So, wir machen hier jetzt einen kleinen Settingwechsel und passt die Lautstärke so noch immer? Ist das okay? Warum haben wir noch keine Gleichberechtigung, werte Damen? Ich fange damit an und drehe das zweite Mikro auf. Du hast schon lange nicht mehr gelesen. Ja, ich glaube, es liegt am Privaten. Also ich glaube, die rechtliche Situation ist eigentlich gar nicht so schlecht in Österreich, in der EU. in Österreich, in der EU, aber wir können im Privaten ganz einfach, wir müssten im Privaten das einlösen, was wir rechtlich vereinbart hätten. Und das muss jede Frau in jeder Generation aufs Neue machen. Das ist das eine. Und das zweite ist, dass auch die ganze Gesellschaftsordnung, die spirituelle Gesellschaftsordnung meiner Meinung nach darauf hinausläuft, dass wir niemals gleich sein können. Also mit diesem Gott und mit dieser Kirche, mit diesem Kapitalismus und mit diesem Privatleben ist es eigentlich nicht machbar, diese Gesetze wirklich so zu leben, dass eine Gleichberechtigung möglich ist. Das ist meine Theorie. Nachher mache ich dann eine Werbeeinschaltung fürs Matriarchat. Ja, ich habe dem nichts hinzuzufügen. Ich denke auch, dass das ganze System, also ich kann das nur nochmal in anderen Worten zusammenfassen, ich denke, das System ist darauf ausgelegt, dass wir nicht gleich sind. Und ich habe mich das auch eben gefragt bei meiner Geschichte, warum sind die Joes dieser Welt so anziehend noch immer? Weil eben auch unser ganzes Denken durch dieses System geprägt ist, weil unsere Konzeption von Liebe durch das Konzept von Unterwerfung geprägt ist, weil unsere Konzeption von Liebe durch das Konzept von Unterwerfung geprägt ist, durch Hierarchie geprägt ist und so weiter. und weil die Erzählung vom Happy End so verführerisch ist. Weil das doch eine tolle Sache ist, dass man sagt, man bleibt einfach zusammen für immer, und man teilt sich die Gemeinschaft, jetzt kann man ja sagen, okay, wenn man eh zusammenbleibt, und alles gehört allen, quasi in der Kernfamilie, dann wäre es ja theoretisch wirklich egal, wenn man das sich so aufteilen möchte. Aber Fakt ist, dass die Leute, die ihre Lebensplanung machen, ungern daran denken, dass die Scheidung eigentlich statistisch wahrscheinlich ist. Und dieses Gespräch zu führen ist schmerzhaft, weil man dann, wenn man die Hoffnungen hat und wenn man gerade quasi sagt, aber wir gehören ja zusammen und es ist ja alles gut und es ist ja alles gut und es ist ja schön und es sind schöne Zeiten, bei ein paar wenigen geht sich das aus bis zum Ende. Das ist einfach verführerisch und ich verstehe das auch, ich habe dafür Verständnis. Für mich ist es insofern interessant, ich bin in meiner Karriere sehr oft dafür gescholten worden, dass ich Poetisler mache, ich bin ohnehin für viel gescholten worden, ich bin eine Frau, scheinbar ist mir zu sagen, was ich machen möchte, in die Gesellschaft eingeschrieben, was ich Feedback bekommen habe in meinem Leben und ich habe nicht danach gefragt, vielen, vielen Dank, während ich an Feedback ja interessiert bin. Aber dass Leute, die sich für meine Szene nicht interessieren und mir sagen, das ist ein beruflicher Fehler, was ich da mache. Du, voll interessant. Soll ich dir was über deinen Beruf erzählen? Ich habe keine Ahnung, ich erzähle was du machen sollst, voll gut. Aber was ich immer daran spannend gefunden habe ist, dass Poetislam ein Wettbewerb ist, bei dem man auf der Bühne gnadenlos ausgelesen wird und das Publikum gnadenlos ausgelesen wird. Das heißt, ich weiß nachher, ob das Publikum an Gleichberechtigung zum Beispiel interessiert ist oder ob ich gerade in einer Region bin, wo