Hallo und herzlich willkommen zum Symposium Stadt vergestalten, Planungskultur für eine gendergerechte und inklusive Stadt. Die Veranstaltung heute, das Symposium, haben wir organisiert in Begleitung zur Ausstellung, durch die Sie alle unten durchgekommen sind, Frauen, Braun, Stadt. Und für heute haben wir uns vorgenommen, da einen Brückenschlag zu probieren von diesen Persönlichkeiten, diesen sehr positiven Beispielen, wie stark Frauen eigentlich sind in dieser Disziplin, Frauen eigentlich sind in dieser Disziplin, zu möglichst lokal relevanten und unterbeleuchteten Themen, nämlich wie gendergerechte und inklusive Stadtplanung und Stadtentwicklung funktionieren kann, wie die Situation hier und heute tatsächlich ist und was man daran wie zum Besseren verändern kann. Was es braucht, ist ein Perspektivwechsel, das ist einmal kurz vorweggenommen und zusammengefasst schon. Perspektivwechsel, der durchaus auf einer persönlichen Ebene passieren kann. Wenn ich mich selbst hernehme, ich heute als Vertreter einer Minderheit hier im Raum, kann man natürlich sagen, ja, wir jammern auf einem hohen Niveau. Städte wie Linz sind eh super, es ist alles da, was man braucht. Man kann einen Bus nehmen, es gibt Gehsteige und Parkplätze für die, die es brauchen und einen Park, da kann man sich hinsetzen. Und am Park, da kann man sich hinsetzen. Wenn man dann in eine andere Perspektive katapultiert wird, zum Beispiel als Vater mit einem Kinderwagen und durch die Stadt marschiert, dann nimmt man Dinge anders wahr. Man nimmt die Gehsteigkanten anders wahr, man nimmt die Distanzen anders wahr, man nimmt die Angebote, die nicht für alle, sondern eben für Kinder oder Eltern da sind, anders wahr oder auch nicht war, weil sie fehlen. Und das ist ein Perspektivwechsel, den man grundsätzlich jedem Verantwortungsträger und auch ihm anempfehlen kann, das mal zu probieren, mit einem eigenen Leib die Situationen in der Stadt zu reflektieren und zu schauen, wie ist es denn, wenn man aus der Wohlfühlperspektive, aus der Komfortzone herauskommt, aus der gewohnten, wo man 40 Jahre lang war und andere Realitäten wahrnimmt. Ich habe jetzt lange überlegt, wie ich jetzt zu diesen paar Monaten, die ich für das AFU, dieses Symposium zusammenstellen durfte, beginnen darf. Und eigentlich ist mir das Wichtigste, über zwei Dinge nachzudenken. Das eine ist, dass wir vor 33 Jahren, also 1991, in Wien eine Ausstellung gehabt haben von der Eva Keil und der Jutta Kledorfer, 1991 in Wien eine Ausstellung gehabt haben von der Eva Keil und der Jutta Kledorfer, die geheißen hat, wem gehört die Stadt? Frauenalltag in der Stadt. Das ist der eine Part, der mir heute sehr wichtig ist zu sagen, wir sind jetzt nicht die Ersten, die jetzt dieses Themapekt kommen, der für mich jetzt essentiell ist, also mit der Umwelt, die uns jeden Tag umgibt. dass heute natürlich nicht nur über den öffentlichen Raum gesprochen wird, sondern über Wohnraum, über das Wohnen, über Feminismus vor allem, aber auch über Software. Was hat Software mit Feminismus, mit Stadt zu tun? Genau, und was mir so wichtig ist, ist, wie man diesen öffentlichen Raum und diese Gerechtigkeit zusammenbekommt, ist eigentlich die Überprüfung, eben wie der Franz vorher auch schon gemeint hat, wie ist die Stadt? Wir können in jedem Tag die Stadt in Perspektivenwechsel machen, die Stadt überprüfen, wie sie funktioniert. Denn diese Stadt, diese Benutzbarkeit hat eben damit zu tun, wie weit wir an der Gesellschaft teilnehmen können. Also der unmittelbare Raum, der Raum, den wir jeden Tag benutzen, hat damit zu tun, wie viel Zeit, wie viel wir als Person auch in der Gesellschaft bewirken können und leben können sozusagen. Und für mich ist dieses Thema einfach zutiefst politisch und deshalb freue ich mich sehr, dass heute eben auch die Politik der Stadt Linz zu Wort kommen wird. dass heute eben auch die Politik der Stadt Linz zu Wort kommen wird. Die Ausstellung, die auch Franz schon erwähnt hat, zeigt eben diese Gleichstellung. Wir kommen zu einer Parität im Berufsfeld der Architektur, der Planerinnen. Wir wollen eben heute einen Schritt weiter gehen. Wir wollen eben über die Bedürfnisse reden. Also die, die plant, muss auch schauen, für wen sie plant. Und der zweite Aspekt hier auch wieder, dass die, die entscheiden, auch schauen, dass sie mitdenken, welche Bedürfnisse hier auch zu leisten oder die Stadt einfach auch bieten muss. Bevor wir eben, und das ist mir so wichtig, über eine Stadt für alle reden, also ich habe jetzt sehr oft das Wort für alle und wir müssen über alle nachdenken, reden und auch die Teilhabe eben für alle, ist es wichtig eben darüber nachzudenken, wer diese alle ist, also wer ist in Linz alle? Und das führt auch dazu zu sagen, wenn Partizipation stattfindet, wenn von Planungsseite Partizipation installiert wird in einem Prozess, wie kommen die Menschen, die alle dazu überhaupt Teil von dieser Partizipation zu werden? Also welche Werkzeuge verwenden wir dafür. Weil das eben wieder verbunden ist mit der Teilnahme an der Partizipation. Genau, und zum Schluss eben, dass diese Erkenntnisse und dieses ganze Wissen in eine laufende und zukünftige Planungspraxis eingebunden werden muss. Jetzt komme ich zum Schluss noch zur Partizipation des heutigen Nachmittags. Wir haben uns überlegt, dass wir Sie auch fragen, was Ihnen denn in Linz fehlt oder was Sie super finden, was Sie für Wünsche haben oder einfach auch nur ein Gedanke, den können Sie bei uns sehr privat hinter dieser Stellwand, zu dem Projekt kommen wir später noch, hinter dieser Stellwand bei uns lassen, auf dieser Pinnwand. Wir fangen an, das Symposium, mit einem Keynote-Vortrag von Heide Studer. Heide Studer ist Landschaftsplanerin und Sozialanthropologin, wie ich finde eine sehr gelungene Fachkombination an der Stelle angemerkt sei. