Hallo, ich bin Lilly. Wir sind heute bei der Stadtwerkstatt in Linz und besuchen das Nachtpicknick Stadt macht Panik. Das ist das dritte, was bisher organisiert wurde. Und hier werden wir jetzt mehr darüber erfahren, was hier überhaupt organisiert wird, was für Musik gespielt wird und welche Menschen hier hingehen und aus welchen Gründen sie hier hingehen. Und ich bin sehr gespannt, mehr darüber herauszufinden. Für was ist das Nachtpicknick? Ich habe tatsächlich keine Ahnung. Ich glaube, da musst du den Ralf fragen. Hi, ich bin Ralf. Ich arbeite hier bei der Stadtwerkstatt und helfe bei der Planung von den Nachtpicknicks. Sehr cool. Und wie bist du überhaupt zu der Stadtwerkstatt gekommen? Wie hat das überhaupt angefangen? Ich schreibe und bin schon länger dabei, Artikel zu schreiben für die Zeitungen, die aus der Stadtwerkstatt kommen. Das ist die Referentin und Versorgerin. Und die Chefredakteurin Tanja Brandmeier hat mich dann gefragt, ob ich eben auch bei der Stadtwerkstatt vielleicht mitarbeiten möchte. Das wievielte Nachtpicknick ist das denn jetzt schon? Das ist das Nachtpicknick Nummer drei. Okay, und wie läuft das normalerweise so ab? Kannst du uns da ein bisschen so durchführen kurz? Ja es war bis jetzt immer sehr unterschiedlich, je nachdem wie das Wetter ist. Wenn es sehr heiß ist, dann sind die Leute natürlich, suchen die Schatten und so weiter. Heute haben wir es ein bisschen bewölkt, alle sind aber trotzdem sehr erschöpft von der Hitze. Genau, es ist immer sehr chillig und dann wenn es dunkel wird, dann wird hier ein bisschen mehr eine Party draus. Und vor allem ab 11 geht es rein ins Café Strom und dann wird dort aufgelegt und dann ist es nochmal so richtig Disco-Feeling. Verstehe, sehr schön. Und kannst du mal ein bisschen erzählen, wieso Joab diese Nachtpicknicks veranstaltet? Ja, unser Motto ist ja Nachtpicknicks gegen Machtpanik. gegen Machtpanik und die Idee ist eben, dass wir nicht einfach sagen, okay es sind Veranstaltungen von rechten Organisationen, rechten Institutionen und die bestimmen so gesagt die Öffentlichkeit, sondern wir sind da oppositionell, wir sind dagegen und man sieht uns auch. Wir sind hier am Main Deck. Das AEC hat uns eben diesen Platz zur Verfügung gestellt für ein paar Samstage und haben gesagt, dann laden wir Initiativen ein, die auch irgendwie nicht nur eine Meinung zu vertreten haben, sondern die vor allem auch Musik mögen und Musik spielen und dann haben wir hier einen bunten Mix und zeigen damit mit dieser bunten Mischung eben die Vielfalt und dass es irgendwie auch Spaß machen kann zu demonstrieren anstatt, dass es immer nur so durch die Stadt geht und alle haben so ein Banner was auch tolle Sachen sein können aber wir wollten eben auch zeigen hey wir können es auch so gesagt auf locker machen. Und was für Musik wird jetzt hier so gespielt? Wir haben jetzt ja schon so ein bisschen Mix bekommen, was wird heute noch so gezeigt werden? Das ist ganz interessant also vorher hatten wir ja so ein bisschen Punk jetzt gibt es hier elektrische Musik und danach folgt Noise-Musik aus dem Tresor Linz, das ist ja ein Veranstaltungsort, der sich eben viel mit elektrischer Musik beschäftigt. Auch danach gibt es dann aber skurrile Hits, sag ich mal, aus den 70ern und 80ern von Plattenspielern. Also jetzt haben wir gleich eine Stunde Platten und später gibt es dann aber auch ganz klassisch Party-Hits, Elektromusik. Das letzte Mal hatten wir viel Jazzmusik auch dabei, also wirklich eine bunte Mischung. Ich bin der Lukas und bin das erste Mal hier. Sehr schön. Was hat dich denn dazu bewegt, zu diesem Nachtpicknick zu gehen? Ursprünglich wegen einer Freundin, einfach weil die Idee ja toll ist, dass man irgendwie unbekannte Lieder hört und das selber spielen