sie sagen, du Kinderbetreuungsplätze finden eigentlich scheiße, was tust du denn, da geh nach Wien. Und der Teil ist aber spannend, weil man lernt, dass das Publikum einzelne Menschen sind, die aber strukturell geformt sind, so wie wir auf der Bühum einzelne Menschen sind, die aber strukturell geformt sind, so wie wir auf der Bühne einzelne Menschen sind, die aber von der Struktur geformt sind. Und ich finde diesen Prozess immer noch interessant und habe da aber auch die Erfahrung gemacht, dass ich mich nicht ärgern darf, wenn junge Frauen herkommen und sagen, aber wir sind ja gleichberechtigt und ich gehe auf die Bühne und wenn ich gut genug bin, dann gewinne ich eh automatisch voll gut, dann reden wir in fünf Jahren nochmal. Und ich habe inzwischen die Geduld gelernt und sage, ich führe das Gespräch erst fünf Jahre später. Passt, wir reden, wenn du bereit bist, ich bin da. So. Das ist ein nettes Thema, das ich da aufgreife und weiter spinne. Ist es für Autorinnen anders, einfach oder schwierig zu arbeiten? Weil gibt es da auch einen Unterschied? Haben es männliche Autoren, haben es Autoren, männliche Schriftsteller? Man kommt mit dem Gender manchmal ein bisschen durcheinander. Aber haben es die leichter als die Frauen? Menschen sind, Männer und Frauen gefragt hat, was ihr Lieblingsautor oder Lieblingsautorin ist und es gab bei Frauen war, wenn ich nicht, wenn ich nur männlich gegendert habe, war die Antwort manchmal trotzdem, dass Frauen genannt wurden. Bei Männern gab es einen einzigen Mann, der, wenn ich männlich gegendert habe, eine Frau genannt hat. Wenn ich gegendert habe, haben sie durchaus gesagt, dass sie Frauen lesen, dass sie interessant sind und Lieblingsbücher sind. Und dann habe ich gedacht, Sprache, interesting. Also ja, der Kanon ist da und das Genanntwerden muss man sich erarbeiten und erkämpfen. Wir haben zwei Rekords. Es gibt, also was man vielleicht als Beispiel nehmen kann, das haben glaube ich wir gemeinsam in einem Facebook-Thread haben wir da glaube ich Spaß gehabt miteinander. Es gibt, also was man vielleicht als Beispiel nehmen kann, das haben, glaube ich, wir gemeinsam in einem Facebook-Thread, haben wir da, glaube ich, Spaß gehabt miteinander. Es gibt einen hessener Stadtschreiber oder einen Regionsschreiber, der jetzt ausgeschrieben wird, für Mai drei Monate, 1300 Euro im Monat, da kann man dann hingehen und es wird erwartet, dass man nur über Hessen schreibt und dass man in Hessen Lesungen macht und mit hessener Pensionisten schreibt und in hessener Kindergärten bla bla bla. De facto ist das etwas, was man innerhalb von drei Monaten müsste man jetzt oder innerhalb von zwei Monaten müsste man alles liegen und stehen lassen und als einsamer Schreibwolf von einer Residenz zur anderen ziehen und dort Geld verdienen. Und das ist in den Köpfen von den Geldgebern drinnen, dass man eben wie ein einsames Tier herumstreunt und dann zu seinen Ressourcen kommt. Und so ist es aber nicht. Man muss sich nämlich das Schreiben leisten können und man muss es im Alltag unterbringen. Es ist kein Beruf, wo man verlässliches Geld verdient. Es ist etwas, was steil bei Gaufel gehen kann. Das sind schon so Dinge, die sehr unverlässlich sind. Und was noch dazu kommt, ist, dass es sich eigentlich, man glaubt, es lässt sich recht gut mit Familie vereinbaren, aber wenn dann Lespreisen kommen, lässt es sich sehr schlecht mit Familie vereinbaren. Das heißt, es ist ein schwieriger Job, der ungleich bezahlt ist, also der ungleichmäßig bezahlt ist und man dann eigentlich auch immer von der Gunst des Kanons abhängig ist. Der Kanon, brauche ich nicht viel