter outete oder als Verräter bezeichnete. Und das ist ein Schlüsseldatum, das uns ja auch zeigt, sehr bildlich, welche Krise in den USA herrscht, dass es zu Verhältnissen kommen konnte, die uns vielleicht an die 30er erinnern oder die uns natürlich an Länder erinnern, die keine etablierten Demokratien sind. natürlich an länderinnen die keine etablierten demokratien sind grundsätzlich ist es so dass wir in den usa im prinzip die größte krise seit dem bürgerkrieg erleben und diese krise jetzt nicht dass ich an diesem einen tag manifestiert sondern in da gibt es vielfältige vielfältige anzeichen also es gab bewaffnete Gruppen, die diverse Gouverneure in verschiedenen Bundesstaaten bedrohten. Das FBI hat die diversesten Komplotts aufgedeckt. Auf der anderen Seite gab es massive Unruhen, auch von einer schwarzen Bewegung, die für schwarze Rechte eintrat. Dann gab es dagegen weiße Gruppen, die bewaffnet dagegen protestierten, also das sind schon bürgerkriegsähnliche, da gab es bürgerkriegsähnliche Verhältnisse, die zeigen einfach, dass in dem Land eine wirklich schwere politische Krise stattfindet. Wenn wir einfach jetzt nach uns, davon aus, wenn ein möglicher Comeback von Donald Trump. Ich habe vor ein paar Jahren im Fernsehen, damals wurde ich von Armin Wolf gefragt, in einer Zeit im Bild, ob ich glaube, dass Donald Trump gewählt werden können. Ich habe damals in einer Zeit im Bild gesagt, ja, ich glaube, dass er gute Chancen gewählt wird. Er hat sich so ein bisschen darüber lustig gemacht, hat dann am nächsten Tag einen Kollegen aus den USA gefragt, der das völlig absurd in Abrede stellte, dass Donald Trump überhaupt eine Chance hätte, er galt ja lange Zeit so als eine Clownfigur. Ich habe ihn damals auch schon ernst genommen und gehe natürlich auch davon aus, dass er sehr gute Chancen hat, erstens, die Möglichkeit ist ja hoch, dass er antritt und aus verschiedenen Gründen, über die wir gerne sprechen können und dass er nach wie vor sehr gute Chancen hat, gewählt zu werden. Wenn Trump wieder gewählt wird, dann sehe ich drei mögliche Szenarien. Ein mögliches Szenario ist, dass es ihm gelingt, eine Art illiberale Demokratie einzuführen, indem er die institutionellen Schranken, die ihn jetzt zurückgehalten haben, dass er diese Schranken brechen kann. Weil er einfach jetzt das Personal hat und die Erfahrung hat, wie er diese Institutionen ausheben kann. Er hatte einfach beim letzten Mal nicht genug Zeit, aber er hat es versucht. Die Anzeigen liegen für mich völlig klar auf der Hand. völlig klar auf der Hand. Zweitens, zweite Möglichkeit ist, dass es versucht, aber wieder scheitert, wieder an seiner eigenen Disziplinlosigkeit scheitert. Also Trump war sicher selbst auch im Weg, das muss man auch dazu sagen. Und die dritte Möglichkeit ist, dass es irgendwo in der Mitte stecken bleibt. Trump versucht es, es wird dann von seinen Anhängern, das wird als Aufforderung von seinen Anhängern verstanden werden, mal versuchen mit Gewalt was durchzusetzen, aber der Staat wird sich dann auch dagegen wehren und dass es einfach zu irgendeiner Form von Auseinandersetzung kommen kann, zu Radikalisierung auf beiden Seiten. Das ist eine Möglichkeit. Das sind drei Möglichkeiten, die passieren können, sollte Trump ein elektorales Comeback gelingen. Eine andere Möglichkeit ist, Trump tritt wieder an und scheitert. Wer auch immer gegen Trump antritt, gehen wir jetzt mal davon aus, der aktuelle Präsident tritt noch für eine zweite Amtszeit ein. Er ist auch nicht mehr der Jüngste, wie Sie wissen. Und dennoch scheitert Trump. Dann könnte es sein, dass wir endgültig das Ende von Donald Trump als politische Figur haben. Das ist eine Möglichkeit. Zweite Möglichkeit ist, wenn er scheitert, dass Trump, dass dieses Ende verlaufend ist, also sukzessive passiert, oder dass Trump seine Nachfolge mitbestimmt, dass quasi jemand dieses Erbe übernimmt. Dritte Möglichkeit ist, dass wir wieder das Szenario einer Eskalation haben, weil natürlich wieder davon ausgegangen wird von seinen Anhängern, dass es eine Verschwörung ist und deshalb Donald Trump sich abermals nicht durchsetzen konnte. Und sollte Donald Trump nicht antreten, dann ist mit einer Art Trump eine Trump-ähnliche Figur, eine Trump-ähnliche Politiker im Sinne des Trumpismus. Da gibt es auch einige Personen, über die wir sprechen können. eine andere eher nationalistische Person, die eben wahrscheinlich eher wieder der klassischen republikanischen Partei entspricht. Aber das sind diese Prinzip, diese Szenarien. Trump macht ein Comeback, Trump tritt an und scheitert und oder Trump tritt nicht an, aber eine Trump-ähnliche Person würde dann antreten. Das sind im Prinzip, glaube ich, aus heutiger Sicht drei Möglichkeiten mit den verschiedenen Szenarios. Ich will Ihnen jetzt hier nicht erzählen in 30 Minuten, wie furchtbar Donald Trump ist, sondern ich will versuchen, das Phänomen einzuordnen und auch warum wir sagen, von den Rändern in die Mitte. und auch warum wir sagen, von den Rändern in die Mitte. Donald Trump ist aus politikwissenschaftlicher Sicht einfach die amerikanische Entsprechung des radikalen Rechtspopulismus. Und da muss ich versuchen jetzt mal zu erklären, was meinen wir mit radikalem Rechtspopulismus. Es gibt auch einen radikalen Linkspopulismus und ich muss Ihnen das nächste Mal versuchen zu erklären, was meinen wir mit Populismus und was meinen wir hier mit rechts und mit links und meine mit radikal wenn wir wenn wir uns das mal versuchen einzuordnen vielleicht das als als vorgeschichte die republikanische partei ist man nennt das in den usa einen einen einen zirkus aus fünf Ringen. Das ist eine sehr breite Partei, die mehr oder weniger aus vier bis fünf verschiedenen Gruppen besteht. Da die USA im Prinzip zwei große Parteien haben, die in der Regel es schaffen, Sitze im Kongress einzunehmen, sind diese Parteien viel breiter aufgestellt als europäische Parteien. Sie sind auch völlig anders strukturiert und diese Parteien sind an sich sehr breit. Und Sie wissen, dass es vor der eigentlichen Präsidentenwahl in diesen Parteien Vorwahlen gibt. An diesen Vorwahlen setzen sich bestimmte Kandidaten durch, die mehr oder weniger für bestimmte Flügel dieser Partei stehen. Und das Interessante ist, dass diese fünf verschiedenen Gruppen, die es in der Partei gab, dass diese fünf verschiedenen Gruppen, die es in der Partei gab, da gab es die Moderaten, da gab es den sogenannten Establishment-Flügel, da gab es die christlich-konservativen, da gab es die Libertären, das sind die, also quasi sagen, für das extreme individuelle Freiheitsrechte eintreten. Und dann gab es die Tea Party, das war eine eher neue, wie wäre noch was, werde ich kurz noch sprechen, eine neuere Gruppierung innerhalb der Republikaner, dass Donald Trump zu keiner dieser fünf Flügel gehörte, aber dieser Tea Party noch am ähnlichsten war. Und eigentlich gelang es Donald Trump, als Person, die außerhalb der republikanischen Partei kam, die republikanische Partei zu übernehmen. Dass die Partei im Prinzip jetzt die Partei des Donald Trump geworden ist. Und das ist vielleicht das erste Beispiel, was ich meine mit dieser Übernahme vom Rand in das Zentrum, von den Rändern in die Mitte. Das heißt, er und ähnliche kommen eigentlich vom äußeren Rand der Partei, vertreten teilweise eine völlig andere philosophie eine andere ideologie ist die partei und haben es geschafft dass diese partei ihnen treu und sehr loyal ergeben ist früher amerikanische präsidenten ich würde auch da ronald reagan dazu zählen würde sicher nixon dazu zählen ich würde sicher eisenhower dazu zu sehen würden wahrscheinlich heute gar nicht mehr mitglieder sein können in dieser Partei, weil die Partei sich so radikal verändert hat. Aber die Partei, die Republikaner unter Donald Trump, sind sogar anders, als noch die Partei vor wenigen Jahren vorher war. Was meinen wir mit radikalem Rechtspopulismus? Populismus kann man auf verschiedene Weise definieren. In der empirischen Politikwissenschaft wird es relativ einfach definiert, das kann man dann auch messen. Auf der einen Seite und einem guten Volk auf der anderen Seite. Das ist nicht das Volk im Sinne des Pluralismus von einer Gruppe an Staatsbürgern, sondern das Volk ist eine abstrakte Einheit ohne Klassenunterschiede, ohne Interessen. Das Volk steht einer bösen Elite gegenüber. Die Elite ist korrupt, das Volk ist gut und dazwischen gibt es nichts. über die elite ist korrupt das volk ist gut und dazwischen gibt es nicht das heißt dieser antagonismus zwischen elite und volk und immer politiker die das vertreten vertreten einen ansatz des radikalen populismus wenn man weitergeht ein weiteres kennzeichen von populisten der radikalen populisten ist eine wie nennens manichäische oder binäre Weltsicht. Das heißt, die Welt ist schwarz-weiß, gut-böse, Kompromiss