kann und irgendwie ein Austausch stattfindet. Okay, hier geht es ja auch um rechten Ruck bei dem Nachtpicknick. Inwiefern spürt man das vielleicht in Österreich und der Gesellschaft? Was würdest du sagen? Den Rechtsdruck? Es ist schon sehr befremdlich, wenn man teilweise auf die Straße geht oder einfach Sachen mitkriegt, die was um einen herum passieren, auch hier in Linz. Und ich glaube, man sollte laut sein und das schaffen wir hier auch, dass wir laut sind gegen diesen Rechtsdruck. Ja, das stimmt natürlich. Und wie kannst du dir vorstellen, dass vielleicht auch solche Organisationen und solche Aktionen vielleicht was bewirken können? Ich glaube, dass man vielleicht auch unentschlossene Menschen oder einfach Menschen anspricht, die nicht viel mehr Politik zum Dar haben und das irgendwie durch Musik erreichen kann. Und was gefällt dir bis jetzt so am meisten an der Stadtwerkstatt bzw. an diesen organisierten Picknicks? Vor allem die Abwechslung von einer halben Stunde von den Timeslots. Einmal politische Lieder, dann ist wieder eine Rave-Stimmung oder ist D&B. Und einfach dieser bunte Mix und dieser Austausch. Diese Abwechslung, ja, ja. Okay, und wie würdest du sagen, könnte man vielleicht in Zukunft die Demokratie so mehr stärken, auch als Einzelperson vielleicht? Einfach die Stimme erheben, Zivilcourage zeigen und einfach auf Demos mitgehen und für seine Rechte einstehen. Hallo, ich bin die Sandra, wohne in Linz und bin heute beim Nachtpicknick. Sehr gut. Und du meintest gerade, dass es nicht dein erstes Mal ist, dass du hier beim Nachtpicknick bist. Was ist denn bis jetzt so deine Erfahrung gewesen? Was gab es hier bis jetzt so? Ich war beim letzten Mal schon da und es hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich habe Tischtennis gespielt, finde es ein cooles Format, dass es jetzt monatlich über die Sommermonate ist und kurz vor den Nationalratswahlen und habe dann ein paar Leute lukriert und wir haben als Gruppe dann heute auch den ersten Slot bespielt. Du hast gerade die Wahlen gesprochen. Wieso ist es gerade jetzt wichtig, solche Aktionen zu machen? Es gibt einen anderen Rechtstrall und das ist nicht zu befürworten. Und es ist wichtig, dass es halt einfach demokratiefreundliche Formate gibt wie dieses, dass die Leute vernetzen und organisieren und dass man halt gegenhält. Und was gibt es vielleicht noch andere Wege, wie man irgendwie die Demokratie noch weiter stärken könnte, außer eben solche Aktionen? Ja, ich mache mit meiner Gruppe die aktuelle Gewerkschaftsschule in Linz. Und wir sind da halt irgendwie gewerkschaftlich organisiert und lernen sozusagen, Leute zu empowern als Betriebsräte, Rätinnen. Leute zu empowern als Betriebsräte, Rätinnen, aber einfach auch, das zieht sich ja dann auch in den Privatbereich, mit Leuten einfach über Politik zu sprechen, über Demokratie, über Errungenschaften, die wir behalten wollen und wofür wir kämpfen müssen. Und du meinst, du hast gerade selber was schon hier mit quasi aufgelegt. Möchtest du ein bisschen was davon erzählen? Ach, wir haben es fein gehabt. Wir haben uns als Gruppe getroffen und haben einfach geschaut, was hören wir, welche Songs gibt es, wo wir keine Ansprachen machen müssen, die sie selbst erklären. Und das war dann eigentlich bis auf Aretha Franklin lauter deutschsprachiger Punk. Und das hat Spaß gemacht, vorher einfach auch so über Musik zu reden, über Songs und die Message nochmal bewusst anzuhören. Und dafür eignet sich halt Deutschpunk sehr gut. Und wie bist du überhaupt so auf die Nachtpicknicks gekommen? Also wo hast du davon erfahren? Ich habe eigentlich auf der Stadtwerkstatt Website davon gelesen und ich bin ja auch regelmäßig unregelmäßig hier zu gegangen in der Stadtwerkstatt oder im Café Strom