Was wollen wir? Klimaschutz! Wann wollen wir? Jetzt! Wir sind heute hier am siebten globalen Klimastreik. Auch in Linz findet eine Aktion statt. Die startet in ein paar Minuten offiziell. Wie viele TeilnehmerInnen erwartet ihr denn heute? Ja, wir hoffen natürlich schon, dass einige kommen. Jetzt wo es gerade zum Schneien anfängt, ist nicht ganz sicher, aber 300 wäre schon ein bisschen unser Ziel. Aber schauen wir mal. Wir sind mit allem zufrieden, wie es wird. Okay, was ist denn der Plan für heute? Also erst einmal gibt es zwei Reden, außerdem haben wir KGW3 da, eine Band, damit ein bisschen Stimmung gemacht wird und dann sammeln wir außerdem Unterschriften, die wir dann beim Landhaus übergeben für eine To-Do-Liste für die Landesregierung. Da steht zum Beispiel oben 1-3-Ticket, Ausbau von Radwegen und noch weitere Punkte. Diese Forderungen, die ihr da heute unterschreiben lasst, sind ja jetzt zum Teil schon versprochen worden, dass sie umgesetzt werden letzte Woche. Diese Forderungen stehen trotzdem. Seid ihr zufrieden damit, dass diese Umsetzung jetzt schon geplant ist? Wir sind voll zufrieden damit, dass es jetzt schon geplant ist, aber trotzdem müssen wir dabei bleiben und dran bleiben, dass es nur weitergeht. Weil auch wenn es jetzt abgesegnet ist, müssen wir jetzt auch schauen, dass es auch wirklich direkt zeitnah umgesetzt wird. Und wir freuen uns voll, dass das 1-2-3-Ticket, eben ein Teil von unserer Forderung, gleich mal umgesetzt worden ist. Dankeschön. Bitte gern. Ja! Ja! Ja! Ja! Und dann kommen wir da, dann kommen wir da. Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft traut. Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft traut. Du bist heute als Demonstrantin am mittlerweile siebten globalen Klimastreik. Was motiviert dich nach mehr als zwei Jahren immer noch auf die Straße zu gehen? Die ganzen anderen Menschen, die da sind. So Menschen wie die, die ich jetzt seit ungefähr einem Jahr kenne. Die Frau Schobisberger, die ich jetzt schon länger kenne, die Menschen von Extinction Rebellion. Also ich glaube, wir haben mittlerweile eine ganz große, wunderschöne Gemeinschaft geschaffen, wo wir gemeinsam regelmäßig uns da treffen, um das zu fordern, was uns wirklich ein Anliegen ist, was uns wirklich tief innen drinnen berührt. Es ist wirklich, glaube ich, für uns alle wichtig, dass wir weiter eine grüne Zukunft haben, eine lebendige Zukunft haben und die vor allen Dingen für euch, für die nächste Generation, die das gerade vorbeigeht, schaffen. Okay, Corona hat einen Schatten auf die Klimabewegung geworfen. Denkst du, dass sie im Inneren trotzdem weiterleben konnte? auf die Klimabewegung geworfen. Denkst du, dass sie im Inneren trotzdem weiterleben konnte? Ich glaube, mittlerweile sehe ich Corona als Chance. Corona hat uns alle irgendwie wieder Zeit verschafft, um über die wirklich wichtigen Dinge nachzudenken. Die wirklich wichtigen Dinge wie Natur, wie unsere Familie, wie unsere persönliche Gesundheit einfach auch. ich glaube auch, dass und ich glaube auch, das ist voll ablenkend, da würde ich mich gleich mitmachen, ich sehe es, wie gesagt, als Chance. Ich glaube, dass jetzt der Moment ist, um wirklich als Klimabewegung anzusetzen, um wirklich was in Bewegung zu bringen. Danke. Danke. Wir sind hier, wir sind laut, weil uns die Zukunft klaut. Dankeschön. Du bist Stadträtin der Linzer Grünen. warum bist du heute auf der Aktion von Fridays for Future? Ja, weil als Umweltstadträtin ist es für mich natürlich selbstverständlich, dass ich da heute da bin und auch klar signalisiere, dass ich diese großartige weltweite Bewegung unterstütze. Wir müssen dringend was tun, um die Erderwärmung in den Griff zu bekommen, um unser Klima zu retten. Und wenn so viele junge Menschen bei Wind, Wetter, Regen