Ich hoffe, es haben alle einen Sitzplatz bekommen. Ich sehe, ein, zwei Stehplätze haben wir auch noch. Es ist unglaublich, welchechen Antrag wir heute haben und das freut uns natürlich enorm, dass das Thema so sehr interessiert. Ich sehe gerade, dort sind noch zwei Sitzplätze, falls sich da noch jemand hinsetzen möchte. Da ist auch noch einer. Wir füllen die rein, damit alle einen guten Platz haben. Ja, ich darf Sie sehr herzlich zu den Linzer Friedensgesprächen begrüßen. Wie gesagt, es freut mich, dass da immer noch Menschen hereinkommen, sehr schön. Und wie wir sehen, ist das Thema Frieden ein immer aktuelles Thema und deshalb hat die Stadt Linz sich das Thema auch auf die Agenda gesetzt und sich auch zum Thema gesetzt, das einmal im Jahr in einem Forum auch wirklich gut zu behandeln, gut zu diskutieren und tolle Referentinnen einzuladen und sich einen Nachmittag Zeit zu nehmen dafür. Und dass wir heute hier im Wissensturm sein können und dass das auch alles so toll organisiert ist, ist unter anderem der Katja Fischer zu verdanken, die ich gleich zu mir auf die Bühne bitten darf. Bitte einen Applaus. Ganz so stimmt es nicht, weil es braucht viele helfende Hände, um etwas auf die Beine zu stellen. Und wir sind eine Gruppe, wir sind eine VeranstalterInnen-Gemeinschaft. Sie sehen die Logos aller teilnehmenden Institutionen hier auf unserer Startfolie und ich darf Sie jetzt im Namen eben dieser VeranstalterInnen-Gemeinschaft, aber eben auch im Namen des Hauses, in der Volkshochschule Linz, hier bei den fünften Linzer Friedensgesprächen begrüßen. Mein Name ist, wie schon gesagt, Katja Fische. Ich bin hier im Haus für die gesellschaftspolitischen Veranstaltungen verantwortlich. Es sind dies, wie ich gerade gesagt habe, die fünften Friedensgespräche. Wir haben begonnen 2017, damals noch nicht als Friedensgespräche, mit einer Veranstaltung, die der Hans Redler, der heute auch bei uns ist, initiiert hat, damals zum Thema, wie viel Waffen braucht der Friede. Da waren wir unten im Saal, da war der Saal knackevoll und es war eine sehr emotionale und bewegte Veranstaltung. Wir haben damals gesagt, wir sollten hier weitermachen und so sind die Friedensgespräche entstanden und wir haben uns zu einer Gruppe zusammengefunden, die sich immer kurz vor dem Sommer das erste Mal trifft und da überlegen wir, welches Thema wir für das nächste Mal machen könnten. Wir haben draußen auch eine Pinnwand aufgestellt. Wir fragen immer, welche Themen würden Sie interessieren. Bitte auch nicht zögern und einfach einen Stift nehmen und ein Thema draufschreiben, was Sie nächstes Jahr gern hören möchten. Ja, und das Thema für heuer war schnell gefunden eigentlich. Wir einigen uns nicht immer so schnell, aber heuer haben wir es schnell gefunden und heuer möchten wir eben die Wirkmächtigkeit von Sprache zum einen für das Entstehen von Konflikten, aber auch für das Aushandeln von Friedensprozessen in den Mittelpunkt stellen. Konflikt benötigt ja ein Medium, um transportiert zu werden. Zum einen zeigt er sich nicht nur im Verhalten, sondern auch in der Sprache. Zum einen zeigt er sich nicht nur im Verhalten, sondern auch in der Sprache. Zum einen ist das das Verhalten, aber auch die Sprache. Und die Sprache ist sowohl Ausdruck, aber sie ist auch Werkzeug des Konflikts. Sprache kann aber nicht nur spalten, sie kann nicht nur teilen, sie kann auch versöhnen, verbinden und eben zu Friedenslösungen führen oder Friedensprozesse begleiten. Und deswegen sind wir heute hier, um das zu besprechen. Wir werden das Thema aus sehr unterschiedlichen Perspektiven besprechen. Und ich darf, wir haben, wie die Maria schon gesagt hat, dafür drei ExpertInnen gewonnen. Und ich darf im Namen des Hauses jetzt recht herzlich bei uns begrüßen. Ich fange einfach gleich neben mir an, Dinin Horacek, herzlich willkommen. Thomas Abler, herzlich willkommen. Und Claudia Brunner, herzlich willkommen. Begrüßen darf ich auch unsere Moderatorin. Sie ist Teil unserer Veranstalterinnengruppe. Sie ist ehrenamtlich stellvertretende Vorsitzende der Volkshochschule Ober danke. Und Vorsitzende der Volkshilfe Linz. Ja, und sie wird uns heute durch den Tag führen. Vielleicht noch ein paar organisatorische Hinweise. Wer sich noch nicht, also wir haben diese Workshoplisten draußen hängen. Wer sich noch nicht eingeschrieben hat, bitte gleich nach den Inputs einschreiben. Wir haben die Räume noch nicht festgelegt, weil wir schauen wollten, wie es von der Anzahl ist. Wir haben, normalerweise ist das alles hier oben, wir haben jetzt,, aber da wird gesehen, es ist der Andrang so groß, größere Räume genommen. Ich pinne dann einfach einen Zettel drauf, da steht dann entweder 1107 oder 1002 oben. Die erste Zahl ist immer der Stock und bitte dann einfach in das jeweilige Stockwerk gehen, das dort hängt. Es wird auch ein Büchertisch, es gibt draußen einen Büchertisch. Nina Horacek war so nett, Bücher mitzunehmen, die Sie käuflich erwerben können. Claudia Brunner hat uns Artikel geschickt, die wir ausgedruckt haben, die können Sie sich so mitnehmen. Thomas Abler hat Informationsmaterial mitgebracht, also bitte einfach schauen und schmücken. Ich bin damit schon fast fertig. Zum Schluss möchte ich noch Danke sagen, danke an DorfTV, die uns wie in bewährter Weise immer begleiten und heute mitfilmen. Danke an Radio Froh. Danke an die Kirchenzeitung. Und danke an die oberösterreichischen Nachrichten, die über diese Veranstaltung, die die Veranstaltung vorangekündigt haben, aber auch darüber berichten werden. Ich bedanke mich nochmals für das wirklich rege Interesse. Wir sind alle total begeistert, dass so viele Leute gekommen sind und ich freue mich richtig drauf und wünsche uns allen interessante Impulse, einen guten Austausch und gebe das Wort an die Maria. Vielen Dank, Katja, und danke, dass wir auch hier wieder zu Gast sein dürfen. Sie haben es gerade gehört, also viele von uns machen das ehrenamtlich. Deshalb der ganz dezente Hinweis, dort gibt es eine Spendenbox vor dem Bildschirm. Also wenn Sie haben möchten, dass die Friedensgespräche noch ganz, ganz oft stattfinden, dann bitte etwas in die Spendenbox werfen. Wie bitte? Auch draußen gibt es Spendengespräche noch ganz, ganz oft stattfinden, dann bitte etwas in die Spendenbox werfen. Wie bitte? Auch draußen gibt es Spendenboxen. Also, Sie können immer spenden, wenn Sie das wollen. Die Stadt Linz verabschiedet jedes Jahr eine Friedenserklärung und ich möchte Ihnen jetzt kurz die einleitenden Zeilen der letzten Friedenserklärung vorlesen. Es ist ein Paradoxon unserer heutigen Gesellschaft, dass wir in einer Zeit der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen leben. In einer Welt des Wissens, in einer Welt der Annahmen. Dies führt zu Spaltungen in uns selbst, aber auch in der Gesellschaft. Dennoch sind diese überwindbar. Durch Dialog, Akzeptanz des Anderen, gewaltfreie Kommunikation und Konfliktlösungsmethoden. Und genau das ist die Spur, die uns auf das heurige Thema gebracht hat, nämlich die gewaltfreie Kommunikation, die Kommunikation, wo beginnen die Konflikte und dafür haben eben, wie es Katja schon erwähnt hat, drei tolle Referentinnen gewinnen können, um dieser Frage nachzugehen, was tut Sprache mit uns, wo beginnt es, wo hört es auf, wo können wir ansetzen, wo gibt es vielleicht auch Methodiken, auf was können wir auch selbst aufpassen. Und da möchte ich jetzt den ersten Referenten vorstellen, nämlich Thomas Abler. Er ist ein anerkannter Trainer vom Fachverband für gewaltfreie Kommunikation und übt das seit über 15 Jahren aus. Und das Interessante, und deshalb bin ich jetzt schon sehr, sehr gespannt auf Ihren Vortrag, Sie sind Absolvent der Militärakademie und war dann auch Offizier des Bundesheeres und dann hat es Ihnen auf eine ganz andere Bahn geschlagen, nämlich zur gewaltfreien Kommunikation. Und er spricht friedisch, von dem ich noch nicht so genau weiß was es ist aber ich bin einfach sehr sehr gespannt thomas abler darf ich sie auf die bühne bitten Ja, sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich total, dass ich da sein kann. Und das, was ich jetzt spreche, ist stirolerisch und nicht vledisch. Ich wollte einfach so ganz kurz auf das eingehen. Ich hoffe, man versteht mich einigermaßen. Und ich möchte ein kleines bisschen so mit Ihnen korrespondieren. Bitte nicht so groß sprechen. Ja, wobei, hört man mich so besser? Okay, schade, weil ich wollte mich nicht so hinterm Tisch verstecken. Und ich möchte ein kleines bisschen so mit Ihnen korrespondieren. Und da würde mich gerade interessieren, wer versteht, was ich gerade sage? Bitte eine Hand hoch. Okay, ich bin recht beruhigt. Ich sehe fast alle Hände oben, danke schön. Ich habe als Symbol für Friedisch diese Hände gewählt, die sozusagen die eine Hand hält die andere. Und mit denen möchte ich gerne einsteigen und möchte mich einfach einmal Sie alle herzlich willkommen heißen. Und anlässlich dieser Linzer Friedensgespräche eben heute mit der Frage, wo beginnt der Konflikt und die Bedeutung gewaltfreier Sprache für den Frieden? Und da möchte ich auch noch ganz kurz, wir haben da zwei Unterschriften drauf. Ich hätte diese Veranstaltung heute gerne gemeinsam mit meiner Frau gemacht und wir haben den Vortrag gemeinsam vorbereitet, aber sie ist leider krank. Jetzt lernen Sie meine wunderbare Frau nicht kennen, aber ich hoffe, Sie haben mit mir ein bisschen Freude, sagen wir so. Worum geht es und warum ist für mich gewaltfreie Kommunikation so etwas Wichtiges? Vielleicht eben ganz kurz, ich beschäftige mich seit über 20 Jahren damit und versuche es nicht nur weiterzugeben, sondern wirklich von ganzem Herzen so gut es geht zu leben. Mit Auf und Abs gelingt man nicht gar immer, aber sozusagen ich habe dadurch auch viel Erfahrung, was funktioniert und was nicht. Und wie schon gesagt worden ist, ich bin auch