Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte Sie sehr herzlich zur heutigen Veranstaltung hier im Stifterhaus begrüßen. Wir freuen uns sehr darüber, dass heute die beiden neuen Bücher von Dominika Meindl, selbe Stadt, anderer Planet, vor kurzem im Pikus Verlag erschienen und Mini-Horror von Babi Markovic erschienen im Herbst im Residenzverlag bei uns vorgestellt werden. Ich begrüße Dominika Meindl und Babi Markovic sehr herzlich. Herzlich willkommen. Die Moderation des heutigen Abends hat der Literatur- und Musikkritiker Sebastian Fastuber übernommen. Auch ihn begrüße ich sehr herzlich. Applaus Bei beiden Büchern gibt es großen Anlass zur Freude. Bei Dominika Meindl, die in unterschiedlichen Rollen schon viele Male bei uns im Stifterhaus zu Gast war, ist es ihr erster Roman, genauer ihr erster Roman ohne Co-Autorenschaft. Den Roman Die Sau, ein voll arger Heimatroman, hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Klaus Buttinger, der ebenfalls da ist, verfasst. Und Barbie Markowitz Buch Mini-Horror wurde eben mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2024 ausgezeichnet. Wir freuen uns mit beiden Autorinnen wirklich sehr. So unterschiedlich beide Bücher auch sind, so haben sie doch manches gemeinsam. Wir werden es heute noch hören. beide Bücher auch sind, so haben sie doch manches gemeinsam, wir werden es heute noch hören, bei beiden etwa liegen, lachen und weinen nachher beieinander, wie ich finde. In beiden werden Alltag und gegenwärtige gesellschaftliche Probleme sowie zeitlose existenzielle Fragenstellungen angesprochen, zum Beispiel der Wunsch zu einer Gemeinschaft zu gehören. Wird das Spannungsfeld Stadt-Land aufgegriffen. In beiden ringen die Hauptfiguren immer wieder darum, nett zu anderen Menschen zu sein. Wir dürfen uns also auf einen sehr anregenden Abend freuen. Ich bedanke mich bei Dominika Meindl, Babi Markovic und Sebastian Fasthuber und bei Ihnen allen sehr für Ihr Kommen. Und ich übergebe damit die Bühne und das Wort und Sebastian Fasthuber und bei Ihnen allen sehr für Ihr Kommen. Und ich übergebe damit die Bühne und das Wort an Sebastian Fasthuber. Vielen Dank. Einen schönen Abend auch von mir, von uns. Auch von mir. Es ist halt ein bisschen schwierig. Das Ganze ist ein wenig das Double Feature meiner Träume, bin ich versucht zu sagen, das wir heute erleben dürfen. Double Feature meiner Träume, bin ich versucht zu sagen, das wir heute erleben dürfen. Als Moderator sollte ich, das steckt im Wort drinnen, lenkend, vielleicht auch mäßigend wirken, zumindest irgendwie professionell agieren. Das wird mir heute möglicherweise schwerfallen. Ich bin voller Gefühle und auch extrem befangen, deshalb vorhin gleich einmal einen Compliance-Hinweis Nummer 1 zu Dominika Meindl. Wir haben gemeinsam über einige Jahre die Literaturreihe Experiment Literatur im Alten Schlachthof gestaltet. Das kann man sich vorstellen wie die Abendveranstaltungen hier. Nein, viel unseriöser. Naja, das Programm war ähnlich, es war ein bisschen unseriöser, aber dunkler vielleicht noch. Aber nicht so schöne Literaturausstellungen. Ich möchte, dass irgendwann einmal jemand sagt, ich sei die Regina Pinter von Welt. Aber das ist eine Anmaßung noch. Auf jeden Fall, wir kennen uns ein bisschen und es ist mittlerweile so weit, dass ich Ihre Romane nie in einer Zeitung rezensieren würde. Dafür sind wir zu eng. Aber moderieren, das geht gerade noch, das geht sich gerade noch aus. Denn moderieren, das beinhaltet Belesungen ja eigentlich in den meisten Fällen auch, dass man das Buch als Moderator irgendwie gut findet. Man setzt sich ja nicht hin und sagt, das ist ein Schaß, was sollen diese Sätze. Das irgendwie gut finden kann man gleich auch streichen, das irgendwie streichen wir. Ich finde den Roman sehr gelungen und ich war auch wahnsinnig erleichtert, als ich das feststellen durfte. Wenn dieser Roman nicht so gescheit und so unterhaltsam wäre, dann hätte ich heute herumstottern müssen, am Ende wäre noch unsere schöne Freundschaft an diesem leidigen Romanschreiben zerbrochen. Jetzt nicht mehr. Jetzt nicht mehr. Ja, ich muss Dominika Meindl in Linz nicht vorstellen. Sie ist in Oberösterreich und mittlerweile auch weit über Oberösterreich hinaus bekannt und aktiv als Autorin, Moderatorin, Präsidentin, Lesebühnenorganisatorin, Kuratorin und noch vieles mehr. Unermüdlich im Dienste der Literatur unterwegs, aber da ist der schöne Nifat dabei. Also auch wenn sie heute relativ seriös erscheint, das täuscht. Überall wo sie ist, ist immer auch ein bisschen Fasching. Zum Buch. Die Amerikaner hat lange Zeit die Suche nach dem großen amerikanischen Roman umgetrieben. In der US-Literatur ist es darum gegangen, wer schreibt ihn. Das waren eigentlich immer nur Männer natürlich, die da mitgemacht haben. Es war entweder Philip Roth oder Thomas Pynchon oder war es vielleicht schon Hemingway. Meines Wissens ist es nie dazu gekommen, dass wirklich der große amerikanische Roman gefunden wurde. Es ist zumindest nicht entschieden worden, wer gewonnen hat. Im Fall von Selbe Stadt, Anderer Planet ist es klar, Dominika Meindl hat uns den großen Hallstatt-Roman geschrieben, noch dazu kompakt auf 200 Seiten. Ich glaube, es ist ein Applaus, wenn wir dazwischen sind. Ein Applaus für die Moderation. Ihr ist da etwas gelungen, sie hat eine Kulisse, die so sattsam bekannt ist, so verbraucht auch und die mich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht interessiert hat. Also ich habe mir nicht vorstellen können, vorher ein Buch über Hallstatt zu lesen, mit Leben gefüllt, mit echtem Leben, das es ja durchaus auch gibt, neben dem touristischen Betrieb. Gefüllt vor allem mit interessanten Figuren, die alle auf ihre Art sympathisch stur sind, so ein bisschen renitent, nicht einverstanden mit den Verhältnissen, aber die trotzdem, wie wir alle Akteurinnen sind, die dieses kapitalistische Spiel irgendwie noch mitspielen, immer leicht überarbeitet und manchmal auch leicht verkatert, weil sie am Abend davor noch Bier trinken mussten, um sich vom Kapitalismus zu erholen. Diese Figuren sind Tischlerinnen, Gemeindeärztinnen, Tourismus-Gurus und ein sogenannter, ich nenne es jetzt einmal Gesundschrumpfer, vielleicht können wir noch darüber reden, ich weiß nicht, wie es genau im Buch jetzt heißt, das ist eigentlich ein Beruf, den der Mensch sich selbst erfunden hat. Wie man aus Regionen, die schrumpfen, also wie nennt man die? Downsizing. Aber er fantasiert ja selbst über das. Also er kann sich nicht ganz verständlich machen, was er überhaupt macht, weil er es selbst eigentlich nicht weiß. Ein Mann halt, ja. Denn es fällt auf, im Buch die Praktikerinnen sind die Frauen und die Männer sind die, die irgendwelche Konzepte entwickeln für Regionen, die dann eh nie umgesetzt werden in der Form. Alle diese Figuren haben einen eigenen Blick auf Hallstatt und auf die Region. Das eine ist einmal eine Heimkehrerin, das ist die Johanna, die nach Jahren in Wien ins elterliche Haus einzieht und auch die Arztpraxis ihres verstorbenen Vaters übernimmt. Ihre Zwillingsschwester, Doris, ist die immer da gewesene, die es irgendwie nie so richtig weggeschafft hat, aus welchen Gründen auch immer, aus Hallstatt und dort einen kleinen Tischlereibetrieb hat. Es gibt einen zugezogenen mit seiner Perspektive und sogar einen echten Chinesen gibt es in dem Buch, kann man sich kaum vorstellen. Also nicht nur einen, der durchläuft zwei Stunden, sondern einen, der auch wirklich mit Hallstatt, mit dem echten und auch mit dem chinesischen Hallstatt verbunden ist. Ja, das ist die Frage, sind wir ausreichend eingestimmt auf die Lesung? Ich würde sagen, du machst zuerst die Lesung und danach das Gespräch, wenn wir jetzt zu reden anfangen, wird es vermutlich episch. Wir haben ausgemacht, du schaust streng. Ich schaue streng, ja. Hoffentlich schaue ich auch rechtzeitig zu dir, Omi. Und gehe dazwischen aber ab. Gehe mal ab, dann. Danke sehr für diese wirklich schöne Moderation. Und ich freue mich nicht zum Lesen zu anfangen, wo ich nicht wirklich noch einmal das Stifterhaus, mein Glück hier lesen zu können, weil ganz humble beginnings, ganz oben unter dem Dach und ich habe mich jetzt bis runter durch, runter gearbeitet. Ich fange einfach zum Lesen an und in Leipzig habe ich es dazu sagen müssen, was die zwei machen, die zwei Schwestern, aber ich glaube, sie haben es gleich einmal. An die blickdichte Dunkelheit hier hat sich Johanna noch nicht wieder gewöhnt. Immerhin weiß sie, wo in ihrem alten Kinderzimmer die Lichtschalter sind und wo sie am Vorabend das zusammengewürfelte Gewand für die Tour hingelegt hat. Es passt nicht gut, die Eltern waren wohl anders gebaut, aber eigenes hat sie nicht mehr. Die alte Kaffeemaschine röchelt wie Darth Vader. Der Filterkaffee ist bitter, sie hat schon wieder viel zu viel Pulver genommen. Auch das muss Johanna wieder lernen. In der Sekunde, in der ihre Schwester auf die Türklingel drückt, bellt