... Musik... Herzlich willkommen im Presseclub Concordia und auch online. Mein Name ist Daniela Kraus, ich bin hier die Generalsekretärin und wir reden heute über Hass im Netz. Was macht Hass im Netz mit uns und was können wir gegen Hass im Netz tun? Das ist leider ein sehr aktuelles Thema. Es ist auch insofern ein aktuelles Thema, als im Zuge des Hasses, der in der richtigen Welt leider vor sich geht, auch im Internet es immer aufgeladener und hatefuller wird, wenn ich das so sagen darf. Für uns als Presseclub ist das deswegen auch besonders wichtig, weil es sehr oft auch Journalisten, Journalistinnen und Leute, die sich öffentlich zu Wort melden, trifft und deswegen wollen wir immer wieder über dieses Thema diskutieren und tun das auch heute. Das ist eine Veranstaltung in Kooperation mit Magenta. Magenta hat auch eigene Initiativen gegen Hass im Netz und das ist jetzt Dr. Christian Traun, wie es hier falls jemand Fragen hat. Ich stelle jetzt einmal mein Podium, unser Podium vor und dann gehen wir gleich in Medias Res. Wir werden zuerst eine Runde machen, wo wir über Erfahrungen reden und in weiterer Folge wird Caroline Kerschbaumer von ZARA, Geschäftsführerin von ZARA und Juristin, Zara ist eine Beratungsstelle gegen Hass im Netz, eine kurze Kontextualisierung machen, was das denn für uns alle heißt, auch wie das juristisch ausschaut und was wir dagegen tun können. Jetzt habe ich auf diesem Weg gleich dich, Caroline, vorgestellt. Neben Caroline sitzt Philipp Maschl, der Journalist ist beim ORF und sich auch für die Leihdetektors, das ist eine Initiative, die sich um Medienkompetenz und die Entlarvung von Falschnachrichten, Missinformation, Desinformation kümmert, tätig ist und in Schulen geht. Auch darüber werden wir was hören. Marvin, jetzt sage ich Marvin Teufel oder Hicks Marvin, Influencer aus der mir weniger bekannten Welt der Influencer und Influencerinnen, ist ein in Wien aufgewachsener St. Pöltener und macht auf TikTok, wie schwer ist es, Videos, aber viele andere auch, und erreicht damit eine ziemlich große Anzahl an Leuten, also ist auch jemand, der öffentlich kommuniziert, dementsprechend auch öffentlich nicht nur den positiven Seiten des Lebens ausgesetzt ist. Und Melissa Erkurt ist Journalistin, Autorin und ehemalige Lehrerin. Sie kennen sie möglicherweise aus dem ORF oder aus dem Falter oder aktuell aus der Chefredaktion. Sie ist Herausgeberin oder Chefredakteurin? Chefredakteurin der Chefredaktion, das finde ich ziemlich gut. Und die Chefredaktion macht Nachrichten vor allem online für ein Publikum, das jünger ist als ich und mit Schwerpunkt Instagram oder ausschließlich Instagram. Ich möchte jetzt gleich einmal in Medias Res gehen und vielleicht auch meine erste Frage gleich an dich, Melissa, stellen. Und zwar kannst du kurz über deine Erfahrung erzählen, wie seid ihr als Redaktion konfrontiert mit Hate Speech, mit Hass im Netz und was macht das mit euch? konfrontiert mit Hate Speech, mit Hass im Netz und was macht das mit euch? Wir sind ja ausschließlich auf Social Media, das heißt auf Instagram und TikTok und unsere JournalistInnen sind alle vor der Kamera, als auch hinter der Kamera. Und das macht leider einen großen Unterschied, weil sobald du dich mit Gesicht zeigst, egal wie neutral JournalistIn du bist und wie neutral das Thema ist, die Leute polizieren das immer auf dich. Und unsere JournalistIninnen sind weiblich und haben oft auch Migrationsgeschichte. Da kommen also zwei Sachen hinzu, die nochmal extra duplizieren diesen ganzen Hass, also Rassismus, Sexismus kommt dazu. Und dadurch, dass ich selber am recht frühen Journalismus gekommen bin und früh auch Hass im Netz erlebt habe, ist mir klar geworden, ich muss das ansprechen in der Redaktion, weil mir hat das immer gefehlt, mir haben die Chefredakteurinnen, als ich halt noch nicht hier gearbeitet habe, sondern über mir Chefredakteurinnen waren, in unterschiedlichen Redaktionen, hat mir immer gefehlt, dass ich geschützt wurde oder vorbereitet wurde. Teilweise war es sogar so, dass Kolleginnen mir Hass weitergeleitet haben. Also wenn ich eine hasserfüllte Nachricht oder E-Mail bekommen habe, haben die es weitergeleitet und quasi Antworten darauf. Und mir ist es wichtig, dass ich in der Redaktion mit meinen sehr jungen Kolleginnen ja auch darüber spreche, dass ich sie vorbereite und dass ich sie nicht alleine lasse, sondern dann moderiere halt ich das oder ich gehe darauf ein. Oder wenn es sein muss, ich bringe es zur Anzeige, wenn es dann relevant wäre. Also ich finde das ganz, ganz wichtig und das fehlt mir echt in fast allen Redaktionen, dass man damit nicht alleingelassen wird, dass man Workshops erhält, dass man weiß, dass man auch als Journalistin da jetzt nicht so denken muss, das gehört zum Job dazu. Das gehört nicht zum Job dazu. Leider passiert das, aber dass man weiß, dass man nicht alleine ist und dass eben die Chefredakteurin das dann übernimmt in dem Fall oder eben man kann sich an Sarah wenden und so weiter, dass man das weiß. Leider ist es aber so, dass wir auf TikTok und Instagram sind und gerade TikTok einen echt alleine lässt damit. Also ich weiß nicht, ob wir noch über die Plattformen sprechen, aber ich finde, die müssen viel mehr in Verantwortung gezogen werden, dass es da Ansprechpersonen gibt, dass die das moderieren. Also es ist ein großes Thema bei uns. Ich denke, das werden wir sicher ansprechen, weil das ja auch im Digital Services Act ein Thema ist. Zu dir, Marvin, du bist nicht weiblich und du hast keinen Migrationshintergrund. St. Pölten habe ich angeführt. Wie bist du betroffen von Hass und was löst es besonders auf? Ich darf dich vielleicht zitieren aus dem Vorgespräch, ich habe gesagt, Politik kannst du nicht machen, da kannst du nur verlieren. Das fand ich in unserem Kontext sehr aufschlussreich, aber kannst du mal erzählen, wie du das wahrnimmst? Also ich mache jetzt seit ungefähr vier Jahren eben auch schon Social Media, TikTok, Instagram, Shorts auf YouTube auch, da war nicht so viel und dadurch kommt da eben auch schon einiges zusammen. Ich kriege das in Kommentaren mit, ich kriege das mit per Instagram-Direktnachrichten. Ich kriege das mit, wenn Leute mich auf der Straße ansprechen, tatsächlich auch manchmal, dass da irgendwie Hater dabei sind. Und ja, das ist aber, glaube ich, also ich bin ehrlich, es gibt immer so Phasen. Das heißt, es wird, wenn jetzt gerade ein Video rauskommt, wo irgendwie ein Grund da ist, dass man haten könnte, weil bestimmte Leute irgendwie beleidigt dadurch sind, dann sind das immer mehr Phasen, das heißt, da kommen dann viel mehr Nachrichten als irgendwie in Zeiten, wo mal angenehmere Videos da sind, wo gar nicht so viele Eckpunkte sind, wo man anecken könnte. und mittlerweile geht das aber. Also, weil wir Gewohnheitspunkte auch auf der Liste haben, es ist schon ein Gewohnheitseffekt irgendwie da, dass wenn du viel Hate bekommst, dass du dir irgendwann denkst, jo, mir macht es irgendwie nicht mehr so viel. Das finde ich immer sehr spannend. Kannst du dich noch erinnern, wann es dich das erste Mal so richtig irgendwie erwischt hat oder betroffen hat oder dir nahegegangen ist? Gab es da intern? Ich glaube, am nächsten sind mir auf jeden Fall die ersten Hate-Kommentare gegangen. Das waren, glaube ich, ganz basic Sachen. Ich habe jetzt nicht irgendwie einen Kommentar im Kopf, wo ich mich genau an das erinnere, aber die ersten Kommentare, wo du einfach beleidigt wirst, irgendwie boah, was ist denn das jetzt für ein Kekter, was da irgendwelche Videos im Internet macht. Die ersten haben da am meisten wehgetan, weil du es eben noch nicht gewohnt warst. Du warst so wow, warum sagt der das jetzt, was habe ich jetzt gemacht? Ich wollte nur ein lustiges Video performen oder raushauen sozusagen und jetzt werde ich beleidigt. Die haben am meisten weh getan auf jeden Fall. Ich möchte dann später noch einmal eingehen auf den Punkt, den noch Melissa angesprochen hat, wo holst du dir Unterstützung? Aber zuerst mag ich einmal in die Runde gehen und an den Philipp jetzt weitergeben. Und zwar vielleicht, wenn wir ganz kurz auch noch auf die aktuelle Lage eingehen. Und alle hier, die wir ansprechen, sind ja viel vor der Kamera. Was geht jetzt gerade ab? Wie sind Journalisten und Journalistinnen speziell betroffen? Ich kann da anschließen, was Melissa auch meinte. Sobald du vor der Kamera bist und wir haben eine Social-Media-Abteilung bei uns im ORF, die machen das natürlich, dass sie vor der Kamera bist und wir haben eine Social Media Abteilung bei uns im ORF, die machen das natürlich, dass sie vor der Kamera sind, sei es jetzt auf TikTok massiv, sei es auf Instagram und jetzt auch über diese Konflikte auf unserer Erde sprechen beziehungsweise da auch einfach nur Erklärvideos machen, einfach nur Fakten auf den Tisch legen, was da derzeit für Hasskommentare drunter kommen, was da für eine Polarisierung stattfindet und was da auch für eine Diffamierung stattfindet. Da haben wir gestern in der Redaktion gesagt, das haben wir so in diesem Ausmaß eigentlich noch nie gesehen. Wir hatten die Corona-Krise, ja, da gab es auch viel, aber was sich in den letzten Tagen hier abspielt, ist wirklich, ich muss jetzt dieses Wort sagen, Wahnsinn und es macht uns als Redaktion auch traurig und ich bin bestürzt darüber, was ich sehen muss, wenn ich jetzt durch unsere Redaktion schaue, dass da Kolleginnen und Kollegen, die ein paar Meter von mir entfernt