Oh SILENT PRACTICE Die Waffen nieder, Bertha von Sudner, die Solidar-Werkstatt Österreich, herzlich willkommen. Die Waffen nieder jetzt sofort, auf beiden Seiten. Und jetzt liegt es an mir, die Schweiz wirklich zu begrüßen. Musik Wir befinden uns hier bei der Befreiungsfeier, bei der Befreiungsfeier 2024 im Konzentrationslager Mauthausen vor der Baracke 1. Das ist gleich die erste Baracke, wenn man beim Lager da reingeht, links. Und was hat es denn mit der Baracke, wenn man beim Lager da reingeht, links. Und was hat es denn bitte schon mit der Baracke auf sich? Also die Baracke 1 ist mit einer neuen Lagerpolitik im Juni 1940 zu einem KZ-Portell ausgesucht und umgebaut worden. Und da ist das KZ-Lagerportell eröffnet worden, wo gefangene Frauen aus dem KZ Amtsbrück da in zwangs Sexarbeitsdienst selektiert worden sind. Und dann da sozusagen als Belohnung ganz bestimmte Männer nur, weil das hat so ein Belohnungssystem damals eingeführt worden, wo sie nicht mehr wollten, dass die Gefangenen nur mehr sterben, sondern wo sie auch die Arbeitskraft bis zum Letzten noch einmal steigern wollten, hätten die Frauen so als Belohnung herhalten können. hätten die Frauen so als Belohnung hier heute sein. Genau, das hat Hemmler persönlich verfügt damals und es war so ein sogenanntes Prämiensystem und der Besuch im Lagerbundell war eben auch eine Möglichkeit, wo sich Häftlinge mit Lagergeld quasi hier den Besuch kaufen konnten, aber es betraf nur ganz wenige männliche Häftlinge, denen das möglich war, also Funktionshäftlinge oder Häftlinge, die durch bestimmte besondere Arbeitsleistungen, also in dem System natürlich gedacht, hervorgehoben wurden. Und wir haben halt da ein feministisches Gedenken gemacht und wir sind eine internationale Gruppe, die das jedes Jahr oder immer wieder sichtbar macht, dass es da dieses Lagerbordell gegeben hat. Und gerade während der Befreiung noch einmal, wir versuchen die Sichtbarkeit der Würde der Frauen und die Anerkennung für ihr, wer die eigentlich waren. Was nie passiert ist, die konnten nie reden, diese Frauen sind zum Schweigen gebracht worden und haben meistens geschwiegen und haben auch keine Entschädigung oder irgendwas gekriegt nach dem Krieg. Und wir versuchen im Nachhinein nochmals so etwas wie eine Sichtbarkeit für das, dass es eine Würde gibt bei den Frauen, die da zu egal welcher Art von sexistischer Gewalt in einer Struktur, wo sexistische Gewalt ausgeübt wird, zu Sex, also zu Sex, Zwangsarbeit zwingen werden. Ich finde es sehr wichtig, dass es Gedenken um meinen gibt in diesem Zusammenhang, weil ich komme aus Lateinamerika und dort gibt es eine Remilitarisierung, es gibt Streitkräfte, Paramilitärs und Militärs und Regierungsmachtinhaber, die Heilkrieg führen gegen dieischen, gewordene Samensbedingungen in Operation. Eine interviewte Partnerin hat mir gesagt, eine unsichtbare Frau, die redet, so möchte sie reden. Weil viele bleiben in Unbekanntes und das darf nicht weiter so gehen. Sie haben ihn gesehen. Ich besuche das Lager schon seit Jahrzehnten, aber mir war es lange Zeit nicht bekannt, dass das Lager ein Portell institutionalisiert gewesen ist. Man kennt auch die Debatte aus Japan mit den Trostfrauen, wo das dort wirklich intensiv gesellschaftlich debattiert wird. Mir geht aber so eine Debatte in Österreich komplett ab. Liege ich da falsch? Nein, da liegt es nicht falsch. Ich glaube, dass gerade die Trostfrauen ein gutes Beispiel sind. Die Frauen haben sich selber organisiert. Sie haben hunderte Demonstrationen organisiert, jeden Donnerstag und haben unter anderem gefordert, dass quasi ihre Erfahrungen oder die Struktur von Verschleppung und Portelle, die sie hermacht, in die Geschichtspflicht aufgenommen wird. Und ich finde, die haben da auch