Herzlich willkommen, schönen guten Abend. Ich darf Sie zum Nummer dritten Vortrag aus unserer Reihe China unter Xi Jinping recht herzlich hier im Namen der Volkshochschule Linz im Wissensturm begrüßen. recht herzlich hier im Namen der Volkshochschule Linz im Wissensturm begrüßen. An den ersten zwei Abenden der Reihe, also die ersten zwei Montagabenden, haben wir einen Einblick bekommen in den dynamischen, wirklich sehr schnellen Wandel Chinas innerhalb der letzten 50 Jahre. Zum einen hat der Klaus Müllhorn die Frage gestellt, ob China nun tatsächlich Rivale oder Partner ist. Und mit Timon Michelmeier haben wir diskutiert, beim letzten Termin, welchen ökonomischen Wandel China in den letzten Jahren und welchen Aufstieg China in den letzten Jahren genommen hat. Und wir haben auch Antriebskräfte, aber auch Herausforderungen des Wirtschaftsmodells China kennengelernt. Heute geht es um Chinas Rolle in der Weltpolitik. Dazu darf ich recht herzlich bei uns begrüßen, aus terminlichen Gründen leider virtuell, Susanne Weigelin-Schwierz. Herzlich willkommen im Wissensturm. Begrüßen darf ich auch Ernst Langthaler. Er ist Institutsvorstand im Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und er wird heute den Abend für uns moderieren. Herzlich willkommen. Willkommen. Für alle, die noch nicht da waren, unser jährlicher Geschichtesschwerpunkt, das ist dieser Schwerpunkt auch und die diesjährige Reihe ist eine Kooperation mit den beiden Geschichteinstituten der Johannes Kepler Universität und zwar mit dem Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und mit dem Institut für neuere Geschichte und Zeitgeschichte. Mein Name ist Katja Fischer, ich bin hier im Haus für die Organisation und Konzeption der gesellschaftspolitischen Veranstaltungen verantwortlich. Ich darf mich nun bei Ihnen für Ihr Kommen bedanken, für Ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen allen einen erkenntnisreichen Abend. Sie haben im Anschluss wieder die Möglichkeit, Ihre Fragen an Frau Weigelin-Schwierzig zu stellen und ich darf das Wort nun an Ernst Langteiler übergeben. Ja, geschätzte Damen und Herren, seien Sie auch von meiner Seite herzlich begrüßt. Schön, dass Sie wieder in den Wissensturm gekommen sind. Mein Dank gilt zunächst wieder einmal Katja Fischer und ihrem Team für die Organisation und meinem Kollegen Markus Gräser für die langjährige Zusammenarbeit bei der Organisation dieser Vortragsreihe. Ja, als ich heute mit dem Zug nach Linz gefahren bin, hatte ich noch etwas Zeit und bin am Bahnhof dann in das Bookshop gegangen. Und so Bookshops am Bahnhof sind ja sehr gute Indikatoren für Themen, die gerade aktuell sind. Da sieht man so die Bestseller ausgestellt. gar nicht vorbei an einem Ständer, wo eine Menge an gleichartigen Zeitschriften aufgetürmt waren, nämlich der Pragmaticus, schaut so aus, mit dem Titel Chinas geheimer Plan, wie Peking die Welt dominieren will und was das für uns bedeutet. Ein drastisches Coverbild ziert diese Zeitschrift, eine Erdkugel, die von einem ziemlich böse dreinschauenden Drachen hier umschlingt wird. Es ist kein Drache aus Fleisch und Blut, sondern es ist einer aus Leichtmetall und Elektronik. Und auf dem Kopf des Drachens sitzt ein Mann, den wir kennen. Es ist der Staats- und Parteichef Chinas, Xi Jinping, der mit ausgestreckter Hand dem Drachen den Weg weist und das Ganze vor rotem Hintergrund und strahlender Sonne. Dann habe ich ein bisschen weiter geschaut in den Regalen und habe ein Buch gefunden, das mich dann auch sehr schnell angesprochen hat. Es sieht so aus. Grünes Cover, blauer Punkt. China und die Neuordnung der Welt. Powerpunkt, China und die Neuordnung der Welt. Also, damit war ich bestens versorgt und konnte jetzt auf meiner Zugfahrt von St. Pölten nach Linz mich schon ein wenig vorbereiten auf den heutigen Abend. Warum erzähle ich Ihnen das? Ich möchte nicht Werbung machen jetzt für diese zwei Produkte, aber es zeigt sehr schön, wie aktuell unsere Vortragsreihe heuer wieder einmal ist. Und es gibt noch einen viel konkreteren Zusammenhang zum heutigen Abend, denn diese Zeitschrift Pragmaticus steht im Zusammenhang mit einer Fernsehsendung, mit einem Experten-Talk, der einmal im Monat stattfindet. Gestern am Abend hat er stattgefunden zum Thema China und eine der Expertinnen, die dort zu Wort gekommen ist, ist unsere heutige Vortragende. Und der Zusammenhang mit dem Buch ist auch ziemlich offensichtlich. Sie haben es vielleicht schon gesehen, unsere Vortragende ist gleichzeitig Autorin dieses Buches, Susanne Weigelin-Schwierzig, die ich auch von meiner Seite her sehr herzlich begrüßen möchte und sie auch kurz vorstellen möchte. Sie hat zunächst Sinologie, Japanologie und politische Wissenschaften in Bonn, Peking und Bochum studiert, wo sie dann auch promoviert und habilitiert hat, ist dann gleich Professorin für moderne Sinologie in Heidelberg geworden und 2002 dann in dieser Eigenschaft als Professorin für Sinologie nach Wien gewechselt. Ihre Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren haben Sie praktisch um die ganze Welt geführt, natürlich auch in die Volksrepublik China, aber auch in die USA, nach Japan und nach Hongkong. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die chinesische Geschichte und Geschichtsschreibung im 20. Jahrhundert, die Geschichte Ostasiens im 19. und 20. Jahrhundert, Politik und Erinnerung in der Volksrepublik China und die Politik und Außenpolitik der Volksrepublik China. In ihrem Lebenslauf steht dann auch noch seit 2020 im Ruhestand. Also sehr ruhig stelle ich mir diesen Ruhestand nicht vor, denn wir kennen Frau Weigerlin Schwierzig aus Film, Funk und Fernsehen sozusagen. Gestern am Abend nicht nur im Pragmaticus, sondern auch bei Im Zentrum als Gast. Also sie ist eine sehr gefragte Expertin für unser Thema, für China und seine Geschichte. Und vor diesem Hintergrund freuen wir uns auf Ihren Vortrag und auf die anschließende Diskussion. Ja, ganz herzlichen Dank für diese sehr freundliche Einleitung. Ja, ganz herzlichen Dank für diese sehr freundliche Einleitungverhältnisse, jetzt nicht bei Ihnen sein kann, was ich eigentlich natürlich versprochen hatte und auch sehr gerne getan hätte. Ich hoffe, dass mein Vortrag heute dennoch gut verständlich zu Ihnen rüberkommt und wir hinterher auch die Möglichkeit haben, miteinander zu diskutieren und zu sprechen. Ich werde Sie heute auf eine ziemlich lange Reise führen. Also selbst wenn es letztendlich um die Frage geht, was ist die Rolle Chinas heute in der Weltpolitik, werde ich mir doch erlauben, ein bisschen auch historisch zurückzugreifen, weil ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir geht es so, dass in der augenblicklichen Situation, wo wir heute nicht wissen, was morgen passiert, das Einzige, was wir wissen, das ist, was schon geschehen ist und dass das uns doch oftmals es ein bisschen erleichtert, die Dinge, die in unserer Gegenwart passieren, einzuordnen, nachzuvollziehen, vielleicht auch ein bisschen zu verstehen. Und in dem Sinne werde ich eben auch ein bisschen in die Geschichte Chinas zurückgehen, um von einem historischen Blickwinkel aus das Selbstverständnis Chinas über