dazu sagen, oder die Literaturkritik, sind so zwei Drittel ältere weiße Männer. Tut mir leid, ich bin eh leid für die Männer, die da sitzen. Die haben es nicht lustig heute, glaube ich. Aber das ist das, was dann passiert. Also man ist dann von dieser Kunst auch noch abhängig. Das heißt, es steht die Sterne eigentlich nicht gut für Autorinnen. Und wenn du nicht nebenbei einen Job hast, kannst du das meistens nicht leisten. Und wenn du nebenbei einen Job hast und wenn du dann Kinder hast, ist wieder die Zeit zum Schreiben nicht und so weiter und so fort. Gerade Mütter, Mütter ist ganz besonders arg, aber gerade für Frauen ist es wirklich nicht leicht. Und was noch dazu kommt, ist, dass die Verlage sehr gerne junge, attraktive Frauen haben. Also die können gar nicht schön genug sein. Also das sieht man eh. Das kommt auch noch dazu. Wohingegen Männer schon ein bisschen, haben es meiner Meinung nach ein bisschen leichter, weil sich der Markt mehr eröffnet für sie. Du hast es ja angesprochen. Also es lesen Männer, hauptsächlich Männer, aber es lesen viel mehr Frauen als Männer Fiction. Also da hätten wir es auf der anderen Seite leichter. Aber es ist mit der Sichtbarkeit auch nicht so einfach. Was soll ich dem hinzufügen? Soll ich was hinzufügen? Soll ich was hinzufügen? Nein. Nächste Frage, bitte. Wenn ihr an eure Anfänge zurückdenkt, wo ihr euch entschieden habt, Autorinnen zu werden, habt, Autorinnen zu werden. Welchen Support würdet ihr euch aus heutiger Sicht für damals wünschen? Oder was brauchen junge Autorinnen heute, damit sie gut ihr Ding machen können? Ja, das ist eigentlich doch wieder Brücke zur vorigen Frage. Ich habe zwar immer schon geschrieben, aber dann zu Schreiben begonnen, zu veröffentlichen begonnen 2013, 2014. Da habe ich die Ausbildung beim BÖS gemacht, beim Berufsverband der österreichischen Schreibpädagogen und Schreibpädagoginnen. Und da gibt es eben so eine Lehrgangsgruppe, also Gertrott kennt die Ausbildung auch, die jedes Jahr startet und ich habe dort die Ausbildung gemacht und zu schreiben begonnen. Das ist eine super Ausbildung, eine super unterschiedliche Dozenten, Dozentinnen unterrichten, geben unterschiedliche Impulse, geben Feedback. einen bis maximal zwei Männer, der Rest sind Frauen. Und im Verhältnis zu den Kolleginnen, die dann publizieren, da passiert irgendetwas. Also Frauen sind in diesen Gruppen, suchen die Gemeinschaft, suchen das Feedback und brauchen irgendwie, weil du fragst, was hätte dir gebraucht? Ich habe es auch gebraucht, ich habe es auch gefunden. Einen Ort, wo ich eben mich ausprobieren kann, wo ich irgendwie auch in einem sicheren Umfeld was vorlesen kann. Weil in der Literaturbetrieb, wenn man jetzt ohne, also wenn man so einfach publiziert und Feedback bekommt, also von Rezensenten Feedback bekommt, kann es auch sehr hart sein. Und da kann ich vielleicht an die Doris weitergeben, weil du ja auch Gruppen leitest zum Beispiel. Aber es geht ja um die Frage nach deinem Schreiben. Gruppenleiters zum Beispiel. Aber es geht ja um die Frage nach deinem Schreiben. Genau, ich habe tatsächlich keine Gruppe gesucht, um mir Feedback zu holen. Ich habe das auf der Bühne ausgetragen und was ich gerne gewusst hätte vorher, aber das kriegt man dann eh mit, dass es echt okay ist, Fehler zu machen und dass Perfektionismus der Feind ist und dass der Unterschied zwischen einer sehr guten Idee und einer sehr depperten Idee eigentlich nicht existiert, weil es das Gleiche ist, das in der Mitte ist schwierig. Und meiner Meinung nach. Und was geholfen hätte, und das versuche ich auch wirklich jetzt in Interviews oder