Also wie ich nach Linz gekommen bin, kann ich mich noch wahnsinnig gut erinnern. Das ist genau in dem Jahr gewesen, wo die Nike an der Kunsthochschule gehängt ist. Und ich bin von Salzburg gekommen und dann haben wir gedacht, super, also Linz ist kulturell absolut vorne, mit dem Ars Electronica und so weiter, das gab es alles in Salzburg nicht. Und das war super. Und die Kunsthochschule war irgendwie ein seltsames Biotop in der ganzen Szene, das zwar personell schon verbunden war damit, nicht so sehr auf der höheren Ebene der Professoren und Professorinnen, hat es auch nicht viel gegeben damals noch, aber institutionell auf jeden Fall. Ich habe mir gedacht, um Gottes willen, wo komme ich da hin? Also das war tatsächlich so. Ich kannte die Kunsthochschule kaum, sondern nur Leute von der Kunsthochschule. Ich habe einmal beim Gesellpointner für,öllpoentner für zwei, drei Jahre einen Lehrauftrag gehabt. Und einmal war ich im damaligen Hochschulgremium, das die Leitung gehabt hat. Mir fällt jetzt gerade nicht ein, wie das geheißen hat. Und da saßen halt 25 Profs und ich habe damals für den Kulturleitplan der Stadt Linz gearbeitet und habe deswegen versucht, die zu interviewen. Ich sage versucht, das war extrem schwierig, weil das war wirklich ein unglaublicher Männerbund. Großteil sehr konservativ, was für mich auch ungewohnt war. Also der erste Eindruck war schon schwierig und die ersten Jahre waren auch dementsprechend schwierig. Die Voraussetzung, dass ich überhaupt an die Kunst der Uni kommen bin, war die Umstellung der Hochschule auf das Kunstuniversitätsorganisationsgesetz, so bürokratisch heißt das halt. Weil damit war die Möglichkeit gegeben, dass jemand externer überhaupt kommt. Vorher war das System ja so, dass die Rektoren, Rektorinnen hat es ja nicht gegeben, immer nur zwei Jahre bestellt worden sind und das war eigentlich so ein Ehrenjob. Und mit dem neuen Gesetz hat sich das völlig verändert, weil die Universitäten quasi zu Unternehmen umgebaut worden sind, mit einem Aufsichtsrat, der Universitätsrat, dem Rektorat, das ist sowas wie die Geschäftsführung und dem Senat als die Hauptinstrumente der Führung der Uni. Also ich selber wäre überhaupt nie auf die Idee gekommen, dass ich mich dort bewirbe, weil ich habe mich an der Kepler Uni am Institut für Neue Geschichte und Zeitgeschichte relativ wohl gefühlt. Und dann hat mich aber der Rainer Zentrum gefragt, ob ich mich nicht bewerben will. Und dann habe ich mir gedacht, okay, macht einen Spaß, Bewerbung kann ich auf jeden Fall mal abgeben. Und so ist es dann gekommen, dass ich dann an die Kunstuniversität gekommen bin, Mit dem neuen Gesetz gleichzeitig eigentlich. Und du hast völlig recht, also die Umstellung vom Meisterklassenprinzip war für alle Kunstunis schwierig auf den reingesetzlichen Voraussetzungen. Ich meine, die meisten Kunstunis haben das eher sehr locker genommen, eine Zeit lang das Ministerium auch, die haben das Meisterklassenprinzip de facto beibehalten, wir ja auch eine Zeit lang die Kunstuni Linz und haben erst später sukzessive auch im Einklang mit den Wünschen der jeweiligen Institute dann umgestellt auf Bachelor, Master. Ja, die längerfristigen Ziele waren auf jeden Fall die Kunstuni singulärer zu positionieren, vor allem im Vergleich zu den Wiener Konkurrenzuniversitäten, der Angewandten und der Akademie. Es war klar, dass wir im Bereich der klassischen bildenden Kunst ein sehr, sehr gutes Angebot haben, aber jetzt im Werben um Studentinnen, potenzielle Studentinnen und Studenten, natürlich einen Nachteil haben. Erstens gegenüber Wien als Stadt, also junge Leute gehen lieber in Metropolen als eigentlich das Umfeld in Linz und Oberösterreich kulturell aufgestellt und auch wirtschaftlich, weil irgendwie kannst du das nicht ganz entkoppeln, damit wir unser Studienangebot ein bisschen orientieren an dem, was an Möglichkeiten da ist, an Potenzialen. Und die längerfristigen Ziele waren eben genauer mit Erhebungen verbunden. Daraus sind dann sehr spezielle Studienrichtungen entstanden, wie also als Beispiel Raum- und Designstrategien oder als anderes Beispiel, das vielleicht das noch besser beschreiben kann, Fashion and Technology, wo wir eben geschaut haben, wie ist das Umfeld. Lenzing damals, das uns am Anfang unterstützt hat, später dann leider eben nicht mehr, weil die haben eine unglaubliche Fluktuation auf Führungsebene gehabt, das war extrem schwierig. Und dann, da war das Umfeld wirtschaftlich da mit potenziellen Unterstützern. Modemäßig war es natürlich die Wüste in Linz. Und das war auch nicht das Ziel, jetzt ein Modestudium zu machen, sondern eben in Kombination mit Nachhaltigkeit vor allem. Das war der zweite wichtige Aspekt, den wir ziemlich am Anfang schon irgendwie in den Mittelpunkt gestellt haben. Nachhaltig Fashion and Technology in beiden Fällen, sowohl materialmäßig, technologisch, aber auch gesellschaftspolitisch nachhaltige Positionen zu entwickeln. Das glaube ich ist sehr gut gelungen in diesem Beispiel und so haben wir auch in anderen Bereichen wie Design und so weiter versucht