der Hund, als endete die Stromleitung direkt in seinem Halsband. Seine Krallen scheuern über den Holzboden. Der Vater hat sie ihm wohl schon lange nicht mehr stutzen lassen. Schnell nimmt Johanna noch einen Schluck Kaffee, damit Doris ihre Fahnen nicht riecht. Sie sieht ihren Kopf durch die Glasziegel neben der Tür. Ihr eigener spiegelt sich darin. Für eine Sekunde legen sich ihre Gesichter genau übereinander. Da steht ihr Zwilling, schrecklich munter und schrecklich zweckmäßig in die aktuelle neonfarbene atmungsaktive Skinfit-Kollektion gekleidet. Das alte Skizeug lacht durch, wie gut die Jethose und das Mäserleiberl gehalten hätten. Nur noch eine Saison, dann sei das schon wieder in Mode. Johanna schaut an sich herab. Es gibt ihr einen Stich, als ihr klar wird, dass sie von Kopf bis Fuß in der Kleidung von Toten steckt. Wenigstens ist die Unterhose ihre eigene, wenn auch etwas ausgeleiert. So wie die beiden dastehen, wirken sie wie eine Karikatur der vergleichenden Zwillingsforschung, wie Landmaus und Stadtmaus. Und es stimmt ja auch, Doris ist drahtiger, die Sonne hat ihr Falten in die Haut gebrannt, aber ganz vitale, das sind keine Panda-Augen wie ihre eigenen. Johanna stellt Doris viel zu dick geschnittenes Bauernbrot auf den Tisch und fast noch nicht abgelaufene Butter. Es gibt auch Vintage-Marmelade im Haus, sagt sie, aber ich mag nicht in den Keller. Die Unordnung halte ich in der Früh noch nicht aus. Doris bietet ihr halbherzig Hilfe beim Entrümpeln an. Sie schüttelt den Kopf. Hund, Haus, Patientenkartei, alles ihres jetzt. Weil man auch bei der Trauerarbeit auf eine schöne Work-Life-Balance achten müsse, sagt Johanna, sei es jetzt Zeit aufzubrechen. So lange seien die Tage ja noch nicht. Immer noch liegt die Dunkelheit wie Tinte im Tal. Johanna nimmt Balou für die paar Meter über die Straße an die Leine, weil sie sich immer noch nicht darauf zu verlassen wagt, dass er nicht abhaut. Dabei stimmt das Gegenteil. Er schaut sich enttäuscht an, als ihn die Schwestern in Doris Hauseingang schieben. Johanna stellt es sich schön vor, mit einem Hund in die Berge zu gehen, aber nicht mit diesem. Er ist noch nicht einmal drei Jahre alt, aber wenn Balou läuft, schlackert sein Brustfleisch, die Hinterläufe eiern in den Hüftpfannen, als steckten zwei Affen in seinem Fell, die sich als Hund verkleidet haben. Nach zwei Kilometern ist er zu keinem Schritt mehr zu bewegen. Sie haben den Vater oft und oft gesagt, er solle aufpassen. Ein Hund müsse nicht viermal am Tag fressen und ein Labrador kenne kein Sättigungsgefühl, der fresse wirklich bis ihm die Magenwände reißen. Bei einem ihrer letzten Weihnachtsbesuche hatte sich Johanna sogar dazu hinreißen lassen, du fütterst ihn zu Tode, zu sagen, woraufhin der Vater wortlos aufgestanden und mit Balou in den Wald gegangen war. Es war Johannas Idee gewesen, den Vater mit einem Welpen zu trösten, als er darüber zu klagen begann, dass ihm alleine das Haus zu groß werde. Vernünftig wäre es gewesen, ihm dabei zu helfen, in eine Wohnung zu ziehen, am besten gleich neben dem Krankenhaus in Ischl. Die haben sogar letzte Hilfekurse im Angebot. Aber sie war mit dem Gedanken nicht zurechtgekommen, kein Elternhaus mehr zu haben. Jetzt hat sie es, aber wie? Auch Doris fand das Labrador-Projekt gut, das gehe sich gerade noch aus mit beider Lebenserwartung. Da der Vater die Seine enttäuscht hat, übernahm Johanna neben Haus und Ordination auch noch den Hund. Es war ja schon egal. Nachdem sie Balou zwei Wochen dabei zugesehen hatte, wie er den Vater auf den gemeinsamen Wegen suchte, brachte sie es dann selbst nicht mehr übers Herz, ihn auf Diät zu setzen. Der alte Tischler ist schon munter, er klopft dem Hund mit seiner guten Hand auf die gepolsterte Flanke, mit der Grobheit alter Leute, die sich bei keiner Zartheit erwischen lassen können. Martin schläft noch. Doris sagt, er sei in der Nacht zu einem kleinen Unfall gerufen worden. Nichts Wildes, nur ein Pendler, den es wegen Sekundenschlafs aus der Kurve getragen habe. Sie nickt ihrem Schwiegervater zu, sagt, sie seien am frühen Nachmittag wieder da. Sie schnallen die Ski auf die Rucksäcke, müssen sie aber nicht lange tragen. Sie überspringen ein bisschen was. Das ist eh so anstrengend, wenn man dem Geiste mit bergauf geht. Ich überspringe und sage, Johanna muss sich ziemlich plogen. Sie ist nicht in Form. Mit gewachsenen Fällen bleibt zumindest kein Schnee mehr kleben und irgendwann rücken die Felswände ganz nah an die beiden heran. Das K, das sie erreichen wollen, sieht von hier so schmal aus, als führte da kein Weg durch zum Plateau. Ein letztes Mal steilt der Hang auf, mit einem Mal bläst sie der Westwind mit der ganzen Kälte an, die er auf seinem Weg über das Gebirge mitgenommen hat und mit der er einen dicken Haarsteckel geformt hat. Noch ein paar Dutzend Schritte, dann werden sie in der Sonne stehen, im Flachen. Gleich werden sie entscheiden, wie weit sie heute noch kommen wollen. Doris schafft sich mit sicheren Tritten halt, immer noch ohne Harscheisen. Johanna möchte es ihr gleich tun, aber ängstlich tritt sie gegen das steile Eis viel zu fest. Die Bindung geht auf, der linke Ski springt vom Schuh, schießt abwärts und vor Schreck tut es ihm Johanna gleich nach. Ski und Frau schlittern über den Hang. An einer Kante heben sie ab. Doris schreit. Johanna fällt. Dann ein Geräusch. Ungefähr. Pluff. Doris rutscht zu dem Punkt hinunter, an dem sie Johanna aus den Augen verloren hat. Sie malt sich den Anblick ihrer grotesk vertreten Leiche aus, fragt sich, ob denn hier so ein hoher Abbruch sei, und unmittelbar bevor sie die Geländekante erreicht, fürchtet sie sich schon vor der Schmach ihrer Gemeinde, die Hausärztin umgebracht zu haben, auf die alle so lange gewartet hatten. Sehr steil geht es nicht hinunter, es ist nur eine Welle, keine Kante. Zuerst sieht Doris bloß ein Loch in der Schneeverwehung, gar nicht so tief unten. Und dann hört sie das Zettern der Untoten. Nie wieder gehe sie mit ihr Bergsteigen, nie wieder! Erst wieder, wenn sich die Hölle mit Eis bedecke. Nie wieder! Erst wieder, wenn sich die Hölle mit Eis bedecke. Scheiß dich nicht so an, sagt Doris. Da fliegt ein gut gezielter Schneeball an ihrem Ohr vorbei. So, jetzt springe ich zum Ren. Ren hat Österreich Hintergrund, also er versteht das Deutsch, auch dieses verrückte Deutsch, das hier gesprochen wird. Und er bekommt einen Auftrag. In China, er ist Tourismusentwickler und in China, in Peking, erhält er folgende Beauftragung. Wir bauen eine ganze Stadt her, Ren, in Guangdong, sagt einer der Bergbaumanager und hebt eine Hand, um Fragen zu stoppen. »Ich wollte gar keine stellen«, sagt Lorraine. »Wir brauchen Ihren Blick für die europäischen Details. Wir wollen, dass sie so aussieht.« Er klappt einen Bildband auf und schiebt ihn über den Tisch. Ich schaue hinunter auf eine Stadt, die so aussieht, als klammerte sie sich an einen Berg, um nicht in den See zu rutschen. Der Rest ist relativ bekannt. Und dann bekommt Rand den Auftrag, diese Stadt genau anzusehen. Also er muss sie nicht konstruieren oder abmessen, aber er ist für die Details zuständig und schließt sich dort einer Reisegruppe an, im echten Hallstatt. Wobei die Frage natürlich immer ist, gibt es überhaupt noch ein echtes Hallstatt? Erst jetzt fange ich die Reise... Brauchst du eigentlich ein Wasser, Barbie? Brauchst du Wasser? Okay. Das macht nichts. Das nimmt, glaube ich, diesen Gottesdienstcharakter aus der Lesung aus. Erst jetzt fange ich die Reiseführerin ab und gebe mich ihr leise, als Regierungsbeamter zu erkennen. Sie verbeugt sich unauffällig, ohne nach meinem Auftrag zu fragen. Selbstverständlich sei ich ihr heute willkommen, sagt sie in etwas holprigem Hochchinesisch. Nun fällt die Frühlingssonne auf die Stadt. Die Führerin schart ihre Gruppe um sich. Sie erklärt, man befinde sich hier also in Österreich, an einem sehr alten, originalen Ort, einem der schönsten im Westen. Sehen Sie, flötet sie, wie harmonisch Berg und See angelegt sind, wie in unserer klassischen Malerei. Wir setzen sich gemeinsam in Bewegung. Ich bleibe etwas abseits, um mich nicht durch meine Sprache zu verraten. Ich achte darauf, Marktplatz geht, richten alle ihre Kameras auf sie. Das Anschwellen der Klickgeräusche beschleunigt ihre Schritte, bis sie in einem Hauseingang verschwindet. Ein See ist für unser Projekt unerlässlich, aber dieses klare Jadegrün werden wir wegen der Wärme nicht lange halten können, außer wir kloren das Wasser. Wärme nicht lange halten können, außer wir kloren das Wasser. Ortsübliche Musik, die besorge ich am besten gleich selbst in einem der Souvenirläden. Davon muss es ein paar CDs geben. Und Schwäne, wir brauchen unbedingt Wasservögel. Die Leute aus meiner Gruppe waren ganz wild danach, sie anzulocken, doch sie verschmähen die kalten Pommes frites. Dann noch Blumen unter den Fenstern, gute Seidenblumen. Mir fällt die Frau im Alpenkleid ein. Da ließe