Gut, ganz herzlich willkommen. Wir freuen uns sehr, dass diese Tagung stattfindet, nachdem sie zwei bis dreimal gefühlt eher öfters verschoben worden ist. Jetzt im Moment hat man gerade den Eindruck, es ist schon wieder die letzte Tagung bis auf Weiteres, wenn das so weitergeht mit den Infektionszahlen. Aber wir werden das jetzt einfach total ausnutzen, diese Möglichkeit hier miteinander zu diskutieren. Ich darf Brigitte Hütter für heute Abend entschuldigen, sie wird aber für die Abschlussdiskussion dann natürlich bei uns sein. Sie ist anderweitig verpflichtet. Wir müssen uns das beim Rektorat ganz genau aufteilen, wer bei welchen Veranstaltungen auftritt. Das schaffen wir sonst alles nicht mehr. Ich sage vielleicht ein paar Worte zur Konferenz. Die Monika Sommer wird auch ein paar kleine Worte zur Konferenz sagen und dann gehen wir direkt in medias res. Heute ist ja gewissermaßen nur der Auftakt. Es geht dann noch einen vollen Tag und einen Dreivierteltag weiter. Die Konferenz, die ich heute eröffnen darf, ist ein Teil von zwei Konferenzen oder eine Doppelkonferenz. Der erste Teil dieser Konferenz hat letzte Woche in Innsbruck stattgefunden. Dirk Krupnow sitzt hier. Er ist sozusagen der Dritte im Bunde in der Konzeption dieser Veranstaltungsreihe. Ich hatte in Innsbruck schon den Eindruck und der verstärkt sich immer mehr. Das könnte eigentlich eine ganze Serie werden, weil verstörende Orte, NS-kontaminierte Orte, mit denen es Schwierigkeiten gibt, wo man nicht so richtig, wo niemand so recht zu wissen scheint, wie man jetzt damit umgehen soll, gibt es zuhauf. Und was wir auf jeden Fall in Innsbruck schon sehr deutlich sehen haben können, ist, dass es natürlich überhaupt nichts nur Annähernderes wie eine gemeinsame Strategie gibt, sondern die Umgangsweisen sind eben extrem kontextabhängig, extrem Akteurs und Akteurinnen abhängig und wir haben da auch sehr deutlich gesehen, dass es auch sehr stark darauf ankommt, zu welchem Zeitpunkt solche Thematisierungen von NS-kontaminierten Orten denn stattfinden. Also was sind denn jetzt gerade die aktuellen Debatten, die mit aufgerufen sind, wenn es um solche Orte geht. Vielleicht nur, ich habe versucht so ein paar Sachen von der Konferenz letzte die mit aufgerufen sind, wenn es um solche Orte geht. Vielleicht nur, ich habe versucht, so ein paar Sachen von der Konferenz letzte Woche mitzunehmen, die wir vielleicht dann auch weiter diskutieren können. Die Konferenz in Innsbruck hat stattgefunden in und hat thematisiert das Landhaus, das nämlich mal ein Gauhaus war, also die Parteizentrale der NS in Innsbruck. Es ist dazu ein tolles Buch entstanden von der Hilde Strobl und von Christian Mattis. Ab morgen soll es dieses Buch hier auch geben. Es ist noch irgendwie in der Post, aber es kommt dann hierher. Es ist wirklich sehr, sehr gelungen, finde ich, weil es auch bis in die Baudetails dieses NS-Bauwerks reingeht. Einige Kolleginnen und Kollegen waren ja hier wie dort zugegen. Christine Fuhrmeister ist noch mal da, die Angela Koch ist noch mal da, Dirk war in and out, aber war eigentlich als der Spiritus Rektor auch anwesend die ganze Zeit. Wir freuen uns sehr, dass das in dieser Form gelungen ist. Was mir in Erinnerung geblieben ist, abgesehen von dieser wirklich ganz großen Heterogenität der Umgangsweisen mit Gebäuden, die eben entweder im Nationalsozialismus errichtet worden sind oder sehr stark umgebaut und adaptiert worden sind oder eben eine zentrale Funktion hatten in dem Unrechtsregime, sind so ein paar Stichworte. sehr spannungsreich, denke ich. Wir haben gesehen, dass es einerseits immer noch an bestimmten Orten, wie beispielsweise in Weimar bei dem GAU-Forum, gibt es eigentlich immer noch keine wirklich aktive Thematisierung. Da hat man aus dem ganzen Gelände eigentlich eine Brache produziert. Da ist nichts, man versucht es irgendwie hinter anderen Gebäuden irgendwie zum Verschwinden zu bringen. Nicht mal sehr offensiv, sondern Brachlegung ist eine Strategie. Christine Fuhrmeister hat vom Königsplatz von einer, ich erinnere mich richtig, forcierte Nonchalance, glaube ich, haben sie gesagt oder so etwas Ähnliches. Also man thematisiert es aber irgendwie auch nicht und die Erinnerungsarbeit wird eingebunden in Tourismuskonzepte und dadurch ist sie da und ist gleichzeitig gar nicht da. Also das fand ich eine interessante Spannung. Also es gibt alles bis hin zu einem sehr bewussten Umgang in verschiedensten Formen. Auch da gab es eine für mich wirklich interessante, wichtige Diskussion darüber, inwieweit eben die Thematisierung dieser NS-Spuren in manchen Fällen, das ist diskutiert worden mit dem Reichsluftfahrtministerium, das jetzt Finanzministerium ist, ob das nicht durch die Thematisierung der NS-Spuren eben reauratisiert wird, auch bis zu einem gewissen Punkt. Also das ist wirklich, glaube ich, ein ganz großes Spannungsfeld zwischen Tilgen, Brach liegen lassen, irgendwie thematisieren, aber nicht sehr systematisch, bis hin zu einer fast Reauratisierung durch die explizite Betonung der NS-Vergangenheit, so Gruselfaktor, war da vielleicht auch das Stichwort. Über die Innsbruck selbst wird Dirk vielleicht noch ein bisschen mehr berichten, was mir im Vergleich zu unserem Haus hier, das ja auch in der NS-Zeit errichtet worden ist, aufgefallen ist, ist, dass die jetzt in der Renovierung des Landhauses, jetzt in der Renovierung des Landhauses, dass es da sehr stark um ein zumindest partielles Wiedereinsetzen von authentischen Bauelementen ging, was in diesem Haus zum Beispiel überhaupt nicht wirklich passiert ist. Also da ist, bis auf ein paar Oberflächen und natürlich die Gebäudestruktur selbst hat man sich da jetzt nicht drum bemüht, auch wieder was sozusagen auferstehen zu lassen, um den authentischen Erinnerungsort gewissermaßen entstehen zu lassen. Das ist im Landhaus eben schon der Fall. Wir haben diskutiert über die Notwendigkeit oder auch Problematik bis zu den Türklinken, Originalbauteile wieder einzusetzen in so einer Renovierungsaktion. Also es ist ein enorm breites Feld. Ich finde es sehr, sehr gut, dass bei dieser Tagung heute und morgen noch viel mehr, also einige kommen erst morgen, werden erst morgen anreisen. Es werden einige dabei sein, die sich schon sehr lange und sehr tief mit dem Thema beschäftigen. Herr Kotanko im Braunau, die Gabo Heindl wird wiederkommen, die schon 2009 sich mit der Abschlagarbeit hier am Gebäude betätigt hat. Und ich denke, das ist gut, diese Debatten und auch die ungelösten Probleme zu erneuern und erneut in Diskussion zu bringen. Ich habe wenig, was soll man sagen, meine Intention ist hier nicht unbedingt Lösungen zu finden, sondern die Probleme interessanter zu machen, weil ich glaube, dass das eine der wichtigsten Funktionen von Erinnerungsorten, insbesondere die Orte, die an die Täter erinnern, eben ist, den Widerstreit und den Problembewusstsein einfach wachzuhalten und das immer wieder aufs Neue zu diskutieren, auch zu diskutieren, was aus der Geschichte man in der jeweiligen Situation wiederum einbringen möchte und muss. Ich brauche gar nicht sehr zu betonen, wie zentral und politisch umstritten Erinnerungskultur immer noch ist. Nur zwei Stichworte, es sind auch sehr viele hier im Raum in die Debatten aktiv verwickelt. Loeger-Denkmal in Wien war in den letzten Tagen ja wieder stark in den Medien. Vielleicht wird Dirk uns auch ein bisschen was darüber berichten, wie diese Debatte im Momok verlaufen ist. Ich bin sehr neugierig, was da diskutiert worden ist, weil das, was man dann in den Medien erfährt, sind ja meistens nur so ein paar Stichpunkte und ich wäre da sehr interessiert, mehr darüber zu wissen. Soviel vielleicht von meiner Seite als eine kleine Einleitung, ein paar Stichworte für die Diskussion. Das Allerwichtigste, denke ich, ist, dass wir aus diesem vergleichenden Blick, den wir hier versuchen, indem wir so möglichst unterschiedliche Orte und ihre vielschichtigen Erinnerungspolitiken anschauen, dass wir daraus dann eben auch für die lokalen Anwendungen auch was rausholen können. Das wäre man nicht verallgemeinern können und wollen, aber das ist jedenfalls der Ansatz oder unsere Idee gewesen, und wollen, aber das ist