ist immer faul und es kann keine Kompromisse gehen, weil das Volk will eine Sache, die Eliten wollen was anderes und dazwischen kann es quasi nichts geben. Und Donald Trump ist ja sehr schön ausgedrückt mit dem, er soll ja gewählt werden, um diesen Sumpf, den es in Washington gibt, die Elite quasi hinauszuwerfen, den Sumpf trocken zu legen und damit die Souveränität des Volkes wieder zum Durchbruch zu erheben. Und rechts und links, das sind dann jeweils die Anleitungen oder die Erklärungen, dessen Ideologie man sich bedienen soll, um dann dem Volk zum Durchbruch zu verhelfen. Rechtspopulisten sind eben nativistisch, autoritär, rassistisch und nationalistisch, während Linkspopulisten radikale Umverteilungsmodelle dann anbieten. Quasi-revolutionäre Umverteilungsmodelle anbieten. Ein Hugo Chavez, zum Beispiel Venezuela oder ein Evo Morales in Bolivien oder die Partei Podemos in Spanien. Die Rechtspopulisten gehen davon aus, dass eben das Problem der Welt ist eben die Einwanderung, die rassische Durchmischung und der sie fragt, wo ist denn das Volk? Und für amerikanische Populisten ist das Volk im Heartland. Und das Heartland ist quasi das Herzland, das Kernland und das ist natürlich jetzt nicht in New York oder an den Küsten, wo die Reichen wohnen, wo die Städter wohnen, sondern quasi wo die einfachen guten Menschen sind. Aber immer wenn sie merken, immer dass sie im populistischen Territorium unterwegs sind, wenn sie nie genau sagen können, wo ist das genau. Fragen Sie mal jemanden, wo ist der erste Ort des Heartlines, wo fängt das genau an? Populisten sind sehr gut dabei, sehr emotive Begriffe mit sehr emotiven Begrifflichkeiten zu operieren. Der echte Österreicher, der echte Kärntner. Aber wer ist das jetzt genau? Es ist ja nicht der Staatsbürger, sondern es ist eine ganz bestimmte Kategorie, die andere ausschließt und bestimmte Gruppen oder Untergruppen zum Volk erhebt. Und das ist genauso auch in den USA und das sehen wir in allen Ländern, wo wir einen radikalen Rechtspopulismus dann haben, wo bestimmte Gruppen zum Volk erhoben werden und viele andere dann ausgeschlossen werden. andere dann ausgeschlossen werden. Und Populisten sind auch sehr gut, sich natürlich als Verfolgte, als Opfer der Eliten zu entsinnen. Sie sehen hier diesen Poster von Donald Trump quasi. In Wirklichkeit sind sie ja nicht, stellen sie ja nicht mir nach. They're not after me, but they're after you. Also, they, die Eliten, wer auch immer, das ist dann immer so, nie genau definiert, wer das ist. Das ist dieses klassische Verschwörungsmotiv und die sind nicht hinter mir her, sondern die sind hinter dir her. Und das sind so typische populistische Argumentationsmuster. Wenn wir uns jetzt empirisch ansehen, wer jetzt die Wähler und Wählerinnen von Donald Trump sind, dann sehen wir, dass Donald Trump eine weiße Identitätspolitik betreibt undografischen Gruppen und wird sehr oft über wirtschaftliche Motive gewählt. Also Leute, die glauben, dass sie wirtschaftlich verloren haben oder dass sie glauben, dass sie dabei sind abzusteigen. Das ist nicht die Unterschicht, das sind nicht die Ärmsten der Armen, sondern das ist eine Gruppe, die subjektiv glaubt, dass sie die Nächsten sind, die dann wirtschaftlich absteigen werden. Und das sind in den USA vor allem, ist das eine Bevölkerung, die im ehemaligen Industrie hatten um die großen Seen und wo wir dann eben sehr große Wahlerfolge von Donald Trump gesehen haben. von Donald Trump gesehen haben. Wenn wir uns jetzt so diese Ideologie dieses amerikanischen Rechtspopulismus, dieses Trumpismus ansehen, gehören vielleicht folgende Kernpunkte noch dazu. Wir haben in der Mitte Nativismus. Nativismus heißt mein Land zuerst. Und zwar die Bevölkerung, die zuerst kommen soll, sind die hier Geborenen. Also quasi die Stammbevölkerung. Und das schließt auch immer viele Einwanderer mal aus, weil da schwingt mit, da gibt es eigentlich richtigere Amerikaner und da gibt es Amerikaner, die später kamen. Das ist teilweise auch Antisemitismus, Rassismus, Ethnozentrismus, Furcht, Heterophobie, Furcht vor anderem und auch ein Religiozentrismus furcht heterophobie furcht vor anderem und auch ein religiozentrismus also die die die betonung die eigene religion ist immer wichtiger als die andere religion das sind so kennzeichen geht aber auch weiter weil donald trump darüber hinaus und das ist würde ich noch sagen das ist klassische rechtspopulismus und klassische teile des trampismus was bei donald trump noch weiterhin zukommt ist eine affinität mit verschwörungstheorien und da gibt es bilder von donald trump das sieht man ihn wie er mit wo er dann versucht über diese gruppe q anon ich weiß nicht ob sie davon schon gehört haben dass eine eine eine ganz große gruppe das muss man mal vorstellen also die grundidee von qAnon ist, dass auf der Welt Kinder gekidnappt werden und diese Kinder werden auf rituelle Weise ermordet von Eliten, die dann das Blut trinken dieser Kinder und in diesem Blut baden. Und diese Leute sind amerikanische Politiker oder führende Politiker in westlichen Ländern, die alle an einer großen Vers, wo es Millionen gibt, die zu einem gewissen Grad Teile davon glauben. Das ist auch bis Europa gekommen, es gibt auch in es ist, aber zumindest ist es quasi stellvertretend für eine Verschwörungstheorie, dass hinter allem eine Art Verschwörung, ein Staat im Staat steht, ein Deep, Deep State, der im Prinzip bereit ist zu morden und das Volk permanent bedrückt. Und mit diesen Ideen flirtet auch Donald Trump und dessen ist er sich auch bewusst und er hat auch ganz bewusst im Wahlkampf immer wieder versucht, diese Leute auch anzusprechen, sowohl über Symbolik, aber auch mit einer bestimmten Wortwahl. natürlich nicht von irgendwo, sondern es hat sich in den USA auch entwickelt und es hat sich entwickelt über eine Vorgängerbewegung, die sogenannte Tea Party. Und bereits in der Tea Party sehen wir Elemente dieses Trampismus. Wir haben einerseits dort schon paranoide Verschwörungstheorien gegenüber Washington, aber auch gegenüber internationalen Organisationen. Dort, wo ich unterrichtet habe, schon in den 90er Jahren, gab es Leute in Western Pennsylvania, die dachten, die UNO würde eines Tages in den USA einmarschieren mit Hubschraubern, mit Schwarzen und würde Menschen Mikrochips dann einimpfen. Dagegen müsste man sich mit Waffen wehren. Da gab es auch eine Milizbewegung. Das war damals noch relativ unorganisiert. Das war sehr lokal, aber es gab auch diese sozialen Medien nicht. Aber es gab zumindest dieses Gedankengut, das sich inzwischen auch viel stärker organisiert hat. Und im Zusammenhang mit den Krisen, die wir dann gesehen haben, vor allem mit der großen Finanzkrise 2008, hat das eine neue Nahrung bekommen, auch mit der Wahl Obamas. Ein erster schwarzer Präsident, das war für viele Weiße ein Alarmsignal, jetzt werden wir wirklich übernommen, jetzt passiert irgendwas, was ganz seltsam ist, das hat es so noch nie gegeben. Irgendwas passiert jetzt, da gibt es sicher irgendein großes Komplott, das dahinter steht. Wir sehen also einen Anstieg der weißen Identitätspolitik und illiberale antikosmopolitische Trends, also quasi Furcht vor der Welt, Furcht vor den Feinden, die von außen kommen, das war ganz massiv, ganz manifest. Es ist dann interessanterweise durch den 11. September ist das Ganze unterbrochen worden. Dann hat sich das Land dann, die haben sich dann zusammen, die waren dann, da gab es wirklich einen Feind von außen, da gab es auch diese Kriege, die Konflikte und das hat das, diese innenpolitische Dynamik etwas unterbrochen und mit der Abnahme und mit dem und auch mit dem Versagen, mit der Situation, dass die USA aus diesen Konflikten dann auch nicht so ausgestiegen sind, wie sie vorhatten, und das Land ist dann dieses Phänomen wiedergekommen also das ist so eine aber von 2001 bis 2000 bis zur finanzkrise quasi waren die usa in einer anderen innenpolitischen lage und dann kamen diese verschwörungstheorien im prinzip wieder zurück die tea party hat eben eine ideologie hat ihm eine ideologische Basis, die relativ ähnlich der Basis des Trumpismus ist. Es ist extrem sozial-konservativ, es gibt eine Feindseligkeit gegenüber den Regierenden. Der Unterschied ist zwischen der Tea Party und Donald Trump, dass bei den Tea Party Anhängern viel stärker das neoliberale Element, beziehungsweise die Freiheit der marktwirtschaft im vordergrund steht während bei donald trump prinzip ideologie diese diese ideologie wesentlich schwächer ausgeprägt ist aber auch bei der tea party hatten wir bereits einen paranoiden politikstil da gab es diese geschwächt für obama wäre nicht wäre kein amerikaner wäre da in Afrika geboren, Obama wäre ein faschistischer Sozialist. Und bei der großen Gesundheitsreform, also Obama die Einführte, war die Tea