sich bestimmt etwas machen, vielleicht ein Leihservice, damit die Touristinnen in bunter Tracht posieren können. Und zwar in beiden Städten. Ich soll ja in beide Richtungen denken. Ich notiere mir das heitere Staunen meiner Mitreisenden über die riesigen, fettglänzenden Schweineschenkel, die uns Kellner auf den Tisch stellen, die fröhliche Ratlosigkeit, wie der knusprigen Schwarte mit Messer und Gabel beizukommen sei. Also er spechtelt Hallstatt aus. Wie lange noch bitte, lieber Sibber? Der Bankomat. Ich hoffe, ich finde es jetzt gleich. Das freut mich nämlich. Diese Geschichte ist ein Geschenk von Anna Weidenholzer. Ich habe eigentlich sehr viel von der Familie Weidenholzer da eingebaut. Die dauert nicht lang, das passt eh gut, wenn ich ein bisschen in Luft geselten Pfarrer, können Sie selbst lesen. Ah, genau, dann habe ich noch eine kurze Schlussgeschichte. Total schlecht vorbereitet, ich finde die Bankomatgeschichte nicht. vorbereitet. Ich finde die Bankomat-Geschichte nicht. Papi, du kannst inzwischen einmal lesen. Ja, und ich habe es mir extra, ich habe einen Zettel da und jetzt muss ich wieder von vorn. Das ist eigentlich... Ja, aber es bringt mir gar nichts. Ich lese einmal zur Sicherheit... Es könnte ja dabei einmal dann einfach telefonieren gehen. Ich lese einfach, es gibt auch eine Figur, die ich eigentlich total mag und mit der ich nicht gut umgehe, die Maria. Maria war noch streng mit diesen uneigentlichen Gegenden, mit den Zweitwohnsitzen und Einfamilienhaus-Ghettos, mit den jungen Familien, die sich am Stadtrand um ein Vermögen, ein Reihenhaus andrehen lassen und dann jammern, weil sie keinen postmodernen Wirt mit veganem Tagesgericht und Bionade haben. Aber mit den Nachbarn über jeden Zentimeter ihrer Hand durch großen Gartenimitate streiten und ihnen mit Klage drohen, wenn die das Unkraut nach alter Sitte mit Roundup traktieren. Da lieber gleich so richtig Land, hat sie gesagt, mit Gülle in der Luft und Blasmusik und von Leichnamsprozession. Und wenn dir hier jemand den Hirschfänger nur einen Zentimeter in den Bauch sticht, ist es ironisch gemeint. Ach Maria. Jetzt sind wir sogar gleich. Gleich haben wir ein Bankomaten. Ich danke dir wirklich sehr. Ja, das ist einfach die... Er unternimmt einen Spaziergang, damit er wieder fröhlich wird. Der Nussbaum, dessen Früchte er heuer schon wieder nicht angesetzt hat, reicht schon an die Stromleitung heran. Und die Hollerstauden, aus deren Dolden er heuer schon wieder keinen Saft gemacht hat, wachsen viel zu weit über seinen Zaun. Wahrscheinlich verdankt er es nur seinen Kindern, nicht binnen Monatsfrist wieder zu einem lebensfremden Junggesellen geworden zu sein. Immerhin nicht lebensfremd, aber Junggeselle doch, denn er wird wohl Opfer des Frauenmangels in dieser Abwanderungsgegend werden. Von Weitem hört er eine kleine Blasmusik. Ein paar Schritte später sieht er, wie die Granden seiner Wahlheimat eine Dolde um die Raiffeisenbank bilden. André stellt sich in die hinterste Reihe und lauscht, wie der Filialleiter die Tradition des Weltspartages lobt, der ja schon wieder in wenigen Monaten vor der Tür stehe. Er lobt sein Team und den Fortschritt sowie die Zukunft. Ab jetzt können wir uns ganz auf den Kundenkontakt konzentrieren. Die Erwachsenen applaudieren, die Kinder halten Krapfen, Luftballons und sehr bunte Stofftiere in den Händen. Die zwei jungen Ferialpraktikantinnen, die ihnen Marienkäfer, Schmetterlinge und Katzen in die Gesichter malen sollen, sitzen müde auf Bierbänken. Der Pfarrer tritt vor, im Namen des Vaters. Er hebt sein kugelförmiges Zepter. Weihwasser spritzt gegen die Wand des Gebäudes. Der schwarze Fraktionsobmann klatscht in die Hände. Super, wieder applaudieren alle. Der neue Bankomat ist hiermit offiziell eröffnet und eingeweiht. Mit Raiffeisen bist du nie allein. Ich danke sehr. Das sollte man eigentlich sponsern lassen. Ja. Peinlich, aber... Ja, danke für diese fast schon performative Lesung. Bis jetzt auch ein bisschen. Es ist teilweise gelacht worden, jetzt fallen wir am Schluss, aber nicht so viel. Und ich habe schon vorher ein bisschen gelauscht am Gang, da habe ich zwei Damen gelauscht im Gespräch, und der hat dann gesagt, Dominika, die macht immer lustige Sachen. Und in dem Fall ist es bei dem Roman so, dass es doch in erster Linie, finde ich, ein ernsthafter Roman geworden ist. Natürlich mit Humor, denn der ist da, weil ein Teil von dir ist. Und wenn der fehlen würde, wird dem Roman was fehlen. Aber es ist jetzt kein lustiges Buch in dem Sinne. War das von vornherein der Anspruch, dass man sagt, wenn ich einen Roman schreibe, dann gescheit oder dann richtig, dann ernsthaft. Ja, es ist gut, dass du das sagst. Es ist eine Kaufwarnung, wenn Sie zum Büchertisch dann gehen und bitte es schon sehr gerne. Es sind ein paar Leute da, die regelmäßig zur Lesebühne kommen. Da kann die Erwartung nur enttäuscht werden. Aber ja, das klingt jetzt zu blöd. Ich wollte einmal etwas Ernsthaftes schreiben. Das heißt ja nicht fad, ganz im Gegenteil. Das habe ich mir selbst nämlich auch einreden müssen, also vermitteln müssen. Und es ist auch interessant beim Lesen. Mir hat der Verleger dann auch gesagt, bei der Buchpräsentation in Wien, das war ja auch ein Heimspiel dort in Wien, aber du hast einen ernsthaften Roman geschrieben, du musst ihn nicht herdudeln. Und er hat auch recht. Ja, ich glaube, dass der Zugang zur Literatur, wenn ich sie denn wirklich selbst schreibe, und ich glaube, du hast das ein wenig mitverfolgt, das geht nicht ganz schnell und nicht ganz leicht bei mir, wenn es ernsthaft sein soll, dann wollte ich diese fundamentale und extrem banale Wahrheit zum Ausdruck bringen, dass das Leben immer extrem komisch und extrem schlimm oder tragisch fast gleichzeitig ist. Und genau darum geht es. Es muss jetzt nicht krampfhaft immer so sein. Du hast es schon angesprochen, die Entstehungsgeschichte, also die künftige Generation von Glemmenistinnen und Glemmenisten werden diesen Roman natürlich gebührend vermessen und werden sich auch der Text Genese widmen. Das Buch war ja vorsichtig ausgedrückt kein Schnellschuss. Ich habe irgendwann schon befürchtet, es ist in der Schublade verschwunden, irgendwann, ich weiß jetzt nicht, wann das war, aber ich kenne Teile einer früheren Fassung, das ist sicher sechs, sieben, acht Jahre her ungefähr. Und es ist, glaube ich, auch nichts davon drinnen geblieben. Es war, glaube ich, die Heimkehrerin, die Ärztin, das glaube ich. Ich habe einen Haufen wieder weggeschmissen, also weggeschmissen, alles für das Stifterhaus aufgehoben habe. Ich drücke es dann noch aus, dass es aufgehoben ist, aber bitte wirklich erst Postung, weil ich glaube, dass es gut war. Und es gibt nur ein paar so kleine Ur-Szenen, wo der Hund einen Banküberfall plant. Das ist so, wie sich der Körper alle sieben Jahre erneuert. Und dann war es schon so, es gibt einen gewissen Herrn Buttinger, der mich schon nachgerade buseriert hat, generviert hat. Wir haben gesagt, wir sprechen schöner. Dass die Barbe nicht so hervorsticht, wie die in ihrem schönen Deutsch gedrängt hat und zurecht hat, dass ich es hergeben muss. Also ich habe es nicht ausgehalten, Verlagsabsagen zu... Und dann habe ich ganz kurzfristig, es ist eine ziemlich oskurelle Geschichte über Elias Hirschl, dem beim Gresky-Konzert das Geld ausgegangen ist und er hat gesagt, 14 Euro verkuppelt er mich mit einer Agentin. Und dann ist das Buch wieder unheimlich lang gelegen, weil die gerade drei verschiedene Businesses aufzogen hat. Und dann hat ein gewisser Herr Buttinger gesagt, jetzt aber, jetzt, praktisch einmal in der Woche hat er mich schon so geärgert. Und damit ich als Entlastung habe ich dann zur Agentin gesagt, bitte, es kommt dieses blöde Kulturhauptstudio, wenn das jetzt nichts wird, ich schmeiße ihn weg. Und es ging dann sehr schnell und ich bin sehr glücklich. Nein, wirklich. Danke. Aber ich glaube, insgesamt die Zeit, die ich da gearbeitet habe, ist fast ein Schnellschuss. Nein, ich habe schon rausgehört. Es ist leichter beim ersten Buch überhaupt zu wie wir alles richtig machen, glaube ich. Das ist ein Perfektionszwang da. Und du dokumentierst das auch, machst das auch sehr offensiv öffentlich im Internet. Du hast einen Hang zum Prokrastinieren. Das kann man ja, glaube ich, das kannst du nicht leugnen. Und beim Roman gibt es keine Deadline in dem Sinne. Insofern ist es ja ein Wunder, dass das Buch nicht leugnen und beim Roman gibt es keine Deadline in dem Sinne. Insofern ist es ja ein Wunder, dass das Buch fertig geworden ist und vor uns liegt. Es ist mir sehr peinlich, weil ich bin ja eine Matriarchin, die nie eigentlich ungern zugibt, dass durch männlichen Druck was weitergegangen ist, aber das Zeichen meines ernsthaften Willens, ich bin jetzt Autorin und ich bin wahrhaftig mit Ihnen. Willens, ich bin jetzt Autorin und ich bin wahrhaftig mit Ihnen. Jetzt einmal ganz allgemein gefragt, ich habe das noch nie