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, den öffentlichen Raum von Städten zu transformieren, dem Klimawandel aktiv zu begegnen und mit Menschen in unterschiedlichen Lebenszusammenhängen und aller Geschlechter gute Lebensräume zu schaffen. Ihre Arbeit umfasst die Planung urbaner Freiräume, die Begleitung von Entwicklungsprozessen sowie zielgruppenspezifische Partizipation. Sie forscht in interdisziplinären Teams und lehrt an Universitäten. Veronika hat im Vorfeld von allen Teilnehmerinnen des Symposiums Statements eingeholt und das Statement von Heide Studer lese ich jetzt vor. Es heißt, es ist Zeit, gemeinsam Städte neu zu denken und uns als PlanerInnen für eine gerechtere Verteilung von Raum einzusetzen. Ich habe meinen Vortrag genannt, wessen Stadt? Das ist eine Frage, die sich immer wieder stellt in der Praxis. Wem gehört diese Stadt und wer entscheidet und wie? Eigentlich gehört die Stadt uns allen, jede Stadt den Menschen, die dort leben und nicht einzelnen Leuten, die darüber bestimmen oder entscheiden. Es ist ein gemeinsamer Prozess tagtäglich. Starten möchte ich mit ein paar grundsätzlichen Überlegungen, wie ich gesagt habe. Die Städte sind in den letzten Jahrzehnten sehr stark gewachsen. Es sind immer mehr Menschen in Städte gezogen und der urbane Raum wird immer dichter. Das kann man weltweit beobachten, in Österreich, vermutlich auch in Linz. Die Klimaerwärmung ist ein wichtiger Faktor, der in den letzten Jahren deutlich spürbar wird. Urbane Hitzephänomene sind im letzten Sommer sehr deutlich gewesen in den Städten. Und eine Transformation des städtischen Raumes steht an in Bezug auf Energie, in Bezug auf Mobilität, aber auch in einer Veränderung von Stadträumen hin zu klimaresilienten, kühlen und grünen Räumen. Ein anderer Aspekt, der sich auch sehr stark verändert hat, ist die Digitalisierung. Einerseits betrifft sie die Orientierung der Menschen in der Stadt. Viele Menschen orientieren sich heute mit digitalen Medien und gehen mit irgendeiner Handyanleitung und einer App durch die Stadt. Manchmal sieht man auch gar nicht mehr, wo man ist, weil man sozusagen nur nach der App nachgeht. Es ist auch die Präsenz, immer eine hybride Präsenz bei sehr vielen Menschen. Wir sind physisch präsent, als Mensch sichtbar, aber gleichzeitig sehr oft auch im virtuellen Raum verfügbar. Und das ist zum Beispiel beim Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel hat sich das sehr stark verändert in den letzten zehn Jahren. Wie ansprechbar Menschen noch sind oder auch wenn man sich die Ohrstöpsel der Menschen anschaut, dann sind sie oft da und nicht da gleichzeitig. Gleichzeitig finde ich auch professionell, dass die Digitalisierung sehr viel verändert hat, wie wir Stadt sehen, wie wir Stadt erforschen, wie wir Stadt darstellen. Es sind ganz neue Methoden und Sichtweisen auf Städte gekommen, die mit der Digitalisierung zusammenhängen. Gleichzeitig ist das urbane Leben vielseitiger geworden. Die Aufenthaltsqualität ist für ganz viele Menschen wichtig geworden, insbesondere im öffentlichen Raum. Und in der Corona-Zeit hat sich gezeigt, was der öffentliche Raum kann. Er ist der Ort, der uns verbindet in den Städten, wo wir einander treffen, wo wir von einem Ort zum anderen kommen. Und der eine ganz zentrale Bedeutung für das soziale Zusammenleben der Menschen hat. In Bezug auf die Geschlechterverhältnisse ist es auch in den letzten Jahrzehnten zu Verschiebungen gekommen. Es gibt offene Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Geschlechteridentitäten. Man kann sich mehr aussuchen, als es vor 30 Jahren denkbar war, wer man ist, wie man sich selbst definiert. Gleichzeitig gibt es auch stärkere Stereotype. Bei Kleinkindern zum Beispiel wird verlangt, von unter Dreijährigen zu entscheiden, ob sie Schokolade für Mädchen oder Burschen wollen, ob sie Bettwäsche für Mädchen oder Burschen wollen oder mit was sie die Zähne putzen. Das heißt, diese Deklaration vom Geschlecht ist in ein sehr frühes Alter gekommen mit einer sehr starken Triebkraft aus dem Markt und aus der Wirtschaft, weil die viele Dinge einfach doppelt verkaufen können oder auch mehr verkaufen können davon oder teurer. doppelt verkaufen können oder auch mehr verkaufen können davon oder teurer. Gleichzeitig sind auch die Diskriminierungen immer noch spürbar. Ich finde das deutlich, dass in der Corona-Zeit das zu einem Schub gekommen ist in der Arbeitsverteilung in der Gesellschaft und auch in Bezug auf die Einkommensverhältnisse geht leider seit Jahrzehnten nicht wirklich was weiter. Die Einkommensverhältnisse geht leider seit Jahrzehnten nicht wirklich was weiter. Also die Einkommensverhältnisse von Frauen oder Männern kann man sich laufend bei Berichterstattungsnachrichten anhören. mehr verdienen würden im Verhältnis ist der Gender Gap auch bei den Ingenieurinnen gleich. Also für die Architektinnen weiß ich es nicht, aber