Liebe Zuseherinnen und Zuseher von DorfTV, ich darf Sie ganz herzlich zur Sendereihe Mach Politik zu deiner Sache willkommen heißen. Am 26. September finden in Linz die Gemeinderatswahlen statt. Das bedeutet nicht nur, dass über die politische Zukunft von Linz entschieden wird, sondern auch, dass viele junge Linzerinnen und Linzer zum ersten Mal wählen dürfen. Im Rahmen des Projekts von DorfTV Mach Politik zu deiner Sache in Kooperation mit der Linzer Stadtrundschau und der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung bekommen sechs engagierte Jugendliche die Möglichkeit, mit den Spitzenkandidatinnen der Wahl Gespräche zu führen. Eine Spitzenkandidatin davon haben wir schon hier. Ich darf Sie ganz herzlich willkommen heißen, Stadträtin Eva Schobisberger. Danke fürs Kommen. Ja, danke, dass ich da sein darf. Hallo. Und die drei jungen Redakteurinnen Lars Pollinger, Valerie Dürrschmidt und Florian Scharitzer. Und Florian, mit dir würden wir gleich starten. Ich übergebe dir gleich das Wort. Frau Schobisberger, Sie haben sicher das Video Linz ist Linz, das Imagevideo mitverfolgt. Und da gleich die Frage, was wären drei konkrete Dinge, die Sie in so ein Video einbauen würden, wenn Sie es in die Regie führen dürften? Das ist eine schwierige Frage, weil ich bin irgendwie gar nicht so der visuelle Typ. Ich kann nur sagen, dass ich das Video ganz witzig gefunden habe, so wie es war. Was würde ich einfügen? Was gehört so klassisch zu Linz? Ich würde auf jeden Fall so eine kleine Parkbad-Episode einfügen, glaube ich, in so ein Linz? Ich würde auf jeden Fall so eine kleine Parkbad-Episode einfügen, glaube ich, in so ein Linz-Image-Video. Also keine richtig konkreten Dinge? Keine richtig konkreten Dinge. Plätze oder so? Ja, also eh das Parkbad würde ich reingeben, die Donaulände war drinnen, weil das finde ich auch so ein ganz charakteristischer Platz in Linz, also der schon zu meiner Jugend vor doch schon ein paar Jahren auch schon so ein Treffpunkt einfach war und einer der Plätze ist, die jetzt einfach auch für Offenheit stehen, die immer noch, wo man immer noch ohne, zumindest großteils ohne Konsumzwang einfach da sein kann und den öffentlichen Raum und den Park genießen und jetzt hat er den Wocker Femm, den würde ich natürlich auf jeden Fall auch in dem Video vorkommen lassen, weil ich glaube, dass das schon wirklich eine Errungenschaft ist, dass wir in Linz mit diesem Wokafem auf der Donaulände Frauen und ihre Leistungen in den Blickpunkt richten. Wir haben immer noch die Situation, wir haben in Linz ungefähr 1150 Straßen, nicht einmal 50 davon sind noch Frauen benannt. Daher glaube ich, dass der Rocker-Film wichtig ist und dass er wichtig ist, dass man den gut in Szene setzt bei Imagevideos. Okay, danke. Da würde ich gleich einhaken. Nämlich ein Thema, was immer wieder sehr aktuell ist in Österreich und mir besonders nahe geht. Gerade in dem Jahr sind ja die vielen Mörder und Frauen, das auch unter dem Fachbegriff Femizid bekannt ist. Was können Sie als Stadträtin tun, um Linz sicherer zu machen? Ja, natürlich ist das nicht etwas, was eine Kommune alleine machen kann, aber wir haben uns sehr bemüht, in Linz da viele Akzente zu setzen, schon in den letzten Jahren. Vor mir hat es in Linz überhaupt keine Frauenstadträtin gegeben. Also da war sehr viel zu tun. Wir haben da Gewaltpräventionsschwerpunkte auch in unserem Frauenprogramm. Wir arbeiten mittlerweile sehr viel mit Schulen zusammen, also auch mit Mittelschulen, wo wir junge Frauen einfach stärken wollen. Da war so der Auslöser, dass wir vor einigen Jahren so anlässlich, da war wieder so ein K.O.