vom Bundesheer wirklich weggenommen, weil inzwischen ist es so, dass einfach gewaltfreie Kommunikation mein Leben bestimmt und ich lebe auch davon und nicht nur damit. Also weil mir das einfach so ein Herzensanliegen ist. Ja, warum aus meiner Sicht gewaltfrei kommunizieren so etwas Wichtiges ist. Ich möchte Ihnen da ein Modell vorstellen und zwar ist das das Modell der Stufen zur Befreiung. Und vielleicht einfach so, dass Sie sich vorstellen, es gibt so eine, wie wenn wir in einer Grube wären, in einem Loch, aus dem wir fast nicht herauskommen. Und in diesem Loch sind wir emotionale Sklaven von anderen. sind wir emotionale Sklaven von anderen. Wenn wir etwas tun, dann ist unser Antreiber ganz häufig entweder Schuld oder die Vermeidung von Schuld, Scham, Angst oder einfach gewohnheitsmäßiger Gehorsam. Also das sind so unsere Antreiber ganz häufig. Und in dieser Stufe haben wir irgendwo diesen Zwang, es allen recht zu machen. da haben wir irgendwo diesen Zwang, es allen recht zu machen. Wir stellen uns unter andere und wir versuchen uns sehr anzupassen, damit wir nirgends anecken, dass keine Konflikte entstehen. Und vielleicht zu diesem Anpassen, da gibt es eine kleine Geschichte, wo, für mich ist das so bezeichnend, da geht ein Mann zu einem recht bekannten Schneider und kriegt den Anzug zuerst anprobiert und dann zieht ihm der Schneider den Anzug an und dann sagt er, der Ärmel ist ja viel zu lang und der zu kurz. Dann sagt der Schneider, das ist kein Problem, dann ziehen Sie den an und den strecken Sie aus. Dann sagt er, die Beine sind auch nicht gleich und dann zieht er einen an, dann ist es so und dann sagt er, so stimmt er. Dann sagt der Schneider zu ihm, ja danke, auf Wiedersehen. Und dann geht er raus und der Anzug passt perfekt. Dann kommt eine andere Person gerade bei der Tür herein und sagt, unglaublich, was der Schneider drauf hat, dass er für so einen verbauten Menschen so einen perfekten Anzug machen kann. Und so in dieser Stufe laufen wir herum wie diese Person. Wir versuchen uns so zu verbirgen und zu verstellen, dass wir es ja allen anderen recht machen. Und klarerweise versuchen wir durch dieses Verhalten auch Konflikte zu vermeiden. Und jetzt gerade so ganz eine kurze Frage, wer sieht sich auch immer wieder in dieser Position? Genau, also immer wieder in dieser Position. Genau, also immer wieder leider auch ein bisschen. Genau, ja. Und sagen wir so, wer ist da richtig gern drin? Ich glaube nicht. Gott sei Dank. Gott sei Dank. Okay, und dann gibt es eine zweite Stufe. Und diese zweite Stufe, da schlägt sozusagen das Pendel ein bisschen ins Gegenteil um. Es geht so diese Rebellion gegen dieses sich anzupassen, ich schaue nur auf mich, ich handle aus Aggression, Antipathie oder Ärger und fahre so meine Ellbogen aus. Ich gewinne in Diskussionen. Und das ist interessanterweise auch ein bisschen so ein Zwang, ich muss mich durchsetzen, sonst bin ich nichts wert. Ich versuche mich über andere zu stellen, versuche alle möglichen Tricks zu machen, um andere vielleicht in die Schuld, in die Angst, in die Scham zu treiben, damit sie sozusagen das tun, was sie gern hätten. Und damit versuchen wir natürlich andere zu manipulieren. Und ganz klar, wenn sich zwei Personen auf der zweiten Stufe begegnen, oder zwei Gruppen, dann hört dieser Konflikt nicht auf. Und vielleicht kennt irgendwer die Konfliktstufen nach dem Glasl von 1 bis 9, wo man am Schluss sozusagen ohne Rücksicht auf Verluste, egal ob das Armee alles kostet, hauptsache der andere wird vernichtet. Das resultiert daraus, dass sich zwei Menschen auf der zweiten Stufe begegnen und dann legt immer jeder eins drauf. Und es schaukelt sich immer weiter hoch. drauf und es schaukelt sich immer weiter hoch und sozusagen in dieser Stufe sind wir auch immer wieder und ich habe den Eindruck, dass diese zwei Stufen fast das Ganze definieren, wie die meisten Leute sozusagen unterwegs sein, solich dieser Satz sometimes you win, sometimes you lose, also es geht immer ums Gewinnen und Verlieren und die ganze Rhetorik ist meistens auch auf das aufgebaut, dass man gewinnt und nicht verliert. Und da möchte ich vielleicht auch gerade fragen, wer sieht sich ab und zu in dieser Stufe auch? Okay, danke. Genau, im Jahr. Wer möchte gern sein Gegenüber auf dieser Stufe haben? Genau, am liebsten keiner. Das wissen wir alle, in dieser Stufe ist es sehr unangenehm. Und was ich jetzt noch kurz zeigen möchte, es gibt sozusagen leider bei diesem Kampf um die zweite Stufe, da sind ganz viele Menschen, die einfach zerbrechen dran. Das sind meistens die Menschen, die eigentlich sensibel sind und eigentlich recht viel Mitgefühl hätten und versuchen sozusagen, in dem zu bestehen, dem sich einerseits immer wieder anpassen und andererseits versuchen, kraftvoll da zu sein. Und ganz viele sind einfach überfordert mit diesem ständigen Kampf, das so viel Energie kostet. Und da sind sein und ganz viele sind einfach überfordert mit diesem ständigen Kampf das so viel Energie kostet und da sind dann auch ganz typische aus meiner Sicht auch Symptome die sich immer häufiger zeigen in letzter Zeit Erschöpfung und Burnout wird immer häufiger Sucht als Flucht vor der Wirklichkeit Depressionen und natürlich auch wirklich, dass sich sein Körper mit körperlichen Krankheiten manifestiert. Vielleicht auch, wer kennt irgendwen, der was sozusagen an diesem Krampf aus seiner Sicht vielleicht zerbrochen ist schon? Genau, gibt es leider auch ganz viele. Ganz viele von uns kennen wen. Ja, und jetzt gibt es sozusagen außerhalb der Löwengruppe noch einen Bereich. Und dieser Bereich ist für mich wirklich die Befreiung. Dieses, ich kann gewinnen und du kannst gewinnen. Und ich handele da weder aus Antipathie oder Ärger und natürlich auch nicht aus Schuld und Scham, sondern ich handele aus bewusster Entscheidung, indem immer meiner Werte, meiner Bedürfnisse klar wird. Und die Voraussetzung ist eben, für mich ist völlig klar, ich bin okay und mein Gegenüber ist okay, wenn ich auf dieser Stufe bin. Ich begegne dem anderen damit auf Augenhöhe. Ich bin meinen eigenen Werten treu. Und das kann ja natürlich nur sein, wenn ich meine eigenen Werte mal erkenne. Und nur wenn ich meine Werte erkenne, kann ich diesen gemäß auch leben. Und ich kann Konflikte als Chance für Wachstum nutzen. Und das ist für mich das Wichtige. Wenn wir es schaffen, mit wem ein Konflikt als Chance zu sehen, sagen, okay, da ist irgendwas versteckt, da gibt es ein Geschenk dahinter. Es gibt irgendeinen Grund, weshalb wir andere Anschauungen haben. Und deine ist okay und meine ist okay. Dann bringt uns das wirklich weiter. Und das ist so die Stufe, auf der ich so gern sein möchte. Und jetzt frage ich vielleicht gerade, wer hätte sein Gegenüber gern auf dieser Stufe? Danke, ja, da ist also sehr viel Zustimmung. Danke, ja, da ist also auch sehr viel Zustimmung. Und ich möchte jetzt dazu sagen, wer denkt von Ihnen, dass es eine Chance gibt, dass ich auf der ersten Stufe bin, aber den anderen auf die dritte Stufe hinaufschiebe und sage, geh du bitte auf die dritte. Wer glaubt, dass das funktioniert? Er nicht, okay. Also aus meiner Sicht ist es, wenn ich wem auf dieser dritten Stufe begegnen möchte, dann funktioniert es nur dann, wenn ich selber am Tod stehe und der anderen Person die Hand gebe und sage, komm zu mir, wir treffen uns auf Augenhöhe. Das ist die Voraussetzung. Und deshalb beginnt, und das ist für mich ganz das Wichtige, Das ist die Voraussetzung. Und deshalb beginnt, und das ist für mich ganz das Wichtige, gewaltfreie Kommunikation nicht damit, was ich zu wem anderen sage, sondern wie ich zu mir selber rede, was ich zu mir selber sage. Und das ist für mich so dieses Interessante, wenn ich mich mit der gewaltfreien Kommunikation auseinandersetze, dann ist das so wie ein bisschen ein Handlauf bei diesen Treppen nach oben, an denen ich mich anhalten kann und der mir eine Struktur gibt, wirklich um mein Denken umzuprogrammieren, dass ich anderen sozusagen auf eine kraftvolle Art und trotzdem auf Augenhöhe begegnen kann. Und das ist für mich so der Kern, weshalb ich sage, gewaltfreie Kommunikation habe ich so stark in meinem Leben, weil es mein Leben einfach unglaublich viel schöner gemacht hat. Ja, und da möchte ich jetzt ein bisschen darauf eingehen, weil ganz häufig sind so Missverständnisse da. Was ist die gewaltfreie Kommunikation eigentlich? Und ich möchte gerne damit beginnen, was ist sie nicht? Weil oft hilft es uns so, dass man mal diese, was ist es nicht, dass uns das dann hilft, dort hinzuschauen, was ist es eigentlich? Und was definitiv nicht ist, gewaltfreie Kommunikation, bedeutet nicht, freundlich zu sein um jeden Preis. Ist ganz wichtig, viele verwechseln das schon. Gerade heute bin ich schon kurz spaßhalber damit konfrontiert worden, freundlich zu sein oder sozusagen die Kinder gefrasster schimpfen. Zwischen diesen beiden Extremen befinden wir uns oft. Also freundlich um jeden Preis ist es nicht. Was es auch nicht ist, dass ich jeden einfach tun und lassen kann, dass ich mich nur zurücknehme. Es ist nicht laissez-faire. Da habe ich dieses Beispiel genommen, dass ich glaube, der Mensch mit der Blume in der Hand würde sich wünschen, dass die drei Hunde eine Leine hätten und nicht selber einfach laufen. Also vielleicht eben auch gerade da dieses, ich lasse alles machen. Es ist ganz was Wichtiges in der gewaltfreien Kommunikation stehe ich wirklich auch kraftvoll für meine Grenzen ein und ich sage Stopp, wenn es notwendig ist und für mich ist es nämlich nicht gewaltfrei, wenn ich einfach alles zulasse und da sind wir auch schon bei dieser kraftvollen Gewaltfreiheit die unsere Welt mehr denn je braucht. Und vielleicht kennt irgendwer den Satz, Liebe ohne Kraft macht uns zu zusehern und Kraft ohne Liebe macht uns grausam. Und deshalb finde ich es so wichtig, dass