seine Rolle in der Weltpolitik zu beschreiben. Ich werde dann sozusagen auch etwas in die Politikwissenschaft mich umorientieren und Ihnen versuchen, ein Modell vorzustellen, mittels dessen wir heute Chinas Agieren in der Weltpolitik verstehen können. Und letztlich geht es dann auch um die Frage, was machen wir hier in Europa eigentlich mit der Situation, in der wir im Augenblick sind. So, Sie müssten jetzt meine Folie sehen können. Und wenn ich die Folie weiterführe und Sie Herrn Xi Jinping sehen, ich sehe, Sie sehen ihn, dann heißt das, dass hier technisch alles im Griff ist. Wir fangen also mit dem Jahr 2017 an. Das ist das Jahr, in dem Xi Jinping zum zweiten Mal zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas gewählt wurde. Und in diesem Jahr fühlte er sich eigentlich recht sicher und sagte in seiner drei Stunden langen Rede an einer ganz prominenten Stelle, wir befinden uns in einer Zeit, in der alle, nämlich die gesamte chinesische Nation, sich zusammenschließen, um den chinesischen Traum zu verwirklichen. Und dieser chinesische Traum ist der Traum der nationalen Erneuerung. Und was bedeutet nun nationale Erneuerung? Das bedeutet, dass China immer näher an das Zentrum des Weltgeschehens vorrückt und damit nicht nur selber sich entwickelt, sondern auch immer größere Beiträge für die Entwicklung der Menschheit leistet. Das war im Jahr 2017. Im Jahr 2020 klang das nicht mehr ganz so sicher. Auf dem 20. Parteitag, das war nicht im Jahr 2020, sondern im Jahr 2022, auch bei dem 20. Parteitag, sondern ab 2022 auch bei dem 20. Parteitag, da hat er gesagt, ja, wir sind stärker, noch näher in das Zentrum dieser Welt vorgerückt. Aber da ist es auch sehr, sehr gefährlich und wir befinden uns in schwierigen Zeiten mit großen Herausforderungen und müssen sehen, dass wir das schaffen. Nun, was ich heute mit Ihnen besprechen möchte, ist eigentlich, was dieser chinesische Traum eigentlich ist. Woher kommt er und was hat der mit dem Vorrücken in das Zentrum der Welt zu tun? Und wenn man das verstehen will, dann muss man eben auch noch mal ins 19. Jahrhundert zurückgehen und sich ein bisschen vorstellen, wie die Entwicklung Chinas seit den letzten 150 Jahren zu verstehen ist, im Hinblick auf dieses große Ziel, den chinesischen Traum zu verwirklichen. Und letztendlich geht es auch um die Frage, wie die Welt mit diesem China, wie die Welt mit diesem China, das immer näher ans Zentrum des Weltgeschehens heranrückt, eigentlich umgeht und umgehen kann. Um diese Frage ein bisschen, sagen wir mal, von der chinesischen Seite her beantworten zu können, müssen wir uns damit auseinandersetzen, dass China sich selber bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als alles unter dem Himmel verstanden hat. Diese zwei chinesischen Zeichen, die Sie hier sehen, heißen auf Chinesisch Tian Xia und bedeuten Tian, Himmel, Xia, heißt unter. Alles unter dem Himmel, das ist die gesamte Welt und China ist deshalb alles unter dem Himmel, weil es im Zentrum dieser Welt steht. Ganz egal, ob die Welt das weiß oder nicht, China beansprucht für sich diese Zentrumsposition und legitimiert sie damit, dass die Menschen, die in China Herrschaft ausüben, das nur tun können und dürfen, wenn sie moralisch sich dafür qualifiziert haben. sehr schnell zu dekonstruieren. Zu dem Zeitpunkt, als diese Idee entstand, hatte China überhaupt keinen Überblick darüber, was die Welt eigentlich ist, sondern nur eine Imagination. Und es hat quasi theoretisch abgeleitet, aus der Situation in China selbst, dass der Kaiser von China nicht nur im Zentrum Chinas herrscht, nicht nur im Zentrum Ostasiens, sondern im Zentrum der Welt. Das heißt also, das Einzige, was man an dieser Theorie eigentlich überprüfen konnte, das ist, inwieweit die Menschen in der unmittelbaren Umgebung Chinas eigentlich bereit waren diesen anspruch dass china das zentrum ist anzunehmen und um diese frage quasi an der realität überprüfen zu können wurde das sogenannte tribut system geschaffen dieses tribut system ist ein, in dem sich, ich habe Ihnen hier mal eine Karte herausgesucht, die Länder, die um China herum angesiedgenkommt und ihm in Form von Ritualen, das sind in der Regel Tributreisen in die Hauptstadt Chinas, man ihm beweist, dass man sich ihm unterwirft. dass man sich ihm unterwirft. Ich muss gleich vorwegnehmen, dass dieser große grüne Klops hier oben selber einen Reichsanspruch hat. Das ist nämlich das russische Zarenreich. Und hier gibt es auch noch so ein Reich, nämlich Japan, das für sich auch beansprucht, ein Reich zu sein. Diese beiden Reiche gehören nicht zum Tributsystem, sondern lediglich jene hier bunt gemalten Länder einschließlich eines ganz wichtigen Landes, nämlich Koreas, das eigentlich, kann man sagen, in diesem Tributsystem immer eine herausragende Rolle spielte. Hier unten liegt Vietnam. Vietnam, damals Annam genannt, ist sozusagen das zweitwichtigste Land in diesem Tributssystem. Und Sie merken schon an meiner Formulierung, dass diese Länder, die hier bunt eingezeichnet sind, also keineswegs gleichberechtigt ihre Beziehungen zum chinesischen Reich ausüben, sondern dass sie auch untereinander hierarchisiert sind. Und das können wir heute an den historischen Quellen daran erkennen, dass wir wissen, wie oft diese Länder in die Hauptstadt Chinas gereist sind, um dort Tribut zu zollen. Nun ist das Interessante in diesem Tributsystem, dass wir auf der einen Seite also eine ganz klare Hierarchisierung der Verhältnisse zwischen den teilhabenden Ländern und China erkennen können und dass also der chinesische Kaiser diese Unterordnung in Form einer Tributübergabe verlangt und durch diese Tributübergabe eben immer wieder bestätigt wird, dass dieses Land sich selber als Teil des Tributsystems betrachtet. Und wenn das Land darum gebeten hat, dass es überhaupt den chinesischen Kaiser besuchen darf mit einer Tributdelegation, dann musste es auf Antwort warten. Und wenn es dann eine positive Antwort bekommen hat, dann wusste es auch, dass der chinesische Kaiser nach wie vor dieses Land als Teil des Tributsystems betrachtet. Wenn dann die Tributdelegation angekommen ist in der Hauptstadt des jeweiligen Reiches in China, dann wurde dort diese Tributdelegation für lange Zeit erst einmal als Gast aufgenommen. aber eine Gleichheit, wir nennen das heute ja gerne Augenhöhe hergestellt. Und wie hat man das gemacht? Indem man der Delegation Geschenke des chinesischen Kaisers in genau demselben Wert mitgegeben hat zurück nach Hause, wie die Tributdelegation Geschenke für, also Tribut für den chinesischen Kaiser an den chinesischen Hof gebracht hat. In dieser Frage wurde also Gleichheit hergestellt. Im materiellen Sinne wollte der chinesische Kaiser nicht den Eindruck erwecken, als könne er nicht genauso Geschenke verteilen, wie er Geschenke bekommen hat. Das Zweite, was in diesem Zusammenhang sehr wichtig ist, das ist, dass die Beziehung zwischen Zentrum und Peripherie eine Beziehung der Suzernität war. Diese Suzernität sah vor, dass die Könige der Tributstaaten durch den chinesischen Kaiser die Investitur erhalten, aber der chinesische Kaiser nicht in die inneren Angelegenheiten eines jeden