Frosin, das werktägliche Infomagazin von RadioFro auf 105,0. Herzlich willkommen zum Infomagazin Frosin. Marina Wetzelmeier begrüßt Sie zu einer Sendung, die auch gleichzeitig der Auftakt ist für die Frosin-Redaktion in das Wahljahr 2024. Heute starten wir mit den Arbeiterkammerwahlen, die derzeit stattfinden. Die Wahltermine hängen jeweils vom Bundesland ab. In Oberösterreich finden die Arbeiterkammerwahlen vom 5. bis 18. März statt. Vielleicht haben auch Sie bereits die Wahlunterlagen nach Hause geschickt bekommen. teilnehmen können die Arbeitnehmerinnen, nämlich per Briefwahl, aber auch in den Wahllokalen der Arbeiterkammer oder in den Betrieben selbst. Warum aber soll ich meine Stimme bei der Arbeiterkammerwahl abgeben? Was macht die AK und was passiert in ihren Gremien? Welchen politischen Einfluss haben die Interessensvertretungen in Österreich? Fragen, die ich heute meinen Gästen hier im Studio stelle. Und ich begrüße dazu Carmen Valenta Bergmann. Herzlich willkommen. Willkommen. Und Hansjörg Seckauer, auch an Sie herzlich willkommen. Hallo. Sie sind beide vom Institut für Politikwissenschaft und Sozialpolitik an der JKU Linz. Ja, die Arbeiterkammer ist ein Teil der Sozialpartnerschaft in Österreich. Das ist eine Besonderheit, was man auch so mitbekommt im internationalen Vergleich. Zur Sozialpartnerschaft gehören eben auch die Gewerkschaften, die Wirtschaftskammer, die Landwirtschaftskammer und die Landarbeiterkammer. Und auf der Webseite der Arbeiterkammer liest man sogar, dass andere Länder Österreich darum beneiden, um diese Sozialpartnerschaft. Vielleicht könnte man zu Beginn kurz generell darüber sprechen, warum es das denn in Österreich gibt. Also was sind da die Hintergründe für die Entstehung der Arbeiterkammer in Österreich? Ja, ich glaube, es gibt da zwei entscheidende Momente. Also das Erste, wo immer die Arbeiterkammer gibt, ist seit 1920. 1920, das war kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Und da hat es einmal eine Phase gegeben, da hat es einmal kurzfristig, hat man nicht genau gewusst, in welche Richtung das gehen wird. In Russland hat es die Revolution gegeben, der Bolschewik, und auch in den Nachbarländern, in Ungarn, in Bayern hat es sozusagen anarchistische Aufstände gegeben und meine Interpretation ist, um diese Gefahr zu vermeiden, hat man irgendwie auch dieser Arbeitnehmerseite relativ, hat man einiges zulassen von Seiten sozusagen der bürgerlichen, der konservativen Parteien. Es ist zum Beispiel, da ist einiges an Sozialgesetzen entstanden. Und eben auch die Arbeiterkammern sind ins Leben gerufen worden, quasi als Gegenpol zur Wirtschaftskammer, die es bereits 1848, also geraume Zeit früher, schon gegeben hat. Das ist die erste, wo einmal diese Institution geschaffen wurde, wobei in der Ersten Republik hat die Sozialpartnerschaft in dem Sinn so nicht funktioniert. Das wissen wahrscheinlich eh die meisten, es wurden die politischen Lager sehr polarisiert, bis hin zum Bürgerkrieg oder ähnlichen Zuständen. Erst dann, es hat einen neuen Anlauf gegeben zu Beginn der Zweiten Republik, also nach dem Zweiten Weltkrieg, wo, und gesagt, das will man nicht mehr, man will zusammenarbeiten in Zukunft. Und das war das eine. Und es gibt so eine Art Mythos, wie weit das stimmt, kann ich schwer beurteilen, das Nachgeborene, diesen Geist der Lagerstraße, dass man gesagt hat, in den KZs und irgendwie auch die politischen Gegner teilweise in einer Zelle gesessen und so weiter, und haben auch irgendwie beschlossen, also falls da die Republik wieder aufgebaut wird, dass man sich nicht mehr in diesen Gegensätzen da irgendwie verzettelt und da eher schaut, konstruktiv zu wirken. Und das war so diese Entstehungsgeschichte der Sozialpartnerschaft, die glaube ich wirklich nur zu verstehen ist vor dem Hintergrund dieser Zerwürfnisse in der Ersten Republik. Und dass da so ein konsensuelles Klima damals geherrscht hatte, auch gleichzeitig mit der Großen Koalition, die es da die ersten 25 Jahre gegeben hat in der Ersten Republik. Also auch Besatzungszeit, also wie gesagt, das war generell der Geist, wir halten zusammen. Und die erste, wenn ich noch kurz ausholen darf, Belastungsprobe dieser Sozialpartnerschaft, war 1950, da sind mehrere Lohnpreisabkommen geschlossen worden, wo den ArbeitnehmerInnen ein ziemlicher Lohnverzicht auferlegt wurde, und dann hat es Streiks gegeben, also bis sind zu einem versuchten Generalstreik, der eben von den Kommunisten sozusagen initiiert wurde und mit dem Argument, dass dieser Verzicht unverhältnismäßig sei. Und da waren eben die sozialdemokratischen Gewerkschaften und die Arbeitserkammer haben das aber vertreten, dass da weiterhin der Konsens gewahrt wird und sich gegen diesen Streik ausgesprochen, der dann teilweise als kommunistischer Putzversuch interpretiert worden war. Ich weiß ja auch nicht genau, wie das dann stimmt. Wie ist das aber jetzt in anderen Ländern? Also Sie haben jetzt den österreichischen Kontext geschildert, aber auch in Deutschland ist das ja nicht so wie in Österreich, hat sich das ja auch anders entwickelt. Also was ist diese österreichische Besonderheit? Naja, die österreichische Besonderheit ist, dass die Sozialpartnerschaft ja sehr lange Zeit etwas war, was nicht irgendwo gesetzlich verankert war. Also das ist ja im Grunde etwas, was so auf Vertrauen, Freiwilligkeit der Partner, die da involviert waren, beruht hat. Also eben den Arbeitnehmern, den Arbeitgebern und der Regierung. Und erst sehr spät, also im Jahr 2008 gab es dann auch im Bundesverfassungsgesetz ebenso die Bezugnahme auf die Sozialpartnerschaft und dass das etwas ist, was es in Österreich gibt und was auch vielleicht sinnvoll und notwendig ist. Und ich finde dazu, also da möchte ich