-Tropfen-Comeback, wo wir gesagt haben, wir schauen, dass wir irgendwie die Mädels erwischen, bevor sie fortgehen oder zumindest am Anfang und haben begonnen, gemeinsam mit dem autonomen Frauenzentrum da tatsächlich auch Workshops zu machen und die Rückmeldung gekriegt, das ist doch eh normal, wenn einem jemand am Hintern greift. Und dann haben wir uns gedacht, stopp, da muss man jetzt was machen. So flächendeckend. Und mittlerweile haben wir so tatsächlich flächendeckend Workshops mit MittelschülerInnen, also kleine Sie, MittelschülerInnen, wo wir tatsächlich versuchen, dass wir da einfach auch andere Sichtweisen einbringen und die jungen Frauen einfach auch stärken. Das ist das eine. Und dann bin ich ein bisschen stolz, weil das auch wirklich einzigartig ist. Wir haben vor dem Sommer noch ein Gewaltpaket auf Schiene gebracht. Das ist nicht im Frauenressort verankert, nämlich bewusst nicht, weil wir da mit Tätern arbeiten. Also da geht es darum, dass Täter im Idealfall aus der Gewaltspirale aussteigen und die nächste Frau wieder Opfer wird vom selben Täter. Also da haben wir noch ein Kooperationsprojekt zwischen dem Familienzentrum Bichling und dem Gewaltschutzzentrum auf Schiene gebracht, das tatsächlich mit Tätern arbeitet. Und wie gesagt, außerhalb vom Frauenressort ganz bewusst, wenn man gesagt hat, wir wollen jetzt nicht die Arbeit mit den Tätern auch auf Kosten, auf Budgetposten von den Frauen machen, das geht nicht, also gesondert und gezielt dort. Also das sind jetzt nur Beispiele gewesen natürlich. Sie sind ja von der Grünen Partei und die steht ja irgendwie für Klimaschutz, das steht zumindest auf Ihren Fahnen drauf. In Linz habe ich immer das Gefühl, dass irgendwie nur was für Stadtkühlungsmaßnahmen passiert wird, aber nie die Ursachen der Klimakrise wirklich bekämpft wird. Was wären Maßnahmen für Sie und warum macht Linz so wenig gegen den Klimawandel im Punkt Verkehr und Wohnen? Ja, das ist eine Frage, die muss man an meine politischen Mitbewerber richten. Wenn es nach mir geht, ist es klar, dass wir da dringenden Handlungsbedarf haben und dass wir ganz viel mehr machen müssen. Aus meiner Sicht muss man gerade im Verkehr mutige Maßnahmen setzen. Sprich, man muss den Autoverkehr zurückdrängen, um Raum zu schaffen zum Leben, um Lebensraum freizubekommen. Wir haben gesehen, wie wichtig die Aufenthaltsqualität in unseren Städten ist. Und da haben wir dringenden Handlungsbedarf. Das war mir auch deshalb so wichtig, dass wir diese Stadtklimaanalyse kriegen, weil wir da jetzt einfach ganz klar auch offensichtlich da haben, wo man genau ansetzen muss. Also wo die Gebiete auch sind, wo man akut Maßnahmen ergreifen muss, jetzt schon, das ist jetzt natürlich wieder Klimawandelanpassung und nicht Klimaschutz, aber in dem Fall rennt das Hand in Hand, weil ich glaube, dass die Reduktion vom motorisierten Individualverkehr für beides ganz was Wichtiges ist, nämlich Klimaschutz und auch Anpassung natürlich, weil der Raum eben frei wird für die Menschen als Aufenthalt und Lebensraum, aber auch für RadfahrerInnen und FußgängerInnen. Ein zweiter Bereich, wo ich glaube, dass die Stadt selbst etwas tun kann, ist der Energiebereich. Also wir haben mit der Linzer AG einen wichtigen Energieproduzenten, Energieproduzentin in städtischer Hand. Da glaube ich, dass noch sehr viel Potenzial ist, was das Einsteigen in