sitzen, die da einfach nur ein Video machen, wo Fakten präsentiert werden und darunter übelst beschimpft werden, das geht bis hin zu Morddrohungen. Da braucht man Hilfe und da bekommt man Unterstützung und ich finde es gut, dass bei uns es zumindest noch so läuft, dass dann auch Kolleginnen und Kollegen hingehen, hey, du hast gerade eine schwere Zeit, wenn du etwas brauchst, melde dich und dass es auch professionelle Stellen gibt und das auch vom Unternehmen angeboten wird. Eigene Erfahrungen liegen jetzt auch schon ein paar Jahre zurück, da war ich noch im Sport tätig und da muss ich an Marvin anschließen. Das bleibt einem in Erinnerung, wenn man zum Beispiel ein Sportevent kommentiert, das polarisiert immer. Das sind jetzt weit weg von kriegerischen Handlungen, aber du bist stark in einer Bubble, sage ich jetzt drinnen, die sehr schnell schwarz-weiß denkt. Erfolg, Misserfolg, Verein A, Verein B. Und wenn man da, damals war das noch auf Facebook und da war Facebook auch noch so gestrickt, dass viel einfacher Kommentare auch zum Beispiel auf Unternehmensseiten gepostet werden konnten und die dann auch sichtbar waren. Wenn man dafür einmal seinen Namen liest und dann darunter Beschimpfungen, Diffamierungen liest, dann geht das einem nahe und dann weiß man im ersten Moment auch nicht, wie man damit umgeht. Sucht man natürlich mal den Fehler bei sich selbst, wobei man dann irgendwann auch drauf kommt, beziehungsweise auch mit Kolleginnen und Kollegen, die noch viel stärker betroffen sind damals, weil sie einfach viel mehr in der Öffentlichkeit stehen, auch darüber spricht, die sagen, es ist leider normal und ich glaube, das ist ein ganz, ganz großes Problem, dass es mittlerweile normal geworden ist. Auch darüber werden wir noch weitersprechen. Jetzt möchte ich mal dich, Caroline, bitten, dass du ganz kurz uns erzählst, was Zara überhaupt macht und wie ihr Betroffene unterstützt. Und auch würde ich gerne wissen, ob und wie ihr selber betroffen seid. Vielen Dank. Ja, wir sind auch selber betroffen. Also natürlich bekommen wir auch immer wieder Hass ab. Was für mich persönlich oft hilfreich ist, ist, wenn man die Organisation vor sich hat. Also das ist so ein bisschen ein Schutz, wenn es nicht direkt an mich als Person gerichtet ist, sondern an die Organisation, dann würde ich sagen, ist das hilfreich, quasi für mich persönlich einfach ein weiterer Schutz. Aber bei uns stehen ja die Klienten und Klientinnen im Vordergrund. Wir betreiben seit einigen Jahren unter anderem die Beratungsstelle gegen Hass im Netz. Und da können sich alle Menschen in ganz Österreich, die von Hass im Netz betroffen sind oder auch Zeuge, Zeugin sind, kostenlos an uns wenden. Und was können wir tun? Wir können einerseits diesen sicheren Rahmen schaffen, für Betroffene darüber zu reden, wo sie ernst genommen werden, wo ihnen zugehört wird und wo man dann in weiterer Folge schaut, wie können wir die Personen unterstützen, was können wir für sie tun. Es gibt rechtliche Möglichkeiten, es gibt nämlich einen Haufen rechtliche Möglichkeiten. Ist es gewünscht, diese anzuwenden? Also ist es gewünscht, rechtliche Schritte zu tun? Soweit wir können, unterstützen wir auch dabei. Wir dokumentieren das alles und arbeiten dann natürlich auch mit diesen Zahlenanalysen, die wir dann erstellen können. Wir kümmern uns um Löschungen. Das ist auch ganz wichtig. Das ist oft so der erste Wunsch von Betroffenen, dass dieses Posting einfach möglichst schnell wegkommt. Und da haben wir als eine von wenigen Organisationen in Österreich einen sogenannten Trusted-Fleger-Status bei den meisten Social-Media-Plattformen. Das heißt, wir sind sowas wie, also nicht sowas wie, sondern übersetzt vertrauenswürdige AnzeigerInnen. Das heißt, wir erreichen höhere Löschquoten, weil Sie haben es vielleicht viele von Ihnen schon mal selber probiert, dass man ein Posting auf einer Plattform löschen möchte und es aber nicht durchgeht. Und da haben wir die Möglichkeit, Sie dabei zu unterstützen. Es kommt schneller zu Löschungen und die Löschung geht auch eher durch. Genau, so das sind so Möglichkeiten, die wir bieten können und wo wir einfach versuchen, für die Betroffenen da zu sein, soweit es eben möglich ist. Hat irgendwer am Podium das schon mal, Zauberdienste in Anspruch genommen oder Unterstützung? Verstärke ich das noch und rufe nochmal dazu auf. Tun Sie es gerne. Unterstützung. Ich verstärke das noch und rufe nochmal dazu auf. Tun Sie es gerne. Ich möchte jetzt einen kleinen Schlenker machen, weil mir das gleich bei dir aufgefallen ist und jetzt auch bei dir. Um nochmal die Relevanz des Themas hervorzuheben. Du hast gesagt, es passiert dir echt in real life auch, dass dich die Leute ansprechen und haten? Ja, tatsächlich schon. Ich kann eine Story erzählen. Ganz kurz. Das ist die, die für mich bis jetzt am heftigsten war. Mein Dad, das ist mittlerweile mein allergrößter Supporter. Der erzählt immer ganz gern über mich und zeigt auch öfter meine Social Media Channels eben her. Und wenn er mit jüngeren Leuten am Tisch ist, wenn er irgendwie auf dem Fest ist, in St. Pölten auf der Stadt oder so, dann erwähnt er das öfter und manchmal kennen mich dann halt Leute davon. Und da hat es einmal den Fall gegeben, dass meinem Dad dann wer das Handy weggenommen hat, der meine Nummer rausgeschrieben hat und mich dann per WhatsApp irgendwie ein paar Tage beleidigt hat. Und das war der härteste Fall bis jetzt. Und da hat es bei mir ein bisschen Klick gemacht, weil mein Dad davon betroffen war. Ich war immer so, wenn gegen mich was kommt, dann halte ich irgendwie aus oder ich kann irgendwie damit umgehen auf jeden Fall oder weiß, wo ich mal Hilfe suchen kann. Und bei meinem Dad war es dann so, wow, bisschen Vorsicht, warum geht das jetzt gegen meine Familie, obwohl ich diese Videos im Internet eigentlich mache. Habt ihr da auch Erfahrungen? Leider, da muss ich mich anschließen. Ich habe vor Jahren ja auch über Biber gearbeitet, im Migrantenmagazin. Und da habe ich, ich habe schon darüber geschrieben, dass ich Muslimin bin oder muslimischer Herkunft und andere Redakteurinnen auch. Und dann wurde vor die Tür Fuck Islam gesprayt. Und zu wissen, dass da jemand weiß, wo du arbeitest und der dich da abfangen kann, was mir häufig passiert ist, dass wenn ich dann diese Kommentare bekomme oder auch Privatnachrichten oft oder auch E-Mails, es ist nicht nur so, dass es die jungen Menschen sind, also auf meiner Verhalterkolumne beispielsweise kriege ich E-Mails, die von Hass triefen teilweise und unten steht dann Doktor irgendwas mit Adresse und so. Also es sind nicht nur diese jungen Menschen oder wenn man auf Facebook ist, es sind auch eher ältere Leute. Und wenn man dann am Abend eine Veranstaltung hat, am Podium sitzt, und man weiß, da gibt es keine Securities oder so, ist schon unangenehm. Da habe ich auch einmal erfahren, kurz vor der Veranstaltung, dass es eine Drohung gab, eine Bombendrohung, und die haben dann aber irgendwie, also ich fand, die hätten was sagen sollen, weil ich wäre da sicher nicht hingegangen. Die gingen jetzt nicht primär gegen mich oder so, aber da wäre ich nicht hingegangen. Ich gingen jetzt nicht primär gegen mich oder so, aber da wäre ich nicht hingegangen. Ich finde, das wird ein bisschen im analogen Leben nicht so ernst genommen, dass dieser Hass schnell überschwemmt. Diese Veranstaltung heute heißt auch Hass im Netz. Es bleibt halt nicht im Netz. Es ist dann auch in deinem Kopf und du gehst anders durch die Welt. Wir kriegen auch sicher alle Urphilob und Zuspruch. Wenn dich dann wer auf der Straße anspricht, weißt du aber nicht, wenn er sagt, sind Sie die Frau Erkurt? Weißt du nicht, sagt er jetzt was Nettes oder spuckt er dich an? Und dann ist immer so dieser eine Moment, den kriegst du nicht mehr weg, sobald du deine ersten Hassnachrichten bekommen hast. Und das ist echt schade, das nimmt einem schon an Lebensqualität. Da kann ich anschließen bei der Melissa. Ich schrecke auch dann manchmal zusammen, wenn man auf Veranstaltungen ist und dann angesprochen wird, hey, Sie sahen doch der aus dem Fernsehen. Dann weiß man nicht genau, was kommt. Vielleicht zwei plakative Beispiele. Urlaub spricht einen an. Hey, Sie sind doch der vom Servicemagazin. Konkret sage ich, ja, schönen guten Tag, sagt er. Wie oft müssen Sie lügen eigentlich im Fernsehen? Naja, ich habe noch nie gelogen im Fernsehen und auch so lüge ich nicht. Naja, aber ihr müsst doch sicher irgendwas machen, was euch die Regierung vorgibt. Nein, muss ich nicht machen. Na, das glaube ich nicht, ihr müsst alle lügen. Gut, das hat jetzt weniger mit Hass zu tun, aber da denkt man natürlich auch drüber nach. Eine andere Sache, die erst vor zweieinhalb Wochen passiert ist, wir haben mit dem ORF eine Fußballmannschaft, wo wir auch Fußball spielen gemeinsam, abteilungsübergreifend. Wir kommen zu unserem ersten Spiel damals, frisch gegründet, hin auf den Fußballplatz und werden von der gegnerischen Mannschaft begrüßt mit, die Lügenpresse ist schon da und die haben das ernst gemeint und haben auch dementsprechend dann auch ein bisschen so auch gespielt gegen uns. Wir haben uns nicht provozieren lassen, das habe ich sehr stark von unserer Mannschaft gefunden, aber da kommt man schon ins Nachdenken, wenn man so begrüßt wird. Man kommt auf den Platz, gibt dem anderen Team auf der anderen Seite auch die Hand und begrüßt und was bekommt man gesagt? Hallo Lügenpresse, was ist mit