das werden vermutlich die Architektinnen auf der Uni, auf der TU zum Beispiel haben sie solche Dinge erhoben und dargestellt vor ein paar Jahren. Bei den sexuellen Übergriffen ist es in den letzten Jahren zu einer Veränderung gekommen im Diskurs und der Rechtsprechung. Es wird heute niemandem mehr abgesprochen, dass man zu jeder Tageszeit und in jeder Kleidung in Städten unterwegs sein kann. In meiner Jugend musste man bei Vergewaltigungen nachweisen, dass man richtig gekleidet war, damit man das nicht herausgefordert hat oder nicht zur falschen Zeit am falschen Ort war. Das wird zum Glück nicht mehr diskutiert. Was ich wichtig finde bei diesen Dingen ist der Zeitfaktor. Viele dieser Veränderungen sind sehr schnell gegangen. Und das führt zu einer sehr schnellen Entwicklung und auch einem Gefühl, oh mein Gott, es ändert sich so viel, ist das alles noch sicher, was tun wir miteinander? Also es sind so ganz, ganz schnelle Transformationsprozesse. Und alle diese Prozesse haben eine Bedeutung für die Raumherstellung. Bei der Raumherstellung möchte ich nur ganz kurz auf Grundsätze eingehen. In der Theorie-Debatte wird der urbane Raum nicht mehr als ein Container definiert, den die Stadt oder auch Fachleute zur Verfügung stellen für die Bevölkerung, sondern der Raum wird gesehen als ein Geflecht von Interaktionen. Da sind die baulich-räumlichen Angebote, mit denen wir professionell beschäftigt sind, ein Faktor in der Interaktion. Es besteht aber auch eine Einbeziehung der Menschen in das Raumverständnis, die sich in der Stadt aufhalten und dort leben. Und die Raumherstellung in beiden Fällen ist bestimmt durch Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Erinnerungsprozesse. In den Theoriediskussionen seit der Jahrtausendwende spricht man vom relationalen Raum. Das heißt, der urbane Raum wird in diesem Zusammenhang als eine gesellschaftliche Struktur gesehen, die in dauerhaften Regelmäßigkeiten des Handelns bei politischen und planerischen Entscheidungsprozessen hergestellt wird. Das, was wir da tun, ist strukturell verankert in Gesetzen, in Ritualen, wie wir miteinander reden, wie etwas beschlossen wird und Ähnliches. Das ist die gesellschaftliche Struktur. Sie wird aber auch hergestellt über alltägliche soziale Praktiken aller Menschen einer Stadt. Da sind wir sozusagen eine der Städterinnen, einer der Städter, die auch teilnehmen an dieser tagtäglichen sozialen Praxis. Ohne diese soziale Praxis würde die Stadt eine andere sein. Das heißt, wir haben auch diese persönliche Handlungsebene, die alle Menschen haben, ganz egal, wer sie sind. Die Raumherstellung insgesamt ist geprägt durch Geschlechterverhältnisse, aber auch durch Lebensphasen, durch Bildung, durch sozioökonomische und ethnische Hintergründe. Und ich habe mir jetzt bei Ihrer Einleitung gedacht, okay, dass das jetzt eine neue Erfahrung ist, mit einem Kinderwagen durch die Stadt zu gehen. Das war für mich ein sehr lustiges Erlebnis, wenn Sie das so sagen. Das habe ich mit 27 erledigt, mit meinem Berufseinstieg gemeinsam, sozusagen zeitgleich. Und das sind Gender Gaps in der Care-Arbeit. Ich möchte auf den öffentlichen Raum ein bisschen genauer eingehen, weil als Landschaftsplanerin ist das sozusagen der Teil in der Stadt, mit dem ich mich beschäftige, den wir alle gemeinsam nutzen. Um zu einer geschlechtergerechten Verteilung zu kommen, ist es wichtig, sich verschiedene Ebenen vor Augen zu führen, wo das ausverhandelt wird. Das eine ist die tägliche Präsenz, auf die ich vorher eh eingegangen bin. Und da ist es wichtig, sich vor Augen zu halten, dass es bei der täglichen Präsenz notwendige Tätigkeiten gibt, die man immer tun muss, egal ob man will oder nicht. Zum Beispiel einkaufen gehen, wenn man hungrig ist oder in die Arbeit gehen und wieder nach Hause kommen und schlafen. Das sind die notwendigen Tätigkeiten. Es gibt aber auch gewählte Tätigkeiten und die bestimmen, ob ich freiwillig in den öffentlichen Raum hinausgehe. Und dort gehe ich nur hinaus, wenn der so ist, dass er spannend ist und interessant oder ich dort etwas habe, was ich drinnen nicht habe oder in meinem anderen Leben nicht habe. Und diese gewählten Tätigkeiten machen das aus, ob wir uns wohlfühlen in der Stadt. Weil die, die wir müssen, die notwendigen, die machen wir sowieso. Die kann man sozusagen auch unter schlechtesten Bedingungen nicht vermeiden zu tun. Das heißt, es ist wichtig, diese gewählten im Auge zu behalten. Es gibt daneben natürlich auch politische und planerische Entscheidungsprozesse zum öffentlichen Raum. Das ist ganz zentral, wie die getroffen werden und in welcher Form, weil der öffentliche Raum der verbindende Ort ist, der Stadt, in dem wir uns aufhalten und leben. Und da ist es auch wichtig, wie die Entscheidungen treffen und wer das fachlich bearbeitet sozusagen. Daneben gibt es auch die Erhaltung und Pflege. Die ist sehr wichtig, weil sie den Status quo des öffentlichen Raumes mitbestimmt. Da geht es um die Präsenz der öffentlichen Hand, zum Beispiel über Straßenreinigung, Stadtgärtner, Gärtnerinnen, soziale Arbeit, Polizei, Regeln oder auch Überwachung. Das ist ein breites Feld, wo die gemeinsamen Regeln festgelegt werden, überwacht werden und auch der städtische Raum in einem benutzbaren Zustand gehalten wird. Geschlechterverhältnisse sind grundsätzlich in alle diese Prozesse eingeschrieben. Und