Sonnenenergie betrifft. Da ist definitiv Luft nach oben in Linz. Und ich glaube auch, dass man da neue Wege beschreiten muss. Und zumindest, ob das was bringt, muss man schauen. Aber zumindest muss man mal Untersuchungen machen, ob Geothermie vielleicht in Linz auch ein Thema ist. Also da passiert ja bis jetzt gar nichts. Und ich glaube, dass die Zeit vorbei ist, dass wir uns das leisten können, dass wir irgendwas nicht anschauen und nicht schauen, ob da vielleicht auch Potenzial ist. Könnten Sie es entscheiden, würden Sie die gesamte Linse Innenstadt autofrei machen? Ich würde zumindest einmal sukzessive beginnen und das natürlich nicht auf einen Schlag, sondern Schritt für Schritt, weil ich glaube, wenn man dann sieht, wie positiv sich das auswirkt auf das Lebensumfeld, auf die lokale Wirtschaft. Man sieht das ja nicht nur in Österreich, sondern auch in ganz Europa, überall dort, wo Einkaufsstraßen autofrei sind, geht auf einmal der Umsatz in die Höhe. Also es profitieren ja alle davon. Und so würde ich das Schritt für Schritt machen. Wir haben auch im Gemeinderat den Antrag gestellt, zum Beispiel das Kopenhagener Modell, was Stellplätze für Autos betrifft, in Linz umzusetzen, weil ich glaube, dass das eine sanfte Maßnahme ist, die aber sehr wirkungsvoll ist. Also wenn man pro Jahr drei Prozent der Autoparkplätze wegbringt, ist das einmal im großen Zutritt nichts, was irgendwen wehtut, aber im Sommer schon etwas, was viel bringt. Und so würde ich das auch machen. Also langsam die Stadtautofahrer machen? Sofort beginnen, aber nicht alles auf einmal, sondern Straßenzug um Straßenzug. Was wären noch Ideen für das, dass Linz klimaneutral wird? Ich glaube, dass das wirklich ein Riesenhebel ist, was man mit dem Verkehr macht. Was ich eh schon gesagt habe, ist Energie, also dass man die Energieproduktion in der Linzer G nur einmal nachschärfen kann und nachschärfen muss auch, dass wir da noch einen Schritt besser werden, als wir sind. Wir sind recht gut schon, was Fernwärme betrifft, aber auch da muss man perspektivisch ausbauen. Also ich glaube, dass bei der Linzer AG immer noch, wir haben immer noch ein Gaskraftwerk und dass man da einfach auch neue Wege geben muss und völlig aus der fossilen Energie auszumessen. Das ist perspektivisch sowieso notwendig und wird nicht ausbleiben, aber ich glaube, dass wir da freiwillig schon mit großen Schritten vorangehen können und was tun müssen. Was ich auch glaube, das wichtig ist, nämlich nicht nur zum Klimaschutz, sondern gleichzeitig wieder Klimawandelanpassung. Wie bauen wir in Linz? Was bauen wir und wie bauen wir? Und wie ist das vernünftig im Gefiert und wie gliedert sich das im Gefiert gut ein? Also das, was aufhören muss aus meiner Sicht, ist, dass Investoren die Stadtplanung und die Stadtentwicklung diktieren. So wie das passiert jetzt zum Beispiel beim Hochhaus in der Tabakfabrik, wo die Stadt kaum Vorgaben gemacht hat, sondern der Investor sagt, was er baut und wie hoch er baut. Ich muss jetzt bitte ein bisschen weniger ausrufen zu antworten, weil wir haben noch viele spannende Fragen. Nämlich die nächste war, den Grünen wird ja immer wieder vorgeworfen, zu wenig kritische Aufmerksamkeit Bereichen wie Migration oder Integration zu schenken. Wie kann sich das ändern? Den Grünen wird umgekehrt dann auch vorgeworfen, zu viel Aufmerksamkeit dahin zu lenken. Und gerade uns Grünen in Linz, aktuell hat das der Chefredakteur der oberösterreichischen Nachrichten uns vorgeworfen, dass wir zu linke