Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen hier in der Literaturgalerie im Stifterhaus an einem Abend zu Ehren zweier Nachbarn im Linz der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Abend über Begegnungen zwischen unserem Hausherrn Adalbert Stifter und dem Dom- und Stadtverkirchenorganisten und Kompositeur Anton Bruckner. Willkommen zu einem Gespräch über Begegnungen, die stattgefunden haben könnten, aber vielleicht tatsächlich gar nie stattgefunden haben. Gewiss weiß man nämlich recht wenig. Die Veranstaltung findet gewissermaßen aus doppeltem Anlass statt. Gestern Sonntag hat sich Adalbert Stift das Todestag gejährt. Er ist hier am 28. Jänner 1868 zwei Stockwerke über uns in seinem Arbeitszimmer, seinem Leiden erlegen, einer langjährigen, gravierenden Erkrankung, auch mit peinigenden psychischen Symptomen. Wir werden vielleicht darauf auch heute noch zu sprechen kommen. Ein Leiden, dem er vermutlich selbst ein Ende machen wollte. Das heurige Jahr ist kein Stifterjahr im eigentlichen Sinn. Es ist weit über sein Heimatbundesland hinaus der Feier von Anton Bruckner gewidmet, dessen 200. Geburtstag Anlass zur Betrachtung von Leben und Werk gibt, was sich in der Programmgestaltung etlicher Institutionen und Häuser spiegelt, auch solcher wie dem unsrigen, neben der Kulturhauptstadt Salzkammergut. Wir beteiligen uns am Brucknerjahr mit dem heutigen Abend, dem Stiftergedenktag, und mit einer Bruckner zugedachten Mittagsreihe. Der erste Gast in dieser Reihe, den darf ich dann gleich anschließend begrüßen, das Themenheft der Rampe, die Literaturzeitschrift des Landes Oberösterreich, wird heuer unter dem Titel Symphonie ausgeschrieben und knüpft auch ein wenig an die Kunst des Zusammenspiels an. Wir freuen uns sehr darüber, dass Sie alle zu uns gekommen sind. Wir dürfen als Ehrengäste besonders begrüßen Kulturdirektorin Mag. Margot Nassal, die heute einmal mehr bei uns ist. Wir begrüßen dich sehr herzlich und zusammen mit dir den Intendanten des Bruckner-Jahres Norbert Ravöger und Bürgermeister Dr. Christian Kolarik. Er ist Bürgermeister der Bruckner Gemeinde Kronstorf. Herzlich willkommen bei Stifter und Bruckner. Das Abendgespräch werde ich mit einem prominenten Gast führen, mit Dr. Klaus Petermeyer, Musikwissenschaftler, langjähriger Leiter des Anton-Bruckner-Instituts, Sammlungsleiter in der Landeskultur GmbH, ehemals Landesmuseen, Herausgeber einer gerade im Verlag Anton Puste Salzburg erschienenen Bruckner-Biografie. Bruckner und Stifter-Institut haben zusammen bereits vor mittlerweile zwölf Jahren ein Symposium veranstaltet zu den beiden Großen der Kultur unseres Landes unter dem Titel Stifter und Bruckner anziehende Gegensätze, das damals Ähnlichkeiten und Unterschieden in Werk und Rezeption aus den Perspektiven der Musik bzw. Literaturwissenschaft nachgegangen ist. Vielleicht werden wir im Gespräch heute an das eine oder andere anknüpfen. Ich freue mich jedenfalls sehr darüber, dass Dr. Petermeier die Einladung angenommen hat und bei uns ist, um seinen Bruckner mit Stifter gegenzulesen, vorzustellen. Herzlich willkommen, lieber Klaus, im Hause Stifter. Auch wenn wir heute Abend wohl hauptsächlich über Stifter und Bruckner reden werden, so sollen die beiden Herren doch auch selbst zu Wort kommen. Sie werden sich zu Beginn gewissermaßen eben selbst vorstellen. Alfred Rauch wird Ihnen seine Stimme leihen. Vielen lieben Dank, lieber Alfred Rauch, für die Zusage und fürs Dasein zu dieser schönen Gelegenheit. Damit Sie wissen, was Sie insgesamt erwartet, Stifter und Bruckner werden auch den Abend beschließen mit einem Einblick in die musikalische Praxis im Quengerschen Musiksalon, den Stifter geboten hat und einem kurzen Musikstück Salonmusik von Anton Bruckner. Dazwischen also einiges zu dem erstaunlichen Umstand, dass Adalbert Stifter und Anton Bruckner etliche Jahre in Linz, nämlich zwischen 1855 und 1868, hier in unmittelbarster Nachbarschaft leben, einander aber offenbar so wenig wahrgenommen haben, dass keinerlei Verbindung oder gar Bekanntschaft dokumentiert und damit nachweisbar ist. Und das, obwohl es zahlreiche Möglichkeiten für Begegnungen gegeben hat oder umgekehrt gesagt, eigentlich gar keine Möglichkeit, einander so konsequent und scheinbar so erfolgreich zu entkommen. Beginnen wir am Anfang des heutigen Abends. Stifter stellt in einem 1846 verfassten Antwortbrief auf die Anfrage eines Redakteurs, eines Publizisten und Schriftstellerkollegen seinen bis dahin gehenden Werdegang kurz dar. Es ist die Zeit vor der Revolution von 1848, die Zeit bevor Stifter mit Frau Amalia und Ziehtochter Juliana und vermutlich bereits damals schon mit einem Hund nach Linz übersiedeln wird. Um hier ab 1850 als Schulinspektor für Volksschulen im Land Obdach-Ens zu wirken und in etlichen kulturellen Zusammenhängen, vor allem die bildende Kunst und Denkmalpflege betreffend, ebenso. Ähnliches, nämlich einen Antwortbrief verfassen, macht macht Bruckner 30 Jahre später. Auch er berichtet auf Aufforderung Stationen seiner Vita 1876, zu einer Zeit also, als Bruckner Linz bereits wieder verlassen hat und in Wien lebt. Nicht allzu zufrieden, wie es scheint und in der Hoffnung auf eine Aufführung eines Werkes in Berlin. Damit steigen wir ein in die Geschichte nach diesen einleitenden selber Lebensbeschreibungen, um mit Jean-Paul zu sprechen, die Alfred Rauch vortragen wird, werden Klaus Betermeier und ich uns auf die Spurensuche machen. Was stimmt an den Aussagen der beiden Herren? Was verschweigen sie? Was ergibt sich noch im weiteren biografischen Verlauf oder was können wir einander erzählen und fragen. Ihnen allen einen angeregten Abend mit den beiden Meistern, mit Alfred Rauch und uns. Applaus Adalbert Stifter an Hermann Meinert, Wien, Montag, 16. November 1846. Montag, 16. November 1846 Euer Hochwohlgeboren Entschuldigen, dass ich Ihrem Wunsche nicht auf der Stelle entsprach, aber man verlegte mir Ihr Wertesblatt und ich bekam es erst dieser Tage in die Hände. Hiermit folgen die gewünschten biografischen Andeutungen, die freilich mager genug sind, da ich sehr wenig Äußerliches erlebte. Ich wurde im Jahr 1806 am 23. Oktober zu Oberplan, einem kleinen Marktflecken im südlichen Deutschböhmen, geboren. Mein Vater Johann war ein Leinweber und hatte ein Bürgershaus mit Feldbau, wie es in jenen Gegenden gewöhnlich ist. Er trieb auch Handel mit Flax und Getreide. Im Jahre 1817, im Herbste, wurde er zwischen Wels und Lambach bei dem Gasthause zum Wirt am Berg, etwa 200 Schritte gegen Lambach hin, von einem fallenden Flachswagen erschlagen. Wir waren vier Brüder und eine Schwester. Ich war der Älteste. Von diesem Herbste an bis zum Herbste 1819 besorgte ich mit dem Großvater Augustin, dem Vater des Vaters, die Feldwirtschaft. Wir pflügten, eckten, fuhren, hüteten unsere Rinder und dergleichen. Ich erinnere mich, dass ich in jenen zwei Jahren eine unendliche Liebe zur landschaftlichen Natur und Einsamkeit fasste, da ich schier immer im Freien und von einer nicht zwar reizenden, aber ruhevollen, schweigsamen und fast epischen Gegend umfangen war. Im Herbst 1819 kam ich in die Benediktinerabtei Grimmsmünster im Lande Ob der Enns, in einer der reizendsten Gegenden des reizenden Landes. Ich liebte damals vorzugsweise das Alpenland, welches im Süden unsere Aussicht begrenzte und machte, wie ich nur etwas tüchtiger zum Fuß gehen wurde, manche Ausflüge in das Gebirge. Meine Studien gingen sehr gut vonstatten, indem ich in den Grammatikalklassen der dem Benediktiner Plazitus Hall, der sich meine annahm, weil er einige Anlagen in mir zu entdecken meinte, mich nebst anderen Züglingen zu sich auf seine zwei Zimmer gehen ließ, mich ermunterte, mich im Zügel hielt, wenn mich mein zu lebhaftes Wesen fortreißen wollte und mich endlich so lieb gewann, dass er fast mehr als väterlich für mich sorgte. Die schönsten Gefühle der Wahrhaftigkeit, der Gerechtigkeit und Heiterkeit, die er ganz besonders liebte, verdanke ich ihm. Ich kann nur mit der größten Liebe und Ehrerbietung an diesen Mann denken. Er lebt noch und ist jetzt in den 70ern und ist Pfarrer in Pfarrkirchen, wo das Jodbad Hall ist. Und ich habe ihn im vergangenen Sommer mit meiner Gattin besucht. Nach vollendeten philosophischen Studien ging ich mit guten Zeugnissen von Grimms Münster nach Wien. Ich hörte dort die Rechte, begann mich aber nebenher auf die Mathematik und die Naturwissenschaften zu verlegen, die ich lieb