umzusetzen, dieses Prinzip der Nachhaltigkeit. Das heißt, es hat überhaupt nichts gegeben im Medienbereich. Der Designbereich war schon vertreten und der Kunstbereich war okay, also das war für mich okay, also mit den klassischen Fächern. Aber das war auf der inhaltlichen Ebene einmal die Challenge. Wir haben auch angefangen mit Stiftungsprofessuren. Anders ist das nicht gegangen finanziell. Wir wollten ja nichts zumachen, sondern erweitern, dass wir über Stiftungsprofessuren neue Angebote im Bereich der Medien gemacht haben. Das war die ersten paar Jahre sehr wichtig. Dann war es auf der, ich sage mal, politischen Ebene, weil ein sehr starker Teil der Kunst-Uni-Professoren auf keinen Fall wollte, dass das Rektorat, das erste Rektorat, länger im Amt bleibt als eine Periode. Das heißt, es gab schon heftige Kämpfe, die ersten zwei Perioden kann man sagen, wo versucht worden ist, Gegenlisten aufzustellen, das ist auch völlig okay und gehört dazu zu dem Spiel. Aber die Mehrheit hat dann doch immer für das Rektorat, also für mich als Rektor mit wechselnden Vizerektorinnen und Vizerektoren gestimmt. Und dadurch haben wir eine gewisse Kontinuität einbringen können, was einfach total wichtig war, weil wir einfach längerfristige Ziele gehabt haben. Und man kann längerfristige Ziele nur erreichen, wenn du einen langen Atem hast, bei so schwerfälligen bürokratischen Institutionen, wie das Ministerium und die Universitäten sind. Die organisatorischen Herausforderungen waren tatsächlich die Umstellung, die war sehr mühsam, die Umstellung von alten Strukturen auf die völlig neuen Strukturen. Auch das völlig ungewohnte Verantwortlichkeitsbild, das sich ergeben hat durch die Umstellung. De facto ist ja Direktor und Rektor dann auch haftbar, wenn etwas schief geht im ökonomischen Bereich oder auch im personellen Bereich oder so. Und das waren schon Herausforderungen, wo ich mir nicht ganz sicher bin, wenn ich das alles gewusst hätte, ob ich das dann tatsächlich auch gemacht hätte. Nachträglich bin ich trotzdem froh natürlich, weil es ein irrsinniges Geschenk für mich war, weil ich irrsinnig viel lernen habe können. Also das war ein reines Geschenk, aber es war schon sehr mühsam organisatorisch. Also vor allem innerhalb der Professorenschaft, auch Professorinnen sage ich jetzt, gab es schon ein starkes Prinzip der Meisterklasse, auch an der Linzer Kunsthochschule. Meine Vorstellung war immer, dass man gerade in der billigen Kunst eben nicht als Kopie von Lehrenden herauskommt, sondern als eigenständig kritische Persönlichkeit, auch künstlerische Persönlichkeit. Die Gefahr ist riesig bei einem Meisterklassenprinzip, wie wir wissen aus der jahrhundertelangen Geschichte. Das ist völlig klar. Man kann es auch anders handhaben. Es gibt auch Beispiele bei uns, ich werde jetzt keine Namen sagen, aber man kann es auch anders handhaben und die Leine sehr, sehr locker lassen und vieles zulassen auch. Aber die Versuchung ist einfach wahnsinnig groß für Lehrende. Vor allem für die Klassenleitungen nutzen die ganzen zusätzlichen Lehraufträge dann meistens wenig, weil die Machtverhältnisse sind einfach völlig andere. Die Lehraufträge sind schlecht bezahlt, sind meistens bei Karriere-Situationen usw. Das ist wirklich ein Riesenproblem nach wie vor. Aber diese Umstellung vor allem in den Köpfen war das Schwierigste und es ist bis zum Schluss keineswegs gelungen, das Ganze herauszubringen. Es ist immer besser geworden mit Pensionierungen und so, mit Neubesetzungen. Aber das ist, finde ich, eine spannende Herausforderung, die eine Bewusstseinsveränderung und auch ein bisschen eine Veränderung im konkreten Behavior verlangt. Es ist eine andere Situation, ob du jetzt mit Teams oder aufmachst was, arbeitest, als wenn du halt allein dort sitzt und entscheiden kannst, wo es lang geht. Der strukturelle Unterschied ist, dass es statt der Meisterklasse Institute und Abteilungen gibt. Also umgesetzt ist es in der bildenden Kunst ja beispielhaft worden auf der institutionellen Ebene. Es gibt das Institut für Bildende Kunst und dann später Kulturwissenschaft, wo alle drei vorherigen Meisterklassen, Malerei, Bildhauerei, zusammen sind und Keramik später dann auch zusammen sind in einem Institut. Das Ziel ist eben, dass man die Durchlässigkeit, genau wie du richtig sagst, verstärkt zwischen diesen einzelnen ehemaligen Meisterklassen. Und der Versuch war immer auf der Bachelor-Ebene möglichst breit zu sein und eine breite Ausbildung anzubieten und Bildung anzubieten. Das ist mir wichtig, das gehört auch dazu. Damit die Studierenden auch die Möglichkeit haben, sich zu orientieren. Viele kommen her und haben überhaupt keine Ahnung, was sich da erwartet. Das ist auch klar. Das ist auf anderen Unis genauso. Und die brauchen einfach eine Zeit von ein, zwei Jahren, um sich da mal überhaupt ein Bild zu machen, um eigene Stärken und Schwächen auszuloten und so weiter. Und dann im Masterstudium spezialisiertere Ausbildung anzubieten. Das war immer so das Ziel. Also das ist vom System her das Prinzip der Institute und der Abteilungen. Bei