wir eine kraftvolle Liebe haben, dass wir trotzdem für uns einstehen und das auf eine liebevolle Art. Und die Problematik ist die, wir haben das nicht gelernt. Wir sind in diesem Gewinnen oder Verlieren so stark aufgewachsen, dass wir sozusagen eigentlich niemals wirklich eine Friedensrhetorik gelernt haben. Und das wäre es aber, was es braucht. haben. Und das wäre es aber, was es braucht. Ja, was noch ganz wichtig ist eben, gewaltfreie Kommunikation ist nicht zahnlos. Und vielleicht eben, ich finde das Baby unglaublich süß und gleichzeitig ist halt ein Baby eben relativ machtlos und braucht sozusagen, wenn der sich darum kümmert und das sollten wir als Erwachsene sollten sozusagen auch zubeißen können, wenn es notwendig ist ja damit möchte ich schon kurz eingehen auf den Marshall Rosenberg der Marshall B. Rosenberg das ist sozusagen war ein direkter Lehrer von mir ich habe in Summe zwölf Tage wirklich nur mit ihm verbracht wo wir sehr viel gelernt haben und ich möchte ganz kurz was sagen das ist immer ganz interessant um die zwölf Tage wirklich nur mit ihm verbracht, wo wir sehr viel gelernt haben. ich möchte ganz kurz was sagen, weil es ist immer ganz interessant, wie der bei der gewaltfreien Kommunikation gelandet ist. Der ist eben 1934 geboren und sein Papa war Automechaniker und vielleicht war es das irgendwann, Detroit ist ja so die Autostadt. Inzwischen ist es schon immer so, aber war es lang. Und der ist dort hingezogen, weil er ein bisschen Karriere machen wollte dort einfach. Und die haben das Pech gehabt, bis 1934 dort hinzogen sind, hat es dort wirklich bürgerkriegsähnliche Zustände gegeben. Und die haben sich dann wirklich wochenlang nur im Haus eingesperrt, haben sich nicht rausgetraut. Und draußen ist es eben so zugangen. Und der Marschall war dort eben neun Jahre alt und hat dann wirklich gesehen, okay, einerseits so viel Gewalt und gleichzeitig so viel liebevolle Fürsorge, wie kann das sein? Und das Interessante ist, ist auch ein bisschen ein Glück für uns, sozusagen für mich jetzt, der Marschall ist da nicht auf die Idee gekommen, er sagt, wir sind die Netten und das sind die Besen, sondern er hat einfach gesagt, womit hängt das zusammen? Er wollte dem Ganzen tiefer gehen und klarerweise hat er dann Psychologie studiert, hat ihn natürlich interessiert, wir dicken Menschen und dann hat er recht eine gute psychiatrische Klinik, also eine kleine Klinik gehabt, die ganz gut gelaufen ist. Und irgendwann hat er gesagt, hey, das bringt alles nichts. Ich tue da nur Pflasterl drauf, aber die eigentlichen Probleme, die Menschen haben, das sind einfach die Art, wie wir miteinander umgehen. Dann hat er seine Klinik aufgegeben, seine Frau hat sich dann getrennt, weil sie gesagt hat, er hat einen Vogel. Und dann hat er als Taxifahrer gearbeitet und dieses Konzept erarbeitet. hat, seine Frau hat sich dann getrennt, weil sie gesagt hat, er hat einen Vogel, und dann hat er als Taxifahrer gearbeitet und dieses Konzept erarbeitet, wo er unglaublich viel, angefangen beim Gandhi, Martin Luther King aus dem Buddhismus, also er hat ganz viel zusammengesucht und er hat gesagt, ich habe nichts Neues erfunden, sondern ich habe einfach Informationen zusammengetragen und hat dann eigentlich dieses sehr einfache Konzept erstellt, das, sage ich, zum Verstehen sehr einfach ist, aber zum Anwenden haben wir oft Schwierigkeiten, weil es recht ungewohnt ist. Und gleichzeitig ist es einfach interessant zu wissen, okay, das hat sozusagen wer entwickelt, der sich auch sein ganzes Leben mit dieser Frage beschäftigt hat, das hat sozusagen wer entwickelt, der sich auch sein ganzes Leben mit dieser Frage beschäftigt hat, warum sind wir einerseits zu so viel Liebe und Mitgefühl und unterstützungsfähig und gleichzeitig zu so viel Gewalt. Manche sagen, der Mensch ist grundsätzlich gewalttätig und schlecht und sollte gebremst werden. Und viele andere sagen, nein, das ist nicht wahr. Also allein schon da scheiden sich die Geister. Und jetzt vielleicht noch kurz, was ist die gewaltfreie Kommunikation? Gewaltfreie Kommunikation ist etwas sehr Machtvolles und Sie werden das eben auch feststellen, falls die, die in den Workshop kommen, die werden auch bemerken, es ist eine Möglichkeit sozusagen, Menschen auch zu beeinflussen, aber nicht zu manipulieren, indem ich falsche Gründe vorgib, sondern einfach indem, dass ich kraftvoll sage, das und das ist mir wirklich wichtig. Und der große Unterschied ist eben, diese Macht ist wirklich eine gemeinsame Macht. Macht mit, statt Macht über. Und so wie dieses Bild oben, wenn man gemeinsam etwas trägt, dann kann es auch sein, dass mal wer ein bisschen in der Luft hängt und die anderen tragen ja mit. Und so kann man gemeinsam auch Hindernisse überwinden. Und das ist sozusagen das Ziel, dass wir uns gemeinsam ermächtigen und miteinander Hindernisse überwinden. Gewaltfreie Kommunikation ist wirklich zu erlernen wie eine neue Sprache. Wer weiß, was brauche ich, um eine neue Sprache zu lernen? Ich brauche ich, um eine neue Sprache zu lernen? Genau. Ich brauche mal Vokabeln, ich brauche eine Grammatik. Und was ich auch brauche, ist eben, ich brauche ganz, ganz viel Übung, um eine neue Sprache zu lernen. Sozusagen nur, vielleicht kennt das irgendwer, wenn man so einen Wochenendkurs von Italienisch für Urlauber besucht, dann kann man dann vielleicht uno piccolo birra per favore bestellen, aber das war es dann auch schon. Wenn der Kellner dann in Italien irgendwas sagt, dann steigt man aus. Und es ist mit der gewaltfreien Kommunikation auch so, es braucht wirklich viel Übung, dass ich auch in herausfordernden Situationen in dieser Haltung bleibe. dass ich auch in herausfordernden Situationen in dieser Haltung bleibe. Einfach aus dem Grund, weil wir es ganz anders gewohnt sind. Und immer dann, wenn es schnell geht, dann fallen wir in unsere gewohnten Muster zurück. Und ja, da möchte ich noch dieses Flipchart sagen. Das Ziel der Gewaltfeinkommunikation ist nicht, urteilend zu denken und freundlich zu sprechen, sondern zugewandt zu denken und authentisch zu sprechen. Und es ist nämlich so, dass unsere Sprache wirklich in einem total unterschätzten und ungeahnten Ausmaß unser Weltbild prägt. Und da gibt es Forschungen von Marshall, zum Beispiel von Warren Stamm von den Orang Asili, das ist in Malaysia, die haben keine Eigenschaftswörter. Sprich, der kann nicht sagen, du bist dumm, dämlich oder ein Idiot oder egoistisch oder unverschämt. Das kann man dort einfach nicht sagen. Und das Faszinierende ist, allein, dass den Menschen diese Möglichkeit fehlt, andere zu bewerten, bedingt das schon, dass die ganz anders miteinander umgehen. Und dieses über unsere Sprache, und das ist für mich gewaltfreie Kommunikation, dass ich jetzt nicht bemühe, dass ich im Außen so schön kommuniziere, sondern in erster Linie, dass ich einfach durch die Struktur, die die gewaltfreie oder die Friedensrhetorik oder die gewaltfreie Kommunikation unserem Denken über die Sprache vorgibt, dass ich wirklich mein Denken in Richtung Gewaltfreiheit und Frieden mehr und mehr hinpräge. Und das Ziel ist eben dann nicht mehr, dass ich mich jetzt konzentriere auf irgendwelche vier Schritte und ist jetzt immer beobachtungkorrekt das ist ganz wichtig dass man das weiß, aber irgendwann ist es dann auch so weit, dass wir dann weiterkommen und sagen, okay, ich spreche einfach von Herzen und es ist automatisch eine Verbindung da und vielleicht kann sich jede und jeder vorstellen, dass das nicht von heute auf morgen geht. Das ist so wie, ich habe auch so einen Kurs aus dem Buddhismus einmal besucht, und dort ist der Spruch gewesen vom Buddha, dass er sagt, ich zeige euch den Weg, aber gehen müsst ihr ihn. Und das ist so, wenn man die gewaltfreie Kommunikation erlebt, dann ist das so wie eine Landkarte, dass man sieht, aha, okay, so funktioniert das. Aber sozusagen dorthin kommen tut man ausschließlich, wenn man das auch geht. Und das ist die große Herausforderung in unserer Gesellschaft, wo es einfach ganz viel um Demagogik, um Kriegsrhetorik, in der Sprache zu gewinnen, um Kampfrhetorik, in der Sprache zu gewinnen, um Kampfrhetorik, das habe ich auf der Milag sogar gelernt. Wie man von dem wegkommt, das ist die große Herausforderung. Und man sieht es ja auch deshalb, dass wir von drei Workshops auch zwei sind, die sich mit dieser Art der Sprache beschäftigen, einfach weil das so präsent ist und nicht so gewohnt ist, sozusagen auf andere anzureden. Ja, und noch eine Frage zum Mitmachen und dann möchte ich sozusagen Schluss machen. Wer spricht Spanisch? Un poco. Un poco, danke, ja, okay. Wer spricht Französisch? Oui, wow, okay, danke, ja. Wer spricht Engösisch? Wow, okay, danke. Wer spricht Englisch? Okay, da kann ich auf jeden Fall mitmachen, danke. Genau, wer spricht Friedisch? Also das ist so einfach meine Metapher dafür, dass es eine Sprache des Friedens ist und die ist ganz gleich zu lernen als wie jede andere Fremdsprache auch wo es einfach lang braucht bis man dort wirklich reinwachsen, mit einer eigenen Grammatik, mit eigenem Vokabular und hoffentlich mit wesentlich friedischeren Begegnungen genau, ja und damit mache ich so mit dem Intro Schluss. Ich sage vielen Dank fürs Mitmachen, fürs Zeigen und ich hoffe, ich sehe einige von Ihnen dann im Workshop, wo wir da weitermachen. Vielen Dank. Vielen Dank für diese interessanten Einblicke. Ihnen brennen jetzt ganz sicher ganz viele Fragen unter den Nägeln. Nehmen Sie das mit, bitte. Sie haben noch die Möglichkeit, dass Sie sich stellen. Es gibt einerseits die Möglichkeit, dass Sie dann in den Workshop gehen oder andererseits nach der Podiumsdiskussion gibt es auch noch die Möglichkeit, beim Buffet miteinander zu plaudern. Also Sie haben noch genug Möglichkeiten des Austausches. miteinander zu plaudern. Also sie haben noch genug