gewonnen hatte. Schon im Verlauf meiner Rechtsstudien wurde es mir klar, dass ich kein Beamter werden könne. Aber dafür gab ich mich dem Gedanken hin, als Professor wirken zu können. Ich machte ein paar physikalische Konkurse, ich weiß nicht wie gute, meine aber jetzt, dass sie nicht sonderlich waren, weil ich noch zu jung war und erst später tiefer in die Wissenschaft eintrang. Leider sah ich auch bald, dass ich als Professor nicht nach der Art würde wirken können, wie ich es wünschte und gab auch diesen Gedanken auf. Wohl hing ich der Sache noch nach, indem ich Privatunterricht gab und zwar nicht überall, aber an vielen Orten mit der größten Liebe gab. Ich habe auch ein paar Schüler, die mich sehr lieben und gerne an unsere Lernzeit zurückdenken. Von der Zeit an wollte ich ganz frei von jedem Bande nur mir selber leben. Ich gab mich den Studien Naturwissenschaft, Philosophie und vorzüglich in letzterer Zeit der Geschichte hin. Als Kunst trieb ich die Landschaftsmalerei, in der ich die ersten Elemente bei dem Zeichenlehrer Georg Rietzelmeier in Grimmsbünster lernte und dann unter keiner Leitung als meiner eigenen Beobachtung weiterging. ich mit der unbegrenztesten Verehrung. So zwar, dass ich die größte Scheu hatte, selber etwas drucken zu lassen, weil es so tief hinter jenen Mustern stehen musste. In reiferen Jahren nahm ich wieder die Alten vor und lernte sie bis zum heutigen Tage immer höher achten. Aus jener Scheu schrieb es sich heraus, dass ich so spät etwas in den Druck gab. Und da auch noch zufällig, indem mir die verstorbene Baronin Mink dahinterkam, dass ich allerlei dichte und mich im Verein mit Wittauer beredete, etwas in seine Zeitschrift zu geben. Es war der Kondor. Von da an erhielt ich Aufforderungen und so machte sich die Sache. Im Jahre 1837 vermelde ich mich mit Amalia Monhaupt, der Tochter Philipp Mohaupts, Offiziers der österreichischen Armee, der aber schon im Jahre 1839 starb. So lebe ich jetzt in der oben angegebenen Beschäftigung fort. Studieren, malen, dichten und suche mich in allen Dreien zu vervollkommenen. Da es mir leider immer deutlicher wird, dass ich von meinem Ideale in diesen Dingen in einer fast unendlich großen Entfernung stehe. Wenn mir dieses Bewusstsein nicht zuweilen schmerzlich wäre, so würde ich mein Leben ein sehr glückliches nennen, da mich meine Arbeitstage sehr freuen und die Natur jeden Anblick in ihr Antlitz lohnt. Meine Ehe ist eine der glücklichsten, da mich meine Arbeitstage sehr freuen und die Natur jeden Anblick in ihr Antlitz lohnt. Meine Ehe ist eine der glücklichsten, aber leider kinderlos. Im Winter bin ich in Wien, im Sommer in der Regel in Oberösterreich. Ich besuche da immer auch meine Mutter Magdalena, eine Frau von schlichtem, aber tiefem und meist dichterischem Gefühle. Ich liebe sie sehr und habe deshalb auch meine Ferien immer bei ihr zugebracht. Im vorigen Sommer war ich in München, Augsburg und Regensburg. Meine Gattin begleitet mich überall. Haben sie so die Daten und wahrscheinlich mehr, als sie brauchen, sondern sie das Faktische von den anderen ab. Mir stellte sich alles auf einmal dar und darum gab ich es auf einmal. Genehmigen Sie, dass ich Ihnen bei dieser Gelegenheit meine gebührende Hochachtung bezeige, mit der ich bin, euer hochwohlgeboren ergebenster Diener Adalbert Stifter. Wien, am 16. November 1846. Anton Bruckner an Wilhelm Tappert. Wien, Sonntag, 1. Oktober 1876. Sonntag, 1. Oktober 1876. Euer Hochwohlgeboren, über Ihre Liebenswürdigkeit unendlich erfreut, beeile ich mich, der so ehrenden Einladung von Euer Hochwohlgeboren Folge zu leisten. Hans Richter sprach sich über diese vierte Symphonie höchst schmeichelhaft aus und er suchte mich, ich möge seinen Respekt melden, mit dem Ansuchen, ob es nicht möglich wäre, die Symphonie bis März kommenden Jahres zurückzubekommen, um selbe im April noch aufführen zu können. Ich aber bitte die hohen Herrschaften, ganz und gar nach Belieben zu verfügen. Für mich wäre eine Aufführung in Berlin von höchster Wichtigkeit und tausendmal besser als in Wien. Im glücklichsten Falle der Annahme wäre meine Freude ganz unbeschreiblich. Innigst bitte ich nochmals hoch derselbe, wollen mir ihre Gewogenheit und Gnade nicht entziehen. Professor Schelle, welcher darüber große Freude hat, empfiehlt sich höflichst. Mit tiefstem Respekt verharre ich euer hochwohlgeboren, dankschuldigster Diener Anton Bruckner. Wien, 1. Oktober 1876. Anton Bruckner, Hoforganist, Professor am Konservatorium, Lektor an der Universität, geboren 1824 zu Ansfelden in Oberösterreich. Bis 1855 Lehrer und dann auch Stiftsorganist zu St. Florian. Bis 1868 Domorganist in Linz, von wo ich durch Herbeck nach Wien den Antrag erhielt. Meine kontrapunktischen Studien absolvierte ich bei Sechter in Wien und stand unter dessen Leitung von 1855 bis 1861. In der Komposition hatte ich einen Meister aus Leipzig, Kitzler, bis 1863. 1869 ward ich nach Nancy berufen zu Orgelkonzerten und ging von dort nach Paris, wo ich auch zweimal spielte. Zuletzt in Notre-Dame über ein gegebenes Thema von sehr vielen Künstlern, Aubert, Gounod, Ambroise Thomas, Professor der Universität. Sämtliche Künstler und Kritik bezeichneten mich in höchstem Grade aus. in höchstem Grade aus. Dieselben Auszeichnungen erhielt ich 1871 in London, wo ich sechsmal in der Albert-Halle, fünfmal im Kristallpalast auf der Orgel konzertierte. Das sonst kalte Publikum applaudierte namentlich meine Improvisationen so heftig, dass ich bisweilen zweimal nach dem Schluss noch improvisieren musste. The Morning Advertiser vom 1. September 1871, ebenso Morning Post, Daily News und The Court sprechen das höchste Lob. Richard Wagner lernte ich 1865 in München bei Aufführungen von Tristan kennen. Damals sprach Bülow über meine C-Moll-Symphonie Nummer 1, über Originalität und Kühnheit einerseits und über die hübschen Gedanken, wie er sie nannte, andererseits sein Interesse und Erstaunen aus. Und zwar auch zu Wagner, der mich dann zu sich lud. Ich war dann der Erste, der als Chormeister der Linzer Liedertafel 1868 im April den Schlusschor aus den Meistersängern aufführte. 1873 ging ich mit meiner Sinfonie Nummer drei in D-Moll nach Bayreuth. Meister Wagner ließ sich erbitten und durchblätterte langsam die Partitur, da er großes Interesse zeigte, Bartig selber dedizieren zu dürfen. Doch erst abends, nachdem der große Meister das Werk vollständig durchgelesen hatte, empfing mich Wagner mit einer Umarmung. Und so sprach er schmeichelhafte Anerkennung aus, die ich der Malen wohl nie sagen kann. Zugleich bemerkte der Meister, mit der Dedikation habe es seine Richtigkeit und ich bereite ihm damit das größte Vergnügen. Seither habe ich auch schriftlich die so großartige Anerkennung und die Einladung zu den Festspielen erhalten. Wagner spricht von dieser Symphonie, wo er mich sieht, so in Bayreuth vor einem großen Publikum im Zwischenakte des Siegfried am Wiener Bahnhofe und dergleichen. Nachtrag. In Wien bin ich ebenfalls immer bei Wagner geladen, suppiere bei ihm und die Frau Gräfin Donhoff sagte mir wiederholt, dass der Meister die schmeichelhaftesten Urteile oft über mein Wirken sprach. Vor zwei Jahren sprach der Meister bei seiner Ankunft am Westbahnhofe vor einem großen Publikum. Ich habe die Sinfonie Neues durchgesehen. Sehr brav, sehr brav. Aufführen, aufführen, das muss aufgeführt werden. Nota bene, Privatnotiz. Und so lebe ich seit 1868 in Wien, lebhaft bedauernd je hierher übersiedelt zu sein, da mir Unterstützung, Anerkennung und Existenzmittel mangeln. Wegen meiner Tätigkeit an der Universität als unentgeltlicher Lektor für Harmonielehre und Kontrapunkt ist Dr. Hanslik mir ein böser Gegner geworden. Auch als Hoforganist habe ich noch keine Besoldung. Notabene, als Lehrer hatte ich anfangs jährlich zehn Gulden Konventionsmünze. Wien, 1. Oktober 1876, Anton Bruckner. Applaus So, ein erster Einblick, was die beiden Herren über sich erzählen. Ich muss jetzt gleich unseren Hausherrn Stifter ein bisschen berichtigen. Adalbert Stifter ist nicht 1806 geboren, sondern 1805, eher zeitnah zur Verehelichung seiner Eltern. Darum dürfte er sich gelegentlich ein Jahr jünger gemacht haben. Er hatte auch einen Bruder mehr, als hier angegeben wird. Ebenso verhielt sich es bei den Schwestern. Das sind aber jetzt nur ein paar Kleinigkeiten. Er erzählt jetzt auch, dass er aus einem bürgerlichen Hause kommt. Auch das scheint ein bisschen hochgegriffen. Vielleicht waren