Meisterklassen ist es einfach eine durchgängige Geschichte gewesen. Malerei von Anfang bis zum Ende und es ist ganz sicher so, dass die Umstellung auf das neue Universitätsgesetz eine Verschulung mit sich gebracht hat. Was wir versucht haben ist, das möglichst fernzuhalten von den Orten, wo tatsächlich was gemacht wird. Und die Bürokratie möglichst früh abzufangen, damit die Leute nicht konfrontiert sind mit irgendwelchen bürokratischen Geschichten. Weil das hat sich so unfassbar ausgedehnt, die Berichtspflichten. Also all das, was eine Firma auch machen will. Vom Budget an, über Berichtspflichten. Also all das, was eine Firma auch machen muss, vom Budget an über Berichtspflichten und so weiter ins Ministerium. Also das ist ein irrer bürokratischer Aufwand, der für so eine kleine Institution wie die Kunst-Uni mit wenig Personal, mit einem Personal noch dazu, dass das auch nicht so gewohnt war. Also das war schon eine Challenge für die Verwaltung, das muss man schon sagen. Wir haben das zum Großteil bravourös gelöst, also das war hervorragend. Aber das Wichtigste war für uns immer, wenn ich uns sage, ist es einmal die Rektoratsebene, den Rücken freizuhalten. Egal, ob das jetzt mit Master oder Bachelor, Master oder mit Magister ist. Und die ESGD-Punkte, die kann man jetzt von zwei Seiten sehen. Also ich sehe es von beiden Seiten sowohl kritisch als auch positiv. Positiv vor allem in Bezug auf den Austausch, sowohl den nationalen als auch den internationalen Austausch. Das heißt, es erleichtert. Also man muss da, ich möchte eines vorausschicken, Oberösterreich hat die provinziellsten Universitäten, nicht nur die Kölner, von ganz Österreich. Also das betrifft die Kepler-Uni, die wirklich eine Regionaluni fast ist, mit kaum internationalen Studierenden, auch wenige aus anderen Bundesländern. Und bei der Kunsthochschule war das genau dasselbe. Also das ist auf jeden Fall ein Vorteil, wenn Studierende die Möglichkeit haben, auf ein Erasmus-Semester oder Erasmus-Jahr zu gehen. Und das auch angerechnet wird dann. Das hat schon Vorteile. Aber de facto ist es so, dass es deutlich besser geworden ist, als zu dem Zeitpunkt, wo ich gekommen bin. Das war 1999, da war eigentlich ganz wenig. 1999, da waren eigentlich ganz wenige. Und das hat sich schon sehr geändert, insbesondere aus Deutschland und aus dem südosteuropäischen Raum ist das deutlich besser geworden. Aber es ist immer noch so. Wir sind deutlich besser, wie ich es jetzt sage, also die Kunstuni ist deutlich besser als die Keploni noch. Also die Entwicklung ist auch sehr schnell gegangen, viel schneller gegangen, was auch leicht ist bei einer kleinen Institution. Die Kepler-Uni ist ein großer Tanker, aber es ist nach wie vor so, dass die oberösterreichischen Unis einfach viel, viel mehr sowohl nationale als auch internationale Kundschaft brauchen. Also die Stadt Linz und das Land Oberösterreich haben die Uni zu jeweils einem Sechstel, also gesamt zu einem Drittel des Budgets mitfinanziert. Das war die Bedingung, dass die Kunstschule der Stadt Linz damals 1973, 1974 zur Kunsthochschule geworden ist. Weil wen wollte das auf keinen Fall, dass das da herkommt. Das war ein ziemlicher Trick, der damals gelungen ist. Also über einen Androsch eigentlich und Peppo Mauhardt. Die Geschichte kennt ihr wahrscheinlich eh vom Gesell, dass das überhaupt gelungen ist. Und die Bedingung war eben die Mitfinanzierung. Irgendwann einmal hat Stadt und Land, insbesondere die Stadt Linz war da federführend, gesagt, wir sägen nicht ein, warum wir eigentlich eine staatliche Institution, die jetzt Universität geworden ist, mitfinanzieren sollen. Dann gab es einen jahrelangen Prozess der Stadt Linz gegen den Bund und die Stadt Linz hat letztlich dann gewonnen den Prozess und seitdem sind Stadt und Land ausgestiegen aus der Finanzierung, was für uns ein riesiges Problem war. Wir haben aber gleichzeitig schon die Garantie vom Bund gehabt, dass im Falle des Verlustes des Prozesses das Defizit ausgeglichen wird. Das hatte Vor- und Nachteile, weil wenn du drei Verhandlungspartner hast fürs Budget, dann ist immer einer da, der sagt, das ist viel zu teuer und die anderen können sich dann anhängen. Das heißt, drei Verhandlungspartner sind schwieriger für Budgeterhöhungen zu gewinnen als einer. Der andere sagt halt ja oder nein oder es geht oder es geht nicht. Also das hat den Vorteil gehabt, dass es dann schon leichter geworden ist, was Budgetverhandlungen anlangt. Der Nachteil war, ist wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad immer noch, dass Stadt und Land sich aus der Verantwortung aus der Universität eigentlich ein bisschen zurückgezogen haben. Das ist anders als bei der Kepler-Uni, weil da gibt es den Kepler-Fonds, wo Stadt und Land gemeinsam einzahlen in Millionenhöhen und da ein Topf entsteht, aus dem dann die Uni was machen kann. Bei der Kunstuni ist das alles weggefallen. Das heißt, da gab es nur mehr so kleine Förderungen über Vereine oder so etwas. Das war dann der Nachteil. Wobei ich aber dazu sagen muss, dass die Beziehung zu Staat und Land, also