Tributstaates sich einmischen durfte. Die einzige Ausnahme war, dass es innerhalb dieser Staaten zu starken inneren Auseinandersetzungen gekommen ist und in einem solchen Fall dann der Staat selber den chinesischen Kaiser aufgefordert hat, also in diesen Konflikt einzugreifen. Das ist eine sehr, sehr wichtige Angelegenheit, denn wenn Sie sich schon mal ein bisschen mit chinesischer Außenpolitik beschäftigt haben, dann werden Sie im Ohr haben, dass China immer darauf drängt, dass die Souveränität eines jeden Staates nicht verletzt werden darf und dass es keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines jeden Staates geben darf. Zweitens werden Sie vielleicht auch schon gehört haben, dass bis heute die chinesische Regierung immer wieder davon spricht, dass in dem Verhältnis von Staaten untereinander eine sogenannte Win-Win-Situation entstehen muss. Damit wird eben auch darauf rekurriert, dass man nicht einem anderen Staat den eigenen Willen aufdrängt, sondern dass die Beziehungen zwischen zwei Staaten immer so geregelt sein müssen, dass beide Seiten einen Vorteil davon haben. Und letztlich, wenn Sie vielleicht schon mal etwas beruflich mit China zu tun hatten, dann werden Sie wissen, dass wenn eine chinesische Delegation Sie hier in Österreich besuchen kommt, dass sie immer Geschenke mitbringt. Sehr oft wissen wir nicht, dass das bedeutet, dass wir dieser Delegation natürlich auch Geschenke übergeben müssen. Das kommt also noch aus diesem alten Ritual heraus und ist also eine Angewohnheit, die sich bis heute erhalten hat. Es stellt sich also die Frage, ob dieses System, das Tributsystem, eher ein hierarchisches oder nicht-hierarchisches System ist. In der Politikwissenschaft sprechen wir davon, dass nach dem Dreißigjährigen Krieg die sogenannte Westfälische Ordnung etabliert wurde, Krieg die sogenannte Westfälische Ordnung etabliert wurde, die sehr viele Grundlagen für unsere Annahmen im internationalen Völkerrecht bildet. Und diese Westfälische Ordnung besagt ja der Welt herrschen, wenn die Staaten streng hierarchisiert sind, wenn also kleinere und schwächere Staaten die Macht von größeren und stärkeren Staaten anerkennen und im Austausch dafür die größeren Staaten den kleineren zum Beispiel Schutz bieten und Vorteile bieten. Vorteile zum Beispiel, indem das Tributsystem den Staaten im Umkreis Chinas eben ermöglichte, eine relativ legitime innere Ordnung zu haben. Insofern die Herrschenden in diesen Ländern sich darauf berufen konnten, Insofern die Herrschenden in diesen Ländern sich darauf berufen konnten, dass in der Tat also der chinesische Kaiser den Herrschenden die Investitur verliehen hatte und damit Legitimität verliehen hatte. dass durch diese strenge hierarchische Ordnung die Region Ostasiens sehr lange Zeit, im Gegensatz zu Europa, nämlich von 1600 bis 1800, eigentlich keine großen internen Kriege gesehen hat. Woran lag das? Das lag daran, dass innerhalb dieses Tributsystems alle teilnehmenden Staaten nicht nur ihre Grenze mit China als unveränderbar betrachtet haben, sondern auch die Grenzen, die sie untereinander hatten, sodass es keinerlei Grenzkonflikte und Expansionsbemühungen gegeben hat in dieser Zeit. Und letztlich muss man sagen, ja, warum haben die Leute da so stark darauf geachtet und brauchten unbedingt eben die, sagen brauchten unbedingt den Schutz Chinas? Land versucht haben. Und auf der anderen Seite gab es von Norden her kommend eben Nomaden, Viehzüchter, die immer wieder ihre Weiden ausbreiten, ausweiten mussten und deshalb dann auch die Integrität, also die territoriale Integrität dieser Staaten bedroht haben. Und um die davon abzuhalten, einen Angriff auf das Festland Ostasiens zu machen, was die Beraten betrifft, oder aber die Grenzen im Norden Ostasiens zu verletzen, hat man eben diesen Schutz des chinesischen Kaisers gesucht und hat ihn auch insofern gefunden, als dass man auf jeden Fall so gut vereint war, dass es intern innerhalb dieses Tributsystems zu keinerlei Kriegen gekommen ist, in einer Situation, wo es ja in Europa sehr viele Kriege gegeben hat. Und schließlich muss man sagen, dass diese interessanten Tributbesuche auch dazu beigetragen haben, dass ein regionaler Handel in Ostasien entstanden ist. Also Ostasien hatte schon früher als Europa einen ziemlich ausgebildeten Staatsbegriff und auch einen Begriff davon, wie man untereinander Handel treibt. Wir springen jetzt ins 19. Jahrhundert. Handel treibt. Wir springen jetzt ins 19. Jahrhundert. In der Mitte des 19. Jahrhunderts mit den Opiumkriegen, die vom British Empire ausgingen und im Rahmen des ersten Sino-Japanischen Krieges erleidet das Reich der Qing eine schmerzliche Niederlage? Sie bedeutet, dass die Vor gekommen sind, dass wenn China in Kriegen mit dem British Empire unterlegen ist, China diese Länder auch nicht gegen den aus Europa kommenden Kolonialismus schützen könne. In dieser Situation hat Japan erkannt, dass es eine Chance hat, die dominante Position in Ostasien zu übernehmen und ab dem ersten Sino-Japanischen Krieg 1894-95, 1894-95, in dem eben das Reich der Qing, das damalige China, erneut eine Niederlage erfahren musste. In dieser Situation kann Japan sich eigentlich rühmen, bereits diese dominante Position von China in der Region übernommen zu haben. Und es arbeitet bis zum Zweiten Weltkrieg daran, China zu knacken, wenn ich das mal so sagen darf. Es versucht eben, China in eine Ordnung zu integrieren, in der nicht China das Zentrum ist, sondern Japan das Zentrum ist. Und ab 1937 kommt es deshalb zum zweiten Sino-Japanischen Krieg und dann zum Eintritt Japans in den Zweiten Weltkrieg. Japan schließt sich mit Deutschland zusammen, um eine neue Weltordnung zu schaffen. Und sehr interessant und in der Regel in Europa nicht so bekannt ist die Tatsache, dass Japan in diesem Kontext im Jahr 1942 zum ersten Mal eine Vorstellung von einer zukünftigen Nachkriegsordnung entwickelt hat, die man multipolar nennen könnte. nennen könnte. Nun, diese Niederlagen, die China Schritt für Schritt für Schritt, das, was wir verloren haben durch diese Niederlagen, wiederherzustellen, nämlich dass China im Zentrum des Weltgeschehens steht. Und wie Sie sich leicht vorstellen können, bedeutet es im 20. und 21. Jahrhundert natürlich etwas anderes, im Zentrum des Weltgeschehens zu stehen als seinerzeit, als man also diese Idee von alles unter dem Himmel hergestellt hat. Nun, wenn ich sage, die Eliten in China haben sich das vorgenommen, dann sage ich das ganz bewusst in dem Sinne, dass nicht nur die Kommunistische Partei Chinas jetzt plötzlich auf die Idee kommt, China müsse unbedingt im Zentrum der Welt stehen, sondern das ist eine Verständigung der chinesischen Elite seit über 170 Jahren. der chinesischen Elite seit über 170 Jahren. Und diese Verständigung wird in unterschiedlichen Schritten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder versucht, Realität zu machen. Und das bedeutet auch, dass ganz egal, ob wir in China Nationalisten an der Macht haben oder Kommunisten an der Macht haben oder sogar noch eine monarchische Ordnung dort herrscht. Die Eliten haben diese Aufgabe. Und wenn Xi Jinping sagt, das ist der chinesische Traum, dann sagt er damit implizit, das ist nicht ein Traum, den wir Kommunisten aus dem Hut gezaubert haben, sondern das ist ein Traum, den wir träumen seit über 170 Jahren. Nun, zum ersten Mal ist dieser Traum erfüllt worden, als nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor die USA erkannt haben, dass sie China unbedingt unterstützen müssen, um Japan maximal in Ostasien zu schwächen. Es wird China endlich militärisch aufgerüstet. Ich hatte ja schon gesagt, 1937 beginnt die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen China und Japan. 