Party relativ erfolgreich zu suggerieren, dass es da eigentlich, eigentlich geht es hier um ein Projekt, Leute umzubringen. Also das wäre keine Krankenversicherung, sondern eigentlich handelt es sich hier um Death Panels. Also da geht es darum quasi, die Großmutter umzubringen, weil der Staat nur effizient handeln möchte und so weiter und so fort. Also das gab es bereits im Zuge der Tea Party Bewegung. Soziodemografisch sind Tea Party Anhänger und Trump Anhänger im Prinzip relativ ähnlich. Es ist groß, also eine weiße Bevölkerung, es ist eher eine männliche Bevölkerung, es ist eher eine bisschen ältere Bevölkerung. Sind konservative, aber nicht nur konservative, sondern da ist durchaus eine Bevölkerung, die früher nicht republikanisch wählten, die aber jetzt republikanisch wählen würden. Und was auch auffällt, Trump-Anhänger und Tea-Party-Anhänger sind an sich weniger religiös als die klassischen Republikaner, sondern da sind durchaus Leute dabei, die an sich nicht dem klassischen republikanischen Wählerprofil entsprochen haben. Und vielleicht das Interessante ist, Biden wurde gewählt, weil er eben genau der Anti-Trump ist. Also da gibt es in den amerikanischen Kindersendungen diese Figur des Mr. Rogers. Jeder Amerikaner ist mit Mr. Rogers aufgewachsen. Es war ein unheimlich netter, sympathischer Mann, der Kindern quasi die Welt erklärt hat. Der einfach mit diesen Turnschuhen und der roten Weste da jeden Tag aufgetreten ist und den Kindern die Welt näher brachte. In sehr, sehr ruhiges und vernünftiges und überlegtes Reden. Und es gilt so als der Ehenbegriff des Anti-Trump, wenn Sie so wollen. Also des sehr umgänglichen, verständnisvollen, gütigen, dieses väterlichen Freundes, den man sich wünscht. Und das Interessante ist, dass gerade dieser Donald Trump ein Bedürfnis in der Bevölkerung weckte, nach einer Gegenperson, die quasi, und Biden entsprach dem in gewisser Weise, und dadurch, glaube ich, hat es Biden auch singulär geschafft, Donald Trump in der Wahl zu besiegen. Ich glaube, jede andere Person hätte das nicht geschafft. Das Problem ist, ob das wieder gewinnen kann und ob man quasi, wenn man sich als Anti-Trump präsentiert, wieder eine Wahl gewinnen kann. Wir haben jetzt in Virginia letzte Woche gesehen, ich muss das Demokraten mehr anbieten, als nicht Donald Trump zu sein. Also daher auch meine Sorge, ob das wieder gut gehen kann, weil die Frage ist, kann ich nach vier Jahren wieder als Anti-Trump antreten oder muss ich dann mit einem anderen Programm anbieten. Aber nur um das einzuordnen jetzt, wieso eigentlich nur Joe Biden in dieser Rolle einzigartig diese Donald Trump eigentlich besiegen konnte. Und auch darüber könnte man noch länger sprechen. Warum das in den USA alles passiert, das kann man auch relativ leicht erklären. Wir haben einfach in den USA einen enormen gesellschaftlichen Wandel, der stattfindet. Und das System ist mit so viel Wandel konfrontiert, mit so viel gesellschaftlichem Wandel, das System hat dadurch sehr viele, es gibt sehr viele Bedürfnisse, die geweckt wurden, politische Bedürfnisse, und diese Bedürfnisse sind ungenügend bedient geworden. Das heißt, wir haben viel Veränderung, aber wenig politische Gestaltung, wenig Management der Veränderung. Wir sehen einerseits eine immer größere Diversität der USA. Wir sehen, dass etwa die Hälfte der Kinder in den Grundschulen bereits nicht mehr weiß sind. Wir haben eine ethnische Diversifizierung der Bevölkerung, das ist ganz groß. Wir haben auch eine Abnahme der Religion, der Religiosität in den USA. Für viele Europäer sind die USA immer das ultra-religiöse Land. Man sieht immer, wie konservativ die USA sind, aber eigentlich nimmt von Generation zu Generation mittlerweile auch sehr rapide die Religiosität ab. Und das ist für viele natürlich, die sehr religiös sind, ein großes Alarmsignal, dass die Gottlosen jetzt kommen. Also die sind dann noch religiöser und kompensieren das über. Ein anderes Phänomen ist der Waffenbesitz. Die meisten Europäer haben, jeder Amerikaner hat drei Waffen, weil eigentlich nimmt der Waffenbesitz auch ab. Es haben noch nie so wenig Amerikaner Waffen besessen. Wenn Sie sich das ansehen über die Zeit, gleichzeitig haben noch nie so wenig Leute so viele Waffen besetzt. Das heißt, immer wenn etwas abnimmt, dann fühlen sich die natürlich bedroht, die besonders auf Waffenbesitz fokussiert sind und sehen sich in diesem Trend wieder bestätigt, dass quasi irgendeine Verschwörung im Gang sein muss, dass plötzlich die USA sich in ihrer in ihrem Selbstverständnis ändern. Wie sind die USA nach wie vor in einem großen Kulturkampf? Das zündet sich an immer schärferen Abtreibungsgesetzen, die in verschiedenen Bundesstaaten erlassen wurden. Das in Texas haben Sie vielleicht auch mitbekommen. Und auch da zeigt sich, auf der einen Seite haben wir enorme Fortschritte bei den homosexuellen Rechten, die viel weiter gehen als in Europa. Gleichzeitig haben wir eine extreme Verschärfung der Abtreibungsgesetze in einigen Bundesstaaten. Also auch hier haben wir eine Polarisierung. Der wichtigste Treibfaktor im Hintergrund ist die Veränderung, die größere soziale Schere. Sie sehen jetzt hier im Vergleich, das sind die Veränderungen der reichsten 10% der Amerikaner, wie viel die zulegten, verglichen mit Europa. Und da sehen Sie, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Europa, in den USA, um ein Vielfaches größer ist als in Europa, und dass diese Schere im Vergleich zu Europa einfach in den USA viel größer wurde. Wenn wir uns das im Detail hier mal kurz ansehen, also das sehen wir, wenn wir ins Jahr 1980 zurückgehen, dann sehen wir das für die ärmeren, also für die untersten Einkommensgruppen im Prinzip die letzten 20 Jahre im Prinzip flach verlaufen sind, dass hier kaum Einnahmenszuwächse zu verzeichnen waren. Ganz im Gegenteil, dass das teilweise noch, dass die Einkommen verloren haben. Da sehen wir, dass die reichsten, das reichste 1% enorme Einkommenszuwächse hatte. Und das sind die Leute, die da mit diesen Rieseneinkommen auch versuchen, die Politik mitzubestimmen. Der Unterschied im Einkommen ist auch enorm, ist dann eklatant auch, was die verschiedenen rassischen Gruppen betrifft. Also wenn Sie sich nur ansehen, dass das durchsze und Latino-Einkommen eigentlich gegen Null. Und das zeigt ihnen auch die enorme soziale Verelendung eines wichtigen Teils der Bevölkerung, wo wir dann wiederum natürlich dann diese Explosionen sehen, wenn es dann zu Polizeiübergriffen auf Schwarze kommt, dass dann ganze Stadtviertel explodieren, wenn man sich ja ja vorstellen muss dass dahinter eine enorme soziale krise auch steckt auch über das können wir sprechen wir haben also die die einkommen klaffen auseinander zwischen der mittelschicht der unterschicht und der oberschicht den reichsten aber dann auch noch mal von von verschiedenen ethnischen und rassischen gruppen dieser gesellschaftliche wandel führt zu einem politischen wandel wenn sich das ansehen da haben sie jetzt oben haben sie einen jungen gebildeten computer scientist wissenschaftler bildungsbürger haben in der vergangenheit in den usa klassisch republikanisch gewählt weil man immer nach einkommen gewählt das war die klassische Mittelschicht, die Mittelschicht wählte republikanisch. Die wählen heute alle demokratisch. Diese Frau der Mittelschicht, Frauen groß als wen, auch demokratisch in den Suburbs. Und gerade in den letzten Jahren ist es noch stärker passiert, dass die Suburbs, die ja immer republikanisch waren, immer eher konservativ waren, stärker zu den Demokraten gingen. stärker zu den Demokraten ging. Gleichzeitig dieser Mann, dieser Weiße, hat so einen NASCAR-Käppchen auf. NASCAR ist ein Sport, ein typischer Unterschicht-Motorsport. Früher waren das klassische demokratische Wähler, wählen jetzt mittlerweile republikanisch. Die Bauern wählen immer noch republikanisch, aber viele der Arbeiter hier, diese Ölarbeiter wählen inzwischen auch republikanisch. Und während die städtische, die urbane Bevölkerung, die junge, demokratisch wählt. Wir haben also eine Verschiebung in zwei ganz großen Gruppen. Die Vorstädte werden demokratisch, die Arbeiterschichten werden republikanisch. Und so wird quasi die republikanische Partei zunehmend zu einer Partei der Unterschicht. Und die demokratische Partei zu einer Partei der Oberschicht. Also eine völlige historische Verkehrung. Ein bisschen was die Sozialdemokratie auch durchmacht in Europa, nur der Unterschied ist, sie haben ja nur zwei Parteien. In Europa spaltet es sich zwischen den Grünen und den Sozialdemokraten auf oder halt in Österreich zwischen der ÖVP und den NEOS, also zwischen den Bürgerlichen gibt es auch zwei Optionen. Wenn Sie das aber in den USA, wenn Sie nur zwei große Parteien haben, spielt sich das natürlich innerhalb einer Partei ab. Aber