Schönen guten Abend, liebe Damen und Herren, grüße euch liebe Freunde. Ich begrüße euch zur Vorlesestunde im DorfTV und wünsche einen interessanten Abend. Ich bin der Lehrpolsch Politi und ich lese aus meinen bisherigen vier Buchveröffentlichungen und zum Schluss dann noch ein paar neue Texte. Beginnen möchte ich mit Texten aus Diagnosesplitter. Das Buch ist im Jahr 2000 erschienen. Amputationen. ausgedurrt als eine Eiserstufe. An Scheibenfuß, Schluh, Weid, Näsungshähe, Penalkana, Ückfeld, Voramin, Nanderset, Gewerte, Brasäumli, Oblema. Olamen, Verringer, Linkoradis, Edio, Latera, Zesiv, Xtosio, Setzl, Scheibengewebe. Dikamini, Esor, Latera, Fektiv, Leisten, Zinus, Defüt, Jolanz, Veröagrat, Eudel, Onocher, Immungschwe, Iskus, Prolap, Imptamid, Voramin, Bits, Eudes, Zinose, Metincon, L5, S1, Cialbet, Izeitz. Nebenwirkungen Dreimal täglich zwei Kapseln zu Schuppenflechte für Nierenschäden mit Benommenheit und Haarausfall hervorgerufen, durch Halluzinationen sowie nicht erfassbare Magen-Darm-Blutungen, mit Blutdruckabfall, kältige fühlenden Gliedmaßen und durch Blutungsstörungen im Gehirn, insbesondere bei euphorischer Gestimmtheit, ein lang andauerndes, hellrotes oder kaffeesatzartiges Erbrechen, mit starken Fettdurchfällen, niedrigen Puls, Schlafstörungen und geschwollenen Beinen, in Einzelfällen Magen-Darm-Geschwüre mit starken Blutungen bis zum Durchbruch, leichtere Fälle führen zu Bewegungsstörungen, eventuell mit Herzmuskelinfarkt, Abfall der Blutplättchen, sowie Hypomanie und chronischen Kopfschmerzen, begleitet von Leber- und Nierenfunktionsstörungen, denen Asthmaanfälle und Schwellungen im Gesicht folgen können. Weiters Veränderungen im sexuellen Interesse mit schwarz gefärbtem Stuhl, bei höheren Dosenängstlichkeit und Depressionen, abgesehen von Sehstörungen und schweren Überempfindlichkeitsreaktionen, bei Verwirrtheitszuständen, Gelbfärbung der Haut, verminderte Pulsfrequenz, bei Nierenversagen womöglich, Muskelschwäche wahrscheinlich, vermehrt Wasseransammlung die Folge ist. In Ausnahmefällen Blutarmut wegen Eisenmangel, bekannt auch Fälle von lebensbedrohlichem Rehsyndrom, die zu Leberschäden führen, sowie Schädigung des Gehirns mit darauffolgenden Nasenschleimhautschwellungen und Lebensübertruss wegen Störungen beim Haarlassen, die wiederum zu Durchfall, Atemnot, bei starkem Juckreiz auch zu lebhaften Träumen und Schwindel führen können. Häufig zur Abnahme sexueller Bedürfnisse aufgrund von Unruhezuständen mit Bewusstseinsstörungen und Aggressivität hervorgerufen durch häufiges Ohrensausen, herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit, begleitet von Halsschmerzen, die zur Bewusstlosigkeit führen Jetzt noch zum Titeltext sozusagen. Diagnose Splitter. Lese vom 18.01. bis 18.02.1989, Affektivität und Sozialbetreuung, Medikamentensucht, Alkoholkrankheit, die prädilerante Symptomatik vom 13.03. bis 13.04.1987 zeigt, Patient Gamma-Typ, daher Insidon-X, Gamma-GT5-68, durch Ductus formal kohärent, Vordergloch vorhanden, Volidoxykomanie mit Tremor beidseitig, Dekursus Morb, ab heute stationär, wobei Wadenkrämpfe, andererseits Exploration, Bewusstseinsklar, aber nicht geordnet. Suizidgedanken mit Abendpessimum, der Herle in Betrol, zwei Kapseln, Abendsmodulationsfähigkeit, neurotische Entwicklung und dysphorische Züge, sogar psychomatische