jetzt kurz ein Zitat nennen, das ich in dem Kontext immer ganz gut finde. Und zwar ist das von Emmerich Talosch, einem, der sich ja sehr viel mit diesem Thema beschäftigt hat. Und der meinte immer, Ausländer und Ausländerinnen und Ausländer kann man Sozialpartnerschaft nicht erklären. Österreichern und Österreicherinnen muss man die Sozialpartnerschaft nicht erklären, weil für uns, die wir hier leben, ist es eigentlich in den meisten Fällen klar, dass es das gibt und dass es Teil der politischen Landschaft ist und auch die politische Gestaltungen mit beeinflusst. Aber es ist eben etwas Spezielles, was es so in dieser Art und in dieser Form eigentlich in anderen Ländern nicht gibt. Ich glaube der Unterschied zu Deutschland, also ich glaube, dass auch in Deutschland relativ konsensuelle Politik betrieben wurde, seitens der ArbeitnehmerInnenvertretung und der Gewerkschaften zuletzt nicht mehr. Das ist etwas ein bisschen Untypischer für Deutschland, es war lange Zeit sozialer Frieden. Aber der Unterschied ist, dass Österreich manchmal als Kammerstaat bezeichnet wird. Es gibt diese berufsständischen Interessensvereinigungen, es gibt nicht nur die Arbeiter- und Wirtschaftskammer, es gibt auch die Ärztekammer, die Rechtsanwaltskammer etc., Apothekerkammer. Also wie gesagt, es gibt. Und insofern ist diese öffentlichen Organisationen, auch mit Pflichtmitgliedschaft, das ist ein bisschen ein österreichisches Spezifikum. Das gibt es in Deutschland meines Wissens nur in zwei Bundesländern, in Saarland und in Bremen und dort sind sie nicht Arbeiter, sondern Arbeitskammer. Zumindest war das mein Stand der Information. Aber wie gesagt, das ist vielleicht der Unterschied, ich glaube nicht, dass diese Konsensorientierung gibt es in anderen Ländern auch, nicht in allen, man weiß Frankreich zum Beispiel, da ist immer Italien, da ist immer sehr viel gestreckt worden, da haben die Gewerkschaften einen anderen, konfrontativeren Kurs erfahren, das ist das eine und das zweite, was vielleicht auch für die Sozialpartnerschaft charakteristisch ist, in Österreich wie in Deutschland, ist eigentlich, dass es bei uns eine Einheitsgewerkschaft gibt, eine Richtungsgewerkschaft. Wie zum Beispiel in Frankreich, ich glaube auch in Italien, da hat jede Partei ihre eigene Gewerkschaft, die stehen miteinander in Konkurrenz. Das ist aber für den sozialen Frieden jetzt nicht so ideal, weil natürlich die konsensualere Gewerkschaft ist gründen. Die haben wir vor dem Zweiten Weltkrieg auch nicht gehabt. Sie haben es eh genannt, als ein besonderes Merkmal in Österreich wird auch genannt, dass im Vergleich zu anderen Staaten sehr wenig gestreikt wird. Also im europäischen Vergleich gehört Österreich zu den Staaten, wo am wenigsten eigentlich auch gestreikt wird. Und das wird auch zurückgeführt eben auf das System der Sozialpartnerschaft, das politische System allgemein. Und ja, dass man Konflikte vielleicht eher am Verhandlungstisch löst und weniger über Druck von der Straße sozusagen. Würden Sie das auch so sehen? von der Straße sozusagen. Würden Sie das auch so sehen? Genau, ja. Also ich denke, darüber besteht bei den meisten Einigkeit, dass das ein wichtiger Faktor dafür ist, dass man eben die Probleme versucht, vorher zu lösen und nicht erst, wenn sie dann mit Druck von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von außen gelöst werden können und dadurch versucht man eben wirklich die Probleme zu lösen, bevor es wirklich kritisch wird und bevor es Streit und Streik vor allem gibt. Ich habe jetzt die genauen Zahlen leider nicht im Kopf, aber es gibt ja so diese Messungen Streiktage pro Jahr, pro Land, wie viel ist das ungefähr im Schnitt und da ist es immer noch so, dass es in Österreich sehr, sehr wenig Streiktage gibt. Also in Österreich wird das eher in Streiksekunden gemessen. Und mir ist ein Zitat eingefallen von Bruno Greifke, der das, glaube ich, sehr treffend zusammenfasst, in dem er gesagt hat, Sozialpartnerschaft ist sublimierter Klassenkampf am grünen Tisch. Ich glaube, das sagt alles aus, also statt auf die Straße zu gehen, zu demonstrieren oder umgekehrt, Arbeitgeberseite kann man dann mit Aussperrungen und so weiter antworten, da hat man sich eben entschlossen, sich zusammenzusetzen, wenn es sein muss, wiederholen und sehr lange Nächte durch zu verhandeln und mit den entsprechenden Resultaten. Anlass für das Gespräch ist eben die Arbeiterkammerwahl und die findet alle fünf Jahre statt, eben zuletzt 2019. Und es wird die Vollversammlung gewählt, also das AK-Parlament, wie man auch immer wieder liest. Es stehen dazu Fraktionen zur Wahl, die politischen Parteien nahestehen. Und da hat sich bei uns auch in der Redaktion so die Frage ergeben, warum ist es relevant, dass diese Fraktionen großteils auch eben aus politischen Parteien hervorgegangen sind oder dazu, dass sie einfach in Verbindung stehen mit politischen Parteien. Es ist zumindest bei den Großen so. Also inwieweit ist das denn relevant, wenn es doch um ArbeiterInnenrechte geht? Ja, als erstes einmal ist noch so dieser Begriff Arbeiterkammer Parlament natürlich im strengen Sinn nicht korre, dass in der Arbeiterkammer doch sehr viele Richtungsentscheidungen getroffen werden müssen. Also zum Beispiel die Entscheidung, wofür setzt sich die Arbeiterkammer ein, worin investiert die Arbeiterkammer ihre vorhandenen finanziellen Ressourcen, ihre Personalressourcen? Welche Leistungen will man in Zukunft anbieten? In welchem Bereich setzt man den Fokus? Und das sind alles Entscheidungen, die man treffen muss. Und um diese Entscheidungen zu treffen, braucht man irgendeine politische oder, wenn man so will, ideologische Ausrichtung, mit der man entscheiden kann, wo geht man hin, wofür setzt man sich