und Schnee auf der Straße stellen, ist es für mich schon klar, dass ich da dabei bin. Nun ist diese Aktion und Fridays for Future generell eine Bewegung, die Druck auf die Politik und auf die entscheidenden Mächte aufbauen möchte. Du kommst selbst aus der Politik und stehst trotzdem heute auf der Straße. Passt das zusammen? Ja, weil ich einfach klar finde, das ist nicht nur berechtigt, sondern notwendig, was da gefordert wird. Und für uns in der Politik ein Handlungsauftrag. Und kannst du auch versprechen, mit bestem Wissen und Gewissen dafür auch in der Politik zu kämpfen? Das kann in dem Fall, nachdem es Umwelt statt tritt, tatsächlich die Möglichkeit auch habe, das eine oder andere umzusetzen. Ist es für mich selbstverständlich und mir ein Anliegen, das mit Kräften zu tun, alles was geht, um unser Klima zu retten. Ihr habt euch letzte Woche gemeinsam mit Bund und Land auf das 1-3-Ticket geeinigt, auf die Einführung vom 1-2-3-Ticket und der Linzer Stadtbahn. Siehst du das als einen großen Schritt? Das sehe ich als sehr großen Schritt. Also beides, das 1-2-3-Ticket, das österreichweite Klimaticket, ist ein Meilenstein für den öffentlichen Verkehr. Wenn man dann um einen Betrag durch ganz Österreich fahren kann, das ist ein Riesenschritt, wirklich eine Errungenschaft, wenn das gelingt. Und was ähnliches gilt für die Stadtbahn. Wir sind uns seit vielen Jahren einig, dass wir dringend eine zweite Schienenachse in unserer Stadt brauchen. Wenn jetzt eine grüne Ministerin das möglich macht, indem erstmals in der Geschichte für ein Öffi-Projekt in Linz Geld vom Bund kommt, ist das für mich natürlich ein sehr erfreuliches Ereignis. Aber du verstehst, dass das Fridays for Future trotzdem heute auf der Straße steht? Ja, unbedingt. Es muss mehr getan werden, schneller, dringender und eben viel, viel mehr. Dankeschön. Demonstrieren bringt nichts. Wir können eh nichts verändern. Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört? Bei mir sind es schon einige Male. Natürlich hat man seine Momente, wo man zweifelt, wo man alles hinterfragt. Vor allem an Seiten von Corona, wo wegen Maßnahmen einige Aktionen beschränkt werden müssen. Müsste man nicht nach all den Jahren, nach all diesen Aktionen, nach all diesen Streits eine Wirkung sehen? Ja, und das tut man auch. Seit das 1.13. im Gespräch ist, kämpft die Klimaschutzbewegung dafür. Auch die Linzer Stadtbahn wurde schon heute schon gefordert. Und siehe da, kürzlich wurden beide Projekte beschlossen. In Linz gab es noch kürzlich massive Baumsehungen von der Abschieber. Auch dagegen gab es Proteste. Und auch diese wurden das erst einmal gestoppt. Und natürlich, wenn wir uns nicht nur auf links beschränken, sehen wir auch anderswo erfreuliche Entwicklungen. In Wiener Neustadt zum Beispiel wird fleißig gegen eine unnötige Straße gearbeitet. Und auch in Deutschland, im Dannenröder Wald oder beim Braunkohletagebau in Nordrhein-Westfalen lebt der Widerstand. Wir mögen es wegen der Covid-19 Pandemie oft übersehen, aber der Widerstand und der Kampf gegen die Klimakatastrophe lebt. Mehr als zwei Jahre nach der Entstehung von Fridays for Future gehen immer noch Menschen auf die Straße. Und diese Bewegung breitet sich, wenn auch jetzt gerade nur unter dem Deckmantel von Corona, immer noch wie ein Lauffeuer aus. Ich habe eine jüngere Halbschwester, bei der ich immer wieder sehe, dass dieses so wichtige Thema längst kein Thema mehr für ältere, studierte WissenschaftlerInnen ist, sondern über kurz oder lang jede Bevölkerungstisch erreicht. Denn immer mehr Menschen erkennen, dass der Kampf gegen die Klimakatastrophe nicht nur ein Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch einen für den Feminismus und gegen das Patriarchat, gegen Armut und Ausbeutung ist. Fridays