Herzliches Willkommen im Kepler Salon zu einem Abend unter dem Titel Liebesleben. Klingt ja ganz wunderbar und vielversprechend, allerdings wir werden es dann in einem etwa 20-minütigen Filmscreening sehen, worum es heute geht und zwar markiert der 25. November den internationalen Gedenktag für alle Mädchen und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Heute beginnen die 16 internationalen Tage gegen Gewalt an Frauen und dieser Zeitraum dauert bis 10. Dezember. Das ist der internationale Tag der Menschenrechte. Und ich habe für heute Abend zu mir in den Salon eingeladen eine Filmemacherin und Regisseurin. Das ist Carola Meyer gleich an meiner Seite. Ein herzliches Willkommen an dich, liebe Carola. Carola, du hast eine Tanz- und Schauspielausbildung absolviert in Linz und in Wien, hast Publizistik studiert, hast auch einige Auslandsstudien in den USA, Frankreich, Südafrika absolviert und hast viele Jahre als Gestalterin beim ORF gearbeitet und machst seit 2000 Dokumentarfilme. Dein Schwerpunkt sind Frauen, Mädchen, die Gesellschaft, Diskriminierung, Menschenrechte und die Toleranz und wie das alles zusammenspielt. Und eine deiner Produktionen ist eben Liebesleben und anhand von mehreren Biografien, wie Frauen diesen Ausstieg aus einer, was auch häufig der Grund für Femizide ist, nämlich diese private oder eine persönliche intime Beziehung, wie sie diesen Ausstieg geschafft haben. Der Abend wird heute in etwa so ablaufen, dass wir uns einen Ausschnitt aus diesem Film von Carola Meyer gemeinsam ansehen. Und daher darf ich auch an der Seite von Carola Meyer Silvia Klaffenböck ganz herzlich begrüßen. Herzlich willkommen. willkommen. Silvia Klaffenböcks ist Juristin und arbeitet seit vielen Jahren im Gewaltschutzzentrum Oberösterreich und sie sind dort Beraterin und auch im Schulungsbereich tätig und ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in den Bereichen Gefährlichkeitseinschätzung, beharrliche Verfolgung und Kinder als Mitbetroffene häuslicher Gewalt. Wir haben heute auch wieder im Gedenken nicht nur an ermordete Frauen, Mädchen, Kinder und auch Männer, also an ermordete Menschen, sondern auch Menschen, die einer Gewalt, sei sie physisch oder psychisch ausgesetzt sind, eine Kerze angezunden. Und in diesem Sinne darf ich sagen, liebe Carola, bitte das Wort an dich. Ja, guten Abend zuerst einmal. Also es ist natürlich ein sehr heftiges Thema, Wege aus häuslicher Gewalt. Ich bin 2018 mit dem Thema näher in Kontakt gekommen. Ich habe mit einigen Frauenberatungsstellen in Oberösterreich gut zusammengearbeitet und vor allem mit der Frauenberatungsstelle in Ebensee und die damalige Geschäftsführerin hat gemeint, ja, machen wir doch einen Film gemeinsam, machen wir was zum Thema Wege aus Gewalt. Und mir hat man gedacht, ja, ich weiß, das ist, jetzt haben wir schon 2024, jetzt ist es schon ein bisschen besser, aber 2018 war es noch ein bisschen mehr tabuisiert, dieses Thema. Und es hat dann natürlich geheißen, ja, wie komme ich denn da jetzt dann an die Protagonisten und an die Protagonistinnen, weil seitens des Gewaltschutzzentrums und seitens der Frauenberatungsstellen ist mir natürlich gesagt, das geht nicht, die Frauen sind alle anonym, die muss man schützen. Wir können da jetzt nicht irgendjemanden zur Verfügung stellen. Bei mir ist dann immer so, dass die Leute dann, die Protagonisten und Protagonistinnen quasi zu mir kommen, auf irgendeine diverse Umwege. Und ich habe eine Bekannte eingeladen ins Theater nach Gmunden und ich steige bei ihr ins Auto ein. Und sie ist völlig verzweifelt und erzählt mir ihre Gewaltgeschichte aus dem Heiternhimmel. Und ich finde es total schräg, dass du mir das jetzt erzählst, weil ich will da einen Film drüber machen. Und sie sagt, wenn du das wirklich machst, dann bin ich die Erste, die da mitmacht. Weil dieses Thema gehört an die Öffentlichkeit und sie will da ihren Beitrag dazu leisten. Und dann habe ich die erste Protagonistin gehabt und dann habe ich das der Frauenberatungsstelle gesagt und dann hat es auf einmal geheißen, ah, im Bad Tischl, wir haben da auch jemanden. Und dann habe ich halt die Michi kennengelernt und das hat dann auch, die war auch sofort Feuer und Flamme, die hat gesagt, ja, sie will ihre Geschichte da in diesem Film erzählen, weil es einfach so ein wichtiges Thema ist und weil man halt nicht mehr wegschauen soll und weil man hinschauen soll und weil man darüber reden soll. Also es gehört enttabuisiert. Und die dritte Person war dann noch aus meinem engeren Umfeld. Ich habe ihr nur von dem Film erzählt und schon hat das bei ihr irgendwas getriggert. Und sie hat gesagt, sie berührt diese Thematik so sehr und sie ist auch betroffen. Und sie hat dann auch mitgemacht und die Geschichte ist dann wirklich so, also wenn man sich wirklich mit diesem Thema intensiver auseinandersetzt, dann können Sie sicher sein, dass Sie in Ihrem Umfeld Leute treffen oder mit Leuten reden, die davon betroffen sind, unmittelbar oder mittelbar. Und ich kann mich noch erinnern, ein Ausgangspunkt war, ich habe der Frauenberatungsstelle in Ebensee bei einer Geschichte geholfen, da ist um diesen Not One Billion Rising Days, ist um diesen Tag gegangen, von einer amerikanischen Theaterregisseurin, die ein Stück geschrieben hat, wo es darum geht, was würde deine Vagina sagen, wenn sie sprechen könnte. Ist vielleicht eh bekannt. Genau, die Vagina sagen, wenn sie sprechen könnte. Ist vielleicht eh bekannt. Genau, die Vagina-Monologe, danke. sie hat dann im Nachhinein, die Moderatorin ist ins Publikum getreten und hat gesagt, wer im Raum hat jetzt schon Gewalt an sich selbst oder hat bei jemand anderem das gesehen? Die Personen, die sollen bitte aufstehen. Und dann ist mehr als die Hälfte aufgestanden im Kinosaal und der war ziemlich voll. Und ich habe so eine Gänsehaut bekommen und habe gedacht, da muss man was drüber machen. Also das ist ganz notwendig, weil das natürlich dann auch was bewegt. Also das ist einfach, wenn man sich denkt, denkt, wir leben in einem neutralen Land, in einem friedlichen Land sozusagen unter Anführungszeichen und dann passiert das noch so stark. Das war so der Ausgangspunkt für diesen Film. Im Film geht es halt darum, dass man sieht, diese drei Frauen, die halt ihre Geschichte erzählen, aber auch, wie sie da wieder rauskommen. Also es ist mir dann schon wichtig gewesen, dass sie halt dann auch Lösungen aufzeigt, weil sonst geht es völlig in die Schwere. Und ich will ja jetzt nicht, dass man in jedem Mann einen Täter sieht, weil es gibt ja auch die guten Männer. Aber es soll halt schon aufzeigen, dass man als Frau erstens in so einer Gewaltsituation nicht alleine ist und zweitens, dass man es schaffen kann und dass man Hilfe annehmen kann und dass man auch Hilfe bekommt. Aber dass dieser Weg, dieser Schritt in ein neues, selbstbestimmtes Leben nicht einfach ist, das haben mir diese Frauen auch mitgeteilt. Ja, also dann würde man sagen, Film ab. Geht das Licht auch weg. Thank you. I'm going to make a Die größte Angst war diese, das Nicht-Wissen, wo endet das? Ich habe einfach das Gefühl gehabt, es gibt keine Grenzen mehr. Es kann einfach alles passieren. Es kann alles passieren. Es kann alles passieren. Es war ein Jahr in meinem Leben, im Verhältnis zu einer kurzen Zeit, das sehr tief eingraviert hat in mich. Das Thema Gewalt hat begonnen in der Beziehung mit den Menschen, wo es ein Ja in Richtung Zukunft gegeben hat. Und ab dem Zeitpunkt, wo es einfach darum gegangen ist, wo es um Sicherheit, um Realitäten, um Verbindlichkeiten gegangen ist, wo es um Sicherheit, um Realitäten, um Verbindlichkeiten gegangen ist, dann ab dem Zeitpunkt, wo sie Vertrauens-Misstrauensfragen gestellt haben. Und ab dem Zeitpunkt ist eigentlich sehr vieles gegibt. Zuerst verbal, es war verbal, es war dann einfach auch nichts mehr möglich, es war nicht möglich, es zu besprechen, mir zu erklären. Ich habe einfach das Gefühl gehabt, ich komme überhaupt nicht mehr an. Es ist dann weitergegangen in totale Ausgrenzung, mich einfach an nichts und nirgends teilnehmen zu lassen. Drohungen vor allem, die einen existenziellen Teil von meinem Leben ausgemacht hätten, wann die Wirklichkeit geworden wären. Es ist so weit gegangen, dass die physische Gewalt immer mehr geworden ist und es letztendlich in gewaltvoller Nötigung geändert ist. Im Gespräch merke ich, dass ich nicht ganz befreit bin. Da merke ich schon, es ist ein Stück Angst da. Angst du? Unique techniques Im Herbst war das meistens. meistens. Da ist da hast du schon gehört, wie die Tür zufällt. Du hast schon gewusst, was los ist. Das kann man nicht erklären. Das ist einfach das ist das ist