Herzlich Willkommen an diesem sonnig-kühlen Mittwochabend bei einer weiteren Ausgabe der Senderei der Stachel im Fleisch hier aus dem Studio von DorfTV in der Kunstuniversität Linz. Ja, der Ort, an dem wir uns befinden, ist ja jetzt schon geradezu prädestiniert für das Thema, dem wir uns heute widmen wollen, denn von 18. bis 20. Mai dieses Jahres sind über 345.000 Studierende in Österreich an den Universitäten, Fachhochschulen, pädagogischen Hochschulen und Privatuniversitäten aufgerufen, ihre studentische Interessen zur Vertretung zu wählen, nämlich die österreichische HochschülerInnenschaft. zur Vertretung zu wählen, nämlich die österreichische HochschülerInnenschaft. Was es damit auf sich hat, das ist etwas, das vielen jetzt gar nicht so leicht zugänglich ist, denn die österreichische HochschülerInnenschaft, die ÖH kurz genannt, schrammt immer so weit unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Das ist gar nicht so oft im Alltag ein Thema, dennoch ist diese Interessenvertretung für die Studierenden hierzulande von großer Bedeutung. Wie es um die ÖH bestellt ist, worauf es bei diesen Wahlen von 18. bis 20. Mai ankommt und welche Themen es auch geht, das ist jetzt der Mittelpunkt, das Thema unserer folgenden 60 Minuten der Politikgespräche mit Vorwärtsdrang, wo ich mich freu jetzt weiß, sehr berufene Gäste bei mir im Studio willkommen heißen zu können, nämlich gleich neben mir Dora Jandel. Sie ist aus Wien gekommen, ehemals stellvertretende Bundesvorsitzende der ÖH, der Bundes-ÖH und Mitglied des VSSDÖ, des Verbands Sozialistischer Studentinnen und Studenten Österreichs. Und ganz außen sitzend Mario Hofer, hier aus Linz. Er ist ÖH-Vorsitzender an der JKU, der Johannes Keppler Universität hier in Linz und von der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft. Ich hoffe, ich darf das so sagen. Ich freue mich, dass Sie beide heute hierher gekommen sind, um dieses doch für viele wichtige Thema mit mir zu debattieren und zu erörtern. Frau Jandel, ich beginne gleich mal bei Ihnen. Es ist ja jetzt vielen, die da zusehen heute, gar nicht so sehr geläufig, worin eigentlich die Bedeutung einer Studierendenvertretung hierzulande liegt, der ÖH. Können Sie mal ganz kurz darstellen, in wenigen Sätzen, was die ÖH eigentlich ist, was sie tut und warum es doch wichtig ist, der eigenen Interessenvertretung als Studierende hierzulande ein Augenmerk zu schenken? Ja, ich kann es versuchen. Dankeissenschaften an der Uni Wien, die für mich nur in diesem Studiengang quasi da meine Vertretung ist, die direkt auch mit der Studienprogrammleitung auch in Kontakt ist, die da zum Beispiel dafür zuständig ist, wenn es Änderungen im Studienplan gibt oder wenn es einfach direkt Anliegen von den Studierenden in dem Studiengang auch betreffend dem Studiengang oder dem Institut zum Beispiel gibt, die da eben zuständig ist, dann gibt es die Hochschulvertretung als nächsthöhere Ebene, die dann für eine ganze Uni, eine ganze Fachhochschule zum Beispiel auch zuständig ist, in meinem Fall eben die Uni Wien oder auch die JKU, die direkt auch mit dem Rektorat oder auch mit der Fachhochschulleitung in Kontakt ist, da eben auch dafür kämpft oder sich da dafür einsetzt, dass es Angebote gibt für Studierende, dass es Services gibt, aber auch zum Beispiel, dass es teilweise auch irgendwie Regelungen gibt, die den Studierenden für die Uni zum Beispiel erleben erleichtern. Und dann gibt es eben noch die Bundesvertretung, die zuständig ist, sobald es Anliegen gibt, die mehr als eine Hochschule betreffen oder die vielleicht auch einfach bundesweite Themen sind. Deren direktes Gegenüber ist das Wissenschaftsministerium als inhaltlich zuständiges Ministerium für die Studierenden und für die Hochschulen, wo es da dann eben natürlich auch vor allem um gesetzliche Regelungen geht, die Studierende betreffen. um gesetzliche Regelungen geht, die Studierende betreffen. Und ich glaube, dass es auf jeder Ebene einfach Sachen gibt, die für alle Studierenden relevant sind und die alle Studierenden auch auf die eine oder andere Art und Weise betreffen, die man vielleicht gar nicht unbedingt immer unmittelbar mitbekommt, aber wo einerseits sehr viel Hintergrundarbeit geleistet wird und andererseits eben ganz viel sowohl politische als auch Servicevertretungsarbeit. Andererseits eben ganz viel sowohl politische als auch Servicevertretungsarbeit. Herr Hofer, über 345.000 Studierende, ich habe es bereits erwähnt, sind in Österreich zur Wahl aufgerufen. Das ist mehr als das Bundesland Burgenland und auch Vorarlberg jeweils als Wahlberechtigte haben. Es ist knapp so viel, wie Salzburg im Bundesland Wahlberechtigte hat. Es ist doch eine ganze Menge. Interessant ist, auch hier in Linz, auch an ihrer Universität, der JKU wird in knapp zwei Wochen bereits gewählt, an drei Tagen. Dennoch ist es so, dass man hier in der Öffentlichkeit kaum Notiz davon nimmt. Es gibt keine Wahlplakate, es gibt kaum etwas, was irgendwie auf diese Wahl hinweist oder gar informiert, beziehungsweise über dieses Spektrum der kandidierenden Gruppen und Listen informiert. Warum ist das so? Warum wird das offensichtlich vielleicht doch sehr unbeabsichtigt, aber doch auch von der Öffentlichkeit ferngehalten, beziehungsweise warum sollte es jemanden, der oder die nicht studiert, vielleicht doch auch für die ÖH-Wahlen interessieren? Zuerst einmal danke für die Einladung. Also ich glaube schon, gleich zum letzten Punkt kommend, es sollte auch Leute interessieren, die nicht studieren. Es ist trotzdem ein politischer Prozess. Und wenn man so will, natürlich trotzdem immer ein bisschen Politik im Kleinen, die ÖH, ein bisschen immer ein Spiegelbild natürlich auch von dem, was gesamtgesellschaftlich passiert. Die niedrige Wahlbeteiligung ist tatsächlich traurig, das ist seit Jahren so, ich glaube es war vor 30, 40 Jahren schon einmal besser, aber leider ist es glaube ich so, dass die Studierenden da teilweise ein bisschen das Vertrauen verloren haben in die ÖH. Und ich glaube, das liegt nicht nur jetzt an der Bundes-ÖH, sondern die niedrige Wahlbeteiligung haben wir ja auch leider an den lokalen Hochschulvertretungen. Das muss man ja auch dazu sagen. Aber wird halt vielleicht teilweise nicht als das wahrgenommen, was sie ist, nämlich die Interessensvertretung in allen Unilagen eigentlich, zu der ich immer hingehen kann. Das ist vielleicht ein bisschen das, was fehlt, so das Bewusstsein dafür. Das ist nicht die Uni, die diese Vertretungsarbeit macht, das merke ich oft einmal teilweise in der eigenen Arbeit. Die glauben oft einmal, wenn sie mit mir reden, ich bin Angestellter der Uni, sondern das ist eben diese eigene Interessensvertretung. Ich meine, dass es in der Öffentlichkeit nicht so aufschlägt wie eine Landtagswahl oder Nationalratswahl liegt wahrscheinlich daran, dass es einfach trotzdem eine Interessensvertretungswahl ist, wenn man dieses sperrige Wort nehmen kann. Das ist wie eine Arbeiterkammerwahl, eine Landwirtschaftskammerwahl, eine Wirtschaftskammerwahl, die wahrscheinlich auch eher ein bisschen fernab der Öffentlichkeit natürlich passieren. Aber ja, die Wahlbeteiligung macht uns Sorgen, macht uns vor allem dieses Jahr Sorgen. Wir haben auch deswegen bei uns an der JKU eine Kampagne gestartet. Gerade jetzt wählen wir, gerade in Krisenzeiten braucht es eine stabile Vertretung. Wir hoffen, und ich glaube nicht, dass wir eine Rekordwahlbeteiligung haben, das glaube ich nicht. Ich befürchte es, aber wir wollen es zumindest möglichst halten oder zumindest schauen, dass es nicht komplett einbricht. Wenn ich da noch kurz einhaken darf, ich glaube, dass auch ein ganz großer Punkt bei der ÖH ist, weil du jetzt eben gesagt hast, dass manchmal Leute glauben, dass du bei der Uni angestellt bist und da quasi die Arbeit oder eben für die Uni jetzt quasi Studierende berätst, dass da eben auch einfach ein ganz wichtiger Punkt ist, dass