jedenfalls der Ansatz oder unsere Idee gewesen, da sozusagen einen breiten Rahmen zu schaffen, um dann für lokale Streitfälle möglichst viel Unterlage zu gewinnen oder Anschub zu gewinnen. Monika, vielleicht magst du auch noch ein bisschen was sagen. So, jetzt kriegt man da wieder kurz Luft. Vielen herzlichen Dank an dich, Karin. Vielen herzlichen Dank, dass wir heute diese Tagung gemeinsam wirklich durchführen können. Danke auch an dich, Dirk. Ich glaube, es war eine gute Sache, diese Debatte gemeinsam zu führen. Als Direktorin vom Haus der Geschichte Österreich beschäftigt uns eigentlich, ich würde sagen, täglich, die Auseinandersetzung mit dem Altern, mit dem sogenannten Balkon der Neuen Burg, der ja auch ein Grund war, warum das Haus der Geschichte Österreich in der Neuen Burg am Heldenplatz überhaupt verortet wurde und gleichzeitig obliegt über diesem Balkon ein absolutes Betretungsverbot. Das hat uns sozusagen dieses Thema eigentlich auch sehr rasch auch nach Linz geführt, wo es ja sozusagen hier in unmittelbarer Nachbarschaft auch einen Balkon gibt, der im Zuge des Anschlusses genutzt wurde und der ja auch nur einmal im Jahr, glaube ich, geputzt wird oder vielleicht ein Blumenkistel rausgestellt wird. Und ja, wir es einfach auch sehr spannend fanden, sozusagen hier einen Blick drauf zu werfen, neben vielen anderen Balkonen, wie den zum Beispiel vom Wiener Rathaus, der ja extra errichtet wurde. den zum Beispiel vom Wiener Rathaus, der ja extra errichtet wurde. Ja, also allein dem Thema der Balkone sozusagen könnten wir hier eigene Ausführungen widmen. Für uns als Haus der Geschichte Österreich und wir haben mit dem Thema hier sozusagen, nehmen wir sicher eine Sonderstellung ein, weil ja die neue Burg nicht in der NS-Zeit errichtet wurde, aber eben dieser Alt dann am 15. März 1938 doch eine zentrale Nutzung erfahren hat. Und vor allem sich uns heute die Frage stellt, ist dieses absolute Betretungsverbot wirklich noch ein adäquater Umgang? wirklich noch ein adäquater Umgang. Natürlich sind es immer bauliche Argumente, mit denen man argumentieren kann, warum etwas nicht betreten werden darf. Aber wir alle wissen, dass sozusagen, wo ein Wille da ein Weg, da findet es dann auch Möglichkeiten, eine andere Form des Umgangs mit so einem Ort auch zu suchen und zu finden. Ja, das sind Fragen, die uns eben sehr stark antreiben, weil wir auch merken, dass viele Besucherinnen und Besucher auch wirklich hinausgehen möchten. An manchen Gelegenheiten, wie zum Beispiel am 26. Oktober, sehen wir auch immer wieder, Gelegenheiten, wie zum Beispiel am 26. Oktober sehen wir auch immer wieder, wenn dort eine Kamera vom ORF oben ist, nutzen Einzelne, versuchen kurz hinaufzukommen und wollen dann einfach auch diesen Ausblick, der eigentlich ein Panorama bietet auf die zentralen demokratischen Einrichtungen unseres Landes, einfach auch nutzen. Und wir als Haus der Geschichte Österreich fragen uns, gibt es eine demokratische Form des Umgangs mit diesem Altern der neuen Burg? Für mich ist der aktuelle Umgang mit dem absoluten Betretungsverbot ja noch ein radikalerer als die schon angesprochene Brache, weil wie gesagt eine Brache kann ich normalerweise wenigstens betreten, können wir dann noch über Weimar vielleicht genauer sprechen, aber in Wien sind sozusagen die Möglichkeiten jetzt wirklich eigentlich seit wir dort sind und dieses Thema auch immer wieder ansprechen noch verschärft worden und wir können jetzt gar nicht mehr hinausgehen. Am Anfang konnten wir noch den Ort ein bisschen nutzen, aber mittlerweile ist die Türe fest verriegelt. Türe fest verriegelt. Was uns immer wieder antreibt, das ist die Aussage von Elie Wiesel, der 1992 als Einziger nach 1938 dort eine öffentliche Rede gehalten hat. Er hat gesagt, der Balkon ist eigentlich nichts, entscheidend ist das, was unten passiert, auf dem Platz. Und darum thematisieren wir natürlich auch immer ganz stark auch den Platz mit. Und wir haben auch ein Projekt gestartet, auch im Internet, wo wir die Bevölkerung aufgerufen haben, welche Ideen es denn gäbe sozusagen, wie könnte denn so ein Alt dann überhaupt genutzt werden. Denn falls wir rausgehen dürften, wie würden wir diesen Ort dann nutzen. Generell reiht sich diese Frage, glaube ich, eben der Nutzung dieses Ortes nicht nur ein in die Frage, wie gehen wir um mit anderen Orten des NS-Terrorregimes. Es reiht sich für mich auch ein bisschen ein in die Frage sozusagen dieses Turning Points der Erinnerungskultur, an dem wir uns jetzt befinden. Ich möchte auch mit in die Tagung die Frage nehmen, ist es vielleicht sozusagen das Ende der Zeitzeugenschaft, das den Blick neu lenkt auf die Orte und zwar als Reibebäume, als laufende Herausforderung an die gegenwärtige Gesellschaft. Und ist es sozusagen eben auch das Ende der Zeitzeugenschaft, aber vielleicht auch den Täterorten widmen, was ja in den letzten Jahrzehnten bei weitem nicht der Fall war, sozusagen. Ja, ich denke, hier lässt sich ein gewisser Umbruch markieren oder ich nehme das einmal als Frage mit in die Tagung. in die Tagung. Soweit schon sozusagen von meiner Seite. Ich bin sicher, dass wir mit vielen Fragen aus diesen beiden Konferenzen hinausgehen werden und das ist auch gut so. gar nicht eine klare Handlungsanleitung sozusagen entwickeln, aber vielleicht doch eben gemeinsame Gedanken, gemeinsame Thesen, die dann eben auch wieder als quasi wissenschaftliche und künstlerische Reibepäume unseren Umgang mit den NS-kontaminierten Orten hoffentlich vorantreiben. kontaminierten Orten hoffentlich vorantreiben. Also vielen herzlichen Dank auch an alle Mitwirkenden und ich darf wieder an Karin Harrasser übergeben. Ja, wirklich großen Dank fürs Dranbleiben. Ich spare mir den Dank jetzt noch ganz kurz auf, vor allem, weil eine Person, die bedankt werden muss, gerade draußen ist. Ich darf noch so ein paar technische Dinge bekannt geben. Zuerst mal an die Menschen im Zoom. Sie können sich gerne zu Wort melden, sie schicken dafür einfach ein Fragezeichen in den Chat und die Lena, unsere Moderatorin, wird mir oder uns Signale geben, wenn es Fragen gibt. Wir freuen uns wirklich sehr. Bitte fühlen Sie aus dem Zoom heraus sich beteiligen würden. Das ist das Erste. Das Zweite ist, es gibt begleitend zu dieser Konferenz, auf der naturgemäß viel geredet wird, auch Bilder gezeigt werden, zwei Installations- bzw. Ausstellungsprojekte und einen Rgang der die teil des programs sind es gibt zum einen im aktenkeller vom hof aus begehbar die ausstellung aus der dunkelheit die von hubert lobnik moritz matschke und angela koch mit betreut worden ist ja auch du hast mit betreuten die haben wir eigentlich für den letzten Mai vorbereitet für den Tag der Befreiung, wo auch der Kollege Paul Maringer von der BIK ganz herzlich willkommen mit dabei war, um so eine erste Runde in die Diskussion zu machen. Wir haben sie jetzt extra für diese Konferenz nochmal aufgesperrt bzw. Hubert und Moritz haben sich sehr bemüht, den Aktenkeller nochmal zugänglich zu machen. Der ist nicht sehr oft offen, also es ist eine relativ einmalige Gelegenheit, sich mal den Untergrund unter der Kunstuni anzuschauen und die Arbeiten sind wirklich ganz, ganz toll geworden. Also es sind künstlerische Arbeiten von Studierenden, die im Rahmen einer Lehrinitiative letztes Jahr entstanden sind. Man muss sich anmelden, um darunter zu gehen, weil es ist sehr, sehr beengt, also zu Covid-Zeiten noch mal strenger leider. Aber die Anmeldung ist dafür kurz und schmerzlos. Man kann entweder zu Sarah hingehen, schon heute Abend, und sich für einen Slot eintragen. Wir legen die Liste dann auch auf morgen und wir schauen einfach mal, wie der Andrang ist, wenn wir überhaupt nicht zurechtkommen mit den offenen Führungsplätzen, schauen wir einfach noch, wie wir es vielleicht erweitern können an das Spektrum. Also ganz toll, dass das nochmal offen ist. Dann gibt es eine ganz neue für diese Konferenz hergestellte Audioinstallation, Soundinstallation im Erdgeschoss, im sogenannten Vestibül zu hören. Diese Audioinstallation ist hergestellt worden von der Neigungsgruppe Geisterbahn. Heute hier vertreten, hier hinten sitzen René Winter und N dann nach dem Ende dieser ersten