ein. Und ich glaube, dafür sind diese Fraktionen doch entscheidend. Wenn es zum Beispiel, wenn man jetzt ganz praktisch wird, darum geht, setzt man sich eher dafür ein, dass man eine sechste Urlaubswoche ganz allgemein will? Oder setzt man sich eher dafür ein, kürzere Wochenarbeitszeiten zu bekommen? Oder liegt der Fokus vielleicht ganz woanders und geht es darum, hauptsächlich mehr Gehalt zu fordern oder zu verlangen? Und das sind so Fragen, die man schon klären muss, indem man sich in irgendeiner Art und Weise auch dazu positioniert. Und ich glaube, da sind Parteien immer noch eine gute Möglichkeit, das zu machen. Ja, und also in Österreich ist eine Parteiendemokratie, das haben wir auch in anderen Bereichen. Und da gibt es ja sowas wie Unterstützung, auch logistisch oder etc. Also wie gesagt, organisatorisch wäre irgendwie, sage ich mal, ein bisschen seltsam, wenn es dann einen Bereich gäbe, wo das so nicht der Fall wäre, wenn es dann Wahlen auch gibt. Also ich sage, das ist ein Bereich, wo nicht gewählt wird oder so, aber das ist hier der Fall, dass es dann keine Parteien geben soll. Es gibt ja auch Parteifreilisten, gibt es ja auch. Hier zumindest eine. Die haben wir nämlich dann auch fürs Frosin interviewt. Es wird auch im Rahmen des Frosins Interviews geben mit Vertreterinnen der Fraktionen. Ich kann mir auch vorstellen, dass es dann einfach auch für die Wählerinnen und Wähler als Orientierung gut ist, wenn man mehr weiß, wofür stehen denn dann die Fraktionen, die Gruppierungen, die dann auf den Wahlzetteln dann stehen, dass man das auch einordnen kann. Genau, und das ist ja im Allgemeinen auch jetzt bei der Arbeiterkammerwahl, wenn man sich so umhört, bei der Arbeiterkammerwahl, wenn man sich so umhört, eher schwieriger die Fraktionen jetzt so wirklich einzuordnen und einzuschätzen, wer ist jetzt die richtige Fraktion, der ich meine Stimme geben sollte, weil man einfach weniger Informationen hat und die Informationen auch schwerer zugänglich sind und man schon ein bisschen recherchieren muss, damit man eigentlich weiß, wen man unterstützen soll. Und dann ist es schon hilfreich, wenn man zumindest eben diese parteipolitischen Anhaltspunkte hat für die eigene Wahl. Und Sie haben ja recht, Sie haben ja gesagt, für Arbeitnehmerinteressen treten ja alle ein. Also wie gesagt, insofern, aber ich habe mir das auch ein bisschen angeschaut, ein paar Unterschiede gibt es schon. Aber ich habe mir das auch ein bisschen angeschaut, ein paar Unterschiede gibt es schon. Zum Beispiel, dass eben die grünen Gewerkschafter, wie gesagt, ich weiß nicht, so Gleichstellung von Mann und Frau, also solche Sachen, Diversität, aber auch Umwelteinliegen mehr am Fokus haben. Bei anderen geht es eher so rein, um sozusagen die Anzeigen mehr brutto vom Netto und sehen, was dahinter steht, das sind die Freiheitlichen, weniger den Arbeitgeber oder Arbeitgeberin als gegen Pol, sondern eher gegen den Staat oder wie haben die geschrieben, gegen den schwarz-grünen Belastungsstaat. Also das sind schon die ÖVP-Nahen, denen ist auch wichtig, die Familie da mit einzubeziehen. Also man erkennt schon bei näherem Hinsehen, die Frage, wie weit das dann auch gemacht wird von den Leuten, aber da erkennt man schon Unterschiede. Sehen Sie sonst irgendwelche Merkmale, Richtungen bei den Wahlkämpfen? Vom Wahlkampf bekommt man jetzt auch noch nicht so viel mit. Es gibt Wahlplakate, die Straßenwahlkämpfe wird es erst dann geben im Laufe der Wahlperiode. Was bekommen Sie denn so mit? Ja, also ich habe jetzt mitbekommen, dass es gar nicht allzu viele Wahlplakate gibt, zumindest in den Gegenden, die ich durchstreife. Ich habe mir gedacht, zum Beispiel, ich glaube die zwei sind das FCG und die Christgewerkschaft, da habe ich überhaupt kein Wahlplakat gesehen. Die Sozialdemokratie ist sehr stark fokussiert auf den Herrn Stangl, der jetzt der neue AK-Präsident ist, der sich noch keiner Wahl stellen musste, sondern eigentlich mal den Herrn Kalle auch beerbt hat, weil der in Pension gegangen ist. Da hat man gedacht, die werden das wahrscheinlich machen, um den irgendwie zu präsentieren, auch als neuen Präsidenten. Bei der FPÖ ist mir aufgefallen, die sehr stark Plakate haben, wo es Arbeiter, männliche, als Sujet verwenden, wo ich mir gedacht habe, die wollen irgendwie so ihre Rolle jetzt als Arbeiterpartei demonstrieren oder festigen. Es sind ja Angestellte genauso zur Wahl aufgerufen, die kommen da nicht vor. Und wenn man es historisch wieder sieht, kann man sich erinnern an Herrn Haider, der wollte die Pflichtmitgliedschaft, also Zwangsmitgliedschaft genannt, abschaffen und überhaupt die Arbeiterklammer möglichst klein halten. Und interessanterweise, die NEOS stellen ja gar niemanden auf. Als wirtschaftsliberale Partei bis du an gewissem Grad nachvollziehbar. Trotzdem hast du mich ein bisschen gewundert. Und natürlich, es gibt da auch immer bei Arbeitnehmerseite, das sind wahrscheinlich auch die Kommunisten, wo man sagt, das sind zumindest lokal, generell wieder im Kommen, in Salzburg und in Graz, dass die dann auch präsent sind, auch mittels Plakate und als Kollektiv auftreten. Da habe ich mir gedacht, das ist vielleicht auch kein Zufall, dass die sich so präsentieren. Und das kenne ich schon von den ÖH-Wahlen, ich weiß nicht, wie ich noch studiert habe, 30 oder 40 Jahre, da haben sie schon gesagt, sie sind die konsequenteste Vertretung und genau diesen Slogan habe ich jetzt da wiedergefunden. Genau und von den Grünen gibt es dann noch so klassische Forderungen wie die sechste Arbeitswoche und so schon lange präsente Forderungen. Ja, es gibt eine interessante Forderung von den Grünen, die mir aufgefallen ist, so diese automatische Lohnanpassung. Das müsste man sich irgendwo einmal