Möglichkeiten des Austausches. Aber ich schaue ein bisschen auf die Zeit und darf die nächste Referentin vorstellen, bei der es mich auch sehr, sehr freut, dass wir sie gewinnen konnten heute für den Vortrag. Nina Horacek ist wahrscheinlich vielen bekannt als Falter-Journalistin und vor allem als eine Journalistin, die dorthin schaut, wo es halt echt brennt oder wo es weh tut. Sie schaut auf sozial schwierige Schichtenlagen, sie schaut auf Asylrechte, Frauenrechte und hat in diesem Sinne auch schon sehr viel publiziert, auch gemeinsam mit dem Walter Oetsch, der hier herinnen wahrscheinlich vielen auch ein Begriff ist, haben auch gemeinsame Podcasts veröffentlicht, die nicht nur sehr intelligent gemacht sind, sondern auch mit gutem Humor und gutem Witz. Und Nina Horacek ist dementsprechend auch schon mit vielen Preisen ausgezeichnet worden für diese sozialen Anliegen, die sie immer wieder kommuniziert. Und jetzt darf ich Sie ganz herzlich begrüßen. Vielen Dank für die Einladung und Einleitung. Ich bin jetzt ein bisschen das Kontrastprogramm zum vorigen Vortrag. Ich muss auch zugeben, Moment, das war jetzt noch zu früh. Jetzt geht es nicht mehr weg. Als ich die Einladung bekommen habe, habe ich mir gedacht, was soll ich da? Also wenn ich mich mit etwas beschäftige, dann ist es selten Frieden, sondern eher das Gegenteil. Ich habe viel mit Konflikten zu tun in meiner Arbeit und sehr, sehr viel mit einer sehr gewalttätigen Sprache. Das ist auch ein bisschen das, worauf ich mich spezialisiert habe. Also ich mache jetzt seit mittlerweile, heuer wenn es 24 Jahre, sehr viel Rechtsextremismus-Berichterstattung. Das ist mir irgendwie so zugeflogen vor 24 Jahren. Ich war damals die Jüngste, Peter Westenthaler war damals Klubobmann der FPÖ. Sie können sich vorstellen, wer den denn angerufen hat. Man hat nie gewusst, schreit er oder hebt er nicht ab oder ist er doch freundlich. Und ich fand das dann irgendwie interessant und bin dort hängen geblieben. Dann habe ich mir gedacht, aber vielleicht passt gerade mein Vortrag doch gut hierher, weil wer Frieden erreichen will, wer es schaffen möchte, dass wir vielleicht doch irgendwann einmal in einer friedlichen Welt leben, muss zuerst einmal verstehen können, warum es so oft in die andere Richtung geht. Und da ist gerade in der Politik die Sprache das zentrale Mittel. Sprache schafft Wirklichkeit. Und dieses Bild der Wirklichkeit, das so manche Politikerin oder so manche Politiker transportiert, ist nicht immer sehr schön. an. Hier beginnt heute unsere Reise. So, jetzt muss ich das nur groß kriegen. Jetzt brauche ich Hilfe. Warten Sie, was ist da passiert? Okay, weil ich habe so. Ich hoffe, Sie können das sehen. Kennt jemand von Ihnen oder kann mir was sagen, was Sie da sehen auf diesem Bild, was das ist? Genau, das ist eine Kretzmilbe. Und gefunden habe ich das auf Facebook. Das ist ein Facebook-Posting von einem Herrn, den man heute nicht mehr so oft sieht, weil er nicht mehr in der Politik ist. Johann Gudenus war damals FPÖ-Klubhauptmann im Parlament. Sie können sich sicher noch an ihn erinnern. Und er hat was drüber geschrieben auf seinem Facebook-Account und zwar steht da drüber, diese Krankheit ist natürlich, so wie andere zum Beispiel auch ausgestorbene Krankheiten, aus dem Nichts hier entstanden und hat natürlich nichts mit der hirnverbrannten Willkommenskultur zu tun. Punkt, Punkt, Punkt. Und dann noch in Klammer Irony of. Jetzt kann man sich fragen, warum postet das ein Politiker? Was ist denn die Intention dahinter? Vielleicht fragen Sie sich mal, was passiert bei Ihnen, wenn Sie so ein Bild sehen? Wie fühlt sich das an? Grauslich, oder? Ja, ich finde auch, also es ist... Ich glaube, das war ganz am Anfang, es sind 2000, nicht 20, das waren 2K. Also das sind keine 20, das sind ganz viele. Was mir noch aufgefallen ist, und deswegen zeige ich Ihnen das auch, die ganze Geschichte dahinter ist, es gab einen Artikel, dass es Kretzefälle gab in Wien. Das kommt immer wieder vor. Das ist eine unangenehme Krankheit, die kann man leicht behandeln. Dann kriegt man eine Salbe, schmiert sich ein, die Sache ist erledigt. Das hat nichts mit geflüchteten Menschen zu tun, aber was hier passiert ist, dass Sie und ich jetzt zwei Dinge zusammen denken, die ich zumindest von mir weiß, ich denke es mir, sie wahrscheinlich davor nie zusammen gedacht haben. Die Kretze, was Unangenehmes, ein grausliches Bild und geflüchtete Menschen. Da wurde eine Verbindung in ihrem Kopf geschaffen, die ganz neu ist und die auch bewusst in ihren Kopf gesetzt wurde. Und genau so funktioniert, das ist ein demagogischer Trick. Und das sind die Dinge, mit denen ich mich beschäftige. Ich zeige Ihnen noch ein weiteres Beispiel. Ich weiß nicht, wer das von Ihnen kennt, den Ausdruck. Eine Wortneuschöpfung, Vaping Cheese. Sie kennen sicher Vaping Cheese Welcome, der Spruch, der auch 2015 in Österreich sehr groß war. Flüchtlinge willkommen, wir helfen euch. Hier wurde ein sogenanntes Kofferwort erschaffen und zwar aus zwei englischen Begriffen, Rape, Vergewaltigung und Refugees. Vergewaltigung und Flüchtling ergibt dann den Vergewaltigerflüchtling. Das Bild hier stammt von einer Demonstration in Deutschland, in Köln. Aufgetaucht ist das Wort erstmals 2016 rund um diese Pegida-Bewegung. Ich weiß nicht, ob Sie sich noch erinnern können, das waren die sogenannten patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendslands. Und dann hatte die rechtsextreme neonazistische MPD-Partei in Deutschland das Wort auf Plakaten. Mittlerweile ist das ein zentraler Begriff der rechtsextremen Szene. Und da ist auch wieder das passiert, dass man zwei Dinge zusammendenkt, die vorher man vielleicht nicht so gedacht hat, sondern einem knackigen Begriff und schon wird das übernommen und schon wird es wiederholt. Und so sickert das noch langsam in den sogenannten Mainstream. Wir haben das jetzt auch zum Beispiel beim Begriff Remigration. Also früher hieß Ausländer raus, heißt das Gleiche. Ein Kollege vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands hat das genannt, Das Organisationsarchiv des österreichischen Widerstands hat das gen wenn man diese rechtsextreme Demagogie verstehen mag, wenn man verstehen mag, was da eigentlich in den Köpfen der Menschen getan wird. Und ich habe mir mit Walter Oeptsch dieses Buch geschrieben, das heißt Populismus für Anfänger. Der Untertitel ist Anleitung zur Volksverführung, wo wir uns genau damit auseinandergesetzt haben. ist Anleitung zur Volksverführung, wo wir uns genau damit auseinandergesetzt haben. Eben diese rhetorischen Tricks und Muster von Demagoginnen und Demagogen im politischen Diskurs. Und wir schreiben in unserem Buch, Rechtspopulismus ist alles andere als ein Geheimnis. Im Gegenteil, Rechtspopulismus ist leicht zu verstehen. Ganz einfach, die Politik von Rechtspopulisten beruht auf einem einzigen Grundgedanken, einem selbstgestrickten Bild der Gesellschaft. Dieses Bild ist die Basis des Rechtspopulismus und so sieht das Bild aus. Hier sind wir und dort sind die anderen. Und genau diese beiden Gruppen braucht der Rechtspopulismus, brauchen diese Demagoginnen und Demagogen und sonst brauchen die genau gar nichts. Das heißt, die Sache ist eigentlich recht einfach. Man muss nur eine Welt erfinden, die aus zwei Gruppen besteht, der Wir-Gruppe und den anderen und schon ist man dort, wo man hin mag. Das klingt vielleicht für Sie nicht ganz neu und Sie werden vielleicht denken, naja, aber der Mensch, der ordnet ja immer ein und das stimmt auch. Also wir Menschen denken in Zuschreibungen, wir müssen die Welt irgendwie in unserem Kopf ordnen, weil sonst sind wir überwältigt. Das heißt, wir wissen, das ist meine Firma, das ist die Konkurrenz, das ist der Mann, das ist die Frau, Familien, Singles, Gläubige, Atheisten und so weiter. Das ist schon normal, dass wir einordnen und uns orientieren in der Welt. Der wesentliche Unterschied ist aber, dass diese Demagogie eine ganz klare und vor allem unüberwindbare Trennlinie zwischen der Wir-Gruppe und den anderen schafft. darf es nichts geben, was verbindet. Da habe ich auch ein paar Beispiele mitgebracht, wie das aussehen kann. Hier zum Beispiel, Sie haben rechts unser Daham, links der Islam und da haben Sie sogar die Trennlinie dazwischen. Dieses Wir gegen die anderen bezieht sich aber nicht nur automatisch auf Migrantinnen und Migranten. Hier ein Beispiel aus Deutschland. Ich meine, das ist auch Islam. Das finde ich auch sehr bezeichnend, weil hier man auch sieht, wie mit Gefühlen gearbeitet wird. Also bei unserer Küche denke ich einmal gleich an gutes Essen. Das Schweinderl ist sehr süß, auch ein Babyferkel. Was natürlich nicht gesagt wird, ist, dass das in die Pfanne kommt, also das süße Schwein. Und auf der anderen Seite ist es der böse Islam sozusagen, der da nicht reinpasst. Der gehört nicht in die Küche, der gehört nicht zu uns. Das ist eine klare Trennung, den wollen wir nicht. Da ist ein Beispiel, dass sich dieses Wir und die Anderen nicht nur auf Migrantinnen und Migranten oder auf Musliminnen und Muslime beschränkt, sondern das ist ein Sticker, der von Rechtsextremern, aber auch von Anhängerinnen und Anhängern der klerikalkonservativen PiS-Partei, die bis vor kurzem noch in Polen regiert hat, verteilt wurde. Mit diesen Stickern wurden in Polen sogenannte LGTBIQ-freie Zonen markiert. Das waren Kaufhäuser, Restaurants, andere öffentliche Orte, wo klar gezeigt wurde all jenen Menschen, die sich nicht als heterosexuell definieren, ihr dürft hier nicht sein. Euch darf es hier nicht geben. Das heißt, das war auch eine Form einer symbolischen Auslöschung dieser Menschen. Ihr dürft euch hier nicht zeigen. Dieses Wir, dieses ausschließende Wir gegen die anderen, bezieht sich aber auch oft auf politische Gegnerinnen und Gegner. Hier haben Sie wieder ein Beispiel