gemacht und ich kann mir das auch nicht vorstellen, was ist das Schöne am Romanschreiben und was sind vielleicht die weniger schönen oder mühsamen Seiten am Produktionsprozess? Wie war das? Also es ist dann, wenn ich wirklich Zeit habe, wenn ich mich nicht selbst ablenken kann, hat es schon Phasen gegeben, wo es mir gut gefallen hat. Und ich hoffe, dass das jetzt allmählich einfacher wird. Es ist wirklich das erste Buch. Ich habe mich schon geplagt damit. Gar nicht beim Schreiben selbst. Ich habe gern formuliert und immer wieder neu überarbeitet. Und es hat mir, glaube ich, diese Arbeit gut gefallen, dass ich wirklich mich extrem bemühe, zum Ausdruck zu bringen, was ich eigentlich sagen will. Und das, wenn es irgendwie geht, auch nicht kompliziert zu machen. Also es war ein Ringen. Ich hoffe, es ist Ihnen nachvollziehbar, oder dass Sie es halbwegs gelungen finden, dass ich dieses sehr komplizierte Leben in gar nicht so komplizierte Sätze fasse. Und die Arbeit an der Sprache hat mir schon sehr gut gefallen. Und ja, ich glaube, ich genieße jetzt diesen Teil des Buchherzeigens mehr als das Schreiben. So wie der Robert Schindl gerade in den Nachrichten gesagt hat, ich habe das nicht gewusst, dass er eher so quält mit dem Schreiben. Leider muss man einem einen Roman auch schreiben. Ein wahres Wort ist gelassen ausgesprochen. vier Figuren, aus deren Perspektiven geschildert wird, vielschichtig. Das Schöne ist, die haben verschiedene Facetten, das wird aber jetzt nicht breit ausgewälzt, sondern da kommt so ein A-Posal immer ein bisschen ein Hinweis, okay, ja, der könnte möglicherweise schwul sein, nach irgendwie 100 Seiten, das ist aber, hat jetzt aber auch nicht so eine große Bedeutung, ist ja nicht so wahnsinnig wichtig in dem Fall. Literatur ist erzählen, nichtären, habe ich mir notiert. Und Erzählökonomie, sehr gut. Also da wird nicht lange herumgetan, sondern es entwickelt sich immer was im Kleinen aus der Handlung heraus. Und das ist extrem, das ist jetzt keine Frage, das ist einfach ein Lob. Extrem gut gemacht. Danke. Danke. extrem gut gemacht. Danke. Über dieses Loch freue ich mich wirklich sehr. Es ist vielleicht beim Lesen ein bisschen komplizierter. Es wird viel Perspektive gewechselt. Es springen die Perspektiven. Ich habe mich dann bemüht, dass man sich halbwegs schnell auskennt. Wer da jetzt wieder schaut, der Ruan, der Chines, ist der Einzige, dem ich eine Ich-Perspektive... Ja, das habe ich natürlich. Ja, Nata. Das ist ja fast schon kulturelle Aneignung. Wie versetzt man sich als oberösterreichische Freundin in chinesischen Touristikern? Aber ich habe gedacht, als Frau darf ich das. Da habe ich ein bisschen mehr Freude. Nein, durch das Ich ist er trotzdem irgendwie eine Spur näher als die anderen Figuren automatisch. Und mir ist vorgekommen, auf der einen Seite ist er näher und er ist aber natürlich uns ist er wieder fremd und man muss ein bisschen weniger erklären, wenn man ein Ich-Auto hat. Also man sieht mehr mit seinen Augen und ich habe mir dann gedacht, bei den zwei Zwillingsschwestern, die sich ja permanent in ihren Augen und ihren Blicken spiegeln, ist es leichter, dass man sie auskennt oder muss sie wahrscheinlich weniger... Ich möchte wirklich nicht erklären. Ich tue es ganz sicher an einigen Stellen. Und ich habe mir gedacht, damit ich jetzt nicht beim REN sehr viel ins Erklären komme, ist mir aber, überlege ich jetzt auch gerade erst im Nachhinein, aber das ist, mich interessiert, du hast noch keinen belletristischen Text geschrieben, aber wir sind ja beide auch, ich sehr viel, sehr viel weniger als du, LiteraturkritikerInnen, wollen wir glaube ich beide nicht wahnsinnig gerne kritisieren, aber ich habe das nicht so leicht gefunden. Ich habe über Bücher geurteilt und sollte jetzt dann selbst was schreiben. Da habe ich gegen das viel arbeiten müssen, dass ich mich da nicht zensierend auf der Schulter sitze. Du hast schon erwähnt, mehrere Perspektiven im Buch. Das ist natürlich, wie, wenn man eine Mutter fragen würde, welches Kind sie am meisten liebt, aber man mag automatisch manche Figuren wahrscheinlich mehr als andere oder hat mehr Spaß am Schreiben, oder war das gleich? Wahrscheinlich ist es eine sehr totale schizophrenische Aufspaltung, darum mag ich alle. Ich bin jetzt erst beim Vorlesen draufgekommen, dass witzigerweise der André mit seinen blöden Ideen, die er da immer hat, und der denkt ja immer in Projekten. Der hat immer so Vorstellungen, dass man ein drittes Hallstatt baut oder dass man da ansäst oder dass man so Schmuck-Eramiten wohin zieht. Und da habe ich mir gedacht, ja, im Nachhinein muss ich sagen, da ist ziemlich viel von diesem Gedankenüberschuss in den André eingeflossen. Aber ich mag es alle. Und man muss ja ganz ehrlich sagen, es ist mir so gut gegangen, es hat schon einiges, also du hast jetzt nicht alles erfunden, du schöpfst schon aus einem gewissen autobiografischen Fundus oder aus deiner nahen, eigenen Lebensrealität ist manches gebaut. Das habe ich auch beim Schreiben wieder schwierig gefunden, weil bei der Lesebühne bin ich ja quasi ein Austrofret für sehr arme und habe einen Frag an und bin auf einen bestimmten Ort nicht ich. Und die Bundespräsidentin, die ist natürlich sehr selbstbewusst und ja, beim Schreiben, wenn das zu autobiografisch ist, aber ich kann leider wenig anderes. Ich habe mir schon einiges, also überall dort, wo es intim wird oder wo es zu privat ist, das ist erfunden. Es gibt, soll man die Sex-Szenen erwähnen in dem Buch? Es gibt, und es ist eine wunderbare Sex-Szene, weil nämlich lustig und gelungen und irgendwie, ja. Es steht einfach eigentlich drinnen, also ich überspringe es eigentlich total. Nein, du musst es ja nicht vorlesen. Das ist einfach ein Kaufargument. Nein, es sind tolle Sechstzellen drin. Und ich freue mich schon, wirklich, es ist mir ein großer Ansporn, jetzt wo ich schon ein Buch geschrieben habe, nicht aus Geldgehe, möchte ich gerne im Stifterhaus landen, im Archiv, sondern weil ich so schöne Archivalien dann habe. Es gibt eine handschriftliche Notiz, ich habe immer ein Notizbuch dabei und da schreibe ich mir auf, wenn mir wer etwas verzögt und da räubere ich dann. Und es gerät in die Finger eines gewissen Herrn, dessen Haushalt ich öfters bin und der hat mir eingeschrieben, es müsse mehr und dann ist ein etwas unelegantes Wort für GV drinnen gestanden, es muss in deinem Roman mehr GV ausgeübt werden. Gruß Klaus. Ah, jetzt habe ich es gerade gesagt. Und das Fleiß habe ich nicht noch mehr 16 in eine geschrieben. Also ich hoffe, es reicht für Sie als Kaufanreiz. Nein, aber Geschlechtsverkehr in Büchern, das muss man schon so richtig gut kennen, dass es nicht sehr peinlich ist. Oder man muss von klein aufziehen, so ein bisschen... Ironie ist insgesamt sehr hilfreich. Hast du dieses Notizbuch immer überall dabei? Diese Berggeschichte ist auch etwas, was natürlich sehr nah an dir ist. Also ich sehe von dir immer im Internet ständig jeden zweiten Tag bist du auf einem Berg, um nicht arbeiten zu müssen, um von der Leistungsgesellschaft zu fliehen oder kommen gerade da oben die Ideen? Nein, da muss ich mich nicht zusammenreißen, weil das ist so, da schlagt mir richtig ein Fass auf, wenn ich über die Berge erzählen darf. Das Schöne ist am Wandern, dass ich da eher, das hat mit Inspiration gar nicht so viel zu tun, sondern da gehe ich mir richtig blöd. Also das ist zum nicht mehr denken, es ist zwar manchmal belastend, weil ich dann Ohrwürmer habe, das kommt da auch vor. Wirklich, wirklich belastende Ohrwürmer, also die internationale immer wieder. Aber diese Wirkung, also gerade wenn ich dort oben im Totengebirge herumstreife und Quadratkilometer rund um mich nur Einsamkeit ist, das ist dann in dem Roman, an dem ich jetzt arbeite, wird es noch wichtiger. So diese Bilder oder diese Stimmung, das ist dann schon etwas, aus dem ich schöpfe. Und denen geht es dann auch gut. Also das ist nur am Anfang, dass die Johanna, die wird dann ein bisschen fitter, und die geht sich schon ein bisschen aus der Krise. Okay, du hast jetzt schon eigentlich vorweggenommen. Also es ist nicht so, dass du sagst, nach einem Roman, das tue ich mich nie wieder an, sondern es ist schon, wie bei den meisten, wenn man einmal einen geschafft hat, einen Roman, dann kommt der nächste. Der ist ja eigentlich, ich habe in der Zwischenzeit angefangen, ich fange immer neue Romane an. Und bei dem bin ich relativ weit vorne. Da kommt Stifter, hast du nämlich übrigens auch vor. Ja, diese Figur arbeitet im Archiv und stiehlt einen wertvollen Brief. Der da ist übrigens. Es gibt diesen Brief und ich habe ihn nicht gestohlen. Du brauchst nicht nachschauen. Nein, also ich glaube jetzt. Es ist auch eine große Entlastung, weil ich habe eh vorher schon immer als Selbstständige gearbeitet und ich habe ja immer geschrieben und es ist, ich werde auch weiterhin wahrscheinlich ein bisschen... Wir hätten dich auch so als Autorin