Musik Herzlich Willkommen zu unserem Beitrag für die Gedenkfeier der Arl-Bernstütter Praxenwetteschüler. Wir haben heute spannende Interviews mit Passanten in dem Geführ. Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an die Zeit des Nationalsozialismus denken? Da fällt mir viel ein, weil ich habe nämlich Geschichte unterrichtet und da fällt mir sehr viel dazu ein. Und dass das jetzt wieder sehr aktuell ist alles, die ganzen Gedenkstätten. Ich habe das mit meinen Schülern alles besucht und dann haben wir eben darüber diskutiert, dass so etwas nicht mehr geben darf. Das war ausgesprochen schreckliche Zeit, das soll sich nicht mehr wiederholen und darum ist es wichtig, dass man ständig daran denkt, dass man die Demokratie aufrecht erhält. Ich empfinde es als Symbol, aber nicht als das einzige auf der Welt, dass ich Leute wegen ihrer Herkunft, wegen ihrer Hautfarbe, wegen ihrer Gedanken, die doch frei sein sollten, benachteilige. Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an die Zeit des Nationalsozialismus denken? Dass ich von meinen Eltern ganz wenig darüber gehört habe. Adolf Hitler fällt mir ein. Und da fällt mir nur ein, dass er viel versprochen hat den Bürgern und Bürgerinnen, Arbeitsplatzbeschaffung und dass er Häuser erbauen hat lassen. Aber im Grunde genommen war das alles nur Lug und Betrug. Grausame Verbrechen, die damals passiert sind und die sich hoffentlich nie mehr wieder wiederholen werden. Wie wurde das Thema bei Ihnen in der Schule so durchgenommen? Nicht so intensiv wie heutzutage, glaube ich. In der Schule noch gar nicht bei mir. Ich bin jetzt 77 und da ist das nicht so behandelt worden. An und für sich habe ich dieses Thema nicht gut gefunden, weil ich nicht verstanden habe, wieso viele Bürger sich so übers Ohr hauen haben lassen können vom Adolf Hitler. Natürlich ist im Geschichteunterricht das alles durchgenommen worden und wir sind dann auch ins KZ Mauthausen gefahren, um uns das Ganze fortanzuschauen. Ich bereue ein bisschen, dass man in dem Alter das vielleicht nicht ganz so gut merkt. Darum ist es immer wieder interessant, über das zu lesen. Ich bin mir schon länger her, aber eigentlich zu meiner Zeit ist noch relativ viel geschwulgen worden darüber. Aber mittlerweile wird das doch schon ein bisschen mehr aufgearbeitet seit den 80er Jahren. Wie wurde im Unterricht mit diesem Thema umgegangen? Überhaupt nicht zu meiner Zeit. Das kam nicht vor. Ich habe 1967 maturiert und da war der Geschichtsunterricht mit dem ersten Weltkrieg zu Ende. Alles andere habe ich dann erst beim Studium gelernt sozusagen. Und es haben auch die Leute aus dieser Zeit wollten auch nicht darüber sprechen. Also das ist alles verschwiegen worden und natürlich die Lehrer auch nicht, weil die haben Angst gehabt. Wie würden Sie reagieren, wenn so etwas ähnliches wieder passieren wird? Die wichtigste Waffe ist sicher, dass jeder einen Beitrag leistet, die Demokratie aufrechtzuerhalten. Also zivilgesellschaftlich und vor allem auch immer dagegen wirkt, wenn es Tendenzen gibt, die das untermauern oder dagegen arbeiten. Ich wäre entsetzt. Ja. Unsinnig, finde ich. Ja, da habe ich mir oft schon überlegt, ob ich den Mut hätte aufzubegehren. Vielleicht schon. Ich würde mich sicher dagegen auflernen, beziehungsweise würde ich schauen, dass ich irgendwie eine kleine Gruppe zusammenbilde und gegen so einen Nationalsozialismus vorgehe. Weil ich würde mir das nicht gefallen lassen. Ich würde mich zurückziehen. Ich wäre, glaube ich, zu feige, offiziell etwas zu unternehmen. Ich wäre zutiefst enttäuscht. Ich hoffe, dass wir so weit präventiv arbeiten, dass so etwas nie mehr vorkommt. Und ich glaube, Dialog ist das Einzige, was man dagegen machen kann. Dialog ist das Einzige, was man dagegen machen kann. Immer wieder darüber reden, immer wieder daran erinnern und versuchen somit sowas zu verhindern. Sollten auch künftige Generationen über diese Zeit informiert werden und wie? nicht immer unter dem Begriff mehr Kulpa, mehr Kulpa für die Österreicher und für die Deutschen, sondern im Gesamtkonzept, weil es hat ja nicht nur den Nationalsozialismus gegeben, sondern wenn man in die Kolonien schaut zum Beispiel, ist ja Ähnliches passiert. Also im ganzen Umfeld würde ich sagen, sollte man schon darüber, damit man einen Gesamtüberblick kriegt. Das hoffe ich, weil wiederholen sollte es sich auf keinen Fall. Aber wie man jetzt gerade sieht auf der Welt, das ist für mich die große Frage, ob manche Menschen fähig sind zu lernen aus der Geschichte. Ja, auf jeden Fall. Und sie sollten wach bleiben diesbezüglich. Sie sollten schon erfahren und Urteil machen. Ich glaube nicht, dass da einverstanden wird. Auf alle Fälle. Es reichen Tatsachenberichte, Ausstellungen, Dokumente, die noch da sind. Zeitzeugen werden ja immer weniger. Ganz wichtig, dass das im Unterricht durchgenommen wird, damit man immer wieder daran erinnert und dass sich sowas einfach nicht wiederholt. Danke für das Interview! Bye.