Hai Hai Hai Hai Hai Hai Hai Hai Hai Hai Hai Hai Hai Hai Então acidentalmente, um dia a gente se encontrou Num golpe de sorte assustador Uma tarde, um ato falho, um susto, um riso, a flor I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. I'm going to eat a little bit of this. Hallo, hallo, hallo, hallo, ich komme von der Seite. Gut, seid ihr alle bereit? Hallo, voll schön, dass ihr alle gekommen seid. Ich glaube, ich bin wieder am aufgeregtesten, obwohl es gar nicht um mich geht. Schön, dass ihr so zahlreich da seid zu diesem Abend. Ich habe mir gedacht, es passt gut, wenn ich mal mit einem Danke anfange zu dem Thema. Und zwar wollte ich nämlich dem Initiator von dieser Diskussionsreihe ein großes Danke sagen, dass er uns da so einen Safe Space ermöglicht, wo wir über gewisse Themen reden können. Und ich weiß, es ist einem sicher unangenehm, aber vielleicht machen wir einen großen Applaus für den Thomas. Danke für die Mithilfe. Es ist nämlich passend zum Thema Mental Health eben auch für mich so sehr. Hallo. passend zum Thema Mental Health eben auch für mich so sehr aus der Komfortzone raus. Noch mehr? Ich muss leider unsere Gästinnen... Das macht mich nur nervöser. Okay, hört ihr mich wieder? Ja. Sehr gut. Also, genau, es geht ziemlich aus meiner Komfortzone aus, macht ziemlich viel mit meiner Mental Health, wenn ich euch immer durch den Abend begleiten darf. Darum war mir dieses Danke an den Thomas sehr wichtig, weil ich es recht lustig finde und weiß, so ein bisschen wie bei Wetten, dass es ist. Mich hat ja auch ein großes Danke an meinen Bruder und seine Freundin sagen, die daheim sitzen und streamen und auf meine Hundis aufpassen. Das ist nämlich eine große Sache für mich und ich bin furchtbar aufgeregt deswegen, aber ich kann jetzt da sein, weil sie hier drüben sind. Also, liebe Grüße. So, jetzt sind wir fertig mit den Dankes. Ich habe es sicher schon gesehen, überall hängen so QR-Codes und es liegen Zettel auf, also so Broschüren mit QR-Codes und so. Für unsere Diskussion später könnt ihr voll gerne mitmachen. Wir sind voll gespannt, was ihr für Fragen habt oder Input. Das heißt, einfach QR-Code scannen mit der Kamera. Einschreiben, was einschreiben wollt ihr. Und ich werde das dann vorlesen. Ihr könnt es auch über das Mikro. Ist jetzt die Frage, ob es das kommt, werde das dann vorlesen. Ihr könnt auch über das Mikro, ist jetzt die Frage, ob es das gibt, wenn das dann nachher funktioniert. Könnt ihr auch gerne was über das Mikro sagen, einfach bemerkbar machen, dann kommt unsere super Mikro-Person, die Tina, und bringt es euch. Und es gibt eine Zettelbox an der Bar, das heißt, wer lieber handschriftlich seinen Input geben will, kann das dort machen. Wenn ich nicht vergisse wie die letzten zwei Mal, hole ich sie in der Pause, die Zettelbox. Genau. Sonst trenne ich irgendwann dazwischen mal weg. Aber wir haben geschaut, dass für jeden was dabei ist. Also wie ihr immer wollt, so wie jetzt da sitzt und eine Frage stellt oder selber mit uns redet, was uns auch gefreut. Für alles ist gesorgt. Dann noch wichtige Info, es gibt wieder vegane Zimtschnecken, greift es zu. Es ist eine freiwillige Spende, wer geben kann und mag. Wir möchten das mal an den Orient Express spenden. Das ist ein Verein, der sich um das Thema Zwangsverheiratung und Verschleppung kümmert. Genau. Und da wird auch sehr viel psychologische Hilfe benötigt. Deswegen haben wir uns den Verein das mal ausgesucht. Genau. Und dann ist jetzt die Frage, warum machen wir den Abend eigentlich? Genau. Ich glaube, wir kennen das alle. Es geht uns alle mal ziemlich schlecht. Und gerade Corona war sehr fordernd. Wir sind alle konfrontiert mit Krisen, haben Berührungspunkte mit psychischen Erkrankungen, müssen auf unsere eigene psychische Gesundheit schauen. Und natürlich ist jetzt dieser Abend keine professionelle Hilfe, die sagt, bitte alle holt es, wenn ihr es benötigt. Aber ich habe mir das ein bisschen vorgestellt, es fühlt sich heute an wie eine kollektive Therapiestunde, so gemeinsam. Wir können alle mal sein und merken, dass wir eben nicht alleine sind mit den Themen und dass wir alle das Leben mal scheiße finden und strugglen. Und ich habe mir gedacht, das ist vielleicht nett, da fühlen wir uns alle ein bisschen besser. Und das Zweite ist, ich habe jetzt vor einer Nacht, ich bin jetzt seit 15 Jahren in Therapie, weiß nicht, kriegt man da ein Jubiläumsgeschenk, aber trotzdem trug sich bei dem Thema immer noch woher rum, erzähl das nur meinen Freundinnen oder vor vorgehaltener Hand, genau und der Abend soll natürlich ein bisschen da sein, um zu zeigen, das ist nichts, was man in das Private verschieben sollte und auch wieder ist die Devise, dass wir halt alle unseren Charme ablegen und einfach offen miteinander reden. Genau, also es gibt nichts zum Fürchten, nichts zum Charme. Ich habe jetzt furchtbar viel geredet. Ich würde sagen, wir starten jetzt mit den Lesungen. Ich glaube, ich habe alles Wichtige gesagt. Das heißt, ich darf übergeben an Ilse-Victoria Niederberger und Bea Frasl. und Bea Fraasl. Ja, danke für die Einladung und für diese super charmante, ehrliche Einführung. Ich bin Autorin und im Moment schreibe ich gerade größtenteils Sachen für Kinder, Texte für Kinder und habe mich gerade erst wieder reinfinden müssen in diese anderen Textsorten. Ich habe oben im Backstage-Bereich Exemplare von dieser Zeitung liegen gesehen, die vielleicht manche von euch kennen und das bedeutet, sie kennen dann auch Texte von mir. Das ist nämlich die Kupf-Zeitung, die Zeitschrift von der Kulturplattform Oberösterreich, für die ich unter anderem so kulturschonallistische Beiträge schreibe. Ich schreibe aber Essays und Prosa und vor ungefähr einem Jahr sind die beiden Texte entstanden, die ich heute vorlesen werde. Das war eine recht interessante Zeit für mich, weil ich mich gerade im Diagnoseprozess rund um meine Depressionen befunden habe, weil ich gerade in einem total dunklen, unproduktiven Loch drin gesteckt bin, was als Selbstständiger immer ziemlich schwierig ist. Und ich habe mich vor einem Jahr eben versucht, mit den Fragen auseinanderzusetzen, wie man mit und auch über psychische Erkrankungen, wie man über Depressionen literarisch schreiben kann. Und deswegen heute jetzt hier meine zwei Annäherungsversuche an das Ganze. Hinter den Milchglasziegeln Zwei Frauen stehen auf dem Dach eines Hochhauses und schreien. Margarete, eine depressive botanische Illustratorin, die sich seit den Lockdowns in ihrem selbst geschaffenen Wohnungsdschungel verschanzt hat, und Sore, Studentin, Tochter einer syrischen Einwandererfamilie, ein junger Mensch mit einer Wut im Bauch. Zu ihren Füßen, am Vorplatz des Hochhauses, vor der Filiale einer Bank, haben sich zigtausende Demonstrierende versammelt. ImpfgegnerInnen, RassistInnen, SchwurblerInnen. Margarete und Sori nehmen sich an den Händen und setzen ein Zeichen. Sie schreien. Sie lachen und weinen und schreien, denn wie soll man denn sonst auf die Komplexität der Welt reagieren, als mit großen Gefühlen, mit ehrlicher, lauter, unkaschierter Emotion. Margarete und Sori sind Figuren. Ich habe sie erdacht, ich bin die Puppenspielerin, ich bin die, die sie auf den Balkon geführt und in den Herzen und Kehlen geöffnet hat, bin die, die sie schreien lässt. Und doch, diese Figuren, sie haben mir etwas voraus, sie schaffen, woran die Autorin oft scheitert, am in die Handlung kommen. Ich bin eine, die schnell den Mut verliert, die auf Rückschlag mit Rückzug reagiert, die, wenn einmal zerbrochen, lange braucht, bis sie die Scherben wieder zusammensetzen kann. Ich bin eine, die noch nicht weiß, was ist der richtige Klebstoff. Ich habe eine Depressionsgeschichte, eine Alkoholgeschichte, Verlust- und Traumageschichten. Sie alle sind ein Gestrüpp, stachelig, es ist schwer, da hinein und offenbar auch herauszukommen. Aber die Kurzfassung ist, dass ich erst über 30 werden musste, bis ich wusste, was ich will, nein, bis ich mir erlaubte, was mir gut tat, bis ich aufhörte, an Jobs, die mich unterforderten, oder Beziehungen, die mich zerstörten, krampfhaft festzuhalten, bis ich mir eingestehen konnte, wenn ich einen Abend, eine Veranstaltung, ein Gespräch nur mit ein paar Gläsern Weißwein ertrage, dann stimmt irgendwas nicht. Ich betrauere zehn Jahre, in denen ich viel vom Schreiben gesprochen und geträumt habe, in denen das Schreiben aber nie bis kaum stattfinden konnte und wenn doch, dann steckten meine Protagonistinnen genauso fest wie ich. Ich droschte sie durch verkaterte Sonntage, ließ sie sich kotzen, dem Selbsthass winden, sich nach verheirateten Männern verzehren, deren Sperma noch warm aus ihnen floss, während sie ihre Freundinnen und Kolleginnen hassten, Freundinnen und Kolleginnen, die eine nach der anderen aufs Land zogen und Kinder bekamen. Ich schrieb also über mich. Ich fühlte Seite um Seite mit Hasstiraden auf das sogenannte bürgerliche Leben, trank dazu ein bis zwei Necroni in meiner Gassonier im Bahnhofsviertel, um mich nicht mehr einsam zu fühlen. Ich versank in Müllsäcken, in Schmutzwäsche, in überquellenden Aschenbechern und Büchern, die ich hortete, aber nie las. Ich war jahrelang nicht krankenversichert, mein Postkasten machte mir Angst, meine Klingel hatte ich ausgesteckt, aber dass man sich vom Erwachsenenleben nicht verstecken kann, das lernte ich, als ich wegen der Kirchensteuer, dass all das, was ich fühlte oder nicht fühlte, einen Namen hat. Depression und dass viele Menschen mir gerne geholfen hätten, wenn ich nicht so gut darin gewesen wäre, es zu verstecken. Aber vieles davon haben sie doch längst hinter sich lassen können, sagt meine Therapeutin und erinnert mich daran, doch stolz auf mich zu sein. Das fällt schwer. sagt meine Therapeutin und erinnert mich daran, doch stolz auf mich zu sein. Das fällt schwer. Ich konnte so lange nicht und jetzt will ich alles, viel davon und sofort. So funktioniert das nicht, sagen die Therapeutin, die Trainerin und der Agent. Du willst zu viel zu schnell auf einmal. Man überwindet Depressionen nicht einfach. Sie hören nicht einfach so auf. Man lernt, die hellgrauen Phasen für alles zu nutzen, was in den Dunkelgrauen nicht möglich ist. Hellgrau ist die Zeit der Listen, der ewig langen To-dos, die Zeit der 12-Stunden-Tage, in denen alles Platz finden muss und daher findet, die Buchhaltung, die Arzttermine, der Sport, die Kreativität, die Lohnarbeit, die Hausarbeit, das Sozialleben, faktisch alles. Meine hellgrauen Phasen sind übervoll. Fast manisch manövriere ich mich durch sie. Anderthalb tausend Wörter am Tag schreiben. Morgens schon Kraft oder Cardio. Abends noch Yin-Yoga für den Rücken wegen dem vielen Sitzen. Rechnungen schreiben. Morgenseiten schreiben. Die Sprachnachrichten der Freundinnen nicht länger ignorieren, sondern anhören, zurückschreiben, Geburtstagsgrüße schreiben, dem Schatz mit der letzten Kraft ein Bananenbrot backen, den Kopf graulen, Beziehungsarbeit, Kurzprosetexte schreiben, ein Kinderbuch Manuskript, noch eins, ein Essay, ein Romankapitel, eine Rezension, ein Workshop-Pitch, noch einen, ein Romankapitel aus eine Rezension, ein Workshop-Pitch, noch einen, ein Romankapitel ausdrucken und im Zug am Weg zu einer Lesung Korrektur lesen, E-Mails schreiben, ständig E-Mails schreiben, vorm Schlafen gehen, in der Straßenbahn beim Scheißen gehen, E-Mails schreiben, entschuldigen für die Verzögerung, die späte, ja, ich weiß, wirklich späte Antwort, ich war krank, nein, kein Corona, aber jetzt bin ich wieder okay. Es fließt mir von der Hand, ich bin Wonder Woman, ich bin unkaputtbar. Und wenn jemand meine Texte lobt, dann denke ich, ja, stimmt, wirklich gelungen. Das nächste Loch kündigt sich nie an. Ich sehe keinen Auslöser, ich erkenne keine Muster. Dabei bin ich eigentlich gut im Mustererkennen. Ich merke erst, dass es da ist, dass es wieder dunkel wird, wenn ich wieder diese Betonbeine habe, nach dem Frühstück wieder ins Bett muss, wenn ich den vierten Anruf meiner Mutter immer noch wegdrücke, obwohl ich doch Zeit hätte, um zu telefonieren. Wenn ich Texte von mir lese und sich alles zusammenzieht, alles scheiße, alles elendig, alles zum Schämen und wenn ich tippe, dann sitzt da plötzlich einer auf meiner Schulter, so ein kleiner Typ. Er trägt ein Hemd und ein Sakko, eine Brille und zitiert gern Peter Handke. Bei jedem Satz, den ich tippe, kichert das Arschloch und flüstert, ich solle doch nur weitermachen, ich werde es dann ja sehen, was ich davon habe. Zerreißen würde er mich in den Salzburger Nachrichten, im Profil, in der Literaturstande, denn weder allen, weder der Welt erklären, dass ich ja auch wieder nur so eine wäre, die dem Irrtum erliegt, sie hätte etwas zu sagen. Ich bin neidisch auf Menschen, die in dunklen Stunden schreiben können, für die es ein Anker sein kann. Mich zerstört es. Der Computer muss zubleiben, bis es wieder hell wird. Dass es wieder hell wird, wenigstens das weiß ich jetzt. Das glaube ich mir immer, auch ganz unten. Das ist mein Fangnetz, das ich weiß. Es ist immer noch wieder weggegangen. Es wird auch diesmal wieder für eine Zeit aufhören. Ich liege an vielen Tagen einfach im Bett, schaue zum nächsten Mal eine Serie, die ich auswendig kenne, höre hunderte Stunden Hörbuch, schaue auf Twitch Fremden beim Zocken zu, dann will ich, dass es endlich aufhört. Dieses Nichtstun erholt mich nicht, es strengt mich an, ich schäme mich dafür. Ich verstecke es von meinem Umfeld, ich sage oft Entschuldigung, ich habe gearbeitet, wenn ich anrufe oder Nachrichten ignoriere. Dabei liege ich im Bett, schaue Kochvideos auf Instagram und meine Zähne, die putze ich mir erst kurz bevor mein Partner nach Hause kommt. Dauert die dunkle Phase zu lang? Selbsthass, schlechtes Gewissen, Panik, Kontostand, Fixkostenabrechnung, Deadlines, Termine. Termine. Ich stehe vor dem Spiegel und mir graust vor meinen ungewaschenen Haaren. Ich bilde mir ein, alle Muskeln abgebaut zu haben. Dafür ist er wieder fett an den Hüften, das ist neu. Mein Körper ist mir fremd, mein Streiptisch ist staubig, meine Bildschirmzeit am Handy ist ein Geheimnis. Die Freundinnen, die eben noch schwanger waren, schicken nun Fotos von zu klein gewordenen Strampelanzügen und ich habe die Babys noch immer nicht besucht. Ich habe Tantenbesuche und Spaziergänge versprochen, habe Wanderungen geplant und Hilfe bei Texten zugesagt. Ich war schon wieder nicht in der Sauna, meine Kannenpflanze ist tot. Wieso habe ich schon wieder eine Pflanze getötet? Bin ich so unfähig? Wieso bin ich so unfähig? Wieso schaffe ich es nicht einmal, so eine scheiß Pflanze zu gießen? Am Ende der dunklen Phase bin ich Margarete aus meinem Prosa-Text. Margarete fühlt eine starre, eine Wachshaut und darunter windet sich etwas, etwas, das herausbrechen muss. Margarete schreit und am Ende der dunklen Phase schreie auch ich, richte auch etwas aus mir heraus. Im Streit mit meinem Partner, am Ende der dunklen Phasen, steht oft ein großer Streit, denn da ist eben doch ein Muster. Da schreie ich. Es ist mein Befreiungsschlag, da entlädt sich all der Selbsthass und die gestaute Energie wird ein Säureregen auf dem Haupt eines Unschuldigen. Ich schreie, der Umbruch kündigt sich an. Ich weine, ich entschuldige mich zu spät. Ich räume meinen Schreibtisch auf und trage wieder BH und Hose. Und während ich von Dunkel zu Hell und wieder zurück wechsle, zischt das Leben an mir vorbei. Es ist wie Zuschauen, wie Kino. Ich im Publikum. Ich bin in einem U-Boot und schaue aus dem Bullauge. Draußen ist die Welt bunt, alles tanzt, glitzert, wabert in allen Farben. Um mich ist es dumpf. Die Zeit vergeht so schnell, nichts passiert. Jetzt ist schon wieder ein Jahr vorbei, der Gedanke macht mich tachig hart. Ich wische mich durch die Fotos auf meinem Handy. Lesungen, ein Kinderbuch, viele Bücher gelesen, eine Preisverleihung, ein Urlaub in Kroatien. hatte ich einen Nervenzusammenbruch. Auf dem Foto mit dem Bürgermeister lächle ich, niemand würde ahnen, wie oft ich mich zum Zähneputzen zwingen musste. In der Laudatio wurde Lisa Viktoria Niederberger als aufstrebende, wichtige Stimme essentiell für die oberösterreichische Kulturlandschaft bezeichnet. Wer ist diese Frau? Nicht ich, denke ich, und dass das vielleicht den leeren Blick auf manchen Bildern erklärt. Zwischen mir und meinen Gefühlen war immer schon eine Wand, und zwar eine aus Milchglasziegeln. Schwammig, unscharf sehe ich zwar, dahinter ist etwas, da passiert etwas, aber ich komme einfach nicht dazu. Ich kann mich an Momente erinnern, wo ich etwas gespürt habe, wie ich ein Kind bin, lachend und schreiend durch den Garten laufe und mit den Armen flatter. Im Spiel bin ich ein Kondor und fliege über die Anden. Zehn Jahre später sitze ich im Hängesessel und höre tagelang Apokalyptiker, blende Rotz und Wasser wegen einem Michi. Aber das sind Ausnahmen. Ich spüre zu oft zu wenig. In den letzten Jahren habe ich einige Preise und Stipendien bekommen. Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich mich freuen kann. Bist du eh stolz auf dich? Ich habe mit dem Schulterzug Emoji geantwortet. Das sind die Milchglasziegel. Seit geraumer Zeit recherchiere und beobachte ich mich selbst. Ich will verstehen, wo das alles herkommt, dieses Unglücklichsein. Ich spucke in Becher, gebe Blut, Urin, alles. Ich liege in einem Raumschiff, es klopft, alles ist weiß und dann tippt ein Arzt auf einen Bildschirm, zeigt mir das MRT, sagt, das ist ihr Hirn, alles gut. Ich möchte es erklärt bekommen, möchte die Wörter lernen, die Hirnregionen gezeigt und erläutert, aber so funktioniert das System nicht. Dutzende Menschen warten schon. Wir alle werden mit einem Satz abgespeist. Zu Hause verliere ich mich im Internet und beim Einschlafen übe ich meine neuen Wörter. Cerebum, Corpus Callosum, Auditorischer Kortex, Medulla Oblongata, wie ein Zauberspruch klingt das und genau das ist es doch, das Hirn. Ein zauberhaftes Ding. Ich gehe zur Psychiaterin, lasse mich von einer Ärztin zur nächsten überweisen. Bei der psychologischen Testung ordne ich geometrische Figuren, muss schnell hintereinander verschiedenfarbige Knöpfe drucken, Bilder von Augenpartien, Emotionen zuordnen und fünf seitenlange Fragebögen ausfüllen. In den kommenden Wochen tigere ich um den Postkasten wie im Wahn. Und als der Brief mit dem Befund da ist, traue ich mich nicht, ihn zu öffnen. Alles möchte ich wissen. Ich bin ein Puzzle und suche Teile, von denen ich lange nicht wusste, dass sie verloren gegangen sind. Manchmal denke ich aber auch, was bringt es? Muss ich es wissen? Brauche ich eine Diagnose? Brauche ich zusätzlich zu meinen Depressionen noch eine Diagnose? Ich ändere meine Meinung dazu ständig. In hellen Phasen will ich alles wissen, inache und mein Gegenüber denkt, schau, du lachst doch, also kann es dir ja gar nicht so schlecht gehen. Ich möchte keine ungefragten Ratschläge mehr. Mir ist scheißegal, was du dir manifestiert hast. Ich möchte keine Ernährungstipps und fremde Menschen Therapie für Sinnlose erten, geht mich nichts an. Und gleichzeitig weiß ich, das Einzige, was längerfristig zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beitragen wird, ist das, wenn wir sie thematisieren. Und das passiert schon. Ein bisschen. Depressionen, Neurodiversität, Suchterkrankungen sind längst in den Medien und der Popkultur präsent. Das hat es mir erleichtert. Ich könnte nicht so leicht über mein Problem mit Alkohol sprechen, wenn es da nicht die Sobriety-Community gäbe. Wenn ich nicht hunderte Stunden an Podcasts gehört und durch die Schilderungen anderer Frauen gelernt hätte, ich bin nicht allein. Gleichzeitig ist da immer noch diese Hemmung, auch vor einem Text wie diesem. Ich werde immer fertig, ich gebe immer ab, ich schaffe das Pensum in der Zeit, die mir zur Verfügung steht. Ich kann versäumtes aufarbeiten. Wenn ich schreiben kann, schreibe ich schnell. Es funktioniert immer. Mein System ist anstrengend für mich und mein Umfeld. Ich bin nicht glücklich darüber, aber es, zumindest dachte ich das zu lange, funktioniert. So funktioniert das nicht, sagen die Therapeutin, die Trainerin, der Agent. Die Therapeutin sagt, du kannst nicht all deine Themen auf einmal anschauen und aufarbeiten. Die Therapeutin sagt, du kannst nicht all deine Themen auf einmal anschauen und aufarbeiten. Eins nach dem anderen, da ist schon so viel passiert in deinem Leben, es ist okay, dass dich das überwältigt. Wir schauen uns alles an, wir vergessen nichts. Du findest daraus. Wir schauen regelmäßig weiter, dass das aufhören muss. Wie ich an meinen Muskeln reiße, wie ich mich durch die Wiederholungen quäle und dann am Ende vom letzten Satz alles einfach auslasse und in mich zusammensinke, dass ich tue, bis gar nichts mehr geht. Du kannst nicht ständig alle Muskelgruppen bis zur Erschöpfung fordern, sagt sie. Ich lerne stattdessen also jetzt atmen, lerne Mikromobilisationen der Wirbelsäule, lerne den Atem nach unten in den Bauch zu ziehen. Da ist jetzt eine Welle, da gleitet warmer, dicker Honig durch mich und wärmt alles. Du hast da sieben oder acht Romane in einem geschrieben. Das ist zu viel. Die steigen dir alle aus. Du machst alles komplizierter. Dabei geht es doch bei Literatur genau um das Gegenteil. Die Komplexität der Welt zu bearbeiten, zu reduzieren, auf eine Kernaussage, auf die Essenz eines Themas, einer Frage, auf einen Weg. Du schreibst so gut, du schreibst so gute Figuren, aber du mutest ihnen viel zu viel zu. Ich bin orientierungslos. Ich lese, dass wir Werte und eine Vorstellung davon brauchen, wie wir unser Leben nutzen wollen. Genau das ist mein Problem. Ich wollte immer forschen, immer schreiben. Schreiben über Dinge, die wichtig sind, die eben jene Werte und Vorstellungen repräsentieren. Jetzt ist da dieses Chaos im Innen und im Außen. Jetzt brennt die Welt an allen Ecken und ich kann mich nicht entscheiden. Thematisiere ich die Klimakrise, den zivilen Ungehorsam? Schreibe ich über Umweltschutz, Tierschutz, Kritik am Neoliberalismus, über feministische Solidarität? Und all meine Erkenntnisse über das Hirn, die Psyche, die möchte ich ebenso teilen wie meine Erlebnisse mit Verlust, mit sexualisierter Gewalt und einem toten Vater. Alles davon ist mir wichtig. Alles davon finde ich dringend. Also habe ich alles davon in mein Romanmanuskript gepackt. Ein Konglomerat aus Weltschmerz und Verzweiflung gebaut, das von Juries und Stipendienkommissionen aufgrund seiner Komplexität gelobt und prämiert worden ist, aber aufgrund genau jener Komplexität von Literaturagenturen und Verlagen als unverkäuflich erachtet wurde. Das Schlimmste daran ist, dass ich weiß, dass sie recht hatten. Ich habe es beim Schreiben seit Monaten gespürt, dass alles zu viel wird, aber eingestehen kann ich es mir erst, als Außenstehende es zu mir sagen. Als ich den Entschluss fasse, das Manuskript, an dem ich zwei Jahre gearbeitet habe, in die Tonne zu kicken, alles noch einmal neu aufzubauen, die Erzählung ganz anders zu strukturieren, bin ich erleichtert und euphorisch. In der Nacht habe ich den ersten Heulkrampf. Er dauert mehrere Tage. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so verzweifelt war. Doch als vor drei Jahren mein Vater gestorben ist, als ich allein in seiner, nein, meiner Wohnung stand und als hätte nicht die Vorstellung, 60 Jahre seines Lebens zu sortieren und ausmisten zu müssen, gereicht, um mich zu überfordern, war dann noch der Wasserschaden. Dunkle Flecken über die ganze Küchendecke, an den Wänden, sie sind mir entgegengekommen, alles hat geschwommen, mich erdrückt. So fühle ich mich wieder, wenn ich an meinen Roman denke, daran, wie viel Arbeit er noch sein wird. Wieder dunkle Flecken an den Wänden, ein Gerüst, ein Sturz. Ich bekomme Fieber. Ich sitze nachts plötzlich klitschnass im Bett und frage mich, wie ich nächstes Jahr ohne neues Buch meine Rechnungen zahlen werde. Tagelang liege ich im Bett mit Fieber, Husten, Sodbrennen. Mein Körper ist durch. Ich sehe da nichts, sagt die Hausärztin, als sie mir mit der Handy-Taschenlampe in den Hals leuchtet. Gehen Sie nach Hause, Sie haben nichts. Du kannst nicht all deine Themen auf einmal anschauen und aufarbeiten, sagt die Therapeutin, eins nach dem anderen und regelmäßig zurückschauen, was du schon alles geschafft hast. Du kannst nicht ständig alle Muskelgruppen bis zur Erschöpfung fordern, sagt die Trainerin. Eine nach dem anderen, dein Körper ist müde. Du kannst nicht alles auf einmal schreiben, da steigt dir jeder aus, sagt der Agent. Heb dir noch etwas Stoff auf für das nächste, das übernächste Buch Du hast noch dein ganzes Leben Zeit zu schreiben Irgendwann räume ich die Schmutzwäsche vom Schreibtisch Kann ich den Laptop aufklappen, ohne dass es mir schlecht wird Das Ziehen in meinem Hals ist weg Meine Finger tippen, ohne zu zittern Ich schreibe. Ich kann schreiben. Zumindest diesen einen Text kann ich schreiben. Ich sortiere mich und erinnere mich, es wird okay. Am Ende ist es für mich immer noch irgendwann okay gewesen. Ich erinnere mich an den Anfang, an meine Figuren. Wie Margarete und Sore sich an den Händen nehmen und ein Zeichen setzen. Wie sie schreien. Sie lachen und weinen und schreien, denn wie soll man denn sonst auf die Komplexität der Welt reagieren als mit großen Gefühlen, mit ehrlicher, lauter, unkaschierter Emotion. Und wenn nicht jetzt, wenn ich schon wieder den Computer zuklappe, dann nicht aus Angst, nicht weil es wieder dunkel wird, sondern weil ich es sofort wissen will, wie man in unserem Haus aufs Dach kommt und wie man eigentlich schreit. Ich war vor kurzem beruflich auf einer Recherchereise und dann hat mir meine Mama eine WhatsApp-Nachricht geschrieben. Hey und, wie geht's dir? Und ich habe, nachdem ich versucht, dass ich jetzt ehrlicher bin, zurückgeschrieben, nein, nicht so gut. Ich bin gerade depressiv und ich sitze seit zwei Tagen im Hotelzimmer und schaue Netflix, weil nichts anderes geht. Und meine Mutter hat dann zurückgeschrieben, sie kann sich das überhaupt nicht vorstellen, wie Depressionen sind und ich habe mir jetzt während dem Lesen gedacht, vielleicht sollte meine Mutter einfach diesen Text lesen. Besser erklären kann ich es nicht. Depressionen haben aber viele Aspekte, die natürlich auch das Berufsleben beeinträchtigen und als Abschluss einen ganz kurzen Text, den ich deswegen gerne lesen möchte, weil ich finde, dass er vor die schöne inhaltliche Brücke zum Buch von der Bea schlägt. Da geht es um den Alltag im Kunst- und Kulturbereich, wenn man von Depressionen betroffen ist und der ist in der Kupfzeitung erschienen und zwar in der Ausgabe März, Mai 2023. An dunkel, dunkelgrauen Tagen. Der Kulturbetrieb, der lebt von Abendveranstaltungen. Als Autorin und Kulturarbeiterin mit Depressionen fand ich das immer schon furchtbar. Richtig schlimm wurde es aber, als ich vor anderthalb Jahren mit dem Trinken aufhörte und lernte, wie hektisch laut, hell und herausfordernd Lesungen etc. ohne die Unterstützung von weißem Spritzer sind. Depressionen machen eine in zwangsläufig Phasenweise zur Eremit in. Arbeitsbedingte Abendtermine fordern Anwesenheit, ob man will und sich bereit fühlt oder nicht. Abends performen zu müssen ist besonders in psychisch dunklen Zeiten schwer, weil genau dann Aktivität gefordert wird, wenn der Tag üblicherweise als überstanden gilt. Abzusagen ist keine Option, nicht vereinbar mit der ohnehin prekären Einkommenssituation als Künstlerin. Ich habe mich also schon viele Male aus dem Bett und aus der Gammelhose in meinen Bühnenblazer gequält. Sobald ich dann mit meinem Wasserglas und meinem Text auf dem kleinen Tisch im Scheinwerferlicht sitze, trage ich eine Rüstung aus Professionalität, die ich mir hart antrainiert habe. Meinem Lächeln sieht man nicht an, wie sehr ich mich zum Abendessen zwingen musste. Meinen Haaren nicht, wie schwer es mir manchmal fällt, sie zu waschen. Und obwohl ich der tiefen Überzeugung bin, dass mein Text oder meine Statements bei der Podiumsdiskussion das allerletzte sind, weil ich das allerletzte bin, danke Depression, bleibe ich doch für Fotos, freue ich mich, wenn jemand ein Buch signiert haben möchte. Man kann mich als hochfunktional depressiv kategorisieren, aber auch das ist nur die halbe Wahrheit. Dass ich am Tag nach Lesungen bis mindestens Mittag im Bett liegen muss, weil mein sozialer Akku komplett leer ist, wussten vor diesem Artikel nur mein Partner und meine Therapeutin. Warum erzähle ich es jetzt? Weil ökonomische Ängste einer der zentralen Auslöser von Depressionen sind und uns das insbesondere in der angeschlagenen postpandemischen freien Szene alle betrifft. Weil es nur eine unzureichende Krankenstandsregelung für Niedrigverdienende und Selbstständige gibt und weil es KünstlerInnen und Veranstaltenden obliegt, eine Lösung für krankheitsbedingte Ausfälle zu finden. Derzeit sieht das oft so aus. Ach, du kannst nicht auftreten? Schade, kein Geld für dich. Zwischen den Zeilen kannst du froh sein, kein Geld für dich. Zwischen den Zeilen kannst du froh sein, wenn du noch einmal eingeladen wirst. Also gehen wir zu oft psychisch krank arbeiten, Mangelsalternativen. Vielleicht machen wir es uns ein bisschen leichter. Bier, zweites Bier, Joint, Notfalltablette. Und wenn es wirklich mal nicht geht, dann lügen wir. Ich zumindest habe bisher immer gelogen, wenn ich depressionsbedingt nicht arbeiten konnte, eine Migräneattacke vorgeschoben, in feministischen Kreisen gern auch Demonstration. Als in Patriarchat sozialistische Frau habe ich immer noch Bedenken, als hysterisch oder als ähnliches abgestempelt zu werden, wenn ich ehrlich sagen würde, wie schlecht es mir manchmal geht. Und als Selbstständige im Neoliberalismus habe ich keine Lust auf den Tausendsten. Du musst aber schon durchbeißen, wenn du es zu etwas bringen willst, Vortrag, der oft dann kommt, wenn ich ehrlich bin. Ich wünsche mir eine Lösung für die Vereinbarkeit von chronischer Krankheit und dem Arbeitsleben, auch im Kulturbetrieb. Dass ehrliche Dialoge die Verletzbarkeit erlauben, unter betroffenen KollegInnen und VeranstalterInnen nicht bloß schöne, solidarische Ausnahmen bleiben, sondern normalisiert werden. Ich bin nicht meine Depression, aber an vielen Tagen bestimmt sie, wie meine Tage aussehen. Ich möchte sie nicht wie ein Label oder ein Statement von mir hertragen, sie aber auch nicht verstecken müssen. So beginnt für mich der Lösungsweg. Bei Transparenz, bei ungeschönter Ehrlichkeit. Ich werde Mangelsalternativen vermutlich noch lange nicht aufhören, mich auch an dunklen Tagen zu Abendveranstaltungen zu zwingen. Aber vielleicht könnte ich in Zukunft offen sagen, wie es mir geht. Mindestens hinter der Bühne, wenn es passt, vielleicht sogar auf ihr. Aber wir wissen alle, strukturelle Probleme kann man, wir wissen alle, strukturelle Probleme kann man rein auf der individuellen Ebene nichts lösen. Fix ist, mit einem bedingungslosen Grundeinkommen oder in einer Gesellschaft, die psychische Krankheiten vorbehaltlos anerkennt, hätte ich diesen Text ganz anders oder vielleicht gar nicht geschrieben. Und damit zur Bea. Ja, ich muss sagen, ich habe mich jetzt in beiden Texten sehr, sehr wiedergefunden. Danke dafür. Ja, mein Name ist Beatrice Frasel. Ich bin Podcasterin. Ich mache den Podcast, also ursprünglich eigentlich Kulturwissenschaftlerin. Das ist sozusagen meine akademische Sozialisierung und mache den feministischen Podcast Große Töchter und schreibe eine Kolumne in der Wiener Zeitung auch seit Juli. Und bin Podcasterin, Kolumnistin, Kulturwissenschaftlerin und Autorin. Letztes Jahr im November, ein bisschen mehr als vor einem Jahr, ist mein erstes Buch Patriarchale Belastungsstörung, Geschlecht, Klasse und Psyche erschienen, aus dem ich heute ein bisschen vorlesen darf. Und ich beginne relativ am Anfang des Buches. Es ist ja so, dass wenn wir über psychische