ja alle Leute, die sich in der H-Angeschien das ehrenamtlich machen. Also das sind ja alle Leute eben von der Studienvertretung bis zur Bundesvertretung, alle Studierenden, die da mitarbeiten, machen das ja auf einer ehrenamtlichen Basis. Also das ist ja auch für uns vielleicht vom Aufwand und von der Zeit und der Muße, die man reinsteckt, oft mehr als ein Vollzeitjob sein könnte, ist es das ja nicht, sondern es ist ein Ehrenamt, das wir halt alle neben unserem Studium irgendwie machen und auch gern machen. Aber das muss natürlich da auch immer mitgedacht werden. Wir sind halt auch keine riesen Kampagnenbüros, die da eben irgendwie dann Sachen machen können oder die auch dementsprechende Budgets vielleicht auch haben, um da quasi vielleicht die ganze Stadt zuzupflastern mit Plakaten und irgendwie mehrmonatigen Phasen in einer Kampagne oder so, sondern wir sind ja auch Studierende, die uns überlegen eben, wie können wir möglichst viel Aufmerksamkeit auf die Wahl lenken, wie können wir da eine möglichst gute Kampagne machen, wie können wir aber auch grundsätzlich natürlich auch Vertretungsarbeit machen und Serviceangebote machen, politische Vertretungsarbeit machen und ich glaube, dass das eben auch ein ganz wichtiger Punkt ist, dass wir alle auch Studierende sind. Worauf ich trotzdem jetzt kurz noch hinweisen möchte, ist für unser Publikum, die das vielleicht nicht wissen, es ist ehrenamtlich die Funktion in der ÖH, was sehr wohl möglich ist, ist sozusagen eine Anrechnung in der Studienzeit, das Engagement. Das ist ja ein nicht unwesentliches Thema, gerade jetzt auch im Hinblick auf die Novelle des Universitätsgesetzes, wo ja die Studiendauer an sich sehr umstritten ist, auf das werden wir noch zu sprechen kommen. sehr umstritten ist, auf das werden wir noch zu sprechen kommen. Aber ich bleibe jetzt mal ganz kurz bei Ihnen, auch Herr Hofer und auch dann Frau Jandl, die politische Vertretung gegenüber vor allem den Regierenden der Regierung, hier insbesondere natürlich auch dem Wissenschaftsministerium in Person von Bildungs- und Wissenschaftsminister Heinz Fassmann. Da komme ich jetzt nochmal auf die Beteiligung zu sprechen, weil das ist doch ganz wesentlich. Ich rufe jetzt nur noch in Erinnerung, 2019 war die Beteiligung bei der Wahl zur ÖH-Bundesvertretung bei 25,8 Prozent. Also muss man sich vergegenwärtigen, dass drei Viertel der Studierenden hier einfach nicht gewählt haben, nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. An der Linzer Johannes Keppler Universität lag die Wahlbeteiligung bei knapp 22 Prozent. Hier in dem Hause der Kunstuniversität Linz, wo wir uns gerade befinden, war die Beteiligung nochmals geringer bei ungefähr 16 Prozent. Ich musste das selbst zu Pi mal Daumen nachrechnen, weil es keine Informationen dazu gab, aber immerhin abgegebene 378 Stimmen. Da stimmt natürlich nachdenklich, Herr Hofer, Frau Jandel, wo sehen denn Sie auch persönlich so etwas wie eine Schmerzgrenze? Denn es deutet jetzt nichts darauf hin, dass die Wahlbeteiligung in die Höhe schnellen wird, sondern eher im Gegenteil. Wo sehen Sie auch demokratiepolitisch noch vertretbar eine Schmerzgrenze? Vor allem, ab wann wird es widersinnig, dann überhaupt noch von einer repräsentativen Vertretung gegenüber Regierungen zu sprechen? Vielleicht fangen Sie mal an. Absolut. Also ich werde es auch sagen, wo ich das ungefähr sehe. Es geht vor allem, das möchte ich noch anknüpfen, nicht einmal nur um eine Regierung, es geht auch um das Rektorat zum Beispiel. Also wir sind ja vor allem lokal erster Ansprechpartner für den Rektor zum Beispiel. Und ich habe mir auch schon überlegt, was passiert denn eigentlich, wenn wir eine Wahlbeteiligung von 5% haben und ich sitze da beim Rektor und komme mit Forderungen oder Anliegen, der sagt, naja Herr Hofer, Sie sind Vertreter eines Gremiums, das 5% gewählt haben irgendwo, das wäre bitter, also ich sehe die Schmerzgrenze irgendwo bei 15%, bin ich wahrscheinlich eh optimistisch, ich glaube, wenn wir in diesem Bereich sind, kann man sagen, es ist trotz Krise nicht alles verloren. Also man darf ja nicht alles auf die Corona-Pandemie schieben. Aber ich glaube, alles darunter wäre tatsächlich einmal ein Grund, auch das Gesamtsystem irgendwo in Frage zu stellen, soweit man das auch machen kann. Aber ich glaube, wenn wir in diese 15 bis 17, 18 Prozent kommen, ist es zumindest ein unter Anführungszeichen Erfolg. Heuandl, wo sehen Sie etwa die Schmerzgrenze? Ja, ich glaube eigentlich ehrlicherweise gar nicht so sehr, dass es so viel Sinn macht, über da jetzt eine gewisse Zahl zu reden oder irgendwie zu sagen, es gibt irgendwie eben die Schmerzgrenze, den Schwellenwert, wie auch immer, wenn es drüber ist, ist es super, wenn es drunter ist, braucht es uns quasi nicht mehr. Ich glaube, da tun wir uns selber auch keinen Gefallen, wenn man das irgendwie so festsetzt. Ich glaube, das ist einfach auch immer die Wahlbeteiligung, mit der ja niemand so wirklich zufrieden ist, Jahr für Jahr auch einfach auch ein Auftrag sein muss dafür, wie man halt dann weiterarbeitet. Und ich glaube, dass es da auch eben auch wieder wichtig ist, auch in den Blick zu nehmen, eben dass es auf ganz vielen Ebenen Studierendenvertretungsarbeit gibt, dass man sich auch als Student, als Studentin auf ganz vielen verschiedenen Ebenen auch einbringen kann und dass es auch der Auftrag an uns ist, auch diese Partizipationsmöglichkeiten auch in die Breite zu tragen, stärker zu machen, Studierenden auch tatsächlich die Möglichkeit zu geben, da mitzuarbeiten, weil ja auch das Legitimation ist. Also auch darüber legitimiert sich eine Interessensvertretung, dass sie auch möglichst breit zwei Jahren auch wieder darum gehen wird, da auch die kommenden zwei Jahre sehr, sehr viel auch reinzustecken, um die auch mehr unter die Studierenden zu bringen, auch mehr irgendwie tatsächlich auch einfach sichtbar zu machen, wo jeder einzelne Student und jede einzelne Studentin auch tatsächlich davon profitiert, dass sie eine international einzigartige gesetzlich legitimierte Interessensvertretung haben. Also das muss man ja auch einfach sagen, das gibt es ja so in der Form sonst einfach nirgends. Genau, also eben einerseits die Partizipationsmöglichkeiten einfach steigern und andererseits eben natürlich auch die Sichtbarkeit größer machen. Aber wie gesagt, ich sehe es eben eher als Auftrag. Herr Hofer, ich glaube, viele Menschen, die uns jetzt zuschauen, haben eigentlich sehr, sehr wenig Ahnung von den alltäglichen Lebensrealitäten von Studierenden. wie wir alle machen, deutlich verschlechtert. Können Sie mal kurz schildern, wie lebt es sich zurzeit als Studierender oder als Studierende in Österreich? Ich versuche es einmal ein bisschen außerhalb der ÖH-Papel zu schildern. Man muss tatsächlich sagen, gerade an der JKU sind die Lebensrealitäten sehr unterschiedlich. Wir sind eine Uni, wo es, wenn man es pauschal einteilt, also bewusst pauschal, so zwei Arten von Studierenden gibt, nämlich die, die Vollzeit studierend sind, die vielleicht einen Job haben, 10, 15 Stunden daneben. Und dann gibt es welche, die wirklich auch Vollzeit berufstätig sind. Bei uns ist es circa Hälfte, Hälfte. Das heißt, es ist sehr unterschiedlich. Ich habe zwei Sachen gemerkt oder zwei Dinge beobachtet. gemerkt oder zwei Dinge beobachtet. Es hat die gegeben, die diese Krise wirklich sehr getroffen hat finanziell, studientechnisch, die eine große Unsicherheit gehabt haben durch die Situation. Wie geht es weiter mit den Prüfungen? Wie tue ich vielleicht, wenn ich jetzt meinen Job verloren habe, der meine Lebenssituation finanziert, wie tue ich mit anderen Ausgaben, die ich gehabt habe oder die ich habe aufgrund dieser Pandemie und wie ist auch mein Studienfortschritt gesichert. Das ist der eine Teil. Und dann gibt es aber auch die, die eigentlich sehr profitiert haben von dem Ganzen, die sagen, Distance Learning