meistens werden sie in Routinen reproduziert. Das heißt, wir reflektieren nicht darüber, warum das ist oder wieso wir das tun, sondern wir sind das gewöhnt und machen das immer so wie immer weiter. Ich möchte jetzt auf das erste Beispiel eingehen von unserer Büroarbeit und das ist der Entwicklungsplan Öffentlicher Raum in Maria Hilf. In der Vorbereitung haben die Veronika und ich uns dafür entschieden, auch ein strategisches Planungsinstrument aufzunehmen in diese Präsentation, weil nämlich in der strategischen Planung die Rahmenbedingungen festgelegt werden, wie vieles andere, was später kommt. Das Entwicklungsplan öffentlicher Raum ist ein grundsätzliches Planungsinstrument der Stadt, das jeder Bezirk sozusagen bekommen kann in einem gewissen Rhythmus. Und es geht um zeitgemäße öffentliche Freiräume als Entscheidungsgrundlage. Und das ist Entscheidungsgrundlage für künftige Planungen. Ich möchte gerne den Teil zu Wien-Maria-Hilf vorstellen. Das ist der Bereich zwischen Maria-Hilfer-Straße und Wiental-Wien-Zeile im Laschmarkt, falls Sie so eine Vorstellung haben, als Linzer und Linzerinnen, wo das ist, da kommt man vielleicht auch fallweise vorbei. Dabei ist es darum gegangen, eine Gegenüberstellung zu machen vom Ist-Zustand und künftige Potenziale aufzuzeigen. Wir haben versucht, dann darauf aufbauend eine Vision zu erarbeiten, die einen Fokus hat auf Klimawandelanpassung, aktive Mobilität und die Qualität von Straßenplätzen und Parks. Und das steht natürlich auch im Zusammenhang mit übergeordneten Strategien und Planungen der Stadt, des Bezirks und auch größeren Projekten, die im Bezirk passieren, jetzt in letzter Zeit sozusagen oder in nächster Zukunft. Wichtig ist es auch immer zu schauen, wer sind die Entscheidungsträger und Trägerinnen. Im Bezirk war das der Bezirksvorsteher und die politischen Gremien. In Maria Hilf ist das so, dass es von den Geschlechteridentitäten ein bisschen diverser ist und es schon mal vorkommen kann, dass ein Mann mit Bart und Kleid auftaucht oder dass der Bezirksvorsteher sagt, könnt ihr nicht bei den Interviews divers als Kategorie mit aufnehmen, damit alle Geschlechteridentitäten abgebildet sind. Das heißt, der Bezirk hat einen sehr offenen Zugang dazu und das ist auch wichtig von Auftraggeber und Geberinnen Seite. Bei der Stadt Wien war die Stadtplanung damit betroffen mit der Stadträtin und auch die Projektbearbeiterinnen bei der Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung. Es hat daneben eine Steuerungsgruppe gegeben mit lokalen Akteuren und Akteurinnen, um eine breitere Gruppe zu haben, die mitentscheidet und aus dem Bezirk sozusagen Wissen einbringt. Das waren Leute aus sozialer Arbeit, aus der Bildung, Stadtteilentwicklung, aktivem Verkehr, Gesundheit und Inklusion, damit diese Strategie, die wir entwickeln, auch lokal angepasst ist. Und die haben in verschiedenen Phasen im Prozess immer wieder Wissen eingebracht oder Feedback gegeben zu den Ergebnissen oder Empfehlungen für die Weiterarbeit. Aus unserer Sicht ist es wichtig, wenn ich eine Stadt haben will, die für alle passt, dass man genau hinschaut. Bei der Analyse haben wir geschaut, dass wir mit einem breiten Methodenmix arbeiten, mit einer sekundären Datenanalyse zu Stadtraum, Klima, Verkehr und Soziodemografie. Da ist es oft notwendig, nachzufragen, ob es auch Daten mit Genderhintergrund gibt. Gerade bei der Soziodemografie oder beim Verkehr ist das in vielen Fällen der Fall, wenn man nachfragt. Bei der Dokumentenanalyse haben wir uns alle nachfragt. Bei der Dokumentenanalyse haben wir uns alle Strategiepapiere, die das Gebiet betreffen, und auch die Projekte von Stadt und Bezirk angeschaut, die in dem Rahmen sozusagen wichtig waren. Wir haben dann eine qualitative Freiraumanalyse durchgeführt, alle Wege, Straßenplätze und Parks angeschaut und auch mögliche Flächen versucht zu finden, wo zukünftig noch zusätzliche Raum entstehen kann. Das ist in einem innerstädtischen Bezirk wie Marihilf sehr schwierig, weil der ist super dicht bebaut. Wir haben dann eben diese Erfahrungen der Vertreter und Vertreterinnen der Steuerungsgruppe mit einbezogen und wir haben auch Kurzinterviews durchgeführt im öffentlichen Raum, auf die ich dann noch genauer eingehen möchte. Bei der Analyse haben wir alle Ergebnisse der einzelnen Datenanalysen zusammengespielt und trianguliert. Das heißt, wir haben verbunden und überlagert und geschaut, was kommt da heraus, wie ist das Angebot, wer ist da, wer fehlt, Wie ist das Angebot? Wer ist da? Wer fehlt? Wer ist besonders auf den öffentlichen Raum angewiesen? Und wie ist das Angebot in diesem Zusammenhang? Und wo gibt es Potenziale? Die Ergebnisse der Analyse haben wir dann mit den Entscheidungstren geben. Man kann sich das online anschauen. Das Dokument ist im Sinne des Open Data zugänglich. Und man kann auch die ganze Studie anschauen. Das ist sozusagen der Analyseplan der Freiräume. Man sieht hier drei Bezirke, weil der Entwicklungsplan war für die Bezirke 4, 5, 6. Und Maria Hilf ist sozusagen oberhalb dieser Linie des Wientals zu der blauen Linie. Das ist Maria Hilf und das andere sind Margareten und Wieden mit den Straßen, Plätzen, Parks und unterschiedlichen Wegekategorien. Auf die Kurzinterviews möchte ich genauer eingehen, weil es da besonders wichtig ist, niederschwellige Zugänge zu haben, um unterschiedliche