Erkrankungen sprechen, vor allem bei Depressionen, ist es ganz oft so, dass sie mit Beinbrüchen verglichen werden. Und ich finde, sie sind auf ganz vielen Ebenen nicht wie Beinbrüchen. Also das ist ganz oft so ein Versuch, sie zu instigmatisieren und zu normalisieren. Und ich finde aber, dass eine psychische Krise kein Beinbruch ist, aus vielerlei Gründen. Und einer der Gründe ist, wie schwer zugänglich Behandlung ist für eine psychische Krise im Vergleich zu einem Beinbruch. Und deshalb heißt das Kapitel, aus dem ich jetzt vorlesen werde, auch, eine psychische Krise ist kein Beinbruch. Stell dir vor, du hattest einen Unfall und als Folge dieses Unfalles starke Schmerzen im linken Bein, die sich auch mit Copac, Hochlagern und Ibuprofen nicht bewältigen lassen. Du vermutest, dir das Bein gebrochen zu haben. Also beschließt du, wie man das in der Regel bei Beinbrüchen so tut, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Du rufst ein Taxi oder einen Krankenwagen und fährst zur nächsten Ärztin oder ins nächste Krankenhaus. Dort passiert aber etwas Unerwartetes. Die Ärztin informiert dich darüber, dass krankenkassenfinanzierte Plätze zur Behandlung von Beinbrüchen leider nur begrenzt verfügbar seien. Dass es ihr leidtue, sie aber aktuell keine Behandlungsplätze mehr frei habe. Sie nennt dir deine Handlungsmöglichkeiten. Zum einen kannst du die Behandlung privat bezahlen. Welche Kosten auf dich zukommen, sei noch nicht genau abzusehen, denn zuerst habe schließlich eine Diagnostik stattzufinden, um festzustellen, welche Behandlung überhaupt medizinisch notwendig ist. Diese Diagnostik ist mitunter sehr kostspielig, da sie vermutlich einen Röntgen umfasst. Schon die Kosten für die Diagnostik sind für dich also wahrscheinlich nicht leistbar. Nun hast du eine zweite Möglichkeit, nämlich die zu warten, bis ein Behandlungsplatz frei wird. Nachdem du deine Diagnostik und Behandlung nicht aus der eigenen Tasche bezahlen kannst, tust du genau das. Warten. Trotz deiner Schmerzen und Beschwerden. Deine Ärztin setzt dich also auf eine Warteliste. Etwa zwei, drei Monate wird es dauern, so sagt sie, bis dein mutmaßlicher Beinbruch diagnostiziert und behandelt werden kann. Sie verschreibt dir noch Schmerzmittel zur Überbrückung, wünscht dir alles Gute und verspricht sich zu melden, sobald dein Behandlungsplatz frei geworden ist und du auf ihrer Warteliste entsprechend weit vorgerückt bist. Eine völlig absurde Situation in einem Land wie Österreich, in dem doch alle die beste medizinische Versorgung erhalten sollten und das rasch und kostenfrei. Nun, was in Bezug auf körperliche Leiden tatsächlich undenkbar ist, ist bei psychischen Erkrankungen und Krisengang und Gebe, denn Psychotherapieplätze auf Krankenschein sind in Österreich kontingentiert. Das bedeutet in der Praxis, dass erstens nur einige PsychotherapeutInnen überhaupt Kassenplätze anbieten können und dass zweitens jene PsychotherapeutInnen mit Kassenverträgen immer nur eine geringe Anzahl an Therapieplätzen anbieten können, die von der Krankenkasse finanziert werden. Diese sind in der Regel schnell besetzt. Patientinnen haben die Möglichkeit, sich auf Wartelisten setzen zu lassen, wo sie, je nach Therapeutin, oft mehrere Monate auf einen ambulanten Therapieplatz warten. Derart lange Wartezeiten auf Psychotherapie sind aus mehreren Gründen ein großes Problem. Der erste Grund ist naheliegend. Es ist unmenschlich, Menschen, die Hilfe benötigen, diese Hilfe zu verweigern oder sie so lange auf Behandlung warten zu lassen. Lange Wartelisten bzw. das nicht ausreichende Finanzieren von Psychotherapie- Kassenplätzen, das zu den langen Wartelisten führt, sind aber auch aus ökonomischer Perspektive sehr kurzsichtig. Denn auch psychische Erkrankungen können sich in der zeit bis zur behandlung verschlimmern oder qualifizieren neben dem warten dass für jene die es sich leisten können noch eine zweite option kann die psychotherapie aus eigener tasche bezahlen das ist in österreich auch der regelfall denn 80 prozent der psychotherapie stunden werden nicht über die krankenkassen verrechnet. Der Vorteil hier ist, dass nirgends offiziell aufscheint, dass man an einem Punkt in seinem Leben psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen musste. Aufgrund der umfassenden Stigmatisierung, die psychische Erkrankungen und Krisen umgibt, ist das nicht unerheblich. Der große Nachteil sind aber naturgemäß die Kosten. Denn selbst finanziell für eine Psychotherapie aufzukommen, ist gerade für jene, die sie am dringendsten benötigen, oft unmöglich. Eine reguläre 50-Minuten-Einheit kostet zwischen 80 und 120 Euro, wobei mir in den letzten Monaten auch einige Leserinnen schon gesagt haben, dass sie für ihre Psychotherapie bis zu 200 Euro zahlen. Beim ebenso regulären Therapieintervall von einer Einheit pro Woche fallen jeden Monat also mindestens 400 Euro an Psychotherapiekosten an. Das ist für viele unleistbar. Ich springe ein bisschen wild herum in meinem Buch heute und lese jetzt etwas zum Thema Neoliberalismus vor. Im Neoliberalismus darf Unglück nur zwei Ursachen haben. Persönliches Versagen, so werden Armut und beruflicher Misserfolg erklärt und biologische Dysfunktion, so wird psychisches Unglück erklärt. Systemische, ökonomische und politische Rahmenbedingungen werden implizit als quasi gottgegeben oder quasi natürlich konstruiert. Damit entziehen sie sich der diskursiven Auseinandersetzung, bleiben unsichtbar und unbesprechbar. Die neoliberal-kapitalistischen Rahmenbedingungen sind selbstverständliches und naturgegebenes Hintergrundrauschen. Sie finden in der öffentlichen und veröffentlichten Besprechung sozialer oder gesundheitlicher Probleme keine Beachtung und werden somit jedem Nichtbenennen auch als unbenennbar und unveränderbar fortgeschrieben und verfestigt. Auch in der Debatte um psychische Erkrankungen verlässt man sich, trotz der Offensichtlichkeit der Bedeutung sozioökonomischer Rahmenbedingungen, gerne auf eine hyperindividualisierende Erklärung. Es ist das Gehirn des Individuums, das losgelöst von den Strukturen, oft sogar weitgehend losgelöst von der Besitzerin des Gehirns als vollständige und komplexe Person mit einer komplexen Lebensgeschichte, nicht ganz rund läuft, fehlerhaft funktioniert. Man muss also nur bindlich gesprochen ausreichend an den lockeren Schrauben drehen, um die gesunde Funktion wieder herzustellen. Das System ist fein raus, Es kommt in dieser Gleichung erst gar nicht vor. Ob die Besitzerin des wie auch immer aus dem Gleichgewicht geratenen Gehirns arm ist und deshalb belastet, ob sie von Diskriminierung, geschlechtsspezifischer Gewalt, von Traumatisierung, von Mobbing oder auch von Einsamkeit betroffen ist, ob sie gezwungen ist, einer Lohnarbeit nachzugehen, die sie zutiefst unglücklich macht, all das wird durch den Kunstgriff der Reduktion von psychischer Erkrankung auf Biochemie als alleiniger kausale Erklärung aus dem Blick geschafft. Psychische Erkrankung wird so zu einem nicht mit der Außenwelt verwobenen Problem, das exklusiv einem Individuum entspringt. Ein Problem, das dieses Individuum dann auch für sich zu lösen hat, indem die lockeren Schrauben im Gehirn wieder festgezurrt werden. Dieses Denken schlägt sich auch im Gesundheitssystem nieder, dass die Behandlung psychischer Erkrankung weitgehend zu einer Privatangelegenheit macht. Die Kosten für Psychotherapie, Psychiaterin und psychologische Testung müssen in der Regel Betroffene selbst aus eigener Tasche bezahlen. Für eine Repolitisierung von Depressionen. Durch die neurochemische Erklärung von Depressionen und Angsterkrankungen wird ausgeblendet, welche politischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen zu ihrer Entstehung beitragen. Sie verunmöglicht die Frage, ob eine depressive Symptomatik nicht eine völlig normale Reaktion auf belastende Umstände oder Ereignisse, auf Ungleichheit oder Gewalterfahrungen sein kann. Zitat, die alte Geschichte behauptet, unsere Verzweiflung sei im Wesentlichen irrational, verursacht durch eine fehlerhafte Apparatur in unserem Kopf. Der neuen Geschichte zufolge ist unsere Verzweiflung, so schmerzlich sie auch sein mag, in Wirklichkeit rational und gesund. Zitat Ende. Joe and Harry. Von dem ist das Zitat. Die Theorie des chemischen Ungleichgewichts im Gehirn behauptet, jede kann eine Depression bekommen, genauso wie auch jede Durchfall oder Schnupfen haben kann. Die Putzfrau genauso wie der Manager, die Armutsbetroffene, Alleinerziehende genauso wie ein Milliardär. Obwohl das prinzipiell stimmt, wissen wir auch, Alleinerziehende, genauso wie ein Milliardär. Obwohl das prinzipiell stimmt, wissen wir auch, dass das Risiko keineswegs gleich verteilt ist. Jene Menschen, die am wahrscheinlichsten Depressionen bekommen, sind arm, erwerbsarbeitslos und oder unterdurchschnittlich formell gebildet. Die Theorie des chemischen Ungleichgewichts im Gehirn behauptet weiter, dass wir uns keine Gedanken machen müssen, in welchen Kontexten Menschen krank werden, an welchen Strukturen sie erkranken und inwiefern es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wäre, an diesen Strukturen zu arbeiten. Der Biologie sind die Strukturen egal. Sie schert sich nicht um sozioökonomische Verhältnisse, um Armut oder um Geschlechterherrchen. Politische und sozioökonomische Strukturen spielen in der Entstehung psychiatrischer Erkrankungen allerdings eine große Rolle. Wie groß, zeigt uns die Corona-Krise besonders eindrücklich. Die signifikante Zunahme psychischer Erkrankungen während der Krise führt uns besonders deutlich vor Augen, wie verkürzt unser Verständnis von ihnen ist. Hätten sie lediglich biologische Ursachen, würden sie nicht durch Veränderungen in den politischen Rahmenbedingungen, in sozioökonomischen Verhältnissen und in den Beziehungen der Menschen zueinander in einem derart erschreckenden Ausmaß steigen. Die Krise zeigt auch, welche enorme Rolle soziale Faktoren wie Isolation, Einsamkeit und sozioökonomische Faktoren wie Armut, Arbeitslosigkeit und die Ungleichverteilung von Arbeit und die damit einhergehenden Belastungen spielen. Und ich springe jetzt wieder ein bisschen und lese etwas aus dem Kapitel vor, wo es vor allem um Frauen geht. Es gibt mehrere Kapitel, wo es um Frauen geht, aber eines davon heißt Mangel an Geld. Es sind vor allem Armuts- und Ausgrenzungsbetroffene Menschen, die ein wesentlich höheres Risiko tragen, eine Depression oder Angststörung zu erkranken als die Allgemeinbevölkerung. Es sind deshalb auch Armutsbetroffene und Armutsgefährdete, die den größten Bedarf an Psychotherapie haben und sich diese Psychotherapie am wenigsten leisten können. Die Spannheit zwischen Arm und Reich ist, das sagen uns transkulturelle Studien, der Hauptindikator für die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in Gesellschaften. Die Wichtigkeit der Verhältnisse, in denen wir leben, zeigt auch der Gendergesundheitsbericht mit Schwerpunkt psychische Gesundheit am Beispiel Depression und Suizid des österreichischen Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2019. Hier werden die sozioökonomischen Rahmenbedingungen angeführt, die Risikofaktoren in der Entstehung von Depressionen darstellen und das Suizidrisiko erhöhen, wie zum Beispiel, Zitat, geringes Einkommen, geringe formale Bildung, Armut und Armutsgefährdung, z.B. generell geringerer Sozialstatus, Zitat Ende. Die Wichtigkeit der sozioökonomischen Verhältnisse für unsere psychische Gesundheit habe ich in den vorhergehenden Kapiteln bereits ausgeführt, heute nicht, aber es steht im Buch versprochen Was ich bislang allerdings verschwiegen habe, ist folgendes Die Verteilung von Geld ist nicht geschlechtsneutral 70% der Armen der Welt sind Frauen Armut ist ein weibliches Phänomen, denn finanzielle Ressourcen sind, wie alle Ressourcen in patriarchalen Verhältnissen, unter den Geschlechtern höchst ungleich verteilt. Und aufgrund ihrer stärkeren Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung sind Frauen einem höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt. Und ich springe wieder ein bisschen. Laut Eurostat betrug der Gender Pay Gap in Österreich, bei dem die Bruttostundenlöhne der unselbstständig Beschäftigten berechnet und nach Geschlecht aufgeschlüsselt und verglichen werden, im Jahr 2020 18,9 Prozent. In anderen Worten, Frauen verdienen in Österreich durchschnittlich 18,9 Prozent weniger als Männer. Damit ist Österreich im EU-Durchschnitt eines der Schlusslichter, denn nur in Estland und Lettland ist der Gender-PGAP noch größer als in Österreich. Weltweit beträgt der Gender-PGAP im Übrigen 23 Prozent, EU-weit 13 Prozent und in Deutschland 18 Prozent. Geschlecht ist, wenn es um ungleiche Bezahlung geht, der entscheidende Faktor und macht einen wesentlich größeren Unterschied aus als alle anderen Diskriminierungsmerkmalen. alle anderen Diskriminierungsmerkmalen. Abgesehen davon, dass Armut, Armutsgefährdung, prekäre und atypische Beschäftigungsverhältnisse, geringerer sozialer Status und ökonomische Unsicherheiten oder Abhängigkeiten allesamt Risikofaktoren für die Entstehung von Depressionen und Angsterkrankungen darstellen, ist unter dauernder geringer Schätzung der eigenen Person und der eigenen Arbeit auch die Ausbildung eines positiven Selbstwertgefühls äußerst schwierig. Die ökonomische Ungleichbehandlung, die sich im Gender Pay Gap manifestiert, summiert sich leider über die gesamte Erwerbslaufbahn von Frauen und am Ende dieser Laufbahn erhalten Frauen in Österreich ganze 42,1 Prozent weniger Pension als Männer. Das ist die Zahl aus dem Jahr 2022. Die neue Zahl ist 41,06 Prozent. Also der Pensionsgap ist von 42,1 Prozent auf 41,06 Prozent gesunken. Das ist keine besonders beeindruckende Zahl, aber die Verbesserung ist nicht besonders beeindruckende Zahl, selbst leider schon. Während Frauen also schon für Lohnarbeit schlechter bezahlt werden, ist ökonomische Diskriminierung auf Basis des Geschlechts vor allem in der Pension besonders signifikant, da sich diese Pension nach dem Einkommen berechnet. Anstatt die Ungerechtigkeit ungleicher Bezahlung auszugleichen und gerechtere Pensionen auszuzahlen, potenziert sie der Staat also, denn Frauen erhalten fast zur Hälfte weniger Pension. Die derzeitige Berechnung der Rente bestraft Frauen zudem für ihre unbezahlte Arbeit im Haushalt und in der Kinderbetreuung, aufgrund derer sie oftmals nicht Vollzeiterwerbsarbeiten können, was schließlich die Berechnungsgrundlage für die Pension reduziert. Und das führt dazu, dass ältere Frauen in Österreich in hohem Maße von Altersarmut betroffen sind. Bei Menschen über 65 ist die Armutsquote bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern. Neben älteren Frauen und Pensionistinnen sind vor allem Alleinerziehende in hohem Maße armutsgefährdet und armutsbetroffen. Tatsächlich ist jede zweite alleinerziehende Person in Österreich armutsgefährdet. Das bedeutet, dass Alleinerziehende von allen erwerbsarbeitenden Gruppen die größte armutsbetroffene und armutsgefährdete Gruppe ist. Es wird dich vermutlich nicht überraschen, dass meine geschlechtsnaturale Formulierung Alleinerziehende Person in diesem Kontext streng genommen fehl am Platz ist, denn Alleinerzieherinnen sind in Österreich etwa zu 92% Frauen und diese Zahl ist auch seit langem sehr stabil. Frauen sind nach wie vor diejenigen, die den Großteil der Haushalts- und Fürsorgearbeit leisten und sie sind es auch, die für den Nachwuchs verantwortlich sind, wenn Beziehungen auseinanderbrechen oder Kinder außerhalb von Beziehungen zur Welt kommen. Und dann steht da noch ganz viel über den Gender Wealth Gap, der auch deprimierend ist und alle möglichen anderen Formen der ökonomischen Diskriminierung, die ich jetzt nicht vorlesen werde, sondern ich springe jetzt weiter zum Mangel an Zeit, Mangel an Erholung, weil wir gerade über die unbezahlte Arbeit gesprochen haben. Frauen leisten