Sie ja mal in Oberplan. Das ist ein sehr hübsches Haus, aber doch nicht wirklich ein Bürgerhaus. Es war ein Häusler, der eine kleine Landwirtschaft betrieben hat und als Leinenhändler bis nach Oberösterreich hereingekommen ist, um sich auch zu etablieren und das hat ihn ja dann letztlich auch das Leben gekostet. Was den beiden Männern gemeinsam ist, ist der frühe Verlust des Vaters und eine doch sehr enge Beziehung zur Mutter, die sich stiftermeist in Behauptungen äußert. Also er lobt die Mutter über den grünen Klee. Dass er sie ständig besucht habe, dürfte leider auch nicht stimmen. Er hat auch nicht alle Ferien dort verbracht und ist dann im Erwachsenenalter nur mehr dreimal nach Oberplan heimgekehrt. Was kann man jetzt in Bezug auf Bruckner vielleicht zu dem sagen, was er erzählt hat? Ist es das, was man wissen soll von ihm oder schwindelt er sich da auch ein bisschen drüber und wie siehst du die Herkunft oder diese frühe Prägung durch den abwesenden Vater und die Mutterbindung? Vielleicht gleich zum Einstieg, auch das, was Bruckner geschrieben hat, und da dürfte der Stifter doch ein bisschen ähnlich sein, ist auch voller Fehler und stimmt auch nicht. So ist er zum Beispiel nie Stiftsorganist in St. Florian gewesen, also nie definitiver Stiftsorganist, er hat das immer nur provisorisch gemacht und hat eine definitive Stelle nie erhalten. Und auch seine großen Pariser und vor allem Londoner Triumphe sind leicht aus der Luft gegriffen, würde ich mal meinen. Londoner Triumphe sind leicht aus der Luft gegriffen, würde ich mal meinen. Da gibt es Presseberichte, die er verfasst hat und nach Oberösterreich weitergereicht hat, damit es einfach beschönigt dasteht, dass er der große Triumphator in London ist. Und das trifft sicher so auch nicht zu. Das zur ersten Gemeinsamkeit vielleicht. Aber das andere, das, was du du angesprochen, das stimmt natürlich. Der frühe Verlust des Vaters oder dieses Heranreifen im Schulmeisterhaus in Hansfelden, das war sicher sehr prägend für Bruckner. Die Stift St. Florian oder Hansfelden ist ja eine dem Stift St. Florian inkomparierte Pfarre. Das heißt, der Stift war immer präsent, nicht nur in St. Florian, auch in Hansfelden. Der frühe Verlust, da könnte man vielleicht noch vorgreifen, Bruckner ist ja dann, da hat sein Vater noch gelebt, zu seinem Onkel, nach Josef Weiß und dessen Sohn Johann Baptist Weiß nach Hörsching gekommen, nach Josef Weiß und dessen Sohn Johann Baptist Weiß nach Hörsching gekommen, aus dem Grund, weil diese beiden Herren musikalisch eindeutig begabt waren wie der eigene Vater. Das war vielleicht der eine Grund. Der andere Grund wird gewesen sein, die hohe Kinderzahl im Hause Bruckners. Auch der Großvater hat dort noch gelebt und bedienstete. Da war man sicher froh, einen Esser weniger zu haben, weshalb sich der Onkel in Hörsching um den kleinen Anton damals gekümmert hat. Und natürlich hat er da eine bessere und fundiertere Ausbildung gehabt, eine musikalische, als jetzt in Ansfelden. Der Tod des Vaters wiederum hat ihn dann zurückgerufen nach Ansfelden. Grund war der, weil seine Mutter das Schulhaus verlassen musste. Das war damals auch so üblich mit der Neubestellung eines Schulmeisters, ist ein anderer eben nachgerückt und die Frau hatte, wenn sie nicht den neuen Herrn ehelichen wollte, das Schulhaus zu verlassen. Und so ist seine Mutter eben dann nach Ebelsberg gekommen, bruchten aber wieder ganz kurz bei Weiß und ist dann Sängerknabe im Stift geworden, das ihm mehr oder weniger zur zweiten Heimat wurde. Das ist, glaube ich, auch eine Gemeinsamkeit bei beiden, diese prägenden Jahre in den Klöstern, Bruckner in St. Florian, Stifter in Kremsmünster, wo das Bildungsideal sich bei Stifter entwickelt hat, dem er, glaube ich, zeitlebens angehängt ist. Kann man das bei Bruckner auch feststellen, so eine enge Bindung, so eine enge Rückbindung an St. Florian? Das kann man ganz, ganz sicher feststellen. Die begann eben damals schon als Sängerknabe, wo er in diesem ganzen klösterlichen Umfeld aufgewachsen ist und sozialisiert worden ist, setzt sich über seine ersten Anstellungen als Schulmeister fort, weil Windhoek ist einer der dem Stift inkubierten Pfarrer gewesen, Kronsdorf in unmittelbarer Nähe von St. Florian und dann in der Marktschule, die natürlich wieder dem Stift unterstanden ist. Und dann in der Marktschule, die natürlich wieder dem Stift unterstanden ist. Und die Beziehung von Schule zu Stift und von Schulbediensteten zu Stiftbediensteten war eine sehr, sehr enge. Das hat ihn wirklich zeitlebens geprägt, bis er dann nach Linz gegangen ist. Und darüber hinaus, weil er ist ja auch in St. Florian begraben, auf eigenen Wunsch. Das Thema Schule ist ja auch ein weiterer Schnittpunkt. Stifter hat an die Bildung geglaubt. Der Wunsch für diese Tätigkeit als Volksschulinspektor war ja der, dass er gemeint hat, eine bessere Gesellschaft wird entstehen, wenn man sehr früh ansetzt in der Bildung. Gleichzeitig war natürlich Bildung immer auch eine Möglichkeit zum Aufstieg, eine der wenigen Möglichkeiten über die Klosterbildung. Bei Bruckner ist das ja schon angelegt über den Vater, der Lehrer ist, aber Bruckner macht ja dann in Linz auch die Präparantie und ist dann selber im Schuldienst, als Schulgehilfe. Ich glaube, Bruckner war das sehr, sehr früh bewusst, dass er gewisse Karriereschritte verfolgt hat und für sich selbst ausgereizt hat. Das heißt, es dürfte schon relativ früh festgestanden sein, dass er irgendwann einmal der Nachfolger seines Vaters werden könnte in Lanzfelden. Er hat dann aber am Beispiel des schon genannten Cousins, des Johann Baptiste Weiß, gesehen oder gefühlt, eigentlich würde ich gern komponierender Schullehrer werden. Das war der Vater nicht und der Weiß kein schlechter. Und das heißt, er hat sich dann in dieser Hinsicht weitergebildet, hat dann die Präparantie, die Lehrerbildungsanstalt in Linz gemacht und ist dann als Gehilfe durch Oberösterreich gezogen, wäre jetzt übertrieben, aber hat seine erste Anstellung in Wien-Dag bei Freistaat bekommen, die ihm nicht so beharrt hat, eine zweite in Kronsdorf schon viel eher. Obwohl er in Hörsching und in Wien-Dag schon komponiert hat, ist er als richtiger Komponist erst in Kronstorf aufgetreten und hat damals eigentlich komponiert, was so im Lehrerbereich Usus war, oder was man auch von Schullehrern verlangt hat, das komponieren müssen. Die waren ja zugleich Organisten für die ganze Musik des Ortes verantwortlich und haben, wenn sie es gekonnt haben, auch Kirchenmusik komponiert. und haben, wenn sie es gekonnt haben, auch Kirchenmusik komponiert. Bruckner hat es gekonnt und hat sehr bald mehr gekonnt, weil er immer wieder Ausbildungen besucht hat, immer wieder selbst dahinter, wann selbst Studien betrieben hat, sich das dann auch verschriftlichen hat lassen, was er alles gekonnt und belegt hat. Und so ist er dann nach St. Florian gekommen, hat im Stift den Aufstieg gemacht, ehe die nächste Schwelle oder die nächste Hürde Linz zu meistern war. Das er dann auch erreicht hat und in der Folge natürlich Wien, weil in Linz nicht mehr gegangen ist. Kann man sagen, dass Buchner auch eine pädagogische Ader hatte? Ich habe das in der Vorbereitung irgendwo gelesen, dass er als Lehrer beliebt gewesen sein dürfte. Das ist schwer zu sagen, aber es gibt aufgrund seiner ersten Biografen Göllerich und Auer Aussagen von Schülern, die damit aufgenommen worden sind und die sprechen sich natürlich sehr, sehr positiv auf, er dürfte sehr netter und zuvorkommender Lehrer gewesen sein, kein strenger Lehrer, der auch nie gern zum Stäbchen gegriffen hat, vielleicht eher zum Dirigierstäbchen. Ob das alles der Wahrheit entspricht, das kann man nicht sagen, weil im Nachhinein, als er der große Komponist war, ist er von seinen ehemaligen Schülern sicher idealisiert worden. Weil Stifter hat, zumindest was pädagogische Konzepte betrifft, unglaublich vorausschauende Ideen gehabt. Also könnte man wahrscheinlich vergleichen mit der Montessori-Pädagogik, also dieses selbstbestimmte Tun und Erlernen und sich die Dinge aneignen, die Welt aneignen in einer größeren Freiheit und Geborgenheit. in einer größeren Freiheit und Geborgenheit, wie weit er selber, also er war als Hauslehrer ja lang tätig in Wien und dort auch offenbar sehr beliebt bei seinen Schülerinnen und Schülern, also da hat er auch einen ganz heiteren Umgangston, den er hier anschlägt. Mit der Ziehtochter ist es nicht so