Willkommen bei einer neuen Ausgabe des KUPF Talks hier im Studio bei Dorf TV. Schön, dass wir in Präsenz zusammen sein können. Wir sind natürlich alle frisch und negativ getestet, versteht sich von selbst. In der Sommerausgabe der KUPF Zeitung, die im Juni zum Thema Nischen erscheinen wird, ist auch ein Schwerpunkt zu den Wahlen, zu den Gemeinde- und diesbezüglich in den größeren Städten Oberösterreichs, den sogenannten Statutarstädten, getan hat und vor allem wo die Reise hingehen wird. Ich bin Sigrid Ecker und zu Gast im Kupftalk heute sind dahingehend die noch amtierenden KulturreferentInnen Doris Lang-Meierhofer, Stadträtin für Kultur, Tourismus und Kreativwirtschaft in Linz. Willkommen. Hallo, freut mich sehr. Und Johann Reindl-Schweighofer, er ist Stadtrat für Bildung und Kultur in Wels. Hallo. Hallo. Gunter Meierhofer übrigens aus Steyr, auch eine Statutarstadt, war leider terminlich verhindert heute. Das Gespräch werden wir aber voraussichtlich nachholen für die nächste Kupfradio-Show beziehungsweise die nächste Kupf-Zeitung dann. Doris Langmeierhofer, ich beginne mit Ihnen. Was macht denn eine Kulturreferentin eigentlich? Was macht eine Kulturreferentin? Ja, es ist erstens einmal alles auch auf Social Media bei mir nachvollziehbar. Es gibt einen tollen Instagram-Account, wo man tagtäglich mitverfolgen kann, was meine Arbeit eigentlich so ist. Ich glaube, auch das ist ein ganz wichtiger Faktor geworden, die Social Media Community sozusagen einfach auch zu zeigen, was macht man so den ganzen Tag als Politiker in so einem Amt. Und ja, also es ist sehr umfangreich eigentlich. Das geht über Förderansuchen, die man bearbeitet, wo wir gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit auch den freien Kunst- und Kulturschaffenden ganz stark geholfen haben. Sie unterstützt haben auch durch diese schwierige Zeit. Und das geht aber auch über natürlich viel Politisches, wenn man einen Gemeinderat zum Beispiel vorbereitet, gemeinsam mit seinen Kollegen, seinen Fraktionskollegen, bis hin zu einfach Kultureinrichtungen, wo ich auch Aufsichtsratsvorsitzende bin, zum Beispiel in der Ars Electronica oder in den Museen der Stadt Linz, zum Beispiel in der Ars Electronica oder in den Museen der Stadt Linz, bis hin zu einer Creative Region, wo wir im Bereich der Kreativwirtschaft tätig sind und hier auch Start-ups aus dem kreativen Bereich unterstützen, sie beraten oder sie auch zusammenbringen, zum Beispiel Designer und Produzierende zusammenführen oder im Bereich des Tourismus, wo es auch gerade große Herausforderungen gibt, weil ja auch vieles stillgelegt war, muss man sagen, und da sich auch auf neue Zeiten vorbereiten und einstellen muss, also viele neue Konzepte erarbeiten. Es ist wirklich immer ein umfangreicher Tagesablauf. Tritt man das auch selber als Veranstalterin quasi auf? Natürlich haben wir auch in der Linz Kultur eigene Veranstaltungen, die wir in der Stadt Linz organisieren. Tritt man das auch selber als Veranstalterin quasi auf? dieser ganzen Zeit. Wir haben zum Beispiel aktuell ein Stream-Festival vorbereitet, nämlich... Da unterbreche ich Sie jetzt gleich an dem Punkt, weil das können Sie nachher dann gerne auch noch ausführen, ins Detail gehend. Oder ein klasse Spektakel zum Beispiel, das wir auch selber vorbereiten. Ja, okay, danke. Jetzt zuerst noch zu Ihnen, Herr Reindl-Schweighofer. Was sind denn Ihrer Meinung nach die Anforderungen an eine Kulturpolitikerin, an einen Kulturpolitiker in Regierungsverantwortung, wie das im Proportia ist, in einer österreichischen Mittelstadt? Im Wesentlichen, ein Kulturreferent muss gut vernetzt sein in der Kulturszene. Ich habe auch schon Kulturreferenten erlebt, wo es bemerkt wurde, dass das Interesse relativ enden wollend gewesen ist. Das heißt, ich brauche auch Interesse für das Thema. Und ich muss eigentlich aushalten, dass ich einen ständigen Dialog habe. Du kannst dich in der Stadt eigentlich nicht bewegen, ohne dass du nicht auf Kulturschaffende oder Kulturinteressierte triffst, mit denen du unterschiedliche Dinge diskutierst. Und eigentlich einen Gestaltungswillen, den sehe ich auch, dass der notwendig ist, weil wenn ich jetzt das Beispiel Corona nehme, wir haben voriges Jahr mehrmals die Dinge vorbereitet, wir treten als Stadt Wels ja auch als Veranstalter auf, vorbereitet und haben dann immer wieder verschieben, absagen, verschieben, absagen und du brauchst dann auch Geduld, den Nerv, um sozusagen wieder vorzubereiten, weil du ganz klar weißt, einmal kommt der Punkt, wo die Bühne frei ist und wo wir auf die Bühne gehen dürfen. Also das sind sozusagen die Dinge, Durchhaltevermögen, aber das brauchst du als Politiker sowieso. Aber im Kulturbereich kommt es, glaube ich, noch dazu, dass du viel einen intensiveren Dialog führst, weil Kulturschaffende sind ja eher die politisch Interessierten, das sind eher die, die auch kritisch diskutieren und mit denen musst du auch immer einen Dialog führen. Und das führt mich auch dazu, dass ich auch von Anfang an in meinen Bereich eingeführt habe, dass ich de facto jeden Tag mir irgendeine Kulturinitiative angeschaut habe. Entweder sie sind gekommen, haben mir Projekte präsentiert, ich bin zu Veranstaltungen gegangen, damit ich sozusagen wirklich eintauchen kann in unterschiedlichen Bereichen. Sie sind also nah an den Leuten dran sozusagen. Ein Blick vorweg nochmal auf die politischen Verhältnisse. Frau Langmeierhofer, Sie sind seit Ende 2016 Kulturreferentin für die ÖVP. Wollen Sie das eigentlich in der kommenden Legislaturperiode wieder sein? Ja, natürlich sehr gerne. Wobei das ist natürlich nicht von mir alleine abhängig. Es kommt einmal darauf an, wie geht die Wahl aus und wie werden dann die jeweiligen Mandate auch wieder besetzt. Und ja, dann werden auch die Ressorts wieder verteilt und die Zuständigkeiten damit. Also das werden wir sehen, was die Zukunft bringt. Und es ist natürlich auch von den Wählerstimmen abhängig. In der momentanen Verteilung der Ressorts und der Stimmen ist es ja so eben, wie gesagt, dass es verschiedene Zusammenspiele der Kräfte gibt jetzt in der Proporzregierung in der Stadt Linz. Wie nehmen Sie denn dieses Zusammenspieler der Kräfte gibt jetzt in der Proporzregierung in der Stadt Linz. Wie nehmen Sie denn dieses Zusammenspiel und diese Zusammenarbeit wahr? Also bei uns in der Stadtregierung, muss ich sagen, funktioniert das wirklich sehr, sehr gut. Wir haben gerade jetzt auch in dieser schwierigen Zeit gemeinsame Pakete geschnürt zum Beispiel, um auch unterstützend auch konjunkturell Schwung in den Standort zu bringen. Und da haben wir uns auch innerhalb der Stadtregierung zusammengesetzt und geschaut, was können wir in den einzelnen Bereichen, in den einzelnen Zuständigkeiten und Ressorts auch gemeinsam für Pakete schnüren, die nämlich unseren Standort im Gesamten für die Zukunft weiterbringen. Und da war die Kultur natürlich auch ein wichtiger Teil des Ganzen. Wir haben bei dem Pakt für Linz, den wir gemeinsam geschnürt haben, 5 Millionen insgesamt für die Kultur zusätzlich als Investitionsanschub gemeinsam beschlossen, gemeinsame Projekte