ausgegangen im Garten auf dem Ding, ich bin gesessen auf der Couch, ausgegangen im Garten, geht nur vorbei, da ist er gerade heimgekommen, geht nur vorbei bei mir, sagt, was schaust du denn so blöd, kommt wieder zurück und macht dir eine Stippe. Das ist, das ist so eskaliert, ich habe dann, ich habe mich dann so geschlagen. Ich habe mich dann nicht mehr reden können. Ich bin im Bett gelegen dann. Ich habe mir ganz klar gesagt, ich habe einen Steif. Ich habe mir vertraut. Er war die große Liebe, die Jugendliebe von mir. Und ich habe nicht gedacht, dass jemanden, den man so gern hat, dass das erwerben kann. Vom Vater her war es das ja gewohnt. Da hast du eh nichts anderes gesehen. Da war von Liebe eh die Rede nicht. Also vom Elternhaus her, diese Geborenheit, die ich gesucht habe bei ihm, die hat er mir ja zum Teil auch gegeben. Das war ja diese psychische Abhängigkeit. Das war nicht nur das Finanzielle und alles Das war ja diese psychische Abhängigkeit. Das war nicht nur das Finanzielle und alles. Das war diese psychische Abhängigkeit. Das Tast, das Zuckerbrot und Peitsche, das hat er recht gut gespült können. Und er war ja groß. Und das war so ein Mann, dass du dich anleinst, dass du nicht zuwegest. Und du legst dich an und denk denkst, es wird eh alles gut. Nichts wird gut. Er überhäuft dich dann auch. Wenn er dich schlägt, er überhäuft dich dann auch mit Geschenken. Das ist ja wurscht, da spielt ja Geld dann keine Rolle. Da kriegst du einen riesen Blaumstrauß Blumen heim von ihm. dann ein riesen Blaustrauß Blumen haben. Das ist ja das. Und du bist halt dann noch down. Es dauert eine Woche oder so. Und dann heilt das wieder alles. Du hast die Kinder und du baust dir was auf. Meine größte Angst war, wenn ich gehört habe, dass er heimkommt, wenn er einparkt auf dem Parkplatz und dann, wenn die Tür aufgegangen ist und das Schloss gefallen ist. Die Nachbarn kümmern sich nicht, da kümmert sich niemand. Du musst um dich selber kümmern sich nicht. Da kümmert sich niemand. Du musst um dich selber kümmern. Wenn du Glück hast, hast du einen Freund, der dich unterstützt. Aber meine Erfahrung ist, dass viele Frauen allein sind in dem. Und die Kraft muss von dir aus selber kommen irgendwann. Und es ist ein Wahnsinnslernprozess. Du bist verloren von Kind, schon als Kind, wenn die Mutter im Wohnzimmer sitzt, der Vater schlagt die Kinder mit dem Gürtel, dass wir ein Streben gehabt haben, das wirklich blau und grün geschlagen hat. Und sie sitzt draußen und tut nichts. Und dann triffst du einen Mann und dann denkst du du assoziierst ja was mit ihm schon und ich habe mir halt vertraut und mir gedacht der passt auf mich und wenn der sagt er hat mich gern dann hat er mich ja gern und dann war es halt nicht so und dann bist du enttäuscht an Dingen und dann suchst du dich warum kann das so sein und du kannst dich doch nicht so enttäuscht an Dingen und dann suchst du dich, warum kann das so sein? Und du kannst dich doch nicht so enttäuscht haben. Und dann kriegst du die Kinder und dann kannst du dich erst nicht weg, weil dann hast du ja gebunden. Und das hat dann, wie gesagt, auch keiner geglaubt. Weil er war ja der Sonny Boy, er war ja der Gebildete, der Nette, der... Aber das ist genau das Gegenteil, es war alles, er war so fähig. Und du selber kannst nicht glauben, dass du auf sowas eingefallen bist. Das ist einigvoll ein bisschen. Bis kurz nach der Hochzeit. Sieben Jahre. Sieben lange Jahre, die eigentlich sehr schön und glücklich waren, als wir dann beschlossen haben, wir heiraten. Und eigentlich am Tag nach der Hochzeit hat sich das dann verändert. Ich bin unter der totalen Kontrolle gestanden. Ich habe kein eigenes Handy gehabt, kein eigenes Auto gehabt, ich habe kein eigenes Geld gehabt. Das Geld, das ich verdient habe, ist auf sein Konto gegangen. Gar nichts. Die verbale Gewalt war im Alltag sowieso da. Also das war nach außen hin, so wie Menschen um uns waren, war man ja das Vorzeige-Ehebauer mit den zwei super Kindern. Und wenn zehn Meter Abstand zu der nächsten Person war, dann hat das Ganze schon ganz anders ausgeschaut. Es hat gewisse Regeln gegeben bei uns im Haus. Eine davon war das, was bei uns im Haus passiert hat, draußen niemandem etwas anzugehen. Anfangs habe ich mir das erklären können. Anfangs habe ich mir das so erklärt, dass ich der Schuldfaktor bin. Weil ich hätte ja einfach jetzt ruhig sein können. Und mein Gegenüber ein bisschen besser studieren und wissen müssen, dass das Aggressionslevel jetzt dann Gefahr in Verzug bedeutet. Was ich aber dann auch nicht gemacht habe, weil ich bin ja trotzdem immer noch eine eigene Persönlichkeit. In irgendeiner Art und Weise ist die schon noch in mir geschickt. Im Laufe der Zeit wird mir ja das dann gewohnt. Also man weiß es ja, man weiß es dann zu welchem Zeitpunkt das eigentlich reichen würde. Und ich muss sagen, ich habe das dann teilweise schon provoziert. Einfach weil ich gewusst habe, ich muss das jetzt aussprechen, was mir jetzt auf dem Herzen liegt und die Konsequenz daraus werde ich auch tragen. Es hat auch gute Tage gegeben. Es war nicht jeder Tag von früh bis spät mit Gewalt übersät. Wir haben auch mal lachen können. Das sind dann die Tage, wo man dann glaubt, es wird alles wieder gut und es ist alles super. Und im Handumdrehen hat sich das wieder verändert. Und im Handumdrehen hat sich das wieder verändert. Und das sind die Sträume, an denen man sich über die Jahre hinweg festhält. Weil irgendwo in dem Menschen, dem man sich verliebt hat, muss er ja noch drinnen sein. Mit jedem Gewaltausbruch, der körperlich war, ist er eigentlich mehr geworden. Also anfangs waren es nur Ohrfeigen, zwischendurch waren es dann einmal Faustschläge in die Rippen oder in die Magengegend, Tritte, soweit die blauen Augen und die blauen Flecken waren dann mittlerweile überall an meinem Körper, phasenweise aufzufinden. Gebrochene Hände hat es gegeben, das hat sich eigentlich gesteigert. Also es ist tatsächlich, glaube ich, so, wenn ein Partner mal eine gewisse Schwelle überschreitet, dass es mit jedem Übergriff leichter wird, nur gewalttätiger zu werden. Man reflektiert das dann mit der Zeit gar nicht mehr so. Man ist sich zwar dessen bewusst, dass die Gewalt da ist und dass immer was passieren kann, aber man geht so in der Funktion als Gesellschaftsmitglied auf. Irgendwann war ich einfach so weit, dass ich gewusst habe, was ich machen muss, um meine Ruhe zu haben. Ich war Hausfrau, Mutter, Ehefrau, Hure, Mutter, keine Ahnung. Bin arbeiten gegangen und das war mein Tagesablauf. Zweimal wöchentlich habe ich mit ihm geschlafen, um das Friedenswillen. Es hat auch Wochen gegeben, wo ich das nicht über mich gebracht habe, eine sexuelle Aktivität zu setzen. Das waren dann die eher schlechteren Wochen. Angst in dem Sinn, das war so... In dem Sinn, das war so Angst. Natürlich habe ich Angst gehabt vor Schmerzen oder vor einer Reaktion seinerseits, aber das wird dann irgendwann relativ gleichgültig. Deswegen ist das vielleicht eine Form von Macht, aber ich sage jetzt einmal, mit jeder dieser sexuellen Handlungen stirbt ein Teil von deiner Gefühlswelt. Oder ist bei mir gestorben. Da kriegst du nichts zurück in dem Sinn. Also ich habe nichts zurückgekriegt. Weil wenn ich mit jemandem sexuell aktiv bin, der mir eigentlich ständig weh tut, kannst du auch Berührungen, die vielleicht seinerseits positiv gewesen sind, nimmst du ja nicht so wahr. Im Endeffekt bist du nur froh, wenn es vorbei ist. Man akzeptiert es auf eine gewisse Art und Weise und auf der anderen Seite kann man auch nicht wirklich aus dem Ganzen so schnell ausbrechen. Man hat Familie, man hat Kinder, man hat vielleicht irgendwo eine Wohnung gemietet, wo man gemeinsam drinsteckt. Man müsste so viel verändern, wo aus meiner Erfahrung aus die Veränderung, die man da anstreben müsste, dass man aus dem rauskommt, schwieriger ist, als wie das zu ertragen, was man hat. Musik Und oftmals ist es so, dass es eben nicht bei einer einmaligen Gewalthandlung bleibt, sondern sie wirklich wiederholt. Und es ist eben ganz typisch, dass direkt nach dem Gewaltvorfall die Reue einsetzt. Also dass der Täter total entschuldigt, sagt, das wird nie wieder vorkommen, das war ein einmaliger Ausrutscher und damit weiß es dann auch, dass man nicht mehr darüber spricht. Und das ist eine ganz spannende Entwicklung, dass eben in diesem Kreislauf dieses Schweigen über das, was passiert ist, sehr viel Raum einnimmt, also dass eigentlich nicht darüber gesprochen wird, was diesen Vorfall betrifft. Und man nennt das auch diese Honeymoon-Phase, wo sozusagen wirklich alles wieder gut ist und sie beide wieder versöhnen, man eben wieder