und ich war sehr angetan weil ich es eine tolle Idee finde und weil ich finde es reizt Leute zu aktivieren und ich glaube darum geht es, dass wir alle irgendwie einen Teil für die Gesellschaft leisten und mitwirken und nicht einfach alles gesetzt hinnehmen. Und was gefällt dir so am meisten an solchen Treffen? Also was findest du am coolsten irgendwie? Ich finde es cool, dass es im öffentlichen Raum ist. Das heißt, es ist eine konsumfreie Zone. Man kann irgendwie Musik genießen. Manches sagt vielleicht einem einer besser zu, anderes weniger. Dann kann man Tischtennis spielen, plaudern, sich vernetzen, austauschen und das auch gratis. Das ist halt einfach sehr barrierefrei. Das finde ich toll. Ich bin die Laura. Ich bin der Daniel. Super, und vielleicht könnt ihr uns jetzt kurz mal erzählen, was ihr heute über diesen Nachtpicknick macht. Immer heute das unartige Kino. Das wird im Neuen stattfinden. Was. Immer heute das unartige Kino. Das wird im Neuen stattfinden. Was machst du? Das unartige Kino. Ah ja, stimmt. Ich mache ein kleines DJ-Set mit historischer 16-Bit-Videospielmusik. Spannend. Okay, und dann könntest du vielleicht mal erzählen, was genau hier eigentlich passiert. Also für was ist das Nachtpicknick? Es ist mehr oder weniger eine Protestaktion gegenüber der Kultur, also gegenüber der Führung der Kulturszene an die Politik. Wie weißt du mehr? Ich habe tatsächlich keine Ahnung. Ich glaube, da musst du den Ralf fragen. Der Ralf ist der, der das eigentlich hauptsächlich organisiert, aber es ist eine Protestaktion. Es soll an dem Platz genutzt werden hier, es soll was gemacht werden, weil hier ist immer leer. Es ist einfach, ich weiß nicht, Raumnutzung sozusagen, öffentlichen Raumnutzung. Okay, und es geht ja um rechten Ruck bei dem Nachtpiknik unter anderem. Inwiefern seht ihr das denn in der österreichischen Politik? Also was ist so ein bisschen der Auslöser, wieso vielleicht solche Aktionen besonders wichtig sind? Ich glaube es ist einfach vor allem wichtig, dass man wieder ein bisschen die Menschen, die trotzdem für was selber stehen, wieder ein bisschen die Menschen, die trotzdem für was selber stehen, wieder ein bisschen zusammenbringt und dann diesen Rechtsdruck ein bisschen minimieren kann, dass man wieder mal ein bisschen eine Gruppe da hat, die merkt, man könnte anders die Stadt organisieren und einfach die Stadt planen, die Gesellschaft einfach genießen und nicht so engstirnig, wie es gerade in der Politik einfach so geht. Und habt ihr vielleicht persönlich so ein paar Vorschläge, wie man vielleicht die Demokratie stärken könnte? Also so was euch jetzt vielleicht einfällt als Einzelner oder eben in der Gesellschaft? Wie man die Demokratie stärken könnte. Es ist mega schwierig die Frage zu beantworten, weil man immer selber Vorstellungen hat, wie eine Gesellschaft funktionieren, besser funktionieren würde, aber es passiert in dem eigenen Kopf. Es gibt keine richtige Antwort auf die Frage. Es gibt so viele Möglichkeiten, aber keine Ahnung. Einfach halt... Ja, weiß nicht. Ja, alles gut. Vielleicht ein bisschen mehr direktere Demokratie, als wie jetzt so Hinterzimmerzimmerdemokratie versuchen. Keine Ahnung. Du hattest das unartige Kino angesprochen. Was ist das? Es ist im Endeffekt ein Kino, wo ich einfach einen Open Call mache, wo experimentelle Filme, Kurzfilme gesammelt werden. Und ich das Kino an öffentlichen Räumen spiele, die wasiele, die nicht fürs Verweilen gedacht sind, also eigentlich den Unort bespielt wird, um so ein bisschen wieder mal die Strukturen der Stadt neu zu denken und sich zu überlegen, wie kann man überhaupt die Stadtplanung anders herangehen oder wie kann man den öffentlichen Raum einfach wieder mehr als Wohnzimmer sehen als wie als Durchquerungsort.