angenommen. Also das ist jetzt nicht die späte Legitimation, sondern du bist schon so lang... Aber für mich schon, doch auch. Also einen Roman sollten wir geschrieben haben. Das sagt zumindest einer. Und ob der zweite was wird, ich sehe dann. Der große Wels-Roman steht übrigens auch noch aus. Du als Zweiter, wo sitzt du? Ich glaube, dass man das dann einfach so zusammenfassen kann. Dann geht sich der große... Ich schreibe für alle Viertel, das ist zum Lesen auch super. Welts las ich in Gutzenberger. Ja gut. Ja. Bist du zufrieden? Vom Timing hast du das. Ich bin auch mit deiner Moderation total zufrieden, aber das ist jetzt blöd, wenn ich das sage. Danke. Wenn ich die Überleitung machen darf, also wir haben es schon relativ früh ausgemacht, ich freue mich schon extrem lang auf diesen heutigen Abend und Regina hat mich gefragt, ob es jemanden gibt, mit dem oder mit der ich gerne zusammen lese und ich hoffe, dass das jetzt nicht so umgekommen ist, dass du zweite Wahl bist. Sonst hätte ich das gar nicht gesagt. Ich habe spontan gesagt, Elias Hirschl. Und da habt ihr, glaube ich, zwei Tage vorher schon die Lesung ausgemacht. Und dann habe ich sofort gesagt, Babi Markovic. Du hast dich, glaube ich, auch gefreut über den Preis, aber ich habe mir gedacht, das habe ich gut hingekriegt. Ja, danke Dominik, jetzt einmal einen Applaus. Sie kommt wieder, sie wird signieren. Ich bringe jetzt trotzdem noch, Barbie, bitte kurz, ich bringe jetzt trotzdem eine extrem unlustige, peinliche Überleitung, weil ich habe immer, soll ich es sagen oder soll ich es nicht sagen, ich hätte ja dir noch den Nobelpreis jetzt andichten wollen, du bist mir auf Wels nicht so eingestiegen. Mein großer Traum ist ja, nachdem kurz hintereinander zweimal Österreich bedacht wurde beim Nobelpreis, wenn die Jelinek und der Hanske gewinnen können, dann vielleicht wird es auch noch jemand mit Welsbezug. mit Welsbezug. Und wir haben international sehr angesehen, ist zuerst einmal der Christoph Ransmeier geboren in Wels, der könnte das noch schaffen in den nächsten 10, 15, 20 Jahren und wenn nicht und die Dominika 5, 6 Romane in der Zeit schreibt, dann bist du einfach du das mit Zweitwohnsitz Wels. Aber die Barbie war ja auch schon mehrfach in Wels. Barbie Markovitsch, bitte. Diese Nobelpreis-Idee war natürlich ein sehr ungelenker Versuch von mir, um überzuleiten zu einer Tore, die momentan mit allem beworfen wird, was es so an Literaturpreisen gibt, nämlich nicht nur den Preis der Leipziger Buchmesse, sondern auch den Karl-Amari-Preis kriegst du nächste, übernächste Woche in München, glaube ich. Ja, aber das wusste ich vorher, muss ich sagen. Das war für mich immer so, okay, den einen kriege ich nicht, aber zumindest. Aber das ist immer, wenn einer kommt, dann kommen gleich mehrere. Oder oft passiert das so. Also everybody feeds the fat boy. Ja, Compliance Invest 2, ich habe zuerst, das wäre noch nichts Unrechtsmäßiges, aber die Bücher von Babi Markovitsch von Anfang an gelesen, gerne und besprochen. Der Anfang ist in dem Fall jetzt schon 15 Jahre her, mit der deutschen Übersetzung, ich glaube das Original ist 2006 sogar erschienen, 2009 die Übersetzung. Das erste Buch ist Ausgehen und war eine großartige Überschreibung von Thomas Bernhards Erzählung Gehen. Und dann ist es irgendwann passiert, dass wir beide in den letzten zwei Jahren gemeinsam das Literaturprogramm beim Kultursommer Wien gemacht haben. Das ist so ein sommerliches Open-Air-Festival in den Bezirken von Wien. Und wir waren uns da eigentlich immer sehr einig, was die Einreichungen betrifft. Wir haben uns nicht zerstritten. Seitdem kann ich aber auch die Bücher von Babi Markovic nicht mehr glaubwürdig besprechen. Aber moderieren Sie an, es geht immer. Ja, das ist ein bisschen blöd. Hätte ich das gewusst, hätte ich mich nicht mit dir befreundet. Nein, nein. Hätte ich mich nicht mit dir befreundet. Nein, nein. Ja, also die Preise kommen jetzt auf einmal, wie es scheint, aber es ist immer so, bei so Erfolgsgeschichten, das kommt nicht auf einmal, das hat eine lange Vorgeschichte, in dem Fall, wie gesagt, 15 Jahre zurück. Die inkludiert den Umzug von Belgrad nach Wien, dann auch bei dir über Jahre, was ich immer noch interessant finde, da muss man eigentlich drüber länger was machen oder schreiben oder reden, den Sprachtransfer, das Literarische Schreiben, die Literatursprache wechseln ist ja nochmal ganz was anderes für eine Sprache erlernen, das hat in deinem Fall wirklich auch eine Zeit lang gedauert, das zweite Buch, der Roman Superheldinnen, der ist, glaube ich, zuerst auf Deutsch begonnen, dann bist du wieder zurückgewechselt. Und dann hat Mascha alles übersetzt, dann habe ich drüber noch gearbeitet. Mascha Tabic, ganz wichtige Figur, die schon das erste Buch übersetzt hat und super Übersetzerin, Dolmetscherin, Moderatorin, eigentlich auch so eine ganz wichtige. Und Schriftstellerin. Die hat es geschafft, nur einen Roman zu schreiben. Ohne Professorin und wer weiß, was noch. Vollmärtscherin, Moderatorin, eigentlich auch so eine ganz wichtige. Und Schriftstellerin. Die hat es geschafft, nur einen Roman zu schreiben. Ohne Professorin. Und wer weiß, was noch alles. Und eigentlich das dritte Buch von dir, das vor zwei, drei Jahren erschienen ist, war eigentlich die Verschissene Zeit. Der Roman war der erste, der gleich auf Deutsch geschrieben worden ist. Das Buch hätte übrigens mindestens genauso viele Preise verdient, finde ich, aber war vielleicht zu kompliziert für die Schüffels. Ich finde, das ist mein so bestes Buch, das ich jemals geschrieben habe. Zumindest habe ich da wirklich so viel reingehört. Also ja, ich bin mit dem sehr zufrieden. Ich glaube, es kommt mit ein bisschen Verzögerung. Also die Wahl ist jetzt auf das Neubuch Mini-Horror gefallen. Manchmal brauchen die Schilder es eben etwas länger. Interessant an dem Buch ist schon mal, die Regina hat es erwähnt, es steht eben nicht Roman drauf, es ist kein Roman, es gibt eigentlich dafür keine wirkliche Gattungsbezeichnung, kann man sagen. Dafür sieht das Cover ein bisschen aus wie Thomas Brezina, oder? Das ist fast Tom Turbo. Tom Turbo in der Hölle. Ja, was ist es dann, wenn es kein Roman ist? Es ist eine Sammlung von Kürzestgeschichten, aber immer mit den zwei Hauptfiguren, Minnie und Mickey. Das ist ein Paar, das den Mittelpunkt bildet. Sie ist, man weiß es glaube ich nicht genau, irgendwo aus dem ehemaligen Jugoslawien wahrscheinlich, nach Wien gekommen. Er irgendwo aus der österreichischen Provinz. Ja, die sitzen nun so in Wien in ihrer Wohnung und versuchen, ein Leben zu führen. Und das ist gar nicht so leicht, denn die Schrecken des Alltags sind vielgestaltig und um diesen Horror geht es im Buch. Dabei wird es sehr oft absurd und manchmal auch abstrus und surreal. Ja, apropos absurd, was Dominika Meindl und Babi Markovitsch vereint, ist, dass sie nicht ohne Humor können. Auch Mini-Horror enthält viel Lustiges. Man kann es wahrscheinlich schwarzen Humor nennen oder schwärzes Humor. Dabei gibt es eigentlich nicht viel zu lachen in diesen Geschichten. Wenn etwa Micky und Mini versuchen, eine neue Küchenplatte zu kaufen, dann endet das in einem Ikea-Szenario, das Franz Kafka nicht verstörender hätte schildern können. Liebe Babi, bitte um die Lesung. Ja, ja. Mini wird lebendig begraben. Der Winter kommt und die Seelen erkälten sich. Mini hat in der Zwischenzeit vier Bücher gelesen, einmal die Frisur geändert und eine Kung-Fu-Prüfung bestanden. Leider laufen ihr Pass und ihre Aufenthaltserlaubnis ab und eines Tages werden auch ihre Organe versagen. Mini und Miki fahren gemeinsam in Minis Heimatstadt, unter anderem, damit Mini ihren Pass verlängert. Der Flug würde 100 Euro kosten und eine Stunde dauern. Die Busfahrt kostet 50 Euro und dauert sieben bis zwölf Stunden. Während Mini der Meinung ist, dass sie genug Lebenszeit im Bus verbracht hat und all das nur eine Qual sein wird, ist Miki aufgeregt über seine erste Busfahrt auf dieser Strecke und freut sich auf das Abenteuer. Außerdem denkt er, dass kurze Flüge sehr schlecht für das Klima sind. Am Reisetag stehen die beiden mit ihren Rucksäcken und Koffern am Busbahnhof. Sie reichen dem Fahrer ihre Karten und der Fahrer fragt Minnie in Minnies Muttersprache, ob sie mit Micky zusammen ist und ob sie nicht einen von den Unsrigen hätte finden können. Zu Micky sagt er aufgrund von dessen Staatsbürgerschaft schlicht Heil Hitler. und ob sie nicht einen von den unsrigen hätte finden können. Zu Micky sagte aufgrund von dessen Staatsbürgerschaft schlicht Heil Hitler. Und so. Jedes Mal, wenn der Fahrer Micky erblickt, zum Beispiel beim Grenzübergang, sagt er zu Micky Heil Hitler, dabei zeigt er die entsprechende Bewegung mit der Hand. Am Tag danach. Minnie und Micky spazieren durch Minnies Heimatstadt und Minnie zeigt, wo sie als junge Person am liebsten gekifft hat. Es ist ein schöner, sogar sonniger Nachmittag. Die beiden haben Spaß. Micky, weil