Ja, herzlich willkommen zu 10 Minuten Kunst erklären. Mein Gast ist Theresa Ulrike Zelnig. Hallo Theresa. Hallo. Darf du sagen? Ja. Theresa ist 28 Jahre, lebt und arbeitet in Linz, hat Malerei und Grafik studiert in Linz auf der Kunstuniversität. 2017 ihr Diplom gemacht, betreibt mit Kolleginnen zusammen den Kunstverein Edition. Sie kuratieren Ausstellungen und organisieren auch Festivals. Vor allem geben wir jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne auszustellen. Noch jüngeren Künstlerinnen. Die am Anfang ihrer Karriere stehen. Die geben eine Bühne für ihre Arbeiten. Wenn man von der Kunstuni weggeht, dann wird man praktisch wieder so richtig auf Null gestoßen. Also man muss bei Null anfangen, was ja bei anderen Studien nicht der Fall ist. Also wenn man Just studiert, dann kriegt man irgendwann einen Job, da muss man selbstständig arbeiten. Wie schwierig war das? Es ist noch immer schwierig. Ja, man muss versuchen, seinen eigenen Weg zu gehen. Man muss versuchen, auf sich aufmerksam zu machen durch Einreichungen bei allen möglichen Wettbewerben, für alle möglichen Ausstellungen. Man muss schauen, dass man präsent ist und so Fuß fassen kann. Ich glaube, du hast deinen Weg gefunden, wie man da jetzt sieht. Das ist ein Bild, Herrscherinnen ist der Titel Nummer 12. Nummer 12. Und die stammt aus einer Serie, wo es schon einige Bilder gibt, ich weiß nicht wie viele gibt es inzwischen? 20 gibt es jetzt. Mit der Serie hast du vor einem Jahr begonnen, hast du erzählt? Vor einem halben Jahr, im Sommer 2020. Du warst da sehr fleißig. Ja, sicher immer. Und man muss von der Größe her dazu sagen, das ist eines der kleineren Bilder. Die anderen Formate liegen ungefähr bei 1,60 Meter, 1,80 Meter. Eigentlich schon richtige große Gemälde. Öl auf Leinwand? Öl auf Leinwand, genau. Und ich arbeite eben meistens Großformatik, weil ich da einfach am besten eintauchen kann. Ich muss mit dem ganzen Körper im Bild sein, damit ich gut arbeiten kann. Warum Herrscherinnen? Also ich meine Herrscherinnen mal aus dem ersten Grund, dass ich mich stark fühlen kann. Die Serie ist entstanden zu einem Zeitpunkt, wo ich mich sehr ohnmächtig und verloren gefühlt habe und dieser persönliche Ausgangspunkt hat mich dann eben zu diesen Frauen geführt, die genau das Gegenteil aussagen, die stark sind, die selbstbestimmt sind, die Kontrolle haben. Gibt es da historische Figuren, die dem zugrunde liegen, also als Person? Nein, es ist egal, welche Herrscherin ich darstelle. Ich greife auf historische Darstellungen zurück, aber es ist jetzt egal, welche Herrscherin ich male. Das heißt, du klapperst Museen oder Kataloge ab und schaust und sagst, ja, das ist jetzt ein interessantes Bild, da ist eine Frau und die mache ich jetzt zur Herrscherin. Ja, es gibt historische Darstellungen, die ich mir nehme, damit ich das umsetzen kann, was ich umsetzen will. Aber es ist egal, welche Herrscherin jetzt dargestellt wird. Also ich habe zum Beispiel im Atelier einen Katalog von Rubens und von Gentileschi liegen, die durch diese Kataloge und schaue mir an, welche Frauen sind interessant für mich, welcher Ausdruck ist interessant für mich, welche Darstellung ist interessant für mich. Welche Vorlage, welche Inspiration? Das ist von Rubens, die Marquesa, Brigida, Spinola, Doria, aber das ist vollkommen unwichtig. Das heißt, das ist ein Ausschnitt aus dem Rubens-Bild, das du dann irgendwie interpretierst, kann man sagen. Genau, das ist ein Ausschnitt. Jetzt zur Komposition. Das ist ja entscheidend, das ist ein ganz spezieller Malstil. Gibt es da irgendwelche Vorbilder für dich? Ein Vorbild vor allem für die Farben war immer schon der Matisse und dann aber natürlich auch die Lasnik, aber vor allem die Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich mich entwickelt und ausgetauscht habe während der Studienzeit. die Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich mich entwickelt und ausgetauscht habe während der Studienzeit. Wenn man jetzt das Bild genau anschaut von der Nähe, dann sieht man, dass da sehr spontane Arbeitsweise dahinter liegt. Das heißt, du wirst wahrscheinlich irgendwie mit einem dünnen Pinsel einmal die ganze Komposition fixieren. Oder wie geht es da los? Nein, ich muss überhaupt nichts fixieren. Ich zeichne das vor und dann geht es direkt los. Und um das geht es in meiner Malweise, dass ich das Direkteste von mir auf die Leinwand übertrage. Deswegen muss ich schnell arbeiten. Die historische Malerei wird da schichtweise aufgetragen. Da sieht man sehr viel Weiß dahinter, es ist fast so ein sehr, wie soll ich sagen, ein zeichnerischer Stil, den du an den Tag legst. Ja, also das ist, dass ich so dünn male und dass man so viel Weiß sieht, dient dem Ganzen, dass die Farben noch greller leuchten und noch stärker sind. Wie weit hältst du von der Farbkomposition und dem Vorbild? Manchmal kann das ein Einfluss sein und dann wieder überhaupt nicht. Es ist unterschiedlich. Wo geht die Reise hin? Die Serie ist noch nicht beendet, also die wird jetzt auf jeden Fall noch weitergehen. Und generell bin ich Malerin und würde es auch immer sein und deswegen ist das mein Weg. Dann wünsche ich dir für deine weitere Zukunft alles Gute und noch viele Herrscherinnen so prächtig dargestellt. Danke fürs Kommen. Danke.