eben in Workshops, wenn ich sie leite oder mit Freundinnen oder wenn man so redet halt, der Begriff vom Genie geht mir sowas auf die Nerven. Also die Idee, dass man Talent haben muss und da musst eins am Dorn sitzen und dann einmal eigenen Suppe kochen und Hauptsache du hast Glitten und dann wird's schon werden, das ist Bullshit. Das ist ein bisschen so wie dieses Rap-Ding so vom Tellerwäscher zum Millionär und du musst nur hustlen und dann bist du irgendwann oben. Stimmt einfach nicht. Und es ist ähnlich wie das Happy End in der Liebe. Es ist eine gute Erzählung. Sie ist wahnsinnig einfach zu schreiben. Sie ist wahnsinnig. Wir lesen sie so gern, wir hören sie so gern und sie ist gelogen. Und weil, Schreiben braucht ein Netzwerk, es braucht ein Umfeld, wir brauchen Feedback und es darf schief gehen. Die guten Auftritte kommen, nachdem die schlimmen Auftritte da waren. Und ohne die ganz schlimmen Auftritte kommen die ganz guten auch nicht. die ganz schlimmen Auftritte kommen, die ganz guten auch nicht. Aber das Gute ist, ich habe deswegen lang gebraucht für gewisse Sachen, aber das ist egal, weil es ist kein Wettrennen. Also wir haben Zeit. Also bis wir dann alt sind und ein Sieg machen möchten. Weil die Frage nach den jungen Autorinnen ist eh spannend, aber die Frage nach den alten Autorinnen, die würde ich eigentlich gerne in die Gruppe schmeißen. Das hätte ich jetzt gerne gesagt. Die meisten Förderprogramme richten sich an Menschen unter 35, 40. Und dann wird es schon dünn. Also es gibt ungefähr die Hälfte der Förderprogramme oder Wettbewerbe richten sich an Menschen unter 40 Jahre. Und das ist eigentlich eine total orge Altersdiskriminierung, weil gerade wenn du anfängst zu schreiben, also ich kenne ganz viele Frauen, die erst mit 30, Mitte 30 und auch Männer angefangen haben zu schreiben. Also das ist total widersinnig, dass du sagst, du musst jemanden früh fördern, weil die meisten Menschen schreiben nicht ihr ganzes Leben lang. Also das ist, so wie ich das verstanden habe, hat man nach 20 Jahren ungefähr ausgeschrieben. Das ist bei sehr vielen Schriftsteller und Schriftstellerinnen-Biografien so, dass du nicht dein ganzes Leben lang super produktiv sein kannst. Und was ich schon glaube, ist, dass Frauen immer schreiben und immer geschrieben haben, so wie du sagst, wahrscheinlich mehr als Männer, und dass ganz viel nicht publiziert worden ist und wird. Also ich hätte gebraucht, also ich habe gebraucht diese Wettbewerbssituationen, weil ich mir gedacht habe, also ich habe mir schon ein bisschen gedacht, ich kann es ein bisschen, aber natürlich brauchst du diesen Rückhalt, dass dir jemand das sagt, das ist gut oder das ist jetzt nicht peinlich oder das ist grauenvoll. Und das ist ganz selten, weil du hast zu wenig Leute, die objektiv sind um dich herum. Also ich hätte früher schon ein aufrichtiges, objektives Feedback gehabt und nicht meinen Eltern gesagt, das ist so super. Oder meinen Mann, der gesagt hat, ja, das ist gut geschrieben, sondern wirklich ein objektives Feedback gehabt und nicht meinen Eltern, die gesagt haben, boah, das ist so super. Oder meinen Mann, der gesagt hat, ja, das ist gut geschrieben, sondern wirklich ein objektives Feedback. Und das hast du eh schon gesagt, das sind diese Schreibgruppen total wichtig, weil sie dich irgendwie einnorden in deinem Selbstverständnis als Schreibende. Also das kann man gar nicht früh genug haben, finde ich. Außer man ist ein Genie. Und kriegt es mit der Muttermilch oder mit der Vatermilch. Wie sieht es denn im Publikum aus? Gibt es wo eine Frage, die auf den Lippen brennt? Wow. Ist okay, muss