auf der politischen Ebene trotzdem, immer noch gut war, sogar ziemlich gut war und immer noch ist. Zum Bund war es sehr unterschiedlich. Ich weiß nicht, in meiner Zeit habe ich, glaube ich, fünf oder sechs Ministerinnen erlebt, plus zwei, drei Sektionschefs und so weiter. Das hat sich dann immer ein bisschen geändert. Ich meine, man darf ja nicht übersehen, wie ich gekommen bin. Hat die Kunsthochschule 680 oder so was, 640 Studierende gehabt. Wie ich gegangen bin, waren es 1500. Und das Fächerangebot natürlich viel, viel mehr. Das heißt, man konnte so Bereiche wie die Lehre, die noch dazu viel bürokratisierter zu handeln war, unmöglich so nebenher mit dem kleinen Finger machen. Das ist ein extrem herausfordernder Job. Der hat auch einiges an Personal verschlungen, der Job von Leuten, die sich geopfert haben dafür. Also das war schon notwendig, dass man das aufstockt. Und Autonomie, das hat bedeutet, dass die Universitäten erstens in Personalfragen unabhängig geworden sind. Früher hat ja jede Personalie wurde im Ministerium entschieden. Das ist also nicht nur die Professuren, sondern auch die Assistenten, Assistenzen, sind alle im Ministerium entschieden worden. Natürlich auf Vorschlag der Unis, weil die können ja nicht alles wissen und alle kennen, aber de facto, also die Jure war es, Entscheidung immer vom Ministerium. Das heißt, die Personalhoheit der Universitäten ist damit gewährleistet worden, was ein riesiger Fortschritt war. Hochheit der Universitäten ist damit gewährleistet worden, was ein riesiger Fortschritt war. Der zweite, wirklich sage ich, sehe ich schon als Fortschritt, ist die Budgethochheit und die Sicherheit eines Drei-Jahres-Budgets. Das heißt, die Budgets sind verhandelt worden seit dem Inkrafttreten des Gesetzes auf Drei-Jahres-Perioden mit den sogenannten Leistungsvereinbarungen, wo also die Unis festlegen muss, welche Leistungen sie anbietet und das Ministerium sagt, wie viel Geld dafür hergibt, für dieses Angebot. Und da hat man schon eine Planungssicherheit über drei Jahre, was schon gut ist, weil man muss ja bei der Bestellung der Professuren, insbesondere der Professuren, aber auch aller anderen natürlich überlegen, langfristige Perspektiven, wie man damit umgeht. De facto ist es so, dass die Theorie ausgebaut wurde. Das hat erstens mit dem Gesetz zu tun, auch das ist klar, das musste auch die Bruckner Uni tun, das mussten alle Kunst-Unis tun, weil durch die Universitätswertung das Recht auf eine Dissertation neu war. Und wenn du eine Dissertation machst oder wie jetzt Stivis später heißt, momentan läuft es eh parallel noch, erfordert eine wissenschaftliche Arbeit oder eine künstlerisch-wissenschaftliche Arbeit. Das ist bis heute ein enormer Streit, was darunter zu verstehen ist. Da gibt es eine große Bandbreite, die man durchaus locker sehen kann und ausnutzen kann. Aber es war klar, dass das eine Notwendigkeit ist, die alle Unis tun mussten, also die früheren Kunsthochschulen. Der zweite Schub ist jetzt keine neue Professur entstanden dadurch, aber das IFK ist natürlich, das IFK, das dann zur Kunstuni dazukommen ist, was für viele sehr verblüffend und überraschend war, hat natürlich auch eine totale Stärkung der Theoriefächer mit sich gebracht. Aus meiner Sicht noch viel zu wenig, weil das IFK noch ein bisschen mehr angebunden gehört an die Kunst, ohne jetzt inhaltlich vor allem. Und die Chancen sind sukzessive immer ein bisschen besser geworden, aber ich bin sehr überzeugt davon, dass es jetzt in Zukunft noch besser gelingen wird. Ich weiß nicht, ob das eine Henne-E das eine eine Frage ist, aber eher nicht, weil die Entwicklung der konzeptionellen Kunst viel früher angefangen hat, als in den Köpfen überhaupt die Idee einer Kunstuniversität da war. Also das glaube ich eher nicht, aber dann in der Praxis später kann das durchaus sein. Also das ist ein interessanter Gedanke, dass das gegenseitig sich befruchtet hat, sage ich jetzt im positiven Sinn. Das ist sogar durchaus wahrscheinlich. Also das war eine der größten Verblüffungen für mich. Die erste Erfahrung in Gesprächen mit Professoren habe ich gemerkt, das ist nicht nur ein Desinteresse am Ars Electronica Center, sondern eine richtige Abneigung dagegen. Also mit denen wollen wir nichts zu tun haben und so weiter. Also das war schon schwierig, ja, das war wirklich schwierig, insbesondere im Bereich der Bildungskunst, aber nicht nur da, ja, also auch durchaus im Design und so gab es überhaupt keine Bereitschaft mit der Ars Electronica oder mit dem Ars Electronica Zentrum in irgendwas einzugehen oder eine Kooperation einzugehen. Das hat lange gedauert, auch von Seiten des AEC, muss ich sagen. Das war auch relativ groß dran, was Kooperationen, die haben gesagt, wir sind ein internationaler Star, also was ist die kleine, ich tu jetzt ein bisschen überspitzt formulieren, aber was will da die kleine Kunstuni in Linz und so. Das hat sich dann sehr positiv verändert, muss man sagen. Es ist dann wirklich gelungen auf mehreren Ebenen mit dem Ars Electronica Center Kooperationen aufzubauen, die auch langfristig