Sichtweisen erheben zu können und eine breite Vielfalt von Meinungen zu erreichen. Dass ich auch ein kleines Mädchen fragen kann, was es will und auch einen alten Herrn und auch jemanden, der als Flüchtling aus der Ukraine frisch gekommen ist, einen Touristen oder eine Touristin oder auch Eltern, die jemanden abholen oder auf jemanden warten. Wir haben diese Kurzinterviews im Herbst 2021 im öffentlichen Raum durchgeführt und es war eine breite Vielfalt von Menschen vertreten. Wir haben sie gefragt, ob sie männlich, weiblich oder divers sich identifizieren. Und wir haben auch Menschen gefragt, die dort wohnen, arbeiten, lernen, spielen, chillen, einkaufen oder zu Besuch sind. Wenn ich jetzt zum Beispiel eine Befragung mache oder eine Abstimmung, erhalte ich nur eine Rückmeldung von der Wohnbevölkerung. Bei der Straßenbefragung habe ich auch die Menschen, die ihren Tageszeit dort verbringen oder die auf Urlaub hinkommen oder die hinkommen, um ihre Freunde zu treffen oder Freundinnen. Wenn man sich jetzt anschaut, was für Inputs sind aus welchen Gruppen gekommen, Platz für kühle und soziale Teilhabe war vor allem für ältere Menschen wichtig. Das war zwischen den Coronas und die haben gemeint, sie werden irre in der Wohnung allein. Sie brauchen auch mal andere Leute, wo sie was sehen oder sich aufhalten können. Wege, Qualität und Sicherheit sind als wichtige Aspekte gekommen bei Mädchen und bei mobilitätseingeschränkten Menschen. Bei den Mädchen ist es eher darum gegangen, dass sie eher dunklere und weniger belebte Nebengassen meiden zu Nachtzeiten. Und bei den mobilitätseingeschränkten Menschen haben sie gemeint, es ist sehr schwierig, damit umzugehen, wenn die Gehsteige so schmal sind und auch von anderen Verkehrsmitteln genutzt werden. Es gibt im 6. Bezirk sehr schmale Gassen, historisch bedingt. Und die werden auch als Radwegverbindungen verwendet. Und wenn ein Fahrrad ein Auto trifft, kann es auch nicht vorbei. Und dann weichen die aus auf den Gehsteig und mit Rollstuhl auf einem schmalen Gehsteig und einem Fahrrad oder zwei Skuttern ist es eine unlösbare Situation, auch für Hundebesitzer und Besitzerinnen ist das knifflig, wie man das löst, fallweise. Das heißt, das ist ein Grundsatzthema, das für Radfahrende auch schwierig ist, aber für zu Fuß Gehende noch einmal. Auch aufgefallen ist, dass im Bezirk eine hohe urbane Kompetenz besteht in Bezug auf marginalisierte Menschen. Es war niemand dabei, der gefordert hat, dass Menschen, die sich im öffentlichen Raum aufhalten, weil sie zum Beispiel wohnungslos sind, weil sie zum Beispiel wohnungslos sind oder es gibt auch Einrichtungen für drogensüchtige Menschen im Bezirk, dass man die wegbringen muss aus dem Bezirk, sondern man war eher so, ja, die gibt es auch und was soll man machen und wir können damit schon umgehen. Aber nicht alle Menschen, die nicht so sind wie ich, müssen raus. So etwas bezeichnet man in der Sozialforschung als urbane Kompetenz. Sowas bezeichnet man in der Sozialforschung als urbane Kompetenz. Von allen Befragten sind die Treppen sehr positiv bewertet worden. Es gibt viele Treppen im 6. Bezirk, vom Wiental eben zur Marie-Hilfer-Straße hinauf, und die sind wichtig für die Identität. Was auch von allen gekommen ist, ist, dass sie mehr grün möchten und mehr konsumfreie Aufenthaltsangebote. Das ist ein Aspekt, den ich zum Beispiel in dieser Hauptstraße in Linz auch gegrübelt habe. Wie ist das mit den konsumfreien Sitzplätzen auf Straßen, in den Parkanlagen, ja, aber auf der Straße? Ja, wir haben dann das wieder diskutiert mit den Entscheidungsträgerinnen und überlegt, wie können welche Anliegen wo einfließen. Und wir haben das dann zusammengestellt, eben was sind so Qualitäten in Maria Hilf, nur dass man einen Eindruck hat, so mit den Bildern. Also es gibt eine Reihe an Plätzen, es gibt auch viele Parks und Spielplätze. Mit der Maria Hilfer Straße ist ja ein sehr schöner, grüner, verkehrsberückter Freiraum, der aber für die Lokalbevölkerung zu gewissen Jahreszeiten aufgrund des starken Konsumverhaltens der Menschen, die dort einkaufen, überhaupt nicht mehr betreten wird. Also es gibt so Zeiten, wo man gar nicht mehr hingeht, wenn man dort lebt, weil so viele Menschen auf der Straße sind, dass man das nicht mehr packt. verpackt. Da war die Frage, wie geht man damit um? Grundsätzlich natürlich gut mit den Einkaufsangeboten und mit den konsumfreien Aufenthaltsangeboten ist das manchmal auch knifflig am Naschmarkt oder in manchen ruhigeren Nebengassen, ist zwar verkehrsberuhigt, aber keine einzige Sitzmöglichkeit, ohne zu bezahlen. Das wird verbessert jetzt in nächster Zeit. Es gibt auch Freiräume von Institutionen, wie zum Beispiel Kirchen, die zwar da sind, aber nur für kirchenaffine Menschen, die jetzt je nach dem, was für eine Kirche unterschiedlich viele sind und was die für Sozialprojekte hat. Die G-Qualität mit den vielen schmalen Straßen ist eines der Hauptprobleme und daneben auch die Hitze durch die starke Versiegelung. Das Wiental ist zwar wichtig für die Durchlüftung, da ist auch ein Fluss drinnen, aber es ist so stark versiegelt, dass sich auch das Bachbett aufheizt. Also wer das gesehen hat, das sind einfach Beton- und Steinwände, wo das in einem riesengroßen Hochwasserbauwerk fließt, wo man nicht hinunterkommt. Und der Gürtel, der den Bezirk auch auf einer Seite