auch für die Zukunft uns dazu auch überlegt. Da gab es auch viele Einreichungen aus der freien Szene heraus. Danke auch an die KUPF Oberösterreich, an den Stadtkulturbeirat, die sich hier auch wirklich gut eingebracht haben, die eine Million für die freien Kunst- und Kulturschaffenden. Dieser Wunsch ist sozusagen Wirklichkeit geworden und das freut mich auch sehr, denn mittlerweile kann ich auch schon sagen, der Topf ist ausgeschöpft. Es sind tolle Projekte eingegangen und da bedanke ich mich bei allen, denn ich glaube, da konnte auch im Bereich der digitalen Infrastruktur, was ja auch gerade im Bereich der Kultur wichtig war, hier zu investieren, wirklich viel neuer Schwung und fit für die Zukunft gemacht werden. Das heißt, Ihre Handlungsspielräume sind offensichtlich groß genug. Es hat ja auch der Bürgermeister einiges hier an Einflussmöglichkeit in der Kultur, vor allem in der Wechselwirkung durch Kultur und Finanzressort. Gibt es vielleicht auch irgendwo, wo es nicht so gut passt, wo es Schwierigkeiten gibt, wo es quasi in Richtung Oppositionsarbeit geht, die man da dann auch mit Anführungsstrichen über das Kulturressort vielleicht macht? Ich würde mal sagen, es ist natürlich ein politisches Amt, das man ausübt und da gibt es da und dort unterschiedliche Positionen. Ich glaube, das ist aber auch ganz legitim und das braucht ja auch die Bevölkerung oder eine Stadt, damit man sich auch so breit aufgestellt, wie eben die Bevölkerung oder eine Stadt, damit man sich auch so breit aufgestellt, wie eben die Bevölkerung auch ist, weiterentwickeln kann. Und damit wir auch diese, die Bevölkerung auch dementsprechend vertreten können und auch die Meinung der Bevölkerung dementsprechend vertreten können. Da gibt es immer unterschiedliche Positionen in den verschiedensten Bereichen, aber wichtig ist, dass man immer wieder auch Gemeinsamkeiten findet und dann einfach auch die Positionen abwägt und dann auch weiterkommt und sozusagen sich für die Zukunft auch als Standort so aufstellen kann, dass man was weiterbringt und dass man nicht gegenseitig blockiert, sondern dass man eigentlich gegenseitig auch Spielräume lässt in den einzelnen Bereichen. Das ist gerade in einer Proporzregierung, glaube ich, ganz wichtig. Deswegen gibt es ja auch die einzelnen Ressortzuständigkeiten, die unterschiedlich politisch besetzten Ressortzuständigkeiten auch mit dementsprechender Stärke, so wie das Wahlergebnis das eben auch abzeichnet. Und ich glaube, das ist auch gut so. Herr Rändl-Schweigerhofer, bei Ihnen ist es ja ähnlich gelagert. Sie sind Kulturreferent der Sozialdemokraten in Wels mit einem FPÖ-Bürgermeister. In dem Fall haben FPÖ und ÖVP eine quasi Koalition in Wels oder ist das dann so ähnlich wie in Linz, wie die Kollegin das jetzt geschildert hat? In Wels ist es ganz eindeutig eine FPÖ-ÖVP-Koalition, die auch besiegelt ist und die FPÖ und die ÖVP treten auch als Koalition auf. Und es ist so, dass der Kulturbereich und der Bildungsbereich, den ich sozusagen als Ressort vorstehen darf, dass der auch, und ich sage es martialisch, immer wieder das Aufmarschgebiet ist von ideologischen Auseinandersetzungen. Und da könnte ich einige Dinge erzählen, wo im Kulturbereich sozusagen von Seite des Bürgermeisters, ich nehme ein Beispiel, weil wir gerade den neuen Stadtschreiber jetzt wieder ausgewählt haben und der wird im Sommer wieder kommen, aber einmal, das war glaube ich 16, hat der Bürgermeister einfach das Geld für den Stadtschreiber nicht mehr verfügbar gemacht. Und der konnte nur gerettet werden durch eine Bürgerinitiative, eine kulturelle Initiative mit Foundraising. Und ich habe es dann zwar geschafft, ein Jahr später ihn wieder im Budget unterzubringen, aber da sieht man dann auch die Auseinandersetzungen und auch die unterschiedlichen Stoßrichtungen im Bereich der Kulturpolitik. Das heißt, würden Sie sagen, bei Ihnen geht es schon in Richtung Oppositionspolitik über die Kultur? In vielen Bereichen, so wie es auch die Frau Stadtrat beschrieben hat, schon auf Zusammenarbeit. Das sind aber dann die Dinge, die wir als Stadt veranstalten, wie immer. Aber wenn es dann darum geht, die Gestaltung aus dem Ressort heraus stärker greifen zu lassen, da kommt es dann immer wieder auch zu Diskussionen und zu Auseinandersetzungen. Was bedeutet das konkret für die Arbeit im Ressort? Das bedeutet, dass bei vielen Dingen man im Vorhinein eigentlich schon sich selber überlegen kann, werden das Konfliktthemen sein, werden das Themen sein, wo wir Diskussionen haben. Ich kann auch ein anderes Beispiel nennen. Wir haben uns entschieden, dass wir einen neuen Kulturentwicklungsplan, ein Kulturleitbild machen. Da hat es hervorragende Arbeit im Vorfeld gegeben. Wir haben Bürgerbeteiligungsverfahren gemacht. Wir haben die Dinge einfließen lassen. Es hat einen Entwurftext gegeben und am Schluss ist ein sklerotisches Textkonvolut über. Das bildet sich in diesem Programm einfach nicht ab, weil die FPÖ damit nichts anfangen kann. Das heißt, da wird ein bisschen versucht, was zu kaschieren, das man politisch nicht will. Auf der anderen Seite haben wir sehr viele große migrantische Kulturvereine, die irrsinnig beteiligt sind kulturell, egal ob das der Tag der Welt der Kultur ist oder auch selbst Initiative setzen. Ich habe auch angefangen, diese zu fördern. Das ist jetzt sozusagen seit 15, seit ich Stadtplan bin, kriegen die auch Kulturförderung. Und das wird einfach ignoriert. Und da sieht man dann auch die Ideologen auseinandersehen. Schade ist nur, weil ich ja weiß, dass die ÖVP da nicht immer diese Position hat, dass sie so fest gezurrt ist in der Koalition, dass sie da nicht ausbrechen. Okay, das heißt, es geht also ums Geld, es geht ums Umsetzen, es geht um die Kommunikation, um all diese Bereiche, die hier betroffen sind. Gut, ziehen wir mal noch die angekündigte Bilanz, die inhaltliche. Oberösterreich rühmt sich ja des Kulturlandes, trotzdem gibt es ein Auf und Ab in der Kulturförderung, vor allen Dingen im Bereich der freien Szene auf konstant zu niedrigem Niveau. Wie ist denn der Tenor in der Stadtpolitik in Wels und in Linz? Gibt es einen Grundkonsens, dass Kunst und Kultur auch unter schwierigen Haushaltsbedingungen wichtig sein müssen? Vielleicht beginnen Sie, Frau Langmeierhofer. Also bei uns, ich möchte hier wirklich wieder auf dieses Konjunkturpaket, das wir geschnürt haben, verweisen und auch auf eine Umfrage vielleicht, die vor zwei Jahren, eine Stadtumfrage, die gemacht wurde, wo rund 5000 Personen befragt wurden, was bringen sie denn als erstes mit Linz in Verbindung? Und da war Kultur ganz oben bei den Nennungen, also an erster Stelle sogar. Und das hängt damit auch zusammen, dass Linz im Jahr 2009 Kulturhauptstadt, europäische Kulturhauptstadt war und sich jetzt zwölf Jahre danach fast, dass auch in der Bevölkerung, in der Wahrnehmung, wie sich unsere Stadt auch kulturell weiterentwickelt hat und welchen Mehrwert das auch für einen Standort gebracht hat, auch in der Wertschöpfung und auch in der generellen Weiterentwicklung, auch wirtschaftlich, hier wirklich auch, dass so sieht von sich aus die