Hallo und herzlich willkommen zu einer Spezialausgabe von unserer Late-Night-Show Bitching Around. Spezialausgabe deswegen, weil heute sehr viele spezielle Sachen passieren. Wir sind erstens nicht in unserer gewohnten Umgebung im Raumteiler Linz, sondern theoretisch vorm Entertainer, der diese Woche vom Frauenbüro bespielt wird, die ganze Woche. Aber wir sind jetzt gerade auch nicht vorm Entertainer, weil uns der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Jetzt sitzen wir im alten Rathaus Linz. Wer unser Format regelmäßig schaut, der weiß natürlich, dass wir letztes Jahr schon mal hier waren. Danke für die Einladung an das Frauenbüro. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Hosting-Bitch heute nicht die wunderbare Sarah Mo Braschak ist, sondern ich. Aber dazu gleich noch mehr. Und wir sprechen heute über ein Thema, das, obwohl es so viele Menschen betrifft, genauer gesagt zwei Milliarden Menschen, immer noch sehr viel mit Scham behaftet ist. Vielleicht könnt ihr es anhand der Kunstwerke hier im Hintergrund schon erkennen. Wir sprechen heute über Menstruation. Heute ist der 28. Mai, das ist der Weltmenstruationstag. Das ist ein Aktionstag, der soll zur Entstigmatisierung beitragen und über Monatshygiene aufklären. Denn obwohl der Vorgang der Menstruation nichts Neues ist, gibt es noch immer viele Mythen und aber auch Ungerechtigkeiten rund um dieses Thema. Und darüber möchte ich heute mit meinen Expertinnen, die hier neben mir Platz genommen haben, ein wenig plaudern. Das sind einmal die Selin Kappa, Luan Pertl, die Michaela Scheußengeier, Rebecca Hochreiter und Sarah Braschak. Herzlich willkommen, danke, dass ihr gekommen seid. Wollt ihr euch vielleicht kurz selber vorstellen und in ein, zwei Sätzen erläutern, was ihr mit dem Thema Menstruation verbindet und warum ihr heute da sitzt. Celine, vielleicht starten wir gleich mit dir. Ja, hallo, mein Name ist Celine und ich arbeite hier in Linz im Zentrum für medizinische Forschung im Bereich Gynäkologie und wir beschäftigen uns eben sehr viel mit Fruchtbarkeit, Endometriose, aber auch Menstruation. Und ja, ich freue mich, dass ich heute da sein darf. Vielen Dank für die Einladung. Luan? Ja, danke schön auch von meiner Seite für die Einladung. Mein Name ist Loren Pärtl, ich komme vom Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreich. Was bedeutet Menstruation für Intermenschen? Auf der einen Seite manche Menschen, wo man glaubt, sie sollten menstruieren, dann leider nicht menstruieren. wo man glaubt, sie sollten menstruieren, dann leider nicht menstruieren und was für eine Scham und Verstecktheit das auch für sie bedeutet, so auch nicht darüber sprechen zu können oder dann Fake-Menstruationsutensilien mit dabei haben, aber auch Menschen, die eigentlich nicht hätten menstruieren sollen und durch Hormongaben der Medizin begonnen haben zu menstruieren. Da habe ich dann noch ganz viele Fragen dazu. Danke, dass du da bist. Michaela. Ja, hallo. Danke für die Einladung. Mein Name ist Michaela Schoessengeier, ich bin Mitarbeiterin von der Beratungsstelle BILI. BILI ist eine Beratungsstelle in Linz. Wir haben schwerpunktmäßig Jugend- und Familienangebote und die Sexualberatung. Was wir auch machen, wir gehen in die Schule und bieten sexualpädagogische Workshops. Also es geht um sexuelle Bildung, um sexuelle Gesundheit und da kommen wir dann schon zu diesem Thema Menstruation. Das ist natürlich auch ein Thema, wo es viel um Aufklärung geht, um Mythen, aber auch einfach darüber reden und das Thema zu enttabuisieren. Ich glaube, das ist das Allerwichtigste und das machen wir heute. Dankeschön. Becky, du bist ja heute nicht nur Gästin, sondern du bist auch für die Gestaltung in der ganzen Woche für den Container zuständig. Warum beschäftigt dich das Thema? Das frage ich mich auch immer wieder. Thema? Das frage ich mich auch immer wieder. Ich versuche mit meiner künstlerischen Arbeit einen Weg zu finden, um über schambesetzte oder tabuisierte Themen zu sprechen. Also die letzten Tage haben mich das immer wieder gefragt, warum ich das mache und ich habe dann gemerkt, das liegt vielleicht darin, dass ich eine sehr introvertierte Person bin und es aber schafft, dass ich mit meiner Arbeit mit Personen, die ich teils gar nicht kenne, über extrem intime Themen einen Austausch finde. Dankeschön. So, kommen wir nun zu dir, Sarah. Was hat denn dich bewegt, dazu heute deine Rolle zu wechseln? Ja, weil du das sicher genauso gut machst wie ich. Und weil ich Endometriose Patientin bin. Genau, also ich dachte, bei dem Thema wäre es irgendwie cool, einmal die Seiten zu wechseln. Und ich bin ja quasi eine Frau, die nicht mehr menstruiert, also ich darf ja nicht mehr. Quasi. Damit die Endometriose nicht mehr zurückkommt und von dem her war das, also ist glaube ich auch ein spannender Punkt, also wenn quasi Menstruation dazu führt, dass man quasi ja, das unterbinden muss eigentlich körperlich, damit man halt nicht in extremen Schmerzen lebt die ganze Zeit. Ja, genau, das ist der Grund, warum ich jetzt halt als eigentlich körperlich, damit man halt nicht in extremen Schmerzen lebt die ganze Zeit. Ja, genau. Das ist der Grund, warum ich jetzt heute auf dieser Seite sitze. Ausnahmsweise. Ausnahmsweise. Ja, wir haben jetzt schon gehört, dass die Periode eigentlich den Ruf hat, schmutzig zu sein und sehr oft Ekel hervorbringt. Könnt ihr euch erklären, warum das so ist? Woher kommt das? Also, die Menstruation ist gesellschaftlich, kulturell, aber auch religiös, glaube ich, sehr stigmatisiert. Und religiös gibt es da ein gutes Beispiel. Also in der Bibel, im dritten Buch Moses, ist es so festgelegt, dass eine menstruierende Frau gilt als unrein und sollte separiert werden. Und alles, was sie berührt, gilt auch als unrein. Und ich glaube, die Klassifizierung mit rein und unrein, das hat sich leider gesellschaftlich auch so manifestiert. Aber auch in den Medien, in der Werbung ist es oft so präsentiert, dass die Menstruation etwas ist, was man verstecken sollte und kaschieren sollte. Obwohl eigentlich die Menstruation, das ist was Natürliches, was Normales, das zeichnet einen gesunden Körper aus. Und ich glaube, darauf sollte man sich konzentrieren. Alle zustimmen. Ich würde die Bibelgeschichte ergänzen. Also man kommt da schon wieder raus. Also praktisch, wenn man dann unrein ist, wenn man menstruiert hat, wenn man zwei Tauben, zwei junge Tauben opfert, dann kann man diese, ah cool, genau, kann man das wieder aufheben. Also zu der Frage, ich glaube, es gibt da ganz viele Gründe, aber es ist auch in der Vergangenheit natürlich auch bewusst, dieses Tabu gegen menstruierende Personen eingesetzt worden. Also zum Beispiel hat man Frauen sehr oft vorgeworfen, dass sie praktisch viele Sachen nicht machen können oder menstruierende Personen, weil sie ihren eigenen Körper eben nicht kontrollieren können, weil wir immer davon ausgehen, dass praktisch der nicht menstruierende Körper ist der normale und mit dem menstruierenden Körper stimmt etwas nicht. Also weil der kontrolliert sich nicht. Ja, genau. Ja, also ich glaube, es ist halt einfach wichtig, wir haben das heute eh schon auch, Frau Schobisberger hat das heute auch schon erwähnt, dass man eben über dieses Thema spricht und eigentlich sollte doch der Staat, dass man über dieses Thema spricht, in der Erziehung oder in der Schule sein. Und ich kann mich selber noch erinnern, wie unwohl ich mich in der Schule immer gefühlt habe, wenn ich