Session unten sein. Die Audioinstallation selbst wird aber noch weiterlaufen. Also man kann es sich auch anhören später. Es ist sehr geheimnisvoll. Es geht irgendwie auch um die Grottenbahn und den Nationalsozialismus, was allen Linzern wahrscheinlich irgendwas sagt. Also ich bin auch selber ganz gespannt, was da unten inzwischen läuft. Und dann gibt es morgen zum Mittag die Möglichkeit mit Leo Laura hier seitwärtssitzend die Steingeschichten anzuhören, beziehungsweise glaube ich ist es so, dass du nur eine Einführung gibst und man geht dann selbstständig durch. Du wirst aber morgen selber noch ein bisschen erklären, was es mit den Steingeschichten, das ist so ein Audio-Rundgang hier rund in der Altstadt und über die Brücke hinüber auf sich hat, genauso wie Moritz und Hubert morgen auch noch mal ein paar Worte zur Ausstellung sagen werden. Das nur schon mal als Vorankündigung, was alles so rundherum passiert. Das ist eine Kunstuni, da ist das Visuelle und Audiovisuelle genauso wichtig wie das Wort alleine, finde ich. So, jetzt schneller Dank, bevor hier alles zusammenbricht. Auch schön. Auch schön. uns zur Seite. Frau von Lingen, auch nochmal ganz herzlich willkommen vom Institut für Zeitgeschichte. Sie wird auch eine Moderation übernehmen, die irgendwie im gedruckten Programm verschwunden ist. Es tut mir sehr leid, irgendwie ist das schief gegangen kurz vorm Druck. Es hat sich überhaupt bei den Moderationen ein bisschen eine Rochade ergeben durch An- und Abwesenheiten, aber das soll uns glaube ich nicht weiter stören. Also alle Panels werden moderiert werden. So viel kann ich versprechen. Und sie werden total kompetent moderiert werden. organisatorisch auf die beine gestellt haben besonders der helena fabian die nicht da ist im hintergrund eigentlich alles an administrativen tätigkeiten abgewickelt hat silvia leitner wie immer mit rat und tat und allen ihren kräften war sie unterstützend dabei antonio zingaro sitzt da hinten und schaut das technisch alles läuft als alles nicht selbstverständlich. Haustechnik, auch ohne die geht es nicht. Vielen, vielen Dank fürs Mithelfen. Und an allererster Stelle die Sarah Sander, die hier in der ersten Reihe sitzt, die wahrscheinlich mit allen hier im Raum irgendwie Kontakt hatte. Sie hat sowohl inhaltlich mitgearbeitet in der ganzen Programmplanung, hat die ganze Kommunikation gemacht, hat alles organisiert. Also ohne die Sarah wäre das überhaupt gar nicht möglich gewesen. Also vielen, vielen Dank nochmal für alles, was du für diese Tagung gemacht hast. Danke dir. Gerne noch einen kurzen Applaus. Ich kann so schlecht. So, und jetzt geht es wirklich in medias res. Wir machen heute einen kleinen Auftakt mit einem Linzer Projekt, das sehr beeindruckend ist. Ich darf ganz ganz kurz vorstellen die beiden Vortragenden des heutigen Abends. Peter Androsch, den man in Linz nicht wirklich vorstellen muss. Großartiger Musiker, Soundkünstler, hier an der Kunstuni auch tätig in Sachen akustische Ökologie. Vielen Dank, dass du dich hier bereit erklärt hast, für uns den Auftakt zu machen. Ich bin so ein bisschen traurig, wir wollten nämlich eigentlich den Auftakt in dem Gebäude machen, das eigentlich Thema und Inhalt eures Projekts ist, nämlich das akademische Gymnasium. Die wollten aber irgendwie nicht. Das ging nicht. Es ist schade. Jetzt müsst ihr uns irgendwie virtuell da durchführen. Und die zweite, die heute mithelfen wird, ist Anna-Sophie Broscher. mithelfen wird, ist Anna-Sophie Broscher. Sie war in der Schulklasse, die sich eben dieses Projekt angenommen hat. Inzwischen studiert sie Wirtschaft und ich bedanke mich wirklich ganz herzlich, dass du dich nochmal bereit erklärt hast, auf deine Schulzeit zurückzuschauen. Ich hätte das nicht wollen. Ich wollte mit der Schule nichts mehr zu tun haben, in dem Moment, wo sie vorbei war. Also von daher nochmal den allergrößten Dank und ich übergebe euch das Wort. Die beiden stellen das Projekt vor und wenn dann Lust besteht, kann man sehr gerne auch eine kleine Diskussion machen. Wir können aber dann auch informell drüben bei Suppe und Wein diskutieren. The floor is yours. Man muss immer beim Mikro sein, weil sonst hören die im Zoom nichts. Schauen wir mal, dass wir das wieder wegkriegen, oder? Wir fangen an mit einem Hörbild. Bitte jetzt nicht schrecken, ich hoffe das funktioniert. Gå inn på bygget. Stavros Stavros Stavros I'm going to make a Nå er det en av de fleste stående stående i landet. The Stavros Stavros Stavros Applaus... und dann kommt der Mann mit schönen Zeichen, schöner Augenkontakt, und dann ist er hier und er ist hier. Und dann kommt der Mann mit schönen Zeichen, schöner Augenkontakt, und dann ist er hier und er ist hier. Und dann kommt der Mann mit schönen Zeichen, schöner Augenkontakt, und dann ist er hier und er ist hier. Und dann kommt der Mann mit schönen Zeichen, schöner Augenkontakt, und dann ist er hier und er ist hier. Und dann kommt der Mann mit schönen Zeichen, schöner Augenkontakt, und dann ist er hier und er ist hier. Und dann kommt der Mann mit schönen Zeichen, schöner Augenkontakt, und dann ist er hier und er ist hier. Und dann kommt der Mann mit schönen Zeichen, schöner Augenkontakt, I'm going to make a L'esprit de la vie Ich will jetzt den Klang des Wassers gehört haben. Meine Kinder gehen noch immer in diese Schule, das Akademische Gymnasium in Linz. Und meine Tochter ist davon überzeugt, dass der Zustand der Toiletten sehr viel darüber aussagt, mit welcher Einstellung jemand den Gästen gegenüber tritt. Und also eines der größten Problemee in dieser schule ist eben dieser zustand total hätten nicht nur dass du hast du erzählt dass es schwierig war wird in der schule zu kommen das projekt ist sehr abhängig von einer direktorin die vor zwei jahren glaube ich in pension gegangen ist und sei da hat sich der wind auch in der schule sehr gedreht Aber ich möchte mal von vorne anfangen. Was ist die Schule? Das ist ein Projekt, das aus einer Schule kommt, für eine Schule gemacht ist, durch die Schule gemacht ist, durch Schülerinnen und Schüler, durch Lehrerinnen, durch eine Direktorin, durch viele Leute, die um die Schule sind, so wie mich, ehemalige Schülerinnen und Schüler, dann durchaus auch die anderen reiner rundherum. Also es ist ein fast hypertrophes Ding geworden, das von 2013 bis 2020 gedauert hat. Und im Grunde könnte es noch weitergehen, weil diese Homepage ja besteht und jeder, der noch etwas beitragen möchte, durchaus diese Struktur hineinschreiben kann oder Dinge noch nachtragen kann. Richtig gearbeitet im engeren Sinn wurde von 2015 bis 2019, also fünf Jahre mit einer sogenannten Archivgruppe, also Leute, die im Archiv und rundherum gearbeitet haben. Warum könnte dieser Ort verstörend sein? Es gibt ein schönes Video, wo der Horst Seehofer befragt wird vom Jan Böhmermann. Und er über die Regierungsform in Österreich und er sagt, die Grünen, die Grünen regieren in Österreich. Und dasselbe könnte man über die Schule sagen. Also alleine, weil dieses Gebäude eine Schule ist, ist es schon verstörend. Das ist mir jetzt nach diesen vielen Jahren der Beschäftigung mit der Schule noch viel klarer geworden, als es vorher war. Aber nachdem ich erst spät Kinder bekommen habe, jahrzehntelang, das natürlich versucht zu vergessen, was in der Schule war. Du würdest ja auch nicht mehr dich mit der Schule beschäftigen wollen. Aber es gibt natürlich noch einen anderen Grund. Da schauen Wir gehen erst einmal hierher und schauen uns diese Karte an. Im Zentrum des Kreises liegt das sogenannte Akademische Gymnasium. In Linz wird es meistens genannt die Spittelwiese, das ist die Adresse und ist wahrscheinlich das älteste Gymnasium im deutschsprachigen Raum. 1542 gegründet, als Schule eigentlich geplant, als Universität der protestantischen Landstände und fühlt sich so ein bisschen bis heute als Elite-Schule. Wir haben aber dann herausgefunden, dass sowohl der ehemalige Landeshauptmann Gleisner, der vor 38 Landeshauptmann war und nach 45 wieder, als auch der Landeshauptmann Wenzel und dann später der Landeshauptmann Ratzenböck, alle in diese Schule gegangen sind. Hier, wo ihr jetzt hinzeigt habt, ist das Landhaus und es war natürlich ein