bringt mich im Studium weiter denn je. Das sieht man bei uns in der Prüfungsaktivität tatsächlich. Also wir haben eine Rekordprüfungsaktivität, was jetzt einmal positiv klingt natürlich, aber auch nicht jetzt das State of the Art sein sollte, wie wir es haben wollen, weil die Situation ist halt die, man hängt in die Vorlesungen vor dem Zoom-Bildschirm, jeder hat den Bildschirm ausgeschaltet in Wahrheit, jeder tut oft einmal irgendwas daneben. Ich glaube, das kennen wir beide wahrscheinlich auch aus der eigenen Situation. Und ich glaube, das Ziel muss es sein, jetzt nach der Krise diese zwei Orten auch wieder zusammenzuführen. Vielleicht auch nochmal, um konkret die Frage aufzugreifen, wie geht es den Studierenden? Es schlagt, glaube ich, wie jeder Gesellschaftsschicht schon sehr aufs Gemüt, also vor allem das Fehlen von Sozialkontakten. Ich will das nicht einmal als Luxusproblem abtun, weil es gibt wahrscheinlich einige, die sagen, naja, die ganzen Studenten quasi, die müssen halt jetzt einmal ein Jahr daheim sein, ist ja nicht so schlimm. Also da geht schon viel verloren natürlich an Kontakten, die man knüpft, an Netzwerken, die sehr, sehr wichtig sind auch für das spätere Unileben. Wir haben jetzt drei Semester seit dem letzten Sommersemester an Studierenden, die kaum Leute kennen, die froh sind über jeden Kontakt, die froh sind, wenn sie mal an die Uni kommen und da im Learning Center bei uns an der JKU mal wen kennenlernen. ist die, dass es zwar schon irgendwie geht unter Anführungszeichen im Studium und der Studienfortschritt ist dank der Digitallehre möglichst gesichert auch, aber das Bedürfnis nach einem Unileben, nach Sozialkontakten ist, glaube ich, größer denn je. Wie nehmen Sie das wahr, Frau Jandl? Ja, ich glaube auch, dass es eben grundsätzlich Leute gibt, für die es jetzt kein Riesenproblem in Summe darstellt, weil die vielleicht doch noch irgendwie das Glück haben, auch einfach finanziell abgesichert zu sein, auch sich vielleicht eine Wohnung zu haben oder ein WG-Zimmer zu haben, das groß genug ist und dass man dort auch irgendwie mit, auch während dem Lockdown irgendwie gut zurechtkommt und nicht irgendwie nach anderthalb Tagen schon die Decke am Schädel fällt, weil alles viel zu klein ist. Und auch die gibt, die hoffentlich auch bis jetzt noch davor verschont geblieben sind, irgendwie auch persönliche Schicksalsschläge auch hinnehmen zu müssen. Was ich gesehen habe, auch ganz stark in der Arbeit auf der ÖH, wir haben ja auch als VSSDÖ auf der Bundesvertretung den Corona-Härtefonds eingerichtet, schon vergangenes Frühjahr, weil es die Regierung leider verabsahmt hat, irgendwelche Schritte zu setzen, um Studierende finanziell auch abzufangen oder irgendwie auch zu entlasten in dieser, in der Krise. Weil natürlich auch viele von uns Jobs verloren haben, viele Eltern auch Jobs verloren haben, die dadurch natürlich sich schwer tun, jetzt auch die Studierendenkinder auch noch jedes Monat irgendwie finanziell auch mitzuerhalten. Und da hat man natürlich schon gesehen einfach, dass es wirklich viele Studierende auch gibt, denen es wirklich schlecht geht. Also wo Studierende einen Antrag stellen haben können auf eine finanzielle Unterstützung, in der wirklich jeder Antrag eigens bearbeitet auch worden ist, wo man sich eben angeschaut hat, okay, was ist die Situation, wie geht es den Leuten, was ist die Problematik, um dann zu versuchen, irgendwie abschätzen zu können, mit wieviel Euro man quasi diese Person auch fördern kann. Und das war schon einfach auch wirklich sehr hart auch zu sehen und da Tag für Tag auch zu sitzen und diese Anträge zu bearbeiten und wirklich einfach auch zu sehen, dass es ganz schlimme Schicksalsschläge auch einfach gibt, die jetzt nicht nur unbedingt mit Krankheit und Tod in Verbindung stehen müssen, aber die einfach eben von Jobverlust, der irgendwie die Lebensgrundlage bietet über alleinerziehende Eltern, die jetzt mit Kind und ohne Job irgendwie im Lockdown zu Hause sitzen müssen und versuchen irgendwie noch an der Uni teilzunehmen. Also ja, ich glaube eben, es gibt die Gruppe, die ganz okay damit klarkommt, aber ich glaube, es ist auf jeden Fall wichtig, einerseits als Interessensvertretung, aber andererseits auch als Regierung, gerade auf die zu schauen, denen es halt nicht so gut geht und die nicht so gut durch die Krise gekommen sind und Maßnahmen auch gerade für die Leute zu setzen. Und was man ja schon auch einfach sieht, ist das, oder was ja Anfang des Jahres schon auch wieder reingekommen ist da gab es eine studie von der donau-uni krems die er besagt hat dass 50 prozent der 18 bis 25 jährigen in österreich unter depressiven symptomen leiden also das ist ja schon noch einfach wahnsinn das ist eine verrückt hohe zahl und das natürlich auch auf die krone krise zurückzuführen ist wobei man auch sagen muss das schon auch davor also vor der der Corona-Krise schon 24 Prozent der Studierenden depressive Symptomatiken aufgewiesen haben oder angegeben haben, darunter zu leiden. Also man kann sowieso nicht sagen, dass es den Studierenden nur gut geht und dass irgendwie alles immer so leibernd ist. Aber ich glaube, dass es vor allem eben wichtig ist, gerade auf die zu schauen, denen es halt schon schlecht geht. Ja, aber ich glaube, dass es vor allem eben wichtig ist, gerade auf die zu schauen, denen es halt schon schlecht geht. Herr Hofer, nochmal zur Krise und dann möchte ich das auch soweit mal abschließen. Wie war denn die Situation an der JKU hier in Linz? Sie haben als ÖH auch an der Johannes Kepler Universität so ein gewisses Aufgabenprofil, dem Sie sich selber verpflichtet haben und inwieweit hat sich das verschoben? Wohin haben sich denn die Bedürfnisse der vielen Studierenden auch gegenüber der ÖHA in dieser Krise verändert? Ja, es war ja bei uns ein bisschen ein Spezialfall, weil ich war sechs Tage im Amt, als diese Krise gekommen ist. Also ich habe ein paar Wochen davor von meinem Vorgänger übernommen und wir haben möglichst viele Projekte natürlich in der Schublade gehabt. Die haben wir dann einmal zur Seite gelegt und uns darauf fokussiert, dass das funktioniert, wenn plötzlich die ganze Uni zusperrt. Wir haben eigentlich zwei Prioritäten gesetzt. Das eine war Studienfortschritt sichern und das zweite war finanziell entlasten beziehungsweise generell auf finanzielle Probleme einzugehen. Wir haben relativ rasch auch Gott sei Dank an der JKU, also gemeinsam mit den Lehrenden, auch die Digitallehre möglichst gut etabliert. Am Anfang hat es wahrscheinlich bei euch genauso relativ schlecht funktioniert. Also da hat es Lehrende gegeben, die einfach Rundmails ausgeschrieben haben. Das funktioniert halt Gott sei Dank besser. Also da hat es auch einen gewissen Sprung gegeben. Also das war mal der erste Fokus, dass der Studienfortschritt gesichert ist, dass die Leute wissen, wie geht es weiter mit meinen Prüfungen, mit meinen Lehrveranstaltungen. Wir haben Leute gehabt, die hätten am gleichen Tag des Lockdowns eine Fachprüfung gehabt oder am nächsten Tag und haben nicht gewusst, was passiert da jetzt eigentlich in dieser Situation. Und das Zweite eben zu schauen, wo trifft diese Krise jetzt auch finanziell. Bei uns war es vor allem auch das Thema Öffi-Tickets, Parktickets, diese Pauschaltickets, die ja sehr viel kosten, die dann ja wertlos waren eigentlich, weil gut in einer Pandemie, in einem Lockdown mit Öffis fahren ist jetzt nicht so die Empfehlung zumindest. Also das waren bei uns so die zwei Hauptschwerpunkte und auch ja Aufstieg zum Sozialfonds, wie ihr es im Bund gemacht habt, um halt auch da zu schauen, dass wirklich keiner in der Krise zurückbleibt. Also ich glaube vorher war es einfach dieses klassische, naja also ÖHS ist die Aufgabe, dass die Leute effizient studieren können, dass der Campus belebt ist, dass es Veranstaltungen natürlich auch gibt, also dass es gute und flexible Ansprechpartner gibt