kreuzt, ist zwar sehr grün, der ist als grüne Achse angelegt, städtebaulich, aber so verkehrsdominiert, dass er nur bedingt nutzbar ist. Es ist einfach sehr laut und sehr abgasbelastet. dass er nur bedingt nutzbar ist. Es ist einfach sehr laut und sehr abgasbelastet. Ja, wir haben dann geschaut, wie können wir Potenziale für diesen Stadtteil entwickeln, aufbauend auf diese Analysen und haben gedacht, es ist wichtig, den öffentlichen Raum aktiv zu entwickeln und zu sagen, wie wollen wir den haben, wo soll man dabei hingehen und wie kann man den neuen Anforderungen entsprechen, die durch den Klimawandel, das Stadtwachstum und auch diese verschiedenen Ansprüche von unterschiedlichen Menschen kommen. Wir haben dann, um den urbanen Hitzeeffekten entgegenzuwirken, in diesem dicht bebauten Gebiet vorgeschlagen, dass man ein Netz an kühlen Wohlfühloasen hat. Das ist ein Netz an kleinen Freiräumen, die kühle Orte sind, wo man bei Hitze hingehen kann, um sich abzukühlen. Und das kann ich eben über mehr Grün wie Straßenräume machen oder Straßenbäume oder Fassadenbegrünungen oder auch mit Wasser. Das größte Projekt in dem Bereich ist der Umbau der Gumpendorfer Straße, das letztes Jahr die Partizipation gehabt hat und heuer in die Umsetzung gehen wird, soweit ich informiert bin. Die stadtklimatischen Potenziale auszunutzen, ist sehr wichtig. Der Naschmarktparkplatz war ein langes politisches Thema in Wien, immer noch in der Disziplin auch heiß umstritten. Aber grüner sollte es auf jeden Fall werden dort. Und kühler und auch ein zusätzlicher Freiraum entstehen. Und dadurch diese kühle Luft vom Wiener Wald Richtung Stadt weiter begünstigt werden. Wir haben dann angeschaut, wie man das machen kann, dass man ein sicheres, kühles und grünes Wegesystem für aktive Mobilität durch den ganzen Bezirk zieht, systematisch als Netz gedacht, wie man das für andere Verkehrsmittel auch macht oder Verkehrsarten macht. Wir haben dann auch empfohlen, dass man die Qualitäten weiterentwickelt von ruhigen Nebengassen und von Stiegen und auch die Mehrfachnutzung überlegt, um Potenziale zu heben für zusätzliche Freiräume. Und dass die Stadt gemeinsam verändert wird und bei allen größeren Projekten Partizipation weiter fortgesetzt wird. Das ist ein Aspekt, der dem Bezirk grundsätzlich auch wichtig ist. Da sieht man jetzt den Plan mit so grünen Wegennetzen. Oben wiederum der sechste Bezirk, Maria Hilf, und die lila Flächen sind die Potenzialflächen. Da sieht man, dass die größte dort beim Naschmarktparkplatz liegt, wo das jetzt umgebaut wird, in den nächsten Jahren hoffentlich. dann ausgearbeitet für drei Grätzeln im Maria-Hilf und haben dann für jedes Grätzeln sozusagen Ziele und Maßnahmen definiert und das Ganze dann auch in so Straßenraster hineingebracht, alphabetisch gereiht bei Straßen, Plätzen und Parks. Das ist für die Verwaltung wichtig. Wenn Sie ein Projekt haben in einer Straße, können Sie nachschauen, alphabetisch gibt es da was, einen Vorschlag, was sich berücksichtigen soll in der Umsetzung. war es ein Vorschlag, was ich berücksichtigen soll in der Umsetzung. Ja, dann komme ich zum zweiten Beispiel. Das ist ein Objektplanungsbeispiel, nämlich der Rheumannplatz im 10. Bezirk, auch in Wien, Favoriten, der größte Bezirk in Wien. Dabei ist es um eine Umgestaltung des Platzes gegangen, der das Bezirkszentrum ist. Und das ist angestanden, weil die U-Bahn verlängert wurde und Straßenbahnlinien stillgelegt worden sind, die früher über den Platz geführt haben. Und da hat es eine Reihe von Maßnahmen gegeben, bis der umgebaut wird. Begonnen hat das neben der U-Bahn-Erweiterung mit einem Mädchenprojekt. Es hat dann Analysen gegeben als Grundlage, einen partizipativen Planungsprozess und dann auch eine Detailplanung und schrittweise Realisierung. Seit 2020 ist der Räumernplatz fertig. Wenn Sie im Sommer dort sind, essen Sie ein Eis, schauen Sie sich den Platz an. Er ist gut erreichbar, auch zu Fuß, in zehn Minuten längstens vom Hauptbahnhof. gut erreichbar, auch zu Fuß, sind zehn Minuten längstens vom Hauptbahnhof. Die Entscheidungsträger und Trägerinnen und Expertinnen waren der Bezirk Favoriten mit dem Vorsteher bei der Stadt Wien, die Stadträtinnen für Stadtplanung und Stadtgärten und projektzuständige MitarbeiterInnen von Baudirektion und verschiedenen Planungsabteilungen für Architektur, Grün- und Straßenbau. Es hat 2015 eine Funktions- und Sozialraumanalyse gegeben, die von Sonja Gruber und Martina Jauschnig bearbeitet worden ist und dann einen partizipativen Planungsprozess anschließend und dann den unser Büro durchgeführt hat und die Detailplanung wurde von der Architektengruppe U-Bahn umgesetzt. Ich möchte beginnen mit der Mädcheninitiative, die hat sich zum Ziel gesetzt, Diskriminierung anzusprechen. Und zwar waren das Direktorinnen von Favoriten- und Mittelschulen, die beschlossen haben, dass sie gerne möchten, Platz für Mädchen im öffentlichen Raum einzufordern, am Hauptplatz ihres Bezirks sozusagen. Und die haben einen Ideenwettbewerb gemacht zum Räumädchenplatz. Wie könnte so ein Räumädchenplatz ausschauen? Da sind auch viele Vorschläge eingegangen und man kann da unten beim ersten Bild, sieht man sozusagen die ersten temporären Installationen. Da hat es Bänke gegeben und auch ein Schild, das den Rheumädchenplatz darstellt, den Platz markiert. Und die Initiatorinnen haben