euch? und was bekommt man gesagt? Hallo Lügenpresse, was ist mit euch? Das tut weh und das hat auch etwas mit Hass zu tun und das hat auch etwas mit Hass im Netz zu tun, denn warum komme ich da drauf? Warum fallen quasi diese moralischen Instanzen, dass ich jemandem so etwas ins Gesicht sage, weil es, und da bin ich wieder bei dem Wort, normal geworden ist, weil ich es ja ständig in Kommentaren, auf Insta, auf TikTok, teilweise natürlich auch auf Facebook noch lese. Das ist eine Generationenfrage, ich weiß, auf welcher Plattform ich bin. Und das ist schon arg. Das Schlimmste, was für mich persönlich war, war in meiner Heimatgemeinde. Da war ich mit meiner Familie unterwegs, wir waren bei einem Feuerwehrfest und dann kommt einer her und sagt, hey, Herr, du bist jetzt beim ORF, ihr habt doch das Charakter. Da kommt man ins Grübeln und da denke ich dann noch dran, was hat das für eine Auswirkung auf meine Freunde und auf meine Familie, wenn ich nur mehr quasi mit einem Stempel am Hirn herumrenne, der, Entschuldigung, wenn ich das jetzt sage, dieser Idiot ist beim ORF. Das hat nur was mit meinem Arbeitgeber zu tun, aber nicht mit meiner Person und man wird abgestempelt. Und ich glaube, das kann sich dann schnell potenzieren, so wie die Beispiele von Marvin und von Melissa das quasi auch gut zeigen. Ich glaube, an der Stelle ist es erstmals oder vielleicht einmal Zeit für einen Appell, weil man muss sagen, dass das ja teilweise auch befeuert wird, genau dieser Hass auf Journalisten und Journalistinnen und öffentliche Kommunikatorinnen auch befeuert wird, genau dieser Hass auf Journalisten und Journalistinnen und öffentliche Kommunikatorinnen durch die Art und Weise, wie die Politik auch spricht über Journalismus und jetzt speziell über den ORF, wenn man sich die Terminologie von Zwangsgebühren anhört etc. Und worauf ich vielleicht auch hinweisen mag, es ist gerade ein super spannender Bericht, deprimierender, aber spannender Bericht von der EU-Kommission rausgekommen im Rahmen des Digital Services Act, in dem es um Desinformationskampagnen aus Russland geht. Und auch da wird thematisiert, wie stark da eben Hass gezielt geschürt wird. Und ich bin noch nicht im Detail durch, der ist noch ganz neu, aber ich bin mir sicher auch ganz gezielt gegen Journalisten und Journalistinnen. Warum? Natürlich, weil man dann einfacher seine Fake News verbreiten kann, weil man die Glaubwürdigkeit von Journalisten und Journalistinnen untergräbt. Ich glaube, das ist etwas, wo man den Zusammenhang zum gesamtgesellschaftlichen schon auch sehen muss. Was mich in dem Zusammenhang auch interessiert, ist die Schere im Kopf. Nämlich die Frage, wie sehr wird man beeinflusst von der Erwartungshaltung, dass man bei einem Thema oder bei einem Format besonders viel Hate kriegt, beeinflusst das die Auswahl dessen, was man macht? Ich meine, das ist jetzt schwer zu beantworten, aber denkt man das vorher schon mit? Ja, auf jeden Fall. Also ich finde es gar nicht so schwer zu beantworten, nämlich das kann man bei Videothemen, finde ich, sehr leicht aufzeigen. Also ich habe schon auf jeden Fall Videos, wo ich mir gedacht habe, boah, das Thema ist jetzt für meinen Kanal ein bisschen zu heftig. Eben wie du vorher angesprochen hast, auch das Politikthema, weil ich gesagt habe, ich mache keine Politik auf meinem Kanal, weil ich nur verlieren kann. Das ist halt, weil man kann es nie 100% jedem recht machen. Das heißt, ich würde jetzt gar nicht auf meinem Kanal irgendein Politikthema posten, weil ich tue mir den Stress nicht an, wenn es nicht sehr wichtig ist. Katar zum Beispiel. Katar, das einzige Politikvideo, was ich auf meinem Channel gemacht habe. Da war ich dann schon, okay, da könnte man was drüber machen, das ist sehr wichtig. Aber ich versuche mich davon fernzuhalten. Und das betrifft oder fällt schon auf jeden Fall auch auf die Content-Wahl, dass man vielleicht jetzt irgendwas ein bisschen anders sagt, dass es einfach nicht so zum Anecken ist. Darf ich kurz eine Zwischenfrage stellen? Wie viele Leute erreichst du so ungefähr und was sind das für Leute? Also die Zielgruppe sind so 12 bis 18, würde ich sagen, ist so die Main-Zielgruppe, ist auf jeden Fall ein bisschen jünger und erreichen im Monat so 1 bis 5 Millionen Views, sind so, also ganz verschieden. Und was ist so dein Selbstverständnis? Ich meine, was willst du denen mitgeben? Oder ist es ein reines Business? Nein, es ist nicht reines Business. Es hat als Hobby begonnen und es bleibt auch immer ein bisschen mein Hobby. Ich will denen ein Lachen ins Gesicht zaubern und zeigen, dass man einfach, wenn man seinen Weg durchzieht, auch davon leben kann und einfach Spaß haben kann, während man was arbeitet und was auch genug Geld bringt, dass man davon leben kann eben. Das ist so die Message. Und ein Lachen, immer ein Lachen, das soll immer dabei sein. Das ist gut. Melissa Scherer im Kopf. Ja, und das ist schade, weil als JournalistInnen sollte man ja irgendwie alle Themen behandeln können, aber ich schaue dann auch teilweise, bei welchem Thema jetzt vielleicht diese Redakteurin das nicht machen sollte, weil sie selber Migrationshintergrund hat und das vielleicht anders angenommen wird, wenn es jemand macht ohne Migrationsgeschichte, also da schaue ich schon immer drauf. Bei mir selber war es dann irgendwann so, dass ich dann mich ganz eher zurückgezogen habe, also ich komme zum Beispiel bei uns gar nicht vor der Kamera vor, weil ich schon von Leuten irgendwie wahrgenommen werde als etwas und ich auch dann Angst habe, dass das dann rübergeht auf meine KollegInnen, wenn ich da jetzt stärker im Fokus bin. Also bin ich da eher hinter der Kamera und versuche zu helfen und zu moderieren. Es ist schade und man merkt aber auch, dass zum Beispiel gewisse Plattformen wie TikTok beispielsweise, das ist auch ganz interessant, Videos runternehmen, wenn ihnen irgendwas nicht gefällt, also da auch zensieren und dann auf der anderen Seite aber nicht schützen vor Kommentaren, wo man sich dann fragen muss, als journalistisches Medium ist das schon irgendwie... Was heißt, was unternehmen, was zensieren? Kannst du da ein Beispiel bringen? Beispielsweise, wir hatten jetzt ein Video über eine terroristische Organisation, das wurde runtergenommen und unser Konto wurde verwarnt,wohl wir einen blauen Haken haben und jetzt auch klar als journalistisches Medium auftreten und eine Kontoverwarnung heißt auch, wenn du da nochmal was machst, könntest du gesperrt werden, was für uns ja existenziell wäre. Wir haben übrigens deswegen auch eine Steady-Plattform an alle, macht euch ein Steady-Abo, weil da sind wir ein bisschen abgesicherter und sicherer und nicht so willkürlich überlassen. Mit Instagram, also Meta, haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Da gibt es Ansprechpersonen, da ist uns das noch nie passiert. Aber TikTok ist schon sehr willkürlich. Und ich habe auch mit Kolleginnen von der Tagesschau usw. gesprochen, die auch ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Und man fragt sich dann, tut man dem Journalismus einen Gefallen, dass man da überhaupt ist? Gleichzeitig möchte man dort sein, wo die Jungen sind, und die sind halt auf TikTok. Also nicht einmal mehr nur auf Insta, sondern auf TikTok sind dann die ab 14. Totale Zwickmühle. Heikle Frage an den Philipp Maschl, die sich Schere im Kopf frage. Wie wehrt man sich dagegen? Schere nein. Aus einem Grund, eigentlich auch betrüblich, es kann bei jedem Thema passieren. Also ob ich jetzt ein Thema mache, wo es um Sportpolitik geht, ob ich ein Thema mache, wo es vielleicht um Corona, um Impfungen geht, ob ich ein Thema mache, wo es um Konflikte, um Kriege von unserer Welt geht, das kann überall passieren. Also von dem her nein, keine Schere im Kopf. Weil du sagst Corona, wir in der Concordia haben ja die größte Welle an Schwachsinns-E-Mails bekommen, wie wir uns beschäftigt haben mit ServusTV und dem Wegscheider. Und der Frage, was wird da für Desinformation verbreitet. Da haben wir unglaublich viel Schwachsinnige und zum Teil auch bedrohliche E-Mails bekommen. Also das war unser Hauptding, als kleiner Erfahrungsding in dieser Runde auch. Finde ich beruhigend zu hören, keine Schere im Kopf, es hätte mich jetzt beunruhigt, wenn es anders wäre. Ich möchte noch einmal auf diese Plattformverantwortung eingehen, ich möchte noch vorher ganz kurz ein kleines, sozusagen eine kleine Eigenwerbung machen, weil der Schutz ist, das höre ich daraus, ja total wichtig. Und was wir in der Concordia haben für freie Journalisten und Journalistinnen, ist der Rechtsdienst Journalismus, der sich mit rechtlichen Fragen beschäftigt. Der Walter Strobl ist auch hier und auch da, wenn Kollegen oder Kolleginnen betroffen sind, versuchen wir, Rückenstärkung zu geben. Aber ich möchte nicht hier zu lange in die Concordia-Themen gehen. Ich möchte jetzt gerne zu diesem Zeitpunkt ganz kurz an dich geben, Caroline, damit du uns kontextualisierst noch einmal, einerseits unter dem Aspekt der Gewöhnung, aber auch unter den rechtlichen Aspekten und der Verantwortung der Plattformen und was kann man da tun. Sehr gerne. Und nachher gibt es Möglichkeiten für das Publikum selbstverständlich. tun. Sehr gerne. Und nachher gibt es Möglichkeiten für das Publikum selbstverständlich. Wir haben jetzt eh schon ein paar Fälle gehört. Ich möchte trotzdem noch einmal beginnen mit einem kurzen Fall erzählen, den ich ganz gern erzähle, weil er vieles aufzeigt