diese Verliebtheit vielleicht vom Beginn der Beziehung erleben kann und dann irgendwann steigert sich aber diese Gereiztheit beim Täter wieder so und irgendeinen Auslöser gibt es dann, der die Situation wieder eskalieren lässt. Der überwiegende Großteil der Täter sind Männer, das stimmt. Also es gibt kein Gewaltdelikt, wo dieser Geschlechterunterschied auch so deutlich wird. Das kann unterschiedliche Hintergründe haben. Häufig sind es Fragen von Macht, Dominanz, aber auch der Umgang mit selbstadleterner Gewalt. Das macht es dann schwierig, gleichberechtigte Beziehungen einzugehen. Manchmal sind es Probleme mit Männerbildern, mit eigener geschlechtlicher Identität. Das kann sehr vielfältige Ursachen haben. Bei diesem Kreislauf ist der beste Zeitpunkt, wo man etwas ändern kann, direkt nach der Gewalthandlung. Und das ist auch der Zeitpunkt, wo eigentlich das Gewaltschutzgesetz greift mit dem Betretungsverbot, weil da die Polizei einschreiten kann und die beiden Beteiligten für 14 Tage trennen kann. für 14 Tage trennen kann. Das heißt, in dem Zeitraum ist auch der Punkt erreicht, wo wir dann anrufen, aktiv und Hilfe anbieten. Also wenn die Frau zum Beispiel auch eine Strafanzeige gegen ihren Mann erstattet hat, dann haben wir auch die Möglichkeit, Prozessbegleitung anzubieten. Psychosoziale Prozessbegleitung umfasst die Begleitung in einem Strafverfahren. Das heißt, man kann sowohl auch schon bei der Anzeigenerstattung dabei sein, zum Beispiel, also wir als Unterstützung, oder dann eben auch im Strafverfahren, in der Hauptverhandlung, bei einer kontradiktorischen Vernehmung. Das ist einfach, um sicherzustellen, dass die Betroffene nie alleine sein muss in dem ganzen Verfahren, um immer wieder an der Seite zu haben, um auch aufgeklärt zu werden über die Rechte Verfahren, um immer wieder an der Seite zu haben, um auch aufgeklärt zu werden über die Rechte und einfach als vor allem eine persönliche Unterstützung in einer schwierigen Situation. Wir können dann auch juristische Prozessbegleitung in Auftrag geben, also das heißt einen Anwalt oder Anwältin beauftragen, wenn das notwendig ist und das ist alles kostenlos für die Betroffenen. Da würde ich jetzt aufhören. Ich wollte Sie da jetzt nicht rausreißen, aber ich habe mir gedacht gehabt, dass das jetzt ein guter Übergang ist, weil die Fiona Kaiser über das Gewaltschutzzentrum spricht und ich mir gedacht habe, das passt jetzt gut, dass die Silvia dann gleich erzählt, wie du das heute erlebst bei dir und mit welchen Schicksalen du konfrontiert bist und was dir da so tagtäglich passiert. Sehr gern. Meine Kollegin Fiona Kaiser hat eh schon ein bisschen zusammengefasst, was wir vom Gewaltschutzzentrum alles anbieten können. Ich möchte schon ein bisschen ausholen, geschichtlich ausholen. Österreich hat seit 1997 ein Gewaltschutzgesetz und ich möchte schon mit Stolz auch sagen, dass das das erste europäische Land war, das etwas Vergleichbares, so ein Regelwerk gehabt hat. Mittlerweile ist es in allen europäischen Ländern, viele Länder haben es unserem angeglichen. Verdankend tun wir es der Initiative der damaligen Frauenministerin, der Johanna Donal, die das Inkrafttreten selber als Ministerin gar nicht mehr miterlebt hat, sondern da schon außer Dienst war, gesetzt worden ist. gesetzt worden ist. Wie gesagt, seit 1997. Grundsätzlich ist dort verankert, dass die Polizei bei Fällen häuslicher Gewalt eingreifen kann, muss, nicht nur kann, sondern muss und auch den Gewalttäter oder die Gewalttäterin aus der Wohnung wegweisen muss. Das ist dieses Betretungsverbot, das viele von Ihnen vielleicht schon gehört haben. Das war damals im Ausmaß von sieben Tagen, hat die Polizei das verhängen können. Es hat viele Gegenstimmen gegen dieses Gesetz gegeben. Man hat gemutmaßt, es wird noch mehr eskalieren, wenn die Polizei im privaten Raum einschreitet und überhaupt behauptet, dass das Privatleben die Polizei nichts angeht, den Staat nichts angeht. Also es ist auf großen Widerstand getroffen. Letztendlich ist das Gewaltschutzgesetz eine Erfolgsgeschichte. Das werden Ihnen auch bei Nachfragen die Polizisten, Polizistinnen erzählen, die auch die Älteren von Ihnen kennen, die die Situation vorher gehabt haben. Die sind auch in Familien gerufen worden, haben kein Instrument gehabt, wenn nicht wirklich ein Delikt vorgefallen ist, wo man jemanden in U-Haft nehmen kann, haben die nachher wieder abziehen müssen, haben vielleicht nur schauen können, ob es die Frauen und die Kinder irgendwo unterbringen können. Wenn sie Glück gehabt haben, hat das Frauenhaus einen Platz gehabt. Man muss auch sagen, wenn sie Glück gehabt haben, ist in der Nähe überhaupt ein Frauenhaus. Das ist ja bis heute nicht so. Das ganze Müllviertel zum Beispiel hat kein Frauenhaus und ist ein riesiges Gebiet. Die Polizei ist sehr froh um dieses Instrument. Die Polizei ist sehr froh um dieses Instrument. Klar war auch, dass jetzt jemanden für sieben Tage aus der Wohnung zu weisen, per se die Situation nicht verändert, dass da opferseitig auf alle Fälle nur ein Unterstützungsangebot braucht. Und das war die Geburtsstunde, sage ich jetzt einmal, der Interventionsstellen. Wir stehen an einem Gewaltschutzgesetz drinnen. Mittlerweile hat man Gewaltschutzgesetz drinnen. Mittlerweile heißt es Gewaltschutzzentren. Das Aufgabengebiet hat sich wesentlich vergrößert. Und ihr arbeitet jetzt auch mit anderen Organisationen zusammen? Ja, das haben wir schon immer eine Spur weiter. Ich glaube, wir haben mit der Polizei viel zusammenarbeiten müssen. Wir sind auch im Schulungsbereich der Polizei drinnen. Wir müssen mit den Gerichten zusammenarbeiten, mit den Kinder- und Jugendhilfen, mit Kinderschutzzentren, mit Frauenberatungsstellen, immer mit Organisationen zusammengearbeitet. Das Gesetz, wie jedes Gesetz, hat natürlich auch Kinderkrankheiten gehabt. Es hat sich in der Praxis manches als hinderlich aussagstellt, manches war nur lückenhaft. Es war schnell einmal klar, dass die sieben Tage zu kurz gegriffen sind. Mittlerweile sind wir bei 14 Tagen, die ein Betretungsverbot verhängt werden kann. Mittlerweile ist es auch so, dass früher hat es dieses Verbot nur für die Wohnung gegeben. Die Angst war dann immer eine große, dass wenn es gemeinsame Kinder gegeben hat, dass die dann aus der Schule abgeholt werden, quasi wenn man zu den Kindern kommt, dass die nicht mehr zurückgebracht werden. Das hat sich alles jetzt schon gebessert von der rechtlichen Situation her. Und es gibt jetzt auch Annäherungsverbote, die verhängt werden können. Also es heißt nicht nur, es darf jemand nicht nur zurück in die Wohnung, sondern es darf sich jemand mir auch nicht mehr annähern. Ganz wurscht, wo in der Stadt oder auf dem Land ich mich herumbewege. Und das gilt auch für die Kinder, sofern die Kinder auch unmittelbar von der Gewalt betroffen sind. Ja, es gibt ja, du hast mir erzählt, es geht ja auch bis zu einem halben Jahr, kann man das wegweisen? Genau, die Polizei kann das einmal für 14 Tage verordnen. Es wird auch noch geprüft, ob es zu Recht verordnet worden ist, ob die Voraussetzungen, nämlich dass eine Gefährdung bevorsteht oder schon etwas passiert ist. Also das wird auch noch geprüft innerhalb von zwei Tagen. Und es gibt die Möglichkeit, dass man, aber das muss dann das Gericht bewilligen, eine einsteilige Verfügung erwirkt und das für die Dauer von einem halben Jahr, wenn es die gemeinsame Wohnung ist, von einem ganzen Jahr, wenn die Enitzern wohnen, verlängert wird. Aber wie gesagt, man kann einen größeren zeitlichen Sicherheitsraum schaffen. Das war damals auch, jetzt muss ich noch kurz was ausführen, die Diskussion. Braucht man jetzt keine Frauenhäuser mehr, weil es hat mehr Betretungsverbote und jetzt kann wer eh unter Umständen nicht mehr zurück in die Wohnung oder darf nicht mehr zurück in die Wohnung. Es braucht nach wie vor Frauenhäuser, weil sie ja immer wieder Menschen nicht daran halten und die Situation per se so gefährlich ist oder so hochgefährlich wäre, dass man in der eigenen Wohnung trotz Betretungsverbot auch nicht in Sicherheit wäre. Das Gesetz ist geschlechtsneutral formuliert. Wer auch immer in der Beziehung gewalttätig ist, kann weggewiesen werden. Wir hätten auch besprochen, also wenn Sie jetzt schon Fragen haben, dann gerne auch da in den Dialog mit reinkommen. Was mich halt auch noch interessiert und was ich halt erfahren habe, ist, dass es in Spanien zum Beispiel für die Täter, die bekommen dann Fußfesseln. Also das ist dann wirklich nur eine Spur verschärfter und ich denke mir halt, das wäre vielleicht für Österreich ja auch eine gute Option. Was meinst du da? Also einfach, dass man das klarstellt, das