das ist ein ganz interessantes Phänomen und das hat natürlich dann Auswirkungen auf Wahlkampf. Weil ich muss ja beim Wahlkampf diese Leute mitnehmen und ansprechen. Da brauche ich eine Person, die die alle anspricht. Und Joe Biden konnte eben die beiden ansprechen, da brauche ich eine Person, die die alle anspricht. Und Joe Biden konnte eben die beiden ansprechen, genauso hat auch Donald Trump quasi diese verschiedenen Gruppen gut ansprechen können. Der politische Wandel führt auch dazu, dass wir einerseits natürlich völlig neue politische Gesichter, wir haben nicht nur Donald Trump und die Rechten, sondern wir haben auch neue Gesichter auf der Linken, also viel linkere Positionen, viele Einwanderer. Also wir haben auch ganz andere politische Persönlichkeiten auf der demokratischen Seite, die plötzlich Teil des politischen Establishment bilden. Das wird auf der anderen Seite wiederum so, dass einige Weiße sagen, das ist nicht mehr meine Partei, die Demokraten. Ich wähle jetzt die Republikaner, aber die sehen ganz anders aus. Also wir haben eine sehr dynamische Situation, das muss man eben mitbedenken. Und daher haben wir einfach eine große politische und gesellschaftliche Polarisierung. Und da sehen Sie jetzt einfach mal, wie das, rot ist immer republikanisch, blau ist demokratisch. Das ist genau umgekehrt. Also die Roten sind nicht die Linken, die Roten sind die Rechten in den USA. Und hier sehen wir links einfach, was wäre gewesen, wenn nur Frauen gewählt hätten. Dann sehen Sie, dass wenn nur Frauen gewählt hätten, wäre viel mehr, ist viel mehr blau, ist es viel röter, ist es viel republikanischer. Ein wichtiger Geschlechterunterschied. Und der letzte amerikanische Präsident, der eine Mehrheit bei weißen Männern hatte, war Kennedy. Jeder andere hatte seine Mehrheiten, Demokrat, nur den Frauen zu verdanken. Wenn wir uns dann ansehen, wie Nicht-Weiße wählen würden, auf der linken Seite, wie würden die USA aussehen, wenn Nicht-Weiße wählen würden, das ist fast alles blau. Und auf der anderen Seite ist es, wenn nur Weiße Leute ohne College-Degree, also quasi nur Weiße der mittleren und unteren Bildungsschichte gewählt werden. Also quasi die Parade rechts wäre so die klassische, wäre so die Trump-Wählerschaft. Und da sehen wir schon die Unterschiede. Man kann sich das auch ein bisschen anders ansehen, wenn Sie hier sehen, da haben Sie, das ist eine Umfrage, da fragt man sich, okay, sind Sie Demokrat, sind Sie unabhängig oder sind Sie Republikaner? Also fragt man sich nach Ihrer Parteizugehörigkeit. In den USA muss man sich immer anmelden zur Wahl mit Parteizugehörigkeit. In den USA muss man sich immer anmelden zur Wahl mit Parteizugehörigkeit. Und dann wurden die Leute gefragt, okay, Partei ist eine Sache, aber sind sie eher liberal, sind sie eher konservativ? Und dann sehen wir, wenn wir uns nur die Demokraten ansehen auf der linken Seite, dann sehen wir, wie die Demokraten immer liberaler werden. Sie sehen, dass das immer höher wird. Die Demokraten werden zunehmend linker, sehr steil. Bei den Independents ist es eher gleich, nur sind die Independ dass die alle extrem konservativ sind und schon viel länger sehr konservativ sind und fast niemand von diesen Republikanern sich als liberal sieht. Und wir sehen hier, dass die Demokraten als Reaktion auf die Republikaner immer radikaler werden, um zu sehen, wie die Polarisierung in der Bevölkerung zunimmt. in der Bevölkerung zunimmt. Jetzt fragen Sie, das ist von einem Pew-Sender, jetzt fragen Sie, okay, Republikaner, wie mögt ihr eure eigene Partei und was haltet ihr von den anderen? Da sehen Sie, dass bei den Republikanern 39% die eigene Partei lieben und 58% die andere Partei hassen. Und dann sehen Sie bei den Demokraten genau ähnlich, 57% lieben die eigene Partei und 55% hassen die andere Partei. Es war immer so in den USA, dass sie früher, Gallup fragt das seit den 70er Jahren in Umfragen, ihr Sohn, ihre Tochter heiratet jemanden der anderen Partei, war im Frühjahr vor 20, 30 Jahren kein großes Thema, da sagten vielleicht 5 bis 10 Prozent, das würde Ihnen nicht gefallen. Mittlerweile sind wir bei über 50 Prozent. Das zeigt Ihnen, dass man quasi die anderen nicht mehr als Mitbewerber sieht oder als Andersdenkende, aber auch als Miteinwanderer, sondern als, was wir in einem Stammeskrieg, als Feinde, als Gegner. Und diese gesellschaftliche Polarisierung drückt sich dann auch natürlich aus, dass das Gemeinsame immer mehr auseinanderklauft. Wir sehen also hier, dass die Bevölkerungsverteilung immer breiter wird. Das heißt, dass die jeweiligen Mittelwerte der Parteien einfach immer mehr auseinanderklaffen dadurch wird es aber immer schwieriger was gemeinsames zu beschließen sie müssen vorstand amerikanisches system ist nicht so wie das österreichische system dass das die regierung alles dominiert sondern da muss man sich in der mitte zusammenraufen um dann gemeinsam politik zu machen nur mit der mittleren position kann ich gesetze verabschieden. Wenn ich eine radikale Position einnehme, dann schaffe ich es nicht, ich brauche nämlich immer die Stimmen der anderen, um letztlich politisch gestalten zu können. Jetzt könnten Sie sagen, naja, jetzt sagt uns der Heinisch, wahrscheinlich sind das jetzt nicht nur die Republikaner, sondern wahrscheinlich sind es ja auch die Demokraten, die trifft man halt beide auseinander. Da können wir uns das aber auch ansehen, da sehen wir uns an, 0 ist in und in Blau die Republikaner. Dann sehen wir, dass etwa in den 30er Jahren bis in die 70er Jahren etwa die Demokraten ziemlich genau in der Mitte waren und dann wieder etwas liberaler wurden, aber dass die Republikaner lange Zeit sehr ebenmäßig waren, also eher so, nie ganz in der Mitte, aber ein bisschen rechts in der Mitte und plötzlich etwa ab den 80er Jahren deutlich stärker nach rechts wegdrifteten. Man sieht das sehr schön. Die Demokraten hatten immer unterschiedliche Positionen, weil die Demokraten immer so als, die waren früher eine größere Partei, immer so als zwei, drei unterschiedlichen Stämmen bestanden. Die im Süden waren immer konservativer als die im Norden. Daher gibt es immer die Southern Democrats und die Northern Democrats. Aber dieses Auseinanderdriften von der Mitte weg ist bei den Republikanern einfach deutlich stärker zu sehen. Man sieht es hier auch sehr stark, das sind also Abgeordnete im im im abgehörtenhaus und die man dann einordnet als nach ihrer wie weit sie vom zentrum von der politischen mitte weg sind dass jemand das also die rote linie viel weiter weg ist von der null linie also viel mehr republikaner weg vom zentrum sind als zum beispiel demokraten und im senat ist es im Prinzip ähnlich. Und man kann das auch auf diese Weise, hier kann man es ja schön sehen, dass 90% der Republikaner eher radikalere sind und nur 10% eher gemäß sind, während 90% der Demokraten sind relativ parallel zur Grundlinie. Also es hat sich nicht so stark verändert. Jetzt ist die politische Veränderung, die politische Radikalisierung ein Punkt. Jetzt muss man aber dazu sagen, das hat aber auch Konsequenzen in Sachen Weltanschauung. Ich greife jetzt nur einen, wir können über viele Faktoren hier sprechen, greife aber nur einen Faktor raus, Wohnvorstellungen. Demokraten denken viel eher wie Europäer, wollen eher in kleinen Einheiten wohnen, in Häusern, die näher beisammen sind, wollen in Walking Distance, also wollen quasi in Gehweite zu einer Infrastruktur sein. Republikaner haben eher die Vorstellung, in großen Häusern, in großen Vorstellgürteln, weit weg von anderen, also brauchen wir Platz. Das kann man jetzt bewerten, wie man es möchte. Ich will das jetzt nicht bewerten. Ich will nur darauf hinweisen, dass sich auch Lebensvorstellungen, wo man wohnen möchte, wie man wohnen möchte, dass sich das immer mehr politisch aufladet und dass die Leute sich daher auch in jeweils unterschiedlichen Neighborhoods wohnen. Und dadurch werden auch die Wahlbezirke immer einheitlicher. Diese frühere, herrschende Durchmischung, dass man also immer mit Leuten anderen Glaubens oder anderen politischen Überzeugungen immer konfrontiert wurde, nimmt durchwegs ab, wenn man die Leute heute in immer homogeneren Wohnvierteln sieht, demokratische und republikanische, und natürlich durch den fehlenden Kontakt die anderen immer seltsamer wirken. Das führt in Folge zu einer Abnahme der politischen Legitimität. Wir sehen hier, dass die amerikanischen Regierungsinstitutionen als immer weniger legitim anerkannt werden und als Folge der Abnahme der Legitimation, also die Amerikaner immer weniger wählen gehen. Alle, die dunklen Teile, die Sie hier sehen, das sind diese Counties, dort ist die Mehrheit der Leute Nichtwähler. Nur die roten Counters sind Leute, die noch zur Wahl gehen. Also wir haben eine Abnahme der Legitimität des