jetzt gehabt haben, wo das durchaus konfrontativ abgelaufen ist. Und das würde dann durch, würde das umgesetzt werden, eigentlich obsolet. Dann wäre das, wie man es jetzt auch bei manchen Sozialleistungen nicht bei allen eingeführt hat, so eine automatische Anpassung an die Inflation. Aber auch halt nicht darüber. Muss man auch sagen, geht ja in zwei Richtungen. Nicht darunter, aber nicht darüber, muss man auch sagen, geht ja in zwei Richtungen, nicht darunter, aber auch nicht darüber. Und die alte Penia-Formel war ja immer, also Penia, ehemaliger ÖGB-Präsident, hat immer gesagt, Inflationsabgeltung ist das Minimum und darüber auch die Hälfte vom Produktionsfortschritt. Wobei er die Industrie natürlich im Sinn gehabt hat, weil in anderen Branchen, wie Pf nicht, wie Pflege gibt es ja keinen Produktivitätszuwachs oder nicht in dem Ausmaß. Das ist irgendwie relevant. Weil Sie die Pflichtmitgliedschaft auch erwähnt haben, ebenfalls auf der Webseite der Arbeiterkammer steht dann eben, warum eine verpflichtende Mitgliedschaft und deren Antwort ist, ohne diesen gesetzlichen Beitrag gäbe es gar keine Arbeiterkammer. Wie sehen denn Sie das? Was würde sein, wenn es keine Pflichtmitgliedschaft geben würde? Ja, also das sehr wahrscheinliche Szenario ist, dass sich die Reihen dann einfach ausdünnen, also dass sehr, sehr viele dann nicht mehr bereit sind dazu, diesen Mitgliedsbeitrag zu zahlen und Mitglied zu sein und auch dann infolgedessen nicht mehr mitbestimmen können. Und ich meine, dieser Pflichtbeitrag ist ja für die einzelne Person nicht sonderlich hoch. Da handelt es sich so im Schnitt um 10 Euro im Monat. Gedeckelt ist es, glaube ich, aktuell mit circa 17 Euro. Das heißt, pro Person ist es nicht sehr viel, aber dadurch, dass es eben diese Pflichtmitgliedschaft gibt und in Oberösterreich zum Beispiel knapp 600.000 Personen da jetzt wahlberechtigt sind, auch wenn jetzt nicht alle diese wahlberechtigten Personen auch wirklich so viel einzahlen müssen. Aber da kommt einfach auch sehr viel Geld in Summe zusammen, das man dann verwenden kann, um eben die ganzen Services der Arbeiterkammer anzubieten und auch um das Personal, das die Arbeiterkammer dafür braucht, zu bezahlen. Also deswegen ist es meiner Ansicht nach schon eine richtige Vermutung, dass die Pflichtmitgliedschaft eine wichtige Säule dieses ganzen Systems ist. Das glaube ich auch. Also wie gesagt, ich denke es gäbe zwei Alternativen. Eine wäre, dass der Staat die Finanzierung übernimmt. Aber wie gesagt, die Diskussion hat es ja auch beim ORF gegeben, der auch eine eigene Gebühr einhebt, die ist von allen nur dazu. Aber wie gesagt, so hat man Finanzierungsautonomie, weil es ist ja doch interessant, die Arbeiterkammer ist ja fast eine parastatliche Organisation, zumindest übernimmt sie auch staatliche Aufgaben, denken Sie an die Mitwirkung bei der Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit oder bei der Begutachtung von Gesetzen. Finanziert sich aber selbstständig aus eigenen Beiträgen, nicht aus Steuermitteln. Und wie gesagt, wenn man sich aus Steuermitteln handelt, kann man es natürlich auch finanzieren. Aber dann ist man vom Guttrücken der jeweiligen Regierenden abhängig. Die können dann den Betrag reduzieren oder hinaufsetzen, wie auch immer, aber die Gefahr ist eher, dass sie ihn reduzieren, weil sie sagen, der Staat hat kein Geld. Und da würde ich sagen, auf lange Sicht würde ich sagen, die Existenz der Arbeiterkammer würde so nicht mehr existieren. Kann man immer noch sagen, es gibt eh noch die Gewerkschaften, die dann die Arbeitnehmerinneninteressen vertreten, aber nicht in diesem Ausmaß und mit diesem Know-how und so weiter. Das ist viel enger, das Aufgabenfeld der Gewerkschaft. Und vor allem auch nicht in dieser Serviceorientierung, die die Arbeiterkammer ja inzwischen auch einnimmt, dass sie wirklich viel auch im Bereich Beratung zum Beispiel macht. Das ist etwas, was in der Gewerkschaft einfach weniger der Fall ist. Nur für Mitglieder. Und Arbeiterkammer und Gewerkschaften, die arbeiten ja eng zusammen, also gerade auch die Arbeiterkammer mit den Studien oder Forschung, die ihr da auch passiert, die ihr dann auch als Basis dient für die Gewerkschaft. Also ich würde die Arbeiterkammer, das ist in im Profil gestanden, muss ich gestehen, von mir als Think Tank der Gewerkschaften bezeichnen. Also die haben wirklich auch die Ressourcen und so weiter, dass sie Studien entweder durchführen lassen oder teilweise auch selber durchführen. Sie haben sehr gute Experten und Expertinnen. Und die unterstützen auch. Ich habe es ein bisschen, also ich habe mir angeschaut, im 2019 die letzten Arbeiterkammerwahlen und da war die Wahlbeteiligung in Oberösterreich relativ niedrig, würde ich mal sagen, 41 Prozent, also 228.000 Wahlberechtigte haben ungefähr ihre Stimme abgegeben und da stellt sich schon irgendwie die Frage, inwieweit ist es denn den Menschen bewusst, was die Arbeiterkammer ist, was sie macht und warum man denn da zur Wahl gehen soll, die Stimme abgeben soll. Worum geht es denn da jetzt bei den Wahlen? Was würden Sie dazu sagen? Ja, ich denke eben, dass es vielen tatsächlich nicht in dem Ausmaß bewusst ist, dass es im Alltag viel weniger sichtbar ist, dass da jetzt Wahlkampf aktuell stattfindet, als wenn es zum Beispiel um Wahlen auf Bundesebene geht. Und was man dazu sagen muss, ist, dass diese Wahlbeteiligung von 41 Prozent in Oberösterreich ja im Österreichschnitt noch über dem Durchschnitt liegt. Also im Österreichschnitt haben wir nur 38 Prozent und in einigen Bundesländern ist es eben auch noch deutlich niedriger. Ich habe jetzt da zum Beispiel 33,9 Prozent in Salzburg beispielsweise. Es gibt durchaus auch noch andere Bundesländer, wo die Wahlbeteiligung