und weil er kein Einzelfall ist. Da geht es um eine Klientin, eben schon ein Zeitalter, die zur Beratungsstelle gegen Hass im Netz zu uns gekommen ist und uns gemeldet hat, dass ihr Ex-Partner Fotos von ihr, darunter auch Nacktfotos gegen ihren Willen, also ohne ihr Einverständnis, gepostet hat auf Social Media. Und das hat er zum ersten Mal schon einige Jahre zuvor gemacht. Also das ist jetzt schon sechs, sieben Jahre her in etwa. Sie ist damals zur Polizei gegangen und wollte das anzeigen. Und dort wurde ihr gesagt, naja, was stellst du dich denn so an? Du schaust, oder sie wahrscheinlich gesitzt, aber dass sie doch eh gut ausschaut auf den Fotos und was sie denn hat. Und damals, zu diesem Zeitpunkt, war dieser sogenannte Cybermobbing-Paragraf 107c Strafgesetzbuch noch ziemlich neu, dadurch offensichtlich diesen diensthaftenden BeamtInnen nicht bekannt. Patientinnen, dass sie weggeschickt werden, teilweise auch von der Polizei. Es ist weniger, wir hören es aber immer noch. Und diese Worte, auch diese Argumentation, es ist ja nichts, es ist ja nicht echt, es ist ja nur im Internet und es ist ja in Wirklichkeit nichts passiert. Das gibt es nach wie vor. Fakt ist aber, das wissen wir alle, erzähle ich Ihnen nichts Neues in Wahrheit, Internet ist Teil unserer Lebenswelt. Ganz viel Kommunikation spielt sich dort ab. Und was dort passiert, hat ganz klar Auswirkungen. Und zwar Auswirkungen einerseits, wie wir jetzt schon gehört haben, auf betroffene Personen, also auf direkt Betroffene. Und da wissen wir aus Studien, dass diese Auswirkungen von Online-Gewalt in die ähnliche Richtung gehen wie Auswirkungen von physischer, von körperlicher Gewalt in Richtung Depressionen, Schlafstörungen, Angststörungen, Nervosität bis hin zu Suizid in Klammergedanken. Also wir wissen, auch da erzähle ich Ihnen nichts Neues, wohin das tatsächlich führen kann. Und was eine Folge davon ist, eben Stichwort Schere im Kopf, ist der Rückzug aus den sozialen Medien, auch Silencing genannt. Also viele Menschen beginnen dann tatsächlich, auch dazu gibt es Studien, sich dann aus den öffentlichen Debatten zurückzuziehen. Und das ist natürlich demokratiepolitisch ein Wahnsinn, wenn bestimmte Personengruppen nicht mehr in der öffentlichen Debatte sichtbar bzw. hörbar sind, nicht mehr präsent sind. Dann gibt es einfach gewisseirkungen, die mir ein ganz großes Anliegen sind. Da möchte ich Ihnen kurz von einer Zeitverlaufsstudie berichten, die vor einigen Jahren von der Universität Warschau durchgeführt worden ist. Und die hat aufgezeigt, es waren eben Testpersonen, dass je mehr wir Hasssprache ausgesetzt sind, dass je mehr wir Hasssprache ausgesetzt sind, also je mehr wir Hasssprache hören bzw. lesen, desto mehr beginnen wir diese eben diskriminierenden Aussagen tatsächlich als Informationen wahrzunehmen und zu glauben und nicht mehr als eben als das, was sie ist, nämlich Diskriminierungen wahrzunehmen, sondern als Information. Das heißt, damit geht einher ein Verlust an Empathie, wo wir üblicherweise normalerweise zuerst sagen würden, dass wir Empathie haben würden, wenn wir diskriminierende Aussagen hören. Aber je mehr wir davon mitbekommen, je mehr wir das hören, desto mehr stumpft das ab. Also Stichwort Gewohnheitseffekt eben, aber eben hier auf der Mieterebene. Und das Problem ist dann ganz einfach, dass dann eben die Personen, also je mehr wir uns daran gewöhnen, dann auch selbst beginnen, diese Hasssprache zu verwenden, so wird es dann wiederum mehr und dass das in der Folge tatsächlich auch Aggressionspotenzial schürt. Und eben die Menschen, die von Diskriminierung oder vom Vorurteilsmotiv betroffen sind, natürlich dann ganz besonders das abbekommen und das zu spüren bekommen. Ich möchte Ihnen noch ein anderes, auch sehr plakatives Beispiel dazu noch bringen. Das habe ich zum ersten Mal gehört in einem Vortrag von der Ingrid Brodnig, die Ihnen wahrscheinlich auch bekannt ist. Das ist eine Studie, die heißt der Nasty-Effekt. Und da gab es auch Testpersonen, denen wurde ein Artikel vorgelegt zum Thema Nanotechnologie. Und das war ein sehr sachlicher Artikel mit den Vorteilen und Risiken von der Verwendung dieser Nanotechnologie. Und dann gab es irgendwie Kommentare dazu und dann wurden die Testpersonen in zwei Gruppen eingeteilt und die Kommentare waren in beiden Gruppen die gleichen, nur auf der einen Seite waren die Kommentaren mit Schimpfworten und Beleidigungen untermalt und auf der anderen Seite waren die Kommentare ohne Schimpfworte und Beleidigungen untermalt und auf der anderen Seite waren die Kommentare ohne Schimpfworte und Beleidigungen untermalt. Und dann hat man sich angeschaut, dann eben am Schluss, okay, wie stehen diese Testpersonen zu dem Thema Nanotechnologie, dass eben in dem Artikel gleichermaßen Risiko und Vorteile gut erklärt wurde. Und dann war es tatsächlich so, dass die Personengruppe, die die Kommentarspalte mit den Beschimpfungen und Beleidigungen gelesen hat, dem Thema Nanotechnologie gegenüber sehr viel negativer eingestellt war als die andere Gruppe und dieses Thema viel Risiko, also dass das Risiko viel höher eingeschätzt haben bei der Verwendung von Nanotechnologie als die andere. Also all das zeigt uns ganz einfach, dass Hasssprache meinungsbildend ist oder zumindest sein kann, aber ich würde eigentlich sagen ist, vor allem wenn sie in großer Menge vorkommt und sehr oft kommt sie in großer Menge vor. Und das ist auch so ein wichtiger Punkt, dass halt oft, wenn man sich so diese eine Beleidigung für sich anschaut, dass die dann oft noch gar nichts ist, also gar nichts, auch rechtlich oft noch nichts ist oder halt irgendwie nicht schlimm klingt, aber in der großen Menge, was das für Auswirkungen hat, eben sowohl auf Einzelpersonen als auch auf uns als Gesellschaft, ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind und das einfach mittragen in unserem Bewusstsein. Gut, dann habe ich jetzt das Problem ein bisschen nochmal aufgezeigt. Was braucht es, was können wir tun, was kann man dagegen tun? Das eine eben für direkt Betroffene, genau, da mache ich jetzt Eigenwerbung nochmal für unsere Beratung. Also Betroffene brauchen ganz einfach Empathie, gehört in sicheren Raum, dass ihnen geglaubt wird, dass man das irgendwo auch abgeben kann, ein Stück weit. Das heißt eben, weil du auch gefragt hast, wer hat das Angebot schon in Anspruch genommen. Also ich glaube, diese Angebote müssen auch einfach bekannter werden und natürlich ausreichend mit Ressourcen ausgestattet sein. Und wir sollten auch nicht, denn wir sind eh nicht die Einzigen, es gibt noch ein paar mehr, aber genau, offenbar mangelt es auch noch an Bekanntheit. Ja, und dann braucht es Vorbilder und da appelliere ich auch ganz klar an die Medien. Medien können natürlich Bewusstsein schaffen, können einfach Themen aufbringen, genau, und können einfach darüber schreiben und die Menschen informieren. aufbringen, genau, und können einfach drüber schreiben und die Menschen informieren. Jeder Einzelne von uns, jeder Einzelne kann Online-Zivilcourage zeigen, wir können alle Postings melden oder wenn Sie keine Lust haben, es selber zu melden, dann eben an uns melden, dann können wir uns weiter darum kümmern. Präventionmaßnahmen wurde, glaube ich, auch schon kurz erwähnt, eben zum Beispiel Moderation, gescheite Moderation von online, vorn und so weiter. Und ganz, ganz wichtig, es braucht Informationsarbeit. Es wissen einfach nach wie vor die allermeisten Menschen nicht, dass im Internet im Prinzip die gleichen Gesetze gelten wie überall sonst auch. Ich meine, natürlich kann es da keine Körperverletzung in dem Sinn geben, aber alles, was es quasi geben kann, gilt im Internet eins zu eins genauso und wird auch verfolgt, wenn es möglich ist. Und ich glaube, das ist ganz wichtig, dass dieses Bewusstsein ankommt. Und das möchte ich jetzt auch gleich hier noch kurz, wenn ich noch, habe ich hier noch ein paar Minuten? Bitte. Habe ich hier noch ein paar Minuten? Bitte. Gut. Genau, das möchte ich auch gleich hier, ein paar allgemeine Straftatbestände sagen, die einfach häufig im Internet vorkommen. Das eine ist zum Beispiel die Beleidigung, rechtliche Beleidigung. Das ist eine Beschimpfung oder Verspottung vor mindestens drei Personen. Das heißt, es braucht eine kleine Öffentlichkeit. Also in der privaten Nachricht funktioniert das nicht, aber auf jeder Social-Media-Plattform oder in jeder WhatsApp-Gruppe oder so weiter, da reicht diese Öffentlichkeit aus. Bei der Beleidigung ist es ein bisschen komplex, weil sie an sich ein sogenanntes Privatanklage-Delikt ist. Das heißt, wenn Sie die Beleidigung anzeigen wollen, dann tragen Sie selber ein Prozesskostenrisiko. Jetzt ist das bei Online-Beleidigungen, dieses Kostenrisiko deutlich reduziert, das ist schon mal besser. Und dann kommt noch etwas dazu, wenn diese Beleidigung ein Vorurteilsmotiv hat, also zum Beispiel rassistisch motiviert ist oder eine sexistische Beleidigung oder sowas, dann gilt das eben nicht, dann haben Sie kein Prozesskostenrisiko und das ist ganz wichtig, das kann man bei der Polizei anzeigen und wenn Sie die Ermächtigung geben, das heißt, Sie müssen als betroffene Person hingehen und das auch anzeigen, das kann nicht wer anderer für Sie tun, dann muss das auch verfolgt werden, dann muss das aufgenommen werden von der Polizei und von der Staatsanwaltschaft dann auch verfolgt werden, dann muss das aufgenommen werden von der Polizei und von der