Bevölkerung. Und deswegen, glaube ich, ist das ganz klar, dass das auch bei uns in der Politik ein wichtiges Thema ist. Kultur trägt meiner Meinung nach auch immer zur Weiterentwicklung einer Stadt bei und kann hier ganz viele Zukunftsvisionen geben. Gerade aus den freien Kunst- und Kulturschaffenden kann man viel Kreativität sehen, die sie hier auch einbringen können in eine Stadtentwicklung. Und bei uns gibt es ja auch viele Förderprogramme, Stadtteilentwicklung oder eben unseren Fokus als UNESCO City of Media Arts, die wir ja dann im Jahr 2014 geworden sind, wo wir uns auch als digitale Stadt der Zukunft sehen, auch mit unserer Ars Electronica, mit unserer weltweit bekannten Künstlerin Vali Export aus Linz kommend. Und da haben wir auch einen Schwerpunkt gesetzt. Also es gibt hier schon auch aus dem Kulturentwicklungsplan heraus und auch aus dem ganzen digitalen Linz heraus, wo es auch eine Standortagenda dazu gibt, schon eine klare Positionierung seitens der Stadt. Kunst und Kultur ist wichtig für die Zukunft unserer Stadt. Und ich glaube, da haben wir auch viele Möglichkeiten für die Zukunft. Werden wir noch ganz kurz konkret, nicht zu lange in der Vergangenheit zu verweilen, aber trotzdem jetzt Beispiele, vielleicht auch wenn wir vor die Pandemiezeit schauen, was waren denn da so wichtige Beispiele für Sie in der Umsetzung in diesen letzten Jahren? Ja, bei uns zuerst einmal kulturpolitisch, wir wissen alle, das Salzamt ist so ein Thema der freien Szene, wo es jetzt neue Partner auch gibt, die Kunstuniversität, die Ars Electronica. Das sind Ateliers, die wir seitens der Stadt Linz, aber auch jetzt neu mit diesen Partnern zur Verfügung stellen für den internationalen Austausch der Kunst- und Kulturschaffenden, auch für Studierende, wo man sich als freier Künstler einfach auch verwirklichen kann. Wo man Ateliers anmieten kann, wo man auch eine Plattform hat zur Vernetzung, wo man dann die Dinge auch präsentieren und ausstellen kann. Und ich freue mich, dass wir auch die Sicherheit für die Zukunft des Standorts Salzamts gesichert haben, auch während meiner Zeit als Kulturreferentin, dass das jetzt nicht mehr in Frage steht. Ich glaube, das ist nur ein kleiner Punkt, aber ein ganz bedeutender auch für die freien Kunst- und Kulturschaffenden. Und auch das Nordico Stadtmuseum. Linz hat ein eigenes Stadtmuseum, das im Übrigen sehr innovativ unterwegs ist. Also einerseits die Stadtgeschichte abbildet, aber immer auch das urbane Stadtleben sehr stark abbildet. Aktuell lief gerade eine Graffiti-Ausstellung, denn auch Streetart ist ja eine neue Kunstform geworden oder der junge Hitler zum Beispiel, der auch zeitgeschichtlich natürlich eng mit unserer Stadt in Verbindung steht und das Museum, das auch stadtgeschichtlich sehr gut aufgearbeitet hat. Also man sieht schon, auch das Nordico war auch einmal in Frage gestellt. Mittlerweile geht auch das Nordico Stadtmuseum sicher in die Zukunft, um nur zwei kleine Dinge oder aber auch sehr bedeutende und wichtige Dinge zu benennen. Und natürlich der Fokus auf UNESCO City of Media Arts. Wir sehen uns als Stadt der Medienkunst. Wir sehen uns als Stadt der Zukunft. Ich habe es schon erwähnt mit unserer Ars Electronica, die hier einfach weltweit bekannt ist. Unser Flaggschiff ist in diesem Bereich. Auch mit dem Ars Electronica Festival, wo über 100.000 Menschen auch in unsere Stadt kommen, aus aller Welt, jährlich. Was natürlich in diesen Pandemiezeiten auch sehr stark wieder ins Digitale verlegt wurde. Aber es fand auch Hybrid statt, ganz neu aktuell am Campus der JKU. Also es vermischt sich auch die Kunst immer stärker mit der Wissenschaft. Und das sind ja auch die Säulen der Ars Electronica, Kunst, Technologie und Gesellschaft, nämlich auch diese Vermischung von neuen Technologien, die Digitalisierung mit der Kunst, mit dem Kreativen auch, das in die Gesellschaft hinein zu transferieren. Es geht um digitale Transformation. Es ist ein wichtiges Thema für die Zukunft und das zeigt unsere Ars Electronica, das zeigt unser Standort Linz ganz fokussiert, auch mit diesem Festival, um nur ein Beispiel zu nennen. Aber das Thema Digitalisierung wird uns noch ganz stark begleiten und das ist schon auch ein Fokus in meiner kulturpolitischen Agenda. Wie schaut es da in Wels aus, Herr Reinald Schweighofer? Sie haben es vorher schon ausgeführt, es ist nicht ganz so einfach. Die politischen Verhältnisse machen das nicht so leicht, das Arbeiten, aber was gibt es für Errungenschaften vielleicht auch eben gerade im Bereich der freien Szene oder für Projekte, wo Sie viel Herzblut reingelegt haben? Also ein wesentlicher Punkt war mir von Anfang an, dass wir mehrjährige Fördervereinbarungen mit den Kulturinitiativen für Projekte abschließen. Das war bis jetzt nicht so üblich, das geht immer stärker an und ich glaube, dass wir da auch gut weiterkommen. Ein weiterer Punkt ist, wir haben, weil das Thema Street Art Festival oder Street Art angesprochen worden ist, wir haben seit dem vorigen Jahr ein Graffiti Festival, das auch heuer wieder stattfinden wird, wo mittlerweile aus ganz Europa auch Künstler kommen und verschiedene verfügbar gemachte Wände besprühen. Also das wird Ende Juli, Anfang August. Auf das bin ich ganz stolz, weil ich kann mich erinnern, wie die gekommen sind und den Vorschlag gemacht haben, war es wirklich eine Glaubensfrage, werden wir das umsetzen oder nicht? Und das war so eine typisch aus der freien Szene entwickelte Geschichte, die meiner Ansicht nach sehr viel Potenzial hat, auch noch in der Zukunft. Also das ist so eine Geschichte, die wird auch heuer wieder stattfinden. Aber so ein wesentlicher Punkt war, und man würde es ja nicht glauben, der alte Schlachthof in Wels, ist ja eine Institution, die man ganz Oberösterreich auf jeden Fall kennt. Da ist es eigentlich jetzt jahrelang darum gegangen, seine Existenz in der Form, wie wir sie haben, abzusichern. Das war nämlich einer der ersten Akte, die der Bürgermeister durchgezogen hat, war, dass er einen Teil dieses sozioökonomischen Raumes rausgetrennt hat und die Jugendherberge zugesperrt hat. Das heißt, es war immer in der Verwaltung des Schlachthofes und eigentlich war es eine ständige Diskussion, ob der Schlachthof in seiner Form, wie wir ihn kennen, weiterarbeiten kann. Es gibt immer Diskussionen über das Personal, das wir dort haben. Es wird da sozusagen diskutiert, ob man das Personal reduziert, im Sinne von nicht das, was man braucht, was die letzten Jahre auch verfügbar gewesen ist, sondern dass man zurückfährt auf alte Vertragsvereinbarungen. Also da ist es nicht immer so einfach gewesen und da war es aber ganz wichtig, dass ich als politischer Akteur gut vernetzt war mit dieser Szene und bin und sozusagen da eigentlich auch das relativ gut hinzuhalten können habe. Ein weiterer Punkt ist vielleicht auch die Frage der Verfügbarmachung von Räumen, von Möglichkeiten für die Szene. Wir haben nicht nur in Schlachthof, wir haben das Medienkulturhaus, das ja auch mittlerweile seit 2003 in dem Bereich Jugendkulturmedien arbeitet. Wir haben mit der Juki ein Festival, das wirklich aus ganz