als ÖH. Und der Fokus war dann eher natürlich auf dem, wie kommen wir gut durch die Krise und wie bringen wir die Studierenden gut durch die Krise. Frau Jandl, ich möchte jetzt allmählich übergehen, auch ein bisschen so die Differenzen und Gegensätze auch der wahlwerbenden Gruppen und Listen herauszuarbeiten. Da geht es ja dann auch immer wieder um Koalitionsfragen, dann auch in der Exekutive der ÖH. Wenn alles so gekommen wäre wie geplant im Jahr 2019, würden Sie jetzt hier sitzen als Bundesvorsitzende der ÖH. Dem war aber nicht so, denn die Koalition, die der VSSÖ eingegangen ist mit grünen Studierenden der Gras und den Fachschaftslisten, der Versuch, die linke Koalition, wie es vielfach heißt, auch in der BundesöH noch einmal sozusagen aufleben zu lassen, ist vergangenes Jahr ordentlich gescheitert. Es ist interessant, das haben dann die Medien sehr wohl berichtet. Vielleicht können Sie mal ganz kurz schildern, warum das so gekommen ist, warum diese linke Koalition nicht gehalten hat, beziehungsweise wo hat es denn da tatsächlich auch Differenzen gegeben? Es mussten ja neue Exekutive gefunden werden, eine neue Koalition gebildet werden. Das ist jetzt AG und Junos, die jungen Neos, die haben zwar keine Mehrheit, aber das ist alles sehr kompliziert. Wer hat sich denn in dieser Frage wie und wo positioniert? Also ich glaube, vorweg, dass man auch irgendwie ein bisschen den Exekutivbegriff, glaube ich, auch ein bisschen noch präzisieren muss. Also grundsätzlich, dass sich Koalitionen bilden, ist ja nirgends vorgesehen oder festgeschrieben so. Und die Exekutive an sich sind die Vorsitzenden, sind die Referate, also quasi die Ministerien, wenn man so möchte, die unterschiedliche inhaltliche Zuständigkeiten haben, wo eben Leute, Studierende ehrenamtlich sich betätigen, Projekte machen, Beratungen machen, wie auch immer. Die Exekutive an sich ist jetzt gerade sehr bunt besetzt eigentlich, also das sind bei weitem nicht nur Leute von der G&J, gerade auf der Bundesvertretung, sondern eigentlich quer durch die Bank von sehr vielen Fraktionen Leute vertreten. Wir sind auch weiterhin noch im Sozialreferat, weil das auch immer unser größtes Anliegen einfach ist, die soziale Absicherung und der Sozialreferat auch eben der Arbeitsbereich ist, wo wir als VSSDÖ eigentlich immer vertreten sind, wo wir am meisten Arbeit auch sehr gerne reinstecken und dort eben auch weiterhin den Corona-Härtefront zum Beispiel betreuen. Ich glaube, wie es dazu gekommen ist, ist eine Aufschichtung von verschiedenen Gründen, auf die ich jetzt auch tatsächlich nicht so genau eingehen kann und möchte. Es hat sich sehr viel aufgerieben an der Frage, wie kritisch kann man der Regierung gegenüber sein, also wie positioniert man sich als ÖH einer Regierung gegenüber? Hinter die Grünen sitzen. Richtig. Und ja, da gab es dann einfach und natürlich hat uns auch in der Arbeit und auch in der Zusammenarbeit natürlich auch die Krise zugesetzt. Also ich glaube, das muss man so schon auch sagen. Es ist sicher in keiner ÖH-Struktur irgendwie einfach gewesen, auch diese Krise irgendwie zu managen, weil das war es, was wir alle dann von einem Tag auf den anderen machen haben müssen. Und das war natürlich so auch einfach eine natürlich auch sehr schwierige Aufgabe. Und dann geht es da natürlich dann auch mit einem nochmal größeren Druck auch als sonst darum, auch sich zu überlegen, okay, was sind jetzt eigentlich dann die richtigen, was ist jetzt der richtige Weg oder was sind jetzt dann die Sachen, die man machen möchte, um gute Studierendenvertretungsarbeit zu machen und da gab es dann einfach Punkte, wo man sich dann irgendwann nicht mehr auch einig war, weswegen dann eben einige Leute zurückgetreten sind und quasi sich so der Koalitionsvertrag und damit eben quasi die offizielle Zusammenarbeit in der Exekutive so aufgelöst hat, was aber eben nicht heißt, dass wir unsere Arbeit niedergelegt hätten und nichts mehr gemacht hätten, sondern wir eben weiterhin im Sozialreferat, aber auch im Referat für ausländische Studierende zum Beispiel noch vertreten sind, dort sehr viel Beratungsarbeit für Studierende machen, die vor allem aus Nicht-EU-Ländern nach Österreich kommen, da eben auch schauen, dass die möglichst gut ankommen, da bleiben können, studieren können in Österreich. Genau, also wir sind da auch weiterhin drinnen und genauso wie auch momentan alle anderen Fraktionen. Herr Hofer, ich habe selber früher studiert und verfolge das noch immer mit großem Interesse. Die Aktionsgemeinschaft ist mir seit Jahr und Tag in Erinnerung geblieben als jene Gruppe in der ÖH, die immer betont hat, was Studierende brauchen, sind zuallererst Serviceleistungen, was Studierende definitiv nicht brauchen sollten oder könnten, sind irgendwelche Widerständigkeiten der ÖH gegenüber Regierungen oder gesellschaftlichen Missständen. Wir haben es auch schon gehört, das hat ja auch hier ein bisschen zu dieser Erzündung geführt, mit dem Ergebnis, dass jetzt Sabine Hanger von der AG Bundesvorsitzende ist, noch kurz noch, aber sie ist es. an sozialen Ungleichheiten, dramatischen Folgewirkungen, gerade auch im sozialen, gesellschaftlichen Bereich, dass das gerade auch für Studierende von großer Relevanz ist. Rücken Sie jetzt von diesem Purismus nur noch Serviceleistungen ab, nämlich vor allem auch im Hinblick darauf, dass das große Thema unserer Zeit ja jetzt auch in den Diskursen an den Universitäten und Hochschuleingang gefunden hat, nämlich Klimaschutz. Ist Klimaschutz beispielsweise etwas, wo Sie sagen, da sollte sich die AG eigentlich auch positionieren und auch mit diesem Thema, mit erhobenen Fahnen in den Wahlkampf gehen? Waren jetzt mehrere Dinge. Also grundsätzlich dieses Mantra von, oder wenn man sagt, es ist puristisch, nur Service. Ich glaube nicht, dass wir uns als solche sehen. Die ÖH ist ja ein politisches Konstrukt, das heißt ja Hochschulpolitik und Politik heißt ja nicht nur rein Service. Wir haben immer gesagt, wir wollen den Fokus quasi auf Services oder Sachen legen, die den Studierenden im direkten Studienalltag weiterbringen. Das reicht von den Beratungen in den Studienvertretungen bis hin zu finanziellen Entlastungen, Stichwort Rückerstattung zum Beispiel für Sprachkursgebühren haben wir bei uns durchgesetzt. Also natürlich ist diese Trennlinie zwischen Unipolitik und Gesellschaftspolitik eine sehr verschwimmende, keine Frage, aber wir sagen immer, für uns auf, wo die Interessen der Studierenden nicht mehr von den Interessen der Allgemeinheit zu unterscheiden sind. Ich finde, das ist ein ganz guter Satz, denn es gibt glaube ich Dinge, die treffen mich direkt im Uni-Alltag, aber es gibt halt Dinge, die sind rein politisch. Wenn ich jetzt zum Beispiel das Thema Migrationspolitik nehme, da hat jeder Studierende eine andere Meinung und da kann ich mir das als ÖH nicht leisten oder ich kann mir das nicht anmaßen herzugehen und zu sagen, diese eine Meinung vertrete ich jetzt als ÖH und trete dafür ein. Weil ich einfach glaube, es gibt da einen unglaublichen Meinungspluralismus in der Migrationspolitik, genauso wie bei Sozialpolitik teilweise oder klassische Gesellschaftspolitik, Genderfragen. Also da gibt es halt Dinge, wo die Studierenden auch verschiedene Meinungen haben. Und ich glaube, diese pluralistische Meinung muss in einem ÖH auch abgebildet werden. Und ich kann mir als ÖH nicht an die Fahnen heften, da eine Meinung zu haben. Darum haben wir immer gesagt, wir sind kritisch gegenüber diesen stark gesellschaftspolitischen Tendenzen, die es eben in der Bundes-ÖH lange gegeben hat und wir wollen uns darauf fokussieren, dass der Laden läuft, unter Anführungszeichen in der ÖH, dass die Leute einen Ansprechpartner haben, wenn sie Probleme haben, dass sie Mails schreiben können und so weiter und so fort. Klimaschutz ist ein Thema, das auch natürlich alle Menschen betrifft, aber wo natürlich auch einzelne