erzählt, dass auch wenn Mädchen hinkommen, andere Leute aufstehen und ihnen Platz lassen, weil das ist beschriftet als Rheumädchenplatz. Es gibt seit 2016 jährliche Mädchenfeste, immer im Herbst ein großes Mädchenfest am Platz. Und im Rahmen des Ideenwettbewerbs ist die Idee einer Mädchenbühne geboren worden. Und die ist dann durchgetragen worden durch diesen ganzen langen Prozess und die ist jetzt umgesetzt. Wie man hier sehen kann, das ist vom Start sozusagen der Mädchenbühne nach der Eröffnung. Und die wird auch für Veranstaltungen immer noch genutzt. Das war sozusagen das Erste mit der Mädcheninitiative. Dann hat es auch diese Funktions- und Sozialraumanalyse gegeben. Der Rheumannplatz ist ein kniffliger Ort mit sehr vielen Menschen. In vielen Sprachen wird gesprochen, sehr unterschiedlich ausschauenden Menschen, sehr dicht genutzt. Und da hat die Stadt Wien auf ein interdisziplinäres Team gesetzt von einer Soziologin und einer Freiraumplanerin. Und die haben mit einem breiten Methodenmix von quantitativen und qualitativen Methoden gearbeitet, damit man möglichst viele unterschiedliche Menschen mit einbeziehen kann. Das ist ähnlich, wie wir das vorher angesprochen haben, dass man eine sekundäre Analyse soziodemografischer Daten macht. Aber bei der Sozialraumanalyse hat diese Untersuchung und Analyse mehr Gewicht. Da kann ich strukturierte Stadtteilbegehungen machen, ich kann teilnehmende Beobachtungen machen. Man kann auch zielgruppenspezifische Vertiefungen machen mit Gruppen, die nicht da sind, wo man nicht weiß, warum zum Beispiel. Oder die besonders schwer anzusprechen sind. Das waren in dem Fall auch Gespräche mit Mädchen oder mit Seniorinnen in Gruppendiskussionen. Geschlechterverhältnisse waren im gesamten Prozess wichtig als Kategorie, verschränkt mit anderen Aspekten wie Alter, ethnischer Hintergrund. Und dabei haben sie angeschaut, gibt es unterschiedliche Ansprüche. Weil es kann auch sein, wenn ich alles angeschaut habe, dann haben alle ähnliche Ansprüche. Auch das ist total in Ordnung. Aber es kann auch sein, dass unterschiedliche Ansprüche herauskommen. Sie haben dann Empfehlungen entwickelt für den weiteren Prozess, dass ein transparenter Prozess durchgeführt wird, dass es verschiedene Möglichkeiten zur Teilhabe geben soll bei der Partizipation, insbesondere für weniger durchsetzungsstärke Gruppen und sozioökonomisch schlechter gestellte Menschen, aber auch in einem gendersensiblen Zugang. Und für den Platz gab es auch Empfehlungen, dass es wichtig ist, diese Zentrumsfunktion des Platzes zu stärken, die Platzmitte freizumachen von den Schienen, von der Straßenbahn, das war damals noch in Diskussion, ob man weiter Straßenbahnen oder Busse durchführt, und dass man eine Zonierung macht in verschiedene Teilräume, die aber über gute Blickbeziehungen gut verbunden sind und auch den Platz als übersichtliche Fläche sozusagen sichtbar machen und immer auch wichtig, ein Wunsch nach einem öffentlichen WC. Wir haben dann sozusagen das übernommen, 2017, einige Zeit später. Und damals war das so, das war der Zeitpunkt, an dem die Straßenbahnen stillgelegt worden sind. Und wir haben begonnen mit experimentellen Aktionen auf den Schienen. Das kann man sich vorne anschauen, da haben wir einen Bauworkshop gemacht. Oder das mittlere Bild ist von einer Aktion zu Schienengedichten. Die haben wir gemeinsam mit lokalen Akteurinnen gemacht, diese Aktionen, und das war sehr breit von Bewegungsangeboten, Theater, künstlerischen Versuchen, um eben diese Fläche, die tabu und gesperrt war, als Verkehrsfläche neu aufzustellen. ein Planungskaffee durchgeführt an einem Samstag mit niederschwelligen und mehrsprachigen Angeboten und auch die Möglichkeiten einer Bewertung Raumqualitäten zu bewerten, ohne sprachlich unbedingt so genau das verstehen zu können, beziehungsweise auch, dass man nicht lesen und schreiben oder planlesen muss. Das kann man sehen bei dem letzten Bild. Da haben wir sozusagen verschiedene Raumqualitäten zu ähnlichen Themen, Grün, Wasser oder so zusammengestellt. Und jeder konnte Punkte kleben. Und da hat es ein Gender Bias gegeben, Mädchen, Buben, gefasst ungefähr bis Ende der Jugendzeit, 18, 20, wie sie sich eingeschätzt haben, und erwachsene Menschen mit größeren Punkten, auch Männer und Frauen. Und dann haben wir geschaut, welche Inputs kommen aus welcher Gruppe. Es hat aber auch sehr intensive Diskussionen gegeben beim Planungscafé am Stadtplan. Also wir haben Pläne gehabt mit so drübergelegten Folien, wo wir im 20-40-Minuten-Takt immer wieder neu mit neuen Leuten über den Platz diskutiert haben, in drei Stationen parallel. Und bei diesen Aktionen waren auch Vertreter und Vertreterinnen des Magistrats und der Lokalpolitik vertreten, was sehr wichtig war, um den Leuten auch Wertschätzung und Information zu geben. Also das macht was, wenn ich mit den Zuständigen der Busse reden kann, warum die Busse so verrückt fahren und wie das in Zukunft wird zum Beispiel. Oder mit jemandem von den Stadtgärtnern, was da kommt. Wir haben dann darauf aufbauend eine Planung entwickelt und auch diskutiert. Wir haben den ersten Plan am Platz öffentlich ausgestellt und wieder mit Unterstützung aus Verwaltung und Politik diskutiert, protokolliert alle Inputs, auch mit wer sozusagen welchen Input gebracht hat, dazu notiert. Und diese Inputs haben wir dann wieder ins