Die Hörstadt ist gegründet worden eigentlich aus der Musikabteilung der Europäischen Kulturhauptstadt Linz 2009, die ich geleitet habe. Was kann eine Stadt wie Linz in einer europäischen Kulturhauptstadt im Bereich der Musik machen, die zwischen Salzburg und Wien liegt? Hörstadt feiert sein 15-jähriges Bestehen. Also 15 Jahre gibt es Hörstadt, nicht 50 Jahre. Das würden wir nicht schaffen, obwohl wir schon relativ alt sind. Wir wissen ja, dass die Wiener sie schon seit Jahrhunderten als Welthauptstadt der Musik begreifen. Durchaus ähnlich sehen das die Salzburger. Macht es da Sinn, in einem Jahr relativ viel Geld, wir hatten also mehr als 9 Millionen Euro in der Musikabteilung zur Verfügung, für Musik auszugeben? Und anlässlich dieses erfreulichen Datums machen wir ein Fest? Nein, macht keinen Sinn. Weil was ist dann nach dem einen Jahr? Und da ist dann in einem relativ langen Prozess rausgekommen, dass Akustik als politisches Thema, als soziales Thema, als gesellschaftliches Thema sträflich vernachlässigt wird. Und aus dem ist dann die Idee der Hörstadt entstanden, also eine Institution zu gründen, die dieses Thema vielleicht mit relativ unorthodoxen Mitteln annimmt. Da gibt es viel zu sagen, das meiste wird Peter dann sagen. Ich sage das, was ich in diesen nicht einmal ganz elf Jahren gemacht habe. Ich habe mich um die Hörstadtgespräche angenommen. Und es ist dann offiziell in Betriebnahme, kann man sagen, und Anführungsstrichen war dann 2009, obwohl wir natürlich viel früher begonnen haben. Und deshalb ist heuer im Jahr 2024 das 15-jährige Bestandsjubiläum der Hörstadt. Und zwar, es war eigentlich, haben wir ein Symposium gemacht und Symposien sind ein Medium, das immer schwieriger wird zu veranstalten, weil man hier eigentlich schauen muss, dass man internationale Gäste einlädt, also vor allen Dingen von den Sprechern her und vor allen Dingen, weil man auch schauen muss, dass man genügend Zuhörer findet. Und wir haben uns dann gedacht, okay, dann probieren wir ein neues Medium aus. Und wir haben dann beschlossen, wir machen gemeinsam in Kooperation mit DorfTV die Hörstartgespräche. Es geht also eigentlich nur größer, bürger, wetter und diese feinen Nuancen, glaube ich, die sind wirklich, das ist schlimm eigentlich, sind auch wahrscheinlich in der Lehre vernachlässigt worden. Ich hoffe, dass ich es, und ich habe auch das Gefühl, dass es sich jetzt wieder ändert, was die Kunsthune betrifft. Sowieso habe ich mit Hörstatt und so weiter. Ich sehe das aus dem Punkt, dass man Räume bei aufwendigeren Dimensionierungen sicher optimaler in der Nachhaltzeit gestalten kann, als sozusagen mit diesen Daumen mal Pi Regelungen. Ich sage immer, dass man sozusagen den Aufwand, den man da treibt, dass man da das Potenzial, das in dem stecken würde, nicht wirklich ausnutzt. Ja, ich glaube, dass da ja genau an dem Beispiel können wir ja so ein Krux der Akustik feststellen, nämlich dass im Planungsbereich nicht genügend vernetzt ist mit den anderen Bereichen. Sagen wir mal, Stadtplanung ist zum Beispiel eine Todsünde, die Erdgeschossbereiche nicht zu nützen, weil es führt zur Ghettoisierung. Also wie es in allen Städten da ist, wo im Erdgeschoss keine Beiseln, keine Geschäfte, Kindergärten und so weiter sind, ist das tote und sehr oft dann sehr schnell gesetzloses Areal. Es ist 16 Uhr. Wir starten jetzt wieder unser Hörstartgespräch. Heute sprechen wir über Klänge, sozial und kulturell deuten. Vor allem im Ersten Weltkrieg hat es eigentlich sehr stark, weil da war irgendwie noch ein bisschen mehr Spielraum für Interventionen von den einzelnen Gemeinden. Da haben recht viele Glockenansuchen gestellt, um zu zeigen, dass diese Glocken bewahrt oder wie wichtig die Glocken für die Dorfgemeinschaft sind. Damit sie nicht eingeschmolzen werden. Und das Spannende an dem Ganzen ist, dass es eigentlich gezeigt hat, wie wichtig der Raum und die Glocken eigentlich, der Zusammenhang zwischen Raum und Klang ist. Weil die Glocken eigentlich, der