1941 im Dezember haben wir Pearl Harbor. Also vier Jahre lang hat China nicht das erhalten, worüber wir heute viel reden, nämlich Unterstützung für die Ukraine. China hat damals keine Unterstützung bekommen. Man war zu stark in Europa beschäftigt, um auch noch China aufrüsten zu können. Aber in dem Augenblick, wo die USA erkennen, dass sie China brauchen, um möglichst viel Kapazität der japanischen Armee auf dem chinesischen Festland zu binden, damit eben die Fähigkeiten der japanischen Marine auch rein ökonomisch betrachtet durch dieses Engagement auf dem Festland eingeschränkt ist. In dem Augenblick wird China zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA. Roosevelt erklärt bereits im Vorgriff auf die Gründung der UNO, dass China eine von seinen vier Weltpolizisten ist. Roosevelt hatte ja eine sehr interessante Utopie für die Nachkriegsordnung. Kein Land der Welt sollte mehr über Militär verfügen. Nur vier Länder durften das, nämlich die USA, die Sowjetunion, Großbritannien und China. Und in dem Augenblick, wo er China zu einem der zukünftigen vier Weltpolizisten erklärt, erklärt er aus dem Hut heraus, wenn man das mal so sagen darf, China zur Weltmacht. Und auf der Konferenz von Kairo 1943, auf deren Beschluss übrigens zurückgeht, dass Taiwan Teil der Republik China sein möge, auf dieser Konferenz wird eben Chiang Kai-shek, der damalige Führer von Nationalchina, eingeladen und die Nachkriegsordnung wird in seiner Anwesenheit diskutiert. erkennen die USA, dass die Regierung Chiang Kai-shek vollkommen korrupt ist, dass sie dem Angriff der Truppen der kommunistischen Partei nicht standhalten kann und lässt sie fallen wie eine heiße Kartoffel. Wenn Sie heute Kommentatoren in Taiwan über den Krieg in der Ukraine reden hören, dann werden Sie immer wieder die Möglichkeit erörtert sehen, dass irgendwann die USA sich entscheiden, die Ukraine nicht mehr zu unterstützen und dass sie in der Situation mitteilen werden, dass die augenblickliche Regierung der Ukraine so korrupt sei, dass man sie leider nicht mehr unterstützen könne. korrupt sei, dass man sie leider nicht mehr unterstützen könne. Man befürchtet so etwas in Taiwan, dass das der Ukraine passieren könnte und interessanterweise befürchtet man das auch für Taiwan selber. Wir treffen hier ganz außen links Chiang Kai-shek, Roosevelt, Churchill und das ist Madame Chiang Kai-shek, in Amerika ausgebildet, eine ganz, ganz wichtige Brückenbauerin zwischen China und Amerika. ist China auch wieder in einer Situation, Weltmachtansprüche stellen zu können. Und sie versucht es. Stalin ist davon nicht besonders interessiert und weist China eine Position im sozialistischen Lager zu, das unterhalb der Sowjetunion und oberhalb der Länder in Osteuropa steht. Und das, obwohl China ja ökonomisch gesehen gar nicht so weit entwickelt ist, wie die Länder in Osteuropa. Warum hat er das getan? Weil es weltweit eine Euphorie für den Sieg der chinesischen Revolution unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas gab. Und diesen Sieg der chinesischen Revolution, so die damalige Erzählung, die historisch nicht ganz korrekt ist, dieser Sieg ist errungen worden ohne Hilfe der kommunistischen Partei oder der Sowjetunion, der sowjetischen Armee, während ja die Länder in Osteuropa gewissermaßen von der Sowjetunion befreit wurden. Warum hat er das getan? Er brauchte einen dritten Akteur. Sie wissen, dass am Ende des Zweiten Weltkrieges die USA zwei Atombomben über Japan abgeworfen hat, zu einem Zeitpunkt, als die Sowjetunion noch nicht über Atombomben verfügte. In dieser Situation wollte man sich mit dem sehr bevölkerungsreichen China zusammentun, um die USA davon abzustrecken, einen eventuellen Angriff im Rahmen des nun entstehenden Kalten Krieges gegen die Sowjetunion vorzusehen, solange die Sowjetunion eben nicht über eine eigene Atomwaffe verfügte. Und auch später schien es der Sowjetunion durchaus wichtig, dass man mit China gemeinsam eine Front von Zweien gegen den Dritten macht. Also wir sehen hier entsteht ein Dreieck, nicht ein Viereck, wie Roosevelt sich das vorgestellt hat, in dem eben China und die Sowjetunion sich verbünden gegen Amerika. Nun, unter Khrushchev ist das nicht mehr so leicht zu realisieren gewesen. Khrushchev hat von Anfang an ein großes Führungsproblem. Er verfügt nicht über genügend Autorität, sein Lager zusammenzuhalten. Die Volksrepublik China wird aufmüpfig. Mao Zedong stellt im Prinzip die Führungsfrage. Er möchte an die Spitze des sozialistischen Lagers, weil er der Meinung ist, dass Khrushchev nicht der geeignete Mensch für diese Sache ist. Und in dieser Situation entscheidet sich Khrushchev, sich den USA anzunähern, um der Volksrepublik China zu drohen, dass er sich auch mit den Amerikanern zusammentun kann gegen die Volksrepublik China. Und er zeigt das am deutlichsten in der sogenannten ersten und zweiten Taiwan-Krise 1954 und 1958, einer Situation, wo die Volksrepublik China schon einmal versucht hat, Taiwan militärisch zu befreien, wie man das in China nennt. und natürlich in dieser Situation hat Mao Zedong bei Khrushchev angefragt, ob denn Russland für den Fall, dass Amerika in einen solchen Befreiungsversuch eintreten würde, eventuell China unterstützen würde und Khrushchev hat gesagt Nein. Er hat zweimal Nein gesagt und dieses zweimal Nein ist sehr wahrscheinlich der wesentliche Grund dafür, warum die Volksrepublik China zu Beginn der 60er Jahre das sozialistische Lager verlässt, sich mit den sogenannten Blockfreien, die wir heute den globalen Süden nennen, verbindet und versucht, dort eine Anerkennung als Führer dieser blockfreien Länder zu bekommen, damit man mit dieser Unterstützung im Rucksack quasi in dieses Dreieck, dieses strategische Dreieck USA, Sowjetunion und China wieder eintreten kann. Entreten in das strategische Dreieck bedeutet eben auch immer Gleichberechtigung zu erhalten, denn China ist ja nach wie vor ein ökonomisch sehr unterentwickeltes, armes Land. Es kann also weder militärisch noch ökonomisch behaupten, überhaupt einen Weltmachtstatus zu haben. Und jetzt versucht es durch eine große Anhängerschaft unter den neu entstammten, sich vom Kolonialismus getrennt habenden Ländern zu finden, um auf diese Art und Weise einen neuen Eintritt in dieses strategische Dreieck auf Augenhöhe mit der Sowjetunion und mit den USA zu erreichen. den USA zu erreichen. Dieunion so zuzuspitzen, dass, wie Sie alle wissen, die Sowjetunion letztendlich an dieser Sache zusammengebrochen ist. Der erste Schritt in diesem Plan ist die Aufnahme der VR China in die UNO im Jahr 