Politik machen in Linz. Also ich glaube, dass das sehr schwierig ist, da tatsächlich ausgewogen zu sein. Aus meiner Sicht ist es wichtig, so wie jetzt, man kann nicht zuschauen, wie es den Menschen in Afghanistan geht, ohne dass man das zum Thema macht. Sind Sie dafür, dass Linz Menschen aus Afghanistan aufnimmt? Ja, selbstverständlich. Also gerade als Frauenpolitikerin aus einer feministischen Perspektive muss ich sagen, man muss Afghaninnen retten. Und wir haben auch einen Linzplatz. Wo wäre ein Platz? Ja, wenn ich das jetzt polemisch formuliere, wenn man in die grüne Mitte schaut, da steht fast ein ganzes Hochhaus leer, weil es eh ungenutzt wird, weil es ein Spekulationsobjekt ist. Da wäre zum Beispiel genug Platz. Ich denke, ich spreche für uns alle, dass wir uns für Ihre Budgetverteilung, also wo Sie Ihre Prioritäten setzen würden, interessieren und welche Rolle wir Jugendliche darin spielen würden. Naja, ich glaube, dass wir grundsätzlich unseren Arbeitsschwerpunkt in Linz in den Klimaschutz und darin legen müssen, dass Linz eine klimagerechte Stadt wird. Also wir haben jetzt auch, da bin ich ein bisschen stolz darauf, dass das gelungen ist, in das Konjunkturpaket der Stadt Linz, also diese 65 Millionen Euro, die die Stadt jetzt am Tisch gelegt hat, um nach Corona die Wirtschaft anzukurbeln. Da ist ein Schwerpunkt drinnen, die Schulen zu sanieren. Da haben wir in Linz dringenden Handlungsbedarf, weil viele unserer Pflichtschulen bei weitem nicht dort sind, wo die aus meiner Sicht sein müssten, was die Ausstattung der Räume betrifft und auch die Modernisierung der Räume. Und ja, also das war so ein Schwerpunkt, den ich auf jeden Fall setzen würde. Und OEDS, so wie es eben im Konjunkturpaket auch ist, mit unter der Prämisse, dass alles, was investiert wird, immer unter dem Gesichtspunkt der Klimagerechtigkeit durchleuchtet sein muss. Also Klimaschutzmaßnahmen, sprich zum Beispiel Photovoltaikanlage oder so, mit berücksichtigt wird und gleichzeitig geschaut wird, dass so gebaut wird, dass das im Idealfall notwendig mit ausreichend Grün ist, um gleichzeitig Anpassungsmaßnahmen zu setzen. Sie fordern jetzt sehr viel. Wie soll das finanziert werden? Naja, es ist ja so, dass die Stadt Linz insgesamt ein großes Budget hat und das in Wahrheit eine Frage ist, wie verteile ich das Budget? Und wo setze ich meine Schwerpunkte und wie setze ich meine Schwerpunkte? Und da glaube ich, dass das in den nächsten Jahren einfach klar sein muss, dass wir unsere Schwerpunkte in der Stadt in die Zukunftsbereiche legen müssen. Meine Freunde und ich sind begeisterte Radfahrer in Linz. Auch wenn man so am schnellsten und umweltschonendsten unterwegs ist, dennoch haben wir großen Respekt davor, weil Linzer Straßen sehr gefährlich für RadfahrerInnen sein können. Wie wollen Sie Radfahren in Linz sicherer für uns Jugendliche gestalten? Ja, ich glaube, dass wir tatsächlich, so wie ich es vorher schon skizziert habe, einen Schwerpunkt legen müssen, den Menschen den Raum zurückzugeben. Also sprich, das wird natürlich nicht gehen, ohne dass der eine oder andere Parkplatz weniger ist. Aber wenn ich das schaffe, dass ich den Raum, also dass ich insgesamt die Menschen wieder in den Mittelpunkt stelle, wenn es um die Verteilung von Raum geht, in Wahrheit ist es Verteilungsgerechtigkeit. Gebe den Platz den Menschen und den RadfahrerInnen oder am Auto. Das bedeutet, Sie wären offen dafür, den AutofahrerInnen einen Platz wegzunehmen, um ihn für Radfahrer oder