Beschwerden, Antidepressivum, Tolvan, 20 mg, bei Depressiv, ängstlicher Verstimmung, Status Psychikus, weiter 5 mg, Vis 5 Milligramm, Visken, morgens sowie Haldol erfordert. Beim Rorschach-Test am 31.10.89, Salonten, Retard, 75 Milligramm abends und der zweite Test, Dosierung 50-50, 0,0 Milligramm, Steigerung auf 150 Milligramm, später zusätzlich Dekretol, 200 Mill abends weiterhin, 75 mg Salotin, zweimal täglich Lust und Antriebslosigkeit, Leberaffektion, wobei stationär Blindgang nicht sicher, vom 26.07. bis 13.08.1987 zur Schlafsicherung, Dominal 80 mg, keine Ödeme vorhanden, Ende des stationären Aufenthalts nach exzessivem Alkernuss und krebalem Infekt, wieder Diskussionsfreude, Kirnnerven frei, neurotische Entwicklung bei reaktiv-depressiven Zustandsbilden mit Topmatil 50 mg, weitere stationäre Behandlung, Dosierung Degretol 13 x 200 mg nach langjährigem Alkabusus, bei Ljudiumil 75 mg am 30.4. bei Fallen der Dosierung, einmal abends wieder Anthobus, wobei Duktus geordnet und GJT6 vom 11.10. bis 29.4. bei fallender Dosierung, einmal abends wieder Anthopus, wobei Duktus geordnet und GJT6 vom 11.10. bis 29.11.1989 Patienten wieder kontaktfreudig zur Gruppentherapie angehalten, hervorzuheben, depressives Zustandsbilden, starken Stimmungsschwankungen, vegetativen Zeichen vom 30.4. bis 22.5.1987 eine halbe Tablette durch zwei Jahre wiederum Anthopus in Alkohol- und Drogenberatungsstelle vor dem Öffnen der Pulsare des linken Unterarms, von hier nach dort verrückt. Als nächstes möchte ich aus Mintex lesen, das 2002 in der Wiener Edition das fröhliche Wohnzimmer erschienen ist. Kurzbrose Texte. Was war? Mintex 01. Wie Schatten klingt, das weiß ich noch. Unzählige Kinderreime, der Ball, der zurückspringt, die Hausmauer, Straßenseite, gelb-orange. Die Farbe, die sich löst, verwittert wie Erinnerungen, das feuchte Gras, Morgentau. Die Sonnenstrahlen im Zimmer, Samstagvormittag, das sich verkriechen, in Ecken, in Nischen, in Ritzen, am liebsten in Ritzen, alleine mit dem Schattenklang. Der heiße Asphalt, Barfuß, Zäune, Holzstöße, Augenblicke, Fluchtversuche. Immer nur dem Schatten nach, der Klang wie der Ruf des Rattenfängers, nur fort aus der Hitze der Angst, aus sicherer Entfernung Betrachtungen anstellen, das Haus, die Fahrzeuge, die Besucher, die Entscheidung vorwärts oder zurück. Jede Entscheidung ist falsch gewesen. Jede andere Entscheidung wäre falsch gewesen. Es gab keine Richtigkeit. Und heute nur der Schatten klingt noch manchmal leise nach. Die Annäherung, Mintex06 Ich wollte dich zuerst eingreisen wie sie, wie die andere, wie die andere am Bild, wie damals für über 20 Jahre. Nein, ich habe es nicht geschafft, dich einzugreisen, wie ich damals sie eingekreist habe, es zumindest versucht habe, ansatzweise. Aber die Zeit der großen Versuche, Kreise zu ziehen, ist vorüber. Ich plane jetzt Sektoren, ziehe Sekanten, verlege sie. Ich dringe in fremde Segmente, Sehnen schneiden sich. Tangenten berühren zutiefst, selten gelingen vollkommene Kreise. Was bleibt sind Versuche, Stückwerk. Ich betrachte dich wie durch ein schlecht geschliffenes Okular. Verschwommen, zart, wie gehaucht. So wünschte ich das Bild zu sehen, das Bild von dir, doch die Linse ist Qualitätsarbeit, das Bild zeigt dich hart in deinen Konturen. Meine Versuche, Kreise zu ziehen, dich zu umrunden, die Kreise