Systems. Daher gehen viel weniger Menschen dann zur Wahl. Und wenn ich so eine starke Polarisierung habe, dann habe ich ein zweites Problem natürlich auch. Sie brauchen sich nicht weiter f fokussieren ich zeige dir nur zwei sachen die amerikaner haben ein system der checks and balances ich brauche immer müssen mehrere gewalten zusammenspielen damit ich politisch gestalten kann ich brauche die exekutive die legislative und die gerichtsbarkeit, um Politik zu betreiben. Die müssen aber zusammenarbeiten. Wenn die Zusammenarbeit nicht funktioniert, dann kann ich keine Gesetze beschließen, kann ich politisch keine Veränderung vornehmen. Dasselbe auch bei der Gesetzgebung. Das Senat und das Abgeordnetenhaus müssen beide letztlich einen einheitlichen Text dem Präsidenten vorlegen, damit der Präsident es unterschreiben kann, damit es dann zum Gesetz wird. Wenn das nicht funktioniert, gibt es kein Gesetz. Und daher haben wir seit 20 Jahren eine permanent abnehmende Gesetzgebung in den USA. Dass die USA durch diese permanente politische Paralyse immer weniger in der Lage sind, Gesetze zu verabschieden, Budgets rechtzeitig zu verabschieden. Jetzt muss man sich vorstellen, jetzt habe ich ein Land in einer enormen Veränderung, wo die Leute nach Veränderung rufen, weil sie sich natürlich in dieser Situation unter Druck gesetzt fühlen und gleichzeitig versagt die Politik daran, hier steuernd einzugreifen und aus diesem missverhältnis haben wir natürlich eine permanente delegitimisierung des politischen systems und jemand wie donald trump ist er sich in der lage genau auf diese punkte einzugehen und genau darauf einzugehen und quasi den leuten zu vereln, dass das System nicht für sie, sondern gegen sie arbeitet. Dass man eigentlich das System küppen muss und verspricht ihnen einen radikalen Wandel. Und in diesem Versprechen des radikalen Wandels liegt im Prinzip die Stärke der Politik des Donald Trumps und suggeriert quasi die Souveränität wiederherzustellen. Und mit dem würde ich gerne meinen vortrag beenden und bin jetzt auf ihre fragen gespannt es gibt viele facetten über die wir sprechen können aber das sollen sie das sollen sie die personen seien die die fragen stellen und das soll nicht von mir Vielen Dank. Und uns, glaube ich, eine ganze Reihe von Informationen geliefert hat, vor deren Hintergrund wir unsere Amerika-Bilder und Amerika-Erfahrungen überprüfen können. Und ja, ringfrei für die Runde mit den Fragen. Ich bitte Sie, sich zu melden und dann zu warten, bis Katja Fischer mit dem Mikro bei Ihnen ist, damit wir auch alle hören, was Sie zu sagen haben. Guten Abend. Mir ist ein Begriff, den Sie heute genannt haben, nicht ganz klar, und zwar die sogenannten Independents. Sie haben in Ihrem Vortrag gesagt, man muss sich in Amerika zur Wahl registrieren. Das habe ich gewusst, mit Parteizügigkeit, weiß ich auch, aber wie kann man dann independent, also unabhängig sein, wenn man vor der Wahl beim Registrieren schon bekannt geben muss, ich wähle demokratisch, beziehungsweise ich wähle republikanisch, da gibt es ja dann keine Independence mehr. Sehr gute Frage. Erstens ist es in jedem Bundesstaat anders. Wahlen werden einfach vor Ort von zwei Parteien organisiert, die Vereine sind. Es gibt kein Innenministerium in Österreich, es gibt keine Wahlbehörde, sondern im Prinzip wenn Linz die USA wird, würden die SPÖ und die ÖVP sagen, jetzt machen wir Wahlen. Wer darf zur Wahl gehen? Dann sagt die SPÖ, jetzt haben wir Vorwahlen natürlich, wenn wir wissen wollen, wer bei uns Kandidat wird, dann organisiert die SPÖ für sich mal eine Vorwahl. Die ÖVP macht quasi parallel das Gleiche, aber da kann auch zu unterschiedlichen Zeiten sein. Und am Schluss natürlich gibt es eine Hauptwahl und für diese Wahl muss man sich anmelden. Und da muss man zu einer Partei hingehen und man muss ja nicht die SPÖ wählen, man muss sich bei partei bei einer der beiden parteien quasi anmelden und damit gibt es quasi keine independence es gibt aber in einigen bundesstaaten gibt kann man sich als independent auch anmelden und und es gibt natürlich auch andere parteien noch in den usa es gibt wahrscheinlich in den usa über 100 parteien die größten es gibt auch die grünen die greens es gibt auch die Grünen, es gibt auch die Workers' World Party, man kann sich auch unter diesen Parteien Namen anmelden und dann zur Wahl gehen. Aber was hier aus Independence gezeigt wurde, ist ein Teil einer Umfrage. Bei der Umfrage fragt man Leute, sind sie Republikaner oder sind sie registrierter Demokrat oder sind sie nicht registriert in einer der beiden Parteien. Die gelten dann quasi als Independents. Und von denen ist aber eine Mehrheit eher konservativ als eher liberal, aber nicht so konservativ wie die Republikaner. Dankeschön. Fragen oder Diskussionsbeiträge? Gibt es weitere Fragen oder Diskussionsbeiträge? Ich hätte eine Frage zur aktuellen Politik in den USA. Es ist ja jetzt das Infrastrukturpaket beschlossen worden, wo ich gehört habe, dass 15 Republikaner zugestimmt haben bei diesem Projekt von Biden und sechs Demokraten nicht zugestimmt haben. Das heißt, andererseits müsste man sagen, wenn die Republikaner nicht zugestimmt hätten, wäre das gescheitert. Und die zweite Frage, es ist ja noch ein ähnlich schweres Paket, sollte auf Schienen gebracht werden. Wie schätzen Sie das ein? Geht das durch, geht das nicht durch? Und es gibt da auch sehr große Differenzen innerhalb der demokratischen Partei. Wenn Sie vielleicht dazu auch ein bisschen was sagen könnten. Ja, natürlich. Wirklich gute Frage, total spannend. Es ist ja ungefähr zwei Wochen war es klar, dass es durchgehen wird, wenn man sich auf einen Mechanismus geeinigt hat. Also es gibt hier zwei große Pakete. eine paket ist infrastruktur das andere paket ist den sozialprogramme für die republikaner ist die infrastruktur natürlich auch wichtig weil viele gouverneure haben ja auch straßen und dinge zu versorgen dass es gibt auch von republikanischer seite ein großes interesse infrastruktur parkett aber nur die wenigen die wirklich einigermaßen sicher in ihren wahlbezirke sehen konnten sie es erlauben mitzuwählen die anderen alle schauen sich schon hat ängstlich über die schulter was der donald trump sagen würde aber das ist eine situation dass das viele republikaner aus taktischen gründen nicht mit wählen nicht mitgestimmt obwohl sie nicht dafür sind die gouverneure sind groß dass nicht für die singen für diese infrastrukturmaßnahmen das problem bei ihm versuch paket war dass es die die dass die dimension einfach extrem groß war und dass es einige republikaner und viele der acht demokraten gab die sich sorgen machten dass wenn man so viel geld in die hand nimmt dass das geld dann verschwendet dass es infektions treiben wäre und haben gesagt wir sind schon für die infrastruktur aber man möge doch bitte die die die das paket kleiner dimensionieren die dimensionieren ursprünglich war bei dem paket waren aber auch viele sozialmaßnahmen noch dabei und das war ein nonstarter da erstmal hergang hat man das große infrastruktur paket quasi geteilt, dann hat man ein reines Infrastrukturpaket gemacht, das hat man jetzt mit Abstrichen verabschiedet und diese Sozialmaßnahmen hat man dann herausgenommen, diese Soft Infrastructure, wie sie es genannt haben, und das wird jetzt quasi in einer zweiten Tranche verabschiedet, ohne Republikaner, nur mit den Demokraten und dort kommt es auf jeden einzelnen Demokraten an. Und da waren zwei Senatoren dagegen. Die waren dafür, dass man das massiv reduziert. Und das war der Senator aus West Virginia, Joe Manchin und in Cinema eine aus dem Westen. Und die brauchen für ihre eigene Wiederwahl mussten sie quasi ihren eigenen Wählern zeigen, dass sie eher fiskalkonservativ sind. Die haben eine sehr konservative Wahlbevölkerung, die eher republikanisch ist und daher mussten die quasi ihren eigenen Wählern beweisen, dass sie ihre eigene Partei vor sich her treiben. Die Demokraten sind da einfach viel breiter aufgestellt. Und da ja die Demokraten im Senat im Prinzip keine mehr, also nur eine Stimme mehr haben, brauchen sie halt jede einzelne. Und ich gehe davon aus, dass dieses Spider-Paket auch durchgehen wird und dass es halt mit allen Stimmen der Demokraten beschließen, dass kein Republikaner mitstimmen wird und schließlich bei 50-50 die Vizepräsidentin das Entscheidende, der Tie-Break, dann sein wird, dass es mit 51 oder 49 beschließen können. Das ist die letzte Chance von beiden gewesen und da müssen wir uns überlegen, die können das jetzt überhaupt nicht beschließen. Sie könnten das gar nicht beschließen, weil normalerweise braucht man im Senat eine Mehrheit von über 60 Stimmen, braucht eine Zweidrittelmehrheit. Und die haben sie natürlich nicht, weil die Demokraten ja 50-50 sind im Senat. Trick, wenn man nämlich ein