Warum war es notwendig, heute diese Kundgebung zu veranstalten? notwendig, heute diese Kundgebung zu veranstalten? Also es gibt von meiner Seite zwei Argumente. Das erste Argument ist, dass wir einfach große, große Angst haben, wenn die rechten Parteien in Österreich ins Parlament kommen, in die Regierung kommen, dass wir dann ein Ungarn hier haben, ein Polen hier haben. Und das zweite ist, dass ich als Obdach vom Verein Zuflucht einfach mit diesen Aussagen, die viele Politikerinnen jetzt tätigen, einfach viel Angst kriege. Also da sind viele Leute da, die sich integrieren wollen und die Politiker einfach ganz viel falsche Sachen sagen. Das stimmt einfach alles nicht. Mich ärgert das so und da muss man einfach auf die Straße gehen. In den letzten Wochen und Monaten haben wir ganz genau gesehen, was sich abspielt hinter verschlossenen Türen, in Potsdam beispielsweise, wo Rechtsextreme sich getroffen haben und sich ausgemalt haben, wie das denn wäre, wenn man Menschen deportieren könnte. Und ich glaube, spätestens jetzt, allerspätestens jetzt, ist es notwendig, die Demokratie zu verteidigen, sich hinzustellen und zu sagen, bis hierher nicht weiter. Noch dazu in einem Land, wo die Rechtsextremen schon seit Jahren in den Landtagen, in den Parlamenten sitzen und ganz unverhohlen sagen, was sie wollen. Wer ist denn Ihrer Meinung nach verantwortlich für das Anwachsen des Rechtsextremismus? Ich glaube, hier in Österreich insbesondere der lasche Umgang in der Vergangenheit. Diese, wie soll man sagen, diese Brandmauer, die man zwar irgendwann einmal benannt hat, Kordon, Sanitär und der Franitzki, aber die man in Wirklichkeit nie gehalten hat. Ich glaube, das war ein riesengroßer Fehler und natürlich das ständige Übernehmen der Narrative der Rechtsextremen. Ständig über irgendwelche Asylquoten zu diskutieren, darüber zu reden, wie man es noch schwieriger machen kann für Menschen hier in Österreich, sich zu integrieren, nach Österreich zu kommen. Und damit ist eigentlich ein rechtsextremes Narrativ in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Wie oft haben die Omas gegen Rechts bereits gegen Rechtsextremismus demonstriert? Ja, seit 2017 eigentlich jedes Jahr ein paar Mal. Weil es eigentlich jedes Jahr ein paar Mal einen Anlass gibt, dass man auf die Balkan steigt. Woran liegt es denn, dass das mit dem Rechtsextremismus kein Ende nimmt? Wir beobachten ja eher einen Zulauf zu rechtsextremen Parteien, ein Anwachsen rechtsextremistischer politischer Positionen. Ja, weil die Regierung spechelt, vor allem die ÖVP. Die müssten eigentlich dafür sorgen, für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, für die soziale Sicherheit in der Gesellschaft und das passiert alles nicht. Die Leute suchen jetzt irgendwo einen Halt und glauben halt einfache Botschaften, die die FPÖ halt sagt. Und wir merken es auch bei uns, wir haben jetzt einen Zulauf an Mitgliedern, Die Leute wollen sich wo anschließen. Die suchen einen Halt. Es wäre so einfach. Es ist sehr wichtig für uns alle hier teilzunehmen. Überparteilich, alle sind hier ein Zeichen zu setzen. Egal ob Parteiengerüge oder nicht. Jung und alt, alle sind dabei. Ein Zeichen gegen Rassisten und Rechtssextremisten zu setzen. Das ist ganz wichtig. Was ist denn die Gefahr Ihrer Meinung nach von Rechtsextremismus für unsere Demokratie? Dass Menschen ausgegrenzt werden, dass Menschen auch von ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion ausgegrenzt werden. Und wir sind eine offene Gesellschaft. Österreich ist eine Republik mit einer offenen Gesellschaft. Und ich finde, jeder hat einen Platz in diesem Land, der Platz hat. Und der hat es auf jeden Fall verdient, hier zu sein. Warum ist es aus frauenpolitischer Perspektive wichtig, an dieser Kundgebung gegen Rechtsextremismus und Demokratieabbau teilzunehmen? Weil rechte Bewegungen und rechte Politik vor allem Frauenrechte gefährden. Das sieht man international genauso wie in Österreich. Wie groß sehen Sie denn die Gefahr des Rechtsextremismus in Österreich? Sehr