weltweit täglich 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit. Frauen fehlt es deshalb nicht nur an Geld, sondern auch an Zeit und beides hängt zusammen. Da sie den Großteil der unbezahlten Haushalts- und Fürsorgearbeit leisten, haben sie weniger Freizeit, weniger Zeit, um sich von dieser Arbeit zu erholen, weniger Zeit für Bildung und Weiterbildung, aber auch weniger Zeit für bezahlte Erwerbsarbeit. Dies zeigte sich auch zu Beginn der Corona-Krise, die ja in vielerlei Hinsicht ein soziales Brennglas war. Frauen reduzierten zu Beginn der Lockdowns die Stundenanzahl in ihrer Erwerbsarbeit, um mehr Zeit zu haben, sich zu Hause um ihre Kinder zu kümmern und diese im Distance Learning zu unterstützen. Die unbezahlte Arbeit, die Frauen im Haushalt und in der Kinderbetreuung leisten, ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Ohne sie stünde alles still. Kinderbetreuung, Fürsorge und Pflegearbeiten sind gesellschaftlich absolut notwendig. Geld soll dafür aber keines ausgegeben werden. Care-Arbeit wird häufig entweder unbezahlt von Frauen innerhalb von Familien geleistet oder unterbezahlt auf andere Frauen ausgelagert. von Familien geleistet oder unterbezahlt auf andere Frauen ausgelagert. Zu Beginn der Corona-Krise märkten sich die Stimmen, die davon ausgingen, dass sich die ungerechte Verteilung von unbezahlter Arbeit nun oder zumindest nach der Pandemie grundlegend ändern würde. Schließlich waren nun im Lockdown alle zu Hause im Homeoffice. Männer würden sehen, welche Arbeit täglich anfiel und dann mehr von ihr übernehmen. Diese Hoffnung hat sich nicht bestätigt. Das Team um die Ökonomin Katharina Marder an der Wirtschaftsuniversität Wien führte im ersten Lockdown eine Befragung zur Zeitverwendung durch, um zu ermitteln, wer in der Ausnahmesituation wie viel unbezahlte Haushalts- und Fürsorgearbeit leistete. Marder betonte, dass es sich um eine Mittelschichtstudie handelte, die nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung sei. Dieser Umstand ergab sich aus der Tatsache, dass vor allem Angehörige der Mittelschicht ins Homeoffice geschickt wurden, während Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiteten, oft systemrelevante Tätigkeiten verrichteten und trotz Pandemie an ihren Arbeitsplatz mussten. Der sich daraus ergebende Fokus auf die Mittelschicht bedeutete auch, dass eher gut ausgebildete und gut bezahlte Personen befragt wurden. Marder bemerkte zudem, dass die befragten Männer vermutlich zudem überdurchschnittlich für die Thematik sensibilisiert waren und die Zahlen, würde man sie auf die Gesamtbevölkerung umlegen, ein noch weiters ungleicheres Bild ergeben würden. Die Befragung hatte zum Ergebnis, aus ungleicheres Bild ergeben würden. Die Befragung hatte zum Ergebnis, dass Alleinerzieherinnen im Durchschnitt 15 Stunden pro Tag arbeiteten, neun Stunden davon unbezahlt. Das enorme Arbeitspensum von Alleinerzieherinnen ist vermutlich nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass nur eine Person für sehr viele Aufgaben im Haushalt und in der Kinderbetreuung zuständig ist. Erschreckend ist allerdings, dass das Ergebnis von Mütter in heterosexuellen Paarhaushalten nicht anders ausfällt. Diese arbeiteten nämlich 14,25 Stunden am Tag und sogar 9,5 davon unbezahlt. Nicht nur über Namen vorhandene Partner offenbar keine Haushaltsarbeit, sie verursachten Frauen offenbar noch welche, denn Frauen in Paarhaushalten verrichteten im ersten Lockdown eine halbe Stunde mehr unbezahlte Arbeit als Alleinerzieherinnen. Ein Begriff, der rund um das Thema unbezahlte und oft unsichtbare Haushalts- und Fürsorgearbeit zu Hause in den letzten Jahren vermehrt auftaucht, ist der Begriff Mental Load. Das Konzept Mental Load versucht der Tatsache gerecht zu werden, dass Haushalt und Kinderbetreuung nicht einfach eine Ansammlung an Tätigkeiten sind, die abgearbeitolt werden muss, welche Termine anstehen, wer wann zum Arzt muss, wann die Elternsprechstunde stattfindet und wann das Vorspiel in der Musikschule. Jemand muss entscheiden, ab welchen Symptomen man die Kinder zum Arzt bringt, sich Gedanken darüber machen, in welchem Kindergarten man sie anmeldet, kontrollieren, ob alle notwendigen Medikamente in der Hausapotheke sind und alles für das Jahrhausenbrot zu Hause. Das Abendessen muss nicht nur gekocht werden, es braucht im Hintergrund auch jemanden, der oder vielmehr meistens die, plant, wann wo was einzukaufen ist und wann was gekocht wird. Der Müll muss nicht nur hinuntergetragen werden, es braucht auch jemanden, der selbstverständlich bemerkt, dass der Müllsack voll ist und in die Tonne gehört oder dass die Geschirrspüle fertig gewaschen hat und ausgeräumt werden muss oder dass dem Nachwuchs die sauberen Socken zur Neige gehen und deshalb dringend Wäsche gewaschen werden sollte. Es braucht jemand, der weiß, wann Oma und Opa und Tante Susi Geburtstag haben und wann welches Geschenk rechtzeitig zu kaufen ist. Es ist also das unsichtbare Planen und Managen und Mitdenken und Vordenken, das täglich und unsichtbar passieren muss, damit das Familienrad am Laufen bleibt. Mental Load beschreibt die mentale Überladenheit und Überbelastung, von denen vor allem Frauen betroffen sind. In einer Gesellschaft, in der sie selbstverständlich für Haushalt und Kinderbetreuung zuständig sind, wird die Arbeit von Vätern oftmals als ein ehrwürdiges Helfen wahrgenommen. Die Verantwortung, dass sich verantwortlich fühlen und die Managementarbeit im Hintergrund bleibt bei den Frauen hängen. Mental Load lässt sich in Zeitverwendungsstudien, die ohnehin schon zu Ungunsten von Frauen ausfallen, nicht abbilden. Es ist aber wichtig, ihn als zusätzlichen Belastungsfaktor im Kopf zu behalten, wenn wir über die psychischen Belastungen und Erkrankungen von Frauen sprechen. Und nach dem Kapitel, das Mangel an Geld heißt und dem Kapitel, das Mangel an Zeit und Mangel an Erholung heißt, kommt ein Kapitel, das Mangel an Sicherheit heißt und da geht es um Gewalt. Und das ist ein sehr langes Kapitel leider und ich werde nur einen ganz kurzen Teil jetzt noch davon vorlesen. Zahlen und Statistiken zum Thema Gewalt gegen Frauen erzählen stets nur einen Teil der Geschichte. Männliche Gewalt prägt nämlich nicht nur das Leben und das in der Welt sein und das Selbstverständnis von Frauen, die direkt von ihr betroffen sind, sondern aller Frauen. Mädchen und Frauen werden durch männliche Gewalt oder durch die Möglichkeit, männliche Gewalt zum Opfer zu fallen, sozialisiert. Mädchen lernen von klein auf, wir gehören zu jener Kategorie von Menschen, die Opfer werden. Wir lernen unser Verhalten in der Welt nach der Vermeidung dieser Viktimisierung auszurichten, als wäre männliche Gewalt unsere Verantwortung. Auch das lernen wir also. Sie ist unsere Verantwortung. Wir müssen zu jedem Zeitpunkt mit dem Zugriff auf unsere Körper rechnen. Eine Frau zu werden, bedeutet sich selbst als eine von jenen zu verstehen, die angesehen werden, die Objekte sind. Es bedeutet auch, sich selbst als eine von jenen zu begreifen, auf die andere Zugriff haben, egal ob wir wollen oder nicht. Wir vermeiden es, allein im Dunkeln unterwegs zu sein, überhaupt allein unterwegs zu sein. Wir vermeiden es, mit Kopfhörern unterwegs zu sein. Wir vermeiden es, zu aufreizend gekleidet zu sein und keine falschen Signale zu senden. Wir lernen, unser Getränk nicht aus den Augen zu verlieren oder besser gar keinen Alkohol zu trinken, um in jedem Fall bei Sinnen und wehrhaft zu sein. Wir lernen, Parks und Wälder zu vermeiden, vor allem nachts, Parkgaragen, einsame Plätze und Gassen. Wir lernen nicht in Situationen zu geraten, in denen wir mit fremden Männern in einem Raum sind, im U-Bahn-Abteil, im Aufzug, im Taxi, im Büro. Wir schlafen nicht bei offenen Fenstern. Wir lassen das Flurlicht anwerfen, einen Blick auf die Rückbank, bevor wir ins Auto einsteigen und versperren die Autotür, sobald wir eingestiegen sind. Wir variieren die Route nach Hause und vereinbaren mit der besten Freundin, der Mutter oder der Schwester, dass wir uns melden, wenn wir zu Hause angekommen sind. Wir teilen unseren Standort, damit sie wissen, wo wir sind. Wir legen uns einen Hund zu, lernen Selbstverteidigung, sagen öfter ich habe einen Freund, als es stimmt, weil wir wissen, fremde Männer betrachten uns potenziell als Besitztümer und wenn wir schon anderen gehören, sind wir für sie eher unantastbar. Unsere Grenzen werden zwar nicht geachtet, der Besitz anderer Männer allerdings schon. Wir legen uns Geheimnummern zu, wägen ständig ab, was der eigene Körper Unerwünschtes kommunizieren könnte und rücken diesen Körper entlang dieser Ängste zurecht. Gleichzeitig wissen wir, dass wir permanent scheitern, weil unsere Körper allein durch ihr weiblich sein ständige Verfügbarkeit kommunizieren. Wir haben den Schlüssel zwischen den Fingern oder einen Taschenalarm in der Hand, wir haben Pfeffersprays in der Tasche und auf dem Heimweg Notfallnummern schon ins Handy getippt. Wir täuschen Telefonate vor, wir wechseln Straßenseiten und tragen Schuhe, die im Fall des Falles schnelles Laufen ermöglichen. Wir vermeiden es, Blickkontakt herzustellen. Wir sind erleichtert, wenn wir zu Hause angekommen sind und wir wissen, dass dieses Zuhause eigentlich der gefährlichste Ort für uns ist. Vielen Dank. Kannst du nochmal sagen, was du gerade gesagt hast? Ich habe dich nicht gerade verstanden. Ich habe nichts mehr zum Lesen. Ich habe 400 Seiten zum Lesen da. Hast du irgendwas, was vielleicht ein ganz kleines bisschen motivierend und positiv, damit nicht der letzte Satz ist, der bleibt und das Zuhause ist der gefährlichste Ort für Frauen. Es stimmt natürlich, aber es ist irgendwie Ich bin immer so schlecht mit so Hoffnung. Es muss doch irgendwas Positives geben. Irgendwas, ein kleiner Faden, an dem man sich ein bisschen halten kann, eine kleine Utopie. Es ist ja insgesamt ein Buch, das eher so sehr unangenehme Dinge versammelt. Das ist echt fast eine unmögliche... Was könnte ich denn da vorlesen, was Hoffnung macht? Oh mein Gott, das Buch heißt Patriarchale Belastungssteuerung, Lisa. Okay, du hast es zumindest versucht. Danke, Bad Berchardt. Funktioniert halt nicht. Okay, dann machen wir halt Pause ist wirklich schwierig Você minha lágrima Quero te dar em tudo que você tem Quando amanhã amanhece Vestida de chuva Olho, olho, olho Por isso onde és tu, meu sol E aí so hello Hallo, seid ihr alle gut erfrischt? Wart ihr am Klo? Habt ihr einen geraucht? Seid ihr jetzt bereit? Falls es euch interessiert, die Hunde, geht es gut? Ich habe euch sicher alle gefragt, wie es denen geht. Wir gehen jetzt ins Gespräch. Wie gesagt, ihr könnt es jederzeit gerne in den QR-Code reinschreiben. Ich habe das da im Blick in der Zettelbox, jetzt nicht vergessen, aber da war nichts. Und ihr könnt natürlich, wie gesagt, gerne auch über das Mikrofon mit uns reden. Genau, dann starten wir. Ihr zwei habt es euch ja quasi schon vorgestellt, aber wir haben jetzt wen Neuen in der Runde. Hallo Paul, schön, dass du da bist. Hallo, freut mich. Ja, euch zuerst einmal vielen Dank schon für die kritischen, aber auch inspirierenden Worte. Also ich muss sagen, ich habe mich da auch bei deinen Worten, bei deinen Texten das ein oder andere Mal selbst ertappt gefühlt. Es freut mich auch, dass ich da sein darf heute. auch dass ich da sein darf heute. Ja, Paul Freisinger mein Name. Ich komme und studiere in Wien und darf dort einerseits gerade bei der Bundesjugendvertretung im Vorstand sein. Das ist die offizielle Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche in Österreich und genau setze mich dort auch recht stark für das Thema Mental Health ein. Und genau war eben auch Mitinitiator mental health jugendvolksbegehren mit dem wir 20 21 22 time flies ja knapp 140.000 unterschriften gesammelt haben für mentale gesundheit besonders von kindern und jugendlichen in österreich. Kannst du dazu ein bisschen mehr erzählen, wie das entstanden ist und wie das jetzt weitergeht und so? Also ich habe es auf Social Media ein bisschen mitgekriegt, aber cool. auf Instagram, at gutundselbstinitiative. Da kommt immer wieder Content. Genau, wie der Name schon sagt, wir haben nicht nur ein Volksbegehren initiiert, sondern eine Initiative und mittlerweile eine NGO gegründet, die sich für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einsetzt. Und wie ist es dazu gekommen? 2021, da komme ich schon ein bisschen durcheinander. Auf jeden Fall vor ein paar Jahren war ich mit einigen Kolleginnen und Kollegen aktiv bei der Schülerunion, das ist die größte Schülerinnenvertretungsorganisation in Österreich und wir haben uns für unser Jahr, in dem wir aktiv waren, im Bundesvorstand das Ziel gesteckt, irgendwie ein Thema, das Schülerinnen und Schülern sehr wichtig ist, stärker in den Vordergrund zu rücken und uns damit einer Kampagne einzusetzen. Und wir haben dann am Anfang des Jahres irgendwie überlegt, okay, wo drückt gerade der schuh in den schulen in österreich und sind daran näheren drauf schauen nach der ersten lokton zeit drauf gekommen okay sind viele themen wichtig politische bildung klimakrise aber im endeffekt psychische gesundheit ist das zentrale Thema gerade in den Schulen, wo wirklich kein Schüler, keine Schülerin drum herum kommt und genau sind da schon das erste Mal hellhörig geworden und zu der Zeit ist auch eine Studie veröffentlicht worden von der Donau-Uni Krems und der MedUni Wien und da ist rausgekommen, dass über die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler depressive Symptomatiken aufweisen und jede sechste Person im Klassenzimmer Suizidgedanken hat. Und das sind Zahlen, die einmal irgendwie sickern müssen, die schwer vorstellbar sind. sehr vorstellbar sind und dann haben wir eben gesagt, okay, wir müssen was tun und wir können nicht nur einfach eine normale Kampagne machen, unter Anführungszeichen, irgendwie eine Pressekonferenz, ein, zwei Presseaussendungen abschicken und zwei, drei Social Media Posts machen. Wir müssen mehr tun, damit sich wirklich was ändert und haben dann erstmals überlegt, okay, was sind so die größten Schritte, die wir irgendwie setzen könnten und sind eben darauf gekommen, dass das größte demokratiepolitische Element, das man als Einzelperson oder wie wir auch als Verein setzen kann, das ist ein Volksbegehren zu initiieren. Und ab 100.000 Unterschriften gilt ein Volksbegehren zu initiieren und ab 100.000 unterschriften gilt ein volksbegehren als erfolgreich und muss dann verpflichtend im nationalrat in österreich behandelt werden also kommt dann tatsächlich real in den gesetzesgebungsprozess und das haben wir uns daneben als ziel gesteckt und schauen dass ich mich nicht allzu lange aush, weil es natürlich viel zu erzählen gibt. Aber wir haben dann ab Herbst 2021, glaube ich, eben genau überlegt, wie wir das machen. Haben zuerst Unterstützungserklärungen gesammelt und dann im Frühjahr 2022 mit unserer öffentlichen Kampagne gestartet. Und da war es uns wichtig, einerseits eben natürlich auf das Volksbegehren aufmerksam zu machen, aber wir haben eben schon gesagt, es muss sich in den Schulen jetzt was ändern. Das war auch unser Anspruch und wie wir alle wissen, auf politische Veränderung zu warten, dauert ein bisschen und da ändert sich eher nicht jetzt sofort was, sondern dann und in Zukunft und wir werden mal sehen. auch eine breitere Kampagne aufgezogen mit verschiedenen Veranstaltungen in jedem Bundesland, mit Flyer-Aktionen auf den Straßen und vor allem mit einer großen Social Media und Kampagnen in den herkömmlichen Medien, wo wir das Ziel hatten, für Informationen zu sorgen, also die Bewusstseinsbildung für das Thema Mental Health einfach zu stärken und das Thema auch einfach sehr stark zu entstigmatisieren. Also einerseits bei Schülerinnen und Schülern selber, wir haben zum Beispiel eine digitale Schulstunde Psychische Gesundheit gemacht, wo wir in Wien Expertinnen und