Projektteil mit den Schülerinnen und Schülern, den versteckten Tunnel für diesen Deep State zu finden. Also der zweite Grund wäre, warum dieses Gebäude verstörend sein kann. Man könnte es auch als Teilorganisation der oberösterreichischen Volkspartei begreifen. Hat sich dann geändert, leider sind die jetzigen, dann der Landeshauptmann Bühringer und der jetzige Landeshauptmann Stelzers aus anderen Schulen. Da kann man natürlich dann diskutieren, weshalb. Übrigens auch ein Teil der städtischen Elite ist hier gegangen, wie der Bürgermeister Kurev, der auch sogar Lehrer an dieser Schule war. Aber es gibt natürlich auch viel wichtigere Gründe. Und da kommen wir eigentlich zu einem Zugang, den wir uns als Motto gegeben haben, nämlich, dass wir die Schule als Membran begreifen, als etwas, wo etwas hineinwirkt und herauswirkt. Und darum finden Sie dann auf der Homepage auch viele Dinge über Menschen, die rund um die Schule waren. Und man kann sich vorstellen, dass alles, was da reinwirkt, auch eine Auswirkung hat. Und wenn man sich jetzt nur folgende Adressen anschaut, dann wird einem schon klarer, was da alles passiert ist in der Umgebung. Ums Eck in die sogenannte Realschule ist Adolf Hitler in die Schule gegangen. In der Bischofsstraße 3 kann es nicht hingehen, weil dann hört man es nicht. Aber kannst du die Bischofsstraße zeigen, weil dann sieht man, wie nah das alles ist. Und zwar am Eck zur Landstraße. Die Bischofsstraße 3, das ist der Wohnsitz der Familie Eigeruber gewesen. Und Simon Wiesenthal war ja bis 1961 in Linz und es gibt schon die Vermutung, dass es einen engen Zusammenhang gibt zwischen der Verhaftung von Eichmann in Argentinien und warum Wiesenthal genau bis 1961 hier war und erst nach der Verhaftung Eichmanns also durch abmeckern nach Wien gehen konnte. Dann haben wir in der Walterstraße 20, das ist an der Ecke zur Steingasse. Also die Walterstraße ist diese, ja genau, der August Eickruber, jetzt habe ich mich doch in der Zeile verdammt. Brunner hat bei der, ich wollte, weil mir der Name so gefällt, bei der Bertha Katzer, hat in der Pension gewohnt, weil seine Eltern ihn nach Linz in die Schule geschickt haben. Und schließlich im Landhaus hat der Gauleiter Eickgruber residiert. Also wir sehen, dass so im Umkreis von fünf Minuten Gehstrecke sehr viel, also eine sehr dichte Geschichte ist, man könnte es durchaus als NS-Labor begreifen. Aber auch in der Schule ist vieles gewesen, es hat einen ganz legendären Lehrer, den Hermann Fopper gegeben, der ist immer herumgelaufen wie der Tiroler Freiheitsheld Hofer, der war der Lieblingslehrer vom späteren Nationalratspräsidenten Maleta. Und so unbegreifliche Sachen sind uns aufgefallen. Maleta wird aus dem KZ entlassen und hat nichts anderes zu tun, zu dem NS-Abgeordneten Vopper zu gehen und mit ihm die Dinge zu besprechen. dem NS-Abgeordneten Vopper zu gehen und mit ihm die Dinge zu besprechen. Ich komme dann auch noch auf den Maleta zurück, weil der der erste Freund von Geli Raubal war und er hat sein ganzes Leben lang, auch in seiner Autobiografie, sehr viel über Geli Raubal, die Nichte von Adolf Hitler, gesprochen, die eine der ersten Absolventinnen dieser Schule war im Jahr 1927. Also es gäbe vieles zu besprechen und wir haben versucht, das durch eine ganz bunte Darstellung auf dieser Seite zu schaffen. Bevor ich jetzt zu dir übergebe, möchte ich nur kurz diese Struktur erklären. Also wir versuchen hier zu erklären, was eigentlich das Projekt ist. Und worauf ich stolz bin, ist, dass alles aus der Schule mit den Schülern und Schülern gemacht wurde. Selbst dieses Programm ist ein kostenloses Programm, das heißt Mobilize aus dem Internet. Also es wurde nirgends professionell oder mit teuren Mitteln gearbeitet, sondern es kommt alles in diesen fünf Jahren eben aus diesem Bereich. Dann gibt es eine Menge von Reportagen von verschiedensten Leuten, die manchmal mehr textorientiert sind, manchmal mehr grafisch oder bildnerisch. Dann Schaubilder, die auch aus verschiedenen Impulsen entstanden sind. Ein Hörbild haben Sie jetzt gehört. Da müsste man jetzt draufdrücken. Die ersten beiden sind länger und sehr sprachorientiert, darum haben wir das jetzt nicht als Einstieg genommen. Archäologie heißt, was findet man in der Schule, wenn man in die verschiedenen Räume geht. Und schließlich, der vorläufige Schlusspunkt war eine Oper, die ich geschrieben habe zu diesem Thema. Die Schule oder das Alphabet der Welt wurde im Neuen Musiktheater Linz Anfang 2020, kurz bevor Corona kam, noch uraufgeführt und mehrere Male aufgeführt. Und da finden Sie auch alles, was da dazugehört. Also man kann da schon einige Stunden mit dieser Seite verbringen. Ich war wie gesagt als Schülerin mit Gruppe von dem Archivprojekt, das hat unsere Klassenvorständin Frau Mag. Schoss betreut und es war eben am Anfang die Frage, die Schule als Membran zu sehen und einerseits wie die Dinge von außen in die Schule wirken, aber auch wenn man jetzt von innen hinaus was abgibt, wenn man über die Klasse nachdenkt, die Schule, dann ist mit das erste, was einem auffällt, das Aufzeigen der Schüler und dann haben wir mal ganz bewusst darauf geachtet, wie wir aufzeigen, wie wir uns verhalten und was unsere Hand dort oben indirekt auch aussagt über uns. Und da haben wir da oben die normal aufzeigenden Hände, weil dann unten in der zweiten Reihe, man erkennt es nicht ganz so gut, sind die schnipsenden Hände, die ganz dringend was mitteilen wollen. Hände, die ganz dringend was mitteilen wollen. Und wenn man dann weitergeht, kommen aber auch die exzentrischeren Aufzeiger in der Mitte, aber auch die gelangweilten Aufzener, die wahrscheinlich wenig Sinnvolles sagen wollten, aber trotzdem für die Mitarbeit etwas mitteilen wollten. Und diese Fotos haben wir zusammen aufgenommen und die waren dann ein Teil der ersten Fensterausstellung von der Schule. Da wurden entlang der Spittelwiese auf den Fenstern im Erdgeschoss eben diese Fotos aufgebracht. über den Lernkörper, also nicht über den Lehrkörper, sondern da wird der Lernkörper untersucht, welche verschiedenen Positionen und Bewegungen ein Lernkörper während des Unterrichts vollführt und was man daraus ablesen kann. Also es ist eine körperpsychologische Studie vielleicht gewesen, die hat uns sehr beeindruckt und die Menschen von der Uni Dresden haben uns auch das Material bereitwillig zur Verfügung gestellt und wir haben das dann sozusagen präsentiert. Ich gehe jetzt zu einem Artikel, wo ich einen, ich suche jetzt natürlich ein Foto und habe mir das nicht einprogrammiert. Ich möchte Ihnen natürlich erzählen, wie ist es zu dem Projekt gekommen. 2013 hat mich die damalige Direktorin Hödel eingeladen, die sogenannte Maturrede zu halten. Und da werden halt immer Absolventen eingeladen, gescheit zu den armen Maturanten zu reden, die lieber schon heimgehen wollen. Und diese Rede wird dann immer im Absolventenreport abgedruckt und der wird, soweit es geht, an alle Absolventen verschickt. Und kurze Zeit später kriege ich ein E-Mail aus Washington vom Dr. John S. Kafka, dass ihm diese Gesichtsschichte so gefallen hat. Da haben wir ihn. dass ihm diese Gesichtsschichte so gefallen hat. Da haben wir ihn. Und ich war dann sehr intensiv mit ihm in Kontakt und bin dann 2015 eingeladen worden zu unterrichten an einer amerikanischen Uni, Austrian German Studies, am Lafayette College. Und da hat mich eingeladen ein gewisser Bernhard Doppler, ein deutscher Literaturwissenschaftler. Und ich wollte dem Kafka nichts sagen, der hat in Washington gelebt, weil ich schon gerade da sehr viel über Nationalsozialismus und Ähnliches gemacht habe und psychisch mich damit nicht mehr beschäftigen wollte. Zum Beispiel habe ich 2013 die Oper Spiegelgrunde im österreichischen Parlament gemacht. Aber der alte Herr, 1921 geboren, hat das gelesen, dass ich dort bin und ruft mich an und sagt, das müssen Sie schon vorbeikommen. Also bin ich nach Washington gefahren und habe eben den Herrn Doppler gebeten, bitte fahr mit mir, dann fällt es mir vielleicht leichter. Und nach zehn Minuten Gespräch wird Herr Doppler schon etwas weiß. Und ich frage ihn, was ist denn los? Und er sagt dann zum Herrn Kafka, Herr Kafka, jetzt komme ich