Europa, aus der ganzen Welt eigentlich Einreichungen jedes Jahr hat. Das haben wir auch voriges Jahr verlegen müssen ins Netz. Aber ich sage, da sind schon Geschichten, die viel Raum schaffen für die freie Szene, für die Szene, die sozusagen sehr ungebunden arbeiten will. Und ein wesentlicher Punkt, auf den ich insgesamt für den Welser Kulturstandort stolz bin, ist eigentlich, dass wir den Schlachthof, das Medienkulturhaus, die Galerie, die Forum sozusagen absichern von der Infrastruktur mit städtischen Mitteln, aber nicht im Content mitreden. Das heißt, die entscheiden sich, sie entwickeln sich, sie machen Kultur, sie programmieren das, was immer sie tun. Und wir sind dafür da, um den Rücken zu stärken und die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Und vielleicht als letzten Punkt noch, wir haben seit geraumer Zeit, aufrechtzuerhalten. Und vielleicht als letzten Punkt noch, wir haben seit geraumer Zeit, seit zehn Jahren ungefähr, ein Kulturmedium, das in Wels auf einen Haushalt einmal im Monat verschickt worden ist, wo alle Kulturinitiativen alles einmelden können und das auch veröffentlicht wird. Und es ist jetzt gelungen, und auf das bin ich sehr stolz, dieses Medium auf Wels, Welsland auszubreiten. Das heißt, sehr stolz, dieses Medium auf Wales, Wales Land auszubreiten. Das heißt, wir haben vorher 60.000 Personen gehabt, die das erreicht haben, jetzt sind es 120.000. Wir haben diesen Kulturraum Wales eigentlich für alle jetzt erweitert auf die gesamte Region. Apropos Raum, das bringt mich jetzt auf die Freiraumgeschichte, die mir da gerade einfällt. Das hat ja überregional doch ein wenig übergeschwappt. Wie ist denn da der Stand der Dinge jetzt gerade? Vielleicht führen Sie das kurz aus. Das heißt Bürgerbeteiligung. Und es hat einen langfristigen Vertrag gegeben für diese Infrastruktur. Das waren gut adaptierte Räume, wo kleine Initiativen, migrantische Geschichten oder Asylsuchende was machen haben können, Kunst und Kultur, Kommunikation. Und wie der Vertrag abgelaufen ist, hat der Bürgermeister gesagt, den Vertrag wird er nicht mehr unterschreiben, der wird nicht verlängert. Dann hat es eh aus dem Freiraumvorstand heraus relativ eine gute Bewegung gegeben. Muss man jetzt zusagen, da waren alle Parteien aus der FPÖ dafür, dass er weitergeführt wird, also auch die ÖVP, obwohl sie in der Koalition war. Das war einer der wenigen Punkte, wo ich sozusagen gesehen habe, dass die ÖVP sich auf die Hinterfüße gestellt hat. Und jetzt ist es so, dass wir das heurige Jahr über Fundraising oder auch über Spenden aus den Parteien heraus abgesichert haben. Und wir setzen jetzt auf die Wahl, damit wir nächstes Jahr das wieder aufsetzen können. Aber das perfide in diesem Zusammenhang ist, dass sich die Stadt ja gar nichts erspart hat, weil der Bürgermeister, ich behaupte immer, er hat das gründen lassen, einen Verein gründen lassen, der genau den gleichen Zweck gehabt hat. Nur da ist es so, dass er Einfluss hat und bei den anderen nicht, weil es eine freie Initiative war. Wir sehen also schon ziemlich andere Ausgangslagen hier in Linz und Wels. Stichwort Wahl, Sie haben es gerade genannt. Schauen wir jetzt mal in die Zukunft. Das heißt, machen wir es möglichst konkret bitte. Was soll sich denn in der nächsten, in der kommenden Legislaturperiode ändern, vielleicht auch verbessern, womöglich? Ein bisschen was geht ja immer. Wie schaut es da aus bei Ihnen? Konkret im Ressort. Konkret im Ressort. Also, wir haben ja einige neue Sonderförderprogramme auch ausgerufen, weil jetzt vorher auch gerade noch von Förderbudget gesprochen wurde. Wir konnten im Jahr 2020 schon unser Kulturförderbudget um rund 250.000 erhöhen und haben einen Fokus auch gelegt, also insbesondere ich in meinem Ressort, eben auf die Sonderförderprogramme, wo es darum geht, da können Projekte eingereicht werden. Ganz neu haben wir zum Beispiel einen Fokus gesetzt auf Linz Sounds, wo es wirklich auch um Musik, um Digitalisierung in der Musik ging, wo wir wirklich enorm viele Einreichungen haben und wo es auch wieder eine enge Verknüpfung mit unserem Stream-Festival gibt, wo es eben auch um Digitalisierung in der Musik geht. Und ich möchte sagen, rund 233.000 Euro haben wir hier im Bereich der Sonderförderprogramme zur Verfügung gestellt. Das wird auch alles juriert. Also da gibt es eine eigene Jury, die diese Projekte auch bewertet, die hier eingereicht werden. Und ganz neu haben wir auch den Anton. Anton Bruckner ist ja unsere bekannteste Künstlerpersönlichkeit weltweit, würde ich fast sagen, der in enger Verbindung mit Oberösterreich und Linz natürlich steht. Wir haben ein Bruckner Haus, wir haben eine Bruckner Universität. In St. Florian liegt Anton Bruckner begraben, in Anfälten ist sein Geburtshaus. In Linz haben wir auch eine Bruckner Stiege, auch im Mariendom gibt es ein Bruckner Fenster zu sehen und 2024 ist ja ein großes Jubiläum, nämlich 200 Jahre Anton Bruckner und gleichzeitig 50 Jahre Bruckner Haus, das wir feiern werden und darauf bereiten wir uns jetzt schon auf die Zukunft vor, nämlich hier wirklich auch eine Schwerpunktsetzung zu machen. Also da gibt es jetzt eben auch dieses neue Sonderförderprogramm, das wir ausgerufen haben, wo eben auch die freie Szene aufgerufen dazu ist, hier neue Projekte, Bruckner in die Zukunft zu denken und hier ganz innovative Projekte einzureichen. Wir möchten das auch steigern bis zum Jubiläumsjahr 2024. Wir wissen, da ist ja auch ein großes Kulturhauptstadtjahr in Oberösterreich, das Salzkammergut, Bad Ischl und so weiter. Auch da vielleicht enge Verknüpfungen, die wir hier vorbereiten können. Aber wir möchten hier auf jeden Fall die regionale Kunstszene dazu animieren, Bruckner neu zu denken, modern zu denken und hier diese Projekte auch so aufzubauen, dass wir dann zum Jubiläumsjahr Anton Bruckner auch ganz neu und innovativ zeigen können. Das ist ein ganz wichtiger Fokus für mich, auch für die Zukunft aus der Kultur heraus, wo sich noch viel auch tun wird, denn da bereiten wir natürlich gerade sehr viel vor für dieses Jubiläumsjahr. Trotzdem, es gibt einige Projekte, einige Finanzierungstöpfe auch, die Sie ausgeführt haben, aber das Grundproblem der Unterfinanzierung des freien Sektors ist wahrscheinlich trotzdem nach wie vor gegeben. Deswegen würde ich gerne auf das Thema Fair Pay auch zu sprechen kommen, weil der Bund folgt da ja den Vorschlägen der Interessensvertretungen, wie zum Beispiel die KUPF Oberösterreich, das ja schon lange fordern, diese Fair Pay-Regelungen. Das Land Oberösterreich hat Fair Pay im Kulturleitbild wahrgeformuliert. Vor allem die Statutarstädte tragen ja eben einen erheblichen Teil auch der Finanzierung der freien Kunst- und Kulturszene ja auch bei. Das heißt, gibt es sozusagen tatsächlich also ein ernst gemeintes Bekenntnis zu VRP? Natürlich, das ist bei uns auch ein Teil des Kulturentwicklungsplanes und wir setzen uns damit auch regelmäßig auseinander, also auf jeden Fall ist das bei uns ein Thema. Aber die Umsetzung würde dann bedeuten, es wird ja gerade evaluiert auch im Bund, aber es ist wahrscheinlich, dass diese Fördererhöhungen