Akteure wie eine Uni in der Verpflichtung sind. Und darum sagen wir als AG natürlich schon, eine Uni ist ein riesen Stakeholder. Ich meine, wir haben in Linz 20.000 Studierende, inklusive Personal. Und dieser Stakeholder muss natürlich auch zu einem globalen Thema, wie es der Klimaschutz ist, wie es diese Pandemie jetzt ist, beitragen. Und darum verwehren wir uns natürlich auch nicht der Idee, dass man sagt, eine pragmatische und sinnvolle Klimaschutz- und Umweltschutzpolitik, der verwehren wir uns nicht. Also wir haben auch in unserem Wahlprogramm drinnen grüner Campus, Infrastruktur ausbauen, Fahrradinfrastruktur. Ich glaube, das sind auch Dinge, die wichtig sind für eine Universität im 21. Jahrhundert. Ich vermute mal, Sie haben jetzt jeden Grund zu widersprechen. Ich denke jetzt nur kurz an diese sehr wichtige und aktuelle Debatte rund um die viel zu vielen Femizide in Österreich, die meines Erachtens von sehr großem allgemeinen Interesse sind. Schlussfolgernd, was Sie meinen, oder die Sabine Hanger, heißt das, das hätte auf der Universität nichts verloren, weil es zu sehr von allgemeinem Interesse ist und das rein studentische so nicht mehr zu erkennen ist. Aber das ist wahrscheinlich sicherlich eine völlig andere Meinung sein. Ja, also zwei Sachen nämlich, weil, also das, was du am Anfang sagtest, klar gibt es unter den Studierenden verschiedene Meinungen und das ist wichtig und richtig so, aber dafür gibt es ja Wahlen. Also natürlich kann ich mir als ÖH, als gewähltes Gremium, weil die ÖH ist ja auch nicht nur die Exekutive, das sind ja nicht nur die Vorsitzenden und die Referate, sondern es ist ja in erster Linie eigentlich ein Gremium. Also es gibt ja auf der ÖH-Bundesvertretung, die ÖH-Bundesvertretung, die ÖH-Bundesvertretung ist das Gremium mit 55 Mandataren und Mandatarinnen, wo nach Stimmenstärke die Listen, weil es ist ja auch eine Listenwahl, Leute reinschicken. Und dann gibt es da Mehrheitsverhältnisse und da gibt es unterschiedliche politische Positionen und da gibt es Diskussionen und Anträge und dann werden Dinge abgestimmt und dann so kommt man ja zu einer politischen Linie. Und selbstverständlich kann ich mir dann ja auch als ÖH herausnehmen, mich politisch zu positionieren. Das ist ja genau meine Aufgabe. die unterschiedliche Meinungen haben, zu einer Wahl gehen, ihr Kreuz soll machen und dann nach diesem Ergebnis das Gremium beschickt wird, das politische Beschlüsse fasst und damit halt auch politische Positionierungen beschließt. Also da bin ich tatsächlich ganz anderer Meinung, weil ich glaube eben, also ich finde Meinungspluralismus und verschiedene Meinungen auch ernst nehmen in allen Ehren, aber dem ist die Wahl vorangestellt und dann gibt es natürlich einfach die Mehrheitsverhältnisse, die da auch noch politische Positionen auch entscheiden können und nach denen auch arbeiten. Und das zweite, was ich finde, und du hast es ja eigentlich selber gesagt, so die Grenzen sind einfach verschwimmend. Man kann das einfach nicht klar abgrenzen und ich glaube auch einfach, also ich kann mir das ehrlicherweise nie so ganz vorstellen, auch wie man, wie das gehen soll, dass wenn ich zum Beispiel, und ich finde gerade, weil ich es jetzt auch vorher angesprochen habe, das Referat für ausländische Studierende zum Beispiel auf der Bundesvertretung ist für mich da einfach immer ein sehr gutes Beispiel, wenn wir da wirklich oft, gerade so im Oktober immer, wenn Studierende auch dann die Aufenthaltsbewilligung verlängern müssen, wo es ja ganz viele Auflagen gibt und wo dann auch ganz viele Leute, immer wenn gerade nicht Corona ist, auf der ÖH sind und in die persönliche Beratung kommen müssen, weil es einfach so viele Probleme gibt mit den Aufenthaltsbehörden, weil denen so viele Steine in den Weg gelegt werden, dafür ihre Aufenthaltsbewilligung verlängern zu können, dafür in dem Land bleiben zu können, wo sie studieren, wo sie einen Lebensmittelpunkt haben, wo sie ihre Familie haben oft, haben, wo sie ihre Familie haben oft, dann bedeutet das ja natürlich, dass ich mich dass ich mich ja danach einfach auf einer politischen Ebene dafür einsetzen muss, dass im Asylrecht oder im Aufenthaltsrecht da natürlich auch Dinge geändert werden. Oder man schaut halt weg. Also ich finde, das ist halt die Alternative. Entweder ich nehme das halt ernst, was da passiert und will politisch was verändern und will halt politisch erregende Verbesserungen erzielen, für meine Mitglieder ja auch. Aber das bedeutet halt oft auch auf einer höheren Ebene noch anzusetzen, weil ich nur dort tatsächlich Verbesserungen erkämpfen kann oder ich schaue weg. Und ich glaube, das ist halt die politische Entscheidung, die man da trifft, ehrlicherweise, wenn man sagt, die ÖH soll sich nicht mit Allgemeinpolitik beschäftigen. Ich glaube nicht, dass es darum geht, dass man wegschaut oder gerade bei dem Thema Femizide. Das ist ja nichts, was einen unberührt lässt, natürlich, keine Frage. Aber man muss sich natürlich als ÖH trotzdem die Frage stellen, was sind meine primären Aufgaben? Und wir sind primär eine gesetzliche Interessensvertretung für Studierendenangelegenheiten und keine rein politische Organisation. Es gibt, wenn ich jetzt wirklich sage, ich will in verschiedensten politischen Bereichen Dinge bewegen, da gibt es die sozialistische Jugend, da gibt es eine junge ÖVP, da gibt es junge Grüne, die sozialistische Jugend, da gibt es eine junge ÖVP, da gibt es junge Grüne, wo, glaube ich, solche Dinge auch, ich sage bewusst auch, gut aufgehoben sind. Aber ich glaube, es sollte nicht Aufgabe der ÖH sein, eben diese gesellschaftspolitischen Thematiken wirklich so lautstark in den Vordergrund zu rücken. Und meine Erfahrung einfach in einer AG-Exekutive ist schon die, Und meine Erfahrung einfach in einer AG-Exekutive ist schon die, dass es oft einmal besser ist, in Gesprächen zu sein, konstruktiv auch zu sein. Ich hänge mir jetzt nicht bewusst an Demos auf der Bundes-ÖH, wir wissen, das ist immer wieder ein Streitpunkt, aber das ist schon natürlich ein Thema, wofür Studierende sagen, das hat mit meiner studentischen Lebensrealität nichts zu tun und ich verstehe nicht, warum ich ÖH-Gelder zahlen muss, es sind nur 20 Euro, das ist nicht viel Geld für die meisten, aber ich verstehe nicht, warum dieses Geld quasi da ausgegeben wird. Und das führt dann ein bisschen auch zu diesem Vertrauensverlust, glaube ich, den wir haben, weil halt viele sagen, die ÖH macht nicht mehr ihre Kernaufgaben, sondern ist damit beschäftigt und ich sage es polemisch, ich meine es nicht genauso, aber polemisch gesagt, die Welt zu retten. Und da kommen wir halt dann eben auch zu diesem Vertrauensverlust in die ÖH. Also dass man das immer so gegeneinander ausspielen muss, ist ja tatsächlich auch einfach falsch. Also weiß ich nicht, kann schon sein, dass es Standorte gibt, wo es so ist oder dass es irgendwie Hochschulvertretungen oder was auch immer gibt, wo man irgendwie sagt, es geht sich nicht aus, dass man beides aus. Also wir haben, wir machen dort ja genauso eine, bieten eine wirklich sehr breite Palette an Service an, die eben von finanzieller Unterstützung nicht nur während Corona, sondern grundsätzlich immer geht über eben wirklich sehr, sehr hochwertige juristische Beratung in verschiedensten Bereichen. Wir machen eben grundsätzlich Beratung, es gibt Fördertöpfe, wo Studierende einerseits ihre Projekte anreichen können, andererseits wissenschaftliche Arbeiten gefördert werden. Also da gibt es ja tatsächlich Studienreisen, was auch immer. Also es gibt ja wirklich extrem viel, was da auch an Service auch angeboten wird, beziehungsweise was ja auch Studierende anbieten können, also wo man sich auch einfach selber engagieren kann, um dann Projekte zu machen oder Serviceangebote zu schaffen für die eigenen Studienkolleginnen und Studienkollegen. Und gleichzeitig gibt es dann trotzdem die politische