Zusammenhang zwischen Raum und Klang ist, weil die Glocken müssen überall gehört werden, also die großen Glocken sind meistens sehr wertvoll für die Personen gewesen und sie sind natürlich symbolisch auch aufgeladen worden, weil sie sozusagen, bei der Kirche, das schafft es recht gut, dass sie so Sachen wie die Glocken oder Orgeln werden von der Bevölkerung gezahlt. Das heißt, die zahlen für das und das ist auch ein symbolisches Prestigeobjekt. Wir haben Bauphysik gelernt, da hat man halt diese gewissen Rechnungen gelernt, dort wie groß die Schallquelle drin und laut, aber Raumakustik, wie der Raum selbst klingt, das ist etwas, mit dem hat man sich zu meiner Zeit freiwillig beschäftigt und einfach eine Sensibilität kriegt, dass man wieder irgendwie ein Ohr hat. Darauf sage ich jetzt was. Also erstens einmal zu den Hörstockgesprächen. Wie ich heute gelernt habe, von der Margit 45 Hörstockgespräche haben wir bisher gemacht. Vielleicht darf ich nur eine Kleinigkeit dazu sagen. Das Schöne daran ist, dass man mit jedem Gesprächspartner gescheiter wird. Das heißt, wir produzieren unter diesem usergenerierten Fernsehen, das dürfte Frau Macht, Fernsehen, das durfte Frau Macht, unsere eigenen Sendungen und haben uns dann gesagt, okay, das passt, da können wir vier Sendungen im Jahr machen. Und zusätzlich, was natürlich damit auch verbunden ist, ist, dass diese Art derengünstiger, aber es ist natürlich umgekehrt eine Einschränkung, weil wir in erster Linie Gäste aus Österreich einladen. Also wir laden keine Leute aus Berlin oder aus Zürich oder aus New York ein, weil die Reisekosten derartig enorm sind. Die könnten wir nicht tragen. Und sozusagen diese 45 Gespräche dann auch das Know-how der Hörstatt natürlich erweitern. Da gehört einmal erstens dazu, dass wir gesehen haben, dass die bisherigen Mittel mit Akustik in einem gesellschaftlichen Zusammenhang umzugehen unzureichend sind. Also wenn mit Schall, im Grunde ist jeder Schall bewegte Luft, mit Schall, im Grunde ist jeder Schall bewegte Luft. Die da draußen haben gerade eine Führung durch die Kunstuniversität und gehen in jeden Raum hinein. Es könnte auch sein, dass sie auch zu uns kommen, aber es macht schon jemand die Tür zu. Aber wir haben immer wieder zu den unterschiedlichsten Themen Gäste gefunden. Und ja. Guten Abend, herzlich willkommen zu den Hörstattgesprächen hier im Studio von Dorf TV in Linz. Wir haben heute das Thema Radio hören und haben die Frage etwas überspitzt und gemeint, sei das jetzt eine überholte Kultur, ja oder nein. Dazu haben wir eingeladen Herrn Peter Klein, er ist Leiter des Programmes Ö1 des österreichischen Rundfunkes. Rein assoziativ, und ich bin ja in einem Alter, wo ich das so sagen darf, ist Radio ein Kastl, in dem kleine Männchen sind, die sich fallweise auch zu einem Symphonieorchester vereinigen und irgendwas tun, was man dann hört. Gelegentlich sitzt auch nur ein einziger Sprecher in diesem Kastl. Die jüngere Generation verfügt nicht mehr über das, was wir ein Radiogerät nennen. Wahrscheinlich nicht einmal mehr über eine Stereoanlage, sondern Radio wird übers Internet konsumiert, vorwiegend. Was im Grunde jetzt für diejenigen, die Radio anbieten, noch gar keinen so großen Unterschied macht. Ach so, nein, du wolltest noch etwas dazu sagen. Ich bin ein ganz schlechtes Vorbild, besonders für Kinder. Ich gehe nämlich mit dem Smartphone sogar ins Bett und habe dann zwei Apps auf dem Smartphone. Eines ist Ö1 natürlich. Und das andere, das darf ich raten, ist Deutschland Radio Kultur. Deutschland Radio Kultur gibt es nicht alleine. Es gibt die drei Deutschland Radios, also Deutschland Radio, Deutschland Radiokultur und Deutschland Radiowissen. Die gibt es in einer App. Und ich gestehe, dass ich das in der Nacht lieber höre als Ö1, weil dann nicht nur Klassik und Barockmusik gedudelt, sondern auch sehr viele Wortsendungen. Warum, was ist, glauben Sie, warum ist Podcast so beliebt? Die technologische Entwicklung führt zurück