Staatsanwaltschaft, dann auch verfolgt werden. Und genau, ich glaube, das ist ganz wichtig, weil so eine rassistische oder sexistische Beleidigung, das ist etwas, was tatsächlich sehr oft vorkommt im Internet. Dann der schon erwähnte Cybermobbing-Paragraf, der wurde eben eingeführt, habe ich jetzt eh schon gesagt, vor einigen Jahren, damals eben aufgrund der Problematik Nacktfotos. Auch da braucht es eine gewisse Öffentlichkeit. Und da geht es auch um ein bewusstes Beleidigen oder Bloßstellen oder Belästigen im Netz, das die Lebensführung des Betroffenen unzumutbar beeinträchtigt. Also es muss halt eine Beeinträchtigung nachgewiesen werden, was, glaube ich, meistens nicht schwer ist, wenn es jetzt um dieses Beispiel Nacktfoto geht. Genau, das Problem bei dem Cybermobbing ist, dass es für eine längere Zeit wahrnehmbar sein muss. Das heißt, es muss irgendwie länger online sein oder es muss öfters irgendwelche Postings geben von der gleichen Person. Erst dann ist das Cybermobbing. Das heißt, wenn ein Foto nur kurz online gestellt wird, gilt das nicht als Cybermobbing und das ist natürlich ein Riesen, also das ist unsere Forderung, dass dieser Cybermobbing-Paragraf da noch eingeschränkt werden muss, erweitert werden muss, nicht eingeschränkt, weil wir ja alle wissen, dass im Netz, sobald das Foto da ist, kann das einfach von jedem geteilt werden und da braucht es in Wahrheit nicht, dass das tagelang oder wochenlang online steht, weil der Schaden ist sofort da. Cyberstalking ist im Prinzip Stalking nur halt im Internet, kennen Sie alle. Das heißt, wenn man einfach regelmäßig von jemandem kontaktiert wird, also wenn man das nicht möchte. Oder auch Paragraphen wie die gefährliche Drohung oder Verbotsgesetz, nationalsozialistische Wiederbetätigung oder Verhetzung. Das sind alles Straftatbestände, die es in der analogen Welt gibt und die einfach genauso eins zu eins im Internet gelten und verfolgt werden können. Dann sage ich noch, weil es schon erwähnt worden ist, noch kurz was zum Digital Services Act. Der ist schon in Kraft getreten für die großen Plattformen, jetzt mit Ende August. Es ist wichtig, dass es ihn gibt, weil die großen, also nicht nur die großen, jetzt mal dießen, aber später ab Februar wird er dann auch für die kleineren Plattformen gelten, in die Verantwortung gezogen werden und zwar EU-weit. Und wir hatten ja davor schon, also wir haben es noch immer, das Kommunikationsplattformengesetz. Das ist eben nur ein österreichisches Gesetz und gerade bei Hass im Netz macht es ganz sicher Sinn, dass das irgendwie über die Staatsgrenze hinausgeht und dass es da eine einheitliche Regelung gibt. Genau, was beinhaltet der, ja, wahnsinnig viel, es ist ein sehr großes Dokument, deswegen nur ganz kurz, es gibt Löschungsverpflichtungen von den Plattformen, es gibt ziemlich große Schadenersatzzahlungen, also sehr, sehr hohe Strafen, wenn dem nicht nachgekommen wird. Was neu ist, ist eine Verpflichtung von den Plattformen, dass sie gewisse Straftaten, wenn sie ihnen gemeldet werden, tatsächlich auch selber anzeigen müssen. Das gab es davor noch nicht. Das ist gut, weil das heißt, dass TäterInnen von bestimmten Straftaten jetzt verstärkt mit Anzeigen rechnen müssen. Genau, und auch Betroffene werden in Zukunft Schadenersatz fordern können, wenn diese jetzt verstärkt mit Anzeigen rechnen müssen. Genau, und auch Betroffene werden in Zukunft Schadenersatz fordern können, wenn diese Verpflichtungen nicht eingehalten werden. Wie das jetzt alles wirklich dann durchgesetzt wird, ich glaube, das ist jetzt noch die große Frage, das werden wir jetzt beobachten und sehen. Genau, das waren jetzt nur so ein paar ausgewählte Punkte zum Rechtlichen. Wenn Sie noch Fragen haben, werde ich sie, soweit ich kann, beantworten. Und im Prinzip nochmal, man kann sich bei uns jederzeit rechtlich informieren, man kann uns die Fälle melden und dann machen wir so eine Art rechtliche Ersteinschätzung in der Beratungsstelle gegen Hass im Netz. Ich glaube, ich würde hier mal einen Punkt machen. Super, danke für diese super kompakte und schnelle Einordnung und Kontextualisierung. Ich möchte jetzt noch einmal hier in die Runde am Podium gehen mit der Frage Erfahrungen mit Plattformen oder auch mit rechtlichen Mitteln und rechtlichem Vorgehen, ob es da schon irgendwas gibt. Und dann möchte ich ins Publikum gehen. Mir macht ein bisschen Elon Musk Sorgen. Twitter war ja schon, da hat man schon viel Hass abbekommen. Es gab zumindest eine Kontaktperson, aber er hatte angekündigt, die Meinungsfreiheit nochmal auszuweiten. Und ich weiß nicht, was das bedeuten soll, wenn Meinungsfreiheit ausgewertet wird. Und es gibt keine Ansprechpersonen. Also ich weiß nicht, wie sich da dran gehalten wird. Also da vertraue ich jetzt nicht so sehr drauf. Aber ich finde es wichtig, dass jetzt auch darauf hingewiesen wurde, auch von dir, dass das eben nicht nur Menschen in der Öffentlichkeit betrifft. Wir arbeiten viel mit Schülerinnen zusammen. Sobald du dich in dieser Online-Welt bewegst, kannst du Opfer von Hass im Netz werden. Und als journalistische Plattform ist es schwieriger, jetzt Kommentare direkt zu löschen, weil dann heißt es oft, die schränken unsere Meinungsfreiheit ein und so. Aber Privatpersonen, das muss man sich nicht, nichts muss man sich gefallen lassen. Und deswegen, also da in Plattformen vertrauen, dann eher in Stellen wie Sarah, als in die Plattformverantwortung. Also ich, Erfahrung mit Plattformen, wenn ich irgendwie Hate bekomme, manchmal melde ich die Kommentare, aber wirklich löschen oder so, tue ich persönlich nicht. Und rechtliche Schritte, bis jetzt habe ich auch noch keinen irgendwie angezeigt oder bin auch noch nicht angezeigt worden. Hoffentlich wird es nicht notwendig. Voll. Ist ähnlich bei mir. Also ich melde schon Sachen, die ich sehe, auch bei Kolleginnen und Kollegen. Einfach, dass vielleicht auch mehr Meldungen reinkommen und dass dann die Plattformen was tun. Ich weiß, es ist oft ein frommer Wunsch. Vielleicht wird es mit dem DSA besser. Ich hoffe es. Sonst Augen auf und Ohren auf und melden, melden, melden, was geht. Vielleicht hat es eine Wirkung. Angezeigt noch nie, nein. Und am schlimmsten ist TikTok, oder was ist am schlimmsten? Ich glaube, Twitter-Ex ist gerade besonders schlimm, ist mein Eindruck, oder? Gab es auch, glaube ich, zuletzt eine Untersuchung, kam vor ein paar Tagen auch, dass dort eigentlich auch am meisten Fake News und Hate Speech auch vorhanden ist. Danke, liebes Publikum. Darf ich mir eine kurze Vorstellung bitten? Ich kenne dich zwar, aber für alle. Und dann vorne in der ersten Reihe. Hallo, hallo, hört man mich? Ja, Martin Wassermeyer vom nicht kommerziellen Sender DorfTV in Linz. Wer unbestritten eines der Hauptziele von Hasspostings ist, ist der Falter-Chefredakteur Florian Klenk. Der wählt aber gelegentlich eine sehr interessante Strategie, wo mich Ihre Meinung interessieren würde. Er ist Jurist und vielleicht folgt er deshalb auch dem Prinzip, besser helfen als strafen, aber mitunter kommt es mir fast auch ein bisschen sozialtherapeutisch vor, wenn der ein Hassposting kriegt, sucht er die Person im Telefonbuch raus, gelegentlich ruft die dann an und wenn es hochkommt, trifft er die dann auch, um dann auch darüber zu schreiben, um wen es sich dabei eigentlich handelt. Ist das etwas, was ihr oder sie als probates Mittel erachtet? Natürlich in der Menge wird es nicht möglich sein, aber damit auch sozusagen diese tiefgreifende gesellschaftliche Komplexität damit auch ein Stück weit aufzuzeigen und der Debatte zuzuführen, weil natürlich so monolineare Menschen gibt es natürlich nicht, die einfach nur hasserfüllt leben, hasserfüllt sind und das dann auch entsprechend über Social Media kanalisieren, sondern da geht es viel um Kontrollverlust, um verschiedene schwierige Lebensumstände und so weiter und so fort. Sie kennen das ja alle. Okay, Callcenter, outgoing, sozialtherapeutisch, Hat jemand direkten Kontakt? Was haltet ihr davon? Ich starte vielleicht ein paar Jahre zurück. Sportredaktion, haben viele Kolleginnen und Kollegen solche Kommentare auf Facebook bekommen, weil es damals auch noch sichtbarer war, weil du direkt zum Beispiel auf der OF Sport Facebook-Seite in die Kommentare was reinposten konntest, wie unter Anführungszeichen dumm und deppert der oder die Sportkommentatorin ist. Und da hat ein Kollege, das dann damals gemacht, genauso wie der angesprochene Chefredakteur von Falter, hat ihn rausgesucht, hat ihn angerufen. Der war verdutzt, dass sich der jetzt meldet und hat nicht mehr gewusst, was mit ihm passiert. Da habe ich mir gedacht, eigentlich eine coole Socke, der Kollege. habe ich mir gedacht, eigentlich eine coole Socke, der Kollege. Als mir dann das ein paar Tage später auch nach einem Sportevent ereilt ist und ich da auch blöde Kommentare hatte und wie man überhaupt nur so schlecht kommentieren kann und dass ich sowieso eigentlich entlassen gehöre und dass das ja unfassbares Geld ist, was durch Zwangsgebühren hinausgebulfert wird, dass ich da überhaupt sprechen darf, habe ich zumindest eine persönliche Nachricht damals geschickt und auf einmal kam wirklich eine Entschuldigung. Also ich glaube, dass viele Personen gar nicht checken, was sie da tun, was sie anrichten und das einfach kennen, egal ob es jetzt von vorn sind oder ob es dann eben auf Social Media Plattformen ist. Die sind dann sehr verdutzt, dass auf einmal sich dann die Person, die man