Maßnahmenpaket quasi unter dem Titel Budget beschließt, Reconciliation, braucht man nur die Hälfte plus einer Stimme und das läuft, aber dieses Budget ja des letzten Jahres läuft jetzt aus. Sie müssen das jetzt in der nächsten Zeit beschließen, sonst können sie es nicht mehr machen. Und wenn Biden das nicht schafft, dann hat er quasi schon verloren, weil er nicht mehr in der Lage sein wird, ab Dezember irgendwas zu beschließen, weil er ja dann immer eine Zweidrittelmehrheit bräuchte im Senat. Die hat er natürlich nicht. und er braucht ja eine Agenda, mit der er wieder antritt. Die Demokraten brauchen im nächsten Herbst auch eine Agenda, mit der sie wieder antreten. Und wenn ihnen das jetzt nicht gelingt, das haben sie die Hälfte schon geschafft, aber das Zweite nicht gelingt, das ist eigentlich das Haupt, was sie versprochen haben, dann treiben sie sich einer großen Wahlniederlage im nächsten Jahr zu. Und deshalb steht so viel auf dem Spiel. Die letzte Chance, das durchzubringen, die letzte Chance, diese Konstellation an Stimmen zusammenzubringen und zwei große Infrastrukturpakete, harte Infrastruktur, Brücken und Autobahnen und Transport und Solar und auf der anderen Seite weiche Infrastruktur, Sozialmaßnahmen, Schulen, Gesundheit und so weiter. Und das ist eigentlich die Agenda der Demokraten. Wenn das nicht schief geht, dann haben sie wenig Chancen. Sie haben berichtet von der Abnahme der Religiosität. Jetzt hören wir aber ständig von der großen Rolle der Evangelikalen. Können Sie da etwas berichten? Die Evangelikalen sind natürlich immer noch eine wichtige Gruppe, aber sind nicht mehr so wichtig wie noch vor 10 oder 15 Jahren. Die Evangelikalen, sagen wir so, oder 15 Jahren, die Evangelikalen. Sagen wir so, traditionell hatten die Demokraten immer einen strukturellen Vorteil gegenüber den Republikanern, dass die Demokraten über die Gewerkschaften und über die Arbeiterorganisationen ein Fußvolk hatte, das die Leute zu den Wahlen brachte. Die Republikaner hatten zwar immer viel Geld, aber war eher so die Partei des Country Clubs, der Unternehmer, der Manager, die waren nicht so die, die von Haus zu Haus gingen. Sie hatten immer einen Mobilisierungsnachteil. Und dann haben die Republikaner sich in den 70er Jahren sehr den Kirchen geöffnet und die Kirchen sind dann quasi eine Art Fußvolk für die Republikaner geworden. Die Kirchen betreiben viele Radiosender, damals noch, jetzt Fernsehsender und jetzt sind sie in den sozialen in den 80er 90ern worden wurden die zu den großen mobilisierungsfaktoren bei den republikanern und waren auch wie ich waren wirklich extrem wichtig mit der tea party und mit schwamm wurden die eigentlich entmachtet die haben sich zwar arrangiert mit trump sind nominal natürlich auch auf seiten trams weil trump ihnen verspricht dass sie bei der Abtreibung und bei diesem Kulturkampf, dass die Republikaner viele dieser kulturellen Themen, die sie zurückschrauben werden, also quasi, dass es wieder konservativer wird alles, daher sind sie nominell für Trump, nur dennoch spielen sie nicht mehr diese Rolle in der Partei, wie sie noch früher spielten und auch die Religiosität nimmt ab. Die nimmt jetzt nicht ab, dass die Leute, die religiös sind, weniger religiös sind, sondern dass die jungen Leute einfach nicht mehr so religiös werden. Das ist ein Generation Replacement. Also die Leute säkularisieren sich nicht, sondern die Jungen werden einfach nicht mehr so religiös wie ihre Eltern. Und da sieht man eine Abnahme. Und das führt wieder dazu, dass sich andere da wieder besonders bedroht fühlen und dass wir jetzt ein Wiederaufflackern dieses religiösen Kulturkampfes auch sehen. Aber das hat eine andere Qualität als noch vor 20 Jahren, als das quasi der Mainstream war. hat eine andere Qualität als noch vor 20 Jahren, als das quasi der Mainstream war. Vor 20 Jahren, also Bill Clinton, ist ja wiedergewählt worden, indem er ein Gesetz verabschiedet hat mit den Republikanern, die Homosexuelle, die Homo-Ehe auf nationaler Ebene zu verbieten. Das waren noch in den 90er Jahren die Demokraten. Das wäre heute undenkbar in den USA. Heute sind wir überall in einer Situation, auch in konservativen Staaten, wo sie als Homosexueller im Prinzip heiraten können und soziale Benefits haben. Noch vor 20 Jahren war das komplett anders. Und diese Veränderung führt andererseits wiederum dazu, dass sich andere extrem bedroht fühlen. Sie sagen überall, alles ist zu liberal und dieser Backlash. Aber das muss man, glaube ich, so muss man das einordnen. Und daher sage ich eine Abnahme der Religiosität, aber immer noch ein wichtiger Faktor in der republikanischen Partei. Also wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann ist ja die amerikanische Gesellschaft schon lange im Zustand einer Krise. Unterschiedlicher Bandbreite, unterschiedlicher Ursachen. Jetzt haben wir also, glaube ich, die Krise in einer Form, die ja so mit dem Begriff der Polarisierung ausgedrückt wird, wobei auch mitschwingt, dass sehr viel Unüberbrückbarkeiten vorhanden sind. Es stellt sich natürlich auch die Frage, auch vom Westen her, denn immerhin sind die Amerikaner ja auch immer noch eine Art von Leitmodell für die westliche Politik, auch für Österreich. Kann man etwas unternehmen, um diese Polarisisierung oder um diesen zustand der krise in irgendeiner weise zu lösen jetzt würde ich nicht sagen wie der kollege merkel behauptet zumindest habe ich ihn so verstanden demokratie ist ohne dies nur denkbar man krisen existieren sie ist auch ein produkt von krisen aber von den griechen ausgeht denn die griechen wollen keine demokraten sondern für die war die demokratie ja so zwischenlösung diesen anderen politischen formen kann man in irgendeiner weise faktoren festmachen die einigermaßen plausibel sind dass uns diese leitgesellschaft, die amerikanische Leitgesellschaft, nicht explodiert. Es gibt auch Leute, die sagen, die Hoffnung, die die Social Medias repräsentiert haben, dass da etwas an Integration passiert, die ist mehr oder minder in der Ambivalenz zerstoben. Denn wir wissen, die sind nicht nur positiv, sondern auch negativ, sprich also Polarisierung. Die sozialen Medien, der Twitter-Kanal war ja im Grunde ein Macht- und Herrschaftsinstrument des Trump. Ist da was zu erwarten? Ändert sich da was? Und das Zweite ist eine historische Erfahrung. Wir haben aus der Geschichte gelernt, wenn sich Gesellschaften in einem Krisenzustand befinden, dann ist es immer gut, wenn man einen äußeren feind herbeizitiert in der hoffnung dass der sozusagen eine integrations effekt auf diese zerklüftete landschaft ausübt mit anderen worten müssen eigentlich den chinesen dankbar sein dass sie existieren und einen status werden oder minder haben, der die Amerikaner auch tatsächlich herausfordert. Und insofern auch zur Stabilisierung der amerikanischen Gesellschaft insofern die Beitragung, als beide Lager, wie man so ausdrücken kann, gegen diesen gemeinsamen Feind auch gemeinsam vorgehen müssen. Ja, eine schwierige Frage. Also ich schätze natürlich den Wolfgang, also Wolfgang Merkel sehr, also noch ein lieber Freund. Wir haben auch die Situation auch schon öfters diskutiert. Er sieht ja die USA schon viel länger viel kritisch, weil er ja so ein bisschen einen sozialdemokratischen Zugang zu Fragen der Demokratie hat. Ich würde das vielleicht so formulieren, das amerikanische Demokratiemodell unterscheidet sich vom europäischen Demokratiemodell schon sehr stark, weil das europäische Demokratiemodell in gewisser Weise krisenresistenter ist, komischerweise. krisenresistenter ist, komischerweise. Das armenische Modell ist ein Modell, wo im Prinzip eine Mehrheit quasi zur Diktatur wird. Das heißt, ich kann in Österreich als Bundeskanzler, wenn ich eine Mehrheit der Abgeordneten habe, im Prinzip regieren und kann darüber das Regieren gestalten. Ich mag nicht mögen, was die tun, aber tun können sowas. Das amerikanische Modell wurde ja von Gründervätern gebaut, die vor allem Angst hatten vor einer mächtigen Regierung und daher macht extrem dezentralisiert mit vielen, vielen Veto-Spielern. Und daher ist das amerikanische Modell ein Modell, wo ich immer große Mehrheiten in der Mitte brauche, um Dinge zu gestalten, um Dinge durchzusetzen. Das hat immer ganz gut funktioniert, weil es eigentlich immer einen Anreiz schuf, dass Leute sich mittig positionieren, während die Europäer waren ja lange Zeit die, die immer radikal waren. Da gab es die Kommunisten auf der einen Seite und die Faschisten auf der anderen Seite und die Zentren waren immer eher schwach. Jetzt sind aber die Amerikaner in einer Situation, wo sie sich extrem polarisieren, wie die Europäer vor 30, 40 Jahren, haben aber kein System, wo man damit regieren die Regierung gestalten kann. Das versucht er ja. Und das ist natürlich auch eine Chance, wenn