dann waren. Also jetzt nicht die Ausstellung während des Festivals sowieso, aber auch im Bereich der Gerhard Funk zum Beispiel, der die Ausstellung drüben macht und anderes auch. Also natürlich Christa Sommerer, Laurent Mignon, die kommen ja eher sogar vom Ars Electronica Center her. Da war ich sehr froh, dass es gelungen ist. Das war ein Glücksfall, weil damals das Ministerium eine Prämie ausgeschrieben hat für besonders international bekannte Leute in Wissenschaft oder Kunst, wenn die aus dem nicht-europäischen Raum zurückgeholt werden an österreichische UNES. Da gab es, die haben ein Jahr lang bezahlt, das gesamte Gehalt, das dafür da war. Und das Glück war, dass Christa und Laurent damals, der Bub war gerade so, dass sie gesagt haben, eigentlich möchte man lieber haben, dass der nicht in Japan jetzt in die Schule geht und so, sondern eher in Österreich. Und das hat so gut zusammengespielt. Und so kamen wir in den Genuss von Christa Sommer und Laurent Mignon an und damit an eine international, also wirklich absolut international aufgestellten Studienrichtung. Da haben wir in den ersten Jahren das Problem gehabt, fast Jahrzehnten das Problem gehabt, dass überhaupt keine österreichischen Studierenden da waren, sondern nur ausländische Studierende. Mittlerweile hat sich das auch ein bisschen, glaube ich, verändert, aber der überwiegendste Teil sind nach wie vor ausländische Studierende und die Unterrichtssprache ist 100 Prozent Englisch. Das war ein Geschenk, dass jemand wie wie der Gneiger da war an der Uni, weil wenn dann so einen renommierten Architekten hast, der noch dazu eben im Bereich Nachhaltigkeit, Holzbau und so weiter zu den Pionieren in Österreich und nicht nur in Österreich gehört hat, also die ganz frühen Erfolge in Vorarlberg, haben sehr viel mit dem Name Gneiger zu tun. Und der hat da was aufgebaut, was einmalig ist, also das Space Habitat, das auch international aufgestellt ist und das über viele Jahre hindurch also hervorragend funktioniert hat und immer noch funktioniert. Das ist etwas, was mir ein bisschen leid tut, dass es nicht mehr gelungen ist, das publik zu machen, was für ein unglaublicher Schatz da in diesem Gebäude eigentlich ist. Also die Architektur ist zweimal in der Zeit, in der Zeitschrift die Zeit, die ja Rankings macht von bestimmten Fächern alle zwei Jahre und im Bereich der Architektur zweimal hintereinander zum besten Architekturausbildungsort im deutschsprachigen Raum gewählt worden ist. Also das nicht, aber erstens liest niemand die Zeit in Österreich und schon gar nicht die zuständigen Politiker, die das wissen müssen, damit sie ein bisschen was locker lassen. Und zweitens ist es auch nicht gelungen, das wirklich, es hat mehrere Gründe, da will ich jetzt auch nicht drüber lamentieren, das mehr bekannt zu machen. Aber die Architektur in Linz ist wirklich immer noch, es ist auch jetzt mit dem Sigi Ateneder, jemand, der diese Kontinuität absolut aufrechterhält und sehr kompromisslos aufrechterhält und sehr unglaublich gut aufrechterhält. Das ist schon gewährleistet, glaube ich, dass das sehr gut weitergeht und auch die neue Unileitung ist da total dahinter, dass das funktioniert. Da bin ich sehr optimistisch. Das muss nur ein bisschen bekannter werden noch. Die Anwältezahlen könnten deutlich größer sein. Auch da haben wir das Problem, dass gerade Leute, die Architektur oder Industriedesign studieren, die gehen lieber nach Graz oder nach Wien. Das ist von der Ausbildung her viel traditioneller und länger. Das Joanne-Jom in Graz ist wirklich für Designbereiche ein großer Konkurrent. Und die Architekturstandorte in Graz und Wien sind natürlich gewaltig, ist überhaupt kein Vergleich. Der Vorteil da ist, dass es klein aber fein ist. Unglaublich, die Betreuungsrelation ist einfach überhaupt kein Vergleich. Und wenn man sich die Absolventinnen und Absolventen anschaut, die seit der Zeit, in der ich hier bin, abgeschlossen haben, die haben in unterschiedlichsten Bereichen sehr erfolgreich sich positioniert. Nicht nur in der Architektur, auch in anderen Bereichen. Auch das spricht für die Studienrichtung. Studienrichtung. Also das Ziel war schon, die Präsenz der Kunsthochschule in Linz war gegen null. Also auch aus meiner Wahrnehmung. Jetzt bin ich jemand, der in der Szene schon sich bewegt hat, aber habe auch nicht viel gewusst, was da eigentlich wirklich los ist. Also insofern war schon klar, dass die Präsenz der Kunst-Uni auch räumlich viel stärker im Zentrum sein muss, nachdem die Kepler-Uni an der Peripherie ist. War von allen Anfang an die Idee. Und dann gab es einige Pläne, die sehr unterschiedlich waren, die auch zum Teil an uns herangetragen wurden, die aber nicht realisierbar waren. Also einer war zum Beispiel, die Stadt hätte sehr gern gehabt, wenn die gesamte Kunstuni in die Tabakfabrik übersiedelt wäre, was absolut verständlich ist und auch völliger Logik hat in sich, weil damit hätten die einen großen Mieter gleich am Anfang drinnen gehabt, in sich, weil damit hätten die einen großen Mieter gleich am Anfang drinnen gehabt, der