drauf, dass Sie mit meinem Vater in die gleiche Klasse gegangen sind, in der Spittelwiese. Das hat für Herrn Doppler und für mich natürlich schon ein Fingerzeig des Schicksals. Und als wir dann wieder in Linz zurück waren, Doppler lebt eigentlich in Berlin, sind wir zur Direktorin gegangen, haben ihr diese Anekdote erzählt und sie hat gesagt, na geh ins Archiv, da könnt ihr bis 1542 alles recherchieren. Und aus dieser normal spielreichen Zugangsweise ist eben dieses Projekt dann geworden. spielerischen Zugangsweise ist eben dieses Projekt dann geworden. Und der John S. Kafka, der jetzt leider im Vorjahr mit 99 Jahren gestorben ist, war sowas wie unser Führer durch die Geschichte. Er ist nämlich in der Landstraße 36 geboren. Und im Hof hat er als kleines Kind den ersten Schuss des österreichischen Bürgerkriegs gesehen und den ersten Toten auch gesehen, bis ihn seine Eltern weggezogen haben. Sein Vater ist bald gestorben und er wurde dann erst großgezogen worden vom Hausarzt der Familie Hitler, der ja am Daumarkt gelebt hat und konnte dann nach Frankreich flüchten mit seiner Mutter und dort wurde er zu Jean. Darum haben wir eben diese schöne Geschichte da genannt, Hans, Jean und John. Und ist dann schließlich in Amerika gelandet und hat mit diesem Buch einen Klassiker geschrieben, kann man sagen, Unwilling the Best, Discovery the New. Und wir waren also bis zuletzt eng mit ihm in Kontakt. Es ist leider nicht mehr möglich gewesen, dass er nach Linz kommt. Also so ist es dazu gekommen und dieses Graben in der Vergangenheit haben wir haben geglaubt, es ist das Archiv, es war ein Raum im Erdgeschoss. und wir sind dann aber sehr schnell drauf gekommen dass es irgendwie noch mehr geben muss und dann gab es die gerüchte es gibt da so einen raum im keller und dann haben wir vom philosophen den film ausschnitt gesehen von der pervert guide to cinema ein da hat er analysiert einen film von alfred hitchcock nämlich psycho und darin interpretiert er das haus nach der struktur von siegen freut nämlich dass oben im ersten stock das über ich ist im erdgeschoss ist das ich und dann im Keller ist das es. Und das es wird von Freud als der dunkle, unzugängliche Teil unserer Persönlichkeit beschrieben. Und für uns war der Keller genau das, ein dunkler, unzugänglicher Raum. Und wir haben lang probiert, endlich in diesen Keller vordringen zu dürfen und irgendwann wurde es uns dann erlaubt und wir sind mit Kameras ausgerüstet dann dort hinunter gegangen und haben dann einen verlassenen Raum gefunden. Es war, als würden wir wieder in der Geschichte zurückgehen. Es waren diese Archivregale ineinander verklemmt und die Bücher sind einfach herausgefallen gewesen. Man sieht da die alten Akten, die waren mit einer Staubschicht bedeckt und am Boden sind noch viel mehr Hefteln rumgelegen und wir haben die dann aufgemacht. Dann haben wir einen Zettel gefunden. Das war kurz vor dem Anschluss, wo den Schülern mitgeteilt wurde, dass sie jetzt einmal zu Hause bleiben und man würde schauen, wie es weitergeht. Und dann haben wir ein anderes Buch gefunden. Es gab einerseits die Klassenbücher, aber auch wie so Tagebücher, die in der Direktion aufgelegen sind. Und in diesem Buch stand eben zuerst drinnen, dass jetzt schulfrei ist und dann der erste Tag danach wurde verkündet, dass im Festsaal jetzt die Hakenkreuzfahnen hängen. Und das war unser Einblick in den Keller und was alles aus diesem Keller hinaus kommen kann, von dem wir viele gar nicht wussten, dass da wirklich was unten drinnen liegt. Und da haben wir eben diese Bilder gemacht. Viele sind eben schwarz und verschwommen und man erkennt nicht wirklich, was da jetzt genau los war. Und ich glaube, das spiegelt auch das Archiv recht gut wider, weil so viel Unbekanntes aufgekommen ist. Und auch diese Bilder sind dann wieder auf der Spittelwiese, auf den Fenstern aufgebracht worden in Form von den Schaubildern. Ja. von den Schaubildern. Wichtig war ja auch, dass wir gesagt haben, es bringt ja nichts, wenn wir uns mit uns selbst beschäftigen. Darum ist diese Schau eben entlang der Spittelwies und der Herdenstraße immer an den Fenstern gewesen. Und ich nehme an, die Schau ist fast fünf Jahre gelaufen. Wir waren wahrscheinlich die Ausstellung, die in Oberösterreich die meisten Zuschauer hatte. Also alle, die in Linz spazieren, einkaufen waren oder Touristen waren, haben diese Schau auch gesehen. Da können wir auch von der Eröffnung ein paar Bilder zeigen. Also es ist sehr auffällig angebracht. Da der Spiegel als Metapher, dass sich in der Schule alles auch spiegelt, natürlich was gesellschaftlich vorgeht und umgekehrt. Und da sehen Sie entlang der gesamten Schule sind diese Fotos immer dann auch mit Kommentaren angebracht worden. Wir haben übrigens auch einen zweiten Tunnel gesucht, zur Enrika von Handl-Mazzetti, worden. Wir haben übrigens auch einen zweiten Tunnel gesucht zur Enrika von Handl-Mazzetti, die vom austrofaschistischen Regime ganz gern als Nobelpreisträgerin gesehen worden wäre und die gegenüber der Schule gewohnt hat und angeblich immer mit den Schülern gefinstert hat. Gibt Lieferungen. Da sehen Sie, dass 2017 so Ende gewesen wäre, aber es ist dann eigentlich noch viele Jahre gegangen, weil es niemand weggeben wollte. Und so war halt dieser Bereich. Dann gehen wir noch einmal zurück zur Internetseite. nämlich auch, wir haben eine Kooperation gehabt mit den Oberösterreichischen Nachrichten, dass also immer wieder Dinge, die herausgefunden worden sind, auch in Artikeln in der Zeitung erschienen sind. Man kann das da, übrigens ein Beitrag eben von Bernhard Doppler, der das Projekt immer begleitet hat. Interessant ist auch, dass die Operette eine wichtige Rolle spielt, weil Nico Tostal und Eduard Makku in die Schule gegangen sind. Also man könnte da eine Reihe von Namen nennen. Aber ich glaube, es ist interessanter, wenn man selbst sich einmal die Zeit nimmt und durch die Seite scrollt und sich anschaut, was es alles gibt. Die Schausachen machen wir noch, du machst die Sätze. Wir haben uns dann auch mit verschiedenen Jahrgängen auseinandergesetzt. Da als Beispiel haben wir über die 80er Jahre einfach alte Jahresberichte gesucht und damals war es wohl üblich, neben seinen Namen auch einen Berufswunsch in den Jahresbericht anzugeben. Und wir waren da gerade in der siebten Klasse und waren alle recht neugierig, ob die Leute das dann durchgezogen haben und was aus denen geworden ist. Und dann haben wir versucht, die Leute zuerst zu kontaktieren. Das war halb erfolgreich und dann haben wir im Internet gesucht. Und im Internet findet man erstaunlich viel über Absolventen von unserer Schule und dann haben wir eben so Sätze erst zusammengeschrieben, die sich dann mehr wie so Haiku-Gedichte entwickelt haben von den Leuten, was aus denen geworden ist. Ein Beispiel, Peter weiß nicht was er will, der hat damals neben seinem Namen einfach einen Strich angegeben. Er wusste nicht, was er werden will. Über den haben wir dann auch nicht viel herausgefunden. Und so ist dann jedem Schüler, jeder Schülerin ein Satz zugeordnet worden und die sind dann im Gang zum Hof angebracht worden. Ist ja doch sowas wie eine soziale Installation geworden. Die ganze Schule war am Schluss dann beschriftet oder mit Bildern verziert. Es hat auch eine ganze Reihe von Veranstaltungen gegeben. Wenn man jetzt nur hier her schaut, eben die Schaufenster-Fensterschau, die kennen Sie schon an der Einrichtung der Schule, der Homepage. Die Schausachen, die werde ich Ihnen jetzt dann noch zeigen, die H der Demokratie, wobei das in der Schule nicht sehr ernst genommen wird, sondern da geht es eher darum, dass einer spricht und alle anderen hören zu, zumindest in dieser Art von Schule. Dann hat es viele Gritzl-Spaziergänge gegeben, Veranstaltungen auf dem Kafkas-Geburtsort in der Landstraße 36, die Oper, eine Sendung in Ö1, Ö1-Feature, Präsentationen natürlich in der Schule und so weiter und so fort. Das ist ein sehr dichter Kalender, auch mit Minisymposien im Musiktheater, die dann von der Dramaturgie des Musiktheaters beigesteuert wurden. Eine der Lieblingssachen von mir waren die Schausachen. Das ist ganz einfach entstanden. Im Kunsthistorisches Museum in Wien hat es einmal eine schöne Ausstellung gegeben von Joseph Cornell, der so schöne Assemblagen macht. Und darum haben wir begonnen, mit Dingen, die man in der Schule findet, also kleine Installationen, Assemblagen zu machen und die schön zu beleuchten. Die sind dann an verschiedenen Orten in der Stadt Linz in Schaufenstern ausgestellt worden, immer mit einem kurzen Kommentar, woher das ist und welcher Zusammenhang besteht mit dem Projekt. Da gibt es auch ein Foto, weil dann können Sie dann den Herrn Fopper, glaube ich, bewundern. Dieser Herr ist der Herr Fopper und das ist also ein Foto des Lehrkörpers 38, 39. 