for Future versteht sich als Druckbewegung auf die Politik und andere EntscheidungsträgerInnen. Sie sind Landesklimarat und trotzdem hier auf der Demonstration heute. Was ist da der Hintergrund? Erstens freue ich mich, dass die jungen Menschen für die wahrscheinlich wichtigste Herausforderung auf die Straße gehen, die wir in diesem Jahrhundert bewältigen müssen. Die eigentliche Herausforderung für meine Generation, meine Politiker-Generation ist, wir müssen dafür sorgen, dass wir unseren Kindern und Enkelkindern an funktionierenden Planeten übergeben. Dafür brauchen wir Mehrheiten in den Parlamenten. Und im oberösterreichischen Landtag ist es momentan so, dass es eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ gibt. Und wir Grüne auch dafür kämpfen, dass der Klimaschutz Priorität Nummer eins wird. Ich finde, wir haben hier Verbündete und deshalb bin ich da. Sie solidarisieren sich also auch mit den Demonstrantinnen und Demonstranten, die hier heute auf der Straße sind? Natürlich. Ich finde, es ist sehr wichtig, dass die jungen Menschen hier Druck aufbauen, weil gestern hat die Öllobby eine Pressekonferenz gegeben und die haben sinngemäß gesagt, Klimaziele sind gut, die kann man schon erfüllen, aber bitte tut es nicht die Ölheizungen rausschmeißen und bitte sorgt dafür, dass es Verbrennungsmotoren weiterhin gibt. Und es geht sich beides gemeinsam nicht aus. Eigentlich gibt es eine Richtungsentscheidung zu treffen, nämlich entweder wir retten die Öllobby oder den Planeten. Und beides wird wahrscheinlich gemeinsam nicht gehen. Letzte Woche hat das Land Oberösterreich gemeinsam mit dem Bund und mit der Stadt Linz die Einführung des 1-3-Tickets sowie die Stadtbahn in Linz beschlossen. Das war auch Teil der Forderungen der Linzer Fridays for Future Gruppe. Jetzt ist aber die Forderung, dass die Stadtbahn schon vor 2027 kommen soll. Was können Sie dazu sagen? Ich hätte eine Freude, wenn das schneller geht. Das ist ganz klar. Es hat Jahrzehnte gedauert, die Stadtbahn überhaupt aufs Tapet zu bringen. Es hat eine grüne Ministerin gebraucht. Ich habe eine Riesenfreude, dass das jetzt gelungen ist. Und ich bin dafür, dass wir so schnell wie möglich zu bauen beginnen. Ein bisschen ist es ein Treppenwitz der Geschichte. Vor sechs Jahren hat die Linzer Verkehrspolitik ein Milliardenprojekt beschlossen, nämlich den Westringer. Eine vierspurige Autobahn mitten durch die Stadt. Hätten wir 2015 die Stadtbahn beschlossen, dann würde sie heute schon fahren. Und deshalb ist es umso wichtiger, dass wir so schnell wie möglich mit dem Bauen beginnen und die Bagger endlich zu den richtigen Baustellen kommen, nämlich nicht bei der Autobahn stehen, sondern dort, wo wir Schienen verlegen. Okay, Sie sind also dafür, dass der Bau früher startet. Was ist dann das Hindernis? Also wer blockiert da? Warum funktioniert das nicht? Ich glaube, die Planungen sind einfach noch nicht weit genug gediehen. Und das ist auch ein Versäumnis der Verkehrspolitik der letzten Jahre in Oberösterreich. Da hat man halt immer nur auf die Straße gesetzt und die Bagger stehen herum dort, wo große Straßen gebaut werden, wo Autobahnen gebaut werden. Und die Bagger müssen dort endlich weg. Und wir brauchen sie dort, wo jetzt Schienen gebaut werden müssen. Ich hoffe, dass die Planungen zügig und schnell voranschreiten können und dann können wir, sobald die Planungen fertig sind, mit dem Bauen tatsächlich beginnen. Dann hoffen wir, dass es in Zukunft schneller geht, weil es auch dringend notwendig ist. Können wir da auf Sie setzen? Natürlich! Dankeschön! Ich kümmere mich um Ihren Hintergrund bei der Organisation. Ich hatte aber bereits die Gelegenheit, mit vielen Kollegen zu sprechen, Vorträge zu organisieren, Artikel zu lesen. Ich komme immer wieder zum