enger zu ziehen, sie prallen ab an deinen vermutlichen Ecken und Kanten. Ich wage es nicht, weiter zu kreisen, gebe es auf, auf das Runde dein Weiches zu hoffen, ich zieh mich zurück, wie damals tangieren, schneiden, zerstören. Reduziertes Sein, Mintex 15 Ein Tisch, ein Stuhl, ein Bett müsste genügen. Reduktionen, die Genügsamkeit eines Aufenthalts, Einsiedelei im geschützten Rahmen, die Gitterstäbe sind imaginär, jederzeit besteht die Möglichkeit zu gehen. Hilfe wurde versprochen, sie wollten therapieren, der Erfolg wird sich einstellen, sagen Sie, glauben Sie, vielleicht. Ein Überfluss an Zuwendung, unbrauchbar sind diese Vorgangsweisen, ansatzweise vielleicht Erfolg verbuchen. Anfangs der Rückfall folgt, verlässlich aufs Wort, auf das letzte Wort, auf das allerletzte Gespräch. Einzelsitzungen, Gruppenarbeit, da schon lieber zurück zu Tisch und Stuhl und Bett müsste genügen. Meinetwegen auch Gitterstäbe, wenn nötig. Liegen bleiben, Mintex 45. Liegenbleiben, Mintex 45 Die Beine anziehen, Seitenlage, embryonales Stadium erreichen, einfach liegenbleiben, bleiben, diese Farbe der Trägheit, warmes Orange, Geborgenheit, ein Zustand, immerwährend, sich langsam auflösen, die Richtung ändern, rückwärts, vorwärts kommen, Figuren, ja bloß Figuren kommen entgegen, gehen ihren Weg alle in die eine Richtung. Vorwärts, wie Marionetten oder Fingerpuppen. Willenlos gleiten sie über glattes Parkett. Sie können mich nicht sehen. Ich schreite durch sie hindurch, den gleichen Weg, nur die andere Richtung. Wenn ich nach rückwärts blicke, lösen sie sich auf, verschwinden am Horizont. Ich drehe mich im Kreis, ringsum nur Kanten und Brüche. Das Dasein ist eine Scheibe, dabei aber bleiben, wie auch immer, liegen bleiben. Der Insasse, Mintex 59. genehmigt, Alarmglocken schrillen, in den untierischen Gängen, in den Katakomben der Überwachungsbehörden. Sie finden die Spur, sie finden mich, sie werden mich fragen. Ich kenne die Methoden, die alten Verhörmethoden und ich werde stumm sein. Ich werde dich nicht verraten und sie werden mich wieder fragen, wie zu allen Zeiten Und ich werde stumm sein, sie werden freundlich sein. Sie geben mir Zigaretten, ich trinke Kaffee und ich werde reden. Ich werde alles erzählen. Ich bekomme einen neuen Trainingsanzug. Ich darf lesen und sie geben mir Papier und Stifte. Und ich werde alles sagen. Ich werde dich verraten, sie werden mich vor Gericht stellen, sie werden mich verurteilen und draußen wird der Henker auf uns warten. So, das nächste sind so ganz kurze Prosa-Texte, Shorties im Arouel Verlag, Paul Jäger verlegt hat es im Jahr 2002. Diese Shortes sind wieder in mehrere Kapitel unterteilt. Ich beginne jetzt mit den Versuchen. Also Versuche oder die einzige Hoffnung ist Verwesung. Und da saß ich nun auf einer Stehleiter, Ende der 70er Jahre, zwei Tage lang, sah hinunter und ich wusste, es beginnt etwas Neues. Wir führten unsere vertraulichen Gespräche immer unter Wasser, denn irgendetwas lag immer in der Luft. Als der große Regen bereits eine gute Stunde dauerte, hörte ich auf, die Tropfen zu zählen und versuchte, dich trocken zu lieben. Mein Versuch, dich zu halten, war wie Piercing mit Widerhaken. Es war schon beinahe November, wir lagen in den letzten Maisfeldern, die Kälte kroch uns ins Gemüt. Als ich zum ersten Mal deinen Namen hörte, habe ich ihn