1938, 1939. Sie sehen da, dass manchmal Sachen staubig sind oder vielleicht nicht so ganz aufgeräumt sind. Und das hat dann der neuen Direktion große Probleme bereitet. Die alte Direktorin hat das also sehr nonchalant behandelt. Und deshalb ist uns eines bis zuletzt nicht gelungen. Den Dachboden. Wir wollten gelungen, den Dachboden. Wir wollten auch am Schluss den Dachboden natürlich untersuchen. Und das Betreten des Dachbodens wurde uns dann von der neuen Direktion, ich will es nicht sagen, es wurde verboten, aber es war vermieden bis heute. Dann vielleicht schauen wir uns noch die Mitwirkenden an, weil das auch sehr viel aussagt so ein langes vorhaben braucht natürlich viele leute und wir haben da also es gibt es einige die gibt es eigentlich aus anderen klassen auch welche, die mit waren? Du kannst vielleicht ein bisschen was zu den Kollegen sagen, wer das war. das Archiv Freifach gemacht hat. Dann der Johannes Jerischinski war mit mir in der Klasse, die Anna Nessol war mit mir in der Klasse, der Jakob Schichow und die Anna Tomaselli. Und wir waren am Anfang ein paar mehr Leute im Archiv Freifach und das sind dann über die Jahre immer weniger geworden. Das war immer ein Nachmittag und man hat gemerkt, je mehr Schularbeiten waren, desto schlechter besucht war das Archiv Freifach, aber wir sind bis am Schluss geblieben. Und es sind ja auch einige weggezogen. Einer ist nach Tirol gegangen. Ich sage jetzt noch etwas zu den anderen, die da stehen. ein sehr interessanter Mensch, Literaturwissenschaftler, lebt in Berlin. Sein Vater ist Literaturprofessor an der Universität Innsbruck gewesen und ist eben, ohne dass ich es wusste, hier in das Spittelwies in die Schule gegangen. Also so hat sich dann der Kreis geschlossen. Der Johannes Baumgartner war ein Direktor vor unserer Zeit, der uns aber viele Informationen gegeben hat. Silke Dörn ist eine Dramaturg und die nächste Leiterin des Theater Phoenix in Linz. Und unten sehen Sie natürlich einige, die einfach mitgewirkt haben, indem sie uns geholfen haben, Tipps gegeben haben und ähnliche Dinge. und ähnliche Dinge. Eines möchte ich Ihnen noch ans Herz legen, bevor wir jetzt Schluss machen. Diese Sammlung von Reportagen ist wirklich ein kleiner Schatz. Man erfährt viel Neues, nicht nur über die Schule, auch über die Linz. Wir haben ja großspürig behauptet, dass wir nicht nur die Geschichte der Schule von 1918 bis heute erzählen, sondern von der ganzen Welt. Vielen, vielen Dank für diesen Einblick in dieses Langzeitprojekt. Wir haben die Möglichkeit, ein bisschen zu reden, wenn Fragen aufgetaucht sind. Wir müssen es aber auch nicht übertreiben. Also as we like, wie so die Energie im Raum ist, würde ich das jetzt sehr darauf ankommen lassen. Aber es gibt Fragen, das ist toll. Wir haben ein bisschen ein Regime, ein Covid-Regime auch hier. Also bitte noch vorkommen und ins Mikro sprechen. Das ist wiederum für die Menschen im Zoom, weil die uns sonst nicht verstehen können. Und hiermit auch nochmal die explizite Aufforderung. Sie können gerne auch aus dem Zoom Fragen stellen. Sie können auch gern, wenn Sie mögen, Ihre Bildchen einmachen. Wir können Sie dann sehen, zwar ganz im Kleinen, aber wir können Sie sehen. Das ist eigentlich auch ganz nett, wenn man nicht nur namen zieht aber jede und jeder wie er will dirk mit dem rücken zum rest oder was Ja, herzlichen Dank für den spannenden Einblick in euer Projekt. Mir ist ein eigenes Schulprojekt eingefallen. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt oder ob ihr die Schule kennt. Ich rede vom Brigitte-Genauer-Gymnasium in Wien, Gymnasium in der Karan. Herr Gaster, vielleicht ist euch das geläufig, das deshalb interessant ist, weil die Schule 1938 als Gestapo-Gefängnis genutzt wurde und Menschen wie Bruno Kreisky und Fritz Grünbaum dort interniert waren, weil die Gefängnisse zu voll waren in Wien. Das ist eine Schule direkt neben dem Augarten und wo sehr engagierte Lehrerinnen so in den 90er Jahren, glaube ich, begonnen haben, dann die Geschichte der Schule zu erforschen. Eine Schule, die auch sehr viele, ich meine dort in der Gegend nicht weiter überraschend, in Wien sehr viele jüdische Schülerinnen und Lehrerinnen waren, sich sehr intensiv damit auseinandergesetzt haben, was mit denen passiert ist und dann auch eine Ausstellung im Keller interessanterweise eingerichtet haben, was an der Schule immer so ein bisschen die, oder glaube ich für Besucherinnen, denen man den Eindruck entstehen ließ, dass der Keller als Gefängnis genutzt wurde. 38 war es nicht stimmt, weil alle Klassenräume 38 als Gefängnis genutzt worden sind. Aber auf jeden Fall gibt es da im Keller eine Gedenkstätte, die aus der Schule heraus also bespielt wurde und eingerichtet wurde eben auch mit den Biografien der Schülerinnen etc. und was auch sehr stark in der Schule genutzt wurde. Wir haben dann damals, also ich zusammen mit dem Büro Trafokar, das vielleicht auch einigen hier geläufig ist, damals ein Projekt gemacht, was es gewissermaßen heißt, in der Migrationsgesellschaft über NS-Zeit und Holocaust zu reden, weil die Schule dann Anfang der 2000er Jahre einfach durch einen sehr hohen Migrantenanteil gekennzeichnet gewesen ist, was natürlich interessante Fragen gewissermaßen aufgeworfen hat. Wie wird dann in diesem Setting mit dieser NS-Vergangenheit umgegangen? Das ist auch auf einer Website ganz gut dokumentiert von der Karajan-Gasse. Und in dem Zusammenhang würde mich jetzt noch einmal explizit interessieren, auch im Hinblick auf unser Thema hier, inwieweit ihr also diese NS-Geschichte der Schule im engeren Sinne, also Schülerinnen, was ist mit Schülerinnen 38 passiert, was ist mit Lehrerinnen möglicherweise passiert, inwieweit ihr das auch in den Blick genommen habt und was das möglicherweise für Dynamiken an der Schule ausgelöst hat. Wir haben damals eben die handgeschriebenen Klassenbücher gehabt und die sind tatsächlich fast lückenlos noch vorhanden gewesen und wir haben dann, es ist beim Religionsbekenntnis dabei gestanden, ob das jüdische Schüler waren und die meisten sind dann eben einfach verschwunden. mit dem Adelslandeshauptmann Ratzenböck zum Beispiel ein Gespräch geführt und ihn eben auf einen dieser Schüler angesprochen, die uns aufgefallen sind in seiner Klasse, die dann einfach verschwunden sind und wir wussten nicht, wo der hin ist. Und er hat uns erzählt, dass das sein Sitznachbar war und er wusste zum Beispiel bis zu dem Tag nicht, dass das ein jüdischer Schüler war und die sind einem Großteil versteckt worden und zurück an die Schule ist nur ein einziger dann gekommen, also im 38er Jahr. Was die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern betrifft, haben wir eher nach dem Motto gearbeitet, wir machen die Sachen, über die man stolpert. Und bei den Reportagen ist vielmehr das so ein planmäßiger Zugang, da finden Sie auch viele Geschichten von jüdischen Schülerinnen und Schülern, wobei man dazu sagen muss, die haben sich ja oft gar nicht so als jüdisch empfunden, sind dann, wie wir wissen, durch die Nazis erst richtig zu Juden geworden. Ein Beispiel, nur weil das so eine unglaubliche Geschichte ist, Hans Gromberger war eines der Genies, der jemals in diese Schule gegangen ist, wurde dann, ist 38, hat flüchten können, das einzige Kind der Familie, die Familie betrieb gegenüber der Schule eine Pelzhandlung und ist dann auf ein Schiff nach Australien gekommen. Und genau dieses Schiff haben die Deutschen erwischt und versenkt. Und er ist mit ganz wenigen Überlebenden dann gerettet worden und nach England gekommen. Und in