nicht. Wenn ihr ein Buch schreiben müsstet, so eine Auftragsarbeit. Ich höre sie hier oben schwer atmen. Wo ihr schreiben müsstet, was sich tun muss, damit es den Frauen und Mädchen in Österreich vielleicht leichter geht, als es ihnen gerade geht in mehrfacher Hinsicht. Vielleicht leichter geht, als es Ihnen gerade geht in mehrfacher Hinsicht. Wie wird das ungefähr? Ich finde, wir haben das Buch eigentlich wiederholt geschrieben und es liegt am Büchertisch zu kaufen, in unterschiedlichen farbigen Covers. Aber nein, was ich wichtig finde, und da kommen, glaube ich, feministische Probleme her, wir sind, menschliche Gehirne sind, nicht gut darin, Fortschritt wahrzunehmen. Und es ist wahnsinnig anstrengend, Fortschritt erzählen zu müssen. Man will ja nicht sagen, was die früher war, ist so schlimm und jetzt müssen wir hin und her. Aber es ist total wichtig. Deswegen habe ich das mit dem Kapitel ja auch gemacht. Also mich haut es ja um, dass diese Familienrechtsänderung, die zumindest gesetzlich ja wirklich viel weitergekriegt hat im Land und die wir natürlich in die Struktur und in die Gruppen und in die Selbstverständlichkeit reinkriegen müssen. Aber das ist wirklich, also ich bin so alt wie Fred, das ist mein Geburtsjahr. Ich meine, das ist ja nicht lang, obwohl ich älter werde, aber das ist ja wirklich nicht lang. Und dann zu sagen, oder auch, ich habe mal mit einer jungen Slammerin geredet, die hat gesagt, ich habe ja erzählt, also ich oute mich hier hemmungslos, ich bin eine glühende Atheistin und ich habe Jahre meines Lebens investiert, die Religion meiner Eltern aus meinem Körper rauszukriegen, dieses automatische Schuldgefühl rauszukriegen und ich freue mich für meine Eltern, für meine Eltern ist Glauben was Positives, für meinen Bruder und seine Familie ist Glauben was Positives, mein Bruder und seine Familie glauben etwas Positives. Ich finde das schön, wir streiten da auch nicht, aber ich habe es loswerden müssen und das war Arbeit. Und ich bin nicht gefragt worden, ob ich diese Arbeit machen möchte. Und ich habe das mal erzählt einer jungen Frau und habe ihm gesagt, einer der Gründe, warum ich aus der Kirche ausgetreten bin, weil ich so beleidigt war, weil ich nicht ministrieren habe dürfen. Dann sagte ich, warum denn nicht? Im Sinne von, du hast nur angestört. Ich habe gesagt, ich bin ein Mädchen gewesen, wir haben nicht ministrieren dürfen. Und sie war so, ich schon. Und ich war so, ich weiß eh, dass man sie jetzt... Aber eben, dieses Gespräch, ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass man das erzählen muss, dass es verboten war, für Mädchen zu ministrieren, weil wir Mädchen waren und sündig und unwürdig. Entschuldigung, ich habe Feedback. Und das ist aber mühsam, weil Feministinnen, wir sind sehr häufig sehr müde in einem gewissen Alter, weil wir sehr hart kämpfen müssen und dann muss man die Arbeit auch noch machen. Aber sie ist nötig. Finde ich. Ein Buch, das ich vielleicht schreiben würde, wäre ein Schulbuch für Schülerinnen. Weil ich glaube, dass wir in den Schulen die falschen Sachen unterrichten. Also ich sage immer, wir unterrichten, wie man eine Fläche unter einer Kurve ausrechnet. Das haben wir alle wahnsinnig oft gebraucht in unserem Leben. Und was ich aber gebraucht hätte oder was viele Frauen, glaube ich, gebraucht hätten, wäre so eine Art Führerschein fürs Leben. So wie wir einen Fahrradführerschein machen oder einen Autoführerschein und dann lernen wir über die Gefahren und über den Nutzen und über das Auto und über das Radl und über die bösen Lastwegen und wie man abbiegt und wie man Entscheidungen trifft und