sofort auf meine ganz private Fandomsliste gesetzt. Als wir noch Fischermänner waren, schubbten wir die Nixen, träufelten in den Salzlaken die Augen, später haben wir sie filetiert. Wir ritzten unsere ersten Liebesschwüre noch in Buchenrinde, heute, hätten wir noch welche, würden wir sie auf Lärmschutzwände sprühen. Nach unzähligen vertraulichen Gesprächen sehne ich den Tag herbei, an dem selbst die Therapeuten sich weigern, glücklich zu werden. Wir trugen Krawatten und waren noch nicht einmal tot. Man hat mir einen Bonsai zur Pflege überlassen. Er wäre mir beinahe über den Kopf gewachsen. Immer wieder suchten wir verschneite Gegenden auf, in der Hoffnung zu erfrieren. Wir saßen zu zwölft in engen Zimmern, wollten fliegen und sein, sprachen vom Schweben und es blieb doch beim Versuch auf Stelzen zu gehen. Und es blieb doch beim Versuch auf Stelzen zu gehen. Das nächste Kapitel, Wanzenpost. Der erste Teil waren ja so Selbstbeobachtungen. Wanzenpost, belauscht und beobachtet. Ja, da habe ich einfach andere sozusagen belauscht und beobachtet. In einer schiffrierten Anzeige sucht ein fürsorglicher Vater ein echtes Hirschgeweih für seinen jagdbegeisterten Sohn. Dem Weihnachtsfest sich nähernd an der Bar des Kellerlokals lehnend philosophiert der leicht Betrunkene über eine mögliche Stornierung des heutigen Tages. über eine mögliche Stornierung des heutigen Tages. Auf den Pokalen eines Taubenzüchters steht zu lesen Bestes Weibchen 91 oder auch Erster Vogelmeister 1996. Der Vater des Bundesbusses weiß alles über Motorräder und imponiert bis dato noch die Mädchen aus den umliegenden Dörfern. Durch die Verwendung eines Extraktes einer subtropischen Pflanze aus den südamerikanischen Urwäldern in der neuen Kosmetik-Serie eines großen amerikanischen Eigenvertrieb-Konzerns bemüßigt sich der Vortragende zu betonen, dass damit die Armen in diesen Ländern unterstützt würden und überhaupt zur Regenwald schützen. Super. Die Anrainer beklagen sich über die Lärmbelästigung während der Stillrunde. Eine junge Dame berichtet ihrer Freundin, sie habe noch einen Termin beim Hautarzt und zwar wegen ihrer Akzente im Gesicht. Sie sei eine große Pflanzenliebhaberin, berichtet eine Arbeitskollegin ihrer Sitznachbarin im Bus. Zuhause habe sie einen Fiskus, der bis zum Plafond reicht. Eine ältere Dame berichtete der Freundin von einem Bes in der Straßenbahn stehende Mann auf die sitzende Dame, weil diese sich daran macht, aufzustehen, um auszusteigen, und die hellgraue Verlängerungsstange, wie man sie für Besen, Wischmops und dergleichen verwendet, mitzunehmen, an der sich besagter Mann die ganze Zeit festgehalten hat. Neun mit einschlägigem Prospektmaterial ausgerüstete Jungbauern aus der Gegend beraten in der Sauna den Ankauf neuer Güllefässer. Jetzt kommen noch ein paar Fallbeispiele. Beim Sturz über die Stiege des Weinkellers brach sich der Winzer das Genick. Nach den Trauerreden setzten die Weinbauern die Ernte fort. Beim Sprung aus einem der oberen Stockwerke findet man noch Zeit, einen kurzen Blick in die Wohnungen seiner Nachbarn im 8., 7., 6., 5., 4. und so weiter Stock zu werfen, bevor man das Erdgeschoss erreicht. Als das Gebäude fertiggestellt war, stürzte sich der Architekt in die Tiefe. Fallobst wurde sie genannt, bis sie wirklich fiel. Tagelang fiel der Regen vom Himmel. Dazwischen immer die eine oder andere Extremsportler. 