Biden sich durchsetzt und wenn er in der Lage ist, das zu demonstrieren, glaube ich, ist da auch darin ein gutes Modell. Ich glaube, er versucht dieses Modell. jetzt keinen Biden 2, ich glaube nicht, dass Kamala Harris da in der Lage wäre, das zu machen und ich glaube, dass Biden quasi einzigartig ist in diesem amerikanischen Kosmos, auch das zu symbolisieren aufgrund seiner Biografie. Ich sehe jetzt keine Fortsetzung dessen noch. Kann natürlich sein, dass hier eine neue Strahle, ein Strahlemann, Strahlefrau auftaucht, die politisch begnadet ist und quasi das aufbricht und das Land in eine Richtung führt. Die USA haben sich immer wieder aus sehr dunklen Stunden selbst befreit, McCarthy-Zeit zum Beispiel, also sie haben nie besetzt werden müssen von anderen, um sie zur Demokratie zurückzuführen, aber so sehen tue ich es jetzt momentan nicht. Natürlich ist die Außenbedrohung durch China oder dieser Wettbewerb, auch der sehr von den USA mit konstruiert wird, etwas, was das Land zusammenschweißt und wo Demokraten und Republikaner Dinge auch ähnlich sehen, ein bisschen aus verschiedenen Gründen. Und wenn natürlich eine Außenbedrohung auftreten wird, und 9-11 ist ja ein gutes Beispiel, findet sich das Land dann auch wieder. Da gibt es dann einen gemeinsamen Außenfeind. Aber natürlich ist ein Konflikt mit China jetzt schon auch für die Welt eine große Bedrohung. Also man muss das einfach auch dann sehen, die Gefahr, dass dann das ganz schief gehen kann, ist auch sehr groß da. Das Interessante ist, wenn Sie China ansprechen, es funktioniert bis zu einem gewissen Grad. Dieses Infrastrukturpaket, von dem wir vorher gesprochen haben, das wird ja verkauft, quasi als Beating China Paket. Also wir zeigen jetzt den Chinesen, dass wir auch tolle Infrastruktur machen, dass wir auch Autobahnen wieder bauen können, dass wir auch Schulen bauen können. Also das funktioniert bis zu einem gewissen Grad. Es wird halt vom Geschick der Politiker abhängen, diese Incentives aufzubauen, also mit diesen Anreizen weiterzuarbeiten und gleichzeitig diese Radikalisierung etwas zurückzufahren. Ich hatte ja die Hoffnung, dass Trump durch sein Überziehen etwas zurückzufahren. Ich hatte ja die Hoffnung, dass Trump durch sein Überziehen quasi allen vor Augen führt, dass das so nicht geht und hatte ja auch die Hoffnung, dass die eigene Partei sich entledigen wird, sich aus seiner Umklammerung befreien wird. Das bestand auch so ein Gelegenheitsfenster unmittelbar nach dem 21. Jänner. Momentan sehe ich es momentan nicht. Also ich glaube, dass die Energie immer noch im System drinnen ist und es noch mehr bedarf, diese Energie, die drinnen ist, dass diese Energie rauskommt. Daher sehe ich es jetzt nicht, aber ich hoffe, dass Sie recht haben und dass es vielleicht in diese Richtung geht, aber konkret sehe ich es noch nicht. Vielen Dank für diese Analyse des Trumpismus, die ich im Grunde recht plausibel finde. Allerdings haben Sie sich im wesentlichen auf die inneren faktoren konzentriert also sozusagen den trumpismus aus dem land heraus erklärt meine frage wäre wie würden sie denn die äußeren faktoren gewicht nehmen das stichwort china ist jetzt schon aufgetaucht damit meine ich einerseits die veränderte geopolitische rolle der usa sie ist nicht mehr die unangefochten supermacht des westens und andererseits auch die verlagerung des wirtschaftlichen schwergewichts weg von den usa was er dann so phänomene wie den rust belt auch mit erklärt mit der verlagerung der industriellen kapazitäten nach südostasien also ist der trumpismus eine eine hausgemachte sache oder müsste man nicht viel stärker die position der usa im globalen spannungsfeld in betracht ziehen natürlich also ganz zu beginn ist natürlich wenn wir von einem gleich vergleichen populismus in allen westlichen staaten sprechen dann liegt die auf der hand das ist ja nicht etwas was in allen ländern zufällig gleichzeitig passiert da nur aus ihnen heraus kommt sondern wir haben einfach eine globalisierung eine globale ökonomische Veränderung, wo wir im 20. Jahrhundert eine Achse, eine sozioökonomische Achse zwischen links und rechts hatten, wo es die Verteilungskämpfe zwischen links und rechts gab, wo wir Parteien auf der linken und Parteien auf der rechten hatten, die miteinander Interessen tauschten. Wir haben aufgrund der Veränderung mittlerweile fast normal dazu eine soziokulturelle Achse, wo wir auf der einen Seite dann quasi, das sind jetzt nicht Modernisierungsgewinner und Verlierer, sondern wir haben eher dann einen Verteilungskampf, wo wir auf der einen Seite Leute haben, die sich über Identität definieren, die sich für Lokales definieren, die sich über Tradition definieren und auf der anderen Seite Leute haben, die sich eher definieren über Und auf der anderen Seite Leute haben, die sich eher definieren über kosmopolitische Einstellungen, über, also wir nennen es eher so die Somewheres und die Anywheres. Also die liberal, alternativ und grün, wenn sie so wollen, postmaterielle Werte im Vordergrund stehen. Das sind eher Bildungsschichten, Leute, die es auch leisten können. Und auf der anderen Seite Leute, die eben TAN, traditionell autoritär national in gewisser Weise sind und aber nicht, weil sie sich bedroht fühlen von den Veränderungen. Dass eben Firmen die Arbeitsplätze nach Übersee verlagern, dass plötzlich meine Jobs von Einwanderern dann plötzlich übernommen werden. Und diese Prozesse sind ja in den USA viel weniger gesteuert gewesen als in Europa, sondern haben viel unmittelbarer durchgeschlagen. Und das sehen wir in vielen westlichen Staaten, in den USA ganz massiv und dort natürlich ist das auch dann ist dieser Unmut dann auch sehr groß geworden. Und da wurden auch von den Demokraten viele Fehler gemacht. Ich meine, als Obama mal berühmterweise sagte, naja, in Pennsylvania bleiben die Menschen nicht viel anders über, als sich an ihre Gans, ihren Gott und ihre Bibel zu klammern. Das wurde natürlich dann von einem jemand, der hat einen kleinen Ort in Pennsylvania, der hat Arbeitslose, der hat dort die Local Steel Mill zusperrt, als arrogante Aussage eines Professors aus Chicago, der schwarz ist, noch dazu dann auch so aufgefasst werden. Also das ist natürlich der Punkt. Was die Außenpolitik betrifft, glaube ich, ist ein anderes Phänomen. Die USA sind historisch immer eine isolzialistische Macht. Die Europäer erleben die USA immer als aktive Macht, die weltweit gestaltend eingreift. Aber das ist, glaube ich, die Außenwahrnehmung. Für die USA ist die Welt immer sehr weit weg. Und die USA war auch immer isolationistisch, bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Und Truman musste einige Hebel in Bewegung setzen, damit die USA bereit wären, auch den Marschplan. Die haben ja gesagt, also jetzt haben wir Billiarden ausgegeben, dass wir den Krieg gewinnen, jetzt wollen die Europäer noch ein Geld, dann bauen sie noch ihre Wirtschaft an und machen uns Konkurrenz. Also das war ja nicht so populär aus amerikanischer Sicht. Und wenn die Bedrohung der sowjetunion nicht gewesen wäre und die situation dass quasi großbritannien diese globale rolle nicht mehr spielen konnte dieses vakuum entstanden wäre der europäischen großmächte ist fraglich ob die usa diese rolle auch gespielt hätten die usa waren unmittelbar nach dem krieg was über die idee ab zu rüsten sich hinter dem nuklearwaffen zu verstecken und irgendwie dann sich in Europa zu engagieren, auf Dauer war jetzt nicht so der Plan. Das ist dann entstanden mit der Truman-Doktrin und der Rede 47 und dem Bündnissystem, das die USA entworfen haben. Aber das ist etwas, was von einem außenpolitischen Establishment und einer Elite konzipiert wurde und was man der Bevölkerung verkauft hat als Notwendigkeit, um quasi safe to be safe for communism. Es ist nicht ein Uranliegen der Amerikaner, jetzt Truppen in Polen oder in Afghanistan zu haben. Das ist ja politisch immer unpopulär gewesen. Aber im Zuge des Kalten Krieges konnte man das auch politisch durchstehen. Das ändert sich ja mit dem Ende des Kalten Krieges und wenn es auch 9-11 nicht gegeben hätte, wäre die Frage gewesen, ob die USA dann auch so bereit gewesen wären, im Namen des Terrorkampfes Truppen überall zu stationieren und mit der distanz zu 9 11 war es auch ganz klar dass demokraten und republikaner immer lauter nach riefen die truppen nur nach hause zu fahren also trump und beiden sind da nicht viel anders daher ist auch jetzt die frage und marco hat ja da auch recht, würden Amerikaner eigentlich für Europa sterben wollen? Also, die G6 der NATO, das Beistandsbündnis ist, wo dann sagt, ein Krieg, ein Angriff auf ein NATO-Land ist ein Angriff auf alle NATO-Staaten, inklusive der USA, diese Beistandsgarantie. Ich glaube, es lebt ja nur davon, dass das niemand wirklich ausprobiert hat. Das ist wahrscheinlich