Experten und auch Betroffene eingeladen haben, die eine Stunde lang über das Thema gesprochen haben. Wir haben das gestreamt in die Klassenzimmer in Österreich nach dem Motto, bei vier Stunden Mathe oder Deutsch in der Woche muss es uns auch wert sein, eine Stunde zumindest für psychische Gesundheit offen zu haben. Ziel war dann, abgesehen von Schülerinnen und Schülern, auch die restliche Gesellschaft zu erreichen, weil wenn wir vielleicht auch noch darüber reden, in unserer oder ich sage jetzt in meiner Generation oder auch in unserem Alter, das Thema vielleicht schon bewusster behandelt wird, aber das haben wir auch in der Kampagne gemerkt, gerade wenn wir mit älteren personen sprechen die auch in einem ganz anderen umfeld aufgewachsen sind und sozialisiert wurden da einfach die hemmschwelle oder die entfernung zum thema mental health noch deutlich größer ist genau und nachdem das volksbegehren dann erfolgreich war mit über 100.000 Unterschriften, waren wir dann auch im Nationalrat. Und genau da hat es ein Entschließungsantrag durchgekommen, von allen Parteien zugestimmt, wodurch die Bundesregierung verpflichtet ist, einige Maßnahmen umzusetzen. Das ist jetzt schon ein paar Monate her und wir haben uns jetzt seitdem überlegt, wie machen wir jetzt weiter und haben im sommer eine ngo gegründet genau klinger jedenfalls sehr spannend das heißt wir sollten euch auf allen kanälen folgen bitte nicht unbedingt waren sie wieder mal was macht ja cool ich würde jetzt gerne überleiten zu einer Frage. Die heißt, jetzt habe ich wieder falsch angefangen. Die Frage lautet, gut und selbst erwartet oft eine lapidare Antwort. Der, die fragende, ist nicht wirklich an der Antwort interessiert. Wie kann dieser Frage wieder mehr Wichtigkeit beigemessen werden? Ich glaube, das kennt jeder von uns hat schnell mal hinfällt und das gar kein mann ist eh nicht so interessiert an ja dann fange ich vielleicht an ich glaube zuallererst muss man es auch ehrlich meinen. Also klar ist es wichtig, wenn wir ehrlicher antworten, ehrlicher kommunizieren, wie es uns geht. Aber wenn ich jemanden frage, wie geht es dir, dann muss ich auch bereit sein, irgendwo eine ehrliche antwort zu bekommen muss der aufnahmefähig sein und genau glaubt einfach darüber reden positiv vorangehen kann das schon viel bewirken und klingt vielleicht einfach. Die Frage, wie geht es dir? Aber im Endeffekt ist es, glaube ich, das einfachste, nahbarste Tool oder die nahbarste Frage, um zu lernen, auch über seine Gefühle sprechen zu können. Das ist halt, finde ich, eine sehr einfache Frage, aber kann eine sehr große Wirkung entfalten. Das ist eine sehr einfache Frage, aber kann eine sehr große Wirkung entfalten. Ich glaube, wie geht es dieser Floskel, die einfach so dahingesagt wird, meistens oft ohne großartige Überlegungen dahinter und ohne wirkliches Interesse und ohne, dass die Gesprächsmöglichkeit immer gegeben ist und ohne dass der Gesprächswille da ist, weil wenn ich jetzt eine ehemalige Studienkollegin in Dienst auf der Fußgängerzone treffe und mir die fragt, wie es mir geht, dann werde ich vielleicht nicht dazu hören, keine Ahnung, dass mein Vater gerade einen Todesdag gehabt hat oder dass ich Einsprungsschmerzen habe oder was auch immer. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich dir total zustimme, dass wir prinzipiell voll über unsere Gefühle reflektieren und ehrlich kommunizieren sollten und so. Aber ich glaube, man muss sich bewusst sein, dass es den richtigen Gesprächsraum braucht und vor allem, dass die Gesprächsbereitschaft bei beiden Menschen da sein muss und ich glaube, dass man halt auch voll kommunizieren muss, was das Gesprächsziel sein soll. Also man kennt das quasi oft, man will etwas erzählen, das einen belastet und dann ist der Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin gleich voll lösungsorientiert und sagt, ja, du kannst das und das und das machen, aber eigentlich wird man nur ventilieren. Also ich glaube, je geklärter das kommunikatorische Feld ist und je sicherer und je abgesteckter und je vertrauterer Raum, desto leichter diese ganze über Gefühle sprechen. leichter diese ganze über gefühle sprechen sache aber das erfordert halt eben auch tiefe verbindungen und das erfordert zeit und energie und das ist halt auch wieder glaube ich total schwierig das zu gewährleisten. ich habe mal gelesen dass verheiratete paare oder paare in längeren beziehungen tatsächlich täglich nur ganz wenige Minuten miteinander sprechen über Dinge, die nicht so Maintenance-Charakter haben. Also eben nicht das, was Bea vorgelesen hat, wer holt die Kinder und wer kauft das Geschirrspülmittel, sondern Sachen mit tatsächlichem Gehalt, wo es um Wünsche, Werte, um Verbindungen geht. Also das sind anscheinend wenige Minuten pro Tag. Und da wundert es mich dann nicht, dass vielleicht bei vielen Menschen der Eindruck besteht, wir würden über unsere Gefühle nicht mehr reden, ja weil wie denn? Wann denn? Mit welchen Ressourcen? Ja, ich würde eigentlich alles, was Lisa gerade gesagt hat, bestätigen. Also ich sehe das ganz genauso. Ich finde es auch gar nicht so schlimm, wenn es manchmal Floskeln gibt, die wir von uns geben. Also ich habe da vielleicht auch ein bisschen einen anderen Zugang, weil ich auch eine Zeit lang in London gelebt habe und im englischsprachigen Raum ist es einfach wirklich nur eine Floskel. Also da antwortet man nicht mal mehr irgendwie drauf, auch nicht mal mit Gut und Selbst, sondern gar nicht. Es ist einfach ein Begrüßungsfloskel. Ich finde, darüber zu sprechen, wie es einem wirklich geht, eben den richtigen Raum braucht. Ich glaube, dass es in profunden Beziehungen wichtig ist, aber nicht mit jeder Person, der einem begegnet. Und die Frage, die sich auch stellt, ist, ob jede Person, der einem begegnet, das auch verdient, dass stellt ist ob jede person denen begegnet das auch verdient dass man sich komplett verletzlich zeigt das ist auch noch die nächste frage die man sich stellen muss also man muss nicht überall nackt sein so muss man sozusagen ja stimmt das ist spannend kurz davor also jetzt anschritten zu dem floskel themaema, nämlich nur durch, im Zuge der Überlegungen, wie gestalten wir den Abend, hat, wie einem Team vorgeschlagen, man könnte statt, wie geht's dir? Oder gut, mal was anderes fragen und zum Beispiel, wie bin ich heute da? Fragen, weil das eröffnet mehr Möglichkeiten, eben, dass man sich nicht verletzlich zeigen muss, dass man sagen kann, wie es einem wirklich geht, aber man kann auch sagen sagen ich bin halt mit dem rad oder mit dem auto da und das hat sie aber das war so wie wenn so war für coole idee das werden wir jetzt immer so machen jetzt machen wir es immer so und es ist schon wieder nur floskeln worden so das geht dann irgendwie sehr schnell und ich glaube da bestätigt sie das heute mit dem es braucht den raum und dieses Vertrauen auch vielleicht. Während den Reden habe ich mir gedacht, und das passt gleich zur nächsten Frage, und zwar, wie verhalten wir uns, wenn jetzt Personen eben zum Beispiel auf dieses, also wir fragen, wie geht es dir, und erwarten halt eben irgendwie eine so oberflächliche Antwort, und vor allem stehen die irgendwie das Backel hin und sagen eben nicht gut uns selbst, sondern sagen, ja gut, ich frage das und das und das ist passiert und selber haben wir irgendwie nicht die Ressourcen dafür und kann aber gerade auch nicht die Grenzen setzen. Habt ihr da, oder wie geht es ihr mit sowas um zum Beispiel, wenn ihr sagt, boah, das ist mir gerade eigentlich Ich glaube, man kann das nicht verallgemeinern. Ich kann das nicht verallgemeinern. Bei mir kommt es immer auf die Situation, auf die Person, auf den Anlass an und auch auf auf das was ich gerade selber mache und ich versuche, dass ich das immer stärker lerne, dass ich mich abgrenze und dass ich sage, ich würde dafür gerne zuhören, aber ich habe gerade die Ressourcen nicht, kann ich später. Oder dass ich sage, gewisse Sachen mag ich nicht hören oder mit gewissen Sachen kann ich nicht umgehen. Also ich hab das vor kurzem mit einer Freundin gehabt, die mir manchmal Screenshots schickt von Nachrichten, die sie kriegt, die sehr übergriffig sind und ich merke, das tut mir nicht gut, weil ich solche Nachrichten auch schon gekriegt habe und ich würde das nicht nur mehr lesen, auch wenn ich eigentlich nicht die ursprüngliche Adressatin bin. Und ich hab das aber genauso kommuniziert. Ich hätte die Hüfte gern bei deinem Problem und ich bin gern bei dir da und ich überlege mir gern mit dir Lösungsstrategien, aber ich will diese Beleidigungen nicht eins zu eins reproduziert kriegen, sondern ich möchte das bitte paraphrasiert oder ich kann mir eh vorstellen, um was es geht. Es geht ja mehr um das, was die Situation mit dir macht und nicht was genau der zu dir sagt. Und das war dann voll das gute Gespräch, das dazu geführt hat, dass wir auch viel effizienter und viel zielführender und viel losungsorientierter über das tatsächliche Problem sprechen haben können, weil ich nicht mehr diese, das Wort wird inflationär benutzt, aber in dem Fall stimmt es tatsächlich, weil ich diese Trigger nicht mehr gehabt habe, weil ich mich nicht mehr damit beschäftigen habe, was lösen denn diese misogynen Beleidigungen in mir aus, sondern einen Schritt zurückgehen habe, keine Angst hat, wie hilf ich einer Freundin, die gerade in einer verbalen Gewaltsituation drinnen ist. Also ich glaube, die eigenen Grenzen zu ziehen, ist insofern wichtig, weil man am Limit nicht funktionieren kann. Und wer in einer schlimmen Situation ist und mehr Beistand braucht, der braucht aber auch eine Person, die funktioniert und die nicht von ihren eigenen Gefühlen übermannt wird, bewusst oder unbewusst. Je mehr Abgrenzung und je mehr Kenntnis über die eigenen Bedürfnisse, desto besser geht's, glaube ich, diese ganze Kommunikationsgeschichte. Was ich noch lernen muss, ist, dass ich sage, nein, ich kann nicht, ich bin depressiv. Das wird, glaube ich, manchmal viel gut, aber das funktioniert nicht so einfach, weil das ist immer nur so ein Blob. Das ist, glaube ich, oft nur für Menschen, die das überhaupt nicht kennen, total schwer nachvollziehbar. Ja, wieso schreibst du auf meine Nachrichten nicht zurück? Ich wollte nur wissen, wie es dir geht oder ob es dich spazieren gefreut am Wochenende oder irgendwas. Da kann man nicht sagen, dass das aufwendig ist. Es ist ja nur eine Nachricht. Du musst dir nur schreiben, nein, ich habe keine Zeit. Nein, es ist eben schon mehr als eine Nachricht. Manchmal ist es sogar das, dass man auf eine Nachricht, wo es mit dem Wochenende spazieren geht, frei, zurück schreibt, zu viel. Also es sind alles Lernprozesse und Aushandlungsprozesse, die viel mit Grenzen zu tun haben. Ich fühle mich offensichtlich zu wohl. Vielleicht hake ich kurz da ein und wenn ihr noch etwas dazu sagen möchtet. Wir haben nämlich eine Publikumsfrage, die da gleich dazu passt, beziehungsweise sie eigentlich eh mit dem deckt, aber ich wollte es ja noch vorlesen. Ich bin für FreundInnen gerne Ansprechpartnerin für schwierige psychische Themen, aber habe oft damit zu kämpfen, dass diese Freunde Oberscheren. Ich traue mich nicht, meine eigenen Themen anzusprechen, bin überfordert und dränge mich selbst in die Rolle der Zuhörenden. Habt ihr Tipps? Überleg. Ich weiß nicht, ob man das pauschal beantworten kann. Also mir fällt gerade total schwer, da irgendwie eine Antwort drauf zu finden. Aber ich habe grundsätzlich in engeren Freundschaften die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, egal um welche Konfliktthemen es sich handelt, egal um was es genau geht, auch wenn es um so Thema Grenzen geht, dass man das nicht in der Situation bespricht, sondern präventiv oder wenn es etwas immer wieder auftaucht, dass man sich irgendwann mal so eine Stunde Zeit nimmt und halt grundsätzlich darüber spricht, wie man Dinge navigiert. Ich glaube, das ist eine gute Idee in allen zwischenmenschlichen Beziehungen. Und wir haben ja grundsätzlich gesellschaftlich so Idee in allen zwischenmenschlichen Beziehungen. Und wir haben ja grundsätzlich gesellschaftlich so einen Fokus auf romantische Beziehungen, wo es irgendwie ganz normal ist, dass man sich oder für viele Menschen, du hast es gerade vorhin angesprochen, dass auch selbst in Partnerschaften Leute ganz oft nicht über ihre Bedürfnisse oder Wünsche oder so sprechen. Aber gerade in romantischen Beziehungen ist es dann auch eher normalisiert, dass man sich irgendwie einmal in woche hinsetzt und mal irgendwie über die beziehung reden die man zueinander hat den freundschaften scheint das für die meisten leute kein thema zu sein aber ich glaube wenn es enge freundschaften sind es genauso notwendig dass man sich hinsetzt warum denn genau dass man sich ab und zu hinsetzen und und einfach Warum denn? Okay, jetzt geht es wieder. Genau, dass man sich ab und zu hinsetzt und einfach darüber spricht, wie man bestimmte, welchen Beziehungsraum man gemeinsam gestalten möchte und wie man miteinander umgeht, wie man Grenzen setzt, welche Grenzen es überhaupt gibt. Ich glaube, das ist notwendig. Und es ist eben notwendig, finde ich, nicht in akuten Situationen, sondern außerhalb von akuten Situationen, als kontinuierliche Beziehungsarbeit. Das ist wahrscheinlich eine unbefriedigende Antwort, aber das ist die einzige Antwort, die ich habe, glaube ich. Ich finde es total befriedigend. Okay, gut. Ich habe mir jetzt gerade gedacht, ich weiß ja gar nicht, ob ich dir das... Hau raus. Darf ich dich fragen, wie alt du bist eigentlich? Ja, klar, 22. Okay, weil ich finde das komisch, wenn ich dich fragen, wie alt du bist eigentlich? Ja, klar, 22. Okay, weil ich finde das komisch, wenn ich so sage, mach ich jetzt erzähle mal, wie ist das bei den Jungen? Und ich bin ja selber auch noch nicht, also ich weiß nicht, wo diese Generationengrenzen aufhören. Falls ihr euch fragt, ich bin 29, deswegen sind wir jetzt nicht so weit auseinander. Aber mich hat jetzt auch interessiert, wie du zum Beispiel mit sowas umgehst. Weil ich kann das erst seit ein paar Jahren, dass ich kommuniziere, stopp, da ist meine Grenze. Oder stopp, ich habe keine Kapazitäten dafür. Das wäre natürlich spannend, wie das für so einen Jungen... Naja, ihr wisst doch, was ich aussehen will. Ja, also seit meinem 22. Geburtstag vor ein paar Monate fühle ich mich auch nicht mehr ganz jung. Aber ich habe auch keinen Experten-Tipp an sich, aber ich würde auch sagen, aus meiner eigenen Erfahrung auch, in Freundschaftsbeziehungen einfach Dinge kommunizieren, Dinge ansprechen, die einen stören. einfach Dinge kommunizieren, Dinge ansprechen, die einen stören. Es sind oft ein paar Trigger im Raum stehen oder auch Elefanten im Raum. Die Dinge, die nicht angesprochen werden, hilft es extrem, einfach darüber zu reden. Oft hat man Angst vor den Rückmeldungen, Angst vor Emotionen, die vielleicht aufkommen. Aber so etwas kann auch freundschaftliche Beziehungen extrem stärken, wenn man einfach Dinge anspricht, die einen stören, die einem vielleicht Energie rauben in einer zwischenmenschlichen Beziehung. Wenn die Rückmeldung kommt, dass das Gegenüber sich nicht darauf einstellen kann oder nicht damit umgehen kann, dann ist es vielleicht eh die falsche zwischenmenschliche Beziehung, die einem mehr Kraft raubt. Ich habe auch gerade so gedacht, das ist ein guter Ding zum Aussortieren. Wer sind die energiefressenden Personen in meinem Freundeskreis und sind die dann wirklich Freundinnen oder halt in einem anderen Setting. Danke für den Input, danke für alle eure Inputs. Mir ist auch noch ein Tipp dazwischen gekommen und zwar nicht so wie du sagst, also auch wie du sagst eben so zu sagen, hey da ist meine Grenze und vielleicht können wir das irgendwie anders kommunizieren und und und. und vielleicht können wir das irgendwie anders kommunizieren und und und. Ich habe aber auch irgendwie gelernt, oder ich