glücklich verlaufen, wie man weiß. Also wie gut Stifter jetzt als Lehrer dauerhaft gewesen wäre, ist natürlich aus der Theorie schwer zu beurteilen. Was ich erstaunlich finde, ist, dass beide Herren trotz dieser erlernten Disziplin, die in den Klöstern, in der Klostererziehung damals wohl unumgänglich mit zu erlernen war, dass sie dann in ihrem Bildungsweg oder in ihrer Karriereplanung immer wieder so ein bisschen zurückschrecken oder beharren oder den Platz, den sie haben, dann letztlich sich nicht sicher sind, ob sie den verlassen wollen. Zumindest bei Stifter ist es ganz einfach so, dass er seine Ausbildungen an der Universität nicht wirklich abgeschlossen hat, dass er im Gegensatz zu dem, was er von diesen Konkursen schreibt, die er da antreten hätte können, wollen, sollen, dass er bei manchen gar nicht hingefahren ist und sich dem Bewerbungsverfahren sozusagen gar nicht gestellt hat, vielleicht aus einem gewissen inneren Widerstreben die künstlerische Laufbahn jetzt aufzugeben zugunsten eines tatsächlichen Zivilberufes. Also dieser Gedanke drängt sich auf, weil diese hochambivalente Stimmung zwischen ich muss jetzt schauen, dass ich mich etabliere, um die Jugendliebe heiraten zu können und dann aber mit allerlei Leiden oder Unpässlichkeiten, Missverständnissen diese Konfrontation sozusagen, diesen Eintritt ins Berufsleben letztlich doch nicht zu machen, über Jahrzehnte kann man sagen, das ist dann doch ungewöhnlich. Und bei Bruckner gibt es das doch auch irgendwie so ein bisschen, dieses Hin und Her, dieses Innerliche. Genau, das gibt es auch. Ich glaube, Bruckner war immer auf Absicherung aus. Und wenn er eine Position inne gehabt hat, sei es jetzt in einer Schule oder dann später in St. Florian oder Linz, und der nächste Schritt anstand, ist er von einer Unsicherheit geplagt worden, weil er nicht wusste, wie schaut es materiell aus, kann ich mir das überhaupt leisten, jetzt begleite ich einen fixen Posten, der einigermaßen gut bezahlt ist, wie ist der nächste Schritt und diese Verunsicherung merkt man auch in den Briefen. Er kontaktiert immer wieder Freunde, die er um Rat bietet und lässt sich von ihnen dann bestätigen, aber du bist doch eh kein Schlechter und versuchst doch endlich, wir sehen, so schlimm wird es nicht sein und letztendlich hat's ja dann doch immer geklappt. Aber ähnlich wie bei Stiftern, das ist mir jetzt eingefallen, hat ja Bruckner auch eine gewisse Zeit damit spekuliert, ob er nicht eine Beamtenlaufbahn einschlagen soll oder zumindest als Gerichtsdiener, weil er ein fixes Einkommen hatte, das er als Künstler oder als Organist in diesem Sinne nicht gehabt hätte. Er hat es dann nicht bleiben lassen. Aber diese große Unsicherheit vor dem nächsten Schritt, das kennzeichnet Bruckners Biografie durch und durch. Ja, Stifter hat ja auch überlegt, ob er nicht doch vielleicht nicht die Oberösterreich-Stelle annimmt, aber da ist ja sein Schiffbruch zu Hilfe gekommen, nicht die Oberösterreichstelle annimmt, aber da ist er sein Schiffbruch zu Hilfe gekommen, dass er dann geblieben ist und sich tatsächlich hier niedergelassen hat. Aber bleiben wir vielleicht noch in Wien. Stifter studiert also dort. Nach dem Studium, beziehungsweise schon während des Studiums, verdient er sich als Hauslehrer und vor allem als Landschaftsmaler. Also er hat auch auf Auftrag Bilder gemalt, nicht nur für Freunde als Geschenk, sondern offensichtlich auch welche verkauft. Er hat auch angesucht um die Aufnahme in den Künstlerversorgungsfonds, auch zugunsten seiner damals dann schon mit ihm verheirateten Amalia Mohaupt. Und parallel dazu wird er zum Dichter. Und dieser Dichter ist nun Hauslehrer und Gelehrter, der in den höchsten Kreisen verkehrt. Also im Hause Metternichs unterrichtet er dessen Sohn. Er ist bei der Fürstin Schwarzenberg eingeladen im Salon, der Henriette Pereira, die ihm eine offenbar sehr schöne Uhr schenkt und so weiter. Und doch scheint er sich immer wieder ein bisschen auf seine Herkunft zurückgeworfen zu fühlen, also trotz all dieser Gelehrsamkeit und dieses Wissens, das er mitbringt und auch der freundschaftlichen Kontakte, die man pflegt, also die Fürstin Schwarzenberg beispielsweise hat, wenn Stifter am Abend zu ihr gekommen ist, ihre Theaterloge der Frau Stifters zur Verfügung gestellt, also man hat Stifter da durchaus jetzt nicht so behandelt, als wäre er ein bloßer Lackei, aber irgendwie scheint er es so empfunden zu haben, jedenfalls in der Mappe des Urgroßvaters gibt es so Stellen, die darauf hindeuten, dass er diese subtile oder vielleicht auch nicht immer subtile, diese Standesunterschiede, dieses Thema so empfunden hat. von Zeitgenossen in seiner Sprache, also ein bisschen Dialekt gefärbt, beschrieben, auch so ein bisschen als Batschert. Ich meine, die, die das mit dem Dialekt sagt, ist eine Deutsche, muss man jetzt sagen, Emilie von Pinzer, also da ist schnell einmal ein Dialekt vielleicht. Aber er selber wendet sich auch in Fragen, die den Hof betreffen, wendet er sich gerne an andere und ist immer ein bisschen verunsichert. Ist das Wiener Parkett für Bruckner auch so schwierig? Ich denke, das war es auf jeden Fall. Und da muss man ja wirklich bedenken, diese sozialen Stationen, die Bruckner durchgemacht hat. Er kam 1824 zur Welt, das war eigentlich noch tiefstes Biedermeier, und wuchs am Land auf. Im Schullehrermilieu, in einer ganz, ganz kleinen Gemeinde, wie es eben ans Felden ist. Und hat dann den Schritt gewagt über St. Florian nach Linz in die Hauptstadt Oberösterreichs, die auch, ich glaube, das hat der Stifter gesagt, auch noch Provinz war und kleiner als andere Landeshauptstädte Österreichs und von hier aus dann den großen Schritt nach Wien in die Metropole. Und da kam er wieder mit ganz anderen Verhältnissen in Berührung und hat sich natürlich unsicher gefühlt und vielleicht nicht ganz so wohl, weil ihm die heimischen Verhältnisse abgegangen sind. Das war dann auch der Grund vermutlich, dass er sich nicht in ähnlichen Kreisen wie Brahms bewegt hat, also in vielfach adeligen oder großbürgerlichen, sondern in erster Linie Zuflucht gefunden hat bei seinen Studenten, die ihn sehr geschätzt haben und mit denen er halt gern auf ein Bier gegangen ist und da nicht großartig philosophischen Themen anheingefallen ist, sondern gern über seine Kompositionen gesprochen hat oder sonst über Belanglosigkeiten und wenn, so berichtet es zumindest die Anekdote, aber die kommt mir schon sehr glaubwürdig vor, wenn das Gespräch dann einmal tiefsinniger geworden ist, dann dürfte er aufgestanden sein, also mit dem Bier und gesagt haben, so jetzt reicht es und jetzt trinken wir mal. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass Bruckner dann, wenn er einmal geredet hat, sehr gern gesprochen hat. Stimmt das? Das könnte ich jetzt nicht so sagen. Ich denke schon, wenn es vielleicht nicht allzu tiefsinnig war. Weil dem Stifter sagt man dann auch nach, dass er, wenn er einmal begonnen hat, sich zu äußern, dass er dann irgendwie schwer wieder einzufangen gewesen ist. Eine weitere Parallele. Der Stifter hatte dann nach der Wiener Zeit die Wiener Freunde, besonders einen hat er unendlich oft mit Besorgungen geplagt, weil man in Linz angeblich nichts Gescheites bekommen hat, oft mit Besorgungen geplagt, weil man in Linz angeblich nichts Gescheites bekommen hat. Keine Bandeln und keine Schlafröcke und kein Viernis für die Bilder und goldene Rahmen auch nicht. Das war sein Freund Axmann, der alte Matrose, ein Kupferstecher. Also das war der Spitzname, der alte Matrose. Ich habe gelesen, der Bruckner hat den Weinwurm geplagt mit seinen Besorgungen. Das ist richtig, aber das war vielleicht, der hat nicht nur den Weinwurm geplagt, sondern er hat auch seinen Bruder geplagt, aber das war bei Bruckner umgekehrt. Und ich glaube, da ist er sich dann mit Stifter nicht ganz ähnlich, weil der Bruckner hat sich dann das Gesächte von St. Florian nach Wien schicken lassen, damit er die heimischen Produkte in die andere Richtung weitergeben kann. Das Prinzip ist vielleicht dass, weil Speisen, die Beschreibung, die Beschaffung, die Aufeinanderfolge, das war ein durchaus relevantes Thema. Das war ein durchaus relevantes Thema, in guten wie in schlechten Zeiten. Also in den schlechten, auf die wir später eh auch, glaube ich, noch einmal kommen, in den krisenhaften Zeiten hat er es mit jeden versucht, aber in den guten Zeiten hat er ganz genaue Vorstellungen gehabt, wo