ist einfach ein totales No-Go und dass den Tätern das auch noch bewusster wird, dass sie sich da strafbar machen. Ich weiß nicht, ich könnte mir halt vorstellen, dass das, also in Spanien dürfte es ganz gut ankommen. Das ist natürlich ein bisschen Hardcore. Spanien hat tatsächlich, ich kenne es jetzt nicht im Detail, ein sehr strenges Gewaltschutzgesetz. Es verändert sich auch unser Gewaltschutzgesetz immer neu. Neu ist, also wir Neu ist, wir können die Opfer gar nicht so schützen. Wichtig ist auf alle, ohne Täterarbeit. Also wichtig ist auch dort anzusetzen, wo Gewalt ausgeübt ist. Es ist außerdem auch schwierig vom Konzept her, alle Frauen jetzt in Frauenhäuser wegzusperren, die von Gewalt betroffen sind, so kann es auch nicht sein. Ein wichtiger Punkt meines Erachtens oder eine wichtige Entwicklung ist, seit 2021, dass Personen, die von der Polizei weggewiesen werden, jetzt verpflichtend sechs Stunden Beratung in der Beratungsstelle für Gewaltprävention, so heißt es. Das ist bei Neustadt angesiedelt. Neustadt hat auch die Bewährungshilfe in Anspruch nehmen müssen. Das ist verpflichtend. Da können sie auch vorgeführt werden. Das ist zumindest einmal, in sechs Stunden wird sich niemand ändern, nicht so ändern, dass er jetzt nicht mehr gewaltbereit ist. Aber es ist zumindest einmal eine Verpflichtung, sich mit dieser Gewaltproblematik auseinanderzusetzen. Die hat es bis jetzt nicht gegeben, es sei denn, es war zeitgleich auch noch ein Strafverfahren anhängig. Es gibt ja viele Fälle, die nachher im Strafverfahren noch weiter betreut werden von uns. Aber sonst sind es Gewalttäter. Ich rede jetzt einmal, nachdem der Tag ist, wo der Zeitraum beginnt, Gewalt gegen Mädchen und Frauen, möchte ich jetzt einmal ausschließlich von Gewalttätern reden. Die sind bis jetzt weitgehend sonst unbehelligt geblieben. Die haben jetzt zwar mal 14 Tage nicht heimderfen, aber es ist kaum einmal mit denen über die Gewaltsituation gesprochen worden. Es hat so seltene Blüten, finde ich auch. Es ärgert mich noch wie vor und es wird noch immer so gehandhabt. Wenn Kinder in der Familie sind, wird vom Betretungsverbot auch die Kinder- und Jugendhilfe verständigt. Also das kriegen wir von der Polizei zugeschickt, um aktiv mit den Betroffenen Kontakt aufzunehmen. Und das kriegt auch die Kinder- und Jugendhilfe. Und die Kinder- und Jugendhilfe muss dem auch nachgehen und schauen, dass die Kinder in Sicherheit sind. Und die holt sich nie die Gewalttäter herein, die holt sich immer die Mutter herein, um die zu fragen, wie die sich vorstellen, dass die Kinder in Sicherheit zu bringen sind. Das ist ein Unding. Da gibt man schon wieder die Verantwortung für die Gewalt, zumindest einmal nicht demjenigen in dem Fall, der für die Gewalt ausübt. Ich fände es viel besser, ich bringe das auch immer wieder ein in Täterarbeitskreisen, wenn die Kinder- und Jugendhilfe sich die Väter oder Stiefväter, wie auch immer die im Beziehungsverhältnis stehen zu den Kindern, hereinzuholen und einmal zu fragen, stellen Sie sich das vor, Kinder, die unter Gewalt, also die in so einer familiären Gewaltsituation aufwachsen, haben diverse Auffälligkeiten, Nachteile, Schäden, was auch immer, Ängste. Wie stellen Sie sich das vor? Wie können Sie gewährleisten, dass das in Zukunft nicht mehr passiert? Aber hängt man den Frauen um, sage ich jetzt. Wie ist das so? Bitte? Naja, wir sind eine patriarchale Gesellschaft, die Care-Arbeit obliegt den Frauen und die Beziehungsarbeit, sage ich jetzt einmal auch. Achso, genau. Das habe ich auch vergessen sorry und jetzt muss einmal die Frau schauen wie sie das wir haben darüber geredet und wir haben halt dann auch gesagt es ist natürlich heftig weil das ist jetzt kein Frauenfilm natürlich die Protagonistinnen sind Frauen und die Opfer sind die Frauen und es kommen jetzt keine Täter im Film vor aber es wird über sie gesprochen und es ist immer, eine Beziehung ist immer ein Paar also wenn es eine Hetero-Beziehung ist, dann ist es immer ein Mann und dann ist es eine Frau und das gehört dann zusammen dann kann man ja sagen, das betrifft jetzt eh nur die Frauen, die Männer das betrifft uns Männer ja gar nicht. Das habe ich öfters bei meinen Filmen schon so erlebt und das ist halt wirklich ganz wichtig. Ich freue mich wirklich, dass einige Männer auch da sind und sich mit dieser Thematik da auseinandersetzen. Aber es ist wirklich heftig, dass ich mir denke, ja, wo sind denn da die Männer und warum fühlen sie sich gar nicht angesprochen oft? Also das verstehe ich nicht. Da hinten. Heute ist ja der Tag auch vom Pili-Co-Prozess. Heute sind ja die ersten Sprüche auch vom Richter gefallen. Und der Richter hat dem ehemaligen Ehemann das Wüstmaß von 20 Jahren verdonnert. Und viel spannender finde ich nur, was in den nächsten Tagen einfach auch noch kommt. Und viel spannender finde ich noch, was in den nächsten Tagen einfach auch noch kommt, weil von den 52 Männern, die ausgeforscht wurden, die auch vergewaltigt haben, haben sich sechs Männer bei der Giselle Pellicot entschuldigt und alle anderen glauben, dass sie Opfer sind. Spannend, ja. Und das finde ich total spannend, dass die Frage ist, was ist die Beteiligung der Männer? Ich war jetzt gerade noch einmal aufmerksam bei den Beratungsgesprächen. Es ist super, dass es Beratungsgespräche gibt, verpflichtend, aber was passiert da eigentlich? Also die Frage ist sozusagen, bei der Beteiligung da drinnen, gibt es da Erfahrungen? Zum Beispiel hat er Auswertungen, wie diese Beratungsgespräche zum Beispiel von den Gewalttätern der Neustart verlaufen. Weil diese hohe Anzahl von Männern, die sagen, ich bin ein Opfer. Täter-Opfer-Umkehr. Ja, unglaublich. Darf ich da was sagen? Nein, sag du. Darf ich? Ich hätte es nur gern beantwortet. Erstens einmal finde ich diese 16 Tage gegen Gewalt gegen Mädchen und Frauen eine sehr tolle Sache. Ich vermisse trotzdem im Titel die Gewalttäter. Es wird nicht gesagt, wer übt diese Gewalt aus. Wir reden wieder nur von den Opfern und die Gewalt kommt, keine Ahnung, irgendwo her, aber sie ist nicht im Titel vorhanden. Das ist auch schon ein Teil dessen, was dazu führt. Man müsste es vielleicht einmal ein Jahr lang nennen, 16 Tage gegen Männergewalt an Frauen. Ich glaube, dass die Empörung eine große wäre, alle Männer, die sagen, ich haue gar nicht zu, wie komme ich dazu, dass ich da drinnen vorkomme. dazu, wie komme ich dazu, dass ich da drinnen vorkomme? Und ich glaube, man müsste es benennen. Das ist einmal das eine. Das andere zu diesem Verfahren jetzt in Frankreich, das ja in vielerlei Hinsicht sehr beeindruckend ist. Erstens von seiner Grausamkeit, schon sehr einzigartig, glaubeartig ist. Zweitens von der Frau, die sagt, ich schäme mich nicht dafür, man muss sich jetzt die andere Seite dafür schämen, die Scham muss die Seite wechseln. Das ist etwas, was ich sehr oft erlebe in Strafverfahren, wie schnell man dabei ist, Opfern eine Teilverantwortung für das zu übergeben, was ihnen passiert ist. haben den ja eh schon gekannt, oder warum haben sie ihn überhaupt einer lassen. Also Frauen kriegen einen Verhaltensauftrag mit, damit sie mit ins Leben gehen. Und wenn sie den nicht einhalten, dann sind sie gleich ein bisschen irgendwie schuld daran. Also wenn die Vergewaltigung nicht dem entspricht, was man sich vorstellt, wie Vergewaltigung sein soll, also dass das ein Fremder ist, der mich irgendwo in tiefer Nacht in einsamen Strecken überfällt, wenn das jetzt wer ist, den ich kenne, wenn ich vielleicht, keine Ahnung, mit dem schon mal eine Beziehung gehabt habe, was auch immer, wenn es nicht dem entspricht, was man sich gemeinhin vorstellt, dann rutscht es immer mehr in eine Mitschuld oder Mitverantwortung des Opfers ein. Ich erlebe manchmal bei Gerichtstätern Opferumkehr, auch von Richtern und Richterinnen, die schrecklich sind. Ich habe am Freitag ein Telefonat mit einer Mutter gehabt, das Opfer ist noch relativ jung, volljährig, aber eine relativ junge Frau. Die hat mir am Freitag gesagt, sie würde ihrer Tochter nie mehr raten, Anzeige zu erstatten, weil der am Gericht so eine Mitschuld mitgegeben wurde. Also letztendlich ist sie verantwortlich gemacht worden für das, was ihr passiert. Das Licht ist völlig weg vom Täter. Ja, weil es geht schnell. Es geht schnell, es geht total schnell. Ich denke mir schon, Sie müssen sich vorstellen, von 100 Vergewaltigungen schafft das eine durch unser Rechtssystem. Das heißt, nein, 90 werden gar nicht anzeigt, weil wer sagt, das tue werden gar nicht angezeigt, weil wer sagt, das tue ich mir nicht an, das stehe ich nicht durch 10 werden angezeigt, davon gibt es eine Verurteilung, das ist jetzt die gerade