mache halt auch gerne so, dass ich andere Personen zuerst einmal frage, hey, hast du gerade Ressourcen, mir überhaupt zuzuhören? Und es ist total okay, wenn nicht, dann gehe ich zu einer anderen Person. Ich finde, das ist mir als Tipp auch noch eingefallen, dass das auch nicht so schlecht ist. Man sollte sich schon den Raum nehmen, aber man kann ja eben selber auch auf die Grenzen von den anderen schauen. In dem ganzen Thema habe ich mir gedacht, passt die nächste Publikumsfrage dazu, ich bin ja begeistert schon wieder. Und zwar, Gefühle genauer benennen können, wie kommuniziere ich meine Gefühle richtig, auch wenn sie stark sind, zum Beispiel Wut. Genau, habt ihr da irgendwie Tricks, Kniffe, wie habt ihr das gelernt? So würde ich die Frage jetzt lesen. Gefühle kommunizieren ist halt wirklich tricky. Ich kann das nicht. Mein Partner lacht. Ich kann das nicht. Ich kann da leider nichts dazu sagen, weil das ist etwas, was ich selber noch nicht kann. Da fühle ich mich auch nicht befähigt, mir jetzt Tipps zu geben. genug Tipps zu geben. Ich finde es auch wieder schwer, irgendwie auf einen oder schwer zu pauschalisieren. Ich glaube, gerade wenn es um Gefühle geht und Gefühle wie Wut, vielleicht negative Emotionen, die man äußert, seine Gefühle vielleicht zu versuchen, stärker an Beobachtungen und weniger an Bewertungen festzumachen. Also bevor man sowas ausspricht, vielleicht zweimal darüber nachdenken und das erste Mal selber reflektieren und dann probieren, das irgendwie aus der Meta-Ebene zu betrachten. das irgendwie aus der Meta-Ebene zu betrachten. Ganz allgemein Thema Gefühle. Ich glaube es, oder auch aus meiner persönlichen Erfahrung und Wahrnehmung heraus, dass es hilft zuerst einmal anzufangen bei Personen, zu denen man ein vertrautes Verhältnis hat. Sich vielleicht den besten Freundinnen, besten Freunden, der Familie, Personen, wo man einfach ein sicheres Umfeld, einen Safe Space hat, da mal irgendwie versucht, sich zu öffnen und sich dann langsam zu steigern, wenn man das will. zu steigern, wenn man das will. Also ich war auch vor einem Jahr ein paar Monate in Psychotherapie und das war auch der Tipp meiner Therapeutin, in Baby-Schritten mal zu starten und ja auch irgendwie eine plumpe Reaktion, Also mal wirklich einfach zu starten. Man muss ja nicht sofort seine tiefsten Ängste und Wünsche auspacken. Man kann ja anfangen zu kommunizieren, wie man sich in bestimmten Situationen fühlt. Ich glaube, mir ist doch was eingefallen. Ich glaube, dass Wut so eine Emotion ist ist oder so ein Gefühl, das so ein bisschen unverdient ausschließlich negativ konnotiert ist und dass Wut halt einfach sehr schnell mit Aggression verwechselt wird und dass Wut ja oft einfach auch ein Ausdruck dessen ist, dass man irgendeine Ungerechtigkeit erfordert oder erkennt. Und dass Wut in einem nicht destruktiven Ansatz angewandt eine kreative, katalysierende Kraft haben kann, weil Wut so eine starke Emotion ist, dass tatsächlich Wut, was ist das total für Prozesse, in Bewegung setzen kann. Wenn ich mir anschaue, welche Themen in meine Texte wiederkommen, dann ist das voll oft so, dass Themenfelder mich total wütend machen, dass da zum Beispiel politisch nichts dagegen unternommen wird oder dass das Themenfelder sind, die halt nur marginalisiert behandelt werden oder so. Also wenn man der Wut ein bisschen ihr schöpferisches Potenzial anerkennt, dann können daraus eigentlich gute Prozesse in Gang gesetzt werden, glaube ich. Ich glaube, gerade wenn es um Wut geht, ist es auch sehr gewinnbringend, sich anzuschauen, was sich hinter der Wut verbirgt, also welches Bedürfnis sich dahinter verbirgt, welche Form von Grenzsetzung, wo das auch oft Grenzsetzung. glaube ich manchmal sinnvoll, sich nicht in akuten Situationen die Wut ungefiltert rauszulassen, sondern vielleicht auch selber mal zu reflektieren, was ist überhaupt für ein Bedürfnis dahinter und das dann zu kommunizieren. Aber ja, ich bin keine Psychotherapeutin. Wie ich es eh schon gesagt habe, es ist nicht ein Ersatz für eine professionelle Hilfe, unser Abend. Und ich möchte ja nur sagen, wir erwarten alle keine ExpertInnen-Wissenssachen oder so, sondern eben irgendwie so die eigenen Zugänge. Aber danke dafür. Ich habe nur einen Tipp aus dem Publikum bekommen. Seid ihr bereit? Ich habe gelernt, erstmal für mich selber das Gefühl zu erkennen und benennen. Und dann zum Beispiel meinem Gegenüber sagen, okay, ich bin jetzt gerade wütend und brauche kurz Zeit für mich. Mir erstmal die Zeit nehmen und das Gefühl zu regulieren und dann darüber reden. Da nicken alle, ich kann auch sagen guter tipp danke dafür also ich kenne das auch ganz oft so dass ich sage ich muss einmal aus der situation und dann wenn man so quasi dann kann man irgendwie anders auf das schauen das ist genau so ist das und irgendwas hab ich mir nur gedacht und jetzt habe ich wieder meinen Faden verloren. Jetzt geht es wieder los mit dem Faden verlieren. Ja, vor allem ist mir auch noch gerade ein Licht aufgegangen, vielleicht noch als Ergänzung. Das kann extrem wertvoll sein, sich einen Sparring-Partner oder Partnerin dazu zu holen und einfach mal kurz irgendwie über Situationen zu reden. Und wenn das Gegenüber darauf eingestellt ist und jetzt versucht auch nicht zu bewerten, sondern einfach nur mir zu helfen, herauszufinden, was jetzt meine Beweggründe sind, was meine Intention hinter meiner Emotion ist, kann mir das extrem helfen, eben zu reflektieren, herauszufiltern, was will ich wirklich, worum geht es mir wirklich hinter der Emotion, die sich zeigt. Das ist viel gut, jetzt wo du geredet hast, ist mir etwas anderes eingefallen, weil bei der ersten Veranstaltung von dieser Diskussionsreihe hat die Jacqueline Scheiber auch einen guten Tipp zu dem Thema gebracht. Und zwar, wenn man mal so wütend ist und so Dampf ablassen will, dass man dann die beste Freundin oder wen auch immer eine enge vertraute Person, die es nicht betrifft, anruft und einmal sagt so und das hätte ich jetzt gesagt und dann so richtig den Dampf ablässt. Ist mir jetzt auch gerade noch einfach. Aber man sollte vorher fragen, ob es die Ressourcen hat, dass es jetzt dann so ein Grand Flash anhocht. Danke, das stimmt. Also habt ihr es euch notiert? Zuerst fragen und dann grandeln. Ich habe mir auch noch... Findet ihr, die Frage ist ausreichend beantwortet oder willst du drüber reden wir gehen glaube ich zur nächsten frage sonst fällt mir nur genau den habe ich lustig gefunden ich finde das übrigens danke sehr toll dass ihr da so fleißig eine schreibt jeder kennt den tipp meditieren hilft gegen Kackgedanken. Eure Erfahrungswerte damit. Ich mache gerne so geführte Meditationen, weil ich schlafe dann sofort ein. Meditation ist sicher super, weil vermutlich, also bei mir kann es halt nicht so gut, aber ich kann nachvollziehen, warum man sagt, Meditation ist super, weil die Atmung wird tiefer, dadurch reguliert sich das Nervensystem. Ich kann das schon nachvollziehen auf einer funktionalen Ebene. Ich finde es halt schwierig. Und ich habe auch den Meditationstipp schon manchmal gekriegt, aber heute in die falschen Situationen und das ist, glaube ich, Meditation ist so einer dieser ungefragten Ratschläge zum besseren Leben, der glaube ich voll gern gegeben wird. Und das ist aber total schwer, weil gerade wenn Leute nicht meditiert haben oder irgendwas anderes Neues machen, dann geht es dir eh schon schlecht. Und dann sollst du dann irgendwas Neues probieren, das du vorher noch nie gemacht hast, wo du nicht weißt, wie das funktioniert. Und wo du vielleicht auch gleich schlecht drinnen bist, weil du kannst nicht lang genug still sitzen oder du kannst nicht fünf Sekunden ausatmen, wie der Typ in dem Yoga-Video halt sagt, dass machen sollst. Oder du kannst dir diese ganzen Gedankenbilder nicht vorstellen oder was weiß ich was. Dann, ich glaube, das kann einfach voll schnell voll die frustrierende Erfahrung sein. Und, ja. Also ich glaube, was ganz oft nicht, dann kann das einfach voll schnell die frustrierende Erfahrung sein. Also ich glaube, das ist ja ein ganz häufiger psychologischer Tipp, Yoga machen, spazieren gehen, meditieren, ausreichend Sport und ausreichend Sonne und genügend Wasser trinken und so. Und nichts davon ist schlecht, also bitte ausreichend Wasser trinken und Klumpen essen und so. Mit Sonnenschutzfaktor ist 50 bitte. Ja, eh. Was glaube ich viele Leute nicht wissen ist, dass es psychische Erkrankungen gibt, bei denen Meditation kontraindiziert ist. Es gibt Leute, die nicht meditieren sollten. Es gibt, also man weiß zum Beispiel bei Leuten mit Traumafolgestörungen kann es eine sehr schlechte Idee sein. Also auch da ist es sinnvoll, das begleitet zu machen oder mal mit einer Therapeutin drüber zu reden, bevor man es macht. Und es gibt nicht nur Leute, bei denen es kontraproduktiv ist, es gibt auch Leute, bei denen es überhaupt nichts bringt. Ich fand Meditation bislang eher wenig sinnvoll bis unangenehm und kann persönlich wenig damit anfangen. Ich glaube, dass Ratschläge wie dieser heute oft davor ausgehen, die Ursache für Depressionen oder andere psychische Erkrankungen, die wäre ausschließlich im Inneren zu suchen und im Inneren zu beheben. Und natürlich kann man das vielleicht an furchtbaren Nachmittagen ein bisschen weniger furchtbar machen, wenn ich schaffe, dass ich meditiere oder spazieren gehe oder Yoga mache, aber es ändert eben nichts an die systemischen Probleme oder an sozioökonomische Faktoren, die zu meiner Depression beitragen. Ich kann mir mein Niedrigeinkommen nicht wegspazieren gehen. Oder wegatmen. Das funktioniert halt einfach nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund. Ich glaube, ein weiterer Grund ist, dass es eine falsche Annahme ist, dass es eine gute Idee ist, wenn wir allein sind mit diesem Inneren und dem überlassen sind, sozusagen in der Meditation. Also ich glaube, ganz oft ist auch Selbstbeschäftigung nicht die idealste Lösung. Und ja. Punkt. Ich bin ganz bei euch. Also systemische Faktoren kann man nicht wegatmen. Punkt. wirkungen lösen aber ich finde oft geht es bei so kleinen tipps und tricks auch darum einfach im alltag ein bisschen was tun zu können und dazu muss ich erstens noch keine handfeste psychische erkrankung haben um mir was gutes tun zu können und auch wenn ich durch andere faktoren vielleicht benachteiligt habe oder im Leben nicht auf die Butterseite gefallen bin, dann kann ich trotzdem dafür sorgen, dass es mir im Moment ein bisschen besser geht. Vielleicht zum Thema Meditation. Ich habe auch noch keine, oder kann es auch nicht weiterempfehlen. Ich habe noch nicht so viele Meditationsversuche gemacht, aber was mir persönlich immer sehr stark hilft, ist, sich Zeit und Raum tatsächlich zu suchen, um sich mit sich selber und seinen Gedanken zu beschäftigen. Also oft ist es einfach ein Ausweichmechanismus, dass man sich einfach nicht mit seinen Gefühlen beschäftigen will. Vielleicht, wenn man mal irgendwie fünf Minuten hat, man doch wieder zum Handy greift oder merkt, okay, da kommt ein bisschen dunklerer, gefährlicher Gedanke hoch, wo ich nicht ganz weiß, wie ich den einordnen soll, schnell was anderes zu machen, schnell irgendwie doch den Schrank aufzuräumen oder doch wieder zum Handy zu greifen, dafür einfach bewusst Zeit zu schaffen und entweder vielleicht irgendwie das Handy wegzulegen. Oder was ich ganz gern mache, ist, wenn ich merke, manchmal in Phasen, okay, irgendwie irgendwas stimmt gerade nicht. Ich habe da irgendwie so ein Grummeln im Bauch, schon seit ein paar Wochen. Und ich weiß nicht ganz, was da los ist, aber irgendwie bin ich mir gerade unsicher. Irgendwas gibt's in mir, worüber ich näher nachdenken müsste, dass ich mir dann aktiv die Zeit einräume und ist jetzt natürlich nicht immer so leicht von heute auf morgen handhabbar, aber dann oft irgendwie zwei Wochen später mir eine kurze Auszeit nehme und irgendwie zwei, drei Tage wegfahre, mir ein Airbnb miete in den Bergen und Handy und Laptop irgendwie daheim lasse und einfach bewusst ein, zwei Tage nehme, wo ich mich mit mir und meinen Gedanken beschäftigen muss. Also hat jeder selbst zu entscheiden, aber mir hat es geholfen. Ich glaube, das mit dem Selbst ist das Stichwort. Ich glaube, es geht darum, herauszufinden, was im Rahmen der Möglichkeiten machbar ist was mir hilft, dass der Tag ein bisschen weniger furchtbar ist, weil man muss nicht wenn ich permanent versuche irgendwie systemische Probleme zu lösen als Individuum, dann ist es wahrscheinlich kein Wunder dass ich psychische Probleme habe, wenn man da sehr oft gegen Wände rennt und manchmal ist es ja okay, wenn es nur unter Anführungszeichen der Nachmittag okayer wird. Und da geht es genau um das, dass man, und das ist eh schon schwierig und Auftrag genug, dass man diese paar Kleinigkeiten, Beschäftigungen, Tätigkeiten etc. findet, die es ein bisschen besser machen, wenn man das Meditation ist. Warum nicht? Für mich sind es Spaziergänge. Mir nervt das auch immer, dass Spaziergänge, das ist so die Popkulturlösung für alles schlechthin spazieren gehen. Ich gehe total gerne spazieren. Aber es stimmt halt wirklich. Es hilft wirklich super. Aber ich werde mir nicht meine Depressionen wegspazieren. Aber es kann ja beides gleichzeitig existieren. Es kann ja trotzdem helfen und eine Depatentlösung für alles sein. Also diese Gleichzeitigkeiten, die dürfen ja existieren. mit den dunklen Seiten der eigenen Seele zu konfrontieren. Ich mag das bis zu einem gewissen Grad widersprechen. Ich glaube, dass das sehr individuell ist und auch sehr mit der Persönlichkeitskonstitution zusammenhängt und damit auch, ob man psychisch krank ist oder nicht. Ich bin ein Mensch, also ich kann jetzt nur mal von mir sprechen, der sehr zum Grübeln neigt, der sehr introspektiv ist, sehr zu Ängsten neigt. Ich beschäftige mich viel zu viel mit mir selber. Also für mich ist es viel mit mir selber. Also es ist viel, also für mich ist es viel hilfreicher, mal nicht alles anzuschauen, weil ich mich einfach verliere drin. Und ich glaube, so geht es auch ganz vielen Menschen. Und tatsächlich ist es ja auch in der kognitiven Verhaltenstherapie so, dass es ganz sinnvoll ist, sich manchmal einfach abzulenken von Dingen, wo es nicht sinnvoll ist, sich den ganzen Tag anzuschauen. Und ich kenne das tatsächlich bis hin zu Suizidgedanken, wo man ständig um dasselbe kreist, da ist es einfach hilfreich, nicht nur hilfreich, sondern vielleicht sogar überlebensnotwendig manchmal, sich einfach mit irgendeinem Schaß abzulenken und eben sich nicht hinzusetzen und zu meditieren und sich mit sich selber zu beschäftigen. Also ich glaube, das ist irgendwie kulturell so komisch konnotiert, man macht ja nur zur Ablenkung, damit man sich nicht mit sich selbst beschäftigt. Das kann zwar sehr gesund sein, sich abzulenken und sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen. Darf ich noch einen Satz sagen? Und was ich tatsächlich ganz, ganz hilfreich finde in Phasen, wo ich depressiv bin oder wo ich sehr in Ängsten bin, ist, und oft ist das das Einzige, was hilft, sind andere Menschen. Also wenn ich mal aus meinem eigenen Kopf rauskomme, wo ich mich eh die ganze Zeit, wo ich die ganze Zeit um denselben Schaß kreise, dass ich mal irgendwie da ausbreche und mal mir irgendwer irgendwas erzählt, oder ich mit einem guten Freund spazieren gehe, weil wir schon über Spazierengehen gesprochen haben, und der mir irgendwas erzählt, das hilft oft am allermeisten, einfach so dieses Rauskommen aus sich selber. Entschuldigung, du wolltest das sagen. Ich glaube, dass diese ganze Selbstwirksamkeit ja auch sehr schnell quasi neoliberal missbraucht werden kann, weil dann wird die ganze Verantwortung über deinen Gesundheitszustand wieder dir selber zugeschoben, weil mit der Argumentation ist man dann schnell bei es geht dir nicht gut, naja, du wirst dann nicht genug spazieren. Und das macht einerseits