zwischen 50 und 100 Prozent dann womöglich sein müssten, wenn man das ernst nimmt. Alle drei Ebenen müssten dann mitziehen, Bund, Land, Stadt. Wie schaut es da aus? Sie sagen ja natürlich. Also wir hatten dazu ja auch schon Diskussionen mit der Frau Staatssekretärin, die bei uns auch schon da war zu diesem Thema. Und wir setzen uns wirklich regelmäßig damit auseinander. Wie gesagt, das ist ein Teil unseres Kulturentwicklungsplanes. Es betrifft auch die einzelnen GSMBHs, die wir im Bereich der Kultur dazu haben. Auch da ist es immer wieder ein Thema und auch im Gemeinderat natürlich. Also klar, es ist so, dass wir da ein Thema haben. Sie haben es schon erwähnt, das ist natürlich auch in Abstimmung mit allen Ebenen zu führen, mit dem Land, mit dem Bund. Aber ich möchte schon dazu sagen, wir haben hier im Bereich der Förderpolitik in den letzten Jahren wirklich sehr viel gemacht in der Stadt Linz, also gerade im Bereich der Kultur. Ich glaube, das kann auch die Kupfer bei Österreich bestätigen. Wir sind da auch im regen Austausch natürlich auch zu diesem Thema. Aber dadurch, dass wir da wirklich jetzt auch wieder eine Million für die freie Szene im Bereich der Investitionen jetzt aktuell wieder zur Verfügung gestellt haben und ich muss dazu sagen, auch im Bereich der Jahres- und Projektförderungen konnten wir da wirklich unsere Kulturszene jetzt sehr stark unterstützen, indem wir gesagt haben, wenn ihr Projekte habt, wenn ihr jetzt einfach auch über diese Zeit kommen müsst und das betrifft natürlich im weitesten Sinne dann auch das Personal in den einzelnen Kulturvereinen, reicht ein bei uns, schickt uns eure Förderansuchen, auch was die Jahresförderungen betrifft. auch was die Jahresförderungen betrifft. Und wir schauen uns das natürlich genau an. Das ist klar, das wird immer alles individuell geprüft, jedes einzelne Förderansuchen. Aber wir wollten da schon jetzt auch tolerant sein und einfach auch die Förderungen zur Verfügung stellen, auch wenn gewisse Dinge vielleicht nicht in dieser Form stattfinden konnten. Also Linz hat grundsätzlich eben um 15 Prozent im letzten Jahr erhöht. Das ist natürlich sehr erfreut zur Kenntnis genommen worden. Man muss allerdings auch anmerken, das ist halt auch nicht mehr oder nicht einmal ganz die Abgeltung der Inflation, die in den letzten Jahren halt nicht ausbezahlt wurde und wo halt gespart wurde. Wir erinnern uns alle noch an Kulturland retten und so weiter. Trotzdem, es geht bergauf, das ist sehr schön in Linz und es gibt das Bekenntnis offensichtlich tatsächlich vom Gemeinderat, VAP umzusetzen. Habe ich das so richtig verstanden? Können wir das so mitnehmen? Oder nur von der ÖVP oder von Ihnen als Kulturreferentin? Also wir haben das in unserem Kulturentwicklungsplan und deswegen gilt das natürlich auch für die gesamte Stadt, denn der Kulturentwicklungsplan wird ja immer gemeinsam auch festgelegt und regelmäßig auch evaluiert. Wir arbeiten dazu und ich stehe auf jeden Fall voll und ganz dahinter auch an diesem Thema. Danke. Wie schaut es in Wels aus? Das ist zum Beispiel ein Punkt, der im Kulturentwicklungsplan nicht verankert ist in Wels. Aber es ist ein Thema, dessen wir uns im Vorjahr schon angenommen haben. Zum Beispiel die ganzen Ansuchen, obwohl die Dinge nicht stark gefunden haben, haben wir alle erledigt. Wir haben überall die Grundförderungen ausbezahlt. Ich glaube, das war schon ein ganz wichtiger Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Und da ist aber noch einiges zu tun und wir haben auch versucht oder wir versuchen auch immer, Formate zu machen, wo wir sozusagen auch ermöglichen, so wie es jetzt zur Zeit war, dass wir Honorare auszahlen können. Weil das ist ja sozusagen dieser Livestream, den du halt schnell machst, aber dann kriegst du halt nur 100 Euro oder 200. Da haben wir ja die wildesten Dinge gehört, jetzt gerade für Literaten oder so, die dann eigentlich, weil sie eh daheim sitzen, gratis lesen sollen oder so. Die Frage ist, für was sie leben sollen. Also da haben wir jetzt einmal im direkten Tun sicher einiges erledigen können und wir werden auch das noch verankern müssen. Aber ich muss vielleicht ganz klar dazu sagen, für mich ist es auch relativ klar, dass sozusagen ein Wendepunkt muss die Wahl sein im September. Und für mich ist das politische Vorhaben, wenn die Wahl so ausgeht, dass das möglich ist, werden wir den Kulturentwicklungsplan und das auch wieder aufknüpfen, inhaltlich nachschärfen, aber auch Notwendigkeiten dort unterbringen. Da reden wir am Schluss vielleicht auch nochmal kurz ganz konkret drüber. Jetzt noch davor würde ich gerne Sie auch fragen, wenn wir sozusagen von der Finanzierung wieder ein bisschen in die ruhigeren Gewässer kommen, was kann denn Kunst- und Kulturpolitik jenseits von für mich in einem starken Zusammenhang. Wir haben auch in Wels eine sehr leistungsfähige Stadtbibliothek. Wir haben uns vor zwei Jahren entschieden, auf meine Initiative einen Bücherbus anzukaufen, um die Stadtteile zu versorgen. Für mich ist zum Beispiel auch, nachdem die gesamten Kultureinrichtungen mehr oder weniger im Zentrum der Stadt stehen, brauchen wir einen stärkeren Fokus auf die Stadtteile. Das heißt, wir müssen als Kultur stärker in den Lebensraum hinein der Menschen, dass die Schlafstädte auch wieder Lebensraum werden, wo auch kulturelle Ausprägungen sind. Und wir als Stadt sollten diese Möglichkeiten schaffen, egal wie immer die aussehen. Das halte ich als ganz wesentlichen Punkt. Da sind wir schon ein bisschen in der Stadtentwicklung auch drin. Können wir dann noch einmal vertiefen? Jetzt frage ich die Frage, geht dann zuerst noch einmal an Sie. Wie legen Sie noch aus? Ja, Kultur, ich habe es vorher schon erwähnt, ist für mich ein Innovationsmotor. Ich glaube, gerade freie Kunst- und Kulturschaffende können sehr viel zur Weiterentwicklung einer Stadt beitragen. Ich habe das zu Beginn schon erwähnt, weil ich da wirklich überzeugt davon bin. Und da ist ganz viel Kreativität, ganz viel Impulsgeber für mich auch drinnen. Ja, wobei, ich hake nochmal kurz ein, weil ich meine jetzt sozusagen nicht, was ist die Wirkung von Kunst und Kultur, sondern wie kann ich Kunst und Kultur ermöglichen und unterstützen jenseits der Förderungen? Das war sozusagen die Frage. Ja, Kultur, Kunst und Kultur sichtbar machen einfach. Sie vor den Vorhang holen. Und da gibt es natürlich einzelne Projekte, zum Beispiel das FMR Festival, das bei uns jetzt aktuell Anfang Juni auch läuft, nämlich die freie Szene, die sich hier zusammentut, im Übrigen auch gemeinsam mit unserem Salzamt und hier im öffentlichen Raum auch zeigt, was Kunst ist. Und wir ermöglichen auch dieses FMR-Festival, dass man eben Kunst und Medienkunst auch im öffentlichen Raum sichtbar macht, nämlich quer durch verschiedene Stadtteile, es wurde schon erwähnt, nicht immer nur im Stadtzentrum, sondern auch raus in die Stadtteile zu gehen. Dieses Mal findet es in Linz-Urfa statt, vom Müllkreisbahnhof bis zur Alten Kunstuniversität, an diesem Areal, und bespielt hier einzelne Plätze, wo immer wieder Kunst auftaucht in Form von einzelnen Performances, in