1971. Eigentlich ein Akt, den die damalige chinesische Regierung so für sich verbucht hat, Eigentlich ein Akt, den die damalige chinesische Regierung so für sich verbucht hat, dass eben all diese vielen jetzt in der UNO vertretenen Länder, die früher Kolonien waren, jetzt China unterstützen, dass China in die UNO kommen kann und damit eigentlich das Ziel erreicht ist, was China sich erhofft hatte, nämlich mittels dieser politischen Unterstützung jetzt auch wieder in dieses strategische Dreieck eintreten zu können. Aber bevor China auch nur überlegen kann, was es in diesem strategischen Dreieck macht, erkennen die USA die Möglichkeit, sich mit China zu verbinden. Und der ganz schwere Druck in diese Richtung kommt daher, dass Kissinger seinerzeit verstanden hat, dass eben die USA den Krieg in Vietnam nicht beenden können, wenn nicht ein Einvernehmen über die Beendigung dieses Krieges zwischen China und den USA hergestellt wird. Viele wussten damals nicht und wissen bis heute nicht, dass China im Vietnamkrieg recht aktiv war. In Folge des Nixon-Besuches in China nehmen überall in der ganzen Welt Länder, die zuvor die Republik China, die im Zuge des Bürgerkrieges sich auf Taiwan zurückgezogen hatte, anerkannt hatten. Diese Länder lassen die Republik China fallen wie eine heiße Kartoffel, einschließlich übrigens letztendlich auch Amerika, und erkennen nun die Volksrepublik China an. Und das bedeutet in dem Augenblick, wo man die Volksrepublik China anerkennt, dass man anerkennt, dass es nur ein China gibt und dass Welt die Volksrepublik China als die einzige legitime Vertreterin des chinesischen Volkes in der UNO anerkennt und dass die meisten Länder der Welt auch der Meinung sind und der Volksrepublik China vertraglich zugesichert haben, dass eben Taiwan Teil dieser Volksrepublik China ist. Das ganze Ökonomische, das haben Sie gestern schon von Frau Michelmeyer gehört oder letzte Woche von Frau Michelmeyer gehört, das beginnt eben mit dem Beschluss über Reformen und Öffnungen aus dem Jahr 1978. Deng Xiaoping erkennt, nachdem Mao Zedong gestorben ist, nachdem er die ideologischen Fesseln des Marxismus, Leninismus und der Mao Zedong-Ideen weitgehend abgelegt hat, dass sich die Chance bietet, dass die Volksrepublik China ihren Aufstieg zur Weltmacht mittels einer ökonomischen Entwicklung vollzieht. In dieser Situation kommt es der Volksrepublik China darauf an, mit möglichst vielen Ländern dieser Welt die möglichst besten Beziehungen zu haben, in einer friedlichen Welt mit wenig Krieg und wenig Unruhe, sich wirtschaftlich entwickeln zu können in einer Welt, in der man nicht sanktioniert wird, aus allen Ländern dieser Welt sich das zu holen, was man braucht, damit China reich wird. Und in diesem Sinne entwickelt Deng Xiaoping eine Außenpolitik der ganz engen Zusammenarbeit mit der USA. Die Zusammenarbeit ist so eng, dass sogar die Geheimdienste miteinander zusammenarbeiten, dass die Volksrepublik China in der UNO fast immer mit den USA stimmen, dass man sich quasi wie hinter einem Vorhang versteckt. In dem Augenblick, da die USA den Kalten Krieg gewinnen, hat die Koalition China-USA gemeinsam gewonnen. Denn hätte sich die Volksrepublik China nicht mit den USA verbündet in dieser Situation, hätte sich die USA wohlmöglich zwei Gegnern gegenüber gesehen, wie im Augenblick, oder sie hätte wohlmöglich diese beiden Gegner durch eine Politik des Druckausübens sowohl auf China als auch auf die Sowjetunion dazu veranlasst, ihre Konflikte der Vergangenheit zu begraben und sich wiederum gegen die USA zusammenzuschließen. Und in dem Augenblick, wo die USA gewisserweise die Sowjetunion mithilfe Chinas zu Fall bringt, kommt es zu einer ganz wichtigen Entscheidung in der Volksrepublik China. weiter mit den USA sehr gute und enge Zusammenarbeit pflegen. Die Volksrepublik China wird Teil der Welthandelsorganisation und damit sind die Grundlagen dafür gelegt und noch verbessert worden, dass eben China mit ökonomischen Mitteln ins Zentrum des Weltgeschehens vorrückt. Das ist das, was das Zentrum des Weltgeschehens vorübt. Und das bedeutet, dass also man jetzt nicht die USA, die zum Welthegemon geworden ist,zuagieren, sondern man stellt sich sozusagenrepublik China den USA unterworfen in Anerkennung der ökonomischen, militärischen und kulturellen und politischen Stärke der USA. und kulturellen und politischen Stärke der USA. In dieser Situation liebäugelt man in China mit der Theorie der Multipolarität. Denn die Theorie der Multipolarität ist nicht unweigerlich damit verbunden, dass man die Vorherrschaftsansprüche der USA infrage stellen müsste. Man kann sich eine multipolare Welt vorstellen, in der sowohl Amerika als auch eine Reihe anderer Länder, einschließlich der Volksrepublik China, gemeinsam die Regeln der Weltordnung bestimmen. Das heißt also, in dieser Phase von 1978 bis 2012, bis Xi Jinping an die Macht kam, hat die Volksrepublik China darauf verzichtet, die Weltordnung, die von den Amerikanern definiert und zusammen mit den westlichen Alliierten der USA, dass sie diese Weltordnung nutzen muss, um mit öken, diese beiden großen Mächte, China ökonomisch noch schwach, aber vom Territorium, von der Größe der Bevölkerung her schon sehr groß, Amerika vom Territorium auch nicht klein, Bevölkerung aber wesentlich kleiner als China, aber dafür ökonomisch stark, diese beiden umklammern, umarmen sich und können nicht anders als zueinander freundlich sein. Aber wir hatten damit begangen. Auf dem 19. Parteitag fordert also Xi Jinping, nachdem er 2012 zum ersten Mal zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei gewählt worden ist. Er fordert, er möchte, dass die USA jetzt anerkennen, wo China zur zweitwichtigsten ökonomischen Weltmacht geworden ist, dass China nun bereit ist, mit Amerika auf Augenhöhe zu stehen und zusammen mit Amerika die Welt zu beherrschen. Er plädiert also für die Wiedererrichtung einer binären Ordnung, allerdings im Gegensatz zum Kalten Krieg nicht einer binären Ordnung, die im Konflikt miteinander steht, sondern die sich sozusagen einvernehmlich darüber einigt, dass China die eine Hälfte der Welt beherrscht und die USA die andere Hälfte. Und wo teilen wir die Welt? Wir teilen die Welt im Pazifik. Alles das, was wir dem Westpazifik zuordnen, wäre unter chinesischer Vorherrschaft und alles das, was wir dem Ostpazifik zuordnen, unter amerikanischer Vorherrschaft. Das ist grob einmal die Vorstellung, die man damals hatte. Und damit man auch ermessen kann, ob die Amerikaner nun anerkennen, dass China nicht mehr ein Juniorpartner ist, sondern gleichgestellt ist mit den USA, bekommt plötzlich die Politik der Volksrepublik China und der Kommunistischen Partei Chinas gegenüber Taiwan eine ganz zentrale Funktion, denn in der Taiwan-Frage kann man die USA auf die Probe stellen. Deshalb sagt Xi Jinping, wir müssen Taiwan befreien und das ist eine Aufgabe ersten Ranges. Das ist ein zentrales Anliegen der Volksrepublik China. Nicht, wie wir immer in der Zeitung lesen, weil er unbedingt diese Provinz auch noch braucht. Wenn er diese Provinz hat, dann wird es ihm sehr wahrscheinlich schlechter gehen als vorher. gehen als vorher, sondern er