England hat er dann endlich Physik studieren können und ist einer der Baumeister der Atommacht der Briten geworden. Und in den 70er Jahren sind fast alle Atomphysiker Großbritanniens mysteriös umgekommen. Mich hat es ein bisschen so an den Fall Skripal erinnert. Bis heute weiß man nicht, warum Hans Kronberger gestorben ist. Er war noch sehr jung. Seine Tochter lebt bis heute in Südfrankreich. Man kann sich auch die Homepage von ihr anschauen. Also es gibt nicht viele. Im Vergleich zu Wien natürlich wäre die jüdische Gemeinde, oder Linz hatte sehr wenige jüdische Mitbürger. Aber doch, es war durch diese Geschichte der Schule, die sehr, wie soll man das sagen, die Schule ist Liberale, Juden, Protestanten. Also eine ganz eigene Mischung. Und die Ironie der Geschichte ist, dass erst durch Hitler die Schule katholisch wurde. Weil Hitler hat rundherum alle Klosterschulen und so weiter, katholischen Schulen aufgelöst. Und alle, die also eine höhere klassische Bildung wollten, sind in die Spittelwiese geströmt und seitdem ist die Spittelwiese eine katholische Schule hauptsächlich und hat also mit der Schule vor 38 eigentlich von dem Selbstverständnis her Vielen Dank für diese lokale Tiefenbohrung, aber auch für dieses Hinausdiffundieren in die Stadt. Und darauf bezieht sich jetzt auch meine Frage. Das eine ist sozusagen, wie waren die Reaktionen der umliegenden Bevölkerung? Ihr habt es erzählt, es haben ja so viele Leute das Projekt natürlich auch rezipiert. Habt ihr die Gelegenheit gehabt, sozusagen hier auch Feedback zu bekommen? Und die zweite Frage bezieht sich tatsächlich auch auf die Stadt als in Form von Magistrat. Natürlich, das Historikerinnenherz schlägt sozusagen dreimal schneller, wenn man Fotos sieht von so einem Aktenbestand, von so einem Archiv. Was passiert mit dem Archiv seitdem? Ist es ihm aufgearbeitet worden? Geht es ihm gut? Sollte man da überhaupt was dazu sagen? Das ist einmal kurzzeitig unter Wasser gestanden. Es ist eigentlich, unter den Reportagen finden Sie auch einen E-Mail-Verkehr zwischen dem damaligen Absolventenverband und mir. Er sagt schon sehr viel, ich sage nicht mehr dazu. Eigentlich hätte zu dem Projekt noch die Schlussfolgerung gehört. Welche Schlüsse zieht die Schule draußen? Und für mich wäre die wichtigste Schlussfolgerung gewesen, auf diese zwei völlig blöden Tafeln zu reagieren. Auf der linken Tafel steht, unseren Toten von irgendwas, auf der rechten Tafel, unseren Toten von 1939 bis was weiß ich was. Und das sind nicht meine Toten. Also ich warte bis heute auf die dritte Tafel, die also tot sind, weil die tot sind. Und das war dann auch, glaube ich, durch den Direktorenwechsel nicht mehr möglich. Eine zweite Sache, die wichtig gewesen wäre, die aber auch artikuliert wurde von uns, ist eben die Aufarbeitung des Archivs. Uns ist eben die Aufarbeitung des Archivs. Aber es gibt noch andere schöne Dinge, interessante Dinge. Es gibt eine riesige Sammlung von Unterrichtsmaterialien, die also Jahrhunderte zurückgehen. Schautafeln und ähnliches, wo man ein richtiges Kunstkabinett damit machen könnte. Ich gebe zu, das kostet einiges, aber wir sind im Grunde immer mit Beträgen zwischen 3.000 und 4.000 Euro pro Jahr ausgekommen. Also wenn man sich ein bisschen anstrengt, dann wäre dann schon etwas möglich. Aber da sind wir jetzt eigentlich, es geht halt so weit, dass wir sogar nicht das präsentieren können im Festsaal. Die Angst. Ich habe überhaupt erfahren, dass die Schule ein Hauptsicherheitsort der Angst ist. Die Schüler haben vor den Lehrern Angst, die Lehrer haben vor dem Direktor Angst, der Direktor hat vor dem Minister Angst, die Eltern haben vor den Lehrern Angst, die Eltern haben vor den Schülern Angst, weil sie vielleicht schlechte Noten bringen. Und so ist das also ein Amalgam, ein Angst-Amalgam könnte man sagen. Vielen Dank. Ich habe eine ganz kurze Frage. Quellen, Recherche, soweit alles klar. Und so wie Sie es beschreiben, war es auch eine Art Window of Opportunity, das Sie genutzt haben und dann hat sich das Window auch ein Stück weit wieder geschlossen. Das hat man ja gelegentlich mal. Ich frage mich jetzt, wir schauen uns die Homepage an. Ist jetzt das Digitale das Nachhaltige? Also die Ausstellungen sind vorbei, eine Publikation haben Sie nicht gemacht. Das ist eine Publikation. Und weil man will, kann man eine Website machen. Inwiefern ist das jetzt eine sozusagen belastbare aktivistische Strategie für andere Themenstellungen? Oder ist das was ganz Partikulares, was sich einfach Learning by Doing mäßig so ergeben hat? Also folgt das einem Plan, einer Hidden Ag agenda oder nicht? Das wäre meine Frage. Es gibt, ich glaube in der DDR hat man, habe ich das gelesen, die sechs Phasen der Planung. Und ich sage, ich kann es nicht mehr auswendig, aber ich empfehle Ihnen da nachzulesen, so viel zur Planung. Ich leide unter mehreren Süchten. Eine Sucht ist Buchsucht. Und ich bin aber jetzt an einer Stelle angelangt, wo sowohl mein Atelier als auch die Wohnung statisch nicht mehr belastbar ist. Und ich habe mit dem Buch abgeschlossen. Und um es jetzt ganz ernst zu machen, ich finde, dass das Internet Möglichkeiten des Empowerments und der Demokratisierung von Wissen bietet, die wir unbedingt nützen sollten. Und vor allem nicht nur Fachleute und Experten, sondern alle, vor allem junge Leute. Und man kann dann darauf reagieren, man kann dazu was schreiben. Es ist ein viel beweglicheres Medium. Obwohl ich zugebe, ich hätte gerne ein Buch gemacht, aber es war in der Zeit nicht finanzierbar. Es war dann lang mit einem Verlag in Gespräche. Aber es hat dann unsere Kräfte überstiegen. Ich hätte nur eine ganz kurze Frage zu, wie quasi die Leute, die dort arbeiten und in die Schule gehen, müssen auch irgendwo mit so einem Ort umgehen, der dann auf einmal vielleicht doch kontaminierter erscheint, als er davor war. Das ist wie so, als würde man in der Wohnung unter dem Teppich auf einmal was finden. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das einfach so weitergeht wie zuvor. Also wenn ich mir jetzt vorstelle, ich werde ein Lehrer, da muss irgendwas passieren. Ich muss das Fenster aufmachen oder irgendwie. Gab es irgendwelche reaktionen oder es war ja primär unsere klasse die sich damit befasst hat und von der klasse eigentlich auch nur eine kleine gruppe davon und wir haben das glück gehabt dass besagte klassenvorständin geschichtelehrerin war und wir haben dann viele Fragen gehabt, wollten dann auch glaube ich viel mehr wissen als andere über die Zeit von damals und bei uns gab es dann, es war dann auch die Frage, wie wir damit umgehen mit den Schülern, die während der NS-Zeit gefallen sind, die in den Krieg gehen mussten, aber auch die, die, weil sie jüdischen Glauben hatten, verschwunden sind. Und wir hatten dann die Idee von irgendeiner Gedenktafel, die dann unten aufgehängt werden hätte sollen. Und dann war eben dieser Direktorwechsel. Und es war aber schon so, dass es die Schüler beschäftigt hat. Ich glaube, es hat auch die Lehrer beschäftigt, weil wir haben eine Religionslehrerin gehabt und die hat dann schon angeboten gehabt, dass wir zum Beispiel, wenn wir die Matura dann haben, sie lässt uns einfach auf diesen Dachboden rauf, weil sie gemerkt hat, dass wir so, wir haben das einfach für uns wissen müssen, was dort oben drinnen ist, weil wir angefangen haben und dieses Gefühl, dass was nicht fertig ist, wir sind dann bis jetzt nicht raus, also raufgekommen, das Angebot steht glaube ich noch immer. Aber man hat schon gemerkt, dass die professoren irgendwie mehr versucht haben uns das mittel zu geben damit umzugehen mit dem wissen dass wir jetzt haben und ich glaube aber, dass die restlichen Klassen sich nicht so wirklich damit befasst haben, weil wenn man nur kurz draußen vorbeigegangen ist, dann hat man halt jetzt irgendwelche Hände gesehen, die dort aufzeigen und irgendwelche dunklen Kellerfotos. Ich weiß nicht, ob das so viele dann wirklich gelesen haben, was die Idee dahinter war. Es hat überhaupt eine ganz interessante Diskrepanz gegeben, sozusagen die Kunstkulturszene in Linz hat sehr darauf angesprochen und die internationalen Medien. Sie können ja auf der Homepage die