Schluss, dass wir nicht auf neue Technologien warten können, dürfen und müssen. Wir müssen sofort loslegen. Sie sind Wissenschaftler und bei Scientists for Future aktiv. Wie kam es dazu? Warum unterstützen Sie die Bewegung Fridays for Future? Ich bin eigentlich schon seit vielen Jahren, Jahrzehnten in der Umweltethik unterwegs, wissenschaftlich. Ich forsche da ziemlich viel, schon seit Anfang der 90er Jahre. Und insofern war für mich eigentlich die Bewegung Fridays for Future eine willkommene Gelegenheit zu sagen, da greifen die jungen Menschen eigentlich das auf, was mein Forschungsinteresse und Anliegen eigentlich schon seit langem ist. Und ich bin sehr froh darum, dass da jetzt eine breite Bewegung daraus entsteht. In welcher Art und Weise unterstützt Scientists for Future die Fridays for Future Bewegung? Wir wollen natürlich vor allem auch wissenschaftlich untermauern, was die Anliegen von Fridays for Future sind. Die verschiedenen Richtungen der Wissenschaft erforschen, sei es das Klima, die Mechanismen der klimatischen Entwicklung, aber auch die gesellschaftlichen Mechanismen, die nötig wären, damit wir tatsächlich in eine zukunftsfähige Entwicklung kommen. Und von daher können wir natürlich in vielem die Dramatik der Situation untermauern, auf der einen Seite, aber auch die Richtung, in die es gehen muss, wenn wir tatsächlich ernsthaft Klimaschutz betreiben wollen. Nun geht Fridays for Future seit mehr als zwei Jahren auf die Straße. Zwischendurch ist es und immer noch überschattet Corona das Klimathema sehr. Wie ist das für Sie? Wie sehen Sie das? Naja, die Corona-Krise ist auf der einen Seite natürlich schon auch ein Weckruf, weil sie ja auch Ursachen in unserer Beziehung zur Natur hat. Also wenn man jetzt denkt an die Wildtiere, von denen das Virus auf den Menschen übergesprungen ist, diese extrem starke Mobilität rund um die Erde, die einfach die Viren überall hin transportiert. Das heißt, wir haben natürlich hier auch viele Phänomene, die mit den Ursachen der Klimaerwärmung eigentlich gleich laufen. Aber natürlich müssen wir, wenn jetzt Corona halbwegs überwunden ist, umso entschiedener uns für den Klimaschutz engagieren, weil es duldet keinen Aufschub mehr, die Zeit, um das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen oder die Zeit, um, wenn das nicht klappt, wenigstens das 2-Grad-Ziel zu erreichen, die läuft uns davon. Das heißt, wir müssen sehr schnell handeln und da gibt uns Corona eigentlich keinen Aufschub. Nun lesen wir immer wieder, dass schon vereinzelte Maßnahmen beschlossen werden, umgesetzt werden, aber das Ganze geht so langsam. Oder warum muss Fridays for Future immer noch so viel Druck machen? Oder warum muss Fridays for Future immer noch so viel Druck machen? Ich glaube vor allem deswegen, weil in der Gesellschaft natürlich bestimmte Gruppen auch etwas hergeben müssen. Sei es von persönlichen Ansprüchen, materiellen Ansprüchen an ihr Leben. Sei es Wirtschaftsbranchen, die sich schwerer tun mit Klimaschutz und sich da umzustellen. Ganz klar, es werden nicht alle nur sofort die Gewinner sein und es wird ein schwieriger Prozess sein. Und ich glaube, da ist es ganz wichtig, dass die jungen Leute der Politik auch sagen, wir stehen dahinter, wenn hier Maßnahmen gesetzt werden. Wir wollen das, wir erwarten das, weil natürlich auch Gegenkräfte da sind, die genau das zu verhindern suchen. Also was passiert, ist noch zu wenig. Wird es irgendwann einen Punkt geben, wo Sie sagen, jetzt reicht es, jetzt müssen wir eigentlich nicht mehr auf die Straße gehen? Naja, wenn wir dann irgendwann, das wäre natürlich der Wunsch, sehen, dass tatsächlich die Maßnahmen so sind, sehen, dass tatsächlich die Maßnahmen so sind, dass die CO2-Kurve sich dem Nullpunkt nähert oder auf den Nullpunkt