Gestaltungskonzept eingearbeitet und das ist anfangs 2018 ausgestellt worden. Ja, ich bin bald fertig. Der Schluss der Beteiligung war dann ein Infotag zu Baubeginn im Sommer 2019. Ziel war eben, ein Bezirkszentrum zu machen, das zu den Menschen passt. Die Ergebnisse waren, dass sehr viele Menschen sich für viel Grün eingesetzt haben, für erlebbares Wasser, für verschiedene Sitzmöbel, neue Aufenthaltsspiel- und Bewegungsmöglichkeiten, auch das WC und übersichtliche Wege. Die Mädchen wollten gerne Übersichtlichkeit haben am Platz, bunte Farben und auch Angebote für wegbegleitendes Spiel. Lichte Promenadensituationen sind von vielen positiv gesehen worden, besonders von Burschen und Männern. Und die hochbetagten Menschen haben sich eingesetzt für schattige Sitzplätze und mehr Barrierefreiheit am Platz. Ja, das ist jetzt nur so ein Grundkonzept, wo man diese Mittelachse sieht, an die sich verschiedene Räume angliedern, die sozusagen übersichtliche Wege anbietet zur Busstation, zum Eissalon, zum Bad. Und diese unterschiedlichen Bereiche sind eben jetzt in der Detailplanung dann umgesetzt worden von dem anderen Büro. Die Mädchenbühne sieht man in dem unteren Bereich. So schaut das aus seit dem Umbau, dass Sie so ungefähr einen Eindruck haben, sozusagen mit der Mädchenbühne unten in der Ecke und dem Wasser oben und sehr vielen Sitzmöglichkeiten. Die Promenade, die man dort sieht, braucht noch ein bisschen Zeit, bis die Bäume groß sind, aber sie wird schon intensiv benutzt zum Sitzen und Gehen, wie man sehen kann. Wenn ich mir jetzt anschaue, wie ist das mit der Gender-Teilhabe, da ist es als erster Schritt wichtig, wie sind die Arbeits- und Entscheidungsstrukturen bei Auftraggeberinnen und Fachleuten. Wie sind die Geschlechterverhältnisse bei Politik, Verwaltung, in Juries oder Büros? Das gehört vor allen Aufträgen diskutiert, damit ich auch weiß, wer sozusagen das fachlich und politisch mitträgt. Wenn ich da reine Männerstrukturen habe, ist es sehr schwierig, dass das gesehen wird, was für Inputs kommen, wenn das eine Alltagsverträglichkeit für Frauen sein soll. Oder wenn man dort für Genderanliegen zuständig ist. In der Jury hat man eine sehr harte Arbeitsposition. Gleichzeitig ist es wichtig, wenn Partizipationsprozesse durchgeführt sind, dass Orte und Uhrzeiten so gewählt sind, dass die Menschen, die dort leben, auch wirklich hinkommen können. Veranstaltungen am Abend in geschlossenen Räumen sind in den seltensten Fällen geeignet, um eine große Bandbreite der Bevölkerung zu erreichen. Es ist wichtig, niederschwellige Methoden an den Lebensorten der Menschen zu wählen, um sozusagen auch eine breite Menge zu partizipieren. Wenn ich partizipiert habe oder auch die Entscheidungsprozesse habe, ist es wichtig, die Geschlechterteilhabe zu dokumentieren. Bei der Beteiligung ist es wichtig, das mit zu protokollieren, möglich zu machen, das im Nachhinein zu erkennen, wer eine Bewertung gemacht hat, zum Beispiel anhand von Farben. Bei Interviews das mit aufzuschreiben, wie ist die Geschlechteridentität der Person. Und wenn ich das alles zusammengestellt habe, kann ich dann bei der Analyse das zusammenstellen und die Ergebnisse gewichten, bevor ich die Entscheidung fälle, was dort ist oder das mit den Entscheidungsträger, Trägerinnen diskutieren. Ich finde für die Gender-Teilhabe wichtig, dass man sich unterschiedliche Ebenen überlegt. Das eine ist, dass Aktivierung ganz wichtig ist, weil das neue Räume öffnen kann. Das kann Mädchenarbeit sein, es können Kunstprojekte sein oder auch Bewegungsimpulse, die man setzt an bestimmten Orten. Sozialraumanalysen sind für komplexe Orte und Themen wichtig als Grundlage, so wie wir das jetzt beim Räumenplatz gesehen haben. Sie erleichtern das, einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Gruppen zu machen, weil nicht alle Gruppen sich gleich stark einbringen in Planungsprozesse. Man hat zum Beispiel manchmal sehr starke Inputs von bestimmten Lobbys aus der Wirtschaft oder manchmal sehr starke Inputs von bestimmten Verkehrsvertretungen, die dann das sehr schwierig machen, wenn ich breiter beteilige, kann ich das besser argumentieren, warum ich die Parkplätze wegnehme und Aufenthaltsräume brauche, zum Beispiel in einer Straße. warum ich die Parkplätze wegnehme und Aufenthaltsräume brauche, zum Beispiel in einer Straße. Es ist wichtig, bei der Partizipation so zu arbeiten, dass man möglichst die Menschen erreicht, die den Ort nutzen. Und aus meiner Sicht ist es am allerwichtigsten, immer die konkreten Verhältnisse nachzufragen, denn es gibt keine vorab festgelegten Frauenansprüche, die überall und immer gleich wären. Und wir schauen bei jedem Projekt wieder neu nach, was das ist. Oder was können genderrelevante Ebenen überhaupt sein? Und die Ansprüche aufgrund der Geschlechterverhältnisse sind in den seltensten Fällen mit einem biologischen Geschlecht gekoppelt. Sie hängen zusammen mit gesellschaftlichen Erwartungen an bestimmte Geschlechteridentitäten oder Geschlechterauffassungen und auch mit der Arbeitsteilung, die damit einhergeht. Das heißt, es ist eigentlich kein Problem, dass es an irgendeiner Geschlechteridentität hängt, sondern es hängt an dem, wie die Geschlechter miteinander tun. Und grundsätzlich ist es wichtig, alle Geschlechter auf allen Ebenen zu beteiligen, damit auch alle sich einbringen können. Danke.