Ebene, auf der wir halt irgendwie auch Vertretungsarbeit machen und auf der wir uns dann eben schon auch dafür einsetzen, dass es zum Beispiel eine Mietdiensobergrenze geben soll, weil nur so wird man es schaffen, dass Wohnen auch für Studierende billiger wird oder dass es eben Änderungen im Aufenthaltsrecht braucht, weil sonst kann man aufhören, so zu tun, als hätte man in Österreich eigentlich eh, als wäre es einem total wichtig, dass man viele internationale Studierende hat, weil wenn man es ihnen so schwer macht, dann geht sich das halt auch nicht aus. Also mir ist einfach tatsächlich nie klar, wo man diese Grenze dann auch ziehen soll. Und vor allem sehe ich den Sinn dahinter auch nicht, sie zu ziehen, weil ich finde, man kann auch einfach beides machen. Herr Hofer, ich habe ja für die heutige Sendung, für die heutige Diskussion ein Bild gewählt, nämlich dass die Wahlentscheidungen zur diesjährigen ÖH-Wahl irgendwo stattfinden werden, zwischen, ich habe es so genannt, Auflehnung oder Angepasstheit. jährigen ÖH-Wahl irgendwo stattfinden werden zwischen, ich habe es so genannt, Auflehnung oder Angepasstheit. Ich mache kein Hehl daraus, dass ich überhaupt in den letzten Jahren auch in der ÖH-Entwicklung oder bei der Entwicklung der Studierenden sehr, sehr viel Angepasstheit erlebe. Da komme ich jetzt auf ein ganz wichtiges Thema, das sicherlich auch im Wahlkampf selbst eine vorrangig zentrale Rolle spielen wird, nämlich die Sabine Hanger hat es kurz vor Weihnachten bezeichnet, dass ihr da der Weihnachtsmann kein sehr schönes Geschenk unter den Christbaum gelegt hat, nämlich die Novelle zum Universitätsgesetz, das ja quasi aus dem ÖVP-geführten Wissenschaftsministerium heraus mal in einem Entwurf vorgelegt wurde. wurde. Erstaunlicherweise stehen da tatsächlich, ich habe eine eigene Sendung auch schon diesem Thema gewidmet zu Jahresbeginn, eine ganze Menge Verschlechterungen für Studierende drinnen oder Erschwernisse. Mit der Bewertung, da kann man natürlich trefflich streiten, aber es gibt Erschwernisse drinnen, die natürlich die Studierenden schon massiv treffen. Was mir aufgefallen ist, dass es hier in Linz mit Ausnahme dieser kleinen Manifestationen rund um die Kunstuniversität und das war wirklich überschaubar, auf der JKU etwa von der ÖH auch dort, von der von Ihnen geführten ÖH, keinerlei Kritik, keinerlei Proteste vernehmbar waren. Sind Sie mit dem Entwurf oder mit der Novelle des Universitätsgesetzes so sehr einverstanden oder gibt es da etwas, wo Sie sagen, naja, vielleicht gehen wir doch nochmal auf die Straße? Naja, ich glaube, man muss immer ein bisschen die Linie ziehen zwischen konstruktiver Kritik und Protest oder Widerstand oder wie man es nennen will. Ich bin einfach, ist ja mein Naturell, aber generell wahrscheinlich die Linie der AG, weniger die, die laut sind, die auf die Straße gehen, sondern die einfach das Gespräch suchen und den Dialog suchen. Ich meine, wir haben es schon gesehen mit der Sabine Hanger auf Bundesebene, die hat jetzt sehr bewusst auch den Kontakt zum Minister gesucht, zum Minister Faßmann. Es hat viele Gespräche auch gegeben und gewisse Dinge, die Verschlechterungen gebracht hätten, sind ja dann in der Folge auch gezogen worden oder diese Zähne sind gezogen worden, wenn man so will. Und auch bei uns hat es schon auch eine kritische Auseinandersetzung gegeben. Wir haben genauso eine Stellungnahme auch abgeschickt, kann man lesen auf der Homepage des Parlaments, die nicht nur unkritisch ist und wo wir durchaus aufzeigen, wo gibt es Probleme. Ich meine, wenn uns die von drei Prüfungsterminen, ein Beispiel, im Semester einen wegnehmen, natürlich sagen wir da als ÖH, das geht so nicht, das kann man so nicht machen. Oder Kompetenzverschiebungen von einem Senat, wo wir als ÖH drin sitzen, hin zum Rektorat, wo wir nicht drin sitzen, da sagt man natürlich genauso, das kann nicht sein, das funktioniert so nicht. Auch wenn es der Bildungsminister Faßmann ist, dessen Pressesprecher wir ja nicht sind. Wir sagen ja, wir sind eine Studierendenvertretung und sind den Studierenden verpflichtet und nicht dem Bundesminister. Und ich glaube, das hat man auch gemerkt, einfach diese konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit der UG-Novelle. Ich glaube, dazu braucht es eben nicht das Laute, sondern dazu braucht es das Konstruktive und das Kritische. Und ich glaube, das haben wir ganz gut gesagt. Aber was hat es gebracht? Also ehrlicherweise, außer dass halt eben die Prüfungstermine jetzt doch nicht gekürzt werden, finde ich auch wichtig und richtig, dass das nicht gekürzt wird. Aber tatsächlich... Ja, ich sehe jetzt im Internet, es gibt die Mindeststudienleistung von 24 GZDs auf 16. Ja, gut, jetzt. Naja, aber die Mindeststudienleistung steht jetzt im OG drinnen und mit der nächsten Novellierung wird es wieder raufgeschraubt werden. Also es ist das Grundproblem, dass das jetzt überhaupt erst drinnen steht. Und die ÖVP wollte das schon total lang und bis jetzt hat die Koalitionspartnerin gewusst zu verhindern, dass diese Mindeststudienleistung in so G reinkommt. Jetzt hat man es halt offenbar nicht mehr geschafft, aber das große Problem ist, dass es jetzt überhaupt einmal drinnen ist. Begutachtungsprozess oder über den Begutachtungszeitraum hinweg ja extrem viele Stellungnahmen auch kommen sind und es von sehr vielen Seiten einen Aufschrei gegeben hat, dass da auch zu Recht dass da viele Sachen im Drinnen sind, die nicht passen. Ich glaube aber schon auch, dass es einfach also dass es essentiell ist auch als Interessensvertretung auch die Studierenden ernst zu nehmen, für die das tatsächlich ein Problem ist, wenn das so umgesetzt wird und ich finde es auch wichtig, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und sich anzuschauen, okay, wo kann man denn noch was ändern? Aber ich finde schon auch, dass es ganz, ganz wichtig ist, auch den Studierenden eine Stimme zu geben, für die das tatsächlich vielleicht auch einfach existenzielle Problematiken hervorrufen kann. Und da halt dann schon auch einfach ganz klar zu sagen, das geht so nicht. Und damit natürlich auch weiter andere Studierende auch darüber zu informieren, dass es da jetzt ein Problem gibt, um auch den Widerstand vergrößern zu können. Weil am Verhandlungstisch sitzt man halt zu viert vielleicht. Aber das geht sich ja dann anders auch nicht aus. Und man muss auch gerade bei der UG-Novelle schon sagen, dass da von Anfang an nichts Leibendes drinnen war für uns. Also da waren auch im Vorfeld, sind da Sachen teilweise angekündigt worden, auch von Ministerien, von Ministeriumsseite, die für Studierende tatsächlich substanzielle Verbesserungen hätten sein können, die dann leider im Begutachtungsentwurf gar nicht mehr drinnen waren und auch nach der Begutachtungsfrist nicht mehr eingekommen sind. Und damit finde ich es dann schon auch ein bisschen, oder nicht nur ein bisschen, sondern eigentlich sogar sehr zynisch, dann halt auch herzugehen und zu sagen, das war ein Verhandlungserfolg. Ich glaube nämlich, dass genau das auch einen Vertrauensverlust bei den Studierenden hervorruft, wenn man denen versucht zu verkaufen, dass das jetzt eh total leiwand ist, was man da rausgeholt hat für sie. Und die denken sich, na, eigentlich nicht. Nein, ich glaube nicht, dass es jetzt der, sage ich auch bewusst, es ist der große Wurf. Also ich war nie großer Befürworter der UG-Novelle. Ich glaube, man muss sich aber schon fragen, was kann man auch potenziell herausholen? Und ich glaube, so eine Auseinandersetzung ist natürlich auch immer das Entgegenkommen von zwei unterschiedlichen Positionen. das Entgegenkommen von zwei unterschiedlichen Positionen. Und ich gehe in eine Verhandlung natürlich mit einer Maximalposition rein, um im Idealfall dann das Beste für mich rauszuholen. Und das Ministerium, wenn wir uns ehrlich sind, hätte natürlich die Möglichkeit und Macht gehabt, diese Novelle in der ursprünglichen Form durchzubeitschen, ohne ÖH. Das hätten sie machen können, wenn es eben nicht diese kritische Auseinandersetzung gegeben hätte. Also da muss man schon natürlich auch in einer gewissen Weise realistisch sein und sagen, naja, was wäre denn gewesen, wenn es die vielen Stellungnahmen oder auch die Gespräche mit der Bundes-ÜH nicht gegeben hätte, dann wäre das in der Form wahrscheinlich gekommen, wie es geplant war. Und in der jetzigen Form, es heißt immer, da sind so viele Grauslichkeiten drinnen, also diese großen Grauslichkeiten, siehe ich in der jetzigen Form auch nimmer, muss ich ehrlich sagen. Ich darf da trotzdem kurz noch auf einige Detailpunkte näher eingehen, weil sie mir geradezu paradigmatisch erscheinen, wohin sich Universitäten oder akademische Einrichtungen unserer Tage entwickeln. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, und da stehe ich tatsächlich vor einem riesengroßen Rätsel, wie man überhaupt nur auf die Idee kommen kann, und das wurde tatsächlich entschärft, dass man sagt, wenn Studierende die Mindeststudienleistung nicht erreichen, dann werden sie für die Dauer von zehn Jahren von den Universitäten gesperrt. Wie kommt das? Das ist ja auch überhaupt kein Ausdruck von Respektierlichkeit gegenüber den Universitäten selbst. Das wurde jetzt entschärft auf zwei Jahre, ist noch immer unverständlich hart, vor allem auch im Hinblick darauf, dass gerade wir auch und im Wissenschaftsministerium weiß man davon, jetzt gerade auch uns große Sorgen machen. Im Wahlkampf ist das ja auch ein Thema bei Ihnen, im ÖH-Wahlkampf, die mentale Gesundheit etwa von Studierenden, die in der Krise schwer beeinträchtigt wurde und natürlich nahelegt, dass man sehr schwer auch diese Studienmindesterfordernisse erreichen kann. Viele müssen nebenbei noch arbeiten. Das war zu meiner Zeit übrigens noch nicht so, dass so viele jetzt arbeiten müssen, 80 Prozent der Studierenden. Auf jeden Fall, und da frage ich nochmal auch grundsätzlicher nach bei Ihnen, Herr Hofer, fühlen Sie sich gut bei der Vorstellung, dass gerade wenn wir auch die Unirete ansehen, die ja jetzt seit 2002 existieren und wo ja auch nicht wenige Unternehmerinnen und Unternehmer auch maßgeblich die Geschicke der Universitäten und ihrer Entwicklung sozusagen in ihren Händen haben. Fühlen Sie sich gut dabei, dass da sozusagen immer stärker auch dieses marktwirtschaftliche Verwertungsprinzip auch in die Universitäten und an die Studierenden herangetragen wird? Naja, ich glaube, dass eine gewisse Mischung jetzt nichts Schlechtes ist. Ich meine, ich komme selber aus einer Uni wie der JKU, die sehr viel mit Drittmittelpartnern auch macht. Die Frage ist immer, kommt es den Studierenden am Ende des Tages zugute? Wir haben schon Partner an Instituten, die den Studierenden etwas bringen, weil zum Beispiel mehr Plätze angeboten werden können in einem Kurs, weil es Praxiserfahrungen gibt. Also das ist ja an sich nichts Schlechtes. Diesen großen Einfluss von Unireten auf das alltägliche Unileben, den würde ich jetzt einmal nicht zu sehr überschätzen. überschätzen, aber am Ende des Tages muss es natürlich den Studierenden zugutekommen, das ist schon klar, ich meine, sie haben diese zehn Jahre Sperrfrist angesprochen, das ist lebensfremd, und wenn es lebensfremd ist, dann benenne ich es auch so, auch wenn es aus einem ÖVP-geführten Ministerium kommt, aber dann ist es halt so, und das haben wir auch bewusst entschieden, das werden wir so nicht akzeptieren. Also ich glaube schon, dass es da eine ÖH braucht, die, und ich sage es aber nochmal, die kritisch ist, die aber eben auch den Dialog sucht und die nicht aus einer gewissen ideologischen Haltung einfach aus Prinzip dagegen ist, das glaube ich ist einfach nicht gut, sondern die einfach Dinge anspricht, die nicht passen. Ja, ich finde schon, dass das alles ein Riesenproblem ist eigentlich. Also ich glaube auch, dass es ganz dringend notwendig wäre, eigentlich sämtliche Verfehlungen, die mit dem Universitätsgesetz 2002 da passiert sind, eigentlich rückgängig zu machen und diesen Einzug des New Public Management auf öffentliche Universitäten eigentlich rückgängig zu machen und öffentliche Universitäten wie Unternehmen zu führen, die einen Aufsichtsrat haben und also… Ja, aber das ist ja nicht… Naja, nein, aber entschuldige, ich finde es ja aber trotzdem absurd, irgendwie zu sagen, es ist okay, dass Unternehmen meiner Uni Geld geben, weil dann gibt es mehr Plätze in der Lehrveranstaltung. Und genau das finde ich ist ja eben genau, also ist ja irgendwie das Problem, oder? Ich finde, es geht ja genau darum zu sagen, nicht nur an den Einzelfällen zu arbeiten, sondern sich das System anzuschauen, das da dahinter liegt. nicht nur an den Einzelfällen zu arbeiten, sondern sich das System anzuschauen, das da dahinter liegt. Und das ist einfach in unserem Fall, dass die Unis einfach viel zu wenig Geld haben, weil man es eh okay findet, dass man sie kaputt spart und ihnen gleichzeitig dabei aber Anforderungen stellt, die sie erfüllen müssen mit prüfungsaktiven Studierenden und was weiß ich was alles, die sie nie erfüllen können, sie dann aber selber schuld sind, wenn sie es nicht schaffen und nicht mehr das Ministerium, weil man hat sie ja in die Autonomie entlassen und damit sind sie selber verantwortlich für das, was sie tun und ihnen gleichzeitig aber eben nicht genug Geld gibt und sie damit dazu zwingt, Kooperationen mit Unternehmen einzugehen, die schon natürlich die Freiheit der Lehrer bis zu einem gewissen Grad auch beeinträchtigen und dies eben dann dazu führen, dass man die Reiker Bibliothek und den, weiß ich nicht, Lagerhaus Hörsaal oder was, ich bin aus Niederösterreich, das sind irgendwie so dann meine Anknüpfungspunkte, und das Red Bull Audimax oder was hat. Also das ist einfach für mich schon einfach nicht nur eine grausige Vorstellung, weil es ist ja leider Realität, dass öffentliche Universitäten darauf angewiesen sind, mit privatwirtschaftlichen Unternehmen zu kooperieren, um überhaupt Unstudierenden irgendwie ein Studium zu ermöglichen. Also dass man das als Bundesregierung und als Staat eigentlich überhaupt nicht nur zulassen, sondern ja eigentlich fördert, ich finde, das ist eigentlich genau das Problem. Und da bräuchte es einen ganz anderen Zugang zu Hochschulpolitik an sich und vor allem zu den öffentlichen Hochschulen, nämlich dass man sagt, dass da einfach auch der Staat in der Pflicht ist, da auch genug Geld herzugeben dafür, dass das halt ausfinanziert sein kann. Und dass es eben nicht geht, dass man allen die ganze Zeit nur zuversteigt und eben, dass man jetzt Studierenden halt sagt, macht die 16. CTS, weil sonst fliegt es. Niemand versteht, warum. Es macht überhaupt keinen Sinn. Der einzige Grund dahinter ist, dass das Ministerium beschlossen hat, internationale Universitätsrankings sind das Wichtigste auf der ganzen Welt und Österreich muss irgendwie in diesen Rankings aufsteigen. Von denen sich die UNIQO zum Beispiel, also die Universitätenkonferenz, der Zusammenschluss der österreichischen Universitäten zum Beispiel klar distanziert. Die sagen, wir halten nichts von diesen Rankings, weil es total intransparent ist, wie die erhoben werden und es macht für uns überhaupt keinen Sinn, uns da irgendwie weiter zu partizipieren oder weiter irgendwie darauf zu schauen, dass wir da weiter raufkommen. Und für die Studierenden ist es am allermeisten wurscht, welchen Rankingplatz die Uni in irgendeinem Ranking hat. Für die Studierenden ist es wichtig, dass die Lehre gut ist, dass man Spaß hat auch bei dem, was man studiert, dass man zügig vorankommen kann, wenn man die Möglichkeiten hat dazu und dass es alles in allem auch eineommen kann, wenn man die Möglichkeiten hat dazu. Und dass es alles in allem auch eine schöne Zeit ist, auf die man zurückblicken kann. Das stimmt schon, man muss schon differenzieren. Also