braucht das, um die Amerikaner in die Knie zu zwingen, damit sie die Gleichberechtigung Chinas im Weltgeschehen anerkennen., würde die USA also durch die Anerkennung der Ansprüche der Volksrepublik China auf Taiwan gleichzeitig anerkennen, dass die Volksrepublik China mit den USA auf einer Augenhöhe stehen, dann wäre sozusagen alles gelöst, es bräuchte kein Krieg stattzufinden, es wäre alles in bester Ordnung. Wir könnten also den friedlichen Wiederaufstieg Chinas weiter durchführen. Die chinesische Seite ist der Auffassung, dass diese Utopie gar nicht so utopisch ist. Denn sie sagt, der augenblickliche Welthegemon USA hat ohnehin eine gewisse Altersschwäche und in dieser Situation der Altersschwäche, das sollte er vom British Empire lernen, der aufsteigenden Macht stellen und die Welt mit dieser aufsteigenden Macht teilen, damit er überhaupt noch das Weltgeschehen mitbestimmen kann und damit er eine militärische Auseinandersetzung vermeiden kann, die für einen alternden Welthegemon nach Vorstellung der Volksrepublik China überhaupt nicht siegreich ausgehen kann. Aber wie Sie wissen, die USA ist nicht einfach ein alternder Welthegemon, sondern es ist ein sehr dynamisches Land, das mit allen Mitteln versucht, das mit allen Mitteln versucht, die ja nun seit Beginn des 20. Jahrhunderts beobachtbare Stellung im Zentrum des Weltgeschehens eben für sich zu erhalten. Und unter Donald Trump sehen wir, wie die USA mit den Mitteln der Ökonomie versucht, diese weitere Entwicklung Chinas zu behindern, damit China nicht immer reicher wird und im Zuge dieses immer reicher Werdens auch immer mehr Geld zur Verfügung hat, um das Militär aufzurüsten. Die Volksrepublik China bzw. die Führung der Kommunistischen Partei Chinas reagiert auf diese Situation, indem sie sich spaltet. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die wollen den Wettbewerb mit dem USA weiterhin in den Bereichen Ökonomie und Technologie weiterführen und auf jeden Fall auf den Einsatz militärischer Mittel verzichten. auf den Einsatz militärischer Mittel verzichten. Auf der anderen Seite, und das sehen wir ganz besonders stark seit dem Beginn des Ukraine-Krieges, sieht eine Fraktion innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas, dass nun die Gelegenheit günstig ist, die Allianz mit Russland zu stärken, damit China sich der Unterstützung Russlands sicher sein kann, wenn es zu einer militärischen Auseinandersetzung mit den USA über die Taiwan-Frage kommt. Meinungsgruppen gibt es innerhalb der Volksrepublik China. Und Sie haben vorhin schon gehört, diese Spannung zwischen der Volksrepublik China und USA wird gerne von Karikaturisten benutzt. Dabei ist Amerika meistens etwas weniger offensiv als China dargestellt. Darüber kann man sicherlich diskutieren. An dem Eingreifen Chinas in den Ukraine-Krieg kann man nun erkennen, wie diese beiden Meinungsgruppen innerhalb der Partei eigentlich miteinander agieren. Denn auch in der Frage, was machen wir nun, nachdem der Ukraine-Krieg von Russland nun, nachdem der Ukraine-Krieg von Russland initiiert worden ist, was machen wir nun, wie soll China sich verhalten. Die ökonomisch ausgerichtete Gruppe innerhalb der Führung der Kommunistischen Partei Chinas ist bis heute der Auffassung, dass dieser Krieg so schnell wie möglich beendet werden muss und positioniert von Anfang an China als möglichen Moderator in diesem Konflikt. Die auf militärischen Konflikt getrimmte Gruppe innerhalb der Führung der Kommunistischen Partei versucht sofort, sich mit Russland noch enger zu verbinden. Sie merken, dass Xi Jinping vielleicht eher zu dieser Gruppe hier gehört. Sie merken, dass Xi Jinping vielleicht eher zu dieser Gruppe hier gehört. Und sie wollen eigentlich die Tatsache, dass die USA ja zumindest indirekt jetzt in Europa sehr gefragt ist, dazu nutzen, um Taiwan mit relativ geringem militärischem Risiko einzunehmen. Das Ergebnis ist ein Kompromiss. Das Politbüro der Kommunistischen Partei Chinas tagt, nachdem der Krieg gegen die Ukraine begann im Februar 2022, tagt insgesamt sieben Tage. Kein Mensch aus diesem höchsten Führungsgremium der Volksrepublik China wurde irgendwo gesehen. Und sie tagen so lange, bis sie in dieser Frage einen Kompromiss finden. Und dieser Kompromiss ist die sogenannte Mittelposition, die China seitdem gegenüber der Ukraine eingenommen hat und die seitdem immer vom chinesischen Außenministerium propagiert wird. Das heißt also, China bietet an, als möglicher Moderator im Konflikt aufzutreten. Es versucht sowohl Einfluss auf Russland zu nehmen, als auch übrigens von den ersten Tagen des Krieges an, als auch übrigens von den ersten Tagen des Krieges an, sich ganz eng mit den Amerikanern über das Kriegsgeschehen auszutauschen und Möglichkeiten zu suchen, um diesen Krieg zu Ende zu bringen. dass man diese Beziehung zu Russland so eng gestaltet, dass eigentlich im Westen niemand mehr daran glaubt, dass China eine Moderationsfunktion in diesem Krieg übernehmen könnte. Dabei müssen wir noch mal kurz darüber sprechen, dass wir jetzt ein neues strategisches Dreieck haben. Und zwar muss man vielleicht auch noch mal ganz genau zuhören, was Herr Putin sagt, warum er diesen furchtbaren Krieg in der Ukraine führt. Der Ausgangspunkt ist nicht nur das Vorrücken der NATO. Der Ausgangspunkt für ihn ist etwas ganz Wichtiges, nämlich eine Äußerung von Obama, dass Russland eine Regionalmacht sei. In dieser Situation hat Russland erkannt, dass die Weltordnung sich gerade so entwickelt, wie sich das China vorstellt und wie die USA das vielleicht noch am ehesten akzeptieren könnten, nämlich eine Aufteilung der Welt in zwei Blöcke. Und diese zwei Blöcke teilen die Welt auch noch im Einvernehmen miteinander aus. Da kommt Russland nicht vor. Russland ist aber die größte Nuklearmacht der Welt. Das heißt, Russland hat für sich einen Anspruch, Weltmacht zu sein. Dementsprechend hat also Putin diesen Krieg in der Ukraine in dem Ausmaß, wie er ihn begonnen hat und wie er ihn immer noch führt, auch deshalb angefangen, um der Welt mitzuteilen, und zwar mit seinen militärischen Mitteln, dass er Teil des neuen strategischen Dreiecks USA, China, Russland sein möchte. strategischen Dreiecks USA, China, Russland sein möchte. Und in dieser Konstellation ist es natürlich klar, dass für Putin es sehr wichtig wäre, wenn er sich eng mit China verbinden könnte, um die USA möglichst zu isolieren und auf diese Art und Weise die USA zu zwingen, mit China und Russland in Gespräche über eine zukünftige Weltordnung einzutreten. Die USA können nicht anders als den sogenannten globalen Westen in dieser Situation ganz eng zusammenzuschließen. Die viele Reisetätigkeit, die wir im Augenblick ja auch wieder beobachten können, dient im Wesentlichen diesem Ziel. Und man muss den USA sagen, und das wird natürlich auch in China und das wird auch in Russland genau beobachtet, dass sie da recht erfolgreich sind. Aber die nächsten Präsidentschaftswahlen in den USA stehen vor der Türe. Der sogenannte Isolationismus, eine Strömung in Amerika, die es eigentlich seit jeher gegeben hat, feiert wieder fröhliche Urständ. Und das bedeutet, dass man also auch damit