auf die iPods von Apple, wo man zum ersten Mal, also die MP3-Player, wo man zum ersten Mal Dinge aus dem Netz auf den iPod laden konnte und das einfach hören konnte. Also zeitunabhängig und auch nicht gebunden an ein durchgehendes Programm. Und Podcast setzt sich ja zusammen aus diesen beiden Begriffen iPod und Broadcast. Also das heißt, das eine ist das Technologische, das andere ist die Sendung. Und das hat sich einfach zunehmend verstärkt, die Möglichkeit, dass man jetzt via Smartphone wirklich mobil hören kann. Zusammengefasst könnte man sagen, wir haben zwei Oberbereiche. Das eine ist die akustische Ökologie und das andere ist die akustische Kultur. Und aus diesen zwei großen Gärten haben wir dann einzelne Themen ausgewählt und wählen noch immer aus. Also wenn in unserer Gesellschaft, und da kann man es durchaus sagen, in der westlichen Gesellschaft, mit Schall umgegangen wird, dann meistens als Vermeidungsstrategie, weil etwas zu laut geworden ist, weil es die Leute stört, Lärmschutz ist also das Signalwort dafür. Als erstes, was hören Sie, wenn Sie aufwachen? Wie orientieren Sie sich in Ihrer Wohnung? Und die dritte Frage, was mich interessiert, machen Sie sich Ihr Frühstück selbst oder hilft Ihnen da jemand? Bitte, Herr Stöger. Nun, an einem besonders schönen Tag ist das Erste, was ich höre, natürlich Vogelgezwitscher. Ich wohne ja ganz nah an einem Park mit schönen Bäumen, also viel Gelegenheit für gefiederte Freunde, mir in der Früh zum Aufwachen was Nettes vorzusingen. Manchmal tun sie das, etwa an einem schönen Frühlingstag. An nicht so schönen Tagen geht es weniger romantisch zu. Da gibt es als erste Begrüßung des neuen Tages Autolärm, etwa von Menschen, die früher als ich zur Arbeit fahren. Die sind sehr zu bedauern natürlich. Und ich auch, weil ich eben dann nur den Autolärm von ihnen höre. Beziehungsweise es könnte, wenn es ganz wenig schön ist, mein digitaler Wecker sein. Dann schlafe ich so gut, dass ich dessen Aufwecken wirklich brauche, um aufzuwachen. Das wäre dann der in mein Smartphone eingebaute Wecker, der mir knallhart sagt, es sei halb sieben, ich solle doch aufstehen. Also das heißt, die Leidenszeit oder die Zeit, weil die meisten Schwierigkeiten kommen gleitend, kommen schleichend und man merkt das erstmal gar nicht so und das ist eine Sache, sollen die anderen halt eben lauter sprechen oder die anderen sprechen undeutlich. wenn man im Badezimmer ist und der andere ist in der Küche, man versteht denjenigen auf einmal nicht mehr. Der Fernseher wird lauter gemacht. Und wenn man das aber als Partner dann sofort merkt, sollte man halt eben auch darauf bestehen, dass halt eben die Fernsehlautstärke, die Radiolautstärke auf das Niveau des Besserhörenden herabgesetzt wird, damit der Schwerhörige vielleicht auch dann eher erkennt, Moment, mir fehlt da tatsächlich was. Das sind oft immer wieder zwei verschiedene Sachen. Im Prinzip ist ein Tinnitus, als Tinnitus definiert, jedwedes Ohrgeräusch, das man nicht objektivieren kann. Das heißt, dass der Patient subjektiv hört, das aber niemand anderer hören oder durch irgendwas wirklich jetzt objektiv messen kann, ohne die subjektive Erfahrung. Was ist eigentlich die Logopädie oder dann die logopädische Stimmtherapie? Die Logopädie ist als Fachbereich, mittlerweile als Wissenschaft sogar anerkannt, ein großes Spektrum, wo es um die einerseits Diagnostik, auch ein bisschen Beratung oder Prävention vor allem, und dann Therapie von Störungen des Bereichs Atmung, Stimme, aber auch der ganze orofaziale Bereich, also Gesichtsmimik, wenn wir jetzt von einer Gesichtslähmung zum Beispiel ausgehen, aber auch Nahrungsaufnahme, beginnend von Saugen, Stillen beim Neugeborenen, Kauen, Schlucken bis ins hohe Alter natürlich, dann der ganze Bereich der Sprache, Sprachstörungen beim Kind in der Entwicklung, also Störung der Sprachentwicklung oder des Erlernens der Sprache bis zum Sprachverlust nach neurologischem Geschehen, nach einem Insulschlaganfall oder