meine Menstruation gehabt habe. Und ich habe nie das Gefühl gehabt, dass ich da jetzt wirklich aufgeklärt worden bin, was da in meinem Körper passiert. Ich habe mich auch immer geschämt. Ich habe auch immer, wenn ich meine Menstruation gehabt habe, dunkle Kleidung angezogen, weil ich eben Angst gehabt habe, dass da irgendwas passiert. Und ich weiß auch noch, dass ich gelernt habe, wie man einen Tampon verwendet, weil meine Mutter diese Schachtel auf der Toilette gehabt hat und ich mir da immer die Bedienungsanleitung durchgelesen habe. Wie war das bei euch so in der Schule? Habt ihr da gut aufgeklärt worden? Also in der Schule überhaupt nicht. ihr da gut aufgeklärt worden? Also in der Schule überhaupt nicht. So gar nicht, gar nicht. Es ist eigentlich meistens mit dem männlichen Körper gegangen in der Aufklärung. Und ich weiß noch, wie ich meine Daug gekriegt habe, dass ich mich eigentlich voll gefreut habe. Also ich habe das viel cool gefunden. Jetzt bin ich erwachsen. Genau. Und meine Oma und meine Mama haben ganz cool reagiert und so. Aber sie haben es auch nicht erklärt. Also sie haben mich gefragt, ob ich alles habe, was ich brauche. Aber sie haben mir eigentlich nicht erklärt, was ich brauche. Genau. Und das war bei mir dasselbe. Mit der Bedingungsanleitung am Klo. Und so weit muss man dasselbe, mit der Bedingungsanleitung am Klo und dann so, ja und so weit muss man das. Ja, genau. Aber ja, hätte schlimmer sein können. Also ich bin jetzt nicht in dem voll konservativen Haushalt groß geworden, von dem her habe ich schon das Gefühl gehabt, ich kann darüber reden. Aber was jetzt so die Schule betrifft oder so das gesellschaftliche Umfeld, das war eigentlich eher das, wo ich das Gefühl gehabt habe, ich darf nicht drüber reden und vor allem habe ich das gemerkt, wie jugendlich war ein Freund von mir, die dann halt gemeint haben, ja, ein Mensch, der so viel Blut im Monat hat, dem kann man nicht trauen, also solche Aussagen, beziehungsweise, dass das halt so ein Tabuthema war, dass es halt irgendwie grauselig dann ist oder so. Das war dann eher so gesellschaftlich und weniger von dem, wie ich aufgewachsen bin, habe ich das Gefühl gehabt. Da habe ich das dann voll mitgekriegt. Und dann war halt auch der klassische Move so, wenn es das irgendwie aus Klo geht, dann versteckst du den Tampon und schaust, dass du es unauffällig machst und so weiter und so fort. Und ja, dann habe ich halt mit der Zeit, aber eigentlich erst relativ spät, mit Mitte 20 oder so, mir entschieden, das nicht mehr so zu machen. Aber ja, das prägt sich irgendwie ein, wenn man halt mitkriegt, das ist halt so und das soll nicht sichtbar sein. Menstruation soll einfach nicht sichtbar sein. Ja, genau. Luan, kannst du du an der Schulzeit nur erinnern? Bist du da aufgeklärt worden? Ob ich mich noch erinnern kann? Das ist schon sehr lang her. Also nein, genau. Wir sind nicht aufgeklärt worden. Ich bin auch nicht in meiner Familie aufgeklärt worden. Also grundsätzlich überhaupt gar nichts zum Thema. Generell eigentlich keine Sexualaufklärung, auch keine Aufklärung zur Menstruation, Sexualaufklärung, auch keine Aufklärung zu Menstruation, aber dann schon auch noch mal gar keine Aufklärung zum Thema Intergeschlechtlichkeit, wo das Thema ja sowieso noch einmal ganz anders ist. Und für mich war es so, also ich habe, mein Körper war eigentlich nicht dafür gemacht zu menstruieren, aber er wurde von der Medizin dazu gemacht. Deshalb finde ich auch ein bisschen schwierig, dieses mit gesunden Körper, menstruierender und gesunder Körper. Also auch nicht menstruierende Körper sind gesund und manche menstruierenden Körper sind nicht gesund, weil sie dazu gezwungen wurden genau ich glaube da muss man ein bisschen vorsichtig sein und mein körper ist einfach ganz klar dazu gezwungen worden ich habe amon behandlungen bekommen und für mich war das einfach die hölle also ich glaube in meinem ganzen leben möchte ich keinen menschen diese schmerzen wünschen und auch nicht quasi die also das war nicht so dass man so wie andere menschen bei mir die dann vielleicht vier tage oder fünf tage geblutet haben wenn ich einen guten lauf gehabt habe dann waren es drei wochen und genau und da hat man halt einfach nicht darüber gesprochen. So, das, ja, jetzt, tu nicht so, es passt schon, ist schon in Ordnung. Und Schmerzen sind halt einfach so, muss man aushalten. Also das waren auch die Rückmeldungen von den MedizinerInnen. Genau, richtig. Wie war das bei euch so, oder? bei euch so? Was mir dazu einfällt, ich bin ja altersmäßiger durchaus, wo es eine Zeit lang schon her ist, wo ich in der Schule war und ich kann mich überhaupt nicht erinnern, dass das ein Thema war in der Schule und auch nicht zu Hause, was mich aber wirklich erschreckt, dass das Generationen gleich geblieben ist. Ich könnte ja die Idee haben, jetzt sind wir viel weiter und wir sind auch weiter, das glaube ich schon. Aber da wiederholt sich was, diese Stabuisieren, das Nichtsprechen, das Unreine, also diese Themen, dass die so hartnäckig sind, das ist schon sehr außergewöhnlich, finde ich. Und gerade im pädagogischen Bereich, wo es schon um viele Themen geht, auch um soziale und psychosoziale, aber auch Gesundheit, wie man es definiert, dass das kein Thema ist, das ist schon sehr erschreckend für mich. Im Prinzip kann ich sagen, 40 Jahre hat sich nicht wirklich was geändert. Ich meine, wir haben jetzt niemanden, der gerade in der Schule ist bei uns in der Runde, um da noch einzufangen, ob sich das vielleicht schon gebessert hat. Also ich hoffe auch, dass es sich gebessert hat, aber ich glaube, wir sind auch noch nicht lange dort. Also ich habe gerade tatsächlich zwei Kinder in meinem näheren Umfeld, die gerade in der Schule sind. Und da wird auch nichts drüber geredet. Und ich meine, Michi, ihr macht ja auch Aufklärung in der Schule und wir von FIME machen das auch immer wieder. Und das Schockierende daran ist halt einfach so zu erkennen, dass quasi die Lehrpersonen, die das vielleicht beim Biologieunterricht oder so vielleicht auch mal erwähnen könnten oder darüber reden sollten, dass die überhaupt gar nichts sagen. Die warten eigentlich schon drauf, dass wir kommen, damit dann endlich auch über das geredet wird, obwohl es eigentlich um das Thema Inter gehen sollte. Oder bei dir ist es wahrscheinlich genauso. Da warten schon alle drauf, weil die Person, die wir da jetzt gebucht haben, die redet dann drüber. Da müssen das wir nicht machen. Und das ist halt schon einfach weird, weil, so wie du vorhin gesagt hast, zwei Milliarden Menschen, also wahrscheinlich sind es noch mehr. Ja, das ist auch meine Erfahrung und was ich nur ergänzen möchte, so in der Beratung ist es genauso. Also es kommen junge Leute und das zu thematisieren, das ist noch immer nicht einfach, auch im Zweiersetting, wo es nicht um die Gruppe geht, weil Gruppe wirkt ja auch. Also das ist wirklich was Außergewöhnliches, dass dieses Thema so schambehaftet ist. Und darum ist so gut und so wichtig, was wir heute machen. Aufklärung hat ja immer viel mit Medizin und was wir über den Körper wissen zu tun. Und es gibt ja diesen hoffentlich schon bekannten Gender Health Gap, wo es darum geht, dass eigentlich aufgrund von Geschlecht die Forschung eigentlich ein Ungleichgewicht hat. Also medizinische Behandlungen von Frauen oder von weiblich gelesenen Personen und Männern oder männlich gelesenen werden häufig eben nur an Erfahrungen von Männern hergezogen. Genauso