rechnen muss, dass also im Ukraine-Krieg, sollte die republikanische Partei den Sieg erringen, es nicht mehr so weiter geht wie jetzt unter Biden. Biden. Schauen wir uns die zwei wichtigsten Konfliktherde im Augenblick an. Wir kommen und der zwischen den USA und Russland ausgetragen wird. In dieser Auseinandersetzung, das wissen wir alle, ist die USA bisher nur indirekt beteiligt und interessanterweise findet diese Auseinandersetzung weder auf dem Territorium Russlands noch auf dem Territorium der USA, sondern auf einem dritten Territorium, nämlich in der Ukraine statt. Und genau dasselbe können wir auch im Taiwan-Konflikt beobachten. Hier geht es also vordergründig um Spannungen zwischen dem chinesischen Festland und Taiwan. Aber im Hintergrund steht ein Hegemonial-Konflikt zwischen der Volksrepublik China auf der einen Seite und den USA auf der anderen Seite. Und das bedeutet, dass im Falle einer Unabhängigkeitserklärung Taiwans die Volksrepublik China sich juristisch so aufgestellt hat, dass sie nicht anders kann, als militärisch einzugreifen. Und die USA aufgrund der Taiwan Act von 1982 zumindest aufgefordert sind, in das Geschehen einzugreifen und mit einiger Wahrscheinlichkeit wird es zu einem militärischen Eingreifen kommen. Dieses militärische Eingreifen wird, so hoffen viele, nicht auf dem Territorium der Volksrepublik China und nicht auf dem Territorium der USA stattfinden, sondern auf dem Territorium Taiwans. im Augenblick gerade sozusagen in der Welt der Großmächte strategisch nachgedacht wird. Und natürlich sagt Xi Jinping, wenn für uns Taiwan das eigentlich zentrale Anliegen ist, dann müssen wir alles in Kauf nehmen, wir müssen uns mit den Russen verbinden. Inzwischen sagt er auch, wir müssen sehen, dass dieser Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich zu Ende geht, damit die Russen nicht zu stark geschwächt werden, damit die für den Fall aller Fälle China unterstützen können, in einem Versuch, den Konflikt mit den USA über Taiwan zugunsten der Volksrepublik China zu lösen. Kommen wir kurz zum Nahen Osten. Hier sind die Verhältnisse ganz anders. Der Angriff der Hamas auf Israel kam für Israel, die USA, Russland und China nach allem, was wir heute hauptsächlich deshalb, weil er der Welt zeigt, dass die USA nicht mehr stark genug sind, solche Konflikte zu verhindern und dass die USA sogar nicht mehr stark genug sind, Israel, den wichtigsten Verbündeten der USA, vorzuschreiben, was sie in einer solchen Konfliktsituation tun können. Das bedeutet, dass dieser Konflikt im Nahen Osten ganz deutlich unter Beweis stellt, dass die sogenannte unipolare Weltordnung, die nach dem Ende des Kalten Krieges entstanden ist, nun nicht mehr existiert. Wie reagiert China? Hochinteressant. Wieder mit einer gewissen Schaukelpolitik, nicht eindeutig. Genauso wie in dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine stellt sich China nicht auf die eine oder die andere Seite, sondern da es sehr gute Beziehungen zu Israel pflegt und da es seit Jahren die Palästinenser unterstützt, benutzt es jetzt sogar diese Situation, um den Amerikanern zu zeigen, wie gut man mit China zusammenarbeiten könnte, wenn doch die Amerikaner nur wollten. Denn China stellt sich genauso wie die USA auf den Standpunkt, dass da im Nahen Osten nichts eskalieren darf. Es steht für eine Politik der Deeskalation und ist in ganz engen Beziehungen mit den Amerikanern im Gespräch darüber, wie die Situation dort in den Griff zu bekommen ist. China ist gezwungen, sich so zu verhalten, weil so sehr es sich darüber freut, dass die unipolare Ordnung nicht mehr existiert und die Amerikaner es nicht mehr schaffen, die unipolare Ordnung aufrechtzuhalten, so sehr haben die Chinesen gemerkt, dass sie selber nicht in der Lage sind, an die Stelle Amerikas zu treten. Das heißt also, wenn Amerika nun in den Vorstellungen der chinesischen Regierung zu schnell absteigt und die Chinesen aber nicht mit der gleichen Geschwindigkeit aufsteigen können, dann bedeutet das, dass die Welt ins Chaos fällt. Weil, wie wir ja gehört haben, ganz am Anfang meines Vortrages heute, man in China sich die Welt nur dann als ruhig vorstellen kann, wenn sie hierarchisiert ist, wenn ganz klar ist, wer oben und wer unten steht. regionalen Potentaten im Nahen Osten haben natürlich genauso wie China und Russland erkannt, dass wenn man jetzt Konflikte überall in der Welt hervorruft, und im Augenblick sprechen wir von circa 25 Konflikten, dass das dazu beiträgt, dass Amerika immer mehr unter Druck gerät. Auch die Allianz zwischen Amerika und den Ländern Europas, zwischen Amerika und Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, all diese Allianzen, die Biden in den letzten Jahren geschlossen hat, die drohen auseinanderzubrechen. Das kennt ja China, denn es weiß ja, als es nicht mehr stark genug war, ist das Tributssystem sofort auseinandergefallen. Und mit dieser historischen Erfahrung im Hintergrund sagen die, um Gottes Willen, also hier tanzen die Mäuse auf dem Tisch, aber Saudi-Arabien, Iran, die Türkei, Israel, die sind der Meinung, wenn die Amerikaner schwächeln, dann ist das der Zeitpunkt, wo wir uns hier im Nahen Osten so aufstellen, dass eines dieser Länder die Region beherrschen kann. Und warum ist das so wichtig? Das ist so wichtig, weil wir ja jetzt alle schon gelernt haben, das neue Wort multipolare Ordnung. Wir hatten darüber gesprochen, dass Japan schon mal eine solche multipolare Ordnung entworfen hatte. Und ich muss sagen, eine solche multipolare Ordnung ist nichts auf Dauer. Wenigstens haben wir es bisher in der Geschichte der internationalen Beziehungen noch nie als ein System gesehen, das auf Dauer Bestand haben kann. Aber es ist eine Transformationsordnung. Und innerhalb dieser Transformationsphase ist es so, dass wir quasi als gesetzt annehmen können, dass das strategische Dreieck USA, China, Russland auf jeden Fall in dieser multipolaren Ordnung eine wichtige Rolle spielen wird. Aber jetzt kommt es darauf an, werden es fünf Staaten, werden es sieben Staaten,den es sieben Staaten? Werden es neun Staaten? Und wer kommt zu diesem Dreieck noch hinzu? Ist das Japan oder Indien? Ist es die EU oder Brasilien? strebenden Staaten im Nahen Osten, Iran, Türkei, Saudi-Arabien und Israel und vielleicht sind es sogar noch mehr, die wollen auch ein Pol sein in dieser multipolaren Ordnung. Und die sind der Auffassung, dass man das mittels einer militärischen Auseinandersetzung klären muss in der Region. Und das tun sie im Augenblick. Sie sehen hier auf diesem Bild wunderbar, das strategische Dreieck, das sind die drei großen Kugeln. Und dann gibt es davor so Länder, die träumen davon, dass sie wenigstens in der zweiten Reihe stehen. Sie sehen, dass zum Beispiel Großbritannien vielleicht aus der EU ausgetreten ist, damit es in einer multipolaren Ordnung wenigstens dazugehören kann. Und dann sehen Sie da vorne lauter kleine Kugeln. Auch Kanada gehört dazu. Kanada hat übrigens gerade eine ganze Riesenflotte in den Pazifik geschickt, um plötzlich im südchinesischen Meer aufzutauchen. Also auch Kanada möchte vielleicht ein Pol sein. Und wenn man sich nicht darum bemüht, ein Pol zu