Rechnung, es ranken sich aber Mythen, wo dann gesagt wird die werden oft falsch beschuldigt da ist gar nichts dahinter also dieser Mythos im Zweifel für den Angeklagten, hast du dafür einmal, naja, das Opfer hat gelogen, oder ist unglaubwürdig, das stimmt so nicht. Also da macht es sich die Rechtsprechung, finde ich, sehr leicht. Ich finde, die Rechtsprechung gerade im Sexualbereich, wenn wir dort jetzt sind, beruht auf generationenlanger männlicher Lebenserfahrung. Die Generationen von männlichen Politikern haben irgendwie Gesetze beschlossen und Generationen von männlichen Richtern haben danach geurteilt. Und die weibliche oder Frauen erlebten kommt da nicht vor. Also wenn man, wie gesagt, 100 Vergewaltigungen eine ist, durchs Rechtssystem schafft, dann brauche ich jetzt keinen lauten Ruf nach höheren Strafen, weil das ist vertan. Dann muss ich mir mal anschauen, ist das Gesetz überhaupt, erfüllt es seinen gesellschaftlichen Auftrag? Ist das etwas, worauf ich mich verlassen kann? Ist das etwas, das mich schützt? Oder geht das völlig vorbei der Lebenserfahrung? Ja, und wenn man sich dann vorstellt, man ist jetzt betroffen, also wenn ich mir das jetzt als Frau vorstelle, jetzt bin ich eh schon ein Opfer, jetzt habe ich schon so etwas erlebt und bin traumatisiert und dann muss ich das nur einmal erzählen und dann wahrscheinlich nur einmal und dann nur einmal. Das macht ja wieder etwas mit mir, also ich muss ja das Traumata dann ständig wiederholen und dann aber mir gleichzeitig auch verteidigen. Ich st muss ja das Traumata dann ständig wiederholen und dann auch an mir gleichzeitig auch verteidigen. Ich stelle mir das sehr schlimm vor. Also ich hute ab vor dieser Französin. Genau, das ist eine sehr mutige Frau und die tatsächlich da eine Diskussion jetzt vor sich her treibt und der man hoffentlich nicht mehr vorbeischauen kann. Und die Frage ist dann halt auch wirklich, wo fängt man denn an? Also im Endeffekt die, es ist eben vielmehr auch gesagt worden, am besten halt schon bei der Eltern-Kind-Beratung und dann halt auch schon im Kindergarten. Die Mütter dürften aufpassen, dass sie ihre Söhne nicht zu Macho-Prinzen erziehen. Oder wirklich halt dann auch diese Care-Arbeit aber halt in dem Sinne leisten, dass die Jungs halt dann in einem Selbstverständnis aufwachsen. Da gibt es eine Gleichstellung zwischen Mann und Frau und Gewalt ist ein No-Go. Aber das fängt halt schon ganz früh an, oder? Ich glaube auch, dass man Rollenbilder überdenken muss, schon in sehr frühen Jahren. Entschuldigung, da gibt es einen Würfel noch. Ich wollte jetzt zwei Sachen sagen. Einmal, ich glaube heute in Punkt 1 war das Thema. Und da hat auch jemand gesagt, dass Frauen, die vergewaltigt werden und zur Polizei, eigentlich gar keine Resonanz von der Polizei kommen, ins Lächerliche teilweise gezogen worden wären. Aber ich wollte noch was anderes sagen. Es gibt auch jetzt nicht nur in der häuslichen Gewalt, es gibt auch Außengewalt gegen Frauen. Und wenn es verbal ist oder so, wo man in einer anderen Beziehung steht, also ich weiß nicht, wie ich es jetzt ausdrücken soll, in so einer Zweck-Arbeitsbeziehung, wo also ich weiß nicht, wie ich es jetzt ausdrücken soll, in so einer Zweck-Arbeitsbeziehung, wo man abhängig ist von jemandem und derjenige Gewalt, verbale Gewalt beziehungsweise auch Drohgebärden hat, also ich würde da nachher nochmal gerne mit dir persönlich drüber reden, und dann sozusagen auch in einem Verhältnis steht, zeigt man den jetzt an, zeigt man den nicht an, wie sieht es aus und heutzutage muss man auch vorsichtig sein, wenn die Daten irgendwie dann an die Öffentlichkeit beziehungsweise derjenige, die kriegt, dass man nicht noch irgendwo dann aufgelauert wird. Also das ist so meins, ja. Das habe ich jetzt zweimal erlebt und einmal ist es jetzt so, dass ich sogar hoffe, dass wir ein Stück weiterkommen mit einem, aber das erzähle ich nachher. Das geht jetzt in einem öffentlichen, ich weiß nicht, wie man das jetzt ausdrückt, wenn ich sagen, wo man mal wissen muss, wenn so eine Gewalt ist, ja, und die ist massiv, ja, sage ich mal, wo geht man dann hin und die Polizei ist genau das, wo sie dann ins Lächerliche das zieht. So, danke. Okay. Wer ist jetzt der? Wer? Da, der Herr. Also das Gewaltschutzzentrum, solches hat einmal zu tun mit Gewalt im sozialen Umfeld, primär häusliche Gewalt. Das ist unser Spezialgebiet. Ist im Arbeitskontext, dann hilft die Arbeiterkammer. Sonst gibt es Dienstaufsichtsbeschwerden. Das weiß ich jetzt nicht, aber grundsätzlich mein Arbeitsschwerpunkt ist die häusliche Gewalt. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist mannigfaltig. Das passiert auch andernorts und im Arbeitssetting. Aber das Gewaltschutzzentrum per se ist für arbeitsrechtliche Problematik jetzt nicht zuständig. Nur zur Info. Wer hat jetzt den Würfel? Entschuldigung. Ich wollte nochmal zurückkommen zu dem, was Sie gesagt haben, dass da mehr oder weniger die Frau ganz schlecht weggekommen ist bei dem Verfahren. Bei mir bleibt da zurück, kann man wirklich vertrauen, unserer Justiz, wenn es um solche Sachen geht? Wenn ich jetzt so zuhöre, denke ich mir, das ist nicht so leicht. Nein, es ist sicher in vielen Fällen schwierig. Viele Fälle nehmen einen schlimmen Verlauf, meines Erachtens. Dieses im Zweifel, jetzt muss ich nochmal beim Sexualdelikt bleiben, im Zweifel für den Angeklagten schützt in sehr vielen Fällen den Tätern. Es ist schon okay, dass diese Bestimmung so gibt. Nicht jede Aussage gegen Aussage ist aber ein kleiner Zweifel, muss man auch dazu sagen. Es gibt durchaus Glaubwürdigkeitsunterschiede auch in Aussagen. Aber was ich sehr schwierig finde in dem Deliktsbereich, wenn ich nochmal zu den Sexualdelikten zurückkomme, da wird manchmal von den Staatsanwalten schon auf Basis des Polizeiprotokolls eingestellt. Also die sehen das Opfer gar nicht und lesen das Polizeiprotokoll, ganz wurscht wie schwindlig das ist und das ist manchmal schwindlig und stehen ein, weil sie sagen, das können wir nicht beweisen und stehen ein. Und ich finde, die Order müsste rausgehen, dass man gerade in dem schweren Deliktsbereich ein Verfahren nicht einstellen darf, ohne das Opfer gesehen und gehört zu haben. Das geht meines Erachtens gar nicht. Passiert aber, in sehr vielen Fällen. Und was ich vergessen habe, das wäre so, wo bleiben da die Medien? Jetzt nicht genau auf die Person hinzuzeigen, auf die Frau hinzuzeigen, sondern das Thema einfach aktueller ist. Ja, aber die Medien, die sind da schon sehr präsent jetzt. Die Folge im Gesetz ist mir, da ist man zu wenig da. Ja, ich glaube schon, dass etwas passiert aktuell, dass ein bisschen... Hängt ja mal von der politischen Lage ab, gerade denkt man je nachdem, wie viel die Frauenministerin sich da engagiert. Aber ich glaube schon, dass in den letzten Jahren die Medien da einen ziemlichen Druck auf die Politik gemacht haben. Darf ich eine ganz kurze Zwischenfrage, weil es genau dazu ist. Darf ich ganz kurze Zwischenfrage, weil es genau dazu ist. Gibt es irgendwelche Tipps für Betroffene, um keine Ahnung, Beweislage zu stärken oder was auch immer, damit man vielleicht die Chancen erhöht, dass es nicht so ausgeht? auch so bald wie möglich zu einer Beratungsstelle zu gehen. Gerade zu einer Beratungsstelle zu gehen. Man kann Beweise sichern, also im Sexualdeliktsbereich kann man Beweise sichern lassen, in Krankenhäusern, und man sollte sich alsbald von einer Beratungsstelle begleiten lassen. Das fand ich ganz wichtig. Dann hat man gleich Prozessbegleitung von Anfang an drinnen. Dann sind die Polizeiprotokolle ausführlich. Da merkt man gleich, da ist mehr Unterstützung dahinter. Das würde ich empfehlen. Dann kann man auch timen, wenn man Anzeige macht, muss ich auch dazu sagen. Wir haben gerade bei Sexualdelikten und Gewaltdelikten eine relativ lange Verjährungszeit, weil gerade im Missbrauchsbereich zum Beispiel, auch wenn die häusliche Gewalt oft fehlt, im Missbrauchsbereich es offenbar geworden ist, dass Menschen erst im Erwachsenenalter die Anzeige machen und dann hat es geheißen, es ist verjährt. Das war, keine Ahnung, wie die sechs waren oder fünf waren und dann sagen dann, es waren die 25, dann ist das 20 Jahre her und verjährt gewesen. Das war damals in der Sache ein Fall grober, ich weiß nicht, ob sich noch wer erinnern kann. Einige haben sich gemeldet und dann hat man aber sagen müssen, ja, ich glaube euch auch, aber es ist verjährt. Und darum hat man die Verjährungsfrist nach hinten gerückt. Also der beginnt erst zu laufen mit dem 28. Lebensjahr. Und das heißt, diesen zeitlichen Druck hat man jetzt nicht so. Wenn die Beweise gesichert sind, dann kann man