die Semmeln, wo die Würsteln, wo der Striezel herzukommen hat. Und das hat er sich zum Beispiel auch von Linz nach Kirschlag schicken lassen. Der Puckner ist, glaube ich, ähnlich maßlos gewesen, oder vielleicht nicht ganz so maßlos. Aber es ist auch überliefert, dass er an die 16 Stück Knödel verdilgt hat. Und vom Bier ganz zu schweigen oder vom Most. Und dass er halt einfach diese gut bürgerliche, oberösterreichische Küche über alles geschätzt hat. Seine Hauselterin, das war zuerst seine früh verstorbene Schwester und in der Folge dann die Kathi Kachelmeier, die sind genau beauftragt worden, was sie einkaufen sollen, was sie zu kochen haben und haben halt seinen Wünschen mehr oder weniger entsprochen. Die Frau Kachelmeier dürfte das sehr gut gemacht haben, weil die Küche von ihr hat er tatsächlich über alles gelobt. Aber das hat sich auch bei Bruckner körperlich bemerkbar gemacht und es ist ihm oft von ärztlicher Seite auch empfohlen worden, weniger exzessiv zu essen, weil sie sich eben gesundheitlich niedergeschlagen hat. Auf der anderen Seite war er doch ein relativ sportlicher Typ. Er hat angeblich gern getanzt, ist ein guter Schwimmer gewesen und hat sich viel in der freien Natur bewegt. Also nicht nur Wanderungen, sondern auch Bergtouren sind überliefert, die er gemacht haben soll oder tatsächlich gemacht hat. Ja, der Stifter ist gerne in der Moldau geschwommen. Da gibt es einige Briefstellen, wo er das beschreibt. Und gegangen ist er auch meilenweit, wenn es zum Beispiel um den Erwerb irgendeines Möbelstücks einer Antiquität gegangen ist, ist er von Kirschlag nach Helmholtz-Oet und wieder zurück zu einer Besichtigung und in die andere Richtung. Also das war sicherlich eine Zeit lang zumindest eine Möglichkeit, die Kalorien irgendwie auch wieder abzugehen. Beim Tanzen, das ist vielleicht ein gutes Stichwort, die beiden Herren Stifter und Bruckner waren ja wirklich sozusagen fast in Sichtkontakt. Stifter hat hier gewohnt, im Hartlischen Haus, und Bruckner hat am Fahrplatz gewohnt, also wirklich in unmittelbarster Nähe. Also wirklich in unmittelbarster Nähe. Ich habe auch irgendwo gefunden, dass Bruckner angeblich mit Rosa, weil der Café die Hartl, der erste Besitzer dieses Hauses, könnte möglicherweise irgendwo hier in der späteren Zeit noch ein Kaffeehaus betrieben haben. Gerade hier wird es nicht gewesen sein, aber auch das wäre vorstellbar ab 1844. Da wird der Stift dann von oben geklopft, weil es ihm zu laut gewesen ist. Weil vom Tanz bei Stifter weiß man eigentlich weniger, außer dass er seine spätere Gemahlin wohl in der Ballsaison kennengelernt hat. Ja, ich glaube, auf sowas hätte Bruckner auch immer gehofft. Er hat sich genaue Notizen gemacht, auch bei Wiener Bällen, wann er mit welcher Dame getanzt hat, aber wie wir wissen, ist das ja sowieso alles vergebens gewesen. Naja, das Liebesglück und die Kinderlosigkeit sind vielleicht auch Parallelen bei den beiden Herren. Kommen wir vielleicht zu gemeinsamen Freunden in Linz. Jetzt wohnen die sozusagen hier sehr benachbart, spielen beide im gesellschaftlichen Leben der Zeit ja eigentlich eine eminent wichtige Rolle. Ich habe einen frühen Stifterbrief gefunden, wo er sich, ich muss das jetzt gerade zitieren, weil es ganz nett ist, da schreibt er im Jahr 1833 an seinen Freund Adolf von Brenner aus Friedberg in Böhmen. Er hätte jetzt gerade gelesen, während die Orgeltöne des sonntäglichen Amtes aus der Christianberger Kirche zu mir heraufschwammen und kein einziges Wesen in Feld und Wald war. Ich allein hatte die Kirche geschwänzt. jetzt fast den Eindruck, der Stifter hat dann immerzu die Kirche geschwänzt, weil dass man zwischen 1855 und 1868 nicht ein einziges Mal die Orgel hört, heraufschwimmen, herausbrausen, ist doch irgendwie sehr ungewöhnlich. Ja, vielleicht, aber vielleicht auch nicht, weil man weiß ja, Bruckner hat schon relativ früh begonnen, bei Simon Sechter in Wien zu studieren, damals 1855, als er Stadtvororganist in Linz geworden ist. Und in dieser Zeit, die er in Wien verbracht hat, hat er nach Substituten Ascher gehalten. Das heißt, da haben dann auch andere die Orgel gespielt, nicht nur Bruckner. Aber einer dieser Substitute könnte ein Grund für einen möglichen Kontakt der beiden Herren gewesen sein. Das war Leopold Hager, eines aus Bayern stammender Schulgehilfe, der scheinbar sehr, sehr guter Organist war. Und der dürfte Bruckner von Stifter empfohlen worden sein. Man weiß natürlich nichts Genaueres darüber, wann das stattgefunden hat und ob es tatsächlich stattgefunden hat, aber es ist zumindest so in seiner großen ersten Biografie überliefert. Worauf wir halt jetzt drauf gekommen sind bei der Schillerfeier, hätten Sie sich begegnen können, vielleicht bei der Aufführung der Schöpfung von Haydn? Genau, Bruckner war ja ein Stift, aber bekanntlich ein großer Verehrer der Schöpfung von Josef Haydn. Dementsprechend hätte es Bruckner nicht geschadet, wenn er mal ordentliche Musik gehört hätte. Es gibt auch gemeinsame Freunde. Das Ehepaar Mayfeld spielte eine ganz große Rolle. Die hatten auch so einen Salon. Betty von Mayfeld dürfte sehr musikalisch gewesen sein und war mit Bruckner offenbar persönlich ganz eng. Nicht nur Betty, auch Moritz von Mayfeld hat selbst komponiert und war großer Verehrer Bruckners. die haben gemeinsam Klavier gespielt. Und er hat ihn scheinbar zum Komponieren der Sinfonien motiviert. Ob das wirklich stimmt, ist auch wieder eine andere Frage. Mayfeld war jedenfalls mit Stifter auch ganz eng bekannt. Also der ist dort in diesem Hause verkehrt. Wie die Mayfelds die beiden so aneinander vorbeigebracht haben, ungewöhnlich. Also vielleicht gibt es im Briefwechsel, glaube ich, der Mayfeld-Nachlass ist, glaube ich, noch nicht gänzlich aufgearbeitet. Der liegt bei dir, Magda, Lena, stimmt's? Ja, aber die Musikalien, Briefwerder, sowas gibt es nicht. Und Mayfeld selbst ist total schwer zu fassen. Tja, also auf die Mayfelds dürfen wir nicht hoffen. Ein weiterer Künstler, der in Linz eine große Rolle gespielt hat, Josef Maria Kaiser, den Stifter sehr geschätzt hat als Maler, war auch mit Bruckner bekannt, ziemlich gut bekannt, aber auch da scheint sich keine Verbindung zumindest nachweisen zu lassen. Und was mich sehr irritiert hat, war, es gibt über Bruckner etliche Berichte in der Linzer Zeitung. Stifter war relativ bald nach seinem Kommen von Wien nach Linz Redakteur in der Linzer Zeitung und er war sicher lange Zeit Leser der Linzer Zeitung, sozusagen schon auch von Amts wegen und wegen der vielen Kunstkritiken und Rezensionen, die ja dort auch dann nach wie vor erschienen sind von ihm. Und dass er da nicht ein einziges Mal irgendeinem Freund schreibt, jetzt steht schon wieder der Bruckner in der Linzer Zeitung oder wer ist der Mann, das finde ich bemerkenswert. Heiden dürfte ihm lieber gewesen sein. Vermutlich. Vielleicht, entschuldige. Naja, wir haben uns auch die Frage gestellt, wie ist die Kenntnis oder die Wahrnehmung der Kunst des jeweils anderen? Also bei Stifter weiß man, dass mit der bildenden Kunst sich Zeitlebens, also tatsächlich bis zu seinem Tod hat er gemalt, er hat sich in Praxis und Theorie mit der bildenden Kunst sich zeitlebens, also tatsächlich bis zu seinem Tod, hat er gemalt. Er hat sich in Praxis und Theorie mit der bildenden Kunst beschäftigt. Er hat sich mit der Denkmalpflege beschäftigt, bis hin zu Bodenfunden, bis zu den Hypocausten, die in Enz ergraben wurden. Also Stifter hat die Kunst für tatsächlich mehr gehalten als ein dekoratives Element. Für ihn war die Kunst etwas ganz Existenzielles, verbunden mit einem religiösen, also mit einem transzendenten Gedanken. Aber das war eben in erster Linie die bildende Kunst und auch die Dichtkunst. Es ist aber beleibe nicht so, dass Stifter sich nicht auch mit Musik beschäftigt hätte. Ich bleibe nicht so, dass Stifter sich nicht auch mit Musik beschäftigt hätte. Es gibt auch im Werk nicht nur Spuren, sondern deutliche Manifestationen. Das ist bei den Feldblumen so, bei einer frühen Erzählung. Es ist im Nachsommer so, dass hier die Musik, die Zittermusik, auch die Herstellung der Musikinstrumente beispielsweise, sehr detailliert beschrieben wird und eingebettet ist in das künstlerische Tun, sozusagen auch die Herstellung eines Musikinstrumentes ist die Herstellung eines Kunstwerkes. Es gibt, vielleicht waren Sie so glücklich und haben Stift das Geburtstag vergangenes Jahr hier gefeiert, die Erzählung die