noch niedriger ist. Aber was über alle Bundesländer hinweg eigentlich sichtbar ist, ist, dass es eine graduelle Verringerung gibt an Anteil der Personen, die zur Wahl gehen. Also bei den ersten Wahlen 1949 waren es eben noch so knapp 80 Prozent und es gab eigentlich nie so einen drastischen Knick plötzlich, dass von einer Wahl zur nächsten nur mehr die halben Personen zur Wahl gegangen sind, sondern es ist wirklich so eine graduelle Abnahme, die ich auch in den Zahlen ganz interessant finde. Ein Stück weit ist es auch so parallel mit anderen Wahlen, wo man ja auch sieht, dass die Wahlbeteiligung eher abnimmt. Das kann man, glaube ich, für die allermeisten Länder und Wahlen so sagen. Aber bei der Arbeiterkammerwahl sieht man eben schon, dass diese Trendumkehr zumindest bislang noch nicht geschafft ist. Ja, man muss auch sagen, es hat früher Wahlen mit Wahlpflicht gegeben, zum Beispiel Bundespräsidentenwahlen. In Tirol haben sie das noch so lange gehabt und es waren noch mehr in den Köpfen drin. Man geht zur Wahl, wie man früher in die Kirche gegangen ist am Sonntag. geht zur Wahl, wie man früher in die Kirche gegangen ist am Sonntag. Heutzutage haben sich die Lebensläufe individualisiert und die Gesellschaft ist heterogener geworden. Und auch diese Verpflichtungen gegenüber dem Gemeinwesen sieht man wahrscheinlich heutzutage anders. Ich glaube, das ist generell ein Trend, der der Kollegin recht geben wird, aber trotzdem relativieren, nicht nur gegenüber den anderen Bundesländern, sondern auch gegenüber anderen Körperschaften. Mir ist eingefallen, bei uns die ÖH, also die Hochschülerinnenschaft an der Uni, ich glaube, die werden froh, wenn es 40% hätten, die sind irgendwie bei 25%. Ich kenne das jetzt auch nicht exakt, aber in etwa. Also wie gesagt, es ist halt auch nicht so einfach, die Leute zu erreichen. Das ist sehr leicht in Großbetrieben wie bei uns und da ohne was mit seinem klub 2500 arbeitnehmerinnen oder soja so das gibt eigene wahllokale da ist der ständer dort ist da aufgerufen zur wahl zu gehen das wird in der fels oder vergleichbaren betrieben ähnlich sein ja ein kleinbetrieb hat das schon ganz anders aus der art hat kawalokal vor Ort, da musst du ja irgendwie selber aktiv werden, Wahlkarte ausfüllen, aufgeben und so weiter. Und ich glaube die Leute sind viel schwieriger zu erreichen. Und früher waren die Leute auch noch mehr in Großbetrieben beschäftigt. Wobei das Potenzial recht groß wäre bei den AK-Wahlen, weil im Vergleich zu anderen Wahlen oder im Gegensatz eben zu anderen Wahlen hängt die Wahlberechtigung ja auch nicht von der Staatsbürgerschaft ab. Also alle Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer sind wahlberechtigt. es ist wahrscheinlich schwer zu vermitteln, warum man zur Wahl gehen soll. Das war ja auch Ihre Frage. Eigentlich gibt es zwei zentrale Motive, meiner Meinung nach. Das eine ist, dass man überhaupt die Interessenvertretung stärkt, egal was man wählt, es wäre einmal wichtig, zur Wahl zu gehen, weil natürlich, ich kenne das, wie gesagt, von der Uni, von der Hochschullerinnenschaft, wo dann immer gesagt wird, naja, das vertritt die Studierenden gar nicht richtig, von drei Viertel wird es auch nicht gewählt oder so. Also wie gesagt, von daher, und die Arbeiterkammer agiert ja nicht im luftleeren Raum, sondern hat trotzdem quasi so ein bisschen als Gegenpol die Wirtschaftsseite. Ja, da ist es natürlich schon mal gut, wenn man sagen kann, zu Recht, wir vertreten die ArbeitnehmerInnen mit entsprechendem Anspruch. Und das Zweite ist, wie gesagt, wirklich, dass man auch Richtungsentscheidungen dann treffen kann, wobei sicher, wie du eingangs gesagt hast, der Nachteil ist, dass die keine Gesetze beschließen können. Aber sie können halt auch mit gewissen Forderungen in den politischen Prozesse einsteigen und wie gesagt, und Öffentlichkeitsarbeit betreiben, ja, und das ist immer ein Unterschied, um es, weiß ich nicht, für mehr freie Arbeitszeit oder für höhere Löhne oder für was auch immer, oder für mehr Urlaub eintritt, ja. Aber, ja. Ja, ich glaube, weil Sie vorhin angesprochen haben, wer eigentlich wahlberechtigt ist bei der AK-Wahl und dass es eventuell ein Vorteil sein könnte, dass nicht nur österreichische Staatsbürger und Bürgerinnen wahlberechtigt sind. Ich würde das Argument, zumindest was jetzt die Wahlbeteiligung in Prozent betrifft, eher sogar umdrehen. In dem Sinn, dass natürlich sind auch diese, in Österreich sind es aktuell knapp 20% der Personen, die keine österreichische Staatsbürgerschaft haben und trotzdem hier leben und meistens auch arbeiten. Und dass diese 20 Prozent wahlberechtigt sind, dadurch sind sie auch in der Gruppe der Wahlberechtigten drinnen. Aber ich glaube nicht, dass in dieser Gruppe die Wahlbeteiligung jetzt höher ist als in der Gruppe der Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Einerseits wahrscheinlich, weil es in den Herkunftsländern meistens so etwas wie die Arbeiterkammer nicht gibt, weil man dieses System in der Form nicht kennt. Wahrscheinlich auch, weil man einfach dann weniger Informationen noch hat, als wenn man mit diesem System aufgewachsen ist. Und dadurch glaube ich eher, dass das ein bisschen dazu führt, dass die Wahlbeteiligung im Schnitt etwas niedriger ist, als wenn man nur als Grundgesamtheit jetzt die österreichischen StaatsbürgerInnen hätte. Das heißt, die Arbeiterkammer müsste eigentlich mehr Aufklärungsarbeit leisten oder wie auch immer, vielleicht auch als Teil der politischen Bildung dann mehr aufklären, was die Arbeiterkammer ist, was es macht, welche Vorteile es gibt. Ja, und ich glaube schon, dass die Arbeiterkammer gute Öffentlichkeitsarbeit macht, aber ob sie damit auch alle erreicht, wie gesagt, kann ich