hier beleidigt hat, die man persönlich angegriffen hat, meldet und man mit dieser Person sprechen muss. Spannende Sache, wenn es zu viel ist, weiß ich nicht, ob sich das noch ausgeht. Ich würde das jetzt nicht jedem raten zu tun, weil ich auch nicht finde, dass es die Aufgabe der Betroffenen sein soll, die TäterInnen quasi zu sensibilisieren. Aber wenn man das tut, dann ist es natürlich seine freie Wahl. Und ich glaube, dass es tatsächlich zu einer Art Sensibilisierung führen kann, wenn man das macht, weil der Punkt ist ja, warum es ja den Leuten so leicht fällt, im Internet zu haten, ist ja dieser sogenannte Online-Enthemmungseffekt. Das heißt, das ist einfach so dieses Fehlen von dem menschlich anwesenden physischen Gegenüber und das sind so Dinge wie Augenkontakt, Mimik, Gestik, die Stimme eben, deswegen, das kann auch am Telefon schon ausreichen, aber dass man einfach spürt, da ist ein Mensch da und dadurch hat man ja automatische Barrieren, ja, gewisse wütende Stimmungen rauszulassen einfach so. Und wenn aber dieses Gegenüber nicht da ist, dann hat man es nicht. Also dadurch, ich glaube schon, dass da ein Sensibilisierungseffekt eintreten kann, weil dann diese Person, also diese hetende Person damit konfrontiert wird und plötzlich wahrscheinlich anders reagieren wird, wenn man ihr gegenübersteht und das dann vielleicht auch in Zukunft nochmal überdenken wird. Aber Aufgabe von Betroffenen kann das nicht sein. Habe ich auch schon mal gemacht, möchte mich jetzt nicht kleinreden, aber als Frau ist es dann was anderes. Also ich habe das einmal gemacht bei einem Mann und da wurde aus Hass was anderes, was ich auch nicht wollte in den Nachrichten. Also da weißt du nicht, was als nächstes kommt, ob das dann vielleicht ein Stalker wird. Das ist echt nichts Übertriebenes, was ich da jetzt sage. Also das passiert Leuten, nicht mal Leuten, die in der Öffentlichkeit stehen nur. Aber ich habe auch gute Erfahrungen damit gemacht, wenn ich Leuten zurückschreibe, dass sie dann wirklich reagieren und sagen, so habe ich das nicht gesehen. Das stimmt schon. Einmal ist so ein Foto von mir in einem Fußballforum gelandet, auch mit Sportmoderatorinnen. Und da haben sich Männer so über das Aussehen von uns ausgelassen, positiv als auch negativ, auf jeden Fall unerwünscht. Und dann habe ich das auf meinem Social Media geteilt, also gar nicht die Leute direkt angesprochen. Und das hat jemand von dort gesehen und mir geschrieben, dass ihn das total zum Nachdenken gebracht hat und er das jetzt mit dieser Fußball-Community irgendwie bespricht und sie das nicht mehr machen wollen. Und das ist jetzt, was ich eher mache, dass ich diese öffentlichen Kommentare trotzdem noch anonymisiert, weil ich dann diese Menschen wieder nicht vorführen möchte, auch wenn sie da halt was falsch gemacht haben, auf meinen Kanälen teile und dann einerseits gibt mir das Stärkung, weil ich dann wirklich von Leuten eben Feedback bekomme, positives, und andererseits sehen die das dann teilweise, ohne dass ich mit ihnen persönlich interagieren muss und entschuldigen sich oder machen was anderes. Also das ist so, glaube ich, als Person, die vielleicht eben kein Mann ist oder andere Sachen hat, die es einfacher machen im Leben, die sichere Variante. Bei mir ist es eigentlich, also wenn ich auf Head-eldkommentare geantwortet habe, es war eigentlich entweder, da gibt es genau zwei Optionen, die Leute beleidigen einfach weiter, oder sie schreiben irgendwas mit, ah, war ja nur Spaß. Also ähnlich wie du vorher gesagt hast, dass den Leuten gar nicht bewusst ist, dass da wer echter dahinter ist, der auch zurückschreiben kann. Das ist meistens so. Ja, das ist spannend. Ich möchte, das finde ich interessant, dass tatsächlich so stattfindet, eine Entpersonalisierung. Darf ich da noch eine These weitergeben? Ich habe mich natürlich vorbereitet auf heute und habe ein paar Sachen durchgedacht und weil wir jetzt über Ex gesprochen haben und weil wir auch über viele Journalistinnen und Journalisten gesprochen haben, die ja da diesen Hate Speech auch aushalten müssen. Ich glaube, wir müssen auch uns selbst sensibilisieren und da spreche ich jetzt uns Journalistinnen und Journalisten an, was wir so alles posten und wie wir vielleicht auch mit Kolleginnen und Kollegen im Internet umgehen und wie wir zum Beispiel auf Fehler, auf, wie soll ich jetzt sagen, auf Interviewführung auch im Internet eingehen und dann auch Kolleginnen und Kollegen unter Anführungszeichen vorführen. Das ist jetzt ein hartes Wort, aber es ist teilweise so, wenn ich mir, ich bin jetzt nicht sehr aktiv auf Twitter oder wie es jetzt heißt, X, aber wenn ich mir da teilweise die Timeline durchschaue, und da sind natürlich viele Journalistinnen und Journalisten drauf, wie da teilweise aufeinander auch herumgehackt wird, das ist kein Role Model. Und ich finde, Kritik darf immer sein, und man kann immer Kritik äußern an der Arbeit, an einer Interviewführung, das ist legitim. Aber ich glaube, gerade Journalistinnen und Journalisten sollten soweit sein, dass sie das entweder per Direct Message machen, oder ich glaube, für keine Journalistin und gerade Journalistinnen und Journalisten sollten so weit sein, dass sie das entweder per Direct Message machen oder ich glaube, für keine Journalistin und keinen Journalist ist es ein Problem, eine Handynummer eines Kollegen oder einer Kollegin herauszufinden und einfach kurz mal anzurufen und gerne darüber zu sprechen. Gerne, wirklich sucht euch meine Handynummer raus, ruft mich an, wenn euch etwas nicht gefällt, liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn ich hier eine Arbeit mache, wo ihr irgendwie Kritik habt, wenn ich hier eine Arbeit mache, wo ihr irgendwie Kritik habt, aber postet doch so was bitte nicht auf X, auf Twitter, Facebook und so on. Das verstärkt das meiner Meinung nach. Das ist eine These von mir. Ich weiß, wir können Sie jetzt gerne falsifizieren, wenn jemand anderer Meinung ist und ich diskutiere gerne darüber, aber wir sind doch Role Models und wenn diese Role Models schon quasi eine Vorstufe liefern zu dem, was danach kommt, dann tue ich mir schon schwer. Guter Appell zu einem konstruktiven Diskurs. Man muss natürlich sagen, ein großes Problem damit ist die Frage, was wird vom Algorithmus bevorzugt und das ist ganz bestimmt nicht konstruktive Kritik. Absolut, absolut. Das wird natürlich hervorgehoben, weil natürlich die Interaktionen kommen und die Plattformen wollen das ja ausspielen. Je mehr Interaktion ist, desto öfter wird es angezeigt und damit verdient man mehr Werbegeld. Ich möchte nur noch eine Anmerkung zur Klenk-Anmerkung machen. Man muss dazu sagen, der Florian Klenk macht ja natürlich daraus auch wieder Geschichten. Also das ist natürlich auch noch einmal eine Logik. Ich meine, ich finde es gut, weil es... Und Filme, ja. Genau, und Filme., weil es aufzeigt, dass der persönliche Kontakt was bringen kann, aber es hat natürlich jetzt auch eine publizistische Verwertung dahinter. Eine kurze Sache, ich würde da an einem Punkt noch anschließen, weil du auch gesagt hast, dass Kritik im Generellen immer voll okay ist, das finde ich eben auch. Ich glaube, besonders schlimm ist auch dieser unbegründete Hate. Also wenn man einfach diese Kommentare hat von, du bist scheiße, ich weiß nicht, was ich jetzt sagen darf, aber einfach, wenn man diesen unbegründeten Hate einfach in den Kommentaren hat, nämlich wenn ich jetzt lese, keine Ahnung, theoretisch, ich esse jetzt irgendwas von Nestle oder sowas in einem Video und dann kommt, hey, warum machst du das? Das ist uncool, dass du das in einem Video machst und dafür Reichweite sozusagen hergibst. Dann verstehe ich das, dann tut das auch gar nicht so weh. Aber dieser unbegründete Tisch, glaube ich, das ist das, was irgendwie mehr nochmal in den Kopf reingeht. Ja. So, jetzt hätte ich da mal in der ersten Reihe und dann habe ich von hinten zwei Wortmeldungen. Bitte stellen Sie sich kurz vor. Andrea Kandiola von der Zeit im Bild Redaktion. Ich habe eine Frage an die Frau Kerschbaumer und zwar, Sie haben eine Sache erwähnt im Cyberstalking-Paragrafen. Ansonsten würde ich Sie auch noch fragen, was es sonst noch rechtlich benötigen würde oder glauben Sie, dass wir jetzt mit der rechtlichen Situation, wie sie jetzt ist, eigentlich eh schon auskommen? Und eine Frage habe ich an Sie, Frau Erkurt, weil Sie gesagt haben, Sie haben sich ein bisschen auch zurückgezogen, was ich sehr bedauerlich finde. Was würde es für Sie brauchen, dass Sie die Entscheidung treffen, wieder mehr vor der Kamera zu machen? Also Sie wollten dann auch noch etwas dazu sagen, zum rechtlichen, genau. Also das eine, was ich schon angesprochen habe, es gibt sicher Änderungen da und dort, die notwendig sind aus unserer Sicht. Also was ich schon angesprochen habe, zum Beispiel der Paragraf 107c, da würde ich dieses Element für eine längere Zeit gerne, das hätten wir gerne raus, dieses Element für eine längere Zeit gerne, das hätten wir gerne raus, weil eben gerade, weil das ist der Nacktfotoparagraf quasi, der wurde deswegen geschaffen und da sehe ich nicht ein, warum das Nacktfoto eine längere Zeit auf Social Media sein muss und nicht irgendwie, das muss sofort weg, also das muss sofort strafrechtlich relevant sein. Das heißt, da und dort nachschärfen, sicher, das Kommunikationsplattformengesetz muss natürlich jetzt auch angepasst werden, damit das dem Digital Services Act entspricht. Da