auch Veränderungen des Sprechvermögens auch neurologisch, Parkinson zum Beispiel, wenn sich Sprechen verändert, im Sprechen aber auch der große Bereich, Redeflussstörung, Stottern, Boltern, alles in dem. Und sagt, schau her, ich brauche die Szene, da geht jemand durchs Bild, ich brauche die Schritte. Und der Geräuschemacher macht dann diese Schritte noch einmal live zum Bild, synchron nach und nimmt sozusagen, werden die Schritte aufgenommen und dann wieder finden in dem ganzen Tonbild, was der Sounddesigner kreiert, auch einfach die Rolle. Und das Ganze wird dann gemischt und fertiggestellt. Das heißt, der Geräuschemacher ist ein Teilbereich von dem, womit der Sounddesigner arbeitet. Und vielleicht sollte ich zum Schluss noch ein Thema aufgreifen, das uns natürlich auch wichtig ist, weil wir ja von der Stadt Linz gefördert werden. Also die Hörstadtgespräche werden von der Stadt Lin Themen aufgreife. Das eine Frauen- und Musikausbildung, wo wir die Rektorin der Musik-Uni Wien eingeladen haben. von der Oper bis zum Pop, also wie haben sich die Gesangsstimmen und die dazu passenden Geschlechterrollen aufgeteilt zwischen Männern und Frauen? Also seit dem 19. Jahrhundert ist es eigentlich so, dass wir in Anführungszeichen natürlich weibliche Stimmen mit hohen Stimmen verbinden würden und tiefe Stimme mit Männern oder Männerrollen verbinden würden. Das war davor überhaupt nicht so. Sondern die Stimmlagen waren anders besetzt, die waren sozial besetzt. Also hohe Stimmen waren sozusagen sozial hohe Positionen, tiefe Stimmen waren sozial niedere Gruppen, also wie die Dienerschaft und so weiter. Und hohe Stimmen waren immer die Primo, Uomo oder Prima Donna, dann auf jeden Fall eben die sozial höher gestellten Menschen. Und insofern gab es da durchaus die Möglichkeit, dass eben Männer mit tiefen Stimmen auch weibliche Dienerinnen, Ammen und so weiter gespielt haben, ohne dass das jetzt irgendwie gleich eine Buffo-Rolle war und dass genauso gut Sopranistinnen, also Frauen, auch Männer gespielt haben, einfach weil es um die hohe Stimme gegangen ist. auch Männer gespielt haben, einfach weil es um die hohe Stimme gegangen ist. Und es war überhaupt nicht das, was man heute mit Cross-Dressing oder Cross-Gender beschreiben würde, sondern das war vollkommen normal. Wie Sie richtig sagen, im Orchesterbereich, gerade bei den Streicherinnen und Streichern, ist ein großer Anteil an Frauen, würde ich grob geschätzt sagen, 50-60% an Frauen sind in den Streichern drin, vor allem in Bratsche, Geige und Bratsche. Schlagwerk haben wir ungefähr im Konzertfach um die 20 Prozent Studentinnen. Auch im E-Bop-Bereich sind ungefähr 20 Prozent der Studentinnen Frauen, die dieses Instrument wählen. Und im pädagogischen Bereich ist im Schlagwerk, haben wir eine Quote von circa 30 Prozent. Und da habe ich mir gedacht, wie ist das? Und ich glaube, die Sache ist die, dass man in der Schule sehr viel mit Rhythmik arbeiten muss und dass natürlich auch Pädagoginnen sehr zugutekommen, wenn sie rhythmisch sehr intensiv und stark ausgebildet sind, möglicherweise. Ich glaube, das Wichtige ist, dass wir Schall in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen, weil es gibt kein Leben ohne Schall. Schall ist Luft und ohne Luft gibt es kein Leben. Also ist Schall ein immanenter Bestandteil unseres Lebens und gehört Gestalt, sowie auch andere wichtige Sphären unseres Lebens. Und dazu wollen wir einen Beitrag leisten, auf der einen Seite durch forscherische Arbeiten, die meistens eine relativ kleine Öffentlichkeit nur erreichen, obwohl wir, wo es geht, alles auf unsere Homepage stellen. Und andererseits auch mit interventionistischen Sachen wie Kunstwerken oder Schallrohren oder ähnlichen Dingen, die wir heute versuchen, in die Öffentlichkeit zu tragen. Und man sieht, die Hörstädter haben ein recht großes Spektrum, obwohl wir ein relativ kleiner Verein sind. Aber je nach Projekt kann es schon sein, dass auch dann 10, 15 Leute an einem Projekt arbeiten.