sehr viel Hürde und Kraft bewiesen, die Frauen, und haben da auch einiges erreicht. Und die Debatte hat es eben bei uns nicht gegeben. Also es gab sowohl, also aus unterschiedlichen Gründen, man muss ja schon sagen, dass das Lagerportal zumindest in Mauthausen eines der ersten war, die auch gekennzeichnet wurden. Ich bin damit gar nicht da, dass es ein Lagerportal war, aber es war quasi kaum eine Möglichkeit, das wirklich als eine Art Struktur des KZ-Systems, des Nazitraschismus zu sehen, sondern es ist sozusagen als Schande besprochen worden, also immer wieder tabuisiert worden. Und das war ja offensichtlich, dass beim Einzug, oder so, ich weiß nicht, ob das schon genannt worden ist, aber obwohl wir das quasi immer wieder als ein Teil des Textes wollten, dass das beim Einzug benannt wird, ist es jahrelang nicht benannt worden, weil es ist offensichtlich, selbst die Moderatoren und Moderatorinnen, die das gemacht haben, die das Gefühl gehabt haben, das kann man doch nicht aussprechen, das ist schamvoll. Also, du hast ja kurz gesagt, was es für die Frauen selber bedeutet, aber auch im antifaschistischen Gedenken wollen das alle irgendwie unten halten, weil die Struktur, natürlich sind die Fragen, wieso sind welche ins Lagerportal gegangen, die männlichen Heften, die waren nur für bestimmte, aber sozusagen da wollte man nur ein Deckel des Schweigens drüber setzen. Ich würde vielleicht ergänzen, dass ich denke, wenn es das feministische Gedenken nicht seit so vielen Jahren geben würde, dann wäre es auch nicht so sichtbar und es gibt ja auch jetzt noch keine fest installierte Tafel, sondern das, was jetzt heute zu sehen ist, hängt da erstmalig und hängt erstmal nur für dieses Wochenende. Also das ist auch eine Form von feministischem und antifaschistischem Kampf, der geführt wird, um das Leid und diese Opfergruppe auch besonders sichtbar zu machen. Ich würde auch noch ergänzen, dass in jedem Krieg bis heute Frauen einfach immer aufgrund ihres Geschlechts, also entweder zur Demoralisierung des Volkes oder auch als Belohnung, Ja, genau. Die Feminisierung der Frauen vor allem. Das ist ja auch heute in Amerika, was gerade passiert ist, der Krieg gegen die Frauen und die Mädchen und alle solidarisierten und feminisierten Körper, auch der LGBT, queer, plus, plus, plus. Und das kann man schon befreien. Es ist, ja, also momentan ist es sehr schwierig unter solchen Regimen, die in den 21. Jahrhunderten sich angehen, und werden sie demokratisch, ja, aber in Wirklichkeit sind Regime autoritär, demokratisch, autokratisch, und sehr viel Militär, daran beteiligen, denken wir an die Konflikte mit indigenen Völkern oder transnationale Konzerne und Megaprojekte im Rahmen der Umweltzerstörung der Erde, Vergewaltigung und Jahrhunderten der Kolonisation. Und deswegen ist es für mich so wichtig, dass wir das jedes Jahr mitorganisieren. Und dass wir weiter mehrere Sichtbarkeiten für die Frauen schaffen. Sie haben sich das nicht verdient. Es ist in Walder ganz perfide Form einer zusätzlichen Ausbeutung. Nämlich erst die Arbeitskraft ausbeuten, dann den Körper ausbeuten und letztendlich die ganze Gesellschaft, in der Gesellschaft sozusagen die Frau als Ausbeutungsobjekt eigentlich darzustellen. Ich denke, es hat mehr, also materielle Strukturen sind ja, ist ja das, dass die Untertückung und Ausbeutung von Frauen und auch von anderen Menschen, aber auch ganz wesentlich gegen Frauen sich richtet. Ob die demokratisch sind oder sozialistisch sind, da sind leider nur Nuancen und Unterschiede in faschistischen Strukturen ganz massiv. Und ich wollte auch nochmal ergänzen, dass ich mir denke, auch ohne eine Frauenbewegung ist es seit den 70er Jahren viel, die genau für Gewaltigen politisiert und sagt, das ist nicht