das nur subjektiv beurteilen. Mich erreichen sie, aber vielleicht andere Gruppen halt gar nicht. Das kann schon sein. Ich denke, dass diese Serviceorientierung der Arbeiterkammer da ein ganz guter Weg ist, den sie da eingeschlagen hat, weil dadurch kommt man automatisch irgendwann, wenn man in Österreich arbeitet, irgendwann einmal mit der Arbeiterkammer in Kontakt, weil man irgendwelche Fragen hat, weil man offene Probleme hat, die man irgendwie klären will, weil man wissen möchte, welche Rechte, welche Pflichten habe ich, was kann ich wo einfordern und wenn einem da geholfen wird von der Arbeiterkammer, ich glaube, dann wird man auf jeden Fall auch dazu bereit sein, sich zu informieren und sich da auch an diesem politischen Prozess zu beteiligen. Und dadurch kann vermutlich auch eine Bevölkerungsschicht erreicht werden, die bei den handelsüblichen Wahlen schon eher frustriert ist. Diese Politikverdrossenheit, das sieht man ja in den aktuellen Umfragen auch, dass Politikverdrossenheit etwas ist, wo die Schere auseinander geht. auseinander geht, also wo Personen, die in diesem Einkommenssegment eher weiter unten sind, sehr politikverdrossen sind, eher nicht mehr tendenziell zur Wahl gehen und Personen, die da eher weiter oben liegen, sehr häufig doch zur Wahl gehen und sich für Politik interessieren. Und bei der Arbeiterkammerwahl dreht sich das ein Stück weit um, weil die Personen sich von denen eher vertreten fühlen als eben Arbeiter und Angestellte, die sie dann in dieser Rolle auch sind. Jetzt ist es ja so, dass bei der AK-Wahl man wählt die Vollversammlung und die Vollversammlung wählt dann eben den AK-Präsidenten oder die AK-Präsidentin. Dann gibt es eben, was jetzt die Gremien angeht, das Präsidium. Das ist in Oberösterreich der AK-Präsident mit vier Vizepräsidentinnen, alle derzeit von der FSG. Dann gibt es den Vorstand, wo auch noch die Kammerräte und Kammerrätinnen dabei sind. Könnten Sie da ein bisschen erklären, was sind denn jetzt die Aufgaben dieser Funktionärinnen, die da gewählt werden? Und auch wenn man sich die Vollversammlung anschaut, die tagt zweimal im Jahr. Was machen die? Also ganz einfach gefragt. Die beschließen Resolutionen, mehr oder weniger. Nicht zu wenig. Und die quasi die politische linie der ak konkretisieren werden wie so beanträge gestellt angenommen oder nicht und die ja wie gesagt wobei ich glaube es ist wichtig dass es auf landesebene geschieht. Also die AK hat dann eigentlich, die AK ist ja regional organisiert. Und die Vertreter werden dann wieder, die Wiener AK ist dann gleichzeitig auch die Bundes-AK. Das ist aber kein Doppelstück, das sind nur Nerd. Und ja, also das ist das, was meines Wissens im Wesentlichen geschieht. Das ist das, was meines Wissens im Wesentlichen geschieht. Ja, also die Vollversammlung dient hauptsächlich dazu, zu klären, wofür sich die AK einsetzen soll, also wo sie ihre Mittel und Ressourcen verwenden soll. genau, also bei so mit dringlichen Angelegenheiten oder so Reaktionen auf gewisse Dinge ist hauptsächlich das Präsidium zuständig. Und der Vorstand, der dann besteht aus Präsident, Präsidentin und VizepräsidentInnen und auch noch weiteren KammerrätInnen, wobei das in den Bundesländern sehr unterschiedlich ist, wie viele das dann konkret sind, in diesem Vorstand sind. Die senden dann wiederum einzelne Kammerräte und Kammerrätinnen in die Bundesarbeiterkammerhauptversammlung und setzen auch Ausschüsse ein, wie du auch schon gesagt hast, zu unterschiedlichsten Themen. Das können thematisch sozialpolitische Fragen sein, finanzpolitische, arbeitsrechtliche Dinge oder auch Jug jugendschutz fragen oder oder ähnliches ich muss auch sind die arbeiterkammer beschickt auch creme in der sozialpartnerschaft der berichte beim arbeitsmarkt service zum beispiel je nach fraktion stärken oder auf der ist das dann immer kranken sondern gesundheitskasse und gesagt, auch da ist man und die entsprechenden Vertreterinnen sind dann auch am angewiesenen politischen Hintergrund und das wird auch durch die AK-Wahl eigentlich mitbestimmt. Und was auch noch durch die Vollversammlung bestimmt wird, ist ein sogenannter Kontrollausschuss. Also ich denke, das ist auch noch eine wichtige Instanz, die dafür sorgt, dass es eben eine gewisse Kontrolle des Vorstands, des Präsidiums gibt. Und da ist es so geregelt, dass der Kontrollausschuss nicht die gleiche Fraktion sein darf wie der Präsident. Es gibt zumindest in Oberösterreich eine sehr starke sozialdemokratische Übung, ich glaube die haben 70 Prozent oder so. Wobei das nicht durchgehend ist in den westlichen Bundesländern. Tirol am Vorarlberg, da haben die Christgewerkschaft die führende Rolle. Es ist in Oberösterreich sogar so, dass das letzte Wahlergebnis mit 71% das historisch beste Ergebnis für FSG war. Man kann es ja dann auch sagen, wenn es eine Aufgabe ist, der Arbeiterkammer eben Gesetze zu begutachten, die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu vertreten, also einerseits gegenüber der Landespolitik und dann aber auch auf Bundesebene. Vor allem gegenüber der Bundespolitik, weil das Rechtsmaterien sind, im Wesen, also nicht nur Sozialpolitik ist teilweise auch Landespolitik, aber vor allem Arbeitsrecht, Sozialrecht, das sind Bundesmaterien sind im Wesen, also nicht nur Sozialpolitik ist teilweise auch Landespolitik, aber vor allem Arbeitsrecht, Sozialrecht, das sind Bundesmaterien. Genau, was man da vielleicht noch dazu sagen muss, ich glaube, das ist auch etwas, was im öffentlichen Diskurs oft ein bisschen zu kurz kommt, ist so die Tatsache, dass es keine, es gibt keine Bundes-AK-Wahl, sondern es gibt keine bundes ak wahl sondern es gibt tatsächlich wenn man über die arbeiter kammer wahl spricht gibt es nur wahlen auf