längerfristig stabil ist, eine Institution, die Miete regelmäßig zahlen und so weiter. Und die Tabakfabrik als Kreativort für die Kunstuni wäre natürlich unglaublich spannend gewesen, das ist überhaupt keine Frage. Aber das war unmittelbar nach dem Ende des Prozesses statt gegen Bund über die Finanzierung. Und es war völlig klar, dass der Bund keinen Cent hergeben wird für den Standort Tabakfabrik, der der Stadt gehört. Also das Thema ist im Unirat auf und ab diskutiert worden und ich habe immer gesagt, braucht es nicht diskutieren. So gut oder toll das wäre, das ist sinnlos. Woher sollten wir die 5 Millionen nehmen? Das ist unrealistisch. Und dann war schon die klare Vorstellung, was heißt Zentrum? Zentrum heißt natürlich die Brückenkopfgebäude. In Arn war ja die Kunst-Uni schon. Und was mit dem anderen passiert nach dem Auszug des Finanzamtes, war eine Zeit lang offen. Es gab unterschiedliche Pläne, die aber alle nicht sehr realistisch waren. Also Hotel und solche Pläne sind da herumgegeistert. Und also für mich war eines völlig klar, also in so ein historisch behaftetes Gebäude, das wirklich symbolisch für faschistische Bürokratie, nationalsozialistische Bürokratie steht, kann man eigentlich nur das Gegenteil von dem einbauen, wofür es gebaut worden ist. Das ist eine Uni und im Besonderen eine Kunstuni. Deswegen war der Kampf sehr, sehr lange, aber letztlich, Gott sei Dank, bin ich ja sehr froh, erfolgreicher, dass die Kunstuni letztlich dann die beiden Brückenkopfgebäude besiedeln konnten. Man muss sich vorstellen, dass die politischen Partner sich dauernd geändert haben. Und man musste immer wieder von von vorne anfangen. Da kommt ein Minister rein, wie ich schon gesagt habe, fünf Ministerinnen. Und dann kommt er wieder und so und dann geht der Sektionschef weg. Das war damals genau in der Zeit. Da kommt ein Neuer, der wie meistens in der jüngsten Zeit politisch besetzt wird und nicht fachlich. Also das ist ein wirklich mühsamer Prozess. Und irgendwann einmal braucht man halt auch Geduld, das braucht wahnsinnig viel Geduld. Und du musst halt den Moment erwischen, wo die Konstellation so ist, dass du sagst, so jetzt oder nie. Und diesen Punkt gab es. Ich sage jetzt auch keinen Namen, aber den Punkt gab es, wo es eine Konstellation so günstig war, dass man gesagt hat, so jetzt machen wir es fest mit dem Ministerium. Aber der Prozess, du hast recht, der war viele Jahre und sehr sehr mühsam. Also inklusive des Bauens dann, das sage ich auch dazu. Weil natürlich, wir sitzen jetzt im Glashörsaal, der hätte doppelt so hoch sein sollen, was sowohl für die Stadt als auch für den Hörsaal super gewesen wäre. Und auch wir da jahrelang gekämpft haben mit dem Denkmalschutz. Letztlich haben wir uns dann nicht durchgesetzt. Aber auch das war schwierig. Das ist jetzt sozusagen das große Beispiel. Es gab viele kleinere auch noch, wo es lange, lange Diskussionen gegeben hat. Aber die Glashörseele, das tut mir heute noch in der Seele weh. Im Auge vor allem. Und dazwischendurch war dann das Postgebäude das Thema. Und das war so, dass wir schon eingemietet waren in der Post. Die Post war ein sehr, sehr guter Verhandlungspartner, sowohl finanziell als auch sonst, was Respekt und alles, was dazugehört, anlangt. Und die gesagt haben dann, also wir siedeln demnächst ab an die Peripherie, weil durch Amazon und so weiter wird das alles viel zu klein und wir müssen da völlig neue Dimensionen erschließen. Und das ist ein Gebäude, das total spannend ist. Das ist auch mein Lieblingsgebäude bis heute. Das ist so schräg, in Wahrheit nichts ist gleich, ein bisschen schief, ein bisschen geht es bergauf und so. Also mit Ausblicken, die unglaublich sind aus den Fenstern verschiedenen. Wenn man in Ruhe da durchgeht, das Gebäude hat eine unglaubliche Power und ist wirklich toll. Und dann haben wir eben versucht, die Finanzen dafür aufzustellen und ich bin sehr froh, dass das gelungen ist und dass man dann dieses Dreieck, also die beiden Brückenkopfgebäude plus das Postgebäude letztlich verankern konnte. Linz als Führerstadt hat natürlich ein besonderes Bedürfnis nach dem Krieg gehabt, sich davon zu distanzieren, politisch einmal, ohne große Folgen. Also man kann das Bekenntnis abgeben, das ist so. Die Abgrenzung auch im Bereich und vor allem auch im Bereich der Kunst war also schon ein wichtiges Signal, ein politisches Signal. Das hat der KORF gewusst, das hat auch der Gleisner gewusst damals. Was in den Köpfen vorgeht, das ist eine andere Geschichte und was die Personalpolitik in den Institutionen angeht, ist auch wieder eine andere Geschichte. Also es gab durchaus auch Kontinuitäten, wie wir wissen, auf dem Gebiet. Und was als Zweites anlangt, auch das hat einen großen Einfluss gehabt bei mir. Das ist das Bauhaus, die Tradition des Bauhauses, die auch der Gselbpoldner dann eben verkörpert hat, schon während der Kunstschulzeit mit seiner Einrichtung in der Lehrwerkstatt der Vöstalpine damals, die das erste Mal so eine richtige Brücke geschlagen hat zwischen der Industrie und der Kunstproduktion. Also beides hat für