nur die Frage von Privat und Schande, sondern es ist eine politische Struktur, sexistische, die sich gegen Frauen richtet. Also haben einfach angefangen, Frauen darüber zu reden und das hat auch etwas in Bewegung gesetzt setzt das überhaupt als strukturellen Sexismus oder strukturelles Gewalt zu begreifen. Und das andere ist, dass jede Militarisierung lebt davon, von einer Sexualisierung von Waffen und von Gewalt. Und das, worüber wir auch geredet haben, dass Militärs in einem Drill rufen müssen, Kill, Kill, Rape, Rape, so wie das bei den US-Kammern in den 80er Jahren war zum Beispiel, ist ein Ausdruck davon. Das hat man bei jedem Militär gemacht. Genauso haben Feministen in Holland offen gemacht, haben die Soldaten bei UNO-Einsätzen haben die ein T-Shirt gekriegt, wo sozusagen ein Körper von Frauen mit gespreizten Beinen da war und wo die Vulva war, war das ein Emblem von dieser Einheit. Also sozusagen so eine Sexualisierung von Gewalt, so funktioniert Militarismus und dieses Soldatentum ist ganz massiv damit verbunden, mit so einer polarisierten patriarchalen Männlichkeit. Und ich denke mir, da sind alle gefordert, das auch in Frage zu stellen. Die Linke interessiert sich leider oft nicht so sehr. Und da gibt es ein großes Manko, also noch viel aufzuholen. Aber das steht in einem Kontext, genauso wie der Gewaltigen aufs Kriegswaffe in alten Kriegen, der ein ganz massiver Bestandteil ist, wissen wir, historisch und aktuell. Und das mal strukturell zu begreifen und quasi ein Antimaterismus, ein Antisexistisch sein muss, wirklich in voller Konsequenz, das ist echt eine Notwendigkeit. Und das muss auch in einem antifaschistischen Gedenken einfach vorkommen. Einen Platz haben eigentlich. Ja, genau. Ich möchte nochmal zurück zu unserem Gedenken jedes Jahr, weil es ist zwar dieses Gedenkzeichen, was jetzt drauf ist mit dem Bild und dem Text, nur fürs Wochenende da, aber wir haben jedes Jahr eine Beschriftung feministische Gedenken heißt natürlich auch, dass man nicht nur in die Vergangenheit schaut, sondern sie durch das Schauen in die Vergangenheit, geht es ja immer um was im Hier und Jetzt, was soll sie ändern, welche Kontinuität gibt es und was ist da immer noch so. Und wenn man sich Österreich anschaut, wie viele Femizide da sind in diesem Jahr und wie Gewalt gegen Frauen da jetzt wieder stärker wird, dann ist es wirklich nochmal ganz wichtig auch zu sagen, das muss jetzt aufhören. Also sowas dulden wir nicht. Gibt es eine direkte Botschaft an das Mauthausen-Komitee bezüglich der Baracke 1 und vielleicht auch an die Bundesregierung? Gibt es etwas, das man hier klar formulieren kann? Aus dem jüdischen Gedenken ist eine Petition entstanden, die jetzt überreicht wird. Ich glaube ich weiß nicht, wie viele Unterschriften da gesammelt worden sind, ich habe es noch nicht erzählt, dass man ein sichtbares Zeichen sowohl für das Lagerportal wie auch für die Frauen, die Sex und Trans Arbeit leisten müssen, geben soll. Es hat gestern auch feministische Diskussionen, es hat gestern auch noch Umgänge gegeben im Zug von feministischen Gedenken und eine Diskussion zum Gedenken. Und auch die Gedenkstättenleitung hat vorbeigeschaut oder so und sie haben es zumindest insoweren aufgegriffen, dass sie sagen, sie werden es besprechen, sie finden die Bezeichnung sehr schön, sie wollen eigentlich ein Gesamtkontext, alles gleich, deswegen sozusagen ist da die Bezeichnung der Lagerportell des ehemaligen verschwunden. Und das scheinen Sie nochmal darüber nachzudenken, was man zumindest als einen erforderlichen Schritt sehen muss. Wir wissen noch nicht, was draußen weiterkommt. Wir bleiben weiter dran. Und zum Mauthausenkomitee möchte ich nur sagen, die Bildungsarbeit ist zum Teil großartig und wir sind