Fußgänger zu opfern? Ja, ich würde es anders formulieren. Wir müssen schauen, dass wir den Menschen den Raum zurückgeben. Danke. Um jetzt nochmal zurück zur Migration zu kommen. Die öffentlichen Diskussionen drehen sich immer wieder um sogenannte Problemschulen, also Schulen mit höherem Anteil von SchülerInnen mit Migrationshintergrund. Sehen Sie darin auch ein Problem und wenn ja, wie würden Sie es lösen? Sehen Sie darin auch ein Problem und wenn ja, wie würden Sie es lösen? Naja, das, was wir dringend brauchen, ist, dass wir nicht nur in diesen Schulen, sondern in Wahrheit in allen Pflichtschulen mehr Ressourcen haben. Also dass die Kinder oder dass mehr Zeit zur Verfügung steht, mehr LehrerInnenstunden für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen. Das ist aber nicht so. Daher haben wir vor vielen Jahren schon angefangen, gemeinsam mit der VHS, die ja in meinem Zuständigkeitsbereich ist, dass wir gezielt Lernunterstützung auch anbieten und mit dem in die Schulen gehen. Also wir bieten in den Pflichtschulen für die Schülerinnen kostenlos zusätzliche Lernunterstützung an. Wird das angenommen? Das wird gut angenommen. Das ist mittlerweile, also jetzt war natürlich da in Corona irgendwie ein Sonderjahr oder Sonder-1,5 Jahre, wo wir auch viel auf Online- und Telefonunterstützung umgestellt haben. Aber vorher, und ich hoffe, dass jetzt wieder das so gut funktioniert, wie es eben schon war, das heißt, wir sind da tatsächlich flächendeckend in den Schulen und bieten zusätzlich im Wissensturm auch noch Lernunterstützung an, zum Beispiel mit den Lernsamstagen. Da war ich ganz verblüfft, wie gut das funktioniert und wie gut das angenommen wird. Da habe ich damals gesagt, ja, probiert es halt aus, aber habe jetzt nicht die große Erwartung gehabt, dass da viele SchülerInnen kommen. Ich war, also Annahme, so wie ich halt war als Schülerin, ich war ganz sicher nicht freiwillig in die Schule gegangen, wenn ich nicht müssen hätte am Samstag. Aber zu meiner großen Überraschung ist das da anders, die tatsächlich gut besucht und immer ausgebucht die Lernkurse am Samstag. Sie haben ja jetzt schon das Bildungsjahr sechs Jahre inne gehabt. Was war Ihr größter Erfolg und falls Sie das wieder sechs Jahre lang inne haben, was ist das nächste große Projekt? Also das, was sicher eines der wichtigsten Dinge war, die wir zusammen das nächste große Projekt? Also das, was sicher eines der wichtigsten Dinge war, die wir zusammengebracht haben, ist ja das, was ich jetzt schon gesagt habe, diese kostenlose Lernunterstützung. Das ist auch ein Projekt, das uns mittlerweile die Stadt Wien nachmacht, weil das einfach so erfolgreich war, diese flächendeckende Lernunterstützung auch in den Schulen. Und ich glaube, dass das genau die Dinge sind, die man ausbauen muss. Wenn das Bildungsresort bei mir bleibt, das ich sehr hoffe, ich glaube, dass der Schwerpunkt sein muss, dass wir in den nächsten Jahren unsere Schulen wieder vor der Frau bringen. Und nämlich in allen Bereichen. Ich spreche natürlich immer von den Pflichtschulen, weil die Stadt ja Schulerhalterin ist bei Pflichtschulen und Gymnasien und höhere Schulen da in Bundeszuständigkeit sind. Aber da haben wir gerade im Pflichtschulbereich einen dringenden Nachholbedarf. Also wenn man manchmal in manche unserer Schulen hineingeht, hat man das Gefühl, man kommt im vorigen Jahrhundert wieder an. Wenn wir jetzt bei der Bildung bleiben, die psychische Gesundheit von Schülerinnen ist ja in der Corona-Pandemie