bundeslandebene und alles andere was dann aus diesen bundesland wahlen resultiert ist wirklich ein resultat aus dieser einen wahl ist ob das jetzt der präsident die präsidentin ist ob das das die Bundesvertretung ist oder auch irgendwelche Regionalvertretungen. Das resultiert alles aus dieser einen Wahl. Und ich glaube, das ist auch ein großer Unterschied im Vergleich zu den anderen Wahlen in unserem föderalen System, wo man eben wirklich Wahlen auf Gemeinde, auf Landes-, auf Bundesebene hat. Und auch deswegen, glaube ich, ist es besonders wichtig, zur AK-Wahl zu gehen, weil es eben wirklich nur diese eine Wahlentscheidung gibt, um die AK zu beeinflussen und nicht die Möglichkeit, das auch noch auf anderen Ebenen zu beeinflussen. Sondern zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Ich glaube, Vorarlberg, Tirol war schon, oder meines Wissens Vorarlberg sicher. Also, ja, ich sage eigentlich sehr föderal, die ganze Struktur. Vorarlberg, Tirol war schon, oder meines Wissens Vorarlberg sicher. Ich sage, das ist eigentlich sehr föderal, die ganze Struktur. Ich glaube, man könnte es eben so, wenn man, also mit dem politischen System, könnte man es damit vergleichen, dass auf Bundesebene, wenn man jetzt National- und Bundesrat sich anschaut in Österreich, dann ist es in der AK de facto so, dass es eben keinen Nationalrat gibt, sondern nur einen Bundesrat und dass dieser Bundesrat, dadurch, dass eben einzelne Personen entsendet werden aus den Bundesländern, eigentlich die gesamte Entscheidungsmacht, Verhandlungsmacht in der Arbeiterkammer hat und das ist ja wirklich eigentlich im krassen Gegenteil zu dem, was man im österreichischen politischen System mit dem sehr starken Nationalrat und dem sehr schwachen Bundesrat hat. Wo die Länder eher Restkompetenzen haben. Es wird ja, ich habe es im Herbst in einem Zeitungsartikel gelesen, dass die Sozialpartnerschaft aber auch immer wieder unter Druck gerät. Sie haben es zwar eingangs gesagt, in Österreich muss man das niemandem erklären, man wächst ja quasi damit auf. Das ist direkt selbstverständlich. In dem Artikel, das war in der Wiener Zeitung, habe ich aber auch gelesen, dass es auch sein könnte, dass sie jederzeit aufgekündigt oder eingestellt werden könnte, wenn jetzt die Regierung diese Seiten nicht mehr einbezieht und die sozialpartnerschaftlichen Organisationen vielleicht ihre Rollen immer wieder neu behaupten müssen. Sehen Sie das auch so, dass jetzt diese Strukturen gar nicht so gesichert sind in Österreich? Nein. Ja, also im Grunde ist die Sozialpartnerschaft schon sehr stark von der Regierung abhängig. Weil wenn die Regierung entscheidet, wir hören uns das nicht an, wir verhandeln nicht mit der Sozialpartnerschaft über das, was wir machen, dann haben sie auch nicht wirklich eine Stimme und können auch nicht wirklich mitbestimmen. Also es ist immer von dem Goodwill eigentlich der Regierung auch abhängig, ob die Sozialpartnerschaft wirklich was zu sagen hat oder eben nicht. Auch so Details wie das zum Beispiel diese Kammerbeiträge, die Höhe der Kammerbeiträge ist ja auch etwas, was politisch entschieden wird. Das heißt, wenn eine Regierung entscheidet, wir wollen die Arbeiterkammer schwächen, dann können die zum Beispiel beschließen, dass sie diese Kammerbeiträge, die Pflichtbeiträge halbieren, damit die Arbeiterkammer weniger Geld zur Verfügung hat, um ihre Arbeit zu leisten. damit die Arbeiterkammer weniger Geld zur Verfügung hat, um ihre Arbeit zu leisten. Also es sind alles so Möglichkeiten von Seiten der Regierung, die schon vorhanden sind. Gut, das stimmt, aber ich möchte trotzdem auch zu Bedenken geben, also die Sozialpartnerschaft ist mittlerweile verfassungsrechtlich verankert, das war sie früher nicht. Wobei man auch sagen kann, früher war sie so selbstverständlich. Da hat man das nicht gebraucht. Mittlerweile hat man es sozial verfassungsrechtlich abgesichert. Was ja nicht heißt für alle Zeit, man könnte es durch ein Verfassungsgesetz und mit erhöhten Quoten wieder aufheben. Ja, aber es ist halt schwierig. Und das ist das eine. Das zweite ist, ich glaube, es gibt starke institutionelle Verflechtungen mit den Parteien und den Sozialpartnervertretern, Wirtschaftskammer, ÖVP oder SPÖ, Arbeiterkammer vor allem, nicht nur. Die wurde schon oft totgesagt und totgereredet und es hat sich eigentlich nicht die rolle hat sich nicht so viel verändern wie gesagt diese begutachtungsrecht oder pflicht wie man sieht ist ja festgelegt man kann das nur umgehen indem man so quasi das gesetz nicht als regierungsvorlage ins parlament einbringt sondern als initiativantrag von parlamentariern was er manchmal gewählt wird aber es ist ganz selten dass ich habe 90 prozent oder 19 regierungsvorlagen das begutachtungsrecht besteht und da diese anderen aufgaben ich glaube das schon sehr mit diesem ganzen system verflochten und aber uns wieder wird es war gerade krise ja jeder mitbekommen jetzt, natürlich war das System sozusagen leicht aufrechtzuerhalten, wie es Zuwächse zu verteilen gegeben hat und immer dann, wie jetzt, haben wir doch eine leichte Rezession und eine hohe Inflation gehabt. gespießt und wurden Warnstreiks etc. und so weiter. Sehr lange Verhandlungen, was die Kollektivvertragsverhandlungen begehen. Nichtsdestotrotz ist auch diese Krise mehr oder weniger durchgestanden worden. Ich glaube schon, es ist eher ein Kernstück unseres Systems. Ich würde mal sagen, dann müsste die fb über 50 prozent da wirklich gefahr bestünde glaube ich dann wäre der widerstand wahrscheinlich trotzdem groß und trotzdem glaube ich die frage ob sich die dann darüber traut es hat schon versuche gegeben nur den einfluss der sozialpartner zurück zu schrauben das war das erste Mal unter dem Schüssel, der