jetzt doch schon über 20 Jahre da und es ist schon etwas weitergegangen. Es wird schon auch zu diesen Frauen geredet in den Rundgängen, die es gibt. Es ist Thema geworden. Wir sind nicht immer sonst da gestanden. Also das muss ich jetzt schon einmal betonen. Und es gibt auch, dass das wirklich etwas weitergeht. Und jetzt werden wir es dann sichtbar machen, dass es sichtbar weitergeht. Und ich wollte noch daran erinnern, wir tragen alle das gleiche Gesicht. Egal von wo wir herkommen, es ist urwichtig, dass es definitiv ein Zeichen gesetzt wird, was es den Frauen da passiert worden ist und überall. Weil die sexualisierte Gewalt trägt auch das Gesicht von einer indigenen oder mystischen Frau, von einer europäischen, von einer asiatischen Frau etc. Wir sind alle die gleichen Weltweit. Danke, das ist ein schönes Ende. Es ist nicht ganz stimmt, die ersten, ist so etwas versprochen worden, wie dass sie sich quasi, die Nazis haben entschieden,ierte gearbeitet haben, aber nicht nur, das war nur anfangs. Und angeblich hat es da so Anfangsversprechungen gegeben, dass die Frauen, wenn sie das machen oder sich zum Arbeitsdienst melden, dass die noch ein halbes Jahr freigelassen werden. Und Tatsache war, es haben sich die wenigsten freiwillig gemeldet. Die letzte Sache war, dass haben sich die wenigsten freiwillig gemeldet. Sie sind rekrutiert worden aus dem KZ Ramsbrück ins KZ Lager bei den Nordhausen. Und sie sind weder freigelassen worden, noch hat das aufgehört und sie sind als Kranke dann... Es hat keine einzige Frau überlebt. Entweder sind sie daher gekommen oder sie sind in Krankheiten gestorben. Es sind aber auch welche zurückgekommen nach Wormsbrück, weil das habe ich aus der Lagergemeinschaft Wormsbrück von euch gehört. Wie welche, wann sie zurückgekommen sind, zurückgeparente, die heute da stehen. Warum sind Sie sich so damit beschäftigt? Mit ein bisschen familiären Hintergrund auch. Also meine Oma. Wir haben in der Familie eine saubere arische Linie. Wir haben eine großmütige Jüdin, die auch verhaftet worden ist im Inns gesessen und sie ist durch Beziehungen von ihrem Mann, von meinem Großvater, nach 13 oder 14 Monaten hergekommen. Ich glaube es war 1943, ich habe jetzt diese Dinge nicht dabei. Aber die Oma hat noch eineinhalb Jahre danach im Tiroler Oberland versteckt sein müssen. Sie hat versteckt überlebt? Genau, sie hat überlebt. Wie alt war die Oma damals? Ca. 1955 war sie, glaube ich, 54, also um 1900 ist sie geboren. Und natürlich, ich habe sie nicht geliebt, dass sie damals gestorben ist, bevor ich geboren worden bin. Und bei euch fällt dir dann das Tudi für die Frau nicht aus? Mein Vater ist 1930 geboren. Die Geschichte mit der Oma war zehn Jahre alt. Der Vater hat erlebt, wie die Oma verhaftet worden ist. Und er hat sein ganzes Leben lang nicht darüber reden können. Ich habe mal angesprochen, da war er schon über 70. Ich sagte Papa, erzähl mir, wie war das? Mein Papa war jetzt genau so wie ich, geflogen, er hat noch sehr herumgereddet, hat nach Luft gerungen und hat auch im Ritter über das Erlebte nicht reden können. Mein Papa war nie im Gefangenenlager, aber der Papa hat erlebt, wie ehemals da die Oma abgeholt worden ist, seine Mutter. Mein Vater hat wahrscheinlich erlebt, dass er von mir einen guten Tag und den Mensch macht. Und ich sage jetzt mal, dass sein... Wer weiß, was er sonst noch zu sehen hat. Genau. Danke für die Zeit. Und darum, also ich muss da auch immer eine sehr gute Luft holen, weil ich da immer so gerichtet bin. Und natürlich da auch innen. Du bist der Enkelsohn, oder? Der Enkel, genau. Und dann kannst du aber auch spüren, glaube ich. Genau, ich spüre das. Und du spürst, dass die Oma da irgendwie mit uns verbunden ist. Natürlich. Thank you for watching!