zugeht in einer überschaubaren Zeit, dann könnte man sagen, dann haben wir den Weg geschafft. Aber da haben wir noch einige Zeit hin und da braucht es noch sehr viel Anstrengung. Also im Moment sehe ich noch keine Chance, dass wir so schnell aufhören zu protestieren. Also müssen wir gemeinsam weiterkämpfen. Genau, so ist es. Dankeschön. Fridays for Future ist jetzt seit mehr als zwei Jahren auf der Straße. Es ist der siebte globale Klimastreik. Das Wetter ist auch nicht besonders super. Was motiviert dich trotzdem heute auf der Straße zu stehen? Weil es nur so viele Forderungen gibt, die noch nicht erfüllt sind. Bist du frustriert, dass die Politik nur immer nicht umsetzt, was die jungen Menschen so dringend fordern? Ja, schon. Gibt es irgendwelche Vorstellungen von der Zukunft? Was würdest du dir wünschen und was sind deine Forderungen an die Politik? Ja, die Forderungen sind, dass das 1,5 Grad Ziel erreicht wird und dass die Politik die Ziele umsetzt, die sie gesetzt hat. Dankeschön. Du bist Aktivist bei Extinction Rebellion und du bist heute auf der Demonstration von Fridays for Future. Warum bist du heute hier? Ich bin hier, weil ich der Überzeugung bin, dass die verschiedenen Klimaprotestbewegungen zusammen auf die Straße gehören. Wir alle haben unterschiedliche Aktionsformate. Extinction Rebellion macht auch Zivilen ungehorsam streng friedlich. Bei Fridays gibt es andere Aktionsformate, aber wir sind gerade in einer solch dringlichen Situation, dass wir uns eigentlich Zersplitterung nicht leisten können und deswegen unterstützen wir die Fridays bei ihren Aktionen genau und arbeiten daran, dass wir als gesamte Klimaprotestbewegung in Zukunft auf die Straße gehen können. Es ist großteils der zivile Ungehorsam, der Extinction Rebellion von Fridays for Future unterscheidet. Warum habt ihr euch entschieden, zivilen Ungehorsam zu leisten? Wissenschaft. Also die Sozialwissenschaft zeigt uns klar, dass friedlicher ziviler Ungehorsam, vor allem wenn er streng gewaltfrei ausgeübt wird, die beste Chance auf rasche Veränderung hat. Da gibt es mehrere Studien darüber, wo wir auch wissen, dass wir eigentlich seit 40 Jahren bereits Aktionsformate haben, von Petitionen über Warnrufe von den Wissenschaftlerinnen bis zu Demonstrationen, kreativen Protestaktionen. Und in diesen 40 Jahren sind die Emissionen gestiegen und nicht gesunken. Das heißt, da muss man sich die Frage stellen, ob das quasi zumindest für sich genommen alleine sinnvoll ist. Und wir glauben halt auch mit der Wissenschaft im Rücken, dass es disruptive Aktionen zusätzlich braucht. Würdest du dir demnach wünschen, dass Fridays for Future die ganzen vielen jungen Menschen, die auf den Straßen sind, sich dem zivilen Ungehorsam anschließen und denkst du, das wäre auch sinnvoll? Also wir führen ja Gespräche und soweit jetzt die Gespräche fortgeschritten sind, sind die Fridays nicht bereit zu zivilem Ungehorsam. Das ist auch vollkommen okay. Sie haben eine ganz, ganz wichtige Rolle, denn sie sind die nächste Generation. Sie adressieren die Eltern, Großeltern mit der Dringlichkeit der Lage, schaffen Öffentlichkeit für das Thema und auch Sympathiewerte für das Thema. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Schritt. Aber eben ohne, dass man quasi das System stört, wird ein System keine Änderungen durchsetzen, dass die an die Wurzeln gehen. Findest du es also wichtig, dass es verschiedene Arten des Ausdrucks gibt, dass die Politiker handeln sollen? Findest du es gut, dass es einerseits den zivilen Ungehorsam von euch gibt, gleichzeitig die Fridays for Future, die nur demonstrieren, unter Anführungszeichen nur. Selbstverständlich und es ist auch nicht so relevant, was wir denken, weil wir müssen eh damit arbeiten, was wir haben und was wir haben