2005 erschien in der Edition Momente der Gedichtband in Zügen. Da möchte ich jetzt auch noch ein paar Gedichte daraus vorlesen. Gedanken verlaufen serpentinengleich, Züge ziehen gleitend enge Täler lang, verlangsamt mein Denken beim Erklettern der Steigung, erst später wie ein Gipfel ein Stehen, ein Steigen, bisweilen auch Gehen, ein Innehalten, ein Bestehen. Gemächlich das Tempo reduzierend, die Fahrt ist beinahe ein Halten, in Zeiten der Ruhe und Stille. Die Körper zerrosten wie die Waggons und Lokomotiven. Zugpersonal und Passagiere erleben den Stillstand, spotten dem Zeitgeist, kein Fliegen durch Lüfte oder Rasen auf Flächen aus Asphalt und Beton. So bleibe ich an selbigen Orten, sehend und spürend das Land. Land statt Stahl, Holz geschnitzt, Glas am Himmel, im Blau, Aotearas, verliert sich in Variationen von Rot. Ziegelgemäuer aus Backstein im Blickfeld, am Horizont das Türkis der See. Bisweilen grün und auch blau, bis nächtens die Schwärze verschlingt, die Fische sind aus Glas. Viel zu grell das Licht, die Angst wirkt rosa, blass. Das sind die Zeiten, wo vielleicht des Kreises Quadratur gelingen könnte. Ich vermiss dich, November, Frau, dein Grau wird mir fehlen. Kommt wieder die Sonne, dieses kränkelnd gierige Tier. Panik. Ein Wort Trennung zerbricht mir auf der Zunge, hält meinen Atem festgeschnürt. Novemberlicht am Nachmittag. Das schließende Augen-Stacheldraht drückt wie Durmengrenz. Wohin mit euch heut' Tage schon? Dunkle Wölfe, glattgekämmt, trägt Schuhfasan und tritt mit Übergroß das Zwergenkind zu nichts zu nicht. Der General verliert die Schlacht, die Hunde jaulen siegestrunken. Der Bewohner versteckt sich ängstlich hinter Kreuzen und Parolen, wiesert eh und je und betet leise vor sich hin. Regenzeit Halbnackt laufend im Regen jenes frühen Sommers, du Sommerregen ständig, die grobe wollene Decke, einles, grünes, grau und braun kariert, die uns umhüllte, schützen sollte vor dem Regen und den Blicken. So sah ich, so anders sahen sie uns. In einem viel zu kurzen Sommer, nur der Regen blieb, Sommerregen ständig. Und diese Decke, die längst zerschließen und verworfen, wie so vieles auch in mir. Dazwischen sehne mich zurück nach erster orangener Haut ihrer Schenkel, dazwischen war ich darüber Trikotblau. dazwischen war ich darüber Trikotblau. Spielen in Kreisen um Tischen in Sälen verwunschen, die Erwartungen blieben unerfüllt in den Garderoben zurück. Bruchstückträume. Diese Scherben aus geschwärztem Glas stecken tief im Herzen, verursachen Vergiftungen, sind Splitter in der Absicht des Wagnisses eines Versuchs, zu gehen oder zu bleiben. In Behältern wie Autos, Fahrstühlen, Umkleidekabinen, Badewannen. Liege in Zimmern, längst zu sanierender Bauten, Fensterscheiben, die splittern, zuordnende Untersuchungen in tiefliegenden Kellern, die Sicherheitsauflagen erfüllt, diese Versuche, Erprobungen, wo das Gemeinwohl noch herrscht. Bist mir abhanden, schon lange, schon immer, fällst aber nicht wirklich, weist dich da draußen auf den Plätzen in den Straßen. Ein letztes Gedicht. Die Blätter der Blüte der Rose, die Gnospen deiner Brüste, die Blätter der Blüte der Tulpe, die Spitze der Zunge, trinkt kräftig und hart ins Fleisch der Organe, milchig und blutig breitet sich eine Landschaft vor meinen Augen, er geht sich