was das für Konsequenzen hat. Und was das Leben betrifft, haben wir das überhaupt nicht. Da kriegen wir genau unsere Eltern vorgesetzt und eine Gesellschaft in Hollywoodfilme und Walt Disney und die erklären uns, wie man Mann und Frau ist und wie Familie funktioniert. Und das halte ich für einen ganz großen Fehler, das nicht zu hinterfragen und das auch nicht der Bildung zu überantworten, dass man sagt, pass auf, der Schüssel hat 2002 eine Pensionsreform gemacht und wenn du zehn Jahre daheim bleibst, kannst du nicht alleine überleben, du wirst altes Armut haben. Und das hätte ich ganz gerne in einem Mathematikbeispiel gerechnet. Kann man doll Prozent rechnen, da kann man dann weiß ich nicht, eine Funktion vielleicht machen oder sowas zum Beispiel. Oder auch diese Geschichtserzählung, also das würde ich auch in mein Mädchenschulbuch reinschreiben, das Patriarchat ist nicht älter als 5000 Jahre, bitte. Das Patriarchat ist kein fucking Naturgesetz. Es ist nicht Schwerkraft. Es ist eine Tyrannei, eine 5000 Jahre alte, die von allen Seiten manifestiert ist, von der wirtschaftlichen, von der gesellschaftspolitischen, von der religiösen, aber es ist kein Naturgesetz. Es gibt Materiarchate auf der Welt, Achtung Werbeeinschaltung, es gibt eine andere Theorie, es gibt ein anderes Zusammenleben. Wir leben nicht im Anthropozän, wir leben im Phallozän. Also für mich sind das ein paar so Dinge, die ich gerne hätte, dass über das einmal nachgedacht, laut nachgedacht werden darf und gesprochen und am liebsten in einem Schulbuch. Und eben wirklich, dass du auch sagst, du musst damit rechnen, dass du an einem Herzinfarkt stirbst, weil einfach die, weil du wahrscheinlich nicht richtig diagnostiziert wirst. Also das sind alles Dinge, die kommen so böse, im Leben so Ungeheuerlichkeiten, die sich so anhäufen. Das sind Fakten. Und nur, weil es 51 Prozent der Bevölkerung betrifft, der Welt, wird nicht darüber gesprochen. Es wird mir immer unbegreiflicher, wie unser Narrativ funktioniert. Also da tue ich mir wirklich sehr, sehr schwer. Und dann kann aber jeder das Glaubensbekenntnis aufsagen. Das kann man auswendig. Also für mich ist das, ich habe zwei Söhne, die gehen in die Schule und ich habe das Gefühl, es hat sich überhaupt nichts verändert in den letzten, wie alt bin ich? 52. Also in den letzten 45 Jahren. Und das ist schon sehr traurig, dass sich da niemand dieser Modernisierung annimmt. Und da möchte ich jetzt überhaupt nicht die Lehre in die Pflicht nehmen, Es ist schon sehr traurig, dass sich da niemand dieser Modernisierung annimmt. Und da möchte ich jetzt überhaupt nicht die Lehre in die Pflicht nehmen, sondern geht es grundsätzlich um einen Paradigmenwechsel, den man haben wollen muss. Und die regierenden Parteien wollen diesen Paradigmenwechsel nicht. Das ist dann immer dem Engagement von einzelnen Lehrern und Lehrerinnen geschuldet. Die können nicht die ganze Arbeit machen. Also, ist auch nicht zumutbar. Amen. Schöne Schlussworte, finde ich. Es schließt sich ein bisschen der Kreis bei dieser ältere Dame da am Anfang. Die hat irgendwas gesagt davon, dass da heuer so ein Wahljahr ist oder so. Und das wäre vielleicht auch eine ganz gute Möglichkeit, da Zeichen zu setzen oder eine Richtung zu wechseln oder vorzugeben. Mal schauen, drücken wir uns die Daumen. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich hier waren und bitte Sie, stürmen Sie den Büchertisch, nutzen Sie die Anwesenheit der Autorinnen, holen Sie sich Autogramme, was zu trinken, was zu essen und haben Sie noch einen wunderschönen Abend an diesem Weltfrauentag 2024. Dankeschön und alles Gute.