groß. Es zeigen aktuelle Aktionen, die von rechten Bewegungen angeführt worden sind. Es zeigt auch Rückschritte, wenn es um Frauenpolitik geht, genauso wie die aktuelle Gender-Debatte. Es zeigt vor allem den Einschritt und den Eingriff in Frauenrechte. Warum seid ihr beide heute hier? Weil wir gegen Remigration sind, weil wir sehr wütend sind über Dinge, die Leute wie Martin Sellner, die rechte Bewegung und generell viele Menschen der Bevölkerung mittlerweile für ganz normal halten zu sorgen. Wie oft habt ihr eigentlich schon an einer Demo oder an einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus teilgenommen? Schon ein paar Male, wenn es irgendwie gegeben hat, leider zu oft. Ich frage aus einem guten Grund, weil natürlich heute auch die Möglichkeit besteht, darüber nachzudenken, warum auch die Demos und die Kundgebungen eigentlich so wenig bewirken. Wir müssen immer wieder auf die Straße gehen, immer wieder. Warum bewirken wir so wenig? Ich glaube, weil ja schon so viele Leute der Überzeugung sind, dass eine Demo nichts mehr bringt. Und irgendwie müssen wir uns gegenseitig bestärken, glaube ich, indem, dass es sehr wohl etwas bringt, dass wir uns gegenseitig bestärken, glaube ich, indem das sehr wohl was bringt, dass wir miteinander laut sein können, dass wir als Gesellschaft nur im Ganzen stark sind und was bewirken können. Je heller wir leuchten mit dem Licht im Meer, umso mehr sehen uns auch. Ganz genau, dass wir alle nicht alleine dastehen, weil viele Leute denken, die sind alleine in manchen Gedanken und dann fühlen sie sich verstärkt, dass es nicht so ist. Man muss nicht immer mit der anderen Strömung zusammenhalten. Es ist in den letzten Wochen und Monaten von den rechten Rändern unsagbar gemacht worden. Es wird von Remigration gesprochen, es wird gegen Ausländer gehetzt. Da kann man nicht zuschauen, da muss man klare Zeichen setzen. Insofern ist es wichtig, Veranstaltungen wie die heutige Demonstration zu unterstützen und hier teilzunehmen. Wie kann die Demokratie widerstandsfähig werden? Durch Veranstaltungen wie die heutige, aber es ist auch ganz wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind, was die Demokratie für uns ist und welche Möglichkeiten die Demokratie bietet. Das heißt, wir dürfen nicht nur zuschauen, sondern müssen aktiv als Bürgerinnen und Bürger auch mitgestalten und die demokratischen Möglichkeiten nutzen. möglichkeiten nutzen. Warum ist es immer wieder notwendig Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen? Weil Demokratie nur dann funktioniert, wenn Menschen aufstehen und sich dafür einsetzen, wenn sie auf andere Menschen zugehen und mit ihnen sprechen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Wie steht es denn in Österreich um die Menschenrechte? Wir sind gegründet worden mit der Hoffnung, dass es uns nicht braucht. SOS Menschenrechte ist aus dem Lichtermeer entstanden, vor jetzt gut 31 Jahren. Und es ist leider so, dass sie noch nie so gefährdet waren wie jetzt. Wenn Menschen aufstehen und sie in Frage stellen, wenn Menschen aufstehen, die politische Verantwortung haben und denken, dass die Menschenrechte nur ein bisschen und auch nicht für alle gelten, dann müssen wir aufstehen. Wir sagen Heimat und meinen Zaun. Wir sagen Kultur und meinen Schwein. Wir sagen Gott und meinen, wenn es mir was nützt. Was war denn heute Ihre zentrale Botschaft zu den vielen Menschen, die zu dieser Kundgebung gekommen sind? Dass wir kein Narrativ der Machtlosigkeit zulassen dürfen. Wir sind hier, wir sind viele, wir sind wir. Und das muss man aussprechen, pflegen und einen Gegenpol finden zu diesem machen wir keiniges, machen wir alles schlecht und hin und her, das bringt ja nichts. und einen Gegenpol finden zu diesem Mama, kann eh nichts machen, ist eh alles schlecht und hin und her, das bringt ja nichts. Am Wir muss man arbeiten, das Wir müssen wir verteidigen, Rechtsstaatlichkeit müssen wir verteidigen und ich hoffe, mein Text hat geholfen. Wie oft in Ihrem Leben haben Sie bereits an