für ihn hier alles neu und exotisch ist. Minnie, weil sie durch Micky einen gewissen Abstand zu ihrem Herkunftsort bekommt. Während sie im Park stehen und auf den Fluss schauen, sagt Micky, lass uns deine Mutter besuchen. Das Lächeln verschwindet aus Minnies Gesicht. Natürlich fühlt sie irgendwo tief in ihrer Psyche eine Verpflichtung und hat nur einen kleinen Push gebraucht, aber eigentlich wollte sie diesmal niemanden anrufen. Du wirst sehen. Während sie das sagt, wählt sie schon die Festnetznummer und als sich ihre Mutter meldet, macht sie ein Treffen aus. Sehr gut, sagt Miki. Ich wollte dir so viel zeigen. Jetzt ist es zu spät. Jetzt wissen sie, dass wir hier sind, sagt Mini. Die Atmosphäre ändert sich schlagartig. Der lokale Smog legt sich über die Stadt. Mini hängt nur noch am Handy, telefoniert und schickt Nachrichten. Der Anruf aus Pflichtgefühl führt zu der größten Versammlung, die es in Minis dysfunktionaler Familie jemals gegeben hat. Sechs Menschen auf einmal. Am Tag der Familienversammlung. Mini und Miki kommen früh an und sofort merken sie, dass Minis Mutter zu wenige Sitzgelegenheiten organisiert hat. Sie sagt, dass sie sich um die restlichen Plätze kümmern werde, wenn die anderen ankommen. Falls sie überhaupt kommen, sagt sie. Mini kichert, sie findet das typisch und geht auf die Toilette. Minis Mutter und Miki bleiben allein. Sie lächeln und nicken einander zu. Minis Mutter und Miki stoßen an. Sie versuchen zu reden, aber sie haben keine gemeinsame Sprache. Sie stoßen nochmal an. läuft Mini aus der Toilette, um die Tür aufzumachen. Miki ist zu dem Zeitpunkt schon erschöpft von der Pantomime und vielen Missverständnissen, außerdem ist er leicht betrunken vom Anstoßen. Minis Tante Kitty sagt zu Miki, dass er sehr nett und höflich aussieht und dass sich Mini glücklich schätzen könne, so einen Partner gefunden zu haben. Die Tante wundert sich sogar, dass die tollpatschige kleine Mini, die ihren eigenen Rotz gegessen habe und bis zur Volljährigkeit flach wie ein Brett gewesen sei, überhaupt einen Freund finden konnte. Sie schubst Mini und sagt, übersetz ihm das. Die Atmosphäre ist heiter und angespannt. Minis Mutter serviert kaltes Essen, gefüllte Paprika mit Polenta. Dazu gibt es warmes Bier und viele lustige Geschichten über Mini. Mini übersetzt, wie sie sich als Kind blamiert hat, wie sie Dinge falsch ausgesprochen hat, wie sie bis zum fünften Lebensjahr Windeln getragen hat und ähnliches. Mehrere Stunden zu spät kommt schließlich auch Minis Vater, ein Mann mit Sonnenbrille. Er sagt, Hallo Miki, Mini, frag ihn, wie ich ihm gefalle. Mit der Zeit wird Miki auf eine Dynamik aufmerksam. Mini wird ständig eingespannt und kritisiert. Sie muss Fernsehkanäle einstellen und das Essen für den Vater doch aufwärmen, Computer reparieren und unnötige Apps löschen. Sie muss saure Gurken schneiden. Mit jeder Aufgabe wächst die Unzufriedenheit der Anwesenden und Minis Frustration. Der Vater lacht Minis Gurkenscheiben aus und der Cousin und seine Mutter finden, dass die Fernsehkanäle die falsche Reihenfolge haben. Zuerst Pink, dann Studio B, das ist die einzige logische Reihenfolge, sagt der Cousin. Miki überlegt, was er tun kann, um Minis Lage zu verbessern. Brauchst du Hilfe? fragt er, aber Mini hat keine Zeit. Miki, nicht jetzt, ich muss noch Kaffee kochen und danach müssen wir alle in den Garten. Zehn Minuten später. Miki bemerkt, dass alle Verwandten ihre Jacken anziehen und da ihm niemand mehr irgendwas erklärt und übersetzt, macht er das, was alle machen. Er zieht auch seine Jacke an. Die Familie geht hinaus um die Ecke in einen ungepflegten, verlassenen Garten. Die Anwesenden versammeln sich um eine große Grube. Jeder der Verwandten sagt etwas und zeigt auf Mini. Nichts ist besser als wir. Du kannst nicht kuchen. Du warst immer schmutzig. Du bist nicht schön. Du hast dich verletzt. Du weißt nicht, als wir. Du kannst nicht kochen. Du warst immer tollpatschig, du bist nicht schön, du hast zugenommen, du weißt nicht, wie wir hier leben. Mini muss ins Loch. Das Ganze sieht wie ein schnelles Begräbnis aus, nur dass Mini selbst in die Grube hinabsteigen kann, weil sie am Leben ist. Die Mutter schaut und spuckt hinein, die anderen machen ihr das nach. Micky geht selber zur Grube und will Mini die Hand reichen. Nein, zischt Mini, was machst du da? Plötzlich dreht sich Minis Mutter zu Micky, sie ist wütend, sie nimmt einen Stock und läuft so schnell sie kann auf Micky zu. Die anderen Anwesenden folgen ihr. Micky rennt zur Straße und durch den Park zum anderen Stadtteil. Er schaut gar nicht, ob sie noch hinter ihm sind. Die Verwandten haben ihn eigentlich nur bis zum Zaun verfolgt. Dann sind sie zum Ritual zurückgekehrt. Sie chanten weiter. Du bist undankbar. Du sollst nicht über uns lachen. Du sollst nicht über uns urteilen. Du kannst nicht gehen, du kannst nicht bleiben, du nervst. Miki ist inzwischen in Sicherheit. Er muss kurz über das nachdenken, was gerade passiert ist. Mini hat tatsächlich manchmal gesagt, sie versuchen mich in ein tiefes Loch zu stürzen, sie ziehen mich nach unten, aber er hat klarerweise nicht an ein konkretes Loch im Nachbarsgarten gedacht. Während Miki sich noch hilflos um die eigene Achse dreht, in der Hoffnung einen Orientierungspunkt zu finden oder einen Menschen, den er nach der nächsten Polizeistation fragen könnte, bekommt er eine SMS. Die Nachricht kommt von Mini und entschärft die Lage. er eine SMS. Die Nachricht kommt von Minnie und entschärft die Lage. Bin nicht tot, alles beim Alten, wir treffen uns am Abend im Appartement. Und zwei Minuten später schreibt sie noch eine Zeile. Familie. Auf dem Weg zum Appartement. Mickey bleibt beim Hauptbahnhof stehen und verbindet sich mit einem offenen WLAN, um den genauen Weg herauszufinden. Er war noch nie auf diesem Bahnhof, deshalb weiß er nicht, worauf er aufpassen soll. Wäre Mini dabei, würde sie sagen, vermeide um jeden Preis den Blickkontakt mit den Taxifahrern. Aber sie ist nicht da. Sie sitzt in der Grube und wird von ihren Verwandten beleidigt. Die Taxifahrer vom Bahnhof fixieren Miki bereits, da er wie ein typischer Tourist aussieht und perfekt in ihr Beuteschema passt. Kurz legt Miki das Handy weg und schaut naiv und ungeschützt auf. Pam, direkt in die Augen eines rauen, riesigen Mannes. Der Mann macht den Mund auf und sagt, Taxi. Das war die eine Geschichte. So, und jetzt Miki's Heimat sozusagen. Ein starkes Wirren. Mini stellt sich sonst immer der niederschmetternden Ambivalenz des Lebens. Sie zieht sich vor dem Absurden nicht zurück. Sie nimmt keine Schmerzmittel, glaubt nicht an Gott und backt keine Kekse, obwohl sie Angst hat wie alle anderen auch. Normalerweise. Dieses Jahr war in vieler Hinsicht anders. Wegen der Pandemie sind Urlaube und Konferenzen ausgefallen. Menschen haben sich anpassen müssen. Micky und Mini besuchen Mickys Eltern in einer österreichischen Kleinstadt, wo zur Zeit ihrer Ankunft schon Schnee auf den Dächern liegt und Sterne, Engel und Tannenbäume auf hochwertigem Papier gezeichnet werden, damit sie an die eigenen Nachbarn und die wenigen Touristinnen als Postkarten verkauft werden. Der Vorweihnachtsmarkt ist voll. Alles duftet, sagt eine begeisterte Person am Glühweinstand. Tatsächlich riecht Mini übertriebene Mengen an Zimt in allen Produkten. Mini, das passt gut, das ist fein, sagt Miki, um seiner Freundin die lokale Sprechweise zu demonstrieren. Gut, versucht Mini, gut, gut, gut, gut, gut. Sie muss noch viel üben, bis das richtig rüberkommt. Später in einer Marktbaracke. Mini wird in die lokalen Bräuche eingebunden. Sie gestaltet Postkarten. In Frage kommen Sterne, Tannenbäume und Engel, aber Mini zeichnet einen Hund. Als eine der Frauen, mit denen Mini bastelt, bemerkt, was Mini gemacht hat, lächelt sie falsch und angespannt und sagt, es gehört ganz schön viel Mut dazu, einen Hund auf eine Weihnachtsgarte zu zeichnen. Und dann friert der Frau die entsprechende Mine für den Rest des Abends im Gesicht ein. Mini nimmt das alles nicht persönlich. Sie versucht zu verstehen, worum es überhaupt geht. Später, nachdem die Bastelgruppe alles geordnet und gefaltet und an den richtigen Platz gebracht und eingepackt und das Licht ausgeschaltet hat, gehen die Bastlerinnen und auch Mini ins Kleinstadtcafé und bestellen einen Kleinstadt-Punsch. Mini kostet und hat sofort eine Erleuchtung. Sie denkt, dass sie endlich verstanden hat und daher sagt sie, ganz schön mutig einen Punsch ohne Zucker zu servieren. Es ist Anfang Dezember. In der Ferne hört man Glocken. Miki erklärt Mini den nächsten lokalen Brauch. Männer verkleiden sich als Monster. Ihre Masken heißen Larven, kosten mehrere tausend Euro und werden sorgfältig angefertigt. Mini lernt Folgendes über diese gefährlichen Wesen und auf eine gewisse Art ist das, was sie lernt, wirklich nichts Neues für sie. Sie muss aufpassen, von den verkleideten Männern nicht geschlagen oder vergewaltigt und von