mich eine absolut positive Dimension gehabt, wobei sich in der Zwischenseite natürlich wahnsinnig viel verändert hat, in beiden Bereichen. Wobei sich in der Zwischenzeit natürlich wahnsinnig viel verändert hat, in beiden Bereichen. Sowohl was die Reflexion über die Zeit Nationalsozialismus und danach anlangt, als auch was das Verhältnis von Industrie, Technologie, Kunst usw. anlangt. Wenn man das große Bild nimmt, und man nimmt einen kleinen Ballon, also einen Mini-Ballon, und der Ballon ist aber am selben Beatmungsorgan hängend, ist irgendwie ordentlich aufgegangen. Das sehe ich schon so. Aber das Beatmungsorgan ist auch wichtig, das ist dasselbe. Nicht nur der Ballon ist größer geworden, einmal ist er sogar wirklich davon geflogen. Das war in der Studie Richtung Raum- und Designstrategien, also Diplomarbeit, ein Zeppelin-Bau. Und das war einer der lustigsten Ereignisse in meiner Zeit, weil der Zeppelin ist dann wie der Willen dessen, der den gebaut hat, ist er entgegangen und der hat gerade noch abspringen können am Boden und der Zeppelin ist in die Luft gegangen und dann gab es eine irre Aufregung. Drei Eurofighter, drei Eurofighter haben starten müssen, um den zu begleiten. Sie haben ihn nicht abschießen können, weil sie nicht gewusst haben, wo der dann runterfällt und bis heute weiß man nicht, wo das Ding gelandet ist. Also es ist verfolgt worden bis irgendwie Südosteuropa, irgendwie in die Richtung Griechenland, und dann ist es irgendwie verschwunden, aber ich habe versucht herauszufinden, wo das Ding gelandet ist. Aber das war wirklich eine unglaubliche Aktion. Mit aller Angst, gibt es die Prohaska. Ja, das war in allen Medien. Also das war ja wirklich ein Spektakel. Mit der großen Furcht, dass wir den Eurofighter-Einsatz zahlen müssen. Das war ja nicht ausgeschlossen. Weil wenn du sagst Kunstuni und Einfluss auf die Stadt, dann geht das vor allem über Präsenz. Wenn die Präsenz nicht da ist, dann ist die Kunsthochschule oder Kunstuni sehr schnell aus dem Bewusstsein draußen. Das merkst du, wenn du so viel verhandeln musst und so viel, dann kommst du drauf, die haben ja überhaupt keine Ahnung, was eigentlich die Kunstuni überhaupt ist und so. Und du hast Leute, die normalerweise nicht so weit weg sind. Also da ist immer noch Luft nach oben, also wird immer noch Luft nach oben sein. Je mehr Einfluss auf der Bewusstseinsebene von der Kunstuni ausgeht, umso besser ist es für die Stadt und für die Entwicklung der Stadt. Da bin ich hundertprozentig überzeugt davon. Ja, also auf jeden Fall Forum Metall und Forum Design, das ist überhaupt keine Frage. Also das ist wirklich nachhaltig, bis zu einem gewissen Grad auch Netzwerk Europa und dann gab es eine Ausstellung von Lachmeyer in den 90er Jahren, mir fällt jetzt der Titel nicht ein. Die war auch da unten. Also es gab schon sozusagen auch Präsenz in der Stadt. Das wird stimmen. Bis zu einem gewissen Grad, weil einfach Linz von der Tradition her überhaupt nicht assoziiert wird mit Kreativität. Also mein Bild von Linz in die 70er Jahre, das hat mit der Linzer Realität eigentlich wenig zu tun gehabt. Ich war ganz kaum jemals in Linz und das spielt halt alles zusammen. Also als Kreativart ist Linz eigentlich, das hat sich aber schon gebessert. Also ich muss sagen, das hat sich schon deutlich gebessert. Eigentlich schon seit den 80er Jahren, seit den späten 80er Jahren, damals mit der Kampagne der Stadt Linz lebt auf, die mir damals gar nicht so gefallen hat. Ich war damals noch in Brucknerhaus, das kann ich mich gut erinnern, und die Slogans haben mir gedacht, na bitte. Aber es hat sich irgendwas festgesettelt in den Köpfen der Bevölkerung und ich kann mich noch gut erinnern, wie plötzlich das Brucknerhaus an erster Stelle vor dem Pöstlingberg noch war, worauf die Linzerinnen besonders stolz sind. Da gibt es immer regelmäßig von der Stadt aus Umfragen. Und da hat das erste Mal eine kulturelle Institution, ist da ein erster Stell gewesen. Also es hat sich da schon was bewegt mittlerweile. Und Linz wird auch von außen her schon viel mehr als zumindest auch Kulturstadt wahrgenommen. Das war für uns schon auch immer wichtig. Die freie Szene ist schon im Kulturentwicklungsplan. Das war schon vorher, bevor ich in die Kunstuni gedacht habe, hierher zu kommen. Da war mir klar, dass Linz super ist, die Entwicklung der freien Szene. Deswegen ist es auch im ersten Kulturentwicklungsplan so prominent verankert. Das haben wir natürlich mitgenommen an die Kunstuni, also dass das eine wichtige Verbindung ist. Nicht nur deswegen, weil viele Studierende ja Teil dieser freien Szene dann sind und auch möglichst gut leben können sollen. Das ist ganz klar. Das ist etwas, was am Anfang ein bisschen vernachlässigt worden ist, ist, dass man das mit berücksichtigt in der Ausbildung und Bildung der Studierenden. Also gewisse Kompetenzen, die man dann braucht, das würde ich heute rückblickend so sehen. Später ist es dann eingeführt worden mit weniger großem Erfolg, aber da hätte man mehr tun können. Polzmann-Institut ist ein trauriges Kapitel. Polzmann-Institut