sich damit auch mal die paar Tage Zeit lassen, um eine Entscheidung zu treffen, zu meinen, ob überhaupt, und sich begleiten zu lassen. Es gibt in Linz das Autonome Frauenzentrum, das in Sexualdelikten begleitet, und wir tun es auch. Es geht ja dann um diese Angst und um diese Scheu, also überhaupt damit nach außen zu gehen, und dann kommt die Scham ja auch noch dazu, und das finde ich auch so toll, dass diese Scham jetzt diese Seite wechseln darf und auch sollte. Ich habe das bei der Michi erlebt, die dann wirklich gesagt hat, sie hat geglaubt, sie ist total alleine und wenn ihr was passiert ist, wenn der Mann sie wirklich niedergeprügelt hat, dann hat sie sich das so eingeredet, dass sie da irgendwo angestoßen ist oder wo runtergefallen ist. Und das hat es dann auch im Krankenhaus so vermittelt. Und das hat es auch ihren Kolleginnen so vermittelt. Also sie hat dann gesagt, sie hat sich das so eingeredet, dass sie es dann zum Teil auch schon geglaubt hat selber. Und sie hat lang, wirklich lang gebraucht, erst bis zu der ersten Morddrohung von ihrem Mann. Also dazwischen wollte sie sich noch umbringen, weil sie gesagt hat, sie hält das nicht mehr aus und dann hat sie sich aber gedacht, es geht um die Kinder, wenn sie dann stirbt, sie kann nicht gehen jetzt, sie muss da bleiben und gleichzeitig halt dann aber unter dieser Last und erst wie sie dann wirklich so weit war und das ist ja dann oft so, dass halt der gefährlichste Ort für Frauen das eigene Daheim ist, wenn sie den Mann verlassen wollen. Und sie hat ihm dann vermittelt, sie möchte ihn verlassen. Und er hat dann gesagt, wenn du das machst, dann bringe ich dich und die Kinder um. Und erst dann hat sie den Mut gehabt, dass sie etwas unternimmt. Und das ist ja dann auch oft so, dass man einfach so lange in dieser Situation verharrt, weil man halt auch Angst hat vor dem, was denn sein könnte, wenn man dann rausgeht, weil man das, was man kennt, das kennt man, was man hat, auch wenn es Gewalt ist, aber das kennt man zumindest. Und wenn man dann aber rausgeht und sich dann noch outet, und es wird ja alles völlig anders und völlig neu und man ist ja irgendwie auch dann halt mit so vielen Ängsten und Scham und alles möglichen konfrontiert und dann auch was ist denn mit dem Ehepartner dann? Stockt er mich oder nimmt er die Drohungen ernst und was mache ich denn dann? Das sind ja wirklich Ängste, die auftauchen. Bei der Inga zum Beispiel war es so, die war dann so geschockt. Einen Tag vorher, bevor wir das Interview gemacht haben, bin ich das noch alles durchgegangen mit ihr, damit sie sich ein bisschen vorbereiten kann. Sie war wirklich diejenige, die da die meiste Angst gehabt hat. Und sie hat mich dann spät in der Nacht angerufen und hat gesagt, sie kann nicht schlafen, sie ist so getriggert und so. Und ich habe dann gesagt, ja, wenn du jetzt wirklich so eine Angst hast davor, dann machen wir das Interview nicht, weil ich will nicht, erstens einmal will ich nicht, dass du da irgendwie dann so getriggert wirst, dass du dann psychosoziale Hilfe brauchst und ich bin keine Therapeutin, ich kann zwar gut auf die eingehen, aber ich bin keine Therapeutin und du musst selber entscheiden, ob du das Interview jetzt willst oder nicht und am nächsten Tag ist sie dann schon gekommen und hat gesagt, nein, für sie es ist so wichtig für sie, dass sie da ihre Geschichte erzählt und sie hat sich das wirklich gut überlegt und wir haben dann eben, darum sieht man ja im Film die Frauen nicht von vorne, es war mir wichtig, dass ich die Frauen sehr schütze, dass sie anonym bleiben und bei ihr haben wir dann auch noch die Stimme verstellt, das kennt man dann vielleicht eher ein bisschen, einfach, dass das wirklich gewahrt bleibt, dieser Schutzraum für die Frauen. Weil im Endeffekt, natürlich, der Film geht ja dann nach außen und man weiß ja nie, schlafende Hund. Ja, also das ist wirklich auch nur ein Thema, wo ich mir denke, wenn du in so einer Situation drinnen bist und in dieser Angst gefangen bist und dann auch schon glaubst, das, was du dir da jetzt einredest, dass das dann auch stimmt, da ist es ja wirklich ganz notwendig, dass man sich dann eine Hilfe holt. Aber man muss sich das halt auch erst trauen. Da gibt es eine Frage. Ja, mir ist vorhin der Arm reflexhaft in die Höhe geschossen, wie Sie gesagt haben. Die Mütter sollten aufpassen, dass sie keine Machos erziehen. So habe ich es nicht gesagt. So habe ich es jedenfalls gehört. Und das ist bei mir, da kommen die Reflexe zum Tragen. Ich komme aus dem pädagogischen Bereich und ich weiß, wie schwer es ist, Burschen, die mit einem bestimmten Frauenbild daherkommen, und wir wissen, wie diese Frauenbilder entstehen, was die im Internet alles anschauen, ist sensationell und erschütternd. Diesen Frauen Respekt, diesen Burschen Respekt vor Frauen einzuflößen, dazu braucht es eine gestandene Frau. Aber das muss eine Frau sein, die sich ihrer Person, ihrer Macht und auch ihrer Ohnmacht bewusst ist und Konfrontationen nicht scheut. Eine Mutter, die geschlagen wird, kann das nicht vermitteln. Kann Kindern, Söhnen nicht, kann das nicht vermitteln, weil sie es nicht transportieren kann, meiner Einschätzung. Ja, aber ich habe da jetzt eher gemein, so generell, dass halt Mütter da wirklich in der Erziehung da schon sehr vorsichtig sein sollen. Aber natürlich, da bin ich ganz bei Ihnen, wenn die Mutter geschlagen wird, wenn die ohnmächtig ist, wenn der Sohn sieht, was der Vater mit der Mutter macht, wie soll denn der ein anderes Frauenbild bekommen? Das verstehe ich völlig. Nicht die Mütter erziehen die Söhne. Die Gesellschaft erzieht sie. Ja, aber in der Familie ist man schon mal klein. Die Mutter ist nicht, das ist schon wieder dieses Einspannen der Mütter, die Mutter ist nicht allein verantwortlich dafür. Es ist die Gesellschaft. Es sind die Lehrer und Lehrerinnen, es sind die Nachbarinnen, es sind die Tanten und Onkels, es ist die ganze Gesellschaft, meiner Meinung nach, nicht die Mutter allein. Das ist mir schon klar, aber im Endeffekt ist die ganze Gesellschaft, meiner Meinung nach. Ich glaube ja. Das ist mir schon klar, aber im Endeffekt ist die Mutter die intimste Person. Also man kommt aus dem Körper einer Mutter und jeder Mensch hat die engste Beziehung einfach mit der Mutter. Also kommen sie nicht aus dem Körper von ihrer Mutter. Nein, aber nicht, dass jeder Mensch, sage ich mal, eine enge Beziehung zu den Eltern hat. Und das stimmt nicht. Also es kommt jetzt darauf an, wiege Beziehung zu ihren Eltern haben. Vielleicht wachsen sie dort auf, aber keine enge Beziehung. Das ist ein Unterschied. Eine enge Bindung. Also wenn man aus dem Körper von der Mutter kommt, dann ist das einfach biologisch gesehen die engste Bindung. Was sich dann weiterhin entwickelt, das weiß man ja nicht. Natürlich gibt es Mütter, die geben ihre Kinder weg aus diversen Gründen. Ich möchte vielleicht wieder mal kurz das Wort ergreifen und ein bisschen zum Thema zurückkommen. Ich bin auch bei Ihnen, ich mag das auch nicht nur den Müttern umhängen. Ich glaube auch, dass es viel mehr männliche, positive Bezugspersonen bräuchte, sowohl in den Kindergärten als auch in den Schulen, generell in den Sportvereinen, wo auch immer man mit jungen Menschen zu tun hat. mit der Betroffenheit oder Mitbetroffenheit von Kindern in Gewaltbeziehungen, von den Auswirkungen, die das auf Kinder hat, auch in den Fällen, in denen die vielleicht gar nicht direkt Gewalt erleiden, aber in diesem Spannungsfeld aufwachsen, was das für Lerndefizite letztendlich nach sich zieht, für Überforderungen, wo, wie Sie ja gesagt haben, die Mütter gar nicht in der Lage sind, wenn sie selber so von Gewalt betroffen sind, sich um die Kinder wirklich zu kümmern, wo teilweise Kinder schon die Rolle von Erwachsenen übernommen haben, um die Kleinen da irgendwie durchzubringen durch diese gefährliche Situation. Und auch da gibt es Studien dazu, Literatur dazu. Darum auch im Gewaltschutzgesetz selber ja der Punkt, dass bei Wegweisungen die Kinder- und Jugendhilfen verständigt werden müssen, weil es immer auch die Kinder betrifft. Also auch wenn die nicht direkt die Gewalt sehen, hören oder am eigenen Leib erleben, ist diese Spannung in der Familie spürbar und ist dort dringend Handlungsbedarf geboten. Vielleicht wollen Sie noch ein paar zahlen, möchte ich Sie nicht damit langweilen, aber dass Sie ein bisschen eine Idee von der Dimension haben, Oberösterreich, wir haben voriges Jahr 2665 Betretungsverbote, glaube ich, sind ausgesprochen worden in Oberösterreich. Und es waren, das weiß ich jetzt nicht auswendig, aber um die 3500 Menschen sind bei uns vorstellig geworden. Also es