massiv schlechter geworden. Was ist konkret in Linz dagegen gemacht worden? Das ist natürlich auch etwas, was die Stadt nicht alleine stemmen kann, aber da bin ich sehr froh, dass das in meiner Hand ist. Wir haben im Kinder- und Jugendservice, das ist so der Bereich, wo auch die Kappelstuben, Kindergärten und Worte sind, auch das Institut für Familienberatung. Und da haben wir jetzt zum Beispiel geschaut, dass wir unsere Psychologinnenstunden erhöhen. Also da kann man einfach hingehen und kriegt kostenlos psychologische Beratung und Unterstützung und da haben wir jetzt um zwei Vollzeitstellen aufgestockt, wenn wir damit rechnen, dass der Bedarf nicht nur steigt, sondern die Leute sich auch Hilfe suchen, wenn sie es brauchen. Und damit wir die dann auch geben können und dann nicht endlos Wartezeiten haben, gibt es jetzt mit Herbst zwei Stellen zusätzlich. Ich habe einige Freunde, die jetzt von daheim ausziehen wollen. Sie sind ja schon 18 und die haben dann das große Problem, Wohnen ist kaum leistbar. Selbst für die meisten Lehrlinge gehen mindestens 40 Prozent des Einkommens auf die Miete und das ist ja extrem viel dann. Was sind Vorschläge für Maßnahmen, um Wohnen für junge Menschen leistbarer zu machen? Ja, da haben wir immer wieder schon die Vorschläge gemacht, dass man kleinere Stadtwohnungen braucht, die halt wirklich günstig sind, die Genossenschaften gerade jungen Menschen günstig anbieten und wo man halt so, bis man die Lehre oder die Berufsausbildung angeschlossen hat, dort auch wohnen kann zu einem günstigen Preis. Wie wird das finanziert? Naja, also Genossenschaften finden sie, also sie müssen ja nicht gewinnorientiert arbeiten, da geht es einfach in erster Linie darum, dass man den Raum gezielt zur Verfügung stellt, also dass man halt wirklich schaut, dass man kleine günstige Wohnungen reserviert als Startwohnungen für junge Menschen. Also das ist aus meiner Sicht vor allem auch eine organisatorische Frage. Und dann glaube ich, dass, wenn das nicht ausreichend ist, was in manchen Fällen sicher auch so ist, dass man zusätzlich noch so etwas wie eine Wohnbeihilfe gibt es ja, dass man die Wohnbeihilfe, die auch das Land Oberösterreich zur Verfügung stellt, adaptiert für junge Menschen auch vielleicht das Modell anpassen und erhöhen muss. Ich habe als junge Person in Linz oft das Gefühl, ich habe nicht wirklich Mitbestimmungsrecht. In Ihrem Parteiprogramm fordern Sie einen Kindergemeinderat. Was kann man sich darunter vorstellen? Naja, da ist eben die Idee, dass man organisiert schon junge Menschen an die Kommunalpolitik heranführt und das halt irgendwie die Möglichkeit gibt, dass die, die sich interessieren, vielleicht auch so wie dieses Projekt da jetzt in Kooperation mit einer Zeitung oder mit DorfTV halt irgendwie auch schaut, so einfach ein Gemeinderat, wie soll ich sagen, so halt einfach tatsächlich Gemeinderatssitzungen abzuhalten. Und was ich glaube, das Wichtige ist, ist, dass das jetzt dann nicht nur ein Showinstrument ist, sondern dass Ideen, die da rauskommen, halt dann auch tatsächlich umgesetzt werden. Also das würde ich mir schon so begleitet auch wünschen und vorstellen, dass das halt so dann im Ergebnis so ist, dass das auch umgesetzt wird, was da rauskommt. Glauben Sie, dass das funktionieren kann? Ja, natürlich glaube ich, dass das funktionieren kann. Ja, dann Dankeschön für Ihre Zeit und danke für das spannende Gespräch. Und auch bei den Zuschauerinnen bedanke ich mich fürs Zusehen. Dankeschön. Danke.