links. Wir gegen die anderen bezieht sich aber auch oft auf politische Gegnerinnen und Gegner. Hier haben Sie wieder ein Beispiel links. Die anderen Parteien bringen uns in Gefahr. Rechts, mit ihm wird Wien wieder sicher. Auch diese klare Trennung, Sie haben die Trennung auch im Bild. Und Sie sehen, es gibt in diesem Bild, in dieser Darstellung nichts, was die eine Partei und die anderen politischen Mitbewerberinnen und Mitbewerber verbindet. Das ist ein Bild, das in der Welt so nicht existiert. Also wir drei kennen einander gar nicht, aber ich bin sicher, wenn wir nachher einen Kaffee trinken, werden wir Sachen finden, die wir gemeinsam haben. Keine Ahnung, vielleicht lesen wir die gleichen Bücher oder haben Kinder oder fahren auf die gleiche Urlaubsreise. Es gibt Verbindungen und es wird Sachen geben, wo man sagt, okay, das habe ich noch nie probiert, das kenne ich nicht interessant. Aber dieses Bild von da sind wir, dort sind die anderen und mit denen haben wir nichts gemeinsam, die sind ganz anders als wir, das ist kein echtes Bild, aber das ist das Bild, das funktioniert und das diese Form der Politik braucht. Und ich habe noch ein Beispiel mitgebracht, wie das in politischen Reden klingt. Das war erst vergangenen November in einer Rede. Es gibt keine politische Schweinerei der letzten Jahre, die die nicht alle gemeinsam am Kerbholz haben. Jede Schweinerei ist eine Gemeinschaftsproduktion dieser Einheitspartei. Schwarz, Rot, Grün und die Schweindelrosanen. Das war FPÖ-Chef Herbert Kickl am 4. November. Jetzt könnten Sie sich fragen, warum erzähle ich Ihnen das? Warum ist das so wichtig? Wir wollen ja eigentlich über etwas ganz anderes reden heute, nämlich über Frieden. Und ich habe das rausgesucht und ich erzähle Ihnen das, weil ich finde, dass genau dieses Wir gegen die anderen, das man auch so plastisch darstellt und zeigen kann, genau diese demagogische Politik führt zuerst einmal zur Ausgrenzung bestimmter Gruppen in dieser Gesellschaft, als nächstes dann zu einer Spaltung der Gesellschaft, mit denen wollen wir nichts zu tun haben, die sind so böse, die nehmen uns alles weg, die machen unser Land kaputt und in letzter Konsequenz sogar zu Gewalt und zu Krieg. Und zwar zuerst in den Worten und oft folgen dann auf diese Worte eben auch Taten. Und über diese Kriegsrhetorik mag ich Ihnen auch noch ein bisschen was erzählen, weil das Wort Krieg kommt bei den Populisten ganz besonders häufig vor. Im Mai 2020, da hat die Corona-Pandemie gerade begonnen, zwei Monate, hat der damalige US-Präsident, der jetzt gerade wieder Präsident werden möchte, Donald Trump, erklärt, die American people are warriors, die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger sind Kriegerinnen und Krieger. Damals war der Krieg gegen das Virus in den USA, den er ausgerufen hat. Und er hat sich selber auch als wartime president bezeichnet. Also nicht wir gemeinsam mit der Wissenschaft oder angeleitet von der Wissenschaft kämpfen gemeinsam gegen eine globale Pandemie, sondern wir sind im Krieg. Das ist eine ganz andere Sprache. gegen eine globale Pandemie, sondern wir sind im Krieg. Das ist eine ganz andere Sprache. Trump hat auch gesagt, er werde das Virus an jeder Front angreifen. Und er hat den totalen Sieg versprochen. Vom totalen Sieg hat sein Sohn Donald Junior kurz darauf gesprochen, als Wahlkampf war. Und da hat Donald Trump Junior gesagt, sein Vater werde den totalen Krieg um die US-Präsidentschaftswahl führen. Den führt er jetzt wahrscheinlich wieder. Trump ist aber nicht der Einzige, der mit diesen Kriegsmetaphern arbeitet. Auch Marine Le Pen, die Vorsitzende des Rassemblements National in Frankreich, die auch laut Umfragen durchaus Chancen hat, nächste Präsidentin in Frankreich zu werden. Die hat einmal die öffentlichen Gebete von Musliminnen und Muslimen in Frankreich zu werden, die hatte mal die öffentlichen Gebete von Musliminnen und Muslimen in Frankreich wörtlich gleichgesetzt mit der Besetzung Frankreichs durch die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Und ihr Freund und auch der Freund von Harald Wilimsky von der FPÖ, Matteo Salvini in Italien, hat vorigen September, als an drei Tagen mehr als 8.000 Migrantinnen und Migranten nach Italien kamen, gesagt, das ist ein Kriegsakt, was die machen. Und wenn Sie sich zurückerinnern, schon 2016, da war noch kein Ibiza-Skandal, hat der damalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vor einem drohenden Bürgerkrieg in Österreich gewarnt. Die wollten nur rausschauen, der Bürgerkrieg ist auch acht Jahre später noch nicht da, aber er hat damit den Menschen was gegeben, wovor sie sich fürchten konnten. Und ohne Furcht funktioniert diese Politik nicht, deswegen brauchen sie das auch immer. Das habe ich nicht gezeigt, das ist der Beweis, hat es wirklich gesagt. Und da sehen Sie zum Beispiel auch die AfD, die, das ist gar nicht so lange her, das war ja doch 2018, aber da wurde der Endkampf um die Demokratie beschworen. Das ist einfach eine Sprache, die sehr radikal ist, die sehr verunsichert auch. Aber warum tun die das? Warum reden die so gern vom Krieg? Es wollen ja alle Menschen Frieden. Wenn sie eine Umfrage machen, wollen sie in Frieden leben, wenn alle sagen ja. Gleichzeitig reden diese Leute dauernd vom Krieg und werden dafür gewählt. Und sie reden so gern vom Krieg, weil sie gerne sich als Heldinnen und Helden darstellen. Und dieser Kampf, wir gegen die anderen, der große Krieg, ich befreie euch, das ist genau diese Inszenierung, das ist die Botschaft. Sie werden verfolgt, weil sie für euch da sind. Das ist auch nicht ganz neu, das war schon früher da, Sie können sich sicher daran erinnern. Den kennen Sie, oder? Jörg Haider, Sie sind gegen ihn, weil er für euch ist. Ich sehe noch, dass euch ist gleich viel größer und das er. Das hat auch anderen gefallen. Das ist Donald Trump. In reality, they are not after me, they are after you. I'm just in the way. Ich opfer mich für euch, ich stell mich dem Bösen entgegen. Hat was irgendwie vom Messias ein bisschen. Das hat auch wieder wem gefallen? Also Sie sehen, die lernen voneinander, also das kann man nicht absprechen, eine gewisse Fähigkeit zum Abschreiben. Ja, und warum diese gewalttätige Sprache? Weil diese Sprache Gefühle erzeugt und ganz starke Gefühle. Wir haben vorher schon das Gefühl von Ekel besprochen, aber auch das Gefühl von Angst. Ich meine, ich habe drei Kinder. Ich fürchte mich vor einem Bürgerkrieg. Ich fürchte mich davor, dass vielleicht meine Kinder in einen Krieg ziehen müssen. Dass ich nicht weiß, wo wir in Sicherheit kommen können. Das sind einfach Gefühle, die gehen sehr tief und die gehen sehr stark rein und deswegen werden die verwendet. Der Walter und Ötsch und ich, wir haben das in unserem Buch als Hasssprache bezeichnet. Und man sieht das auch ganz stark. Es gibt diese Liebessprache für die Wir-Gruppe. Ihr seid die Fleißigen, ihr seid die Anständigen, ihr seid die Ehrlichen. Und eine Hasssprache gegen die anderen. Und die anderen werden auch immer zu einer gleichartigen Masse des Bösen gemacht. Es sind dann die Ausländer, die Afghanen, die Politiker, die Gutmenschen. Da ist kein Unterschied. Das sind nicht mehr einzelne Individuen. Also so wie wir unterschiedliche Leben haben, gemeinsames und nicht gemeinsam, ist das auch bei allen anderen so. Es gibt Afghaninnen, die essen gerne das, die essen gerne das. Es gibt Unterschiede, aber die werden alle zu einer Masse gemacht und das ist ganz wichtig. Und da sehen Sie zum Beispiel, wie das dann aussieht. Der Ausländer, der mit unserem Geld davonfährt. Und das ist eine ganz klare Gefühlssprache, die da transportiert wird. Ich meine, wir hätten nicht gerne mal so eine Schubkarre und fahren damit nach Hause. Jetzt nimmt uns der das weg. Und das ist natürlich klar, das ist der Ausländer. Weil wir heute in Linz sind, habe ich ihn auch aus Oberösterreich mitgebracht. Das sind die rechte Wende statt fremde Hände. Das ist die Freiheitliche Parteijugend in Oberösterreich. Die dunkle Hand, die auf das Gesäß einer Frau, wo man auch die blonden Haare sieht, zeigt, ist eine ganz klare Botschaft. Und sie haben auf diesem Bild auch der Kampf des Lichtes gegen die Finsternis. Ein bisschen was von Star Wars fast. Ja, und was auch noch ganz wichtig ist, ist, dass die anderen nicht nur von uns abgespalten werden, die sind so ganz anders als wir, sondern man macht sie auch lächerlich. Das sieht dann zum Beispiel so aus. Und das Versprechen hat die FPÖ nicht wahrgemacht, sondern sie haben einfach nicht mitgestimmt und mache sie verbal nieder und dadurch minderwertiger. Das heißt, da ist nichts mehr mit Augenhöhe, sondern ich schaue auf die herunter und ich mache blöde Witze und ich hetze über die und ich stelle sie blöd dar, dass sie sich schämen müssen und schlecht fühlen. Das passiert auch zum Beispiel, wenn FPÖ-Chef Kickl in einer politischen Rede ganz bewusst sagt, dass der Neospolitiker Helmut Brandstätter eigentlich besser Brandstotter heißen müsste. Oder dass der ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker ein, Zitat, geistiger Einzeller ist. Dabei geht es einfach nur darum, Menschen, die anders denken, niederzumachen, öffentlich niederzumachen. Und manchmal geht es sogar darum, diese Personen zu entmenschlichen. Und das hat er wirklich wortwörtlich so in einer Rede gesagt. Er hat die Funktionärinnen und Funktionäre von ÖVP und SPÖ wörtlich als rote und schwarze Politmaden bezeichnet. Jetzt frage ich Sie, denken Sie mal, machen Sie ganz kurz die Augen zu und schauen, was da für ein Bild vor Ihrem geistigen Auge entsteht, wenn Sie hören, diese roten und schwarzen polit Maden. Das ist kein schönes Bild, oder? Also mich hat das ein bisschen erinnert an dieses Grätze-Bild. Also wieder was Grausliches, etwas, das, also Maden, die will man echt nicht in der Küche