Schwestern, später zwei Schwestern, Karl Markowitsch hat hier eine Strichfassung gelesen, da geht es um die Ausübung von Kunst, was macht die Kunst mit dem Menschen, also wie bringt sie einen Menschen an den Rande eigentlich in diesem Fall seiner Lebensfähigkeit. Wir werden später noch die Wiener Salonszenen, den Musiksalon, den Quengerschen Musiksalon hören. Also es gibt etliche Belege, wo Stifter sich mit der Wirkung der Musik beschäftigt hat. Man weiß auch, dass er aus seiner Jugendzeit eine große Liebe zu Schubert mitgebracht hat, vielleicht sogar schon aus Kremsmünster, wo Schubert ein großes Thema gewesen sein dürfte. Und du hast in den Schulakten immer wieder auch gefunden, dass Stifter sich mit der Praxis, mit der musikalischen Praxis beschäftigt hat, der dortigen Lehrer oder Lehrergehilfen. Genau, es gibt immer wieder Aufzeichnungen von Stifter bei Schulvisitationen, wo er auf die jeweiligen oder auf die unterschiedlichsten Lehrer zu sprechen kommt. Und wenn jemand besonders musikalisch war, wie etwa Karl Köchel, den kennt heute niemand, das war Organist und Komponist aus Reichersberg, dann hat er das wirklich erwähnt. Das heißt für mich, Stifter hat das sehr wohl wahrgenommen, was seine Untergebenen oder seine Kollegen da auch an musikalischem Output von sich gegeben haben und er dürfte das sehr wohl verstanden haben. Nichtsdestotrotz ist es wirklich eigenartig, den Köchl erwähnt, als guten Komponist und der Bruckner kommt nirgends vor. Und der Bruckner sagt nicht ein einziges Mal danach, Sommer ist aber dick? Vielleicht war das der Grund, warum er nicht zu Hause stehen gehabt hat. Also nicht das große Interesse fürs Lesen bei Bruckner. Wenn man das vergleicht mit Johannes Brahms zum Beispiel, der intellektuell sehr gebildet war und dessen Bibliothek dann eigentlich den Grundstock gebildet hat, der Bibliothek der heutigen Gesellschaft, der Musikfreunde, ist das mit Bruckner kaum zu vergleichen. Wenn man die Bücher, die Bruckner besessen hat, aneinanderreihen würde, ist vielleicht ein halber Meter. Aber Bruckner war jetzt sehr interessiert am Zeitunglesen und an Sensationen, was er so alles getan hat. Die Expedition von Bayer zum Franz-Josefs-Land hat er mitverfolgt oder die Hinrichtung von Kaiser Max in Mexiko, weil er sich selbst einmal erhofft hätte, dass er Hoforganist in Mexico City wird. Das dürfte aber nichts geworden sein, weil die Exekution dazwischen gekommen ist. Auf der anderen Seite kann man ihn, hat er vielleicht, das ist ein bisschen gemein, wenn man das sagt, aber so er dürfte vielleicht so ein Kronenzeitungsleser gewesen sein. Man weiß beispielsweise in den 1880er Jahren, ich glaube auch 1986 war das, ist das große Frauenmörder-Duo Hugo Schenk und Karl Schlosser in Wien verhaftet und hingerichtet worden. Und Bruckner hat den Gerichtsverhandlungen tatsächlich beigewohnt. Und das hat ihn total interessiert, was da über die Bühne geht. Und es wird berichtet, dass am Tag der Hinrichtung, als man den Hugo Schenk im benachbarten Riethof, das war das Gasthaus gegenüber vom Gericht, die Henkers Mahlzeit bereitet hat, das war Köpfschnitzel, das dürfte Bruckner mitbekommen haben und das in die Küche geilt und hat sich aus dem selben Kaiser ein Teil Schnitzel schneiden lassen. Aber das ist nachweislich belegt, dass er wirklich diesen Gerichtsverhandlungen beigewohnt hat und da war dieser Fall von Hugo Schenk und Schlosserreg nicht der einzige, also das ist mehrfach belegt. Kurz noch eine Fußnote zu Mexiko, auch Stifter hat sich für Mexiko interessiert und zwar für die Reisebeschreibungen des späteren Kaiser Maximilian von Mexiko. Vermittelt wurde das durch die schon erwähnte Emilie von Binzer, die sehr eng war mit dem Kaiserhaus und die durfte Stifter diese eigentlich noch nicht zur Veröffentlichung bestimmten Reisebeschreibungen zeigen und die haben Stifter, wir haben ihn sehr entzückt und umso tragischer hat er dann die Hinrichtung Maximilians in Mexiko 1867 empfunden. Also über Mexiko hätten sie schon reden können miteinander, wenn nichts naheliegenderes da gewesen wäre. Der Sängerbund Frosin, der hat doch im gesellschaftlichen Leben der Stadt nicht nur die Rolle dann gehabt für Stifter, die Traurige, nämlich dass bei seinem Requiem, das wissen Sie wahrscheinlich alle, Bruckner den Sängerbund Frosin angeleitet hat, als Stifter zu Grabe getragen wurde. Das war in dem Jahr, in dem dann Bruckner auch Linz verlassen hat. Aber der Sängerbund Frosin, dem er, glaube ich, auch gleich ab 1856 beigetreten ist, der hat nie dem Stifter irgendwo ein Ständchen gesungen oder dass man sich da irgendwo getroffen hätte? Man wüsste es nicht. Nein. Man wüsste es nicht. Es ist wirklich sehr, sehr eigenartig, dass diese zwei Geistesgrößen sich nie näher begegnet sind. Vielleicht bei der Grundsteinlegung des Neuen Domes. Da könnte es sein, das ist anzunehmen, dass Stifter da im Publikum war. Stifter dürfte da gewesen sein. Er hat da auch einen Bericht geschrieben oder vorgehabt, einen zu schreiben, veröffentlicht wurde der dann nicht unmittelbar, aber da war er sicher dort und der Bruckner auch. Der war sicher dort, genau. Ohne Orgel. Vielleicht kommen wir noch zu ein paar Eigenarten, anschließend an sozusagen die Kunst, die eigene und die des jeweils anderen. Stifter war berüchtigt für seine exzessiven Überschreibungen. Das heißt, Stifter hat einen Text geschrieben, hat vorsorglich am Rand gleich einen Leerraum gelassen, hat vorsorglich am Rand gleich einen Leerraum gelassen, so wie es auch im Aktenwesen üblich war, eine deutliche Marginalspalte, wo man Einwendungen als Vorgesetzter notieren hätte können, aber er hat sich da sozusagen dann immer selbst berichtigt. Wenn der Platz vertan war, dann gab es noch Möglichkeiten, irgendwo am äußersten Ende was hin zu zwicken und dann hat er begonnen, das alles wieder aufs nächste Blatt zu übertragen und dort ist es von Neuem losgegangen. Er hat das die Pfeile genannt, die unbedingt notwendige Pfeile. Man kann kein Werk unvollständig aus der Hand geben, Also das war so ein fast zwanghafter Gedanke, dass man dem Ideal immer noch näher käme, weil das Ideal, wenn man ihm nahe genug ist, wieder einen Schritt abrücke. Also man nähert sich und glaubt, man hat es und dann zieht das Ideal schon wieder ein Stück höher und man muss sich neuerlich bemühen, diese Spannung, diesen Abgrund zu überschreiben. Für den Verleger war es nicht ganz so angenehm, diese vielfach angekündigten Manuskripte, die überschrieben wurden, schon gesetzte Texte, die wieder umgeändert werden mussten. Also diese Korrekturprozesse konnten nur fast gewaltsam eigentlich beendet werden. Ist das bei Bruckner auch so? Bei Bruckner ist das ganz ähnlich. Bekannt sind natürlich die vielen Fassungen seiner Sinfonien, die er dann in den späteren Jahren immer wieder umgearbeitet hat, immer wieder neu zur Aufführung gebracht hat. Aber nicht nur die Sinfonien, auch Gelegenheitswerke, die in St. Florian Geistlichen gewidmet worden sind, hat man dann mit anderem Text wiederverwendet und leicht umgearbeitet. Oder aus einem vierstimmigen Männerchor ein Lied gemacht für eine Singstimme mit Klavierbegleitung. Und das ist zwar wirklich nur eine Marginalie, aber es spricht trotzdem auch für dieses Faktum. Die erste Komposition, die von Brugner erhalten ist, ist ein Bangalinguat, das er in Jugendjahren in Hörsching komponiert hat. Es ist ein ganz schlichtes Stück und in seinen letzten Lebensjahren hat er auch dieses kleine Stück noch einmal überarbeitet. Jetzt nicht großartig, aber immerhin gibt es Eingriffe. Aber immerhin gibt es Eingriffe. Aber das zeigt schon ganz deutlich dafür, dass er alles Zeitschrift, in einem Almanach, in einem Sammelwerk veröffentlicht wurde. Und dann hatte Stifter durch seinen Verleger die Möglichkeit, in den Studien, in den bunten Steinen, in Sammelbänden, in der Buchausgabe sozusagen eine systematische Überarbeitung dieser Erstfassungen vorzunehmen. Die verändern sich dann tatsächlich zum Teil gewaltig, also sowohl im Umfang als auch in Szenen, die dazukommen, die wegkommen, Enden, die ein bisschen anders sind, ein bisschen variiert werden. Und diese Werke sind eigentlich zwei nebeneinander stehende Werke, die in der Stifterforschung als solche betrachtet werden. Also nicht ein Werk, das sich dann sozusagen weiterentwickelt, sondern die Journalfassungen sind ein genuines, autorisiertes Werk Stifters und die Jahre später dann von ihm neu herausgegebenen