werden Schmerzen oft nicht so berücksichtigt. Du hast das auch gerade schon so gesagt. Wie war das bei dir, Sarah, mit deinen Schmerzen? Sind die ernst genommen worden? Nein. Also das hat angefangen, als ich so 17 war, mit extremsten Schmerzen. Und dann hat sich immer geheißen, ja klar, man hat Schmerzen menstruiert. Und dann sind mir halt über Jahre hinweg Schmerzmittel verschrieben worden. Und das war dann mit Mitte 20, hat sich das dann ausgewertet, dass ich nicht mehr nur während meiner Tagsschmerzen gehabt habe, sondern auch in Resterzeit sozusagen und vor allem während meiner Fruchtbarntage. Und dann hat meine Frau mir jetzt irgendwann einmal gesagt, ja, vielleicht haben Sie Endometriose. Und dann, genau, bin ich später zum Endometriosezentrum gegangen. Aber man sieht es ja nicht. Also meistens. Genau, und das war ein ziemlich langer Prozess. Insgesamt habe ich erst 15 Jahre in extremsten Schmerzen verbracht und jetzt bin ich operiert worden im Februar und hoffe mal, dass ich zur Zeit eine Ruhe habe. Die Forschung ist nicht sehr weit. Man hat eigentlich keine anderen Optionen als operieren und die Pille. Und dann weißt du auch nicht, kommt es wieder oder nicht. Wahrscheinlich schon. Dann sagen nicht alle zu dir, dass du Kinder kriegen sollst oder im Wechsel kommen sollst. Dann hast du Ruhe. Von dem her ist das ziemlich erbärmlich, finde ich. Also das ist halt immer so, man merkt, dass die Ärzte auch total ratlos sind. Die sitzen dann so da und so, was auch nicht. Also von dem her, genau, man kommt sich eher vor wie so eine nervige Patientin, die jetzt schon wieder da ist, weil oder so, ne? Also genau und ja, mal schauen, was die nächsten Jahre immer ist. Ich wünsche dir das Beste. Selin, was sagst du dazu? Hat die Sarah recht? Warum geht die Entwicklung da nur so schleppend voran? Beziehungsweise was wissen wir über unsere Körper und was wissen wir nicht? Ja, sie hat auf jeden Fall recht. Also die Forschung zur Endometriose ist bis jetzt sehr schlecht, sage ich mal. Es ist eine frauenspezifische Krankheit und genauso wie polycystisches Ovar-Syndrom, PCOS, ist es oft vernachlässigt worden und als weniger wichtig angesehen worden und deswegen sind da auch weniger Forschungsgelder reingeflossen. Und also wir, gerade bei uns in Linz, wir beschäftigen uns sehr viel mit Behandlung, Diagnose von Endometriose. Und eine Kollegin von mir, die hat auch ein Start-up, gemeinsam mit drei anderen Linzer Forscherinnen, die haben jetzt einen Endometriose-Diagnosetest entwickelt. Also der ist zwar noch in der Entwicklung, die haben jetzt einen Endometriose-Diagnosetest entwickelt. Also der ist zwar noch in der Entwicklung, aber der wird anhand von Menstruationsblut-Diagnose diagnostizieren. Also sie hat schon Biomarker entdeckt und nächstes Jahr wird dann die klinische Studie dazu gemacht. Und also es tut sich was zu Endometriose. Wir haben dann auch noch ein zweites Projekt. Das schaut sich an, welche Rolle die genetischen Faktoren bei Endometriose spielen. Unsere Hypothese ist, dass die Eizellen von einer Endometriose-Mutter an die Kinder weiter vererbt werden. Also die Mutationen an den Eizellen. Und das liefert halt auch neue Erkenntnisse über die genetischen Faktoren, welche Rolle die spielen, wie es vererbt wird und hoffentlich auch irgendwann einmal bessere Behandlung, weil also der Leidensweg von Endometriose-Betroffenen ist ja wirklich schrecklich. Also das tut mir wirklich auch leid. Es ist leider oft so, dass ein Ärzte-Mangel besteht und dass man am Anfang nicht ernst genommen wird und dass man da immer und immer wieder dran bleibt. Leider ist es auch so, dass es lange war so, dass für die medizinische Forschung nur Männer herangezogen worden sind. Und das hat halt einen riesen Bias reingeführt, also eine riesen Lücke von Daten. Und auch zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache von Frauen. Und die meisten Studien basieren aber auf männlichen Teilnehmern. Und zum Beispiel auch bei Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Multiple Sklerose. 80 Prozent der Autoimmunerkrankten sind Frauen. Und die Studien werden trotzdem hauptsächlich an männlichen Teilnehmern gemacht. Und wir versuchen halt auch, also wir sind Gynäkologie, wir sind Frauen spezialisiert und dass wir da auch irgendwie versuchen, diesen Gender Health Gap zu schließen. Und dass auch mehr Initiative gemacht wird, dass Frauen inkludiert werden in die Studien, weil früher war das Bild so, dass die Frauen durch die hormonellen Schwankungen zu kompliziert sind für die Studien. Und das ist wirklich traurig. Wow, okay. Und forscht ihr auch mit Personen, die jetzt nicht dem binären Geschlechtersystem zugeordnet werden können? Nein, also das ist bei uns gar nicht vertreten, leider. Also es ist schon einmal ein Fortschritt, dass Frauen und Männer gleichermaßen vertreten sind, aber das ist der Stand jetzt, ja. Ja, wow. Becky, du hast jetzt im letzten Monat Menstruationsgeschichten gesammelt. Ist dir da was Spezielles aufgefallen? Hat dich was gewundert? Gab es Überraschungen oder Erkenntnisse oder gleichen sie dich eh ab mit dem, was wir da bis jetzt gehört haben? Ja, also was mich sehr überrascht hat ist, also ich habe mich tatsächlich gefragt, ist es noch relevant, also ist der Weltmanstruationstag noch relevant, ist es auch relevant, diese Geschichten zu sammeln? Und ich war extrem bewegt, also es hat mich total getroffen, was für intime Geschichten da gekommen sind und wie viele Menschen echt irgendwie Scheiße erleben müssen, muss ich ehrlich sagen. Also das betrifft viele Geschichten, wo es um Endometriose geht, aber eben auch die Perspektive, also die Geschichten, die ich bekommen habe von Transpersonen, in dem Fall ist es ergangen um Transmänner, also eben in einer Geschichte spezifisch darum, was es heißt, dass auf den Schultoiletten, in den Männertoiletten nur immer keine Mistkübel stehen. Ja, das klingt jetzt so, auf den ersten denkst du, ja, das sind keine Mistkübel, aber was heißt das für eine Person, die sie mehrere Tage im Monat alles möglich versucht, um diese Tampons heimlich einzuwickeln, um dann irgendwie in diesen einzigen Mistkübel in diese Toilette zu werfen. Und ja, also bemüht ist, dass ja niemand von den Klassenkollegen mitkriegt, dass sie die menstruierende Person ist. Sorry, ich menstruiere gerade und bin dann immer sehr emotional. Und das hat mich schon nochmal, da muss ich einfach nochmal sagen, dieses Thema, es hat sich sicher schon einiges getan, aber dass nicht nur Frauen menstruieren und dass nicht alle Frauen menstruieren, das finde ich ist etwas, an dem wir einfach nur voll arbeiten müssen, also dass wir über das sprechen müssen, dass es halt einfach in, also Non-Binary-Toilets, ja, wäre natürlich das Beste, aber man könnte vorher schon mal anfangen, dass es Menstruationsartikel auf den Toiletten gibt, dass es überall Mistkübel gibt, eben vor allem auch auf den Männertoiletten und ja. Ich meine, du sprichst ja was an, was ja nicht einmal auf Frauentoiletten selbstverständlich ist. Wir sitzen da jetzt fast im öffentlichen Raum und wenn man über öffentliche Toiletten spricht, ich meine, da brauche ich noch nicht einmal menstruieren, dass ich oft dort nicht hingehen will, weil das einfach nicht in der Architektur mitgedacht wird, dass menstruierende oder nicht menstruierende Personen da einfach einen Platz brauchen und eben diese Gestaltung vom öffentlichen Raum ist da extrem wichtig und das hat auch