Kundgebungen gegen Rechtsextremismus teilgenommen? Weil immer der Vorwurf ist, dass man so Geld dafür kriegt und bezahlt wird. Mein Gott, wäre ich reich. Nein, ich werde nicht dafür bezahlt, ich mache das freiwillig und ich mache das, seit ich Teenie bin, auch schon hier am Linzer Hauptplatz damals und ich werde es auch weiterhin machen. Ich frage aus einem speziellen Hintergrund, denn es ist ja tatsächlich so, trotz vieler Jahrzehnte der Demonstrationen, der Kundgebungen, erfährt der Rechtsextremismus in unserem Land immer größeren Zulauf. Das ist ja ein Widerspruch. In der IT gibt es den Satz, Sicherheit ist ein Prozess, kein Zustand. Und das gilt für die Gesellschaft auch. Aber wie darf ich das jetzt verstehen? Und das gilt für die Gesellschaft auch. Aber wie darf ich das jetzt verstehen? Dass die Angriffe vorhanden sind. Es nützt ja jemandem, Entsolidarisierung. Und die Verteidigung der Demokratie ist deswegen auch etwas, was man nicht einmal macht und dann ist man fertig, sondern es ist ein Prozess. Wie auch der Feminismus, by the way. Das heißt ja nicht, dass keine Schritte gemacht wurden und dass nicht auch Fortschritte vorhanden sind. Und die Leute, die etwas dagegen haben, dass Gleichberechtigung vorhanden ist, in jede Richtung, arbeiten halt auf. Ich glaube, dass wir den Rechtsextremismus nie stoppen können. Aber mein Wunsch wäre, die Menschen, die nicht wissen, was sie dann im Herbst wählen sollen, durch diese Kundgebungen wachgerüttelt werden, was da alles Schlimmes passiert im Hintergrund. Und das kann man natürlich in den Medien schreiben, aber ich glaube, dass es viel besser funktioniert, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen, wenn ich hier stehe am Hauptplatz und die Leute begrüße und sage, super, dass ihr da seid, dass wir für dieselbe Sache hier stehen. Wer sind denn Ihrer Meinung nach die Rechtsextremen in Österreich? Naja, es gibt eine Partei, die ganz klar der verlängerte Arm der Rechtsextremen im Parlament ist, das ist die FPÖ, allen voran der Herbert Kickl, aber auch die zweite und dritte Reihe dahinter. Es gibt aber natürlich auch hier in Österreich Vereine wie beispielsweise die Identitären, die natürlich eben extrem rechts, rechtsextrem sind, wenn man das so sagen möchte. Also wir haben hier eine sehr bunte, große Palette, wenn man so möchte. Natürlich auch die deutschen nationalen Burschenschaften, die der geistige Nährboden, wenn man so möchte, oder die ideologische Grundlage der Rechtsextremen in Österreich sind. Also wir haben hier eine Bandbreite und Österreich hat sich halt, finde ich, in der Vergangenheit auch sehr gerne immer ein bisschen hinter dem Narrativ von 1943 und der Moskauer Deklaration versteckt, wo man gesagt hat, wir waren das erste Opfer und man hat immer ganz gerne dann ausgeblendet, dass wir aber auch Täter waren und dass wir eine Verantwortung, eine historische Verantwortung haben und das haben wir halt immer ganz gerne in der Vergangenheit zur Seite geschoben. Man sieht schon die Gefahr nicht unmittelbar. Es geht uns eigentlich alle gut oder einen Großteil in der Gesellschaft. Man lässt zwar viel und dann hört man ja, es ist ja die Gefahr nicht unmittelbar. Es geht uns eigentlich alle gut oder einen Großteil in der Gesellschaft. Man lässt zwar viel und dann hört man ja, es ist ja eh nicht so arg, was wollen Sie. Ich weiß nicht, die Menschen stehen erst auf, wenn es wirklich eng wird. In Deutschland sind sie jetzt aufgeschaut, wie diese Identitären sie da in Potsdam getroffen haben. Das war jetzt ein Push, dass etwas in Österreich passieren muss. Ich hoffe, dass heute viele kommen. Augenblicklich steht die erfolgreichste rechtsextreme Partei Österreichs, die FPÖ, in den Umfragen bei 30% und knapp mehr. Wie erklären Sie sich das, dass die FPÖ bei so vielen Menschen Zustimmung findet? Die finden einfach Zustimmung über Sudereien, über Probleme. Sie zeigen zwar Probleme auf, aber zeigen keine Lösungen. Und es ist wichtig, Lösungen zu den Problemen zu zeigen. Ich sage nicht, dass es Probleme