Buchfassungen sind sozusagen auch manchmal mit einem anderen Titel. Sie werden es wissen, bei den bunten Steinen, Bergkristall und, na, jetzt bringe ich mich selber, Heilige Abend. Also es haben viele dieser Erzählungen auch dann sogar unterschiedliche Titel, manchmal eben nur ganz sanft, wie Die Schwestern oder Zwei Schwestern, manchmal aber auch sozusagen beansprucht die Buchfassung eine vollkommene Autonomie, Pechbrenner und Granit von der ersten Erzählung. Die Mappe meines Urgroßvaters, ein Werk, an dem Stifter mehr oder weniger sein Leben lang immer wieder geschrieben hat, hat vier Fassungen, die aber nicht wirklich als gänzlich vollendet und abgeschlossen gelten können. Ist das bei Bruckner auch so, dass die Werke dann sozusagen ihre Eigenständigkeit und ihre Gültigkeit behaupten können oder geht da so eins ins andere auf? Nein, das ist bei Bruckner ganz, ganz ähnlich. Und ich glaube, am ehesten verdeutlicht das, wenn man das heute sieht, wie am Beispiel von Bruckners Sinfonien, wenn die in Gesamtausgaben vorgelegt werden, also in wissenschaftlichen Gesamtausgaben, wo ja jeweiliges Werk etiert wird, dann hat Bruckner oft so viele Eingriffe vorgenommen, dass das in einem Band gar nicht angemerkt werden kann. Das heißt, es muss ein zweiter Band der zweiten Fassung entstehen. Und als solches ist es auch zu betrachten, als wirkliches vollständiges und eigenständiges Werk, auch wenn Anklänge an die vorhergehende Fassung da sind. Aber das kann man wirklich als solches sehen. Das ist jetzt eine kühne Frage, die ich selber nicht beantworten kann, aber dir stelle, ist das ein Phänomen der Zeit, in der die beiden leben, oder ist das eine zufällige Ähnlichkeit ihrer Charaktere? Ich würde zwar das als zufällige Ähnlichkeit Ihrer Charaktere? Wie würdest du das? Ich würde fast das zufällige Ähnlichkeit sehen. Der zufälligen Ähnlichkeiten gibt es noch einige. Ich möchte auf die Seelenorganisation noch kommen. Stifter beschäftigt sich mit der Psychologie, nicht nur der Psychologie der Tiere, sondern auch der Psychologie des Menschen, besonders in seiner frühen Wiener Zeit, also auch mit seinen Schülerinnen, beispielsweise mit Therese Walter, hat er offenbar psychologische Studien durchexerziert oder psychologische Theorien erörtert, bis ihn dann letztlich trotz dieser theoretischen Überlegungen, die in der Zeit ja schon sehr vorausdeuten auf das Spätere, was dann bei Freud zur Vollendung kommt, also man ist da ganz überrascht, was da alles schon an Seelenlehren herumgeistert. Trotzdem hilft das Stifter dann in seiner psychischen Krise überhaupt nicht. Also er verfällt aufgrund seiner schwer zu fassenden körperlichen Verfallszustände. Also er spricht in Briefen von einem verlarvten Wechselfieber, von einem Katar, von einem Nervenübel. Also er versucht in unzähligen Neuansätzen, sich selber zu diagnostizieren und beschreibt aber mit der Symptomatik auch immer die psychische Krise, also die von Depression, von Angstzuständen, Panikattacken würde man heute vielleicht sagen, bis hin zur suizidalen Gefährdung, die ja befürchtet gehen und versucht dem mit Ordnungsobsessionen, also zum einen versucht er sich ein bisschen wie Münchhausen am eigenen Schopf aus der Grube herauszuziehen, also sich auch immer wieder zu ermuntern. Zum anderen hat er Therapien, die, ich habe es eingangs schon gesagt, in Richtung Diät gehen. Es gibt sehr amüsante Briefe über seine sogenannten Spargelkapitalien, wo er in Wien die Tochter von Wiener Freunden beauftragt, sie muss ihm frischen Spargel schicken, aber nur, wenn er einigermaßen günstig ist. Und da wird dann über Dosen Spargel und was der Spargel so kostet und er fühlt sich wie ein Känguru. Also es sind ganz heitere Briefe, die aber nicht verdecken können, heitere Briefe, die aber nicht verdecken können, dass er in einer veritablen körperlichen und geistigen katastrophalen Situation gewesen ist, wo er ansetzt, eben mit Diät, mit Bewegung, mit einer Wasserkur, einer Luftkur, da gibt es einen Ratgeber, Dr. Werbers Schweizer Alpenluft, davon verspricht er sich sehr viel in Kirchschlag, also diese gute Luft und auch das Granitwasser, dem hofft er irgendwie was abtrotzen zu können. gewisse Ordnungsobsessionen, die man im Werk ja auch schon verfolgen kann, also wie geordnet alles sein muss und wie jedes Zimmer seine Funktion hat. Also versuche einfach diese psychische Krise irgendwie zu überwinden. Und bei beiden Männern ist das das Jahr 1867, das ein besonders bitteres ist. Also für Stifter ist es ja dann schon das letzte Jahr seines Lebens, wo er auch gezeichnet ist von seiner Krankheit und sich körperlich sehr stark verändert und die Versuche in Lackenhäuser, in Karlsbad, in Kirchschlag irgendwie zur Ruhe zu kommen und zur Heilung zu finden, halt letztlich erfolglos bleiben. Bruckner ist 1867 in Bad Kreuzen, auch mit einem Nervenübel. Genau, aus ähnlichen Umständen hat er auch eine Kaltwasserkugel gemacht. Bad Kreuzen wird eine ähnliche Luft haben wie Kirchschlag und das Gestein ist auch identisch. Letztendlich war Bruckner vermutlich dreimal in Bad Kreunitz zu tun, aber einfach eher auf der depressiven Seite und mitunter, man weiß es nicht genau, aber sicher von Depressionen geplagt und ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht in der Familie gelegen ist, weil seinem Vater dürfte es in der Hinsicht auch nicht gut gegangen sein. Dann sein Cousin Johann Baptist Weiß, von dem habe ich heute schon einmal gesprochen, bei dem er den Hörsch in Unterricht genommen hat, der hat sich aus unerklärlichen Gründen am Friedhof erschossen. Ein anderer Cousin wiederum war Schullehrer in Windischgasten. Da gab es dann auch am Sterbebett, der sehr, sehr jung verstorben, einen großen Eklat, weil er sich gegen die Kirche verschworen hat und die Sterbesakramente verweigert hat. Also irgendwie dürfte es ein bisschen vielleicht schon familiär behaftet gewesen sein. Und den Ordnungswahn hat er offenbar auch gehabt. Den Ordnungswahn hat er auch gehabt und den Zählwahn. Da dürfte er dem Stifter sehr, sehr ähnlich gewesen sein. Und würdest du meinen, das Arbeitsverbot war hilfreich, weil Stifter hat das von seinem Arzt auch, also Enthaltsamkeit auf gar keinen Fall schreiben und mit schreiben war das literarische Schreiben in erster Linie gemeint, Und mit Schreiben war das literarische Schreiben in erster Linie gemeint, wo man nicht ganz sicher sein Tätigkeit nicht verbieten, die er mit großer Leidenschaft ausübt. Und wenn man sagt, du darfst jetzt nichts komponieren oder die nächsten zwei Jahre nichts komponieren, da hat man ihm sicher mehr geschadet, als etwas Gutes getan. Ich glaube, gehalten haben sich beide nicht wirklich, oder? Kann man es kaum vorstellen. Und von beiden sind irgendwie Monumentalwerke entstanden. Kommen wir zu den letzten Dingen. Eine gewisse Nekrophilie, sagt man Bruckner nach. Er war offensichtlich ein hochinteressierter Zuschauer bei der Exhumierung Beethovens und Schubertz, bei ihrer Umbettung. Mich hat das ein bisschen erinnert an Wien und die Wiener, der Gang in die Katakomben, wo Stifter hinuntersteigt und in der Michaela-Kruft die zerfallenden Größen ehemaliger Zeiten zum Anlass nimmt für allgemeine philosophische Weltbetrachtungen. Zuerst schaut er von der Spitze des Stephansturms hinunter auf die Stadt und dann geht er sozusagen in die Tiefe und begegnet den morschen, zerfallenden Vorfahren. Diese Nekrophilie ist Bruckner sicher auch eigen und vielleicht schon in die Wiege gelegt worden, denn wenn man Hans Felden kennt, oberhalb seines Geburtshauses ist die Kirche, rund um die Kirche war früher der Friedhof und ein Dienst in der Schule und ein Dienst als Kirchenmusiker hat immer mit diesen letzten Dingen im Leben zu tun. Also der ist sehr früh angehalten worden, bei Leichenbegräbnissen zu spielen. Und in St. Florian ist es ganz genauso gewesen, in Wiendorf und in Gronsdorf. Das heißt, er ist wirklich von dem geprägt gewesen. Vielleicht hat ihn das bis zu einem gewissen Grad fasziniert. Und die Mutter am Totenbett? Da hat er das Foto immer in seiner Wohnung hängen gehabt, leicht verdeckt, damit es der Besuch nicht gleich sieht, aber es ist dort gehangen. Bei Stifter kann man das wahrscheinlich nicht sagen. Stifter hat jetzt auch ein Bild hinter einem Vorhang gehabt, aber das war doch etwas ganz anderes. Was war denn das? Vorhang gehabt, aber das war doch was ganz anderes. Es war eine Venus vermutlich oder eine Diana, zumindest