Auswirkungen, glaube ich, auf jeden von uns, eben diese Gestaltung vom öffentlichen Raum ist da extrem wichtig. Und das hat halt auch Auswirkungen, glaube ich, auf jeden von uns, wenn das nicht mitgedacht wird. Genau. Wir haben jetzt viel, du hast es schon erwähnt, Becci, über freie Menstruationsartikel geredet und generell über das Gesundheitssystem. Und wir haben eigentlich, glaube ich, alle von uns jetzt das Glück, dass wir in Österreich aufgewachsen sind, wo ja eigentlich das Gesundheitssystem relativ gut ist und viele Sachen gratis zur Verfügung stehen. Wer von euch mag einmal den Begriff Menstruationsarmut vielleicht für uns und für unser Publikum erklären und warum es einfach kulturelle und religiöse Unterschiede gibt für Menschen, die menstruieren oder auch im Gesundheitssystem. Ich weiß nicht, ob ich das am besten erklären kann, aber ich habe heute gelesen, dass 500 Millionen Menschen von einer Form von Periodenarmut betroffen sind. Das heißt, sie haben zum Beispiel keinen Zugang zu sicheren sanitären Anlagen. Also das gehört genauso dazu, dass wenn ich zum Beispiel eine wohnungslose, menstruierende Person bin und ich habe keinen Ort, wo ich überhaupt meine Menstruationsartikel wechseln kann, wo ich überhaupt meine Menstruationsartikel wechseln kann, gehört dazu. Dass ich vor kurzem auch gelesen habe, was es heißt, wenn man zum Beispiel Tampons nicht wechseln kann. Also das kann gefährlich sein, wenn man über mehrere Stunden dasselbe Tampon verwendet. Du hast ja schon viel angesprochen, dass einfach die Situation oft sehr schwierig ist, gerade für Menschen, die sehr prekär leben. Und ja, obdachlose Menschen, Menschen, die was einfach, und das haben wir einfach auch bemerkt die letzten Jahre, die was einfach, und das haben wir einfach auch bemerkt die letzten Jahre, dass sehr viele Armutsbetroffene grundsätzlich sind, die was mit den Einkommen kein Auskommen haben im Monat, wenn es noch alleinerziehende Menschen sind, dann ist es halt ein Thema, wo habe ich das Geld, dass ich für das auch noch sozusagen die Notwendigkeit habe, dass ich mich da ordentlich auch gesund versorgen kann. Weil da geht es auch um Gesundheit und auch um Teilhabe. Das ist ja auch ganz wichtig. Ich mag auch den sozialen Aspekt reinbringen, dass das auch ganz wichtig ist, gerade so in Schulen, im allgemeinen Leben, im Job, dass ich einfach da auch dabei sein kann. Weil diese soziale Ausgrenzung, die was da auch impliziert ist, das ist was uns eigentlich die ganze Gesellschaft betrifft und auch betreffen muss. Und kann man da gar nichts tun? Ich meine, jetzt nochmal ganz blöd gefragt, warum gibt es das nicht schon überall? Warum kann ich mir nicht überall Hygieneartikel holen, wenn müssen wir da ansprechen, dass da was passiert, dass das nicht mehr so prekär ist? Ja, grundsätzlich, wir sind alle zuständig, wir sind alle zuständig, dass wir das thematisieren, dass wir ein Stückchen die Forderungen immer wieder sagen, du hast das eh heute mit der Stadträtin gemacht, dass man das einfach thematisiert und nicht wegsieht. Weil ich bin ja sehr privilegiert in meinem Leben, in meiner Situation und trotzdem darf mir das nicht wurscht sein. Also eine Aufforderung an uns alle, das zu besprechen, zum thematisieren und sagen, hallo, da gibt es eine Lücke oder viele Lücken. Das denke mir halt ich, also ich denke mir, wir können uns oder dürfen uns einfach nicht rausnehmen. Ihr habt jetzt eh schon extrem viele Themen angeschnitten, die auf meinem Notizzettel stehen haben. Eins, das hat Luan zuerst schon gesagt, nämlich nicht, dass alle Frauen menstruieren und auch nicht, dass alle menstruierenden Personen zwangsläufig Frauen sind. Aber wie verhält sich das tatsächlich mit der Menstruation in Bezug auf verschiedene Geschlechteridentitäten? Wir haben das heute schon angesprochen und eben auch Gesundheitszustände. Wer kann menstruieren, wer kann nicht und wie geht es Personen, die das eigentlich wollen und nicht kennen? Ich weiß nicht, willst du noch einmal was dazu sagen, Sarah, wie ist es für die jetzt, wo du nicht mehr menstruieren darfst? Super. Also, es geht mir jetzt nicht ab, aber natürlich ja, es ist schon weird, weil ich meine, der Z, ja, es ist schon weird, weil ich meine, der Zyklus, der macht ja emotional was mit einem, also bei mir war das zumindest so. Genau, das heißt, ich habe jetzt so diese Phasen gehabt, wo es rauf oder runter gegangen ist, oder wenn ich mein Sprit habe, wie du vorher gesagt hast, du mein Sprit hast gehabt, bist emotional, so das kenne ich halt voll und dann ist halt voll viel ausgekommen immer und dann waren das halt Sachen, die irgendwie, wo ich das Gefühl gehabt habe, ja, das kenne ich halt voll. Und dann ist halt voll viel ausgekommen immer. Und dann waren das halt Sachen, die irgendwie, wo ich das Gefühl gehabt habe, ja, das muss jetzt mal raus und dann bearbeite ich das und dann danach geht es wieder so ein bisschen Richtung jetzt mache ich voll viel und keine Ahnung. Und das habe ich halt jetzt nicht mehr. Aber generell ja, ich meine eben dadurch, dass ich einfach so extrem arge Schmerzen die ganze Zeit gehabt habe, bin ich jetzt natürlich fro dadurch, dass ich einfach so extrem arge Schmerzen die ganze Zeit gehabt habe, bin ich jetzt natürlich froh, dass ich einfach ja, einfach mehr existieren kann, ohne dass ich ständig Schmerzmittel mit habe und nie weiß, wann kommt die nächste Schmerzattacke oder keine Ahnung. Also von dem her, ja, geht es mir jetzt nicht ab. Aber natürlich ja, man fühlt sich halt schon anders dann. Also es ist halt, ja, geht es mir jetzt nicht ab. Aber natürlich, ja, man fühlt sich halt schon anders dann. Also es ist halt eine Umstellung, würde ich jetzt mal sagen. Aber in meinem Fall, würde ich sagen, schon eher positiv. Sollte ich jetzt vielleicht nicht sagen, weil wir reden ja gerade über meine Situation und so. Aber für mich persönlich ist es besser als das davor. Genau. Was hast du da für Erfahrungen auch mit dem Verein FIMO? Ist das ein Verein, oder? Ja, es ist halt eh so, wie ich vorher gesagt habe. Auf der einen Seite wird irgendwie nicht darüber geredet und das ist tabuisiert und auf der anderen Seite wird ja aber dann doch quasi unter den Mädchen, Anführungsstriche, oder unter den jungen Frauen etc. darüber geredet und dann wird halt quasi so auf der Toilette gesagt, ah ja, ist ein Tampon mit oder bla. Tampon mit oder bla. Und wenn du quasi aufwächst als Mädchen und äußerlich vielleicht auch so aussiehst und dich auch so identifizierst und du aber dann nicht zum Menstruieren beginnst, dann ist das auf der anderen Seite auch wieder schambehaftet, weil du solltest ja eigentlich menstruieren und warum menstruiere ich jetzt nicht? Und dann erfahre ich vielleicht aber, dann weiß ich gar nicht, warum ich nicht menstruiere, weil dir eigentlich auch gar nicht gesagt wird, dass du intergeschlechtlich bist oder was auch immer. Und da gibt es halt so ganz viele Themen und ganz viele Menschen, die dann halt einfach auch dieses Thema haben von sie, wo dann auch ausspricht dieses bin ich überhaupt eine Frau, bin ich wirklich eine Frau, wer bin ich überhaupt und meine Geschlechtsidentität kann mir ja niemand wegnehmen, das kann mir eine Menstruation nicht wegnehmen und eine Menstruation aber auch nicht geben. Aber zu dem Zeitpunkt, wo das für viele Intermenschen, weil sie halt nicht aufgeklärt wurden über ihre Intergeschlechtlichkeit, ist das dann halt einfach gar nicht drüber reden. Und ich erinnere