wenn jetzt eine Uni angewiesen ist darauf, dass die Hörsaal umbenennen und so weiter, dann ist das jetzt nichts, was begrüßenswert ist. Aber ich warne halt immer davor, dass man vor jedem XY-Hörsaal oder Reifhäuser-Hörsaal, dass man da gleich den neoliberalen Teufel irgendwo siegt. Also das, glaube ich, ist ein bisschen überschätzt, ehrlich gesagt. Aber ich bin schon bei dir, natürlich, das Unisystem muss auch ausfinanziert sein und es sollte eher ein Luxus sein als ein Bedürfnis, dass man mit Drittmittelpartnern kooperiert. Wir haben jetzt gerade mal noch knapp sechs Minuten auf der Uhr. Wir müssen in eine Schlussrunde kommen und daher würde ich jetzt dringend anraten, wir widmen unser letztes Augenmerk nochmal auf die ÖH-Wahl von 18. bis 20. Mai, also an drei Tagen findet die statt. Ich beginne mit Ihnen, Frau Jandel, damit dann der Herr Hofer das Schlusswort hat. Also die Themenbreite, die Problemstellungen sind mannigfaltig. Da tut sich echt ein Riesengebäude auf an Verbesserungsbedarf, an Themen, die auch in Angriff genommen werden sollten. Aber dennoch, Sie müssen ja quasi auch als VSSTÖ jetzt für die Wahlen den Studierenden ein Angebot machen, dass sie einen Grund sehen, sie zu wählen. Und da frage ich sie und diese Frage gebe ich dann gleich auch den Herrn Hofer weiter. Was sind denn Ihre Themen, auf die Sie setzen möchten, auch im Sinne einer Prioritätensetzung? Warum soll man sie wählen bzw. was ist es denn, wo Sie sich auch nochmal wünschen würden, dass Studieren eigentlich wieder so richtig Freude machen kann? Sie haben dafür drei Minuten. Unsere oberste Priorität war immer schon und wird auch immer sein die soziale Absicherung von Studierenden. Also für uns ist einfach ganz wichtig, dass es nicht an der Frage scheitert, ob ich es mal leisten kann oder nicht, dass ich auf einer FH oder auf einer Uni studieren kann, sondern dass es da eben einfach Vorkehrungen gibt, dass es einerseits möglichst niedrige Ausgaben gibt, also dass von Öffeticket über Miete über auch Psychotherapie, muss man sagen, weil das ja auch einfach was ist, was mittlerweile leider viele Studierende auch brauchen, möglichst günstige, sonst gleichzeitig aber auch einfach Beihilfen gibt, die tatsächlich auch ermöglichen, dass ich davon leben kann und die nicht nur eher ein netter Zuschuss sind zu dem, was ich dann sonst noch von meinen Eltern brauche. Was uns außerdem noch wichtig ist, ist da eben vor allem auch die Thematik der Studiengebühren, also nicht nur jetzt während Corona, sondern grundsätzlich, aber auch das fällt für uns natürlich auch in die soziale Absicherung, also dass wir möglichst wenig Geld ausgeben müssen und möglichst abgesichert auch einfach von staatlicher Seite sind. Was uns grundsätzlich natürlich auch noch wichtig ist, ist, dass eben Studieren irgendwie so ist, dass es auch Sinn macht für uns, dass es möglich ist für alle Leute, egal was sie sonst so machen in ihrem Leben, ob sie arbeiten müssen oder ob sie Kinder haben oder ob sie irgendein sehr zeitintensives Leistungssporthobby haben, was auch immer, die Möglichkeit haben auch an der Uni auch teilzuhaben und an Lehrveranstaltungen zu absolvieren. Wir haben jetzt gesehen, Distance Learning kann funktionieren. Ich glaube, dass man sich da auf jeden Fall auch mitnehmen muss, dass es eine gute Mischung auch geben kann und dass best of both worlds mäßig quasi Studierende davon auch sehr gut profitieren können. Und eben auch die Gesundheit der Studierenden für uns auch einfach wichtig ist. Es braucht eine Gratis-Krankenversicherung für Studierende, es braucht einen Ausbau der psychotherapeutischen Angebote. im Sinne der gesteigerten Partizipation, die ich vorher schon angesprochen habe, eben auch einfach sehr wichtig, auch in den kommenden zwei Jahren nochmal auf alle Studierenden auch zuzugehen, eine bundesweite Studierendenbefragung auch zu machen, sich anzuschauen, was sind die Bedürfnisse gerade, was brauchen unsere Studienkolleginnen und Studienkollegen auch grundsätzlich, aber auch von uns als Interessensvertretung, um darauf aufbauend dann auch die Arbeit ausrichten zu können. Das klingt so, dass es echt Sinn machen würde. Warum hat es so etwas bisher noch nicht gegeben? So eine Befragung? Weil man grundsätzlich einfach auch oft, glaube ich, andere Kampagnen gemacht hat. Es hat es sicher schon einmal gegeben in der Vergangenheit, aber in den letzten Jahren hat man andere Kampagnen gemacht. Pandemie sei Dank. Vielen Dank. Herr Hofer, auch an Sie. Was sind die Themen, die Ihnen jetzt vorrangig wichtig sind? Welche Themen wollen Sie setzen? Wie wollen Sie die Studierenden mitreißen? Was können Sie ihnen anbieten? Ich glaube, dass die nächsten zwei Jahre entscheidend sein werden. In dieser Post-Krisenphase, also die Zeit danach quasi. Ich glaube, es wird zwei Schwerpunkte geben bei dem Ganzen. Das eine ist, wie gestalten wir die Lehre, was ich schon genannt habe, Digitallehre, wie geht es da weiter, also wie schaffen wir es auch, das Beste aus beiden Welten zu vereinen, aus der Präsenz- und Digitallehre, sodass wirklich eben auch ein flexibles Studium möglich ist, für die, die Betreuungspflichten haben, für die, die berufstätig sind. Und da ist es auch unser Anspruch, dass wir wirklich auch innovativ werden in der Lehre. Also ich glaube, das Konzept sollte nicht sein, super, wir streamen jetzt Vorlesungen und man kann es sich downloaden, sondern ein bisschen ein größerer Wurf, auch im Sinne von, wie nutzt man verschiedene Kanäle für Lehre zum Beispiel, mit Lecturecasts, Videos, Podcasts zum Beispiel, Gesprächen zwischen Lehrenden. Also ich glaube, es gibt ganz viele verschiedene Arten der Stoffvermittlung und ich glaube, da sollte man schauen, dass wir aus der Krise lernen und da das Beste quasi mitnehmen, damit auch für alle eine qualitativ gute Lehre gesichert ist für die Studierenden. Und der zweite Punkt ist der, und ich glaube, da schlagen wir ein bisschen in die gleiche Kerbe, mit der psychischen Gesundheit, mit der Belastung, die die Krise jetzt gebracht hat für die Studierenden und wie bekommen wir die neueren Semester, nämlich die ersten bis dr. Die haben keine Hörsaal von innen gesehen, die haben noch nie eine Studierendenparty erlebt, wo man einfach einmal die Kolleginnen und Kollegen kennenlernt. Also es sind teilweise ja auch sehr banale Dinge, aber ich glaube, die werden jetzt auch wieder gefördert und ausgebaut. Die Vernetzung unter den Studierenden, wir wollen eben nicht, dass eine Corona-Generation Studierenden heranwächst, die sich nicht untereinander kennt, die nie richtig ein Studium gefunden hat, die sich nie richtig identifizieren haben können mit dem Studium und das wollen wir verhindern und auf das wollen wir auch die Schwerpunkte legen. Ja, dann sage ich vielen Dank, denn wir sind tatsächlich am Ende der Sendezeit. Großes Dankeschön Dora Jandl, ehemals stellvertretende Bundesvorsitzende der ÖH vom VSSTÖ sowie Mario Hofer, aktuell ÖH-Vorsitzender an der JKU in Linz und von der Aktionsgemeinschaft. Ja, war eine spannende Debatte. Ich hoffe, dass die Wahlbeteiligung sich sehen lassen kann. Wir werden auf alle Fälle dranbleiben von DorfTV. In diesem Sinne darf ich mich natürlich auch von den Zuseherinnen und Zusehern, die heute wieder mit Interesse dabei waren, sehr herzlich bedanken. Darf darauf hinweisen, dass die nächste Ausgabe von der Stachel im Fleisch schon sehr bald kommt, nämlich kommenden Dienstag, 11. Mai um 17.30 Uhr. Da geht es dann mal wieder vor allem um die Landtagswahl am 26. September dieses Jahres. Da mit dem Schwerpunkt, was denn zivilgesellschaftliche Organisationen von der oberösterreichischen Landespolitik erwarten. Also schalten Sie wieder ein. In diesem Sinne darf ich wie immer mit dem Ersuchen schließen. Bleiben Sie dem Sende Ihres Vertrauens, nämlich DorfTV, auch weiterhin gewogen. Damit einen schönen guten Abend noch und auf Wiedersehen.