sein, dann wird wohl möglich die einheimische Bevölkerung einen eines Tages fragen, was man eigentlich gemacht hat in dieser Situation. wir jetzt die Welt ein bisschen so analysieren, wie ich sie gerade analysiert habe, also sowohl aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive, ich würde das mal sagen Vogelperspektive, als auch durch die Brille, die China aufgesetzt hat, um diese Welt zu verstehen, welche Rolle spielt jetzt Europa? Das Interessante ist meiner Meinung nach, dass Europa bisher nicht begriffen hat, dass es in dieser Welt eine extrem wichtige Rolle spielt und zwar als verdeckter vierter Akteur im strategischen Dreieck. verstehen wir das? Keiner der drei Großmächte im strategischen Dreieck kann sein jeweiliges Ziel erreichen, ohne sich mit Europa zu verbinden. Fangen wir mit den USA an. Die USA brauchen eine Abkoppelung Europas von Russland und von China, um seine eigentlichen Gegner, nämlich Russland und China, so zu schwächen, dass diese nicht anders können, als die Vorherrschaft der USA anzuerkennen. Wir wissen, dass wenn wir uns gleichzeitig von Russlandündnis zwischen USA und Europa kommen, zu stark ist. den Gegnern nicht dazu zwingen kann, eine Weltordnung zu akzeptieren, in der Amerika nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Aber es ist auch wirtschaftlich eben so, dass China nach wie vor Europa ganz dringend braucht. Und zwar gerade deshalb, weil es seinen ökonomischen Wettbewerb mit den USA nur weiterführen kann, wenn nicht die USA und Europa, zum Beispiel China, gleichermaßen sanktionieren. Russland spricht ja im Augenblick nicht gut von Europa. Ich meine natürlich immer EU-Europa. Das kann man vielleicht nachvollziehen. Aber eigentlich, wenn man ganz genau nachdenkt, braucht auch Russland Europa. Denn Russland braucht ein Gegengewicht gegen China. Im Augenblick wird ja immer davon gesprochen, dass das arme Russland jetzt vollkommen zum Vasallen Chinas wird. Man hat noch nicht sehr viel davon gesehen, aber wir sehen, dass im Bereich des Handels also eine große und immer größer werdende Abhängigkeit Russlands von China entsteht. Und damit diese wirtschaftspolitische Abhängigkeit nicht auch zu einer politisch-militärischen Abhängigkeit wird, braucht eigentlich Russland ganz dringend Europa. Es braucht Europa übrigens auch, um eine Modernisierung durchzuführen, die nicht von Peking bestimmt wird. Und insofern muss man sagen, schon allein um bestimmte Produkte, die die USA weiterhin sanktionieren werden, zu bekommen, die die USA weiterhin sanktionieren werden, zu bekommen, die also im Hightech-Bereich angesiedelt sind, braucht Russland auch Europa. Das heißt also, Europa ist eigentlich für die strategischen Überlegungen des strategischen Dreiecks Russland, China, USA von zentraler Bedeutung, es hat es nur nicht begriffen. Und es muss ein Außenminister eines ganz, ganz kleinen Landes in Südostasien, nämlich der frühere Außenminister von Singapur, George Joe Common, der sagt, Europa spielt in der Frage, ob diese Welt in Zukunft in Frieden lebt oder in einen schrecklichen Krieg hineinstürzt, eine zentrale Rolle. Um das zu verstehen, müssen wir uns noch mal kurz anschauen, wie EU-Europa eigentlich zu diesen Ländern des strategischen Dreiecks steht. Und da kann man sagen, vollkommen klar, EU, Europa braucht sicherheitspolitisch die USA. Aber wenn Europa die Deindustrialisierung vermeiden möchte, dann braucht es weiterhin den chinesischen Markt, wo es seine hochentwickelten Produkte absetzen kann. Es braucht aber auch gleichzeitig die Produktionsmöglichkeiten in China, die dazu beitragen, dass sehr wichtige Industrieunternehmen in Europa in den letzten Jahren sehr reich geworden sind. in den letzten Jahren sehr reich geworden sind. Also mit anderen Worten, in Sicherheitspolitisch braucht EU-Europa Amerika, wirtschaftspolitisch braucht EU-Europa China. Und was ist mit Russland? Nun, wir wissen, dass wir heute für Energie und Rohstoffe wesentlich mehr bezahlen, weil wir sie nicht mehr aus Russland bekommen. Das Erfolgsmodell Europas war ja, relativ günstige Rohstoffe, vor allen Dingen im Energiebereich, aus Russland zu importieren, damit wir in unseren Ländern trotz dieser Tatsache, dass wir alle verhältnismäßig hohe Löhne und Gehälter haben, dass wir wettbewerbsfähig bleiben können. Wenn wir von Russland abgeschnitten sind und in anderen Teilen der Welt wesentlich teurer Energie einkaufen, dann bedeutet das, dass wir hier nur weiter produzieren können, wenn es zu einem erheblichen Wohlstandsverlust der Gesellschaft kommt. Oder aber, dass wir hier zu einem Kontinent werden, der eigentlich nur noch für andere Länder der Welt eine wichtige, weil historisch tiefgehende Tourismusattraktion darstellt. Wenn man sich das also überlegt, ist es nicht nur so, dass die Länder des strategischen Dreiecks, alle drei, Europa brauchen, um ihre Ziele zu verwirklichen, sondern Europa braucht auch alle drei, um seine Ziele verwirklichen zu können. brauchen wir ein Europa, das sich eine Politik der strategischen Autonomie zu eigen macht. Und das bedeutet, dass Europa darauf verzichtet, sich in den vielen Konflikten, die sich im Augenblick auftunten auf eine Seite stellt, ist es aufgrund seiner Größe, aufgrund seiner Stärke in militärischer, politischer und ökonomischer Hinsicht, eher ein Faktor, der die Kriegsgefahr erhöht, weil die jeweilige Person oder das jeweilige Land, was durch Europa gestärkt wird, sich so durch Europa gestärkt sieht, dass dieses Land nicht mehr davon absieht, eine militärische Auseinandersetzung zu versuchen, sondern dass dieses Land dann vielleicht sich geradezu darin bestärkt sieht, eine militärische Auseinandersetzung zu suchen. sieht, eine militärische Auseinandersetzung zu suchen. Wenn aber Europa seine guten Beziehungen zu den drei Großmächten nutzt und dabei strategische Autonomie entwickelt, kann es die Großmächte davon abhalten, ihre Konkurrenz in eine militärische Auseinandersetzung ausarten zu lassen. Und das bedeutet jetzt zum Beispiel bezogen auf den Krieg in der Ukraine, dass wenn Europa sich einbringen würde, dass dieser Krieg so schnell wie möglich zu Ende geht, dass es dann einen Beitrag dazu leisten könnte, den Frieden in Europa wiederherzustellen. Und das wäre in vielfacher Hinsicht sicherlich ein Gewinn für Europa. und das wäre in vielfacher Hinsicht sicherlich ein Gewinn für Europa, wenn Europa sogar so stark und mutig wäre, in die Taiwan-Frage einzugreifen und dort sein Gewicht einzubringen, weil es nämlich gute Beziehungen nach Amerika und gute Beziehungen nach China hat, um zu verhindern, dass es zu einem Konflikt militärischer Art zwischen China und den USA kommt, dann würde das bedeuten, dass Europa einen ganz wesentlichen Beitrag dazu leisten könnte, dass es in den nächsten Jahren in dieser Welt nicht zu einem Weltkrieg kommt. Mit anderen Worten, wenn EU Europa seine strategische Autonomie entwickeln könnte, würde es der Welt helfen, aber sich selber auch helfen. Denn nur wenn es diese strategische Autonomie entwickelt, wird es auch ein Pol in der zukünftigen multipolaren Weltordnung sein. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Thank you.