auch einen total neuen Markt auf, weil auch das kann man ökonomisieren und auch für das kann man Produkte und Apps und was weiß ich was erfinden, die man verkaufen kann und es schiebt eben wieder die Verantwortung vom systemischen zurück zum Individuum und das ist glaube ich auch noch was, was man halt leicht übersiegt, wenn man sagt, die Lösung liegt immer nur in dir, liegt es nicht. Ich bin bei dir und gleichzeitig finde ich, kann man auch den positiven Zugang sehen, dass man es, also bin voll bei dir, wenn du sagst, du bist einfach nicht nur selbst für deinen gesundheitlichen Zustand verantwortlich, das ist vollkommen richtig und gleichzeitig ist es, finde ich, was extrem Gutes, dass du es selbst bis zu einem gewissen grad beeinflussen kannst also gerade wenn wir über positive psychologie sprechen forschungszweig der noch recht jung ist genau eben von von martin seligmann begründet und sagt, dass Gesundheit oder dass sich die Psychologie, die herkömmliche Psychologie, Freud, Frankl und Co. eigentlich nur mit Faktoren beschäftigt hat, wie die negativ auf die menschliche Psyche einwirken, mit Störungen der menschlichen der menschlichen psyche und dass man gleichzeitig auch positiv etwas tun kann damit es einem besser geht und genau da kann man vielleicht dann noch später über tricks reden aber ich würde gerne noch einen satz anhängen an all das was wir jetzt gerade gesagt haben und zwar dass es manchmal einfach darum geht, dass man Dinge aushält, bis sie vorbei sind. Manchmal geht es überhaupt nicht darum, dass man irgendwie aus seiner depressiven Phase das Beste rausholt, indem man sich noch unfassbar viel mit sich selber beschäftigt und dann irgendwie so post-traumatic growth-mäßig irgendwie dann danach total gewachsen ist. Manchmal geht es einfach darum, dass man die Scheiße auch durchhält, bis sie vorbei ist. Und wenn das ist, dass ich eine Woche lang auf meinem Handy scroll und im Bett liege, dann war es das halt. Finde ich einen guten Schlusspunkt für das. Also ich fasse so grob zusammen, wir raten nicht ab von Meditation, aber wir sind jetzt alle vier nicht so begeistert. Aber ihr habt ganz viele andere spannende Sachen gehört. Wobei, manchmal ist davon wirklich abzuraten. Also wie gesagt, bei bestimmten Dramatisierungen ist es tatsächlich nicht ganz ungefährlich. Merkt euch das. Ich habe das nicht gewusst. Danke für den Input. Nachfragen bei Therapeutinnen und Sohnen. Ich bin ein bisschen traurig, dass keiner Dankbarkeitstagebuch gesagt hat, in der Aufzählung von Sachen, die einem vorgeschlagen werden, die man für die psychische Gesundheit machen soll. Auch da ist es so, es kann sehr helfen. Kann aber auch nicht helfen. Kommt auf die Situation an, kommt darauf an, wie es einem geht. Wenn ich in einer schweren depressiven Phase hänge, dann kann man mir mit Dankbarkeit Tagebrüche entscheißen gehen. Das bringt halt nichts. Aber wenn es einem grundsätzlich gut geht und man sozusagen seine psychische Gesundheit erhalten will, dann natürlich kann das helfen, wenn man sich aufs Positive konzentriert am Ende des Tages. Also ich, ja, eh, aber. Es war ein bisschen ein schlechter Scherz. Ich wollte mich eigentlich gar nicht lustig machen, weil Also ich, ja, eh, aber. Eh, ja, aber. Es war ein bisschen ein schlechter Scherz. Ich wollte mich eigentlich gar nicht lustig machen, weil jetzt verrat ich es. Wird aber auch in der kognitiven Verhaltenstherapie zum Beispiel dann auch gemacht. Es ist auch eine Aufgabe, die man dann kriegt, dass man Dankbarkeits-Tagebücher schreibt. Es wird ja nicht so genannt, aber dass man sich halt bewusst versucht, auf das Positive zu konzentrieren. Und man kann sich natürlich lustig darüber machen und ich mache das auch oft, aber wenn, es kann natürlich auch, also es hilft ja auch. Also all diese Sachen sind Sachen, die helfen, die individuell in Situationen helfen können, mit Dingen umzugehen, die auch präventiv helfen können, aber wenn jemand, weiß ich nicht, akut suizidal ist, dann werde ich ihm nicht mit Dankbarkeitstagebüchern kommen. Ja. Punkt Dankbarkeitstagebuch, muss ich noch eine land zu brechen immer noch du stellst die frage noch nämlich mein kleiner tipp nummer eins und vielleicht nur ganz kurz ich finde wir müssen einfach ein bisschen aufpassen wo in welchem kontext wir über solche Dinge sprechen, weil das sagen ein Dr. Christoph P. von der Donau-Uni Krems, ein Dr. Paul Pläner von der MedUni oder vom AKH, die eigentlich mit der zwei größten Experten gerade sind, sagen das eigentlich in fast jedem Eingangsstatement, auf fast jeder Diskussion. Wir müssen unterscheiden zwischen ernsthaften Erkrankungsbildern und, dann braucht mir da keiner anfangen mit Schreib-Dankbarkeits-Tagebuch, fange an zu meditieren, gehe an die frische Luft. Das sind ernsthafte Erkrankungsbilder, die auch so behandelt gehören. Und auf der anderen Seite gibt es ja viel, das ich tun kann, um mein Wohlbefinden zu verbessern, wenn ich kein attestiertes psychisches Krankheitsbild habe. Wenn es mir einfach nur mal nicht so gut geht oder Dinge, die ich tun kann, damit es mir im täglichen Leben von heute auf morgen ein bisschen besser geht. Und das muss man, finde ich, nicht immer gleich in den Kontext setzen mit, was weiß ich, wenn ich Suizid gedanken habt dann hilft mir das nix schon klar aber gleichzeitig sind das dinge kleine dinge die extrem wirkvoll sein können und zum beispiel dankbarkeit tagebuch habe ich vor einem jahr angefangen auch in der früh mir zehn minuten zu nehmen gibt es auch super vorlagen im internet oder so kleine Bücher, die man bestellen kann oder einzelne Fragen, whatever. Drei Dinge aufschreiben, für die man dankbar ist, drei Dinge aufschreiben, auf die man stolz ist, drei Dinge aufschreiben, auf die man sich freut für den heutigen Tag. Und so simpel das ist, in diesen zehn Minuten, wenn ich das gemacht habe, geht es mir seitdem um ein so vielfaches besser. Und genauso irgendwie mal zehn Minuten abzuschalten. Diese kleinen Tipps und Tricks können, und das muss jeder für sich selber wissen und auch einfach ausprobieren, was bei einem selber hilft, aber können auch extrem wirksam sein. Ich glaube, das große Thema, das so im Raum steht, das noch niemand benannt hat, ist so diese Ambivalenz zwischen einerseits dem Benennen von das ist so, glaube ich, so als Feministinnen, wo wir beide auch irgendwie so herkommen, so diese Frustration darüber, dass die Strukturen so sind, wie sie sind und das Benennen davon, dass wir an diesen Strukturen erkranken und dann andererseits der Anspruch mit diesen Strukturen, aber als Individuum irgendwie zurecht zu kommen. Und es gibt ja eine ganz lange Tradition von linker und feministischer Psychiatriekritik, wo es eben darum geht, dass man diese ganzen Maßnahmen, die nur am Individuum ansetzen, egal ob es jetzt die Psychiatrie selbst ist, wobei da gibt es noch ganz viele andere Themen, über die man sprechen kann, aber auch die Psychotherapie, aber dann auch so Sachen wie Meditation und Dankbarkeitstagebücher, dass das dann sehr schnell kritisiert wird, als das ist irgendwie nur eine neoliberale Selbstbeschäftigung und wir ändern ja das System nicht damit, sondern wir machen das Individuum nur passender für das System. Wir sorgen nur dafür, dass das Individuum mit dem System besser zurechtkommt, individuell. Und das ist so die große Ambivalenz, vor der man irgendwie steht, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, weil einerseits ist es mir auch wichtig, diese Strukturen zu benennen und zu kritisieren und zu sagen, nur weil ich jetzt in Therapie gehe, heißt das nicht, dass die Strukturen sich ändern, die mich krank machen auch, aber andererseits muss ich ja irgendwie als Individuum zurechtkommen. Also das ist ja sozusagen der Unterschied zwischen dem strukturellen Zugang und dem individualistischen Zugang und irgendwie muss man die Kurve zwischen beidem als Individuum ja kriegen, weil das System wird auch nicht gestürzt, wenn ich den ganzen Tag depressiv im Bett liege. Irgendwie muss ich ja umgehen damit. Und deshalb finde ich auch tatsächlich, dass man sich über so Maßnahmen, die am Individuum ansetzen, auch nicht notwendigerweise immer lustig machen muss, weil irgendwie müssen wir alle überleben sozusagen und ich glaube, alles, was Menschen mal hilft, mit der Welt zurechtzukommen, wie sie ist, ist mal eine gute Sache grundsätzlich, auch wenn sich strukturell dadurch noch nichts verändert hat, Sache grundsätzlich. Auch wenn sich strukturell dadurch noch nichts verändert hat, aber vielleicht sind das dann auch Maßnahmen, die die Kraft, wie soll ich sagen, die einem Kraft geben auch, um für strukturelle Veränderungen zu kämpfen dann auch. Also ich finde, man muss immer so diese, also und das ist auch eine Ambivalenz, über die ich in dem Buch ganz viel schreibe, weil ich das auch für mich nicht wirklich beantworten kann, wo da die Grenze ist zwischen beiden Dingen und an welchem Punkt man sagen muss, es ist einfach nur eine neoliberale Selbstbeschäftigung, die das System stützt. Oder ab wann man sagen muss, es ist aber jetzt wichtig für mich als Individuum, dass es mir gut geht, ganz einfach. Und das steht halt beides irgendwie so im Raum. Und ich finde, man muss das irgendwie auch nebeneinander stehen lassen, weil man kann es glaube ich nicht letztendlich beantworten. nicht über Dankbarkeitstagebücher lustig machen. Und ich wollte eben auch noch sagen, ich schreibe selber am Abend eine Sache, die an dem Doktor gerannt ist, auf. Also es tut mir wirklich leid. Das war überhaupt nicht das Angriff auf dich. Ich bin auch jemand, der oft sich lustig macht. Ich bin auch ein sehr sarkastischer Mensch. Ich mache mich voll oft über solche Sachen lustig. Aber eigentlich denke ich mir dann immer so, wenn es Individuen hilft, dann ist es auch gut so. Ich habe es ja nicht als Angriff gesehen, aber ich habe mir dann eben selber auch so gedacht, also der Witz war einfach schlecht überlegt, ehrlich gesagt. Und genau, also das wollte ich nur nochmal klarstellen, dass ich nicht antidanken kann. Ein zweites so großes Thema, das dann ganz oft besprochen wird, ist ja das Thema Achtsamkeit, das ist auch ein total inflationär benutzer Begriff, gibt es aber auch, also ich war schon auf mehreren psychiatrischen Stationen in meinem Leben und auch Psychotherapiestationen, wo man so mehrwöchige Therapieprogramme macht und auch da gibt es Achtsamkeitsgruppen, weil es einfach auch Evidenz gibt, dass es hilft. Auch wenn es ein Wort ist, das man vielleicht nicht mehr hören kann. Auch wenn all diese Sachen Sachen sind, die man vielleicht nicht mehr hören kann, wenn man sich denkt, ach komm. Aber es hilft halt auch. Irgendwoher kommen sie. Ich habe einerseits gesehen, dass die Zeit drängt, das ist ja Wahnsinn. Und habe dann aber auch noch einen Input aus dem Publikum zum Punkt Ablenkung und dann komme ich auf die Frage, die du so gern hättest und zwar, mir geht es auch so, dass ich mich gerne zerdenke, ein Tipp von meiner Seite ein Tipp von meiner Seite klatschen, stampfen oder einen Schluck Wasser trinken, den Gedanken kurz unterbrechen, um neu oder anders zu starten. Hilft aber nicht jedem. ZwinkerSmiley. Und jetzt kommt die Frage der Fragen. Trommelwirbel. Und zwar, trotzdem, jetzt bleiben wir nur mal auf der individuellen Ebene. Was sind, also es steht da drei, aber wenn es jetzt nicht drei ist, ist es auch in Ordnung, was sind so eure Lieblingstricks oder was tötet ihr, damit es euch besser geht? Oder ihr euch was Gutes tötet? Also so etwas ganz Bewusstes. Ist das die Frage gewesen, oder? Ja. Meine Liebe zu Dankbarkeitstagebüchern habe ich jetzt eh schon äußern dürfen. Wie gesagt, also, oder wenn ich starten darf im endeffekt was mir persönlich hilft das ist auch gut und das ist ganz noch so viele tipps und tricks geben dann muss man einfach selber schauen was bei mir persönlich hilft was was womit ich irgendwie ganz gut umgehen kann, Thema Achtsamkeit. Eine oder es gibt zwei kleine Tricks irgendwie, einmal 30 Sekunden sich Zeit zu nehmen und eine Sache zu tun, nach der man sich besser fühlt. Also das kann sein, irgendwie einmal kurz durchzuatmen, vielleicht ein Glas Wasser zu trinken oder ich mache gerne ein paar Liegestütze und fühle mich dann irgendwie voll energetisiert. Also auch bei jedem total unterschiedlich. Und auf der anderen Seite drei tiefe Atemzüge und beim zweiten Atemzug an eine Person zu denken, die man gern hat und beim dritten Atemzug an ein schönes Erlebnis mit dieser Person zu denken. ein traditioneller Trick, den man irgendwie in einem Instagram-Reel vorgeschlagen bekommt, aber kann einzelnen Personen oder hat mir zum Beispiel auch öfters schon geholfen. Und genau, das größte Thema ist für mich trotzdem irgendwie das Thema Ablenkung und gerade das Thema Handynutzung. Also wir kennen es alle, dass man einmal Instagram öffnet für eine Chatnachricht und man schaut auf die Uhr und auf einmal sind eineinhalb Stunden vergangen oder man schaut sich nur einen TikTok an und verpasst dann die Haltestelle, wo man aussteigen wollte und oft fühlt man sich danach nicht wirklich gut und das sagen tatsächlich auch die namhaften Expertinnen und Experten im Bereich psychische Gesundheit von den ganzen Instituten bei den meisten Diskussionen, dass die einfachste Art und Weise, irgendwie für stärkeres Wohlbefinden zu sorgen, meistens ist einfach wirklich die Screen Time zu reduzieren. So banal es klingt, aber es hilft wirklich. Und meine Haupttools sind da zwei Apps. es klingt aber es hilft wirklich und meine ob tools sind 22 apps gibt der eine heißt screen sen und die andere heißt one sec die bestimmte apps einstellen kann die dann geblockt werden am handy und da muss man dann zum beispiel zehn sek warten, bis man die App öffnen darf und dann wird einem angezeigt, atme einmal tief durch. Das ist schrecklich, das stresst mich schon, wenn ich es höre. Dann steht am Ende, möchtest du diese App wirklich öffnen oder sowas, das kann man auch selber einstellen. Und ich habe mich ja tapf gefühlt, weil oft sind das dann irgendwie so Phantom-Klicker, dass ich eigentlich nichts zu tun habe und einmal proformermäßig irgendwie Instagram oder eine andere App öffne und eigentlich das ist keine intentionierte Handlung war und dann aber erst recht wieder versinke und dagegen hilft das ganz gut. Habt ihr noch irgendwelche Sachen, die ihr einbringen wollt? Mein Top-Tool ist ein bedingungsloses Grundeinkommen. Nein, aber ich glaube, zwei Sachen, die glaube ich unterschätzt sind, wenn es um psychische Gesundheit geht, ist einerseits, warum dreht sie mich immer ab, wenn ich rede eigentlich, ist die Frage, ob unsere Grundbedürfnisse erfüllt sind. Dazu zählen auch so Sachen wie ausreichend schlafen. Ich glaube, dass wir alle viel zu wenig schlafen. Also ausreichend essen, ausreichend schlafen, ausreichend Ruhe ist, glaube ich, wichtig. Und das Zweite, was, glaube ich, sehr oft unterschätzt wird, ist der Wert von Beziehung. Und mit Beziehung meine ich jetzt nicht, ich meine damit zwischenmenschliche Beziehungen, Freundschaften, familiäre Beziehungen, Partnerschaften. Psychotherapie ist auch deshalb erfolgreich, funktioniert auch deshalb, weil es eine Beziehungserfahrung ist. Die Qualität dieser Beziehung, dieser therapeutischen Beziehung ist der wichtigste Faktor, wenn es darum geht, ob eine Therapie erfolgreich ist oder nicht. Wir wissen, Menschen sind Beziehungstiere und wenn wir über psychische Gesundheit sprechen, dann dürfen wir nicht vergessen, dass es dabei nicht nur um ein Individuum geht, sondern um Systeme und damit meine ich jetzt nicht nur politische Systeme, sondern auch soziale Systeme, in denen Individuen leben und dass wir einander brauchen, um gesund zu sein. Das ist ein unangenehmer Satz, weil wir gerne alle total selbstständig sind und irgendwie alles ganz alleine hinkriegen und irgendwie eine Insel sind und dann irgendwie niemanden