Reaktionen, Medienreaktionen, die Taz hat geschrieben, die Zeit und so weiter. Und die Wiener Medien nicht, also eben wie meistens und ganz wenig die oberösterreichischen Medien. Und für mich war weniger wichtig, dass wir jetzt so wahnsinnig gescheit werden über das Dritte Reich, sondern dieser Akt des Grabe, wo du stehst, war mir wichtig. Also, dass wir das Wissen nicht irgendwo herkriegen, sondern dass wir hier selbst verantwortlich sind für das, wie unsere Welt ausschaut. Und das können wir am ehesten recherchieren, indem wir da beginnen, wo wir stehen. Und das kann viele Umwege machen. Ein Ansatz war dieser amerikanische Künstler Mark Lombardi, der diese Netzwerkzeichnungen in den 90er Jahren begonnen hat, die heute kaum mehr gäbe sind und Beziehungen von Personen durch Strichverbindungen dargestellt hat. Und sein letztes Bild, weil kurz darauf ist er unter mysteriösen Umständen umgekommen, war die Darstellung der Beziehungen der Familie Bin Laden zur Familie Busch. der Beziehungen der Familie Bin Laden zur Familie Busch. Und ich glaube, das war 2000 oder was, und seitdem ist diese Darstellung von Beziehungen, kann man Programme herunterladen und kann das selbst machen, und er hat das damals noch mit Bleistift gemacht. Und meine ursprüngliche Idee war, solche Diagramme zu machen, Netzwerke darzustellen, die also dreidimensional sind, wo auch die Zeitachse da ist und das ist dann wieder verschwommen, weil immer wieder neue Dinge in den Fokus gekommen sind, zum Beispiel die lebenden Bilder, die Matura-Fotos. Man könnte eigentlich eine Geschichte des 20. Jahrhunderts erzählen, nur mit den Matura-Fotos. Man kann wahnsinnig viel daraus lesen, aber manchmal ist uns auch die Datenschutz-Grundverordnung da in die Quere gekommen. Darum sehen wir ja die Aufzeiger nur von hinten. Da sind auch manche Eltern und Lehrer recht hysterisch, muss man sagen. Ich gehe vielleicht noch mal hinterher auch mit einer Frage. Also erstens kann ich das nur bestätigen, ihr habt auch zum ersten Mal von dem Projekt in der Taz gelesen, obwohl ihr in Linz wohnt. Also das ist schon interessant, wie dieser Ansatz, der ja so stark lokal verankert ist, sich offenkundig ganz woanders hin verknüpft, wohingegen es ganz schwierig ist, dann vor Ort wirklich irgendwas anzutreiben, also dass es dann nicht mal gelingt, eine Tafel aufzuhängen, das ist ja schon seltsam, weil ich würde ja immer sagen, eine Tafel aufhängen, das ist das Minimum. Also da sind wir noch gar nicht bei sehr groß aufregenden oder interessanten Gedenkkulturprojekten. Eine Tafel ist ja wohl wirklich das Einfachste. Oder das Internet. Oder das Internet, genau. Aber ich habe eine wirkliche Frage an Sie, Frau Broscher. Was war das Wichtige für Sie, für die Projektgruppe? Oder was hat Sie am Ball gehalten? die eigene Zeit an der Schule hinausgeht oder war dieses Sammeln von Geschichten und Verknüpfungen eigentlich das, was das Interessante war? Wir haben dann am Schluss fast schon so eine Obsession entwickelt, dass wir gewisse Schüler, die wir irgendwo in einem Klassenbuch gefunden haben, irgendwo nach der Schule wiederfinden und was aus denen geworden ist. Und dann, wir haben korrespondiert, es gibt für die amerikanischen Friedhöfe gibt es Websites, wo man die Grabsteine suchen kann. Und dann haben wir dort einen Schüler gefunden und dann haben wir dorthin geschrieben und dann hat sich tatsächlich wer gemeldet und das war so unser erstes wirkliches Erfolgserlebnis, dass wir einen Schüler gefunden haben und dann die Geschichte hinter ihm gehabt haben und wenn man dann einen Schüler gefunden hat, dann hat jeder schon seinen eigenen Schüler gehabt und seine Geschichte herausfinden wollen. Und am Schluss war es dann mehr die Geschichten hinter den Menschen, die in dieser Schule waren. Ich wollte eigentlich nur einen kurzen Kommentar zu dem Projekt machen. Ich wollte nur einen kurzen Kommentar machen, das mich natürlich am meisten erschüttert an dem Ganzen ist, dass es nicht selbstverständlich ist, dass alle Schulen Österreichs solche Projekte machen. Projekte machen und dass das eben, wie Herr Karing gesagt hat, dass man dann über die Taz, über sein Projekt, über sein lokales Projekt erfahrt, aber es beweist natürlich auch ein großes Versagen, würde ich jetzt mal sagen, wo man sich fragt, was machen die Geschichtslehrer Österreichs in ihrem Unterricht, wenn sie das nicht machen. Wobei man da fairnesshalber sagen muss, dass die Taz ja gekommen ist zur Urführung des Musiktheaters und erst durch diesen Anknüpfungspunkt dann auch in diese Schulgeschichte reingerutscht ist. Aber für mich war auch wichtig, nicht so sehr, dass das so ganz ein gescheites oder vielleicht richtiges historisches Projekt ist, sondern dass es ein künstlerisches Projekt wird. Dass wir mit dem, was wir erfahren und wissen, was wir ausgraben, was machen. Also das war einmal viel wichtiger, als dass wir vielleicht jetzt alles rauskriegt. Das war für mich überhaupt kein Ziel, sondern dass als dass alles hundertprozentig stimmt und dass wir über alle die richtigen Informationen bekommen hätten. Dann kann oder muss ich da jetzt doch auch noch meine Frage anschließen an Sie, Frau Broscher, auch noch mal, weil genau die Frage hatte ich mir gestellt, wahrscheinlich aus der Kunst-Uni kommt, was das Faszinosum für Sie als Archivgruppe daran war, quasi die historische Rekonstruktion und die historische Recherche oder der künstlerisch forschende Ansatz, also auch die Reflexion darüber, in welche Form man das dann packt, was man findet, genau, was für oder wie sich das verwoben hat, bedingt hat. Ich glaube, das Spannende für uns am Archivfach war, dass es keine Regeln gab und dass es absolut nicht wieder normaler Unterricht war, wo der Lehrer vorgegeben hat, sondern es waren einfach wir, die Gruppe von Schülern, wir haben angefangen in der fünften Klasse damit. Und wir sind das erste Mal irgendwo gestanden und mal gesagt, das habt ihr und sucht was raus, was euch gefällt. Und wir schauen dann weiter, was wir daraus machen. Und das hat ja dann auch zum Beispiel, was war denn mit diesen verschiedenen Schulwegen von Schülern, die gemeinsam in der Schule waren. Es hat eigentlich angefangen, dass wir einfach geschaut haben, wer dort in die Schule ging und wir haben uns das halt aufgeschrieben und dann später haben wir überlegt, was wir damit machen können und wir haben uns dann halt so Gedanken gesponnen, wer gemeinsam in die Schule gegangen sein konnte und haben dann tatsächlich wen gefunden aus diesem Jahrgang und dann irgendwie so nachgefragt, ob das vielleicht so passiert sein könnte und das war ziemlich lustig, weil er wirklich die Leute, die wir einfach so in Gedanken zusammen in die Schule gehen haben lassen, dann mit der gleichen Straßenbahn zum Beispiel gefahren sind. Ja, das war, ich glaube, es war lustig, einmal selbst kreativ werden zu können. Am Anfang war es schwierig, weil Sie wissen, wie das ist, wenn man zu jemandem sagt, jetzt sei spontan nicht. Also, es braucht dann einige Zeit. Und dieses Schulwegprojekt, das hat mich auch sehr fasziniert, weil da sind wir draufgekommen, dass der Alfred Maletta immer die Geli Raubal nach Hause gebracht hat. Und deshalb sind sie, sie haben immer wahnsinnig viele Umwege gemacht, um Orte zum Schmusen zu finden. Und also die sind dann immer zwei Stunden nach Hause gegangen, wie es halt ist mit 16. Das ist doch ein ganz schönes Schlusswort für den Auftakt. Ein Lob der Schulwege und ein Lob der Archivologie. Ich glaube, damit kann man weiterarbeiten. Ich bedanke mich ganz herzlich für diesen sehr tollen Einstieg in das Thema. Wir werden noch mehr Zeit damit verbringen. gibt es aber erst mal suppe und kleinigkeiten zu trinken für die die wollen es geht morgen um 10 uhr los geld also wir sind sehr human kunst und ich sage jetzt nicht wenn sie in innsbruck losgegangen ist 10 uhr geht's. Wir freuen uns sehr. Wir sind ja auch schon ab 9 hier. Genau, wenn jemand früher schon PowerPoint-Präsentationen oder Verträge oder ähnliches abgeben will, gibt es schon davor was. Also ganz großen Dank, schönen Abend. Wir sehen uns einmal übers Dach. Applaus Also ganz großen Dank, schönen Abend, wir sehen uns einmal übers Dach.