gibt es jetzt einfach ein paar Dinge, die sind, also es gilt ja der DSA jetzt schon, der gilt ja wie ein nationales Gesetz als EU-Verordnung. Das heißt, hat auch Vorrang dem nationalen Gesetz gegenüber und gleichzeitig wird es aber der Anpassung ein Brauchen. nationalen Gesetz gegenüber und gleichzeitig wird es aber der Anpassung ein Brauchen. Und vom Rechtlichen jetzt abgesehen, was wir sehen, ist trotz dieses Gegenhass im Netzpaket, wo ja jetzt sehr viel passiert ist und sehr viel sich verändert hat, dass es nicht zu Klagenfluten kommt. Und es ist ja nicht so, dass ich jetzt Klagenfluten haben möchte oder dass das das Ziel wäre, sondern wir sehen einfach, dass trotz dieser rechtlichen Möglichkeiten ganz viele Betroffene keine rechtlichen Schritte einleiten. Das heißt, ich glaube, man muss da einfach auch woanders ansetzen und das ist eben dieses, warum wir dann immer wieder sprechen von Informationsarbeit und Präventionsarbeit, dass es einfach ganz viele Menschen überhaupt nicht wissen, dass es die Möglichkeiten gibt. Und wir haben ein paar zusätzliche, eben dass ganz viele auch den Wunsch oft haben, sich überhaupt nicht damit auseinanderzusetzen. Und es ist einfach jedes Gerichtsverfahren mühsam und lang und teilweise dennoch auch noch, auch wenn das Kostenrisiko nicht mehr so hoch ist, gibt es ein Kostenrisiko. Und wer setzt sich gerne hin in einen jahrelangen Prozess? Also das muss man wirklich wollen. Und dann gibt es noch andere Gründe wie Angst vor den TäterInnen, dass man die nicht dann noch einmal, wenn das irgendein Stalker ist zum Beispiel oder der Mobbing gemacht hat, möchte man den dann noch einmal auf sich aufmerksam machen. Nein, man will irgendwie von dieser Person Ruhe haben und nicht dann vielleicht sich noch mit dieser Person in ein Gerichtsverfahren tun. Das heißt, es gibt einfach eine Reihe von Gründen, warum betroffene Personen das nicht tun. Und deswegen glaube ich nicht, dass jetzt das primäre Ziel sein muss, machen wir noch mehr rechtliche Nachschärfungen. Also ja, die braucht es eh auch, sondern dass wir einfach schauen müssen, was können wir denn präventiv machen und was können wir denn informativ machen. Und da müssen wir einfach ansetzen bei den Kindern und Jugendlichen. Das sehen wir ganz oft. Ja, da weiß ich nicht, mir fällt gerade ein Beispiel. Da hat eine Mutter von einem Schüler uns weitergeleitet in einer SchülerInnen-WhatsApp-Gruppe ein Kind mit einem Hitlergruß. Und die haben einfach, der hat weder eine Ahnung vom Verbotsgesetz und von der Historie dazu, noch eine Ahnung, wasotsgesetz und von der Historie dazu, noch eine Ahnung, was das bedeutet, sowas in eine Gruppe zu stellen. Und ich glaube, da muss man ganz einfach ansetzen, dass einfach das, was es alles schon gibt, dass wir da die Basics kennen. Und ich vergleiche das dann auch immer ganz gern mit, wenn wir es vergleichen mit dem analogen Leben, da sind wir ja alle mit Regeln aufgewachsen und haben die Konsequenzen gespürt. Und das fängt an als Kleinkind und im Kindergarten, es gibt eine Instanz und dann sind wir jetzt, also wir jetzt Ältere, also nicht ganz Digital Native Generation, irgendwann mit dem Internet zusammengekommen und da sehen wir einfach nach wie vor nicht diese Instanz und wir haben die Regeln nicht gescheit kennengelernt und es gibt diese sichtbare Instanz nicht und ich glaube, das braucht es einfach. Also wir müssen einfach lernen, dass es diese Regeln gibt und ich glaube, es braucht auch Instanzen, eben gute Moderation zum Beispiel oder gescheite Algorithmen, die einfach anders, die nicht Wut und Hass belohnen, sondern konstruktive Diskussionen belohnen. Also ich glaube, dass es eher in diese Richtung geht, als jetzt an den Gesetzen rumbasteln. Bevor ich zu dir, Melissa, gehe, ich glaube, es kam genau zu dem Punkt noch eine Anmerkung von Walter Strobl. Hallo, Walter Strobl, Rechtsdienst Journalismus. Eine Anmerkung noch dazu. Wie Sie gesagt haben, sind die Schwellen natürlich bei den strafrechtlichen Bestimmungen oft zu hoch. Das Kostenrisiko greift nicht immer, es ist mühsam. Es gibt eine Möglichkeit aber noch, die so ein bisschen unter dem Radar ist, und zwar gibt es im Telekommunikationsgesetz eine Bestimmung, nämlich Missbrauch von Telekommunikationsendeinrichtungen. Das ist natürlich nur eine Verwaltungsstrafe, die da droht, aber das Ausmaß geht dann doch bis zu 5.000 Euro. Das heißt, das wäre eine relativ niederschwellige Möglichkeit, um zumindest spürbar sich dagegen zu wehren und ich glaube, das hätte schon auch Auswirkungen und die Möglichkeit hätte ich noch ganz gerne ergänzt. Ja, darf ich nur einen Satz noch dazu sagen? Es gibt, also ja, diese Bestimmung kenne ich auch und es gibt einen Haufen von diesen Bestimmungen, nur was wir erleben in der Beratung, bis wir dem Klienten oder der Klientin, die betroffen sind, die vielleicht traumatisiert sind, die vielleicht fertig sind ein bisschen wegen dem, was ihnen passiert ist, dann aufzählen, was es alles für rechtliche Möglichkeiten gibt und die sich dann für irgendwas davon entscheiden, machen wir es strafrechtlich, machen wir es zivilrechtlich, machen wir es über das Telekommunikationsgesetz oder so weiter, dann steigen die aus. Also das ist einfach dann, es gibt einfach Also es gibt viele Möglichkeiten, aber das ist halt der Punkt, wo hole ich die Betroffenen ab und wie kann ich da wirklich dann die Unterstützung geben, die sie brauchen und da ist das Recht dann oft zu komplex. Danke. Ich würde mir Rückhalt von Medien, anderen journalistischen Stellen, Chefredaktionen wünschen, weil es ist schon so, nach dem zehnten Kommentar, wenn irgendwer schreibt, diese muslimische Dieb, die will die Scharia einführen, habe ich schon das Gefühl, dass sich dann RedakteurInnen oder Chefredakteure überlegen, naja, vielleicht ist die doch zu aktivistisch aufgrund ihrer Herkunft und vielleicht setzen wir uns auch einem Hass aus als Medium oder einer Diffamierung, wenn wir sie bei uns haben oder vor die Kamera holen. Ich habe schon das Gefühl, und du hast es ja auch gut erklärt, das macht ja was mit in den Köpfen der Menschen und auch mit in den Köpfen der Chefredakteuren und Journalistinnen. Und Journalistinnen glauben selber oft, also ich gendere, dass sie so frei sind von all dem, sind sie nicht. Also sie haben auch oft dann dieses Bild, mit der stimmt irgendwas nicht, oder vielleicht hat die diesen Hass doch verdient oder so, ja, nicht ganz direkt, aber schon indirekt, dass sie sie dann vielleicht nicht so sehr vor die Kamera holen. Und wenn ich das bei anderen Journalisten, KollegInnen sehe, was für einen Hass sie abbekommen, oder andere Medien, Boulevardmedien teilweise, die das dann befeuern, dann macht mir das schon Angst, und dass da kein Zusammenschluss ist unter Kolleginnen. Ich war ja auch teilweise nicht nur Journalistin, die, keine Ahnung, interviewt, sondern wurde dann aufgrund meiner Arbeit selber interviewt. Und wenn man dann sieht, dass dann Kolleginnen auch so Schlagzeilen hernehmen, wo sie doch ganz klar wissen müssen, wenn du das reinpackst in die Headline, ist der Hass vorprogrammiert und das trotzdem für die Klicks machen. Also das tut weh und da braucht es eine Sensibilisierung, dass bitte Klicks weniger zählen als irgendwie die, oder weniger zählen sollten als die Gefährdung von Kolleginnen oder anderen Protagonistinnen. Darf ich ad hoc was dazu sagen? Du sprichst etwas sehr Richtiges an und zwar, wie Medien teilweise Schlagzeilen daraus machen. Und du hast eingangs erwähnt, ich bin für die Leihdetektors ja auch in Schulen unterwegs und rede da mit circa 10 bis 14-Jährigen, je nachdem, in welchen Klassen ich bin. Und da gibt es natürlich ein Thema, wird viel, auch was du gerade gesagt hast, natürlich in WhatsApp-Gruppen geteilt. Und die sehen eine Schlagzeile und geben das in die WhatsApp-Gruppe hinein, lesen aber nicht weiter, was drinnen steht. Und das ist etwas, was wir mit den Leihdetektors versuchen. Das sind ja ganz viele Journalistinnen und Journalisten aus ganz Österreich und mittlerweile ja auch Belgien, Polen, Deutschland und so weiter unterwegs in Schulen, die sagen, hey, lest es mehr als nur die Headline, bitte. Also das ist Medienkompetenz, die da auch vermittelt wird, weil dann kommt genau das raus, was du gerade angesprochen hast. Und das ist natürlich auch ein gesellschaftliches Problem, weil ich glaube nicht, das ist jetzt wieder eine These von mir, dass das nur bei Kindern und Jugendlichen passiert. Ich glaube, das passiert auch bei uns Erwachsenen. Ich sehe eine Headline und leite es mal auf WhatsApp-Signal oder irgendetwas Ähnliches weiter und denke mir, boah, wie arg, habe aber gar nicht mal den Text dazu gelesen, was da alles drinnen steht. Danke, du sprichst mir aus dem Herzen, weil ich kriege immer Pusteln, wenn es um das Thema geht Medienkompetenz für Jugendliche. Ich denke mir immer, nein, das können wir nicht abschieben auf die Jugendlichen, dass die zu wenig Medienkompetenz haben, da gibt es wirklich viel breiteren Bedarf. Jetzt waren dahin, uh, mittlerweile drei, darf ich alle drei, Matthias, dich bitten, ich weiß jetzt leider die Reihenfolge nicht mehr. Bitte stellen Sie sich vor und ich würde sagen, wir sammeln, wenn es geht. Gut, Martin Krachler von Ö3, vom ORF Radio, ich glaube, die, also wir haben über die verschiedenen Möglichkeiten jetzt gesprochen, sich auch zu wehren, aber das am unmittelbarsten ist wahrscheinlich der Melden-Button, dass man