kommt ein sehr großer Teil über Vermittlung der Polizei zu uns und ein Drittel ungefähr von sich aus. Weil Ärzte, Ärztinnen, Hausärzte sind große Vertrauenspersonen, in vielen Fällen die Menschen zu uns schicken, weil sie in Frauenberatungsstellen andocken, weil sie in Krankenhäusern sind und es in jedem Krankenhaus mittlerweile eine Gewaltschutzgruppe gibt, wo Ärzte unterschiedlicher... Die werden ja auch teilweise geschult, oder? Ja, genau, die werden auch geschult. Da sind wir im Schulungsbereich drinnen. Also wir schauen, dass überall dort, wo Gewalt auftaucht, dass man dort zu schulen, auch wie spreche ich es an, wie kann ich helfen, wie kann ich unterstützen, ein neues Projekt ist auch Stopp gegen Stadtteile ohne Partnergewalt, glaube ich, so heißt es jetzt, genau, also wo man schaut, dass man möglichst breit in der Bevölkerung Menschen dazu ermutet, Zivilcourage zu zeigen, aufmerksam zu sein, achtsam zu sein, auch ein bisschen sensibel zu sein für das Thema Gewalt, sich dort ein die neuen, wenn man denkt, als Präsident gewählt wird und mit welchen Sprüchen der punktet. Und wenn man hört, dass es in Amerika Gruppen gibt von Männern, die mit Plakaten herumlaufen, your body, my choice, dann wird einem ganz schlecht. Aber es wird in Österreich, gerade so mit diesen Männerberatungsgruppen, habe ich so das Gefühl, also ich kenne einige junge Männer, die da schon als Sozialarbeiter aktiv tätig sind. Ich habe einmal mit einem gesprochen, der hat gesagt, er geht wirklich zu Männern, zu unterschiedlichen Männern und er ist ein bisschen ein femininer Typ, aber er hat da wirklich eine gute Einfühlungsgabe und er spricht mit denen und ist halt in gewisser Weise irgendwie auch ein Rollmodel. Und da passiert dann schon etwas, aber ich denke mir halt nach wie vor, es ist zu wenig. Es sollte, darf noch viel mehr passieren. Grundsätzlich kann jeder etwas tun. Also wie wir hier sitzen, können wir etwas tun, dass sich etwas verändert in der Gesellschaft. Und was, glaube ich, auch ganz wichtig ist, dass man halt auch hinschaut, wenn man halt merkt, irgendwo in der Nachbarschaft oder bei der Freundin passiert irgendwie was, meistens traut man sich dann auch nicht wirklich darüber reden, aber halt man kann das schon irgendwie auch spüren, dass da irgendwas nicht stimmt und man kann dann nachhaken, man kann dann zumindest sagen, ja, es gibt eine Anlaufstelle, es gibt Telefonnummern, gerade bei Corona war es, glaube ich, auch ganz heftig mit der häuslichen Gewalt, da hat es dann schon immer so einen Code gegeben, wie man halt, wo man sich an der Bar zum Beispiel, wenn man jetzt als junge Frau an der Bar ist und man fühlt sich irgendwie bedrängt, dann hat es da so einen Code gegeben, die man dann, oder einen Namen, wo ist Helene, oder ich weiß jetzt nicht mehr, wie der Name heißt, also wirklich, wo ich mir dann denke, diese K.O.-Tropfen-Geschichte kommt ja nur einmal dazu. Und wenn man halt als junge Frau heutzutage dann wirklich da heil durch die eigene Geschichte durchgeht und wenn man weiß, jede dritte Frau erlebt das weltweit, jede fünfte, so wie es heißt in Österreich, dann ist es zuerst einmal ganz wichtig, dass man ganz viel Selbstfürsorge betreibt. Und mein Kater hat zwei kleine Töchter, die lernen jetzt schon Judo, damit sie sich gut verteidigen können, damit sie da selbstbewusst da auch mal auftreten können, wenn es dann so weit kommt. Es ist irgendwie traurig, dass wir das als Frauen überhaupt tun müssen, aber es ist halt einfach ein Tool und ich kann mich erinnern, wie ich jung war, wenn ich, ich habe früher viel Auto gestoppt, ich bin ja von Genf nach Paris gefahren und da könnte man auch sagen, du bist dir selber schuld, wenn dir etwas passiert, aber ich habe immer ein Pfefferspray mitgehabt und ich habe gewusst, dieser Pfefferspray, das ist meine Versicherung. hat man halt irgendwie einen Rückhalt gegeben. Und das, was mich halt dann daran so irgendwie stört an dieser Geschichte, ist, dass wir uns da einfach schützen müssen, dass wir da einfach noch freier sein können. Was ist noch am Fall? Auf einen Fall, der kommt aus Spanien, hat dort große Empörung verursacht, dass eine junge Frau sichtlich betrunken von mehreren Männern vergewaltigt wurde und die sind im Strafverfahren freigekommen. Und das hat wirklich in Spanien Menschenmassen auf die Straße gebracht, die dieses Urteil überhaupt nicht wahrhaben wollten, verstanden haben und dagegen eben etwas unternehmen wollten. Das ist in Pamplona passiert. Und da gibt es ein Interview gesehen mit dem Bürgermeister von Pamplona, der unter Tränen gesagt hat, er hat zwei Erwachsene, also Kinder, die gerade im Fortgealter sind, ein Sohn und eine Tochter. Zum Sohn sagt er, amüsiere dich gut. Und zur Tochter muss er sagen, pass auf, dass dir nichts passiert. So wächst man auf. Genau. Jetzt sind wir gerade ein bisschen weg von dem Thema, aber weil vorher die Frage aufgetaucht ist, was wir in der Gewaltpräventionsberatung machen. Was wir in der Gewaltpräventionsberatung machen. Also Sie, Frau Klaffenburg, haben es eh schon richtig gesagt, innerhalb von sechs Stunden kann man die ganzen Werte und Normen des Mannes nicht verändern. Ich spreche jetzt absichtlich vom Mann, weil wir ja heute das Thema haben. Aber wir versuchen dort eben eine erste Basis zu schaffen, dass wir wirklich gewollt in den Fokus rücken, einfach einmal das Thema wirklich vor Augen zu führen, das, was ist da vorgefallen, warum hat die Polizei entschieden, ich muss weggewiesen werden. Da kommt auch dieses Thema dazu, die Täter-Opfer-Umkehr natürlich, weil wir hören auch immer wieder, dass eben ja nichts vorgefallen ist oder die Polizei falsch entschieden hat. Und das ist quasi immer so dieser erste Schritt in die Richtung, dass man das einmal den Männern quasi oder halt eben den Tätern oder den Personen, denen ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen worden ist, einmal klar vor Augen führen. Mit dem Ziel natürlich, weitere Beratung in Anspruch zu nehmen, also dass man es irgendwie weiter vermitteln, dass sie sich wirklich diese Themen und diese Schwerpunkte anschauen, wo es einfach bei ihnen so los ist im Leben und sich da weiterführende Unterstützung nehmen. Also dass wir da irgendwie so das versuchen in diese Richtung. Also das heißt, Sie sind von Neustadt? Genau. Okay, super. Bei mir hat es ja eigentlich schon fast da übrig, die würden mich genauso wehren gegen das, dass sozusagen nur die Mütter keine Patriarchen erzielen sollen Nein, die Väter sind mitgemeint und die ganze Gesellschaft ist mitgemeint Haben Sie nicht auch noch eine Frage gehabt? Entschuldigung Ich wollte noch ganz kurz etwas fragen, weil das Thema Haben Sie nicht auch noch eine Frage? Entschuldigung. Der Herr. Ja, ich wollte noch ganz kurz etwas fragen, weil das Thema Sexualität und vor allem jetzt immer im Hinblick auf Vergewaltigung oder Missbrauch mehrmals im Raum gestanden ist. Aber ich finde so ein zentrales Thema, das mir irgendwie, das finde ich auch so tabuisiert ist nach wie vor, kommt mir vor, ist eben Sexualität in der Beziehung, ob das jetzt in der Ehe oder in der Partnerschaft ist und auch irgendwie dieser wahrscheinlich oft nicht ausgesprochen, aber das haben Sie ja so ein bisschen angedeutet in dieser Frau, die Sie ja da in dem Film zu Wort gemeldet hat, dass viele Frauen wahrscheinlich Sexualität leben, damit sie eben Konfliktlos im Weg gehen. Also es muss ja gar keine Gewaltigung sein, sondern möglicherweise einfach eine andere Art von körperlicher Gewalt, weil Männer ja der Meinung sind oder viele Männer, denke ich, nach wie vor der Meinung sind, das steht ihnen einfach zu und das gab es ja, glaube ich, lange verankert, also gesetzt. Jetzt haben Sie mich jetzt schnell gefragt. Es war eine Vergewaltigung in der Ehe, wo in der Tat früher kein Straftat bestand. Es ist dann ein Sonderstraftatbestand geworden, mit der Besonderheit, dass er nur strafrechtlich verfolgt worden ist, wenn die Frau das verlangt hat. Also es war ein Mächtigungstelikt, das andere ist ja sonst der Offizialdelikt. Und es war wieder die Verantwortung eigentlich bei der Frau, ob das jetzt verfolgt wird oder nicht. Und es ist weniger bestraft worden in der Ehe, als wäre es jetzt jemand Fremder gewesen. Mittlerweile ist es alles in § 201 zusammengefasst und es gibt keine Unterschiede mehr. Aber ich habe jetzt, sage ich mal, im Umkehrschluss einen Partner oder Partnerin, ob das jetzt Mann oder Frau ist, die sich sexuell in einer Beziehung sozusagen verweigert, sage ich jetzt mal ganz explizit, oder einfach sagt, mag ich nicht, habe keine Lust. Der andere Partner, ja keinen Anspruch darauf in einer Ehe. Nein, er