ist ein trauriges Kapitel. Wir haben damals eingereicht für ein Ludwig-Polzmann-Institut gemeinsam mit dem Ars Electronica Center, um das Archiv des Ars Electronica Centers, das ja weltweit das größte ist in dem Bereich und völlig unstrukturiert und herumgelegen ist irgendwo und um das zu sortieren, wissenschaftlich zu bearbeiten und so weiter. Das ist gewonnen worden, also Gott sei Dank hat das gelungen. Dann gab es die Ausschreibung der Führungsposition, da gab es schon ein bisschen Unstimmigkeiten und da nenne ich wieder keinen Namen. Und dann war für alle Boltzmann-Institute vereinbart, dass sie nach vier Jahren evaluiert werden und dann entschieden wird, ob es weitergeht oder nicht. Und diese Evaluierung ist zu meinem und unserem großen Bedauern negativ ausgegangen. Das hing mit einem der beiden Evaluierer zusammen, der selber Linzer-Erfahrungen hat, der sehr negativ ausgegangen. Das hing mit einem der beiden Evaluierer zusammen, der selber Linzer Erfahrung hat, der sehr negativ eingestellt war, von vornherein, sowohl auf die Leitung, die damalige Leitung des Boltzmann Institutes, der damaligen Leiter, der das völlig falsch eingeschätzt hat. Also da ist auch ein bisschen einiges schief gerannt und mir tut das wahnsinnig leid, weil das wäre ein langfristiges Projekt gewesen, das super gewesen wäre. Das natürlich auch schon finanziell aufwendig ist, das muss man auch sagen. Aber das wäre eine Chance gewesen, die weit über Linz, Oberösterreich, über Österreich hinaus eine Bedeutung gehabt hätte. Das ist ein großer Wehrmottstropf. Ein großer Wehrmachtstrupp. Ja, enorm wichtig. Alle Besetzungen, die ich gemacht habe, waren alle unter dem Aspekt getätigt. Das ist überhaupt keine Frage. Und das hat sich auch total verändert. Auf allen Ebenen. Also auf den unteren Ebenen ist ja eh bekannt, da ist es immer besser, die Relation zwischen Männern und Frauen, Ebene der Assistenzen. Lehraufträge schaut schon wieder anders aus. Da ist es gar nicht so gewesen. Und auf der Ebene der Professuren war es das eindeutig nicht. Das hat sich schon deutlich verändert. Wir waren auch die erste Kunstuni, die 42% Frauenanteil unter den Professuren erreicht gehabt hat. Das war schon, ich weiß nicht, 2014 oder so. 2014 oder so was. Also das hat im gesamten Rektorat, nicht nur bei meinem Kopf, eine große Rolle gespielt. Positiv. Ich sehe das nach wie vor positiv. Absolut. Ich würde wieder die selbe Entscheidung, ich war ja nicht allein, ich habe ja Gott sei Dank Unterstützung auch gehabt aus der Stadt, von einer Person insbesondere, das braucht man eh nicht lange nachdenken, wer das war, die das dann doch durchgedrückt haben, also diese Bestellung. Und das war genau richtig, es passt zu einer Stadt wie Linz. Ich meine, die Stella hat eine wahnsinnig schwierige Anfangszeit gehabt, das ist eh bekannt und mit Kampagnen und so weiter, die grauslich waren, dass das durchgestanden hat, Hut ab. Sie hat jetzt den Job ihres Lebens, das merkt man auch und das ist super. Aber ich glaube, dass die zehn Jahre wichtig waren. Weil ich meine, die Zeit davor war so extrem geprägt von Peter Baum. Das ist, wenn jemand so lange, also ich darf das eigentlich nicht sagen, aber wenn jemand so lange in einer Institution ist, dann kann das auch. Aber gut, das ist bekannt, der hervorragende Peter Baum hat eine bestimmte Linie verfolgt, sowohl beim Einkauf und und und, in der Unterstützung von Künstlern und so weiter. Und es war schon wichtig, dass das mehr in Richtung Zeitgenossentum, Zeitgenossinnentum und Genderfrage ein bisschen aufgemacht wird. Also dass es für mich gut war, ist überhaupt keine Frage. Das ist sowieso, weil man hat man schon die Chance, dass man in einem Alter, wo die meisten Leute schon sowieso an keinen Berufswechsel mehr denken, noch einen Berufswechsel macht und dann die Chance hat, so unglaublich viel zu lernen. So wie ich schon gesagt habe, das ist für mich das größte Geschenk überhaupt gewesen. Weil das hast du an einer Kunstuni, also wie kaum woanders, auch nicht an einer wissenschaftlichen Uni, weil das einfach viel breiter ist. Und im Speziellen in Linz ist es sehr, sehr breit. Und das ist auch persönlich natürlich ein Riesending. Da kommst du mit Dingen in Kontakt, wo du vorher wenig warst. Also das war ein reines Geschenk. Ich habe schon gesagt, die ersten vier, fünf Jahre habe ich mir gedacht, naja, ob ich das noch einmal mit bewirbe und so, war nicht so klar. Weil der Job an der Kepler Uni war nicht schlecht, war allerdings mein drittliebster Job. Mein liebster war tatsächlich in Brucknerhaus, die Zeit, die viel zu kurz war und wo es aus irgendwelchen Gründen nicht mehr geklappt hat. Aber rückblickend sehe ich das zu 90 Prozent als absolut positiv an, weil die letzten 10, 14 Jahre waren dann wirklich einfach eine große Freude. Und weil man nicht jetzt gegen immer wieder kämpfen muss, gegen Widerstände, vor allem politische, gesellschaftspolitische Widerstände kämpfen muss, oder halt nur mehr marginal oder im zivilisierten und normalen Rahmen, dann ist das eh wunderbar. Also absolut positiv. you