Form von einzelnen Projekten, die man hier sichtbar macht. Kunst, diese monumentale Kunst, die man in Form von Statuen und größeren Bauwerken auch immer in der Vergangenheit im öffentlichen Raum, wie bei uns das Forum Metall natürlich ein gutes Beispiel entlang der Donaulände auch ist, gemacht hat, sondern zeitgemäß, vermischt auch mit Digitalem, mit Augmented Reality zum Beispiel. Also es vermischt sich auch immer mehr diese digitale und diese analoge Kunstform und das sichtbar zu machen. Sind dann Infrastrukturen, die man zur Verfügung stellt, jetzt Häuser, Räume etc., rücken die im Hintergrund? Nein, ich glaube, es braucht Raum für Kunst. Also der Raum für Kunstschaffende ist bei uns nach wie vor ein großes Thema, ob es im Bereich der Musik ist mit Proberäumen, ob es im Bereich der bildenden Kunst ist oder ob es auch im Bereich für Musikschaffende ist oder auch im Bereich der Medienkunst. Das ist nach wie vor ein Thema, der Raum. Der ist auch ganz wichtig. Wir haben jetzt gerade auch im Tanz zum Beispiel unterstützt mit unserem Konjunkturpaket, denn die mussten aktuell gerade raus von der Tabakfabrik, weil sich ja auch da gerade viel weiter entwickelt. Und da konnten wir auch mit den Investitionsförderungen wieder helfen, dass auch neue Räume geschaffen werden können. Aber ich glaube, es ist auch der öffentliche Raum. Also es ist einerseits der Raum, den man natürlich braucht, um sich selbst zu verwirklichen, aber auch der öffentliche Raum, damit Kunst und Kultur auch für die breite Bevölkerung sichtbar wird. haben, inwieweit spielt denn auch die freie Szene und Kunst und Kultur generell eben eine Rolle bei dieser Stadtentwicklung? Wie sehen Sie das? Beziehungsweise auch die Frage noch mitgenommen, im öffentlichen Raum, das Stichwort Plakatiermöglichkeiten, Werbemöglichkeiten, natürlich passiert heute auch viel online, aber wie ist das eigentlich? Wie sehen Sie das? Wie ist Ihre Haltung da dazu? Das ist völlig verschwunden aufgrund von ästhetischen Anforderungen, die es halt offensichtlich gibt heutzutage, war aber eigentlich ein wichtiges Instrument, gerade für die freie Szene und wird nach wie vor immer noch gefordert. Ich habe es zuerst schon erwähnt, wir haben dieses Kulturmagazin, das alle vier, fünf Wochen erscheint, das auf einen Haushalt geht. Dort kann jeder seine Dinge präsentieren. Das ist einmal die eine Möglichkeit. Die zweite ist, wir haben immer Plakate. Es gibt Litfaßsäulen von der Stadt, die angeboten werden. Die gibt es noch. Da wäre ich auch dafür, dass man noch ein paar mehr macht, aber sie sind gut platziert und die sind verfügbar. Es gibt Initiative gemeinsam in Ewerk auf die Elektrokästen wird plakatiert. Also da gibt es schon verschiedene Möglichkeiten, die sozusagen da geboten werden. Der zweite Teil der Frage wegen der freien Szene, wegen der Infrastruktur. Wir haben, und auf das bin ich relativ stolz, wir haben uns jetzt zum Beispiel das im Privatbesitz befindliche Stadttheater eine Stadt gekauft und renoviert. Das ist in diesen Zeiten eigentlich nicht mehr selbstverständlich und es hat auch einen gesellschaftlichen Diskurs gegeben, aber es war für mich von Anfang an klar, das muss man tun, um sozusagen Möglichkeiten zu schaffen, um die Räume wieder zu schaffen, wo man eine Stadt, Kulturinitiativen, Theatergruppen oder wie immer das auch anbieten kann. Wir haben es renoviert, es ist top renoviert. Ein Jahr steht es jetzt ungenützt. Aber wir haben unsere Spielstätten jetzt technisch nachgerüstet, wir haben die Stadtteile nachgerüstet, wir haben die Minoriten als Veranstaltung mit einer Akustik mäßig ausgestattet. Wir haben im Stadttheater eine Akustikmuschel angeschafft, um dort auch besser die Konzerte abwickeln zu können. Wir haben Appartementkonzerte, darum war das auch notwendig. Also wir haben jetzt relativ viel in die Infrastruktur gesetzt und ich habe es zuerst schon erwähnt, dass wir in unseren langfristigen Förderverträgen auch diese Infrastrukturmöglichkeiten mitverpacken. langfristigen Förderverträgen auch diese Infrastruktur-Möglichkeiten mitverpacken. Das heißt, das nimmt schon ein bisschen Sicherheit oder gibt Sicherheit denen, die veranstalten. Und ich habe es zuerst erwähnt, die Frage der freien Szene, Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Für mich ist es so, wenn ich heute sozusagen einen Stadtteil habe, der nur als Schlafstadt genutzt wird, ist es kein Lebensraum. Und der Lebensraum wird es dann, wenn dort auch was stattfindet, wenn die Menschen dort auch solidär sich begegnen, egal ob das jetzt bei einem Maibaum aufstellen oder bei einem Jazzkonzert oder bei einer Lesung ist. Und das wollen wir verstärkt ermöglichen. Das heißt, dass die Stadt auch begriffen wird, nicht nur als Einheit mit einem Zentrum, wo sich alles anspielt, sondern wo der Lebensraum stärker auch genutzt werden soll für kulturelle Begegnungen. Wir haben zum Beispiel jetzt wieder im September unseren Tag der Welser Kultur, der wird dieses Mal Diagonale heißen. Da werden wir sozusagen über die Stadtteile, über das Zentrum andere Stadtteile bespielen, wo zum Beispiel schon der Shuttlebus Bühne ist. Und da werden wir versuchen, das näher zu bringen. Ganz kurz noch in Linz. Die Zeit ist schon fortgeschritten, aber die Plakatierfreiheit in Linz oder Plakatiermöglichkeiten in Linz, ist da was geplant? Das ist ein Thema, das wir auch laufend diskutieren. Natürlich bräuchten wir da noch mehr Plakatierflächen, keine Frage. Wir sind da auf jeden Fall, also ich gemeinsam mit der Kulturdirektion, ständig auch dabei, mehr Flächen zu schaffen. gerade betrifft. Mural City und unser Mural Harbor am Linzer Hafen sind ja da auch ein Zeichen dafür, wie sich auch dieses Thema weiterentwickelt im Stadtraum. Da gibt es auch Bedarf an Flächen sozusagen. Man muss aber auch sagen, dass auch viele Private einfach immer mehr diesen Fokus auch setzen und sagen, ich stelle meine Häuserfläche, meine Fassade zur Verfügung, damit diese auch gestaltet werden kann. Also auch da gibt es gerade ganz viel Öffnung in diesen Bereichen. Auch da versuchen wir auch zu vermitteln, wenn wir wissen, wo es eine freie Fläche gibt, vielleicht auch, dass wir da auch den Künstlern das weitergeben, damit sie diese auch nützen und gestalten können. Also da gibt es einfach auch ganz viel Kommunikation intern, glaube ich, die hier wichtig ist, damit man weiß, wo gibt es denn überhaupt Flächen. Und es gibt auch unsere Digital Screens in der Stadt, wo auch ein gewisser Werbeanteil zur Verfügung steht für freie Kunst- und Kulturschaffende. Also ein Problembewusstsein auf alle Fälle gibt es. Gut, um das jetzt alles festzuschreiben, was wir so jetzt gesprochen haben in der letzten Dreiviertelstunde, gibt es ja Kulturentwicklungspläne, auch die sind schon gefallen. Linz hat von 2010 bis 2012 am aktuellen gearbeitet, nun ist er aber schon ein wenig in die Jahre gekommen, er war für 10 bis 15 Jahre angelegt, er hat jetzt demnächst dann 10 auf dem Buckel. Wird es in der nächsten Legislaturperiode also einen neuen Kulturentwicklungsplan geben in Linz? Also bei uns wird dieser ja auch stetig evaluiert und