brauchen. Aber wir brauchen alle, wir brauchen alle die Menschen um uns herum, wir sind alle Beziehungstiere und ich glaube, eine Investition in die Qualität der Beziehungen, die wir zueinander haben, ist eine Investition um unsere psychische Gesundheit. Wenn ich da nur einen Fakt ergänzen darf, es gibt spannenderweise auch eine groß angelegte Studie zum Thema Glück, was das Glück von uns Personen irgendwie beeinflusst, von der Harvard University, da hat man jetzt seit, glaube ich, 30 oder 40 Jahren schon uns Personen irgendwie beeinflusst, von der Harvard University. Da hat man jetzt seit, glaube ich, 30 oder 40 Jahren schon Menschen begleitet in ihrem Leben und sie nach und nach immer wieder zur Studie gebeten und einfach geschaut, okay, welche Faktoren beeinflussen das Leben von Menschen, beeinflussen das Glück. Und da ist es ein großer, großer Punkt rausgekommen, dass der zentrale Faktor eigentlich von der gesamten Gruppe war, dass glückliche Beziehungen zu einem glücklichen Leben führen. Vielleicht noch ein Einwurf an der Stelle, weil wir gerade wieder in einer Corona-Welle sind und gerade Erkältungskrankheiten sehr kursieren. Es gibt auch Studien, die sagen, dass wir ein besseres immunsystem haben wenn wir gute freunde haben und und eine gute beziehung zu vertrauenspersonen also es ist auch unsere körperlichen für unsere körperliche gesundheit notwendig gut sozial eingebettet zu sein und es gibt studien die besorgen dass menschen die über ihre probleme oder über traumatisierende erlebnbnisse und die Gefühle, die sie dabei hatten und den Einfluss, den diese furchtbaren Sachen auf ihr Leben haben, wenn sie über das Schreiben tatsächlich ein messbar besseres Immunsystem haben. Also das ist mittlerweile, das ist eine Studie, die ursprünglich in den 60ern oder in den 70ern durchgeführt worden ist und die mittlerweile in ganz viel unterschiedliche Settings, vor allem mit Menschen, die in isolierten Zuständen leben, Jugendliche im Strafvollzug, Alleinerziehende, aber auch Menschen, die zum Beispiel Fluchgeschichte haben oder vergewaltigt worden sind, dass tatsächlich das Schreiben über Trauma messbar hilft, nicht nur psychisch, sondern auch physisch. Aber es sollte auch bei wirklich schlimmen Sachen in einem begleiteten Kontext passieren. Das ist glaube ich auch wichtig. Also eins von meinen drei Top-Dinge wäre sicher darüber schreiben schreiben nämlich auch gerne einfach für sich selber und körperarbeit bedarf ich immer so so so übersehen gern dass man sagt ja das das spielte ja alles im hirn ab und das ist also rational und so nahe trauma machte was mit dem Körper, bleibt hänger, manifestiert sich, Körperarbeit ist super und sie hilft, Punkt. Mein Lieblingskörpersache für akute Hilfe sind YouTube Dance Workouts. I said it. Ich bin ein Kind der 2000er Best of 2000 15 Minute Dance-Minute-Dance-Workout. Es hilft. Für kurz. Es ist genauso ein Vollfahren. Nachmittag ist beschissen, mit 15 Minuten tanzen zu Jennifer Lopez. Ein kleines bisschen weniger beschissen. Ein kleines bisschen ist gut. Ich habe gerade überlegt, ob man das am Anschluss von dem Gespräch machen sollte. Das geht leider nicht, weil wir müssen nämlich heimfahren, weil ich habe gehört, die Menschen schlafen zu wenig. Das ist mir leider noch ein bisschen heimfahren. Ich würde gerne auch vielleicht einmal ein bisschen zu dem Thema Arbeit, Job und so wechseln. Da ist nämlich auch aus dem Publikum eine Frage gekommen und zwar Depression und Arbeit finde Finde es schlimm, dass ich mich nicht einfach krank melden kann und als Grund Depression nennen kann. Mich nervt das Unverständnis auf der anderen Seite der Leitung. Da ist eigentlich gar keine Frage. Aber ich finde es ein guter Anstoß, dass wir eben mal über das reden. Psychische Gesundheit, Job. Ich habe ja, also ich muss sagen sagen dass ich als ich anstellungen hatte mich öfters mit der personen krank gemeldet habe und der gott sei dank arbeitgeber hatte die das verstanden haben ich finde jetzt als selbstständige wesentlich schwieriger das ist etwas was du in dem text auch angesprochen hast. Und zwar absurderweise, obwohl das mein Thema ist sozusagen. Also ich habe ein Buch über psychische Gesundheit geschrieben und kann nicht Veranstaltungen absagen mit Verweis auf meine psychische Gesundheit. Das geht schon mal finanziell nicht. Es geht aber auch, also man hat ja dann auch die Sorge, wird man überhaupt immer wieder eingeladen oder welcher Ruf, also wie spricht sich dann irgendwie rum, dass man nicht irgendwie zuverlässig ist und so. Also das ist irgendwie so diese absurde Situation, in der ich gerade bin, dass ich mit diesem Thema auf Bühnen sitze, wo ich manchmal gar nicht sitzen könnte eigentlich, weil ich komplett depressiv bin. Und aber trotzdem dort sitze. Also ich, ja. könnte eigentlich, weil ich komplett depressiv bin. Und aber trotzdem dort sitze. Nichts, ich würde sagen, es ist arg. Also ich glaube, dass das ja, also ich habe tatsächlich in Anstellungen angenehmer gefunden. Auch deshalb, weil man ja dann zumindest, also Krankengeld, also man kann in den Krankenstand gehen überhaupt einmal. Die Rahmenbedingungen sind manchmal leichter, manchmal schwieriger, also in meinem Text, und über das haben wir ja auch schon kurz gesprochen, was schon sehr praktisch ist an der Selbstständigkeit, ist, dass man irgendwie diese freie Zeitenteilung hat und wenn es irgendwann einmal einen Tag gibt, wo es gar nicht geht, dann geht es halt einfach nicht. Man tut halt einfach nicht und muss aber dann am nächsten Tag doppelt so viel essen. Dann wird er dann trotzdem irgendwie fertig in den meisten Fällen. Oder wenn ich nicht leistungsfähig bin, dann schadet es meistens nur mir. Dann schadet es meiner Workload und dann bin ich eben vielleicht in der Situation, dass ich irgendwann mal anders mehr schreiben oder mehr arbeiten oder so was. Aber ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich kann mich nur erinnern, wie ich noch Anstellungsver. Aber ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich kann mich nur erinnern, wie ich noch Anstellungsverhältnisse gehabt habe im Literaturbetrieb. Ich bin voll oft einfach psychisch krank arbeiten gegangen, weil ich total ein schlechtes Gewissen gehabt hätte meinen Kollegen gegenüber. So, ah dann sind die zu zweit und müssen diese Veranstaltung, für die es eigentlich normalerweise drei Mitarbeitende braucht, dann müssen die die zu zweit machen und das mag ich irgendwie nicht. Und es ist ja nur, weil es mir irgendwie nicht so gut geht, nur weil heute wieder alles so schwer ist. Es ist ja nicht krank genug oder so. Ich kann mich erinnern, dass ich mir oft gewünscht hätte, ich hätte irgendwas Richtiges, ich hätte Fieber, ich hätte Durchfall, ich hätte irgendwas, was komplett selbstverständlich ist, dass man daheim bleibt. Was ansteckend ist, aber nicht irgendwie so etwas Vages. Weil das Problem, glaube ich, bei Krankenständen wegen psychischer Gesundheit ist oft, dass das für Nicht-Betroffene einfach so schwer greifbar ist und dass das nicht nachvollziehbar ist. noch verziehbar ist weil ich habe 539 4 war vielleicht also glaube ich dem wird dann doch mehr empathie entgegen gebraucht oft das wie depressiv es ist so schwammig was ich auch schon erlebt habe ist so diese das dann vom gegenüberüber kommt, so ja, na jetzt, ich mag jetzt nichts Konkretes sagen, worum es gegangen ist, aber so Sachen wie, jetzt gibt es noch dieses große Projekt in der Arbeit und dann in zwei Monaten kannst du in Gang stehen gehen, so. Also so jetzt, jetzt, und das würde man natürlich auch nicht sagen, wenn ich jetzt Corona hätte oder was weiß ich, Grippe, ja, würde man auch nicht sagen, na in zwei Monaten kannst du mit deinen 40 Grad zu Hause bleiben, jetzt bitte nicht, ja, so. Also das kommt dann schon auch, das das habe ich schon auch erlebt ja also dass also dieser gedanke herrscht das ist was ist wo man sich jetzt anreißen kann ich glaube dass man an der an der publikumsfrage oder an dem sachverhalt wird einfach wieder total merkt wie sehr psychische erkrankungen doch irgendwie gesamtgesellschaftlich nur tabuisiert sind und dass da einfach Maßnahmen gebraucht werden, die sie tatsächlich bis in den Arbeitsplatz reinziehen. Das ist im Sinne von, ich weiß, es gibt genug Maßnahmen für Arbeitsgesundheit und so, aber dass das für Sachen sind, die halt Unternehmen einfach machen müssen, freiwillig machen und nicht müssen. Und wenn es da irgendwie mehr Regelungen gab, also du hast ja, glaube ich, vorher gesagt, dass psychische Gesundheit mittlerweile in den Schulen total üblich ist, dass das thematisiert wird. Ich glaube, ein nächster wichtiger Schritt wäre einfach, dass das in den Arbeitsstätten genauso ist. Was mir dazu noch einfällt, es ist ja nicht die einzige Frage, die sich stellt, wie man, wenn man psychisch krank zu Hause ist, wie man dann sozusagen in den Krankenstand geht und ob das akzeptiert wird und so, ist ja nicht die einzige Frage. Ich finde, die zweite Frage ist ja, wie überhaupt psychisch kranke Menschen auch, das Wort Integration ist so ein blödes Wort, aber wie sie sozusagen teilhaben können, auch im Beruf. Weil wir wissen halt auch, dass sinnstiftende Arbeit, also wenn, und ich weiß, nicht alle haben das Privileg, einer Arbeit nachzugehen, die ihnen Freude bereitet und die sie sinnvoll finden. Ganz viele Menschen haben das Privileg nicht, aber Menschen, die einer Arbeit nachgehenhen, die ihnen Freude bereitet und die sie sinnvoll finden. Ganz viele Menschen haben das Privileg nicht. Aber Menschen, die einer Arbeit nachgehen, die sie sinnvoll finden, selber wo sie das Gefühl haben, sie tragen irgendwas bei, ist das ein protektiver Faktor, wenn es um psychische Erkrankungen geht. Und es gibt ja auch Betriebe und Organisationen, wo so ist, dass das Thema sehr enttabuisiert ist und wo man das offen ansprechen kann und wo dann auch im Arbeitsplatz sozusagen damit umgegangen wird. Und es gibt auch Menschen, denen es hilft, wenn sie vielleicht nicht ganz so schwer depressiv sind, trotzdem arbeiten zu gehen und dann zu wissen, also weil man sozusagen rauskommt, weil man in Kontakt mit anderen Menschen kommt, vielleicht sogar ein Team hat, mit dem man irgendwie sogar befreundet ist und was machen kann, was sinnvoll ist und wo dann besprochen werden kann, gut, aber ich bin eigentlich gerade krank. Es hilft mir zwar, dass ich jeden Tag daherkomme, aber ich kann halt nicht so viel arbeiten wie sonst. Also ich finde, es geht nicht nur da und wie können meine Kolleginnen das vielleicht abfangen oder was so. Das heißt, das ist nicht die einzige Frage, die sich Organisationen und Unternehmen stellen müssen. Wie reagieren wir dann drauf, wenn die Lisa mich anruft und sagt, ich kann heute nicht kommen wenn ich depressiv bin sondern es ist es bräuchte mehr ja es ist auch die frage wie gehen wir überhaupt insgesamt im betrieb damit um und wie können wir schaffen das sozusagen wie ein umfeld kreieren wo menschen vielleicht gar nicht zu hause bleiben müssen wenn sie krank sind sondern vielleicht trotzdem kommen wir haben nichts ansteckendes sozusagen, und vielleicht hilft es ja auch, eine Struktur zu haben und so weiter, mit Menschen in Kontakt zu sein, was zu arbeiten. Das heißt, da geht es, glaube ich, um noch viel mehr als nur die Krankenstandsfrage, sondern überhaupt, wie weit können wir psychische Erkrankungen so normalisieren, dass es auch am Arbeitsplatz okay ist, wenn es mir mal nicht gut geht. so normalisieren, dass es auch am Arbeitsplatz okay ist, wenn es mir mal nicht gut geht. Also es gibt da glaube ich irgendwas, weil es aus meinem Umfeld kommt, nur dann ist eben die Frage, wie weit gebe ich zu, also quasi, ich bin jetzt im Krankenstand wegen einer psychischen Erkrankung, aber ich kenne das eben, dass die Person ist nach einem längeren Krankenstand aufgrund von Burnout wieder so quasi integriert worden in die Firma und hat irgendwie aber nur 10 Stunden statt Vollzeit gearbeitet und der Rest ist, also die Kosten sind übernommen worden von einer Stelle. Wieder eigentlich der Ruhmsteilzeit. Ah, okay, gut, so heißt es. Das gibt es, was eigentlich ja total cool ist, aber ich glaube eben, dass das gar nicht so oft zum tragen kommt dazu muss ich mir mal so weit entblößen quasi und sorgen aber es mag ein kann ich glaube aber auch dass es halt innerhalb von organisationen die möglichkeit geben sollte dass menschen sozusagen mitteilen wie es ihnen geht und man das dann sozusagen in den organisationen auch abfedern kann und damit umgehen kann und nicht sozusagen dann psychisch kranke menschen grundsätzlich mal aussortiert so ist das mikrofon schon da aus eigener erfahrung kann ich da noch sagen dass der alarmsystem schon scheitert weil man stufe psychische erkrankung hast und du bist krank geschrieben kommt dann der arzt mit der großen frage waren Sie schon beim Psychiater? Haben Sie einen Termin beim Psychiater? Und da ist wieder die Frage, wann kriegt man den Termin? Und dann sitzt die Krankenkasse im Knack und beziehungsweise die Arbeitgeber im Knack, wann kommst du wieder? Was die Krankenkasse auch sehr gerne macht, ist, dass sie Leute wieder gesund schreibt. Einfach so. Ja und das ist eben das Problem. Du bist jetzt drei Wochen im Krankenstand, dann musst du zum Chefarzt, der sagt, passt du bist gesund. Oder es geht ja noch, dann ist dann wieder die Frage. Ich war während des Lockdowns im Krankenstand und da wurde ich von der geht ist dann wieder die frage ich war während also das war während des locktans war ich in krankenstand und da wurde ich von der krankenkasse einfach ohne einen arztbesuch einfach gesund geschrieben nach zwei wochen weil das sind diese diese besucher bei sind diese arztbesucher entfallen irgendwie aufgrund von block dann und so weiter und hat dann einfach gestern sie sind gesund sie sind jetzt wieder arbeitsfähig also das passiert passiert leider auch, ja. Ohne dass mich irgendwer angeschaut hätte oder mir irgendeine Frage gestellt hätte oder so. Ja und dann gibt es leider Gottes so manche nette Psychiater, zu denen du dann gehst, eigentlich eine Hilfe erwartest, aber die der Psychiater dann selbst fertig macht. Das haben wir leider auch schon erlebt. Die wollenst dann zu sagen, okay, du kriegst jetzt drei Medikamente und ich bin selbst in der Pflege und ich arbeite in einem Seniorenhaus und wir arbeiten mit einer Ärztin zusammen, die hat ihre drei Standardmedikamente, egal für was und danach bist du aber gesund. Es wird nicht hingeschaut, was eigentlich das große Rundum ist, sondern es wird auf Medikamente gegeben. Du kriegst Medikamente und danach bist du vielleicht eine Woche daheim und dann gehst du arbeiten. Dann muss es wieder funktionieren. Aber was das Rundum ist, nach dem wird nicht geschaut. Das ist auch das große Problem teilweise in einem System drinnen, dass nicht akzeptiert wird, dass du gerade eine Erkrankung hast oder dass du die Erkrankung hast und die Erkrankung nur mit Medikamenten behandelt wird stattdessen, dass das rundherum, warum ist die Erkrankung da mal angesprochen wird. Ja, dann das nächste Thema irgendwie so Therapieplatz, weil das eben das Umfeld oder die anderen Faktoren irgendwie ändern kann, würde ja vielleicht die Therapie unterstützen und da sind ja die Wartelisten auch furchtbar lang. Ja, ich finde es gut, dass wir jetzt zum Schluss auch nochmal die systemische und auch politische Komponente ansprechen. So viel ich im Einzelnen irgendwie auch tun kann, mein persönliches Wohlbefinden zu verbessern, so wenig hilft das natürlich, wenn es mir mehr als nicht gut geht und da braucht es einfach systemische Veränderungen. Zu den Therapieplätzen, damit wir es auch einmal gesagt haben, Kassenplätze oder Therapieplätze, Psychotherapieplätze auf Kasse sind längst überfällig, dass es eben so normal wird, wie die Bea schon schön irgendwie pointiert gesagt hat, wie ein Beinbruch, dass wir so normal