ihren riesigen Accessoires nicht am Kopf getroffen zu werden. Sie muss aber auch dauernd auf diese Wesen aufpassen, weil sie zugleich gewalttätig und zerbrechlich sind. Wenn so ein Monster auf seine Glocke fällt, bricht es sich den Rücken. Man darf es nicht an seiner Larve ziehen, nicht nur, weil diese so teuer ist, sondern auch, weil sein Kopf mit der Maske viel länger ist, was zu einem Hebeleffekt und schließlich zum Genickbruch führen kann. Tja, sagt Mini, ich bin gespannt. Die Glocken kündigen die Monster an. Es ist schwer zu sagen, ob sie von der linken oder von der rechten Seite kommen. Micky und Mini gruseln sich und sind froh, dass es etwas zu erleben gibt in der kleinen Stadt. Sie haben Spaß. Sie kommen von links, sagt Mini. Auf einmal springt ein haariges Unwesen ohne Glocke von hinten auf Miki und wirft ihn zu Boden. Mini quiekt, sie ist nicht sicher, was sie denken soll. Das Monster umarmt Miki und lässt ihn lange nicht los. Miki und das Monster wälzen sich auf dem vereisten Boden. Wer bist du, was willst du von mir, sagt Miki. Mini hat das Gefühl, dass diese Situation den Rahmen des Brauchs sprengt. Ist das immer so, fragt sie. Miki wehrt sich erfolglos, und es ist ein Wunder, dass die beiden sich noch nichts gebrochen haben. Mini will eingreifen, muss aber aufpassen, dass sie dem Monster keine Verletzungen zufügt. Sie schafft es nicht, sich sinnvoll einzumischen. Mickey schreit Bischwe knallt in mir oder was? Als wäre es mit kaltem Wasser überschüttet worden, zuckt das Monster zusammen, gibt einen unheimlichen Laut von sich und läuft weg. Immer wieder rutscht es auf dem eisigen Boden aus, aber es will nicht entlarvt werden, es läuft und läuft und läuft. Miki schüttelt sich den Schnee von der Jacke und sagt zu Mini, frage mich schon seit Jahren, wer das ist. schon seit Jahren, wer das ist. Später stehen sie wieder auf dem Hauptplatz und studieren den riesigen Adventkalender, als ein alter Mann in einer langen, goldenen Pellerine auftaucht und Mini fragt, ob sie ein braves Mädchen war. Mini kommt das übergriffig vor. Verpiss dich, du Creep, schreit sie ihm ins Gesicht und dreht sich weg. Gleich darauf erfährt sie zu ihrem Bedauern, dass der Mann nur verkleidet ist und ebenfalls zum Brauch mit den Monstern gehört, deshalb entschuldigt sie sich. Mein Fehler, sagt sie. Ich dachte, du bist ein orthodoxer Priester. Ich dachte, du bist ein orthodoxer Priester. Die Kleinstadt, in der Miki aufgewachsen ist, hat Schnee auf den Dächern, Autos auf Parkplätzen, LED-Lichter auf den Gartenpflanzen und überhaupt LED-Lichter-Girlanden auf allem, was umrandet werden kann. Es gibt Häuser und einen McDonald's, Supermärkte, ein Kino und ein Schwimmbad. Alles wirkt wie aus Marzipan. Die Kleinstadt hat Generationen von Fernsehsüchtigen, die bei Programmausfall in eine tiefe Krise geraten und TouristInnen, die alles süß finden. Neun von zehn BewohnerInnen der Kleinstadt würden Mini als Touristin identifizieren. Aber Mini ist keine Touristin. Touristin identifizieren. Aber Mini ist keine Touristin. Sie ist am nächsten Tag beim Keksebacken auf dem Bauernhof von Mickeys ausgedehnte Familie dabei, einer sehr einheimischen Angelegenheit. Sie ist aufgeregt, weil sie noch nie auf einem Bauernhof war und sie ist ein wenig stolz, dass sie teilnimmt. Und sie ist ein wenig stolz, dass sie teilnimmt. Von Anfang an war Miki dagegen, dass Mini zum Bauernhof mitkommt. Er hat seiner Familie gegenüber behauptet, dass er und seine Freundin Pläne hätten, obwohl sie keine hatten. Unter Druck hat er dann nachgegeben. Sei vorsichtig, sagt er nur noch zu Mini, bevor sie das Haus betreten. Diese Leute sind Dampfwalzen. Sie versuchen, die ganze Welt auf ein Niveau glatt zu bügeln. Mini nimmt es sportlich. Sie ist es gewohnt, anders zu sein. Sie ist entspannt und komplementiert die Gastgeber für ihre schönen Schafe, die sie im Stall gesehen hat. Die Schafe sind so sauber und weiß, als wären sie mit Staubzucker bestreut. Miki wird dann vom Onkel gegen seinen Willen in ein Gespräch über Hausrenovierung verwickelt und die beiden verlassen den Raum. In der Kochstube lächelt Mini die drei anwesenden Frauen freundlich an. Solche Gesichtshaut hat Mini in ihrem Stadtleben noch nie gesehen. Die roten Backen lassen die Frauen gesund und frisch aussehen, während Mini ihr Leben lang mit Blässe und Eisenmangel kämpft. Herrlich, denkt sie, ich möchte auch so werden. Bevor sie den Gedanken fertig denken kann, kommt eine von den Frauen mit einer Schürze zu ihr und sagt, zieh das an zum Backen. Zumindest schließt Mini aus dem Kontext, dass sie das sagt. Beim Keksebacken ist Mini völlig nutzlos und beobachtet nur, wie die Frauen ernst und konzentriert große Mengen an Teig vorbereiten. Sie versucht, die Stimmung zu heben und macht Vorschläge. Wir könnten Buchstabenkekse machen und dann etwas mit ihnen schreiben, sagt sie. Sie schätzt ihren Vorschlag als langweilig und moderat und daher passend für diese Situation ein, aber die einzige Reaktion, die sie bekommt, sind irritierte Blicke. Ist es nicht langweilig, immer Sterne und Engel zu machen? fragt Mini. Sie versucht, ihren Platz beim Keksebacken und in der Welt zu finden. Eine der Frauen sagt langsam, damit Mini versteht. Für uns ist es schön, dass es das jedes Jahr gibt. So eine Tradition des Ich-was-schieren-es, der Düfte und Keksmursch versteht, das Ich, was uns ausmacht. Da wissen wir dann, wer und was schön ist. Der Düfte und Keks, Mursch, Verstecken des Ich, was uns ausmacht. Da wissen wir dann, wer und was wir sein. Aha, sagt Mini. Was ihr seid. Mini mustert die Frauen. Als eine einen Finger im Teig verliert und sich aus dem Teig sofort einen neuen modelliert, kneift Mini die Augenlider zusammen. Was ihr seid, sagt sie nochmal. Sie ist aufgeregt, versucht aber sich nichts anmerken zu lassen. Alles kommt zusammen. Am Anfang hat sie sich nichts dabei gedacht, als sie tatsächlich gesehen hat, wie eine der Frauen sich ein Stückchen Teigmasse an die Hüfte geklebt und es geglättet hat, bis der Teig unsichtbar geworden und mit ihrer Haut verschmolzen ist. Und die Bretteljause hatte eine ungewöhnliche Konsistenz und hat nach Marzipan geschmeckt. Deshalb ist eure Haut so glänzend und glatt wie bei glasierten Kipfeln. Deshalb waren die Schafe mit Staubzucker bestreut, sagt sie. Die Frauen lassen den Teig stehen und klatschen ihre Hände vom Mehlstaub ab. Ihr seid Kekse, verdammte Kekse, sagt Minnie und läuft hinaus in den Garten. Ein Hund, der genau wie derjenige aussieht, den sie auf ihre Postkarte gezeichnet hat, läuft ihr nach und attackiert sie. Er beißt sie in die Wade. Die Zähne bohren sich ins Fleisch und das Innere wird sichtbar. Erdbeersauce läuft ihr aus der Wade auf den frisch geschlagenen Schnee. Jetzt checkt sie auch, warum man nur Sterne, Engel und nette Sachen auf die Postkarten zeichnen soll. Alpenhexerei, sagt sie. Trotzdem, nächstes Jahr wird sie versuchen, eine einheimische Karte für den Skilift zu erwerben. Vielen Dank. Wie kam es zu dem Mini-Horror? Du spielst ja in deinen Büchern gerne mit so Formen des Erzählens, des richtigen, gewöhnlichen Linearen Roman, das ist nicht deines. Wie bist du zu der kurzen Form gekommen? Das waren ja eigentlich schon zwei der längeren Texte, glaube ich, im Buch. Ah ja, ja, stimmt. Ich glaube, es ist eine Art Zwischenbuch für mich gewesen, weil ich habe bemerkt, dass ich ein paar Horrorgeschichten schon angesammelt habe. Und dann habe ich gesagt, okay, Horrorgeschichten. Und das war mir aber nicht genug irgendwie als Konzept. Also irgendwie brauche ich mehr Halt, glaube ich, wenn ich schreibe einfach und muss irgendwie ein Konstrukt doch erfinden. Und ich glaube, das eine war eben mit diesem letzten Buch, Die verschissene Zeit. Ich fand auch, also in dieses Buch habe ich wirklich wahnsinnig viel eingesteckt und ich war sehr zufrieden mit der Rezeption, aber irgendwo ist immer mitgeschwungen, aber das ist eben diese andere Gesellschaft, geht uns nichts an, das sind also ihre Probleme, andere Welt. In Belgrad in den 90er Jahren. Genau, es war immer so, oh, ganz andere Kultur, kennen uns nicht aus. Und ich will aber eigentlich, wenn ich schreibe, immer, ich will die Leute schon mitnehmen, also ich will schon, dass sie sich identifizieren und gebe denen auch so nette Figuren, dass sie das wollen. Und deswegen dachte ich, wie kann ich auch Geschichten schreiben, wo man nicht geadert, also quasi als fremd bezeichnet oder wahrgenommen werden kann, weil ich kann nicht über mit österreichischen Namen glaubwürdige Kindheiten jetzt, ich weißören quasi, sie sind weltberühmt. Und dann habe ich sie angestellt für diese Geschichte. Und ja, es ist auch so, Walt Disney selbst sagt irgendwann über Mickey, dass er quasi der berühmteste unbezahlte Schauspieler ist. Jedenfalls habe ich das dann nur ausprobiert, weil es war eine verrückte Idee im Grunde. Aber als ich begonnen habe, habe ich das dann nur ausprobiert, weil es war eine