immer ein großer Bluff, aber ich glaube jetzt nicht, dass die USA wirklich für Litauen oder für NATO-Länder bei einem massiven Angriff Russland den Krieg erklären würden. Also das ist eine große Frage und vor allem ist es eine Frage, was ist unter einem Präsidenten Trump oder einem Präsidenten wie Trump. Das ist vielleicht unter einem Präsidenten Biden noch möglich, aber wenn ich jetzt in die Zukunft denke, wird es immer fraglicher, ob das wirklich realistisch ist. Und wenn wir jetzt auf China kommen, ist die Frage Taiwan natürlich sofort da. Immer wenn die China, wenn die Weking drohte, haben die Amerikaner halt einen Trägerverband in die Straight of Taiwan geschickt und quasi die Chinesen zur Ordnung gerufen. Die Mitarbeiter geht das nicht mehr, weil die Chinesen bereits über eine Waffentechnologie verfügen, die diese Trägerverbände zwingt, jenseits des Horizons zu sein. Und quasi müssten die Amerikaner anderswo China angreifen. Das war alles viel schwieriger, viel komplexer. Und die Frage ist, würden die USA wegen Taiwan jetzt mit ihnen Krieg beginnen? Und bei Trump ist ja die Frage, wir wissen es nicht. Bei Trump könnte man sagen, er würde zurückschlagen, weil er sich in seiner Ära gekränkt fühlt. Oder dass er sagt, eigentlich sind unsere anderen Sachen wichtiger. Also das ist eben die Unsicherheit, die wir jetzt haben. Und gerade in dieser Unsicherheit, glaube ich, liegt die große Herausforderung. Weniger, dass jetzt irgendein amerikanischer Präsident das eine oder das andere tun wird, sondern dass über den amerikanischen Außenblick in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten einfach ein großes Fragezeichen steht. Und ganz oben auf dieser offenen Frage ist die Be Beistands-, die Bündnisfähigkeit der USA. Und ich glaube, dass diese Bündnisfähigkeit einfach zunehmend situativ ist. Und je situativer es wird, desto mehr die Gegner der USA damit spekulieren, die USA werden sich dann nicht einmischen, desto eher besteht dann die Bereitschaft zuzuschlagen oder das auszunützen. Und ich glaube, wir treiben in diese Situation hinzu und Sie müssen sich ja vorstellen, wenn die Zukunft der NATO quasi von einigen tausend Wählern in Pennsylvania, Ohio oder Indiana abhängt, dann wird es einfach, wird das Weltsystem, wird das Bündnissystem einfach anders sein. Und mit dieser Unsicherheit, wie man damit umgeht ist einfach einfach ist einfach eine offene frage aber ich mache mir große sorgen weil einfach die handelten persönlichkeiten in den usa sich da viel weniger in der pflicht sehen und das viel eher nach eigenen vor nachteilen entscheiden werden aus den verschiedensten gründen das hängt jetzt nicht nur am Donald Trump. Wie sehen Sie die Verschuldung der USA? Hat das eine Bedeutung, beziehungsweise die Rolle der Supermacht global? der super macht global war bereits geantwortet aber wie ist die entwicklung kaum irgendwelche perspektiven erkennen oder was würden sie so in welche richtung sind unterwegs ja und nein aber anders dass sie denken die usa können ihr eigenes geld drucken dass der vorteil ist wenn ich die globale leitwirkung haben sie selber drucken kann habe einen riesen vorteil und die usa sind auch das letzte land das das wahrscheinlich erobert werden wird. Das heißt, dass Investitionen in die USA und amerikanische Treasury Bonds immer noch sichere Zahlungsmittel sind. Und das Problem ist eher, ob die USA zahlen wollen. Also es ist eher innenpolitisch, ob die einen Shutdown haben und dann irgendwie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Das hat eher politische Gründe als jetzt strukturelle gründe das problem ist er dass die usa sind haben eine extreme verschuldung ihren eigenen ihre eigene bevölkerung über sie müssen sich vorstellen die amerikanische sozialversicherung ist extrem progressiv ich habe student mehr in ö musste ich ja ewig lang einzahlen, ich habe in Amerika und den USA als Student plus vier, fünf Jahre meine gesamte Sozialversicherung, meine ganze Pensionsversicherung bereits bekommen oder bekomme ich. 100 und 1500 Dollar jedem Amerikaner zahlt. 75% der Amerikaner hängen von dieser Social Security ab. Hängt die Krankenversicherung dran. Die Social Security zahlt nicht so viel, aber die Krankenversicherung ist extrem viel. Und das müssen Sie sich vorstellen, jetzt gehen die Babyboomers in Pension und diese Baby, das ist die Amerikaner, wie die Österreicher, pay as you go, ein Umlagesystem. Und das heißt, diese Sozialversicherung ist wie in Österreich eine Garantie, wo der Staat garantiert, dass sie für ihre Einzahlung eine bestimmte auf Lebenszeit die Krankenversicherung bekommen und ihre Pension bekommen. Und das Problem ist aber, dass die Amerikaner relativ geringe Steuern haben, diese Sozialversicherungsbeiträge lächerlich gering sind, verglichen mit den österreichischen. Und das hat immer funktioniert, weil für einen Pensionisten sechs, sieben Leute gearbeitet haben. Die haben zwar nicht so ein Bevölkerungsproblem wie wir oder wie die Österreicher, aber dennoch ein erkleckliches. Das heißt, diese Anzahl der unfunded mandates, also der Beträge, die bedient werden müssen ab dem Jahre 2040 bis 2080, sind so hoch, dass die USA momentan, dass es keinen Plan gibt, die in irgendeiner Weise zu finanzieren. Die USA müssten sich also gewaltig verschulden, um das finanzieren zu können. Die Schulden sind so hoch, die würden also weltweit mit allen Leuten im Wettbewerb treten und dann natürlich stehen die Zinsen für alle hoch, weil natürlich jeder Investor lieber das Geld an die amerikanische Regierung verkauft hat. Dort entsteht an sich ein riesiger Druck und daher gibt es auch den Versuch oder gab es immer wieder Versuche, das zu reformieren. Diese Reformversuche kommen von den Konservativen, die sehen das natürlich als Zeitbombe am Zug kommen. Und Demokraten sind nicht so automatisch dagegen, weil sie sehen ja, dass die letzten Reste des Sozialsystems kaputt gespart werden. Und eigentlich müsste man das sinnvoll reformieren von beiden Seiten. Man müsste die Beiträge erhöhen, man müsste das ein bisschen später ansetzen. Man müsste die Beiträge erhöhen, man müsste das ein bisschen später ansetzen und beide Parteien müssten aus einer Position der Mitte heraus dieses Sozialversicherungssystem reformieren. das zu machen und da ist tritt aber frühestens in fünf bis zehn jahren ein riesiges schuldenproblem auf das in der form noch nicht nicht mal diskutiert wird und das ist ein großes thema frage bezüglich, die Demokraten haben jaitschaft gegeben, dass man da bei den Spitzen Einkommen und praktisch bei den Vermögensteuern, dass man da ansetzt und dass man dort Geld lukriert? Also momentan war der Vorschlag eine Million, dass man bei einer Million den Spitzensteuersatz etwas hinauf setzt, ich glaube es war auf 48 und alle anderen Subsidienzen senkt das Problem. Also bei der Million, wann ist eine Million eine Million? Kann die Steuern so oder so darstellen? Also die Frage ist, wie man das dann spielen wird, aber man ist eben den Spitzensteuersatz hinauf zu senken, hinauf zu geben und bei einer Million das zu machen. Die andere Idee ist, dass man die Kapitalertragssteuer erhöht und dass man auch wieder die Erbschaftssteuer, die die Republikaner als Death Tax bezeichnen, dass man also über Erbschaftssteuern für bestimmte Gruppen eine Estates Tax, also man Estates besteuert, dass man den Spitzensteuerstaat etwas hinaufsetzt und dass man eben die Corporate Tax, die man Estates besteuert, dass man den Spitzensteuerstaat etwas hinauf setzt und dass man eben die Corporate Tax, die ja gesenkt wurde unter Trump, wieder etwas raufsetzt, aber nicht so stark, wie sie früher war. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass es innerhalb der Demokraten einfach drei, vier verschiedene Verhandlungspositionen sind, um sich dann auf zwei Punkte zu einigen. Ich nehme mal an, Biden hat ja gesagt, er will alle Steuersätze senken, mit Ausnahme des Spitzensteuersatzes und dass wahrscheinlich der endgültige Kompromiss ungefähr dort liegen wird, was Biden im Wahlkampf angekündigt hat. Das Problem ist bei den Amerikanern, das müssen Sie sich vorstellen, fast 45% der Amerikaner zahlen überhaupt keine Steuern. Das heißt, über die Senkung der Steuer erreiche ich ja viele Leute gar nicht. Ich brauche nämlich auch, die haben natürlich als System einen Negative Income Tax, aber dieser Negative Income Tax trifft ja auch wiederum nur Leute, die steuermäßig erfasst sind. Ich muss eigentlich eine Umverteilung zusammenbringen zu Leuten, die steuerlich einfach nicht erfasst sind und dort liegt auch glaube ich eine große Herausforderung, wie ich die Leute erfasse, wie ich diese Leute, wie ich die Leute ins Sozialsystem bringe und sie entsprechend betreuen kann und das ist glaube ich die Herausforderung momentan, die wir haben.