mich, während Covid gab es auch quasi so einen Roundtable von, das war online, genau, das war während Covid. Lauter Intermenschen aus der schwarzen Community, aus den USA. Und ich habe mir diesen Roundtable auch angehört. Und es war einfach so krass, was es da dann auch noch einmal für, also auf der einen Seite diese Interperspektive, aber dann auch noch einmal diese Ebene von Reinheit und Nichtreinheit in der Ebene des Rassismus dann auch noch einmal, was Menstruation betrifft oder Nichtmenstruation betrifft. Und dieser Roundtable war einfach so unglaublich und da haben so viele Intermenschen halt eben auch darüber gesprochen, wie es ihnen so auch auf der anderen Seite gegangen ist, dass sie nicht menstruiert haben und aber gerne gewollt hätten und auf der anderen Seite Leute so wie dass sie nicht menstruiert haben und aber gerne gewollt hätten und auf der anderen Seite Leute so wie ich, die quasi dazu gezwungen wurden, hormonell, auch operativ und was das halt mit einem Menschen macht, weil du sagst, es war halt auch irgendwie befreiend oder so und für mich war es eigentlich zerstörend, weil es weil du sagst, es war halt auch irgendwie befreiend oder so. Und für mich war es eigentlich zerstörend, weil mein Körper, also für dich auch dann im Endeffekt so. Aber dieses... Weil du spürst das ja eigentlich nicht richtig für dich und für deinen Körper. Und bei mir hat es halt dauert, bis ich 36 war, bis ich es erfahren und kapiert und verstanden habe. Genau, so. Und das tut halt auf der anderen Seite auch etwas mit einem. Es hört sich irgendwie so an, dass über Menstruation spricht man nicht, außer die Menstruation oder Nicht-Menstruation entspricht nicht der gesellschaftlichen Norm, dann wird es zum Thema. Und eigentlich fällt das umgekehrt. Ja, Entschuldigung. Ich möchte ein neues Thema einbringen, wenn es ums Menstruieren oder Nicht-Menstruieren geht, nämlich die Wechseljahre. Ich habe es ja schon erledigt, dieses Thema. Und ich habe den Eindruck, da geht es dann auch ums Nicht-Mehr-Menstruieren. habe ich den Eindruck, dass das nicht mehr so tabuisiert ist wie das Menstruation, was total absurd ist. Und so in Zuhören habe ich mir jetzt gedacht, ja vielleicht, weil es uns andauernd irgendwelche Produkte antragen wollen, dass wir halt mit diesen Wechselbeschwerden einfach besser zurechtkommen. Aber dieses Thema ist auch etwas, wo man denkt, das gehört auch dazu und das soll man einfach auch zum Zyklus, zum Lebenszyklus auch dazu denken, dass einmal aus ist und was das für einen Menschen bedeutet. Ich war auch froh, wie es vorbei war. Aber es ist auch immer so mit einem weiblichen Thema verbunden. Frauen, wenn sie dann in der Menopause waren, die werden dann gesellschaftlich eigentlich, verschwinden sie auch oft von der Bildfläche. Ich habe da mit der Becky in einem Vorgespräch auch über Hollywood geredet und Schauspielerinnen, die dann eigentlich... Also gar nicht in Hollywood, sondern es war in Deutschland. Also so ein Text von Schauspielerinnen, die dann eigentlich... Also gar nicht in Hollywood, sondern das war in Deutschland, also so ein Text von Schauspielerinnen, die gemeint haben, dass sie, ob im Moment, also wo sie in dem Alter der Wechseljahre sind, dass bei Frauen oder weiblich gelesenen Personen, dass die einfach aus dem Film, von den Filmleinwänden verschwinden. Und das ist da war die Frage, wie steht das im Zusammenhang? Ich hätte gern nochmal was anderes und ich habe eine Frage, es tut mir leid. Ich schmeiße jetzt eine Moderation um. Weil für mich ist das ja auch eine total wirte Geschichte, diese Wechseljahren-Sache. Also nicht die Wechseljahre, sondern dieses, wo ja dann eigentlich die Medizin mit den Hormonpflastern und bla bla bla ja eigentlich das macht, dass Personen, die menstruieren, ja dann weiter menstruieren. Weil manche hören quasi auf zu menstruieren. Das sind befreundete Menschen, die haben dann quasi schon aufgehört zu menstruieren oder haben halt sehr unregelmäßig menstruiert. Dann haben sie diese Pflaster bekommen und dann haben schon aufgehört zu menstruieren oder haben halt sehr unregelmäßig menstruiert, dann haben sie diese Pflaster bekommen und dann haben sie auf einmal wieder voll menstruiert. Also es ist ja auch, warum mache ich das? Also warum muss ich da dann wieder etwas geben, damit diese Menstruation wieder kommt oder wieder regelmäßig kommt oder wird oder wie auch immer, obwohl der Körper eigentlich schon sagt, es ist okay, es ist jetzt schon der Abschied. Es ist genug. Ja, also viele Paradoxen, Toxin sind da, weil zum einen, was du gemeint hast, Becky, natürlich hat das Thema auch was zu tun, ich werde alt, ich werde Eltern, obwohl es nicht unbedingt mit dem per se was zu tun hat, aber das erleben oder berichten auch viele Menschen, dass sie dann so in die Unsichtbarkeit auf einmal kommen. kommen. Das ist auch etwas Interessantes. Ihr lebt es noch nicht so, aber anscheinend ist es auch etwas, das einen Zusammenhang hat. Aber dieses nicht... Das ist unsichtbar werden, das ist ja interessant, weil unsichtbar für wen? Ich habe letztens einen Artikel gelesen über eine Frau, die gesagt hat, sie feiert so, dass sie in den Wechsel, weil sie unsichtbar ist für so machistische Arschlöcher und endlich nicht mehr so angestarrt wird. Also es kann auch so oder so sein. Dem stehe ich drin. Es hat doch Vorteile. Aber es wird ja total mit Gesundheit gleichgesetzt, weil es gibt ja viele Krankheiten, wo man dann nicht mehr menstruiert. Ich glaube, auch bei Magersucht und solche Sachen oder eben bei Hormonbehandlungen passiert das ja voll oft. Und Stress zum Beispiel, eben unregelmäßige Menstruation, da gibt es ja ganz viele Dinge. Ich habe eine Geschichte von einer Person bekommen, die über ihren Stress geschrieben hat, wie es war, alleine drei Kinder großzuziehen und in das Burnout geschlittert ist, praktisch mit drei Kindern. Und der Körper hat, also sie hat aufgehört zu menstruieren und die Menstruation ist nie mehr wieder zurückgekommen. Das fand ich sehr interessant. Ich würde es gerne noch ein bisschen in das Positive schwenken, weil wir haben jetzt gesehen, dass mit dem Thema einfach extrem viel zusammenhängt. Wir reden ja da nicht einfach nur über Blut, das aus irgendwelchen Personen rausrennt oder eben nicht, sondern es hängen ganz viele andere Sachen damit, politische Probleme, gesellschaftliche, soziale Probleme. Und ich möchte einfach wissen von euch, welche positiven Entwicklungen habt ihr die letzten Jahre gesehen? Wo schöpft ihr noch Hoffnung? Was tut sich gerade? Was tut sich in der Medizin? Und wo können wir sagen, wir gehen in die richtige Richtung und es ist nicht alles schlecht? Das Menstruationsblut in Werbungen ist jetzt nicht mehr nur blau. Und es ist nicht alles schlecht. Das Menstruationsblut in Werbungen ist es nicht mehr nur blau. Ende. Ist das das einzige Gute, was sie tut? Selin, du hast doch zuerst schon angedeutet, dass du die Forschung gerade in neue Erkenntnisse hoffentlich bekommt und auch endlich checkt, nicht nur Männer in die Versuche mit einzubeziehen. Nennt man das Versuche? Ja, Studien oder Versuche. Ja, also in der Forschung tut sich einiges, auch in kleinen Schritten, aber es ist ein Fortschritt. Und also wir haben gerade jetzt ein Review veröffentlicht über den Einfluss von Mineralien auf den Menstruationszyklus. Also Mikronährstoffe wie Magnesium, Zink, Selen. Und wir waren wirklich die Ersten, die sich mit dem beschäftigt haben. Es gibt Leute, also Forscher, die haben sich jetzt zum Beispiel nur auf Zink konzentriert oder nur auf Magnesium, aber nicht so einen ganzheitlichen Blick und es sind zwar kleine Schritte, aber es geht was voran und ich glaube auch, Es sind zwar kleine Schritte, aber es geht was voran. Und ich glaube auch, dass wir heute auch darüber sprechen, dass allgemein mehr Bildung da ist. Und man kann immer was dazu lernen. Auch danke für deinen Hinweis. Also, ja, ich glaube, wir sind auf einem richtigen Weg und weitergehen. Und ich glaube, ja. Mir ist auch noch was Positives eingefallen. Oder etwas Neues. Also, was ich sehr positiv erlebt, das ist sozusagen der Umgang mit den ganzen Hygieneartikeln. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir vor 20 Jahren von Menstruationsmüll und Müllberge erlebt haben. Also das war die Binden und die OPs geben genau und sonst nichts, nach meiner Erinnerung, und jetzt einfach ist es viel mehr Thema, alternative Periodenartikel, die was gratis geben sollte, aber da gibt es mehr Vielfalt und auch mehr Bewusstsein, auch Artikel zu nehmen, die das gesundheitlich besser der Körper verträgt und auch die, was mehrmals verwendbar sind. Also das finde ich schon eine gute Entwicklung, die hat es zu meinen Zeiten noch nicht in den Ausmaß gegeben. Und das finde ich gut, dass das eigentlich die jungen Menschen ohne schon kennen. Ich sehe tatsächlich immer mehr, also jetzt so in allgemeinen Community-Räumen oder so, oder weiß ich nicht, auch bei Psychotherapeutinnen etc. etc., dass Artikel aufliegen, also dass die Artikel auf den Toiletten haben. Das finde ich super. Und was ich auch sagen kann zum Thema Männerklos, weil da gehe ich ja auch hin. In Berlin am Flughafen gibt es sowohl Mülleimer als auch etwas, wo man quasi das hineintun kann. Zusätzlich noch einmal. Genau, also der Berliner Flughafen, der neue, der hat es geschnallt. In Linz war vor kurzem das LGBTQ-Plus-Forum das erste und da hat eine Frau gesprochen, die behauptet hat, sie hat die erste medizinische Praxis für nicht-binäre Personen eröffnet. Ich habe ehrlich gesagt nicht gewusst, dass das braucht. Wie sie es dann erklärt hat, war das total logisch. Ich habe immer dann auch gedacht, cool, dass es sowas gibt und dass es da einfach Zeichen nach außen gibt, wie Leute erkennen, da kennt sich wer aus und dass es da einfach Zeichen nach außen gibt, wie Leute erkennen, da kennen sie wer aus und da gibt es jemanden, der sich mit anderer Medizin beschäftigt und den Medizinblick da ein bisschen weiterdenkt. Ich weiß nicht, ob sowas schon Standard ist in anderen Ländern, aber ja. Also es ist natürlich unterschiedlich. Es gibt, klar, gibt es in einigen Ländern, also zum Beispiel jetzt in Berlin gibt es einfach zwei allgemein MedizinerInnen, die sehr fokussiert auf Teen-Leute sind. Es gibt in Berlin leider nur eine, umgerechnet auf die Teen-Menschen, die dort leben, aber eine wirklich sehr, sehr gute Gynäkologin, wo du auch nicht mit falschen Pronomen aufgerufen wirst oder falschen Namen oder weiß ich nicht was. Es gibt es auch in anderen Ländern mittlerweile immer mehr, es gibt immer mehr sensibilisierte MedizinerInnen. In Österreich schaut es ein bisschen schlechter einfach noch aus, vor allem auf der Inter-Ebene, aber auch so, was GynäkologInnen betrifft, für Transleute, für nicht-binäre Personen. Oder UrologInnen für quasi trans- und nicht-binäre Personen oder Interpersonen. Das schaut einfach in Österreich noch ein bisschen schlecht aus. Es gibt in Wien eine Praxis, zwei mittlerweile. Aber das sind halt auch allgemeine MedizinerInnen und nicht spezifische Leute. Ich meine, ich weiß nicht, gibt es ein Fach auf der Universität für intergeschlechtliche Medizin oder sowas? Wahrscheinlich nicht, weil sonst würde es ja da, ich weiß nicht. Also ich glaube, das Thema wird kurz angeschnitten, aber nicht so vertieft. Also so ist mein Stand jetzt. Das heißt, die Ausbildungen, die muss man sich selbst aneignen? Ja. Also das Problem ist halt einfach, dass es ja in der Medizin noch immer medizinisch gesehen wird. In der Medizin wird es pathologisiert. Sorry, du musst da jetzt ein bisschen drunter leiden. Alles gut, alles gut. Genau, in der Medizin wird Intergesächlichkeit einfach noch immer pathologisiert und als Krankheit gesehen und somit wird das, was vermittelt wird, als Krankheit vermittelt. Fertig, aus. Und das ist ja das, was wir nicht wollen. Glücklicherweise ist es so, dass wir seit einigen Jahren muss da kurz drüber schauen, wo ist Tobi? Ich glaube, Tobi war der Erste, immer wieder auf der MedUni in Wien eingeladen sind. Ich glaube, 2018 oder so war das das erste Mal. Ich habe jetzt vor einem Monat oder so einen Kurs gemacht auf der MedUni, aber es ist halt immer freiwillig. Du brauchst eine Professorin, die dich einlädt und dann ist es freiwillig. Und genau, um da quasi menschenrechtsbasiert über Intergeschlechtlichkeit aufzuklären. Ich möchte noch ganz kurz ergänzen, was es in Linz und Oberösterreich für Angebote gibt. Es gibt gendersensible Angebote, auch im medizinischen, im therapeutischen Bereich. Nur anscheinend haben wir ein Stückchen ein Problem, das zur Vermittlung. Weil ich denke, wenn du das nicht gewusst hast, und es ist auch gut, wenn es sich eine Öffentlichkeitsforen gibt, es ist viel zu wenig, da gebe ich vollkommen recht, und es ist immer nur so ein Inner Circle, den man da dann immer wieder weitervermittelt, aber letztendlich gibt es, und ich denke mir, wir haben viel Vernetzungsarbeit schon im Billig gemacht. Wenn wer da was braucht, bitte melden. Letztendlich. Aber anscheinend muss das noch viel mehr werden und wir müssen viel mehr in die Öffentlichkeit gehen, obwohl es eh schon passiert. PsychotherapeutInnen nehme ich raus. Da gibt es mittlerweile viele. Medizin ist ein Bereich. Von PsychotherapeutInnen habe ich es nämlich auch gewusst, witzigerweise. Medizin ist ein Bereich, finde ich. Es sind echt Einzelpersonen. Aber das bringt mich eh schon dazu, du hast gerade angefangen, wollt ihr vielleicht alle, weil unsere Zeit ist wirklich schnell vorangegangen. Also ich habe viel übersprungen, aber vielleicht mag jeder, jede von euch noch eine Forderung formulieren zum Schluss. Einen Satz, irgendwas, was so brennend ist, was sich ändern muss und wofür wir jetzt da sind, dass wir kämpfen. Und vielleicht denkt es kurz einmal nach, was liegt euch am Herzen, was ist wichtig und was soll, was muss unbedingt noch gemacht werden? Die Becci hat ja nicht nur zu Menstruationsgeschichten aufgerufen, sondern eben auch Forderungen aufschreiben lassen. Man kann sich die draußen die Woche auch noch anschauen und wir werden auch noch welche aufzeichnen für die Sendung, aber jetzt welche Forderungen, wie würdet ihr Forderungen an die Politik oder an die Gesellschaft richten? Wie wird die ausschauen? Ja, in erster Linie natürlich gratis Hygieneartikel, was das Thema betrifft. Mehr Forschung in Bezug auf Menstruation und allem, was damit einhergeht, würde ich mal sagen, und gerade das Schmerzmittel. Ich würde auch sagen, Reproduktionsrechte sind Menschenrechte, weil man vergisst immer, dass das Recht auf Schwangerschaftsabbruch natürlich auch mit der Menstruation verbunden ist. Und ich möchte auch noch einmal darauf hinweisen, dass auch gerade weltweit in den Ländern, in denen Abtreibung verboten ist, diese Menstruations-Apps nicht ohne sind. Weil manche Firmen geben die Daten weiter und so können halt dann Menschen, die abgetrieben haben, verhaftet