wir sind da absolut up to date auch, was das betrifft. Ich bin da immer ganz in enger Abstimmung, auch mit der Kulturdirektion, die diesen ja auch dann federführend erarbeiten und natürlich auch in Abstimmung mit der freien Szene. Also ich glaube, bei uns gibt es da aktuell jetzt keinen Bedarf. Wir hatten auch erst die Evaluierung wieder im Stadtkulturbeirat präsentiert und mal sehen. Natürlich, wenn dann wieder die Zeit reif ist, dann wird es auch wieder einen neuen Kulturentwicklungsplan vielleicht brauchen. Aber dadurch, dass er bei uns ja stetig evaluiert und weiterentwickelt wird, ist das bei uns absolut zukunftsfit und aktuell aufgestellt. Also Sie sind die Notwendigkeit quasi nicht gegeben, schon in der nächsten Legislaturperiode da wieder was aufzustellen? Wenn die Zeit dafür da ist, und da gibt es ja regelmäßige, eigentlich klare Vorgaben. Daran halten wir uns. Aber was sind die Vorgaben? Naja, also wie gesagt, bei uns wird er regelmäßig evaluiert und dadurch auch neu überarbeitet und ergänzt, wenn es Bedarf gibt. Und das machen wir regelmäßig. Also dann irgendwie erkennt man es und dann macht man es. Aber es ist jetzt nicht gesagt, dass es nur, weil es quasi dann womöglich 16 Jahre wäre, der eine jetzt schon dann quasi halten muss, dass es dann passieren muss, sondern das kann auch zwischendurch. Ist die Zeit dafür reif, werden wir den Kulturentwicklungsplan wieder neu erarbeiten. Okay, dann müssen wir uns zufrieden geben quasi. Genau. Okay. Da ist für uns echt super aufgestellt. Es war ja ein intensiver Prozess, aber umso wichtiger ist es vielleicht eben wieder so einen intensiven Prozess dann irgendwann zu starten. Der Evaluierungsprozess wird für uns ja regelmäßig gemacht. Ich nehme es zur Gehensweise. Die Stadt Wels hat im September 2020 ein Kulturleitbild und einen Kulturentwicklungsplan erstellt. Sie haben es schon gesagt, eigentlich, was man nicht rausliest, waren da viele VertreterInnen eingebunden, weil schlussendlich ist der Bericht schon erwähnt, dass Sie damit nicht zufrieden sind. Aber vielleicht dann umso mehr, was planen Sie denn in der kommenden Legislaturperiode, sofern Sie es quasi wieder werden und sofern vielleicht auch die Verhältnisse andere sind? Und was versprechen Sie damit auch den Wählerinnen und den Initiativen? Sie haben es schon gesagt, Sie würden auf alle Fälle einen neuen machen, aber vielleicht führen Sie das noch ein bisschen näher aus, was Sie sonst noch planen. Ich würde mich aufschnüren und im Wesentlichen, wir beginnen jetzt mit einem Teil des Kulturentwicklungsplans und des Kulturleibes, nämlich den Kulturdialogen. Wir haben uns verordnet und das ist zum Beispiel etwas, was ich ganz positiv sehe, dass wir einen institutionalisierten Dialog mit den Kulturschaffenden und auch mit dem Publikum haben. Wir machen das jetzt zwar online, wir haben jetzt vier Termine, die sind ausgelobt, aber wir werden zu verschiedenen Schwerpunkten, historischer Standort, Infrastruktur, Publikum usw. Diskussionen führen und holen uns so auch wieder Inputs. Und das ist meiner Ansicht nach das, was auch die Frau Stott hat angesprochen, die Frage, dass es natürlich da eine Weiterentwicklung gibt. Ich glaube nur, ein Kulturentwicklungsplan braucht Felder, wo ich mich selber einen Anspannungsgrad aussetze. Dort, wo ich sage, wo der Diskurs am Anfang wehtut, weil nur dann habe ich eine Chance, dass ich mich weiterentwickeln kann. Und das ist alles geglättet in den jetzt vorliegenden Papieren. Ich verrate auch kein Geheimnis, ich habe lange überlegt, ob ich es als zuständiger Stadtrat überhaupt in den Gemeinderat bringe, habe aber dann eigentlich gesagt, es ist zumindest ein erster Schritt, das habe ich dann auch dokumentiert gegenüber Medienvertretern, und diese Dialoge und das, dass wir im Gespräch bleiben, ist schon einmal ein Vorteil, weil sonst, so wie das Papier, der Kulturentwicklungsplan vorliegt, brauche ich ihn nicht, weil da sage ich, da habe ich nichts drinnen, wo ich mir selber Ziele setze, denen ich nachstreben muss, wo ich mich selber infrage stellen muss, wenn ich in drei Jahren sage, ich habe da nichts weitergebracht. Also diese Dinge, die dann es jetzt erst erwähnt, die dann vielleicht weder einen Diskurs erfordern, die sind komplett heraus aus der ganzen Geschichte. Und darum glaube ich auch, dass es notwendig ist, dass man da, wenn es möglich ist, nachschärft und diesen Prozess einfach als Zwischenprozess nochmal anschaut und das, was die Frau Stadträtin gesagt hat, halt dann macht und dann zusätzliche Dinge verankert. Gibt es noch, Sie kriegen gleich den Schlusswort, oder wollen Sie da jetzt? Ich wollte nur ergänzen, auch im Städtebund beim Kulturausschuss hatten wir als Stadt Linz ja auch die Ehre, auch mit der Kulturdirektion gemeinsam hier unseren Kulturentwicklungsplan zu präsentieren. Denn die Stadt Linz gilt hier wirklich als Vorreiter, was dieses Thema betrifft, auch im Vergleich zu anderen Städten, wenn ich das noch ergänzen darf. Da bin ich auch sehr dankbar dafür. Ein Wort an die Gemeindedirektion. Danke auch an die Kulturdirektion, die hier sehr vorbildlich arbeitet. Die Gemeinde Gordner Kirchen hat einen ambitionierten Kulturentwicklungsplan. Das kann man bei Weitem nicht sagen. Man muss aber auch dazu sagen, dass bei der Entwicklung und bei allen Diskussionen der Bürgermeister dabei gesessen ist und dort auch er der Mastermind war, der sozusagen Hopp oder Drop gesagt hat. Das Problem war nur, dass ich der Meinung bin, dass da eigentlich die ÖVP sehr oft Dinge mitgemacht hat, die eigentlich, wenn ich mir Linzer anschaue, wenn ich mich vom Land Oberösterreich anschaue, eigentlich nicht in der DNA der ÖVP ist. Gibt es da Austausch zwischen der ÖVP in Wien und Wels und Linz? Nicht anstrengen wollen, nicht Problemfelder zu bearbeiten, nicht zu benennen, wo ich denn was tun muss, ist nicht normalerweise, weicht die ÖVP einer Diskussion nicht aus, sage ich jetzt einmal. Und man setzt sich auseinander und man führt einen Dialog. Das war halt meine Sicht der Dinge. Ja, das ist vielleicht dann bei uns wieder ganz anders zu sehen, wenn ich das so sagen darf. Also bei uns spielt die Stadtteilkultur zum Beispiel eine ganz große Rolle, sowohl in der Partei als auch zum Beispiel im Kulturentwicklungsplan. Bei uns gibt es ja da den Kulturviertler, wo wir das auch ganz speziell noch einmal fördern und unterstützen, in der Linzkultur auch verankert bei den Sonderförderprogrammen, wo man hier wirklich auch Projekte einreichen kann aus den einzelnen Stadtteilen. Bei uns gibt es ja auch innerhalb der Partei dieses Ortsgruppensystem, wo man auch in den einzelnen Stadtteilen sehr gut verankert ist. Also ich kann hier nur sagen, da gibt es natürlich sehr viele Überschränkungen, auch was die Digitalisierung betrifft, wo wir auch als ÖVP auch innerhalb unserer Partei sehr zukunftsgerichtet unterwegs sind und das kann ich genauso auch von der Linz Kultur sagen. Sollten Sie vielleicht den KollegInnen in Wels ein bisschen Nachhilfe erteilen, womöglich? Mein wichtiger Punkt ist, für mich ist Kultur ein Ding, das sich nicht selber erklären muss. Kultur