in tiefer und dunkler Gestalt. Erst viel später wieder Sonne und Licht und möglicherweise ein neuer Tag. Sonne und Licht und möglicherweise ein neuer Tag. So, das waren eben Texte aus den bisher erschienenen Büchern von mir. Ich arbeite gerade an einem neuen Projekt und daraus arbeite ich auch kurzbrusse Texte. Der Gesamttitel steht noch nicht wirklich fest. Da möchte ich auch noch ein paar Auszüge lesen. aus Polyester. Die Musik war seltsam, der Alkoholspiegel konstant. Kein Geld mehr in der Tasche, doch wir schafften durchzuhalten, abzuräumen, kotzen uns um zwei Uhr nachmittags die Reste aus dem Leib. Beim Flanieren durch die Stadt ist sie mir immer wieder begegnet. Manchmal kam sie mir entgegen, ein andermal sah ich sie vor mir gehen. Anja stand auf ihrem Sweater. Mehr weiß ich nicht von ihr. Das Telefon und zwei Liter Rotwein, das genügte einen Sonntagvormittag lang. Deine Eltern waren in der Messe und wir hatten Zeit für uns. Die Nachmittage waren meist verloren, gingen einfach so vorüber. Die Straßen und Plätze waren leer, die Gasthäuser geschlossen und ich kam nicht mehr zur Ruhe. Die Faschingszeit war immer die traurigste im ganzen Jahr. Der größte Irrsinn, die größte Kälte, das auferlegte Lustigsehen, Masken, Schminke, Alkohol und Koks. So waren sie auszuhalten, diese Bälle am Land, verdreckt und blutig, mit einem toten Hasen über der Ster Jahre, nach diesen bunten Tapeten, den mit großflächigen Mustern betrugten Teppichböen, nach Fototapeten mit stillen Gebirgsseen oder tropischen Sonnenuntergängen. Kontrastierend dazu trugen wir im Laden beige Arbeitsmännchen mit Namensschildern. Ich war erschöpft, als wir beide gemeinsam schwimmend die Plattform erreichten. Ich wollte nicht mehr zurück. Wir sahen deinen Freund, wie er unruhig am Strand auf und ab lief. Zwei Tage später hörte ich im Hotel, ihr seid abgereist. Zwei, drei Klänge dieser Komposition müssten genügen, um unsterblich zu sein, dachte ich, als ich sie zum ersten Mal spielen hörte. Am verstimmten Flügel in diesem seltsamen Haus, in dem so viele ein- und ausgingen, doch an diesem Abend spielte sie nur für mich. Die Gespräche am Nebentisch drehten sich um verschiedene Ausgänge, wie Notausgänge und Seitenausgänge. Irgendwann reichte mir das und ich verließ das Lokal durch den Haupteingang. Danke. Hallo Kurt. Danke fürs Kommen. Gerne. Danke fürs Vorlesen. Geballte Ladung hast du uns geboten? Ja, ein Querschnitt einfach durch meine Ar Arbeiten. Das ist einige Jahre weniger gewesen bei mir im Schreiben. Familie hat auch einen Vorrang gehabt. Jetzt bin ich wieder aktiv und es soll ein neues Buch wieder erscheinen. Inhalt? Das war aus dem Letzten, was ich gelesen habe, aus diesen losen Blättern, genau, das sind Kurzprosa-Texte wiederum, ja, wo es auch um Beobachtungen geht. Ich bin halt einfach gerne, also Selbstbeobachtungen, aber auch Fremdbeobachtungen. Ich gehe, weil wenn ich unterwegs bin, halt, ich schaue mir die Leute an, ich höre zu, ich belasche ein bisschen, ich mache mir Notizen und dann entstehen dann auch diese Sachen. Das ist eher in die frühen Sachen, in die Shortest zum Beispiel. Ja, wir sind eh schon am Ende unserer Sendung. Danke noch einmal und danke Ihnen und Euch fürs Zuschauen und Zuhören und wir sehen uns wieder in 14 Tagen bei der Vorlesestunde auf DORF.TV. Dankeschön. Dankeschön.