werden. Und ich glaube, du hast eh schon viel gesagt, ich finde es auch noch ganz wichtig, also man muss die Menstruation eben nicht feiern, also man kann es genauso einfach auch nicht haben wollen und Menstruation ist nicht gleich weiblich. Also das finde ich auch. Ich finde diesen Satz immer so, jetzt bist du eine Frau, einfach sehr schwierig. Also Menstruation ist unterschiedlich. Ich glaube, das ist... Bildung, Bildung, Bildung. Ich sage nur mal Bildung, Bildung, Bildung. Ich sage nur mal Bildung. Selin, hast du noch eine Forderung? Ja, genauso wie die anderen. Offene Kommunikation, Bildung, mehr Forschung, mehr Offenheit. Krankenstand bei Menstruationsschmerzen. Das mit dem Begriff Urlaub ist vielleicht eben immer ein bisschen schwieriger. Ja, und vor allem was zu diesen ganzen Sachen, die Sie gerade aufgezählt haben, was zu Bildung, zu Aufklärung, zu allem dazu gehört, ist halt auch, dass das finanziert wird, weil es geht nicht ohne finanzielle Ressourcen. Und da möchte ich auch noch einmal an die Politik appellieren. Wir brauchen da Geld dafür. Und es muss klar sein, dass das eine wichtige Sache ist und dass man da investiert, weil sonst machen es wieder Leute, die freiwillig oder nur auf freiwillige Art und Weise irgendwo geladen werden und sie dann ausbrennen und drum gehört dafür her. Ja, und Bildung und Aufklärung und drüber quatschen und das hoffe ich, dass ihr alle das nach dem Abend heute auch macht. Mir tut es gerade irrsinnig leid, dass so schnell die Zeit vergangen ist, weil ich glaube, das hätte auch ein Panel werden können, das tagelang geht und wenn mich irgendwie auch so viel da mit zusammenhängt und wir so viele Themen noch gar nicht angeschnitten haben und, aber ich sage einmal ganz herzlichen Dank, dass ihr gekommen seid, dass ihr euch die Zeit genommen habt und mit uns euch Expertise geteilt habt. Vielleicht, wenn es aus dem Publikum danach noch Fragen gibt, vielleicht könnt ihr ja noch kurz sitzen bleiben, falls wer was fragen will. Sonst war es das für heute von unserem Menstruationstag und unserem Bitching Around Special. Danke nochmal an das Frauenbüro, dass das das möglich gemacht hat und an alle, die beteiligt waren. Danke an das tolle DorfTV-Team. Und an alle, die beteiligt waren, danke an das tolle DorfTV-Team. Und ja, wir vom Bitching Around werden weiter gegen Tabus und für Aufklärung kämpfen und nicht aufhören, herumzubitchen. Das war's von mir und ich wünsche euch einen schönen Abend und bis bald. Vielen Dank. Als Transgenderman haben es viele täglich schon schwer genug. Ein durchgehendes Gefühl des Unwohlsein durch das äußerliche Aussehen des Körpers macht nicht nur mir pausenlos das Leben zur Hölle. Das älterliche Aussehen des Körpers macht nicht nur mir pausenlos das Leben zur Hölle. Und als wäre das ununterbrochene Ekelgefühl über das eigene Erscheinungsbild nicht schon schlimm genug, werde ich einmal im Monat durch meine Menstruationsblutung daran erinnert, dass ich nicht so wie die meisten Männer in meiner Umgebung geboren wurde. Krämpfe, Übelkeit, Geschlechtsdysphorie und dazu auch noch in die Schule gehen und ein braves Lächeln aufsetzen. Auf den Herntoiletten muss ich meine Tampons, welche noch nicht einmal in den Darmentoiletten bereitgestellt werden, in zehn Schichten Klopapier einwickeln und am einzigen Waschbecken in den Müll werfen, in der Hoffnung, dass keiner meiner männlichen Mitschüler mitbekommt, dass eine menstruierende Person dieselben Klos wie sie verwendet und dass ich diese Person bin. Vom Sportunterricht kann ich mich zu dieser Zeit des Monats nicht drücken, ohne zu lügen. Ich bin ja ein Mann, mit ein bisschen Schmerz sollte ich ja umgehen können, ist ja nur ein bisschen Blut. Ich möchte in keiner Weise behaupten, dass jede weiblich geborene Transperson diese Erfahrung teilt. Ich persönlich kenne mehrere Transmänner, die mit ihrer Monatsblutung kein Problem haben. Dennoch existiert eine große Anzahl an transmaskulinen Menschen überall auf der Welt, die nicht nur körperlich dadurch stark belastet werden, sondern vor allem auch psychisch. Wenn Hormontherapie oder die Verwendung einer Verhütungsmethode zur Periodenunterdrückung nicht möglich oder nicht gewollt ist, da beide sehr viel mehr Auswirkungen als nur das Stoppen der Monatsblutung haben, bleibt vielen transmaskulinen Personen keine weitere Option, als sich einfach durchzukämpfen, was einige von uns bereits jeden Tag machen müssen. Ich jonglierte ständig zwischen meinem Job und den Anforderungen meiner Familie. Morgens brachte ich die Kinder in den Kindergarten und zur Schule. Dann ging es zur Arbeit. Wenn sie krank waren, musste ich spontan Lösungen finden. Nachmittags kümmerte ich mich um den Haushalt und die Hausaufgaben, Tag ein, Tag aus, wie in einem Hamsterrad. Schleichend bemerkte ich, wie mich die ständige Erschöpfung überwältigte. Doch es musste weitergehen, die Kinder mussten versorgt werden und der Job hatte auch seine Herausforderungen. Eines Tages streikte mein Körper. Diagnose Burnout. Burnout mit drei Kindern. Keine Auszeit möglich. Meine Menstruation blieb aus. Stress und Burnout hatten meinen Hormonhaushalt durcheinander gebracht. Auch gut, dachte ich. Eine Belastung weniger. Meine Menstruation kehrte nicht mehr zurück. sexuelle Bildung groß geworden, mir eine Binde in die Hand drückte und mir sagte, dass das schon wieder vorbeigeht. Ich hatte keine Ahnung, was passiert und verstand, dass ich zumindest in meiner Familie auch nicht darüber sprechen kann. Also wartete ich, dass es vorbeigeht und verfiel dabei in eine Starre, in der ich mich so wenig wie möglich bewegte. Eine Freundin erklärte mir dann schließlich, was da passiert bei der Periode und weihte mich auch in das Geheimnis ein, dass es Tampons gibt. Die in meine Vagina zu bringen, war kein leichtes Unterfangen, aber doch besser als das Windelgefühl der Binden, das die Menstruationsscham in mir noch verstärkte. Hier ist meine Erfahrung mit Menstruationsartikel und wie tabu sie in unserer Gesellschaft sind. Ich bin mit dem Fahrrad auf der Landstraße gefahren, kleines Einkaufssäckchen am Lenker. Ich habe Erfahrung mit Menstruationsartikel und wie tabu sie in unserer Gesellschaft sind. Ich bin mit dem Fahrrad auf der Landstraße gefahren, kleines Einkaufssäckchen am Lenker, als ich mit dem Vorderrad in die Straßenbahnschienen geriet, hat mich komplett zerlegt. Dabei ist das Einkaufssäckchen runtergefallen, darin eine frisch gekaufte Packung Tampons. Die Tampons sind quer über die gesamte Straße gerollt, woraufhin zwei Mädels angelaufen kamen, die die Tampons in Windeseile aufgesammelt hatten. Ob des Schocks der Öffentlichkeit Tampons zu Gesicht bekommen, haben sie völlig vergessen, mich zu fragen, ob ich mich verletzt hätte, aber die OBs waren schön wieder in das Säckchen zurückgewandert, eh auch lieb. Aber an dem Tag habe ich erkannt, dass Unfälle für Leute weniger schlimm sind als Menstruationsartikel. Nicht für alle, aber sicher für sehr viele. Seit einigen Jahren vermutete ich bei mir selbst Endometriose. Ich nehme jedes Mal eine halbe Packung Schmerzmittel, benututzte Periodenwäsche, die Menstruationstasse und manchmal zusätzlich Binden. Von drei Frauenärztinnen wurden meine Schmerzen einfach abgetan. Das ist ja ganz normal, wir haben alle Schmerzen. Selbst schuld, wenn du dich vegan oder vegetarisch ernährst. Nein, Endometriose ist das nicht. Gib einfach Lavendelöl auf den Bauch, dann wird's besser. Beim vierten Frauenarzt