die Pensionsreform im Jahr 2001 oder 2002 ohne die Sozialpartner oder zumindest ohne die Gewerkschaften durchgezogen hat, dass es massive Widerstände gegeben hat, aber der dann auch wieder eingelenkt ist. Und das zweite war der Bundeskanzler Gusenbauer damals, der gesagt hat, er will keine Gewerkschaften als Parlamentarier haben, aber halt aus dem Grund, weil da quasi diese Krise war mit dem Streik von ÖGB und da wollte er sich quasi separieren und das ist ihm auch nicht wirklich meines Erachtens gut bekommen, weil man gesehen hat, die Verhandlungsergebnisse der SPÖ wurden sehr mäßig und da hat man schon gemerkt, da fehlen irgendwie die gestandenen Verhandler und Verhandlerinnen und das sind eben die Gewerkschaftler, die das quasi das hier tagtägliches Brot und da also die SPÖ ist nach wie vor, es ist wieder sozusagen auf sehr gutem Fuß, glaube ich, mittlerweile, die Gewerkschaft. Aber an der Herr Muchitsch und Herrn Babler mache ich mir gerade das hier. Sie haben es vorhin auch schon etwas geschildert, die einzelnen Fraktionen, was es da für Themen gibt, für auch Unterschiede. Wenn man jetzt ein bisschen auch in die Zukunft blickt, auf Perspektiven, Weiterentwicklungen, was sind denn aus Ihrer Sicht so thematische Herausforderungen, Aufgaben für die es gibt am Arbeitsmarkt und im Arbeitsalltag von sehr vielen Menschen. Also gerade bei den Angestellten ebenso diese Diskussion um Homeoffice-T Tage, um die Möglichkeit von verschiedenen Orten aus zu arbeiten. Auch diese ganzen Themen denke ich werden bei der Arbeiterkammer sehr zentral sein. Also die Veränderung der Arbeitswelt an sich natürlich. Und wie gesagt, man muss schon sagen, dieser System, das in den 1950er Jahren entstanden ist, so in dieser Form und wo es ganz andere Voraussetzungen gegeben hat, damals ist man noch vom Normalarbeitsverhältnis ausgegangen, vom Male-Breadwinner-Modell, dass der Mann quasi die Haare geht, die Frau daheim bleibt und der Mann das Familieneinkommen zur Verfügung. Und wie gesagt, da hat sich ja zum Glück sehr viel verändert mittlerweile. die Frau daheim bleibt und der Mann das Familieneinkommen zur Verfügung stellt. Wie gesagt, da hat sich zum Glück sehr viel verändert mittlerweile. Das ist das eine. Das zweite ist, glaube ich, schon, du hast das eh schon angesprochen, generell gibt es einen Trend zur Prekarisierung von Arbeitsformen. Der neueste Trend ist jetzt dieser, bei Mitoges mit wem gesprochen, über diese Plattformökonomie, die es jetzt gibt, die arbeitsrechtlich noch überhaupt nicht richtig eingefangen ist, glaube ich, oder wo man erst beginnt. Die Leute selber, die fühlen sich alle als Selbstständige, als Unternehmer, ohne jeden arbeitsrechtlichen Schutz, aber in Wirklichkeit abhängig von diesen Plattformen und wenn sie da gesperrt werden, dann ist das Licht ein bisschen aus, zumindest finanziell. Also das irgendwie in den Griff zu kriegen, ist glaube ich nicht ganz einfach. Und das Zweite, das habe ich zuerst schon gesagt, wie gesagt, die goldenen Zeiten der Sozialpartnerschaft, wo es bis hohe Wachstumsraten gegeben hat, da habe ich Zuwächse verteilen können. Und wenn ich Zuwächse zu verteilen habe, dann muss ich mich nicht lange streiten. Da kriegt halt jeder seinen Anteil und alle sind mehr oder weniger zufrieden. Das Problem ist, und das ist nicht nur ein konjunkturelles Problem, sondern auch ein strukturelles. Wir werden nicht ewig Wirtschaftswachstum uns leisten können, auch aus ökologischen Gründen. Wir können nicht halb Österreich zubetonieren. Oder könnten es vielleicht, aber es wäre nicht gut. Wie gesagt, dann kommen halt so absurde Vorschläge, die von Sozialpartnern gekommen sind, also meiner Meinung nach absurde Vorschläge, wie diese Häuslbauerprämie von 100.000 Euro. Also wie gesagt, die noch aus genau diesem Denken, diesem traditionellen herauskommen. Wir müssen halt noch mehr bauen und alles mögliche. Und nicht bedenkend, dass ich da Pendlerproblematik habe und solche Sachen. Und Bodenversiegelung, was auch immer. Und gleichzeitig so in diesem Beratungsbereich der Arbeiterkammer ist auch diese sich verändernden Familienformen, glaube ich, und sind ein großes Thema, gerade wenn es darum geht, wie funktioniert das alles, wenn man sich die Karenzzeiten aufteilt. Worauf hat man eigentlich Anrecht, wenn man für kurze Zeit aus dem Beruf weg ist oder wie funktioniert das mit diesen ganzen doch noch relativ neuen Regelungen wie Papa-Monat, wie es bezeichnet wird, oder Väterkarenz. Diese ganzen Themen sind ja auch Sachen, die die Arbeiterkammer abdeckt und schon auch sehr viele Leute dort hat, um zu beraten und um zu informieren darüber, welche Möglichkeiten man eigentlich hat, man eigentlich hat, wenn man wo angestellt ist, wo arbeitet und wie man sich das als Familie auch gestalten kann, diese Zeit. Ja, die AK-Wahl in Oberösterreich von 5. bis 18. März und im Frosin informieren wir Sie weiterhin zur Orientierung auch über die Wahlprogramme oder einige Wahlprogramme. Und zwar hören Sie Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten in weiteren Beiträgen, wie gesagt. Und ich sage danke Carmen Valenta Bergmann und Hansjörg Seckauer für den Besuch im Radio Frohstudio. Danke für die Einladung. Danke ebenfalls. Und mehr Informationen zum Frohsinn finden Sie wie gewohnt auf der Webseite von Radiofroh unter www.fro.at. Sie können die Sendung auch nachhören unter cba.media und Sie können die Sendung auch nachschauen und zwar unter dorftv.at. Mein Name ist Marina Wetzelmeier und ich bedanke mich bei Ihnen fürs Zuhören und Zuschauen. Wir freuen uns, wenn Sie auch beim nächsten Frosin wieder einschalten, um 18 Uhr, immer werktags auf Radio Froh. Auf Wiederhören! Frosin, das werktägliche Infomagazin von Radio Froh auf 105,0.