haben. Das ist eklig, der graust einem. Und ich hatte davor nie diese Kombination, diese Assoziation Politikerinnen und Politiker mit Maden. Das ist etwas, das so in den Kopf kommt. Und solche Bilder, die mögen für uns jetzt nur denken, ist der verrückt, was redet der? Aber in Wirklichkeit, die verfangen. Wenn das mehrmals wiederholt ist, wenn sie das immer wieder hören, bleibt das in ihrem Kopf drinnen und wird stärker. Und gerade diese Demagoginnen und Demagogen sind einfach sehr gut darin, die schaurigsten Zukunftsszenarien zu erfinden. Und das brauchen sie, weil in dieser demagogischen Politik ist etwas eingebaut, das haben der Walter Oetsch und ich als sogenannte Eskalationsspiralen bezeichnet. Es steckt drinnen, dass immer die Grenzen verschoben werden müssen. Die Grenzen des Sagbaren müssen überschritten werden, es muss immer weiter eskaliert werden. Es wird immer stärker, stärker, stärker. Und je erfolgreicher Demagogen sind, desto mehr Feinde produzieren sie. Es werden nicht weniger Feinde, sondern je erfolgreicher sie sind, desto mehr wird die Zahl der Feindinnen und Feinde. Das kann man gerade in Deutschland sehr gut beobachten, wo bei der AfD nicht nur mehr die Migrantinnen und Migranten die Feinde sind, oder die Muslime, oder die Linken, sondern mittlerweile ist es der Verfassungsschutz, mittlerweile ist es die Weltgesundheitsorganisation, die angeblich eine Diktatur plant. Die Kirchen natürlich. Und gerade vor zwei Tagen hat die AfD-Vorsitzende Weidel im Bundestag, im Deutschen Bundestag, die deutsche Regierung als Deutschlandhasser beschimpft. Und diese Kriegsrhetorik ist oftmals verbunden mit verbalen Gewaltfantasien. Das hier ist aus dem Jahr 2009. Das war ein Comic, den die FPÖ veröffentlicht hat und zwar mit öffentlichen Geldern für politische Bildung. Und da sagt der HC-Man, da müsste man sich jetzt den Kickl-Man vorstellen, wie man der aussehen mag, wenn du dem Mustafa eine Aufe brennst, kriegst du eine Hase spendiert. Ich weiß nicht, ob das in Linz auch so heißt, in Wien ist eine Hase eine Würstel, keine Burenwurst und er sagt, ja, voll aufs Nugelaug und verletzt den. Die FPÖ hat damals gesagt, das ist doch lustig. In Wirklichkeit geht es da einfach um Gewalt. Und ich sage noch ein Zitat, das war auch wieder bei einer Rede. Liebe Leute, sie wollen uns zermürben, liebe Freunde, sie wollen uns zermürben, sie wollen uns zerstören. Und unsere Antwort kann nur sein, dass wir uns mobilisieren, dass wir kampflustig sind bis zum letzten Tag und dass wir ihnen einen Schlag aufs Hosentüdel versetzen am kommenden Sonntag. Das wird notwendig sein, damit sie das einmal verstehen. Das war Kikls Rede zum Wahlkampfabschluss 2019. Mit Sonntag war der Wahlsonntag gemeint. Und zum Schluss möchte ich noch sagen, es gibt wahrscheinlich kein Thema, bei dem es diesen Demagoginnen und Demagogen nicht gelingt, es als Aufreger zu verwenden und negative Emotionen zu schüren. Also es funktioniert alles und immer. Und am Schluss bleibt die Frage, und die werden wir auch im Workshop hoffentlich diskutieren, wie geht man damit um? Was ist die richtige Antwort auf so eine Politik? Was muss die Gesellschaft leisten? Wie soll die Gesellschaft reagieren? Wie sollen wir reagieren? Eine häufige Reaktion ist der große Aufschrei, die große Empörung. Das führt zur maximalen Aufmerksamkeit für die Wahnsinnigkeiten. Und eigentlich auch da wieder dazu, dass sich diese Sachen verbreiten. Und eigentlich auch wieder zu einer Stärkung. Viel Schlagzeilen. Auch Jörg Haidaut hat mal gesagt, es ist völlig wurscht, wie er in der Zeitung steht. Hauptsache, er steht in der Zeitung. Und es gibt nichts Besseres für diese Populisten, um Populisten als Aufmerksamkeit zu haben. Also was tun wir? Ignorieren wir sie? Fallt uns was Besseres ein? Da bin ich sehr gespannt auf Ihre Vorschläge und auf Ihre Erfahrungen. Ich kann jetzt schon spoilern, ich habe auch nicht die allumfassende Lösung. Ich habe auch nur Anregungen und ich kann nur sagen, wie ich in den letzten 24 Jahren das erlebt habe. Aber ich glaube, es gibt drei Punkte, an denen wir Stopp sagen müssen. Und zwar laut und klar und ohne ein Ja, aber. Und diese drei Punkte sind für mich persönlich, wenn unsere Demokratie angegriffen wird, wenn unser Rechtsstaat infrage gestellt wird und wenn Menschenrechte nicht mehr universal, das heißt für alle Menschen gelten sollen, sondern nur mehr für bestimmte Gruppen. Das ist für mich der Punkt, wo man einfach die Stopptaste drücken muss. Vielen Dank. Applaus Vielen Dank für die interessanten Ausführungen. Danke für die Ausführungen. Mir erinnert Ihr Vortrag wieder an diesen Saga, Sie werden sich wundern, was alles geht. Und es ist erschreckend. Ich bin wieder mal sprachlos, tatsächlich. Darf ich jetzt aber nicht sein, weil ich ja Ihre Moderatorin bin. Und ich darf jetzt die Claudia Brunner begrüßen, die unsere nächste Referentin ist. dass wir uns heute kennenlernen. Sie ist an der Universität Klagenfurt derzeit tätig und ihre Arbeitsschwerpunkte sind kritische Friedens- und Konfliktforschung, Gewalt und Gewaltfreiheit, feministische Theorie und ich könnte jetzt noch ein paar Dinge aufzählen, aber was ihr Hauptschwerpunkt ist, ist die epistemische Gewalt. Und da bin ich jetzt schon sehr gespannt auf ihre Ausführungen und ich möchte Ihnen noch ganz kurz ein paar Zeilen vorlesen, nämlich aus dem Gutachten Ihrer Habilitationsschrift, weil mich das wirklich beeindruckt hat. Und da ist zu lesen. Mit der Beantwortung dieser Fragestellung leistet die Autorin nicht nur einen wichtigen theoretischen sowie konzeptionellen Beitrag in der Politikwissenschaft, sondern fordert zudem die Disziplin der Politikwissenschaft in ihren Regeln, Normen und Verfahrensweisen der Wissensproduktion heraus. Wow! Also deshalb herzlich willkommen und ich bin gespannt auf Ihren Vortrag. willkommen. Ich bin gespannt auf Ihren Vortrag. Ich hoffe, das verschreckt Sie jetzt nicht. Ich spreche jetzt nicht über die Politikwissenschaft und epistemische Gewalt im Akzent saubern. Ist das Ihre? Ja. Ja. Ja, danke für die Einladung. Ich habe recht spontan zugesagt, weil ich glaube, dass dieser Zusammenhang, mit dem Sie sich hier, mit dem wir uns hier beschäftigen, einem... Ich habe den Mikrofon. Entschuldigung. Ja, man ist wirklich ein bisschen versteckt, gell? Es ist ein bisschen unfrei, aber gut. Ich kann Ihnen aber sagen, wir machen ein Mikrofon. Nein, passt schon. alles gut, danke. Das macht nur unfrei, das ist schon gut so. Dieser Zusammenhang zwischen Sprache und Gewalt und jetzt in meinem Fall noch vielleicht ein bisschen mehr Wissen und Gewalt, der beschäftigt mich schon seit vielen Jahren und deswegen habe ich sehr gerne zugesagt. Und ich habe das Gefühl, das passt sehr gut von dieser Mikroebene des Trainings von gewaltfreier Sprache, ich sage jetzt mal wissenschaftlich gesprochen, der Mesoebene, Medienproduktion, Journalismus und vielleicht hilft das, was ich beitragen kann, ein bisschen auch noch das einzuordnen, noch ein paar andere vielleicht schlaue Begriffe zu liefern, mit denen Sie dann in Ihrem Alltag sich auch bewähren können, bewaffnen will jetzt. Lassen Sie mich beginnen mit ein paar kurzen Zitaten von Christa Wolf, die Kassandra kennen wahrscheinlich viele von Ihnen. Wann der Krieg beginnt, das kann man wissen, aber wann beginnt der Vorkrieg? In aller Unschuld und besten Gewissens bereiten wir ihn vor. Sein erstes Zeichen. Wir richten uns nach dem Feind. Wozu brauchten wir den? Dann geht es weiter. Ich soll jetzt ein bisschen eklektisch zusammensammeln. Zehn Jahre Krieg. Sie waren lang genug die Frage, wie der Krieg entstand, vollkommen zu vergessen. Denn mitten im Krieg denkt man nur, wie er enden wird. Wenn viele das tun, entsteht in uns der leere Raum, in den der Krieg hineinströmt. Das heißt, wir befinden uns, wie ich es wahrnehme, spätestens seit dem Angriffskrieg der Russlands auf die Ukraine, aber jetzt noch stärker mit Gaza, Israel, in einer Phase, wo eigentlich Kriegsrhetorik allgegenwärtig ist. Viele Journalisten und Journalistinnen zählen Panzer und Bomben, das ist wichtig und gut, ich will das gar nicht in Abrede stellen, aber ich finde, es ist wahnsinnig schnell gegangen, wie sich unsere Berichterstattung, unsere Sprechweise und ich glaube auch unsere Denkweise und unsere Affekte verändern in diesem, was ich jetzt bezeichnen würde, schon mal Vorkrieg. Wir können sagen, okay, das ist alles Kriegspropaganda, das ist mittlerweile recht verbreitet, das ist mehr als 100 Jahre alt, diese hier zusammengefasste Darstellung von Lord Arsoponsenby aus dem Ersten Weltkrieg. Und Sie kennen auch dieses uralte lateinische Sprichwort, das behauptet, wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor. Walter Benjamin 1926 hat es ein bisschen umgedreht und gesagt, wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg und das ist ein bisschen das gleiche Dilemma, das die Frau Horatschöckson angesprochen hat. Also wir können nicht einfach nur die friedliche Sprache entwerfen, denke ich, vor allem wenn es um größere politische Zusammenhänge geht, ohne den Krieg zu benennen. Und ich würde auch unterscheiden zwischen Traditionen von Pazifismus und Antimilitarismus und zum Antimilitarismus gehört eben auch die Benennung des Militärischen und der Militarisierung. Und an die Ukraine und Russland. Lassen Sie vielleicht die Augen zumachen. Ich kann kurz die paar Sätze durchgehen, weil die Leute sehen da vielleicht nicht so gut auf die Präsentation. So Sätze wie, wir wollen den Krieg nicht. Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung. Der Führer des Gegners ist ein Teufel. Wir kämpfen für eine gute Sache. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache und da ist natürlich die Wissenschaft und die Diskursproduktion auch der Medien ganz massiv mit im Boot. Unsere Mission ist heilig oder wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter. Diese Merksätze sind jetzt gut 100 Jahre alt und wir können sagen, das ist Kriegspropaganda und wir können ein anderes Sprechen und Denken entwerfen wollen, aber ich glaube, es ist ein bisschen komplizierter als das und das möchte ich im Folgenden argumentieren. Und das möchte ich im Folgenden argumentieren. Es gibt draußen noch einen kurzen Text von mir, wo ich das versucht habe zu erklären. Das war noch vor Gaza, Israel, aber am Beispiel der Ukraine. Ich spreche von einer diskursiven, kognitiven und affektiven Militarisierung. Also wie unser Sprechen, unser Denken, aber auch unser Empfinden in Dienst genommen werden muss, um die Legitimität, die Selbstverständlichkeit des Kriegführends und vom Krieg als Möglichkeit des Konfliktaustrags vermeintlichen zu rechtfertigen. Um nämlich solche Slogans völlig illegitim zu machen, stelle ich vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Das ist ja eigentlich ein ziemlich radikaler Slogan, schon viele Jahrzehnte alt. Und Menschen, die davon sprechen, von dieser imaginativen Kraft, dass Krieg vielleicht auch gar nicht notwendig ist, jeden Preis, wird dann entgegengeschleudert, naja, das Zitat geht ja auch weiter. Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin, dann kommt der Krieg zu dir. zu positionieren, sofort ausgebotet wird mit, naja, wenn du dich dieser Militarisierung nicht anschließt und dieser Selbstverständlichkeit, dieser neuen Schrägstrich alten, dann bist du quasi selbst das nächste Opfer dieses Krieges, das kennen wir sehr gut. Das kennen sich ja viele von Ihnen, Johann Galtung, der Begründer der Friedensforschung, hat uns die Augen geöffnet, das war noch in den 60er, 70er Jahren, dafür, dass Gewalt eben nicht nur die Faust aufs Auge ist, der Terroranschlag, der Krieg, nicht nur die Spitze des Eisbergs, die wir sehen, die wir analysieren, beschreiben und auch herausfordernd kritisieren, sondern dass diese Gewaltförmigkeit immer eingebettet ist in Herrschaftsordnungen, in Machtverhältnisse und da auch strukturelle Gewaltverhältnisse dazugehören und kulturelle Gewalt. Und ich möchte da ganz deutlich sagen, mit kultureller Gewalt, Galtung ist da ein bisschen ambivalent, aber aus meiner Sicht, da geht es nicht darum zu sagen, Kultur A ist gewalttätig oder gewaltgeneigt, qua Religion, qua Kultur, whatever, und Kultur B, vornehmlich jetzt das Friedensprojekt Europa, ist die Sphäre der Gewaltfreiheit schlechthin. Also um das geht es nicht, sondern es geht um kulturelle Gewalt im Sinn all dessen, was unsere Kultur hervorbringt. An Literatur, an Filmen, an alles, was wir uns an sozialen Medien vorstellen können. Und da gehört eben auch Sprache, Sprechen und Schreiben dazu. Und auf das möchte ich jetzt im Weiteren fokussieren. dazu und auf das möchte ich jetzt im weiteren fokussieren. Das heißt, wenn wir uns in der Friedensforschung, in der Friedenspolitik mit Phänomenen direkter physischer Gewalt beschäftigen, die da sozusagen abstrahiert dargestellt sind, ist es gut und wichtig, aber ich plädiere dafür aus Perspektive einer kritischen Friedensforschung, dass wir uns die zahlreichen weiten Gewaltbegriffe, die die Sozial- und Geistes- und Kulturwissenschaften seit langem zur Verfügung stellen, auch zunutze machen sollen, um diese direkte physische Gewalt besser einordnen zu können. Das ist keine Relativierung, was dieser Position oft vorgeworfen wird, sondern eine Relationierung, also ein Miteinander in Beziehung setzen, etwa von sprachlicher Gewalt. Diskursiv ist sozusagen das größere Ganze, das jetzt auch die Frau Horacek schön beschrieben hat und womit ich mich beschäftigt habe, klingt kompliziert, ist aber gar nicht epistemisch, ist nur griechisch und heißt alles, was sich über Diskurse vermittelt und die sich in Sprache äußert. Sprachphilosophen haben jetzt auf dieser Ebene des Sprachlichen schon mal ganz hilfreiche Unterscheidungen gemacht, die uns vielleicht auch helfen, das, was wir beobachten, ein bisschen einzusortieren. Hermann und Kuch sprechen, also erstens mal, das kennen wir ja, verletzende Sprechakte, die funktionieren aufgrund sozialer Konventionen. Eine rassistische, eine sexistische Beschimpfung funktioniert, weil Rassismus und Sexismus in unser Gesellschaftssystem eingebaut ist. Das ist, glaube ich, gut nachvollziehbar. Die Sprachlichkeit eröffnet die Möglichkeit einer symbolischen Verletzbarkeit, nicht nur der direkten physischen und das hat ganz viel mit Anerkennung, mit sozialem Status und Selbstwertgefühl zu tun. Da sind wir immer noch auf der interpersonalen Ebene, wo auch die Kraft der gewaltfreien Kommunikation ihre Wirkung entfaltet. Sie sagen sprachliche Gewalt hat nicht nur diese symbolische Ebene, sondern auch eine tatsächlich eine körperliche Dimension. Wenn ich jetzt irgendjemand von Ihnen will zu beschimpfen beginne, dann werde ich wahrscheinlich rot werden und mein Körper wird sich verändern und auch Sie, wenn Sie schon auf so einem Akt betroffen sind, werden körperlich darauf reagieren. Also man kann das nicht so gut voneinander trennen, das ist sehr komplex. Dann gibt es natürlich noch die Frage von Gewalt und Rhetorik. Das sind wir auch so ein bisschen in dem, was wir schon gehört haben. Strategische, manipulative Sprache und, wo es jetzt aus meiner Sicht noch interessant ist, jetzt blöd gesagt, aber womit ich mich halt auseinandergesetzt habe in letzter Zeit, ist die Frage dieser diskursiven Gewalt, also das größere Ganze, das herumwabert und das wir so schlecht greifen können, die natürlich auch auf institutionalisierte Darstellungsweisen und Klassifikationen aufbaut. Wenn in diskursiver Gewalt immer wieder Dinge hergestellt werden, die den Rassismus, den wir sowieso schon eingelassen haben in unsere Institutionen, etwa in die Asyl- und Migrationspolitik, nochmal verstärkt. Und epistemische Gewalt und die nächste Abstraktionsstufe gewissermaßen sagt, naja, aber in der Sprache selbst ist auch schon eine Art Gewaltförmigkeit drinnen, durch Abstraktionen, durch Vereindeutungen, durch Ein- und Ausschlüsse. Und auch das kennen wir aktuell. Warum boomt gerade wieder so das Hinhacken auf geschlechtergerechte Sprache? Also mich überrascht es nicht, weil ich mich schon lange mit Feminismus, Rassismus und solchen Dingen beschäftige, aber es ist gerade in diesem Rechtsruck doch sehr, sehr bemerkenswert, dass dieser Backlash hier so richtig reinhaut, weil es bei dem Sprechen und Benennen natürlich um Ein- und Ausschluss geht und um soziale Kämpfe, um Anerkennung. Das ist, glaube ich, ein anschauliches Beispiel. Womit ich mich beschäftigt habe, ist eben diese tiefer liegende epistemische Dimension. Da gibt es ein Buch dazu, das können Sie Open Access auch anschauen, ich habe es jetzt leider nicht mit, weil es woanders liegt, als wo ich herkomme. Und der Begriff kommt aus der Boston-Dekolonialen Theorie, also von Theoretikerinnen aus dem globalen Süden, die vor allem vor dem Hintergrund von 500 Jahren Kolonialismus und der darauf basierenden Entstehung des kapitalistischen Weltsystems argumentiert haben, das was an Gewaltförmigkeit passiert ist im Kolonialismus hat ganz massiv mit Wissenssystemen zu tun. Das ist die Zeit, wo sich auch Universitäten und Akademien herausgebildet haben, wo sich unsere Wissensbestände gefestigt haben und das heißt, wir können die Gewalt, die wir analysieren und die heute noch da ist, nicht getrennt von dieser Geschichte auch der Wissenssysteme betrachten. Das ist ultra kurz verkürzt, das Buch ist 300 Seiten dick, das können wir gerne im Workshop vielleicht vertiefen, aber ich finde das insofern sehr überzeugend, weil es unseren Blick auf Gewalt verändert. Das Paradigma der Moderne steht da links, ob ich so zu helfen für diese Folie. Also wir gehen normalerweise davon aus, dass Gewalt das eine ist und Macht das andere. Violence and Power im Lateinischen und in vielen romanischen Sprachen, im Englischen können wir das schön unterscheiden. Im deutschen Begriff ist es eigentlich schon angelegt, was auch diese Theorie argumentiert, nämlich Gewalt ist zugleich Ordnungszerstörung und Ordnungsbegründung. Wir haben die Staatsgewalt, die Rechtsgewalt, wir haben aber auch die Gewalt, die direkte physische. Und das ist sehr spannend, um diesem Zusammenhang nachzugehen. In diesem Paradigma der Moderne, wo wir denken, die Moderne sei der Gewaltfreiheit eh schon oder zumindest ist das der Ort, von wo die Gewaltfreiheit ausgeht, durch Fortschritt, Wissenschaftlichkeit, Demokratisierung, Sprache etc. Was koloniale Theorie argumentiert, diese Gewalt zweiter Ordnung, die wir beobachten können, also Kriege, Terroranschläge, Vergewaltigungen, die haben zu tun mit der Gewaltersterordnung, das ist die Bezeichnung, die Benennung, das Verständnis davon, um was es da eigentlich geht. Und die argumentieren ganz stark, das immer in diesem Weltsystem-Kontext von der Geschichte des Kolonialismus zu verorten. Also nicht mehr Gewalt ist anderswo andersweranderswas im globalen Süden oder die bösen Migrantinnen mit der Hand am Hintern, haben wir auch schon gesehen, also diese Vereindeutung oder halt ganz was anderes als Wissensproduktion. Und postkoloniale Theorie, die auch ganz stark von feministischer mitbetrieben wurde, sagt, nein, es geht um Entanglements, ist der Fachbegriff und im Deutschen ist es auch noch schöner, finde ich, geteilte Geschichte, weil geteilt ist immer getrennt und verbunden zugleich. Wenn wir nachdenken, was heißt eigentlich geteilt? Wir teilen etwas, das uns zugleich teilt. Vor dem Hintergrund ist epistemische Gewalt zu verstehen und da geht es ganz zentral, ein paar so Glimpse, ein paar so Schlaglichter. Es geht um das Verhältnis von Sprechen, Schweigen, Hören und Gehörtwerden. von Sprechen, Schweigen, Hören und Gehörtwerden. Und es ist aus meiner Sicht ganz wichtig, wenn