verrückte Idee im Grunde. Aber als ich begonnen habe, habe ich erst entdeckt, wie lustig das ist und was ich alles machen kann. Und dann habe ich begonnen, mit dem lustigen Taschenbuch zu spielen und zum Teil eben diese Formeln, die Zeitformeln und so, oder, keine Ahnung, fünf Minuten später zu übernehmen. Und ehrlich gesagt, ich habe nicht erwartet, dass dieses Buch gut ankommt. Ich habe gedacht, schon wieder werden sie mich, also ich dachte wieder und es passiert aber irgendwie nie, sie werden mich aus der Literatur herauswerfen. Aber ja, offenbar nicht. Hängen die Bücher in gewisser Weise zusammen, das Letzte und das Neue? Denn es ist, mir kommt es schon so vor, weil es ist oft bei Literatur wenig, aber mir fällt es bei Bands oft auf, dass die Bands sagen, das letzte Album war so und so in diese Richtung und das nächste ist dann irgendwie, da will man dann was komplett anderes eigentlich machen, weil das Letzte war ja wahnsinnig, ja, wie gesagt, du hast lang daran gearbeitet, unglaublich ausgetüftelte Konstruktion und so weiter und so fort. Da ist jetzt die Grundidee eigentlich Reduktion. Also du lässt ganz vieles weg, kurze Szenen, es gibt nur ein paar Figuren, Sprache ist auch bewusst, glaube ich, reduziert, es passiert ja nicht sehr viel, es ist alles sehr konzentriert und reduziert. Ich glaube, das ist die Wirkung des lustigen Taschenbuchs auch ein bisschen auf mich. Und wobei ich eben, irgendwie habe ich mir das erlaubt, obwohl ich da schon einen Komplex entwickelt habe, weil bei der verschissenen Zeit hatte ich ein paar Mal, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Leute sagen, ja, das ist toll, so eine einfache Sprache. Und ich dachte bei der verschissenen Zeit wirklich nicht, dass ich da eine eine einfache Sprache. Und ich dachte bei der Verschissenenzeit wirklich nicht, dass ich da eine sehr einfache Sprache... Es war aber mein erstes Buch ganz auf Deutsch und ich weiß nicht, ob das nur so ein Vorurteil von Menschen war. Jedenfalls hat mich das beschäftigt. Was für eine einfache Sprache, warum? Und dann habe ich das gemacht, wo es so richtig einfache Sprache zum Teil ist, ja, keine Ahnung. Also im letzten Buch, muss man sagen, waren virtuoseste Schimpftiraden zum Beispiel drinnen, also wenn das einfache Sprache ist. Eben, also Sätze halt. Hast du dir bei dem Buch jetzt, im Lustiges Taschenbuch, hast du dir Regeln auferlegt, so quasi, es darf nur so und so viele Seiten oder Wörter haben eine Geschichte, oder ist das nach und nach gekommen? Nein, eigentlich hatte ich relative Freiheit. Es war irgendwie, das mit Miki und Mini hat das hervorgebracht ein bisschen. Und es sind nicht alle Geschichten gleich und so, aber sobald man Miki, ich hatte auch manche, die waren ohne Miki und Mini und ich habe sie dann ein bisschen angepasst. Ich weiß nicht, sie machen eine bestimmte Atmosphäre und zum Teil habe ich auch begonnen, glaube ich, in so Comicbildern zu denken und das hat, glaube ich, dazu geführt, dass es dann doch Ähnlichkeiten auch zwischen den Geschichten gibt, aber es war nicht im Voraus ganz starr. Und du hast zumindest in diesem Buch, hast du Metaphern, oder? Es geht schon, wir haben es in einer Geschichte erlebt, also wenn die Figur sagt, sie versuchen mich in ein tiefes Loch zu stürzen, dann machen die das wirklich, um die nach Wien gezogene Tochter zu demütigen. Und auch die Kekse sind dann auf einmal wirklich, die Menschen sind Kekse. Ich bin nicht stolz darauf, dass ich das gemacht habe. Ich weiß nicht, es funktioniert irgendwie, weil ich es richtig ernst kenne. Aber es ist so, wenn ich merke, dass meine Geschichten zu allegorisch werden, denke ich mir eigentlich, dass das nicht, also das ist nicht etwas, was ich mag, aber ich finde, dass sie gleichzeitig trashig sind und deswegen geht das noch. Aber ich will nicht zu sehr in Kafka-eske-Richtungen gehen. Ich will schon den Horror haben, ja, ich weiß nicht, das war einfach so, mir gefällt es inzwischen auch, aber als ich es bemerkt habe, habe ich mir selber gesagt, ja, bremst dich jetzt ein bisschen ein, sonst wird alles total zu einer Allegorie und das wollte ich irgendwie auch nicht. Du hast Trash entwickelt, das spielt sich ein bisschen rein, aber es gibt schon auch, muss man sagen, die Figuren entwickeln sich dann auch mit der Zeit im Buch, also nicht immer gut nur, also Micky wird dann irgendwie so Verschwörungstheoretiker und isst nur noch Obst, glaube ich, so wie ein Sektenguru. Aber es bleibt jetzt nicht alles komplett starr, sondern es tut sich was. Also man kann es eigentlich schon von vorn bis hinten wie ein Roman auch lesen. Ja, also es gibt auch Menschen, die sagen, es ist ein Roman. Ich finde das cool, weil das klingt besser eben. Wenn man so einen Roman geschrieben hat, hat man mehr gearbeitet. Ich habe gedacht, das sind Kurzgeschichten, aber ich nehme das total gerne an. Das ist ein Roman. Du hast in Kürze, ich glaube im Mai, hältst du in Salzburg die Stefan Zweig-Politik-Verlesung, habe ich gesehen und die hat den schönen Titel Stehlen, Spielen, Schimpfen. Ja, aber ich habe sie noch nicht geschrieben. Aber das reicht eigentlich schon, oder? Ist das dein Programm? Ja, das ist so Stehlen, Werder Bernhard gewesen. Dazu habe ich schon eine alte Sache, die ich, ich habe nämlich überhaupt keine Zeit, weil ich habe bis 15. April um ein Buch und ein Stück fertig zu machen jetzt, das Fußballbuch und so. Und deswegen bin ich im ziemlichen Abgabestress und beginne die Poetikvorlesung erst danach. Aber ja, das ist das Programm. Stellen, Spielen ist die verschissene Zeit, genau, und was gibt es noch? Schimpfen. Ja gut, also Stellen ist auch eigentlich alles und Spielen ist einiges. Schimpfen. Ja gut, also stellen ist auch eigentlich alles und spielen ist einiges. Schimpfen ist eine vorübergehende Sache eigentlich gewesen, habe ich das Gefühl. Das ist gut, wenn man das irgendwann los wird, genau. Du hast es schon erwähnt, es ist viel zu tun. Einerseits haben dich jetzt wahrscheinlich auch die Anfragen in und nach Leipzig erschlagen. Wie geht es dir jetzt? Es ist viel zu lang, wird wahrscheinlich sofort besser behandelt, kriegt man andere Hotels. Du hast gesagt, es ist mit der ersten Veranstaltung wie ein kleiner Verkehrsunfall. Ja, so habe ich mich gefühlt. Nach der Bühne habe ich fünf Stunden Interviews sofort geführt mit so Kameras. Ich weiß nicht, das war, also ich habe sowas noch nie erlebt und das war lustig auch, weil natürlich von außen sieht man das alles nicht und alle Menschen, die ich getroffen habe zwischen diesen Interviews, haben mich dann gefragt, und freust du dich, hey, freust du dich, hey, hast du schon gefeiert? Ich weiß nicht, ich weiß nicht mehr, wer ich bin, Aber jetzt beginne ich wieder langsam wieder in mich zu gehen oder so, die Mitte zu, keine Ahnung. Ich glaube, ich werde mich immer mehr freuen, je mehr ich realisiere, was das bedeutet. Im Moment hat sich nichts geändert und ich habe einfach diesen Interview- Wahnsinn hinter mir. Das ist alles. Du bist auf jeden Fall weit entfernt davon, irgendwie aus der Literatur rausgeschmissen zu werden, momentan. Man weiß es nicht, das Fußballbuch ist auch komisch. Ich möchte dich nicht entlassen ohne Mini-Mini-Bonusszene, um eine Mini-Bonusszene zu bieten. Es würde nämlich gut passen, es gibt im Bonusmaterial noch, glaube ich, 105 weitere mögliche Horrors mit Mini und Miki und kannst du vielleicht Es würde nämlich gut passen, es gibt im Bonusmaterial noch 105 weitere mögliche Horrors mit Mini und Micky. Kannst du vielleicht, es würde gut passen, als Schluss Nummer 6? Vielleicht kann man aus dem Publikum eine Nummer sagen, zwischen 1 und 105. 33. Micky und Mini werden für wertlos erklärt und dem Tod überlassen. Noch eine Nummer? Sechs. Da besteht nur eine Gefahr, dass man nie eine gute Stelle findet. Nummer sechs hätte ich mir auch gewünscht. Ah ja, okay. Das passt nämlich gut zu Dominika. Miki sucht eine Ärztin, aber es gibt inzwischen nur noch Private. 65, 49. 65, 49. Moment. Das ist eigentlich eine super Option, die Publikumsfragen wegzulassen und die Wünsche seiner Texte. Okay, 45, ich weiß nicht, ob das jetzt gefragt war. Ah, 49. Minis Roman ist erschienen. Als sie das Buch zum ersten Mal in der Hand hält, fällt ihr ein besserer Titel ein. Und dann 75, oder? 65. 65, ich kann mir nichts merken. Dann machen wir Schluss. Okay, das ist nicht so gut. Nichts ist jemals so, wie Miki sich das vorgestellt hat. Das ist ein super Abschluss. Perfekt. Ja, okay, passt. Vielen Dank, Babi Markowitz. Danke. Sehr gut, wir sind zeitgerecht fertig geworden. Der letzte Bus nach Unterweißenbach. Vor der Weißenbach. Wird noch erwischt auf jeden Fall. Danke für den Besuch. Es gibt den Büchertisch. Man kann drüben im Literaturcafé Kaffee trinken oder auch Bier. Und natürlich die Autorinnen Dominika Meindl und Barbie Markovitsch werden dann aber da sein, um die Bücher zu signieren. Ich sage vielen Dank und schönen Abend. Applaus