findet statt und ich brauche dort einen konsumfreien Raum, der nicht erfordert, dass ich monetäre Mittel einsetze. Das ist auch der Grund, warum ich sehe zwar, wie du argumentierst, dass Kultur einen Standort belebt, dynamisiert, dass sozusagen Gravität geweckt wird. Ich sehe aber immer die zweite Seite, dass es immer um Verwertbarkeiten geht. Und Kultur muss zuerst nicht verwertbar sein. Kultur muss sich nicht erklären. Und das ist für mich sozusagen, wo ich den Unterschied sehe. Nicht, dass ich nicht der Meinung bin, es soll einen Beitrag leisten, aber wenn am Schluss die Kultur sich selbst genügt, genügt sie sich selbst. Also ich habe da so einen Ansatz, dass ich sage, es geht mir nicht darum, dass ich am Ende immer sage, es waren 300 Leute im Saal, es lässt sich daraus ein Geschäftsmodell entwickeln, was immer. Das darf nicht sein, weil dann ist es schon ein Hemmschuh, damit sich Kultur frei entwickeln kann. Kultur ist frei, da bin ich absolut der gleichen Meinung. Nein, ich will nur sagen, das ist der Unterschied, wo ich den Ort bei mir in der Stadt, das sozusagen immer um die Verwerfbarkeit geht und am Schluss geht es immer darum, dass beim Schnäppchenmarkt Bilder ausgestellt werden, damit wir leicht kommen. Das ist mir ein Graus. Nicht, dass man Bilder ausstellt, sondern dass der Zweck dann immer einer ist, die verlängerte Werkbank für etwas anderes zu sein. Also das ist für mich so ein... Der Mehrwert wird zu stark an der Quantität sozusagen festgemacht. Es geht immer um wirtschaftliche Dinge. Kultur braucht das, wenn es ist, nicht. Bei uns gibt es da ganz andere Tendenzen, wie zum Beispiel, dass aus den Museen ein Casino gemacht werden soll. Da gibt es auch ganz faszinierende Ideen, was die Kultur betrifft. Da bin ich absolut anderer Meinung. Ich bin sehr stolz auf die Linende Ideen, was die Kultur betrifft. Da bin ich absolut anderer Meinung. Ich bin sehr stolz auf die Linzer Museen, auch auf die Arbeit, die sie gerade auch in diesen schwierigen Zeiten jetzt geleistet haben, wie innovativ sie hier auch unterwegs waren und da auch durch die Krise gesteuert sind, durch diese schwierige Zeit und sich immer wieder was Neues einfallen haben lassen. Und uns geht es da schon auch ganz stark, dass man in die Breite kommt mit Kulturthemen, dass man hier die Bevölkerung mitnimmt und dass man einfach auch zeigt, ja, was bringt die Kultur auch für die Zukunft, für die Weiterentwicklung, auch für unseren Standort. Und da bin ich überzeugt davon, dass die Kultur hier ganz viel einbringen kann. Was geht sich noch aus? Einmal noch kurz einhaken. Nämlich Bevölkerungsmitnehmer. Wir sind beide in Städten aktiv, wo wir einen großen Bevölkerungsanteil von Menschen haben, die nicht da geboren sind. Und wenn ich mir heute den Kulturbetrieb anschaue, ist der oft frei von Migranten, Migrantinnen. Und das muss eigentlich, muss uns klar sein, wir müssen die Menschen alle mitnehmen und in Möglichkeiten schaffen, nicht nur die mitgebrachte Kultur umzusetzen, sondern auch anzutocken. Und da muss ich mir oft überlegen, wie schaffe ich denn das, dass die andocken können. Das sind oft wirtschaftliche Fragen, das sind oft Zugangsfragen, das sind Hemmschwellen, die man versuchen muss abzubauen. Da geht es jetzt nicht nur auf eine Förderung zum Thema Hunger auf Kunst und Kultur, sondern da geht es oft um eine Hemmschwelle. Ich gehe jetzt als Migrant nicht ins Stadttheater. Das ist nicht mein Bewegungsraum. Und das meine ich damit. Das muss man angehen. Ich finde das einen ganz wichtigen Punkt. Danke, dass Sie das auch noch eingebracht haben. Ich finde, dass auch eine ganz spannende Diskussion sich jetzt entwickelt hat und trotzdem müssen wir zum Ende kommen, weil die Zeit vorbei ist dann demnächst. Aber ich möchte das jetzt noch mitnehmen für die letzte Runde und aufgreifen. Das heißt ganz konkret im Sinne, was jetzt Inklusion, Integration angeht, was Pluralismus angeht, eine plurale Gesellschaft angeht. Was sind denn ganz konkret Ihre Vorhaben quasi für die neue Legislaturperiode, wenn Sie es wieder werden, wenn Sie gewählt werden? Wo setzen Sie da an? Ja, ich habe es jetzt, glaube ich, auch ein bisschen andeuten können. Es geht mir darum, wir brauchen einen Begriff der gesamten Bevölkerung. Und ich rede immer gern von Möglichkeitenräumen. Und ich rede immer gern von Möglichkeitenräumen. Das heißt, die oft postulierte kleine Kommune, die aus sich nicht herauschließen, dass ich im Bereich Theaterappartement, Konzertappartement relativ wenig dieser Menschen habe. Ich glaube auch, dass sie unterrepräsentiert sind in der Musikschule. Das sind lauter so Dinge, da braucht es Verfahren und da braucht es Zugangsmöglichkeiten. Das geht so weit, dass ich sage, ich muss halt dann auch anbieten in der Musikschule Instrumente dieser Kultur. Sass. Weiß ich jetzt nicht. Was sonst die Instrumente sind, um Zugang zu schaffen. Und ich glaube, dass das der Punkt ist, um das geht. Entweder machen wir Kultur für die gesamte Bevölkerung oder es wird immer nur ein Stückwerk sein. Frau Langmeier, Sie haben versiegt bekommen das Schlusswort. Was sind Ihre Schritte? Linz wird es auch sicher nicht schaden, in Richtung Pluralismus noch etwas zu tun. Also ich glaube, wir sind da wirklich sehr gut aufgestellt. Die Kultur verbindet uns doch alle. Ob das die Musik ist oder generell das Kulturschaffen, das ist eine Sprache, die jeder versteht. Aber ganz von selber geht es nicht. Das ist ganz klar. Da bieten wir auch viele Ansatzmöglichkeiten in den einzelnen Institutionen. Zum Beispiel gibt es da super Konzepte. Und ich glaube schon, dass es auch klare Linien braucht. Aber Integration ist natürlich auch ein großes Thema in unserer Stadt. Und da kann die Kultur wirklich sehr viel dazu beitragen. Sonst noch einen Punkt, den Sie anbringen wollen, auf was Sie in der nächsten kommenden Legislaturperiode alle Pferde setzen wollen? Ich freue mich auf das große Jubiläumsjahr 200 Jahre Anton Bruckner, da steuern wir hin und das ist sicherlich auch etwas, was quer über alle Bereiche von der Kultur ausgehend, aber quer durch alle Bereiche unseren Standort betreffen wird. Und da bin ich überzeugt, dass wir da auch wirklich konjunkturell guten Aufschwung wieder bringen können und dass wir da auch für die Zukunft gut aufgestellt sind. Danke, dann bedanke ich mich an dieser Stelle jetzt für das Gespräch. Wir sind am Ende der Sendezeit angekommen. Danke an Doris Langmeierhofer und Johann Johnny Reindl-Schwerköfer. Sowie natürlich an das Team von DorfTV. Vielen herzlichen Dank für diese Bewirtung hier. Ich bin Sigrid Ecker. Das war der Kupftalk zu den Wahlen, zu den Landtags- und Gemeinderatswahlen in Oberösterreich. Nachzusehen wird das Ganze auf Dorf natürlich sein und auch als Podcast bei Radio Froh zum Nachhören bereitstehen im Infomagazin Frohsinn. Außerdem wird es transkribiert und in der kommenden Kupf-Zeitung dann auch noch zu lesen sein. Das heißt, alle Möglichkeiten, um das hier mitzubekommen, was wir gesprochen haben. Ich finde, es war recht spannend. Dankeschön. wir gesprochen haben. Ich finde, es war recht spannend. Danke schön.