hat er nicht. Ich rede jetzt noch gar nicht von dem Aspekt der Vergewaltigung, aber einfach, dass man sozusagen, dass der Umkehrschluss, die Täter-Opfer-Umkehr ja dann oft ist, dass dann der Partner sagt, das ist ja auch eine Form von Aggression, wenn du deinen Körper verweigerst. Also steht mir auch zu, dann aggressiv zu reagieren. Also es muss keine Vergewaltigung sein, aber vielleicht eben auch eine Drohung. Aber ich glaube, das ist so ein schambehaftetes Thema, weil es ja auch so ein Graubereich ist. Es ist schon oft Thema in der Beratung. In der Beratung vielleicht, ja. Aber es ist schon oft Thema in der Beratung. Da gibt es eine große Unsicherheit darüber, ist das jetzt meine eheliche Pflicht? Also das ist noch immer so tief verankert auch und es wird auch so kommuniziert, dass es eine eheliche Pflicht ist, aber es ist schon häufig Thema. So wie es auch die eine Frau von dir gesagt hat. Also überhaupt muss ich sagen, dass die Schilderungen, vor allem der Frau im Garten, das ist sehr authentisch, das könnte ein Beratungsgespräch gewesen sein. Also was ich halt auch erlebt habe, ist, was ich halt auch glaube, ist, dass Sexualität generell bei uns noch ein totales Tabuthema ist. ist. Und indirekt hat mich dieser Film ja dann zu dem nächsten Film gebracht, Precious Lebenswert Abhängigkeiten in Prostitution aufgrund von Drogenarmut und Frauenhandel. Und wo dann halt, es passt jetzt indirekt kurz dazu, wo dann eine von den Protagonistinnen halt sagt, naja, das ist ja die andere Variante, die Männer, die kriegen halt dann daheim keinen Sex mehr und die holen sich den dann bei uns, weil sie wollen ja nicht gleich die Beziehung aufs Spiel setzen. Aber das ist wieder eine andere Variante, was da jetzt in der Beziehungsgewalt abgeht, ist glaube ich eher das, dass der Mann ja meint, die Frau ist sein Besitz. Natürlich gibt es das bei den Frauen umgekehrt auch, das heißt ja mein Mann, meine Frau, aber dieses Besitzdenken. Und bei der Michi zum Beispiel war es wirklich so, die war schon sieben Jahre in dieser Beziehung mit und habe gesagt, ja, aber hast du das nicht gecheckt, dass der da so aggressiv ist? Und sie hat gesagt, ja schon, aber ihr Gegenüber er nie aggressiv. Er hat halt immer, es wird ja schon gecheckt, dass er halt zu anderen da ein bisschen aggressiver ist und so, aber ihr gegenüber war er nie aggressiv. Und dann in der Hochzeitsnacht hat sie die erste Watschen gekriegt. Sag ich, ja, und wie kannst du dir das jetzt erklären? Warum hat er da gerade in der Hochzeitsnacht die erste Auffahrt gegeben? Und sie sagt, ja, weil ab dem Moment war sie sein Besitz. Und sie hat sich damals dann schon gesagt, wieso bist du denn nicht zu irgendwen gegangen, zu einer Freundin oder zu den Eltern? Sie hat gesagt, sie ist so geschämt. In der Hochzeitsnacht kriegt sie die erste Ohrfeige von ihrem Mann. Und damit hat er sie aber halt in die Ohrmacht getrieben. Dann eine Frage. Ja, wir haben eine Frage. Ja? Wir haben eine Frage. Ja, ich traue mich ja kaum als Mann. Na schon, das ist ganz wichtig. Das war zu ergreifen. Und auch der kleine Hinweis auf diesen Hinweis vorhin, dass es doch irgendwie bemerkenswert sei, dass heute Männer anwesend sind, finde ich schon ein bisschen diskriminierend. Und ich finde auch, dass es gewisse Männerklischees ist, die heute transportiert werden. Aber darum geht es mir jetzt in Ordnung, darum, dass natürlich Mütter ihre Kinder erziehen und dass die Mütter von ihren Müttern, von ihren Vätern, von der Gesellschaft erzogen sind und so weiter. Ja, klar. Ein Gedanke, der mich die ganze Zeit beschäftigt, ist, wenn die Scham die Seite wechselt, ändert sich am System überhaupt nichts. Dann wird das System der Scham bestätigt und die Zielsetzung müsste doch eigentlich sein, aus diesem System der Scham rauszukommen. Und dafür müssten wir uns die Frage stellen, wie kommen wir irgendwie an die Wurzeln ran, radex, radikal an die Wurzel, um aus diesem bescheuerten System rauszukommen. Und das ist ehrlich gesagt für mich heute, ich kenne den Kepler-Salon eigentlich ziemlich gut, eine Frage, die offen geblieben ist. Wie kommen wir da raus? Habt ihr dazu? Also fang nur mal an und dann sag ich was. Ich arbeite schon relativ lange im Gewaltschutzzentrum, habe in dem Zusammenhang schon sehr oft Vorträge gehalten und es ist tatsächlich oft so, dass keine Männer da sind, auch wenn sie es jetzt diskriminierend erlebt haben, dass das heute besonders erwähnt wird. Aber die Erfahrung ist so, die Erfahrung ist so zum Thema häusliche Gewalt, dass kaum Männer sich das anhören. Ich frage mich dann auch manchmal, interessiert es das nicht? Oder gehen die, die gewalttätig sind, die gehen nicht? Das versteht man nur. Die anderen fühlen sich irgendwie nicht zuständig. Also es ist ja erfahrungswert auch, dass das heute die Quote relativ hoch ist. Das nehme ich so wahr. Das kann ich Ihnen zurückgeben. Wie viele Männer haben sich bei Ihnen gewählt? Das kann ich auch noch als Zahl. Das Gewaltschutzzentrum ist eine Opferschutzeinrichtung, zu Ihrer Information. Wir beraten auch Männer, die von Gewalt betroffen sind. Der Schlüssel ist ungefähr 80 Prozent Frauen, 20 Prozent Männer bei den Gewaltopfern. Bei den Gewalttätern, Täterinnen ist es so, dass wir 10 Prozent ungefähr weibliche Täterinnen haben und 90 Prozent Täter. So eine Aufschlüsselung. Ich wage jetzt nicht der Realität entsprechend, weil ich glaube, dass, das ist vielleicht auch wieder ein Vorurteil, aber Männer ungern in Beratungsstellen gehen. Es berichten auch Männerberatungsstellen, mit denen wir uns sehr gut vernetzen, weil wir natürlich auch wollen, dass sich etwas verändert und Kontakt zur Beratung hergestellt werden kann. Aber es ist schwierig. Also ich könnte mir schon vorstellen, wenn die Scham die Seite wechselt und es den Männern dann bewusst ist, dass sie Täter sind und dass das nicht selbstverständlich ist, dass man der Frau K.O. Tropfen gibt und dass man sie verkauft und dass 50 Männer mit ihr schlafen und sie kriegt das gar nicht mit, dass sie was bewirkt, weil die Täter dann einmal in die Verantwortung gebracht werden und sich dem stellen dürfen, diesem Gefühl. Und das ist ja das, was diese Französin da jetzt gerade macht, dass sie nicht das wieder ganz geheim abschließt, diese Gerichtsverhandlung, sondern das öffentlich macht. Und das glaube ich dann schon, dass das bei Männern dann, bei diesen Tätern dann schon eine Scham bewirkt, auch wenn sie jetzt wieder sagen, sie sind Opfer. Ist das wirklich eine Einsicht und eine Einsicht darin, dass ich etwas Falsches getan habe oder die Mehrheit dieser Täter, die sich als Opfer fühlen? Kommen wir so raus aus diesem Charme-Schema? Was ich vermisse manchmal, um vielleicht auf Ihre Frage einzugehen, ist die Entrüstung der Männer. Die Entrüstung der Männer darüber, was Frauen angetan wird. Das vermisse ich. Entweder profitieren Sie auch davon, dass dieses Machtkonstrukt so besteht, dass diese patriarchale Struktur so besteht, aber ich vermisse die Entrüstung, die Empörung der Männer. Okay, gut. In diesem Sinne möchte ich das Wort von Frau Klaffenböck eigentlich als Schlusswort nehmen und zugleich auch als Aufforderung, als Appell, Dinge zu benennen, Menschen anzusprechen, Frauen wie Männer anzusprechen und eben Menschen anzusprechen, wenn man etwas beobachtet und auch zu bestärken, wenn man weiß, wohin man sich wenden kann, wie zum Beispiel heute Abend eben hier. Und ja, insofern ist die Rolle des Kepler-Salons gewesen, auch hier wieder viele Fragen aufzumachen, vielleicht das eine oder andere zu beantworten. Uns war es aber wichtig, hier ganz bewusst heute auf den Themenschwerpunkt die 16 internationalen Tage gegen Gewalt an Frauen hervorzuheben. Und ich darf Sie alle herzlich einladen, dass wir uns weiter dann noch hier im Salon gerne unterhalten. Von wem geht denn das aus, dass das jetzt gut ist? Von der UN, genau. Also ich habe noch ein paar Details mitgebracht, die sage ich Ihnen dann nachher noch gerne im Detail. Beziehungsweise ist es auf die 1960er Jahre, gab es in der Dominikanischen Republik drei Frauenmorde, wo drei Frauen vom Regime längere Zeit festgehalten, gefoltert wurden und dann ermordet wurden. Und das hat man dann aufgegriffen und dann eben, ich glaube 1981, haben dann Teilnehmerinnen von einem Treffen in Lateinamerika das als Anlass genommen, hier einen internationalen Tag zu etablieren, der dann eben auch von den Vereinten Nationen offiziell als Gedenktag etabliert wurde. Wie sind die Anstalten? Hat es jetzt ganz neu zu dem Ende oder hat es jedes Jahr gegeben? Gut. Ist neu. Ist neu, genau. Habe ich so programmiert und Sie herzlich. Vielen Dank für heute. Danke. you