laut Verlassenschaftsakten. Hat die Gattin dann gemeint, das schickt sich nicht, dass sie dieses Bild als alleinstehende Vorarbeiter in ihrem Besitz hat. Der hat sie Bruckner dann die Fotos seiner Angebeteten schicken lassen. Die hat er sicher in irgendeiner Lade gehabt. Ja, die Fotografie wäre vielleicht auch noch ein Thema, aber ich glaube, wir werden uns jetzt in den Quengerschen Musiksalon begeben, um vielleicht etwas für Stifter ungewöhnlicheres oder ein bisschen weniger Bekanntes zu hören. Und dann wird unmittelbar danach anschließend etwas auch vielleicht für Bruckner nicht ganz so Bekanntes, ein Stück Salonmusik. Genau, Bruckner hat auch immer wieder Tanzmusik komponiert, vor allem für seine Schülerinnen. Und wenn man die heute hört, klingt es ganz und gar nicht nach Bruckner. Und das hätten wir uns gedacht, so als Ausschmeißer. Nicht Stifter und nicht Bruckner, jetzt zum Schluss. Applaus Adalbert Schifter, Wien und die Wiener in Bildern aus dem Leben. Im Quengerschen Musiksalon. Quenger und seine Freunde wollen gar keine Zuhörer. außer wenn einer einen Freund oder Vertrauten mitbringen will, der aber dann in der entfernten Finsternis eines ledernen Sofas absolut ruhig sitzen bleiben muss, bis die arbeitenden Mitglieder die Instrumente weglegen und aufstehen. Instrumente weglegen und aufstehen. Die Musik aber ist in der Tat, wie sich der Violoncellist ausdrückte, die präziseste in Wien. Man wird mich fragen, warum denn nun die Leute dieselbe nicht hören lassen wollen, da ja eben in der Mitteilung derselben ihr Genuss liege und die Begeisterung einer entzückten Menge der schönste Lohn des ausführenden Künstlers sei. Darauf muss ich nun freilich antworten. Daran liege dem Herrn Gwenger und seinen Freunden nichts. Und sie haben bei ihrer Musik eine ganz andere Freude. Der Leser erinnert sich sicher an jene hölzernen Knöpfe, welche man auseinanderlegen kann und dann nur mit vielem Studieren und Versuchen wieder zusammenbringt. Oder an jene eisernen Rahmen, von denen man kunstreich eine Anzahl Ringe abhaspelt oder wieder aufhaspelt. Ein solcher Knopf und ein solcher Rahmen ist für Quenger und seine Freunde die Musik. Es ist eigentlich ein Quartett und es war sehr schwer, dasselbe zusammenzubringen. Quenger richtete sich den großen Saal seiner Wohnung eigentlich zu Anfang bloß für seine Einzelübungen ein, eigentlich zu Anfang bloß für seine Einzelübungen ein, wo er jahrelang aus verschiedenen Stücken den Prim oder Sekund einstudierte, bis er ihn ohne die geringste Abweichung des Zeitmaßes guiden konnte. So tat er es mit hunderten Kompositionen. Alle Leute wussten, dass er zu Hause oft fünf bis sechs Stunden unausgesetzt übe und dennoch hat ihn niemand bei einer Exekution mitspielen gesehen. Und auch mit ihm hieß es, möge niemand spielen. Dennoch musste er sich danach gesehnt haben, zu sehen, wie nun zwei Geigen ineinander spielen und die Aufgabe des Zeitmaßes lösen. Dass es ungleich schwieriger sei als bei einer, das leuchtete ihm gleich ein, bei dreien noch schwieriger und vollends bei vieren. Nach und nach fanden sich denn doch die Bestandteile des Quartetts zusammen und nun spiegeln sie mit ergrauten Köpfen, aber mit heißer Jünglingsleidenschaft schon seit der Schlacht bei Leipzig Quartette und haben die reinste, abstrakteste Freude an ihren gegenseitigen Bemühungen. Denn sie ruhen und rasten nicht eher, sollten auch 300 Proben nötig sein, bis sie ein vorgenommenes Stück absolut mathematisch präzis darstellen können. Und sie haben sich für das Zeitmaß ein solches Ohr herangebildet, dass die kleinste Differenz gleich mit dem entschiedensten Unwillen empfunden wird. empfunden wird. Und sie haben sich so ineinander hineingespielt, dass sie sich kennen und vertrauen, dass sie ihre eigene abgeschlossene Musikwelt und Zuhörerschaft sind. Wobei sich aber eine solche Reizbarkeit entwickelte, dass ihnen ein Gang durch das Zimmer, ein Tritt, ein schnelles Wort, die unleidlichste Störung ist, daher sie am liebsten allein sind. Denn was anderen die Musik und ihre Mitteilung so teuer macht, nämlich die Schönheit, das, das wird der Leser schon bemerkt haben, gilt bei Gwenger und seinen Freunden nichts. Ihnen ist sie nur die Lösung eines Problems. Und wenn sie freilich auch von Schönheit eines Stückes sprechen, so ist es nur immer so gemeint, als wenn ein Auflöser und Zusammensetzer des obigen hölzernen Knopfes nur einen anderen solchen Knopf fände, der noch künstlicher gefügt, noch schwieriger zu lösen und zu binden sei. Hieraus erklärt sich auch die Erscheinung, dass dieses Quartett, das heißt die vier Freunde, oft in öffentlichen Musikexekutionen gesehen werden, dass sie selten einen Vortrag schön finden, für ihre Meinung auch die schlagendsten Gründe anführen, die die Nichtpräzision der Darstellung beweisen und andere Menschen überzeugen. Und dass dennoch die selten gründlichen Freunde, wenn sie von der Schönheit dieses oder jenes Musikwerkes die Rede ist, ganz gelassen Dinge sagen und Stücke in eine Reihe stellen, dass den anderen Menschen das Wort im Mund stecken bleibt. Und da dies mit der Ruhe der Überzeugung geschieht und da andererseits so kolossale Kenntnis der Mathematik, der Musik aus ihnen herauszieht, so ist man schon manch einer an sich selber irre geworden und hat gemeint, er kenne ganz oder gar nichts. Wer aber das Glück hatte, öfters den Quengerschen Übungen beizuwohnen, dem klärt sich dieses Rätsel auf. Sie haben schon mehr als 100 musikalische Nüsse aufgeknackt und knacken jetzt am liebsten an Beethovens letzten Quartetten, den sie bis in den Himmel erheben. Wäre ich ein Kompositeur, ich setzte mich hin und verfasste bloß für Quenger einen Inbegriff von Schwierigkeiten, somit ich das Quartett beseligte. Denn sie arbeiteten freudig daran und hörten nicht auf, wenn sie auch noch so alt würden wie vier ewige Juden. Hierbei stört es sie auch natürlicherweise nicht im Geringsten, wenn einer die äußersten Grimassen macht. Denn das muss er tun. Die Leidenschaft presst sie ihm aus. Und er muss mit seiner innersten Seele nachhelfen, wo physische Kräfte und Fertigkeiten nicht mehr ausreichen. Seele nachhelfen, wo physische Kräfte und Fertigkeiten nicht mehr ausreichen. So kaut zum Beispiel Davilo und Cello-Spieler alle Noten mit dem Munde mit, was, wenn ein Wald von Sechzehntel kommt, zu einem wirklich erbarmungsvollen Anblick geführt. Gleichsam wie Blitze müssen da die Mundwinkel fliegen. Der Altist hat auch eine Manier, nur ist sie würdiger und gesetzter. Er neigt sich nämlich sanft vor und zurück, wie mehr oder weniger Noten in dasselbe Zeitmaß gehen und hebt sich empor oder duckt sich nieder, wie es Forte oder Piano geht. Der Sekundist geigt nur mehr ein ganz klein wenig mit den Füßen mit und der Primist, Herr Quenger, sitzt ganz ruhig, da er auch auf Eleganz hält. Nach dem Quartette ist ein ausgesuchtes Essen, nur beileibe nicht im Musiksaale, denn der ist bloß für die Musik. Er ist akustisch gebaut, hat nur Dämpfung der Resonanz, alle Wände mit Wollteppichen belegt, hegt keine andere Einrichtung in sich als Fächer für Musikalien und Instrumentenkästen, Pulte, Sessel und ganz im Hintergrund einen ledernen Sofa, wo Quenger zu weinen liegt, wenn er sich die Finger müde geübt und nun im Haupte weiterarbeitet. Das Abendessen ist in der gewöhnlichen Wohnung des Herrn vom Hause. Und Quenger beladet da den Teller des Violoncellisten gar reichlich mit Speise, da dieser ein armer Teufel ist, Herr Quenger aber sehr viele tausend Taler jährlich zu verzehren hat. Alle Mittwoch und Sonnabend ist Quengersches Quartett. Applaus God bless you. Læs merke til min video. Kjell Kjell Thank you. Vielen herzlichen Dank für die Lesung, lieber Alfred Rauch, vielen Dank fürs Gespräch, lieber Klaus Betermeier. Ich möchte hinweisen auf den Büchertisch. Sie finden zur Vertiefung zum einen den nach wie vor gültigen Band zu Stifter und Bruckner anziehende Gegensätze. Das ist das Jahrbuch des Adalbert-Stifter-Instituts aus 2012 und die neue und sehr kluge Bruckner-Biografie von Klaus Peter Mayer und anderen, sehr hilfreich auch für Einsteigerinnen und zur Ratenweise Lektüre. Vielleicht bleiben Sie noch ein wenig hier und heben ein Glas auf Stifter oder Bruckner oder am besten auf beide. Vielen Dank fürs Kommen. Kommen Sie wieder, speziell am 27. Februar zur Mittagsreihe Mittag mit Bruckner. Norbert Ravöga wird seinen Bruckner uns vorstellen. Vielen Dank für Ihr aller Kommen. Applaus