einfach etwas meldet, wenn man das, weil es geht ja darum, dass man mal das Kommentar zum Beispiel, den Kommentar weghaben möchte. Und da ist meine Frage, Ihre Einschätzung vielleicht, glauben Sie, dass sich jetzt durch diese Bestrebungen wie diese neuen Acts da was ändern wird, dass da dann auch wirklich was passiert, weil in der Praxis, kann ich von mir selber berichten, ist es dann halt so, man meldet das, bei mir selber wird es dann halt ausgeblendet, alle anderen sehen es noch und dann geht es in Review und drei Monate später kommt ein Update von, in dem Fall jetzt Meta, wo steht irgendwie wir haben nicht die Ressourcen, um das jetzt zu prüfen und ja, es versandet dann halt irgendwie. Okay, also du kannst es ganz kurz machen, sonst würde ich gerne die Fragen sammeln. Dankeschön. Bastian Kellhofer vom digitalen Wirtschaftsmedium Trending Topics. Eine Frage in die Zukunft gewandt. AI, künstliche Intelligenz, wird die Content-Produktion ähnlich stark disruptiv verändern wie die sozialen Medien die Distribution vor zehn Jahren stark verändert haben. Wie sollen wir als Gesellschaft und auch vor allem als Journalistinnen und Journalisten damit umgehen, wenn zukünftig Absender von Hate Speech, von Fake News gar keinen menschlichen Rezipienten mehr dahinter haben, sondern fremdgesteuert und radikal multipliziert auf uns zurauschen und auf die sozialen Medien zurauschen. Danke. Thomas Geuser, hallo, habe viel mit Risikosicherheit und Krisenkommunikation zu tun, bin jetzt leider auch in der Sammelverwahrung für Publikumskommentare gelandet. Mag es aber ganz kurz. Verändert das das Berufsbild? Auch so, dass man Leute darauf vorbereiten muss. Gut, ihr habt 5 bis 15 Prozent eurer Arbeitszeit quasi und wenn es Überstunden sind, mit wahnsinnigen Betreuung zu tun. Dankeschön. Ja, okay. Soll ich sortieren oder tut sich einfach mal, wer was, wer was auch einmal gleich replizieren will. Ich kann auf das Erste kurz was sagen zum, zu den Plattformen. Also soweit ich mitbekommen habe, sind Sie gerade dabei oder haben Sie jetzt auch in letzter Zeit teilweise schon umgestellt? Sie sind auf jeden Fall verpflichtet, diese Löschungen innerhalb von einer bestimmten Zeit zu machen. Das waren Sie aber nach dem Kommunikationsplattformengesetz auch schon. Das heißt, es gibt einen festgelegten Zeitrahmen und es steht auch im Gesetz drinnen, dass das Ganze niederschwellig oder nutzerinnenfreundlich sein muss. Das heißt, vorgesehen ist es. Und das ist eben genau das, was ich vorher gesagt habe. Die Frage der Durchsetzung wird irgendwie das Um und Auf einfach jetzt sein. Ja, wie sehr wird das durchgesetzt? Aber an sich sind Sie dazu verpflichtet, rechtlich. Wissen Sie, wie Sie einen Threshold, dass man sich die Arbeiten so um den Preis und so etwas, Das weiß ich jetzt leider nicht. Ich könnte dazu auch noch ganz kurz was sagen, weil in der Frage, glaube ich, auch war, ob die Plattformen dann was tun. Als Influencer habe ich die Erfahrung, ich habe nämlich einige Fake-Profile, das heißt irgendwelche Leute, die sich halt auch wie ich nennen und mein Content wieder posten und wenn ich die Seiten melde als Fake-Profil, eben werden die schon oft gesperrt. Das ist jetzt kein Hate-Kommentar, aber ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass Profile auf jeden Fall über die Melden-Funktion schon gesperrt worden sind. Innerhalb von ein, zwei Tagen. Das gehört ganz sicher noch radikaler oder vehementer eingefordert, dass da schnell was passiert. Schwierige Frage. Künstliche Intelligenz flutet uns mit Hate. Was tun wir? Ist schwer, wenn ich da jetzt kurz beantworten darf. Da gab es ja auch ein Forecast, dass man früher eine Trollfabrik gebraucht hat, die irgendwie eine Woche so und so viel gekostet hat, also zigtausende Euro und mittlerweile kannst du es mit der künstlichen Intelligenz in einer halben Stunde um 100 Euro machen, dass einfach Fake News hinausgeschleudert werden, gerne auch über Personen und so weiter und so fort. sofort ist ein großes Thema, wo die Plattformen unfassbar gefordert sein werden und wo auch der Gesetzgeber unglaublich gefordert sein wird, das einzudämmen, wie man das stemmt. Ich habe keine Ahnung und ich habe auch keine Fantasie, wie das gehen soll. Und ganz ehrlich, ich will es mir auch gar nicht vorstellen, was da alles in den nächsten Monaten und Jahren auf uns zukommen kann, aufgrund der Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz mittlerweile uns bietet. Was mir in dem Zusammenhang noch eingefallen ist, was ich auch extrem spannend finde, ist bei diesen Spielen, also da gab es ja auch schon so Vorfälle, dass dann weibliche Avatare sexuell belästigt worden sind in irgendwelchen Onlinespielen, Onlinewelten und das tatsächlich dann auch für die Person, die diesen Avatar quasi bedient, ziemlich heftige psychische Auswirkungen hatte. Also ich wüsste nicht, dass es da irgendwelche rechtlichen Ideen, Initiativen oder irgendwas schon gibt. Also ich glaube, da haben wir riesen... Also ich kann mich da nur anschließen. Also ich weiß davon noch nicht, ich kenne nur ein bisschen ansatzweise die Problematik, aber auch nur ansatzweise. in diesem Land und wie extrem wichtig es ist, dass wir auch als Gesellschaft schauen und auch als Politik, dass hier ein journalistisches, gesundes Ökosystem erhalten bleibt. Das wird Sie von mir jetzt wenig überraschen, aber ich sage das wirklich aus tiefster Überzeugung, weil wir einfach Menschen brauchen, die nach professionellen, redaktionellen, journalistischen Grundsätzen arbeiten und auf die man sich auch verlassen kann und die auch die entsprechende Glaubwürdigkeit haben. Also das ist ein Appell, den ich hier bringen muss und den ich aber auch bringen will. Wie sich dieses Berufsbild verändert, hat Thomas Gräuser gefragt, nämlich wie wahnsinnigen Betreuung. Wie weit seid ihr alle, die ihr im öffentlichen Diskurs steht, schon in der wahnsinnigen Betreuung tätig? Was man noch sagen muss zu deiner Anmerkung, gleichzeitig sinkt das Vertrauen in JournalistInnen, vor allem bei den jungen Menschen. Das heißt, was wir machen, ist bei der Chefreaktion, dass wir dort sind, wo sie sind und ganz transparent Leute auch behind the scenes mitnehmen und auch erzählen, dann eben von Sachen, was künstliche Intelligenz anrichten kann, auch mit uns in unserem Job und so ein bisschen das Vertrauen zu stärken und auch über Hass im Netz zum Beispiel dann zu sprechen, also dort sein, wo sie sind. Und Community Management wurde von vielen Redaktionen ausgelagert in externe Menschen, nicht in Journalistinnen selber. Bei uns ist das schon auch ein Teil, Berufsbild von Journalistinnen, weil es ja nicht zu trennen ist. Und da kommen aber auch teilweise neue Geschichten, eben zum Beispiel Kritik an künstlicher Intelligenz oder das hernehmen und als Beispiel für Hass im Netz. Also bei uns verschwimmt das ein bisschen. Ich glaube, bei allen Social Media Redaktionen ist es eher so, dass das Hand in Hand geht. Wie wir es moderieren, das ist ein bisschen schwieriger, weil wenn du es löscht, teilweise Kommentare, kommt noch mehr Hass, weil die dann Leute irgendwie animieren, noch mehr zu fluten und noch mehr zu kommentieren. Also es ist total schwierig und deswegen, ich habe es hier hundertmal schon gesagt, wünsche ich mir ein bisschen mehr Verantwortung von den Plattformen selber, damit das nicht so auf einzelne Menschen ausgelagert wird. Von eurer Seite noch dazu was? Ich sehe das auch so, es ist halt ein frommer Wunsch, sich bei den Plattformen anzustellen und zu sagen, bitte tut was. Das hat schon in den letzten Jahren oder im letzten Jahrzehnt nicht wirklich funktioniert. Vielleicht kann die künstliche Intelligenz der anderen Seite auch helfen, solche Sachen rauszufiltern. Ich glaube, da wird es auch sicher ein paar findige Menschen geben, die da vielleicht auch etwas Gutes dann damit machen. Die künstliche Intelligenz ist ja per se nicht böse. Sie bietet ja auch viele Chancen, aber natürlich auch viele Risiken. An dich die Frage jetzt nicht als Journalist, aber doch als Gestalter und Beitrager von Öffentlichkeit. Bist du wahnsinnigen Moderator? Boah, also es sind, glaube ich, viel wahnsinniger dabei, aber auch voll viele coole Leute in den Kommentaren. Also ich glaube, Hate ist immer dabei bei Social Media. Also ich glaube, es gibt keinen einzigen Influencer, der was irgendwie 0% Hate hat. Das gehört dazu. Ich ignoriere es eigentlich, wie gesagt, hauptsächlich. Aber ich komme gut damit klar und es ist jetzt auch nicht irgendwie in den Maßen, dass ich mir denke, wow, da ist mehr Hate, da ist irgendwie Zuspruch. Also das passt so, wie es ist. Okay. Letzte R Runde, gibt es noch Anmerkungen? Ansonsten schließen wir. Schaut nicht so aus. Gibt es noch etwas Dringendes zu sagen von eurer Seite? Ja. Ja, wir publizieren in circa zwei Wochen rund um den 24. Oktober mehr oder weniger unseren jährlichen Gegenhass im Netz Bericht. Wenn jemand Interesse hat, können Sie es mir gerne sagen. Dann kann ich Sie in den Mailverteiler nehmen. Wir werden dann eine Presseaussendung machen und freuen uns, wenn Sie viel über unsere Arbeit und über das Thema Hass im Netz berichten. Danke. Gut, diesem Appell schließe ich nichts mehr. Was? Stelle ich nichts mehr hinzu? Ich schließe ab. Ich bin verwirrt. Bleiben Sie gesund und sprechen Sie mit viel Liebe gegen Hass im Netz. Es ist wichtig. Es ist für unsere Gesellschaft wichtig. Danke. Danke an die Podiumsteilnehmer. Thank you.