ist glaube ich zusammen mit den Fridays und den Gruppen, die da rum entstanden sind, von Teachers über Scientists bis hin zum Klima-Volksbegehren, alle haben wichtige Aufgaben in diesen Klimaprotesten. Letztlich eint uns das Ziel, dass wir die Gesellschaft so verändern müssen, dass sie auch für zukünftige Generationen noch lebenswerten Planeten und Lebensgrundlagen vorfinden. Und das steht gerade auf der Kippe. Was würdest du unseren PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen gerne sagen, wenn sie das jetzt hören würden? Ja, da würde ich gleich anfangen. Die dritte Forderung von Extinction Rebellion ist die Forderung nach einem BürgerInnenrat. Jetzt kommt ein Klimarat auf Betreiben des Klimavolksbegehrens. Das ist einerseits sehr begrüßenswert. Auf der anderen Seite wissen wir auch aus der Geschichte und Erfahrung in anderen Ländern, dass so ein Klimarat auch eine Besänftigungspolitik sein kann. Erfahrungen in anderen Ländern, dass so ein Klimarat auch eine Besänftigungspolitik sein kann. Wie in Frankreich, wo eben 149 Vorschläge gemacht wurden als Gesamtpaket, was man tun muss, um Klimaneutralität oder zumindest eine Reduktion zu erreichen. Davon wurden nur 40 Prozent tatsächlich in das Klimaschutzgesetz mit aufgenommen und die Positionen von diesen 40 Prozent wurden wieder stark verwässert. Das heißt, hier ist wieder das passiert, was in Österreich auch passiert, nämlich, dass man statt eines Gesamtkonzepts, wo man alle Handlungsstränge verfolgt, Einzelmaßnahmen macht, um die Bevölkerung zu beruhigen. Aber jetzt, wenn wir uns die neue UN-Studie anschauen, dass wir bis 2030 minus 45 Prozent reduzieren müssten, laut dem Weltklimarat, was auch eine konservative Schätzung ist, sind wir auf einem Weg von weniger als 1 Prozent im Moment bis 2030. Das sollte uns allen zeigen, wie untätig die Politik trotz der ganzen Augenwischerei noch ist. Und da werden wir ein spezielles Augenmerk drauf haben, wie dieser Klimarat in Österreich verbindliche Leitlinien für die Politik festsetzen kann. Die Aktion in Linz ist jetzt offiziell beendet. Wie war denn die Aktion für dich? Bist du zufrieden mit dem Ergebnis? Ja, ich bin sehr zufrieden. Also dafür, dass Corona ja immer noch ist und das Wetter echt schlecht war. Also es hat zwischendurch mal gehagelt und geschneit, waren echt viel Leute und die Stimmung war voll gut. Sehr gut. Gleichzeitig mit der Aktion in Linz sind heute in 13 weiteren Orten in Österreich Aktionen über die Bühne gelaufen. Weißt du irgendwas davon? Gibt es da Rückmeldungen, ob das auch hingehauen hat? Das müssen wir jetzt noch alle updaten, aber ich glaube, es ist bei allen so gut gelaufen wie bei uns. Sehr gut. Ihr habt Forderungen unterschreiben lassen. Was passiert denn mit diesen Forderungen jetzt? Die werden ja jetzt im Landtag aufgehängt und wir hoffen mal, die Politikerinnen nehmen sie das zu Herzen und schauen sie das auch an. Sehr gut. Gibt es schon Pläne, wie es jetzt weitergehen wird? Ja genau, also es wird nächste Woche am Dienstag, also alle die kommen wollen, gerne online wieder offene Orgel treffen geben. Und wir werden einfach weiterhin planen und schauen, was alles mit der Corona-Krise geht. Aber es werden auf jeden Fall weiterhin Aktionen kommen, die auch Corona-tauglich sind. Okay, und wenn ich mich jetzt engagieren möchte als neue Person, was muss ich denn dann machen? Genau, dann musst du uns entweder auf Instagram schreiben oder einfach zu den offenen Orgatreffen kommen. E-Mail-Adresse gibt es auch auf der Website, einfach eine E-Mail-Adresse schreiben und wir freuen uns wirklich über jedes neue Mitglied, also jeder ist willkommen. Wenn du jetzt noch eine Sache an unsere Politikerinnen und Entscheidungsträgerinnen richten könntest, was wäre das? Fangt an zu handeln!