es darum geht, Kriege zu legitimieren und Militarisierung zu legitimieren, was ja der Ausgangspunkt meines Interesses war. Andere Begriffe sehen Unterdrückung und Ungerechtigkeit auf Basis von Wissensbeständen. Sexismus und Rassismus sind die offensichtlichsten Beispiele dafür. Wir haben auch schon ganz viel von diesem Othering gehört, dieser Veränderung. Und diese Veränderung, die Erfindung des Anderen und damit auch des Selbst, und das ist, finde ich, noch viel wichtiger, weil diese Selbstposition, diese dominante, autoritative Position, die wird ja unsichtbar gemacht bei der Veränderung. Da geht es ja immer nur um die Anderen, die Veranderten, und die Mächtigkeit des Selbst bleibt unsichtbar. Und diese Theorie argumentiert, die ist entstanden in dieser Zeit zwischen den Entstehungen nicht nur von Gewaltmonopolen, von Nationalstaaten, sondern auch von Wissensmonopolen. Das habe ich schon gesagt, Rassismus und Sexismus werden da drin als die Hauptachse unterschiedlicher Gewaltformen identifiziert und die Grundlage des kolonialistischen Weltsystems, das sich dann auch zu einem kapitalistischen ausgeformt hat. Wir können das ganz einfach am Beispiel der Organisation von Pflege in Österreich durchdeklinieren oder von wem kaufen wir die Zeitung an der Straßenecke. Wir wissen, dass Arbeitsmärkte sexualisiert, rassifiziert sind und dass das auch unsere Wirtschaft und unser System organisiert und nicht nur eine Frage moralischen Fehlverhaltens ist, ob ich jemanden sexistisch oder rassistisch beschimpfe. dass es Monokulturen sozusagen, nicht nur von Sprache und Begriffen, sondern auch von den Epistemen, von den darunterliegenden Wissenssystemen gibt, die je nach politischem System und Zeitpunkt bestimmte Prägungen haben. Und aber ganz wichtig für unseren Zusammenhang, dass bestimmte Menschen über sozusagen epistemische Privilegien verfügen, sozusagen epistemische Privilegien verfügen in der Selbstverständlichkeit von Sprech- und Denkweisen und dass das auch die Voraussetzung ist, andere Privilegien und Ressourcen sich anzueignen. Vor dem Hintergrund, das war jetzt glaube ich ein bisschen viel zu schnell, aber jetzt wird es nochmal einfacher. Vor dem Hintergrund geht es nochmal jetzt konkret um den Krieg. Und ich habe sehr bewusst jetzt Julie Butler gewählt, mit der ich mich lange beschäftigt habe, aber sie wird ja auch gegenwärtig in der Konfrontation im Gaza-Krieg sehr diskreditiert in der Öffentlichkeit, weil sie sich als jüdische Stimme für antizionistische Positionen ausspricht und die Frage der Legitimität von Gewalt eigentlich ins Zentrum stellt und das ist natürlich eine höchst umstrittene Position. Sie sagt, eine Kritik der Gewalt und ich denke, das ist Aufgabe von Friedensforschung und Friedenspolitik, Friedensbewegung, untersucht die Bedingungen der Gewalt und ihrer Rechtfertigung, aber, und da kommt die Epistemische ins Spiel, sie fragt auch danach, wie die Fragen, die wir stellen, bereits im Vorhinein unser Verständnis von Gewalt bestimmen. Sie hat den Begriff geprägt, dass wir die Rahmungen sehen lernen müssen. Sie können sich vorstellen, beim Fotografieren, wenn Sie mit dem Handy auf etwas zoomen, es macht einen ziemlichen Unterschied, wie sie den Zoom einstellen. Das können wir ganz leicht übertragen. Es macht einen großen Unterschied, ob wir auf die Hand am Hintern der blonden Frau fokussieren in diesem Zoom oder ob wir ein größeres Ganzes einer sozialen Situation hernehmen, in der dann vielleicht die zwei ein Paar sind und das überhaupt keinen Übergriff darstellt oder was immer. Also ich breche das jetzt sehr herunter, aber ich glaube, es ist verständlich, was gemeint ist. Und sie sagt, und das finde ich spannend, weil mir Sprache und Emotion ist ja auch schon gefallen, diese sprachlichen Rahmungen, wo sich dann Politiker immer dann so entscheiden, ich habe es eh nicht so gemeint und sich distanzieren von irgendeinem unglaublichen Sager, der in der Öffentlichkeit hängen geblieben ist, auch schon gesagt von Frau Horacek, ja das sind affektive Rahmungen und kognitive Rahmungen, da bleibt einfach was kleben, was unsere Politik massiv mitprägt. Und Butler beschäftigt sich ganz viel damit, wie Verletzbarkeit und Betrauerbarkeit und Anerkennbarkeit diskursiv hergestellt wird, also über diese sprachliche, kognitive und affektive Ebene. Ein Beispiel, das ich meinen Studierenden immer gerne erzähle ist, Sie können sich sicher erinnern, letzten Sommer gab es wieder mal, weil die gibt es leider immer, Schiffe, die im Mittelmeer untergehen und hunderte Menschen kommen zu Tode und ziemlich gleichzeitig ist diese Kapsel, die zur Titanic geschwommen ist, mit fünf, sechs sehr reichen Menschen mit diesem Dark Tourism Projekt untergegangen. Und die Berichterstattung und die affektive Mobilisierung und die Betrauerbarkeit waren natürlich höchst unterschiedlich entlang von Klassen- und Rassifizierungsverhältnissen. Ich glaube, das bringt es ganz gut auf den Punkt, wie Judith Butler das meint und was wir damit weiterdenken können. Und Judith Butler macht so unbequem diesen Punkt der Legitimität von Gewalt und auch der oft vor sich her getragenen Gewaltfreiheit. Wir wissen, dass mit der Befreiung der Frauen die Intervention in Afghanistan einst legitimiert wurde. Und wir haben immer wieder diskursive Figuren wie die Schutzverantwortung aus der Friedensforschung oder die humanitäre Intervention. Es klingt alles viel schöner, als es real ist aus Sicht einer internationalen Politikanalyse und einer Friedensforschung. Und Butler argumentiert, dass diese Unterscheidung von was Gewalt ist und was nicht Gewalt ist, natürlich auch nicht einfach quasi, das können wir nicht wie Naturwissenschaftlerinnen finden und feststellen, sondern auch die ist immer wieder hergestellt und im Kontext von Macht und Herrschaft hergestellt über diese diskursiven sprachlichen Ebenen. Sie sagt, dass dieser Mythos der liberalen Gewaltfreiheit, der oft vor sich hergetragen wird, um Gewalt zu rechtfertigen, auch eine Herrschaftstechnik ist und erinnert uns daran, dass dieser Streit um die Legitimität von Gewalt, die sich ja auch schon im Sprachlichen abspielt, wie reden wir über einen Konflikt auf internationaler Ebene oder eigentlich kann man wahrscheinlich runterbrechen bis auf die individuelle, interpersonelle, dass das eine theoretische und politische Auseinandersetzung mit dem Gewaltmonopol natürlich ist und mit Staat und Recht. Und sie kritisiert ganz stark die staatlich organisierte Gewalt, in dem Fall Israels, aber sie macht das in vielen anderen Anlassfällen auch. Für 9-11 und den ganzen War on Terror war sie auch eine ganz wichtige Diskursposition. Das heißt, wir entkommen dem nicht, weder im Journalismus noch in der Wissenschaft noch als Einzelpersonen oder Aktivistinnen. So sehr wir uns bemühen mögen, unterschiedliche Positionen zu sehen, wir entkommen in gewissermaßen auch nicht der Frage der Positionierung, zumindest für uns selbst und des Anerkennens einer gewissen Verstrickung in den Verhältnissen, in denen wir uns befinden. Und sie beschreibt es als Ringen. Jede Intervention ist ein Ringen und es müssen neue Bedeutungen immer wieder hergestellt werden auf wissenschaftliche Resignifikation und es muss die Anerkennung dafür hergestellt werden, Intelligibilität. Das heißt, dass auch Friedensforschung und Friedensbewegung sich da natürlich drinnen bewegt, wenn wir versuchen, Gewaltkritik zu artikulieren oder uns für den Frieden auszusprechen. Gewalt vermindern, wenn wir gleichzeitig wissen, wir können da nicht einfach raus, wir können nicht qua moralischer Läuterung sagen, so, ich spreche jetzt aber nur mehr gewaltfrei oder meine Position hat nichts mit dem zu tun, worin ich mich befinde. Das ist kompliziert, aber ich denke, und auf jeden Fall sehr konfliktiv, das merkt Judith Butler jetzt sehr deutlich. Und schließlich will ich darauf hin, dass eben Sprache, Zeichen, Diskurs, Epistemologie, egal auf welcher Ebene, das sind ja nur unterschiedliche Ebenen des selben Phänomens gewissermaßen, haben wir auch schon gehört, sind Werkzeuge in ungleichen Kämpfen um Deutungshoheit. Und mir geht es da vor allem um die ungleichen Kämpfe. Und sie stehen natürlich in einem Zusammenhang mit unterschiedlichen Gewaltformen. Fazit der langen Rede, kurzer Sinn oder hoffentlich Sinn, mein Argument ist, dass Friedensforschung, Friedensarbeit, Friedenspolitik auch diese Werkzeuge besser verstehen muss und sie zugleich transformieren, was wahnsinnig schwierig ist. Dass wir uns nicht selbst zum Verstummen bringen, weil lauter uns fürchten, dass wir dann was Falsches sagen, um dieser sprachlichen, diskursiven, kognitiven und affektiven Militarisierung, wie ich es nenne, ein Narrativ entgegenzusetzen, dass diese Gewaltkritik auf einer substanziell vertieften Ebene als antimilitaristisch, habe ich es jetzt genannt, weil ich denke, das ist gerade das Dringendste, aber das kann man natürlich weiter ausführen, um dieser Militarisierung und Normalisierung was entgegenzusetzen. uns das vorzustellen, was Frieden ist und worin Frieden besteht und wie vielfältig und auf welchen Ebenen der sich entfalten kann. Und damit möchte ich gerne enden und danke für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank auch Ihnen für diesen unglaublich interessanten Vortrag und diese unglaublich interessanten Inputs. Sie haben jetzt noch die Möglichkeit, sollten Sie es noch nicht getan haben, sich für einen Workshop einzutragen. Sie haben jetzt alle drei ReferentInnen kennengelernt und es war sicher für jeden etwas Spannendes dabei. Ich glaube, es ist eher die Schwierigkeit, dass man sich für einen entscheidet, oder? Sie können jetzt gerne draußen Pause machen, sich stärken, einen kaffee trinken und um 16 uhr 15 geht es dann weiter und draußen ist auch angeschrieben in welche räume es weitergehen Thank you.