hatte ich Glück. Er arbeitete viele Jahre in einer Endometriose-Klinik und bestätigte mir, dass es vermutlich Endometriose sei. Ich habe erfolglos natürliche Therapien versucht, bis ich mich schlussendlich für Hormone entschieden habe, die ich eigentlich nie nehmen wollte. Die ersten Monate waren der Horror. In zwei Wochen steht mein Ersttermin in der Endometriose-Klinik an, auf den ich acht Monate gewartet habe. Was auch immer so ein Thema war, war Sex während der Menstruation. Die meisten Burschen damals fanden das irgendwie eklig. Teilweise sogar die Mädels. Man bekam immer mindestens einen komischen Blick, wenn man sich outete, Sex während der Periode zu haben. Niemand sprach davon, dass Lust auch während der Menstruation normal ist. Dass ein Orgasmus wahre Wunder gegen Menstruationsschmerzen wirken kann, ist, glaube ich, bis heute nicht allgemein Wissen. Obwohl es quasi das günstigere und natürlichere Schmerzmittel wäre. Neben mir hat nun Eva Schobisberger Platz genommen, die Frauenstadträtin von Linz. Und wir werden kurz ein wenig miteinander plaudern. Frau Schobisberger, herzlichen Dank, dass Sie die Zeit nehmen. Heute ist ja Weltmenstruationstag. Warum brauchst du einen Tag überhaupt? Ja, ich finde es sehr wichtig, dass es den mittlerweile gibt, weil es ist ja immer noch so, dass das ein bisschen ein Tabuthema ist. Also alles, was mit Menstruation und der Regelblutung zu tun hat, wird immer noch tabuisiert. Es ist ja noch gar nicht so lang aus, wo bei Bindenwerbungen dann auch noch eine blaue Schoflüssigkeit war, wenn man irgendwie das abstrahieren wollte und einfach nicht zeigen wollte, dass rund die Hälfte der Menschheit blutet. Heute ging es ja schon beim Entertainer draußen extrem viel um Menstruationsgeschichten. Becky Hochreiter hat auch solche Binden gestaltet, die sehen wir da hinten, wo sie Menstruationsgeschichten drauf gedruckt hat. Haben Sie auch eine persönliche Menstruationsgeschichte, die Sie mit uns teilen wollen? Ja, also mir ist zum Glück jetzt nie etwas ganz Schlimmes passiert oder ganz etwas Peinliches oder Beschämendes. Aber natürlich habe ich auch so Erlebnisse gehabt, wo man dann auch in einer Sitzung sitzt und diskutiert und dann geht man raus und kommt darauf, dass man zwischen den Beinen einen Blutfleck hat. Das ist, ja, ich glaube, das kennt wahrscheinlich jede von uns auf der einen oder anderen Art und Weise. Aber so richtig etwas ganz Schlimmes, was anderen Frauen und Flinterpersonen da passiert, habe ich zum Glück nie erlebt. Aber darum finde ich es einfach toll, wenn die Menschen, denen sowas passiert ist, diese Geschichte mit uns teilen, dass man einfach auch sieht, ja, wir haben alle irgendwie Erlebnisse und ja, danke dafür. Das ist jetzt, Sie haben jetzt so einen Klassiker erwähnt. Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt auf der Straße eine Person sehen, die offensichtlich Blut zwischen die Beine hat und das nicht bemerkt? Reagieren Sie da? Ja, wahrscheinlich, wenn es unauffällig möglich ist, würde ich es schon machen, dass ich darauf aufmerksam mache, weil selber war ich auch immer froh, wenn man es mir gesagt hat. Sie sind ja Politikerin. Finden Sie, dass das Thema Menstruation politisch ist? Ich finde es schon und solange es eben nicht etwas ganz Normales ist, das irgendwie, wo man darüber reden kann, über alles andere, muss es politisch sein. Gratis Menstruationsartikel auf öffentlichen Toiletten und in öffentlichen Institutionen, sowie in Schulen, Universitäten und am Arbeitsplatz wären ja eigentlich super. Ist Ihnen das Thema ein Anliegen und wird sowas in Linz in der Politik besprochen? Ja, also mir ist es ein Anliegen und ich würde es einfach korrekt finden, wenn es so wäre, weil es denkt ja auch niemand drüber nach, ob man sich das Klopapier selbst mitbringen muss oder nicht. Das wird ja auch einfach zur Verfügung gestellt in Schulen oder in Toiletten von öffentlichen Gebäuden und so finde ich, sollte es mit Menstruationsartikeln auch sein. Also wir haben das im Gemeinderat vor gar nicht allzu langer Zeit diskutiert. Da hat die Kollegin Mandlmeier einen Antrag eingebracht, dass man das halt mal beispielgebend in den Rathäusern macht. Und die Diskussion war irgendwie total skurril. Ich glaube, das war schon zu Zeiten, wo wir das aufgezeichnet haben. Also man kann es vielleicht nachhören. Also das skurrilste Argument war, das war schon zu Zeiten, wo wir das aufgezeichnet haben. Also man kann es vielleicht nachhören. Also das skurrilste Argument war, das können wir nicht machen, weil dann passiert sowas wie ein Tampontourismus, wo dann die Leute extra kommen und in die Rathäuser auf die Toiletten gehen und dort sich die Taschen anfühlen mit den Menstruationsartikeln, die da kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Also das war irgendwie so das skurrilste Bild, das da gezeichnet worden ist. Also es war wirklich ganz schräg und wirklich eine groteske Diskussion teilweise. Aber das heißt, es ist nicht durchgesetzt worden, es gibt jetzt im Rathaus keine gratis Menstruationsartikel? Es gibt im Rathaus im fünften Stock Gratis-Menstruationsartikel, weil da meine Kolleginnen und ich da eine Schüssel immer befüllen in der Toilette. Aber das schaffen wir jetzt organisatorisch nicht, dass wir das im ganzen Rathaus machen. Aber es wäre uns einfach gemeinsam ein Anliegen, dass wir ein Zeichen setzen. Und darum haben wir das dort einmal gemacht. Also habt ihr gehört, fünfter Stock im Rathaus, gibt es gratis Menstruationsartikel. Also es ist bislang der Bontourismus ausgeblieben, also falls ihr kommen möchtet und schauen, also bis jetzt oder das nutzen muss, wenn man halt gerade in der Situation ist, dass man es braucht, im fünften Stock im neuen Rathaus gibt es es. Sehr cool. Und gibt es sonst noch irgendwelche Maßnahmen, die die Politik setzt, um die Situation zu verbessern oder eben das zu enttabuisieren? Ich meine, wir sitzen jetzt auch heute da und dürfen das machen, das ist ja auch schon einmal was. Ja, also das war nicht meine Idee, das ist eine Initiative gewesen vom Frauenbüro und einigen KooperationspartnerInnen wie der Rebecca. Und ich finde das einfach großartig, also das habe ich nicht erfunden, aber unterstütze ich voll und ganz, weil ich es einfach wichtig finde, dass wir auch im Rathaus und am Hauptplatz und im öffentlichen Raum darüber reden. Und haben Sie vielleicht an unsere Zuseherinnen und ans Publikum noch einen Tipp, was man als Einzelperson tun kann, um Menstruation sichtbarer zu machen? Ja, ich weiß nicht, also so einen Tipp habe ich nicht wirklich, aber ich glaube, dass wir einfach versuchen müssen, alle miteinander ganz normal darüber zu reden, wie wir halt über andere Dinge auch sprechen, die uns betreffen und die uns halt manchmal auch, weiß ich nicht, manchmal hat man Schmerzen und ist ein bisschen beeinträchtigt dadurch oder andere körperlichen Zustände auch. Und ich glaube, dass das schon gut ist, wenn man das einfach normal anspricht. Ja, dann sage ich einmal vielen Dank für das Interview und ich finde auch, mehr darüber reden, also gerne. Ich freue mich auf das nächste Gespräch über Menstruation und wir machen jetzt dann gleich weiter mit dem Roundtable um 18 Uhr. Genau, und der wird auch hier stattfinden, also nicht davonlaufen. Und danke, Frau Schorwesberger, für das Interview. Ja, ich sage vielen Dank dafür, dass Sie das Thema so hoch halten und dass wir da so auf DorfTV drüber reden können. Dankeschön. Gerne. Thank you.