gibt, aber wir müssen Lösungen ansetzen und nur schimpfen und sudern, bringt uns nichts weiter. Wir müssen eine fortschrittliche Republik sein, wir müssen das offene Volk sein. Und ich finde, dass die FPÖ mit ihrer rassistischen Politik, das muss man ganz offen sagen, dass wir ein klares Nein sagen können zu dieser Politik, zu diesen modernen Rechten, die Verbindungen der FPÖ zu den interditären Bewegungen, die es nachweislich gibt, dass wir die aufweisen und zeigen, so geht es nicht, liebe Freunde. Rechtsextreme sind vor allem Personen, die einfach rechtsextreme Ansichten, also auch dieses Zurückdrängen von der Demokratie und dieses Zurückdrängen von Wahlfreiheit und vor allem Zurückdrängen von Frauenpolitik vorantreiben. Und da gehören natürlich auch Einzelne, die mit der FPÖ koalieren. Ich kann natürlich nicht sagen, dass alle FPÖ-WählerInnen und vor allem die FPÖ rechtsextrem ist, aber ich kann das auch nicht komplett ausschließen. Die zentrale Botschaft ist mehr Demokratie. Nehmen wir unsere Demokratie in die Hand. Unsere Demokratie nehmen wir, unsere Demokratie in die Hand. Es kann nicht darum gehen, dass von einer Demokratie eines Volkskanzlers, eines Führers gesprochen wird, sondern andere Menschen zuzugehen, Vielfalt zu leben. Wir sind völlig unterschiedlich und die Zukunft ist aus der Biodiversität nur aus dieser heraus möglich. Menschen sind soziale Wesen und Kunst ist eine der vielen Techniken, die wir haben, um diese soziale Wesen zu organisieren und um Gruppen zu organisieren und Gesellschaft zu organisieren. Und da ist Kunst selbstverständlich ein Prozess davon. Eine politische Rede ist aber genau genommen ein Wirkungsvorlass. Ein Gedicht aus genau den Gründen, weil ein Gedicht ja nicht unbedingt Antworten geben möchte, sondern Fragen stellen. Das heißt, Kunst kann uns ermutigen, kann Fragen stellen, kann uns Freude machen. Und eher ist es noch so, also ich bin bei Demos ja eher als Doris Mitterbacher, als Bürgerin, weil ich hier lebe und mir wichtig ist, dass die Kunst frei ist und ich frei bin. Worin haben Sie heute die Notwendigkeit gesehen, diese Kundgebung gegen Rechtsextremismus zu veranstalten? die Notwendigkeit gesehen, diese Kundgebung gegen Rechtsextremismus zu veranstalten. Ausschlaggebend war natürlich dieses Treffen in Potsdam und natürlich auch diese Demonstrationswelle, die jetzt Gott sei Dank von Deutschland zu uns nach Österreich herüber geschwappt ist. Am 26. Jänner spätestens als in Wien 80.000 Menschen auf die Straße gegangen sind, war uns klar, wir müssen das in Linz auch machen. Und heute haben wir es geschafft. Wir waren über 4000, wahrscheinlich sogar 5000. Das ist unglaublich. Also ich bin mehr als überwältigt. Es wird wahrscheinlich schwierig sein, einen genauen Überblick zu haben, aber was ist denn Ihr Eindruck? Welche zivilgesellschaftlichen Organisationen sind denn Ihrer Einladung, Ihrem Aufruf heute hier gefolgt? Das ist wirklich sehr schwer zu sagen. Also ich glaube, dass die Caritas total, also die katholische Kirche hat glaube ich wirklich sehr gut mobilisiert. Natürlich auch die SPÖ, ich habe ganz viele Grüne, natürlich auch politische Organisationen haben auch gut mobilisiert. Also ich kann es jetzt auch gar nicht festmachen. Es hat natürlich auch unsere Organisation, also Yes We Care ist trotzdem auch schon in Linz ein bisschen am Marken, sag ich mal. Wir mobilisieren gut und natürlich die Fridays for Future, die natürlich auch ein totales Mobilisierungspotenzial haben mit so vielen jungen Menschen, die heute hier sind. Also natürlich Verein Zuflucht und so alle, die uns einfach unterstützt haben. unterstützt haben. Es gab heute eine ganze Menge Statements, vielfältige Argumente. Was ist denn für Sie hängengeblieben? Was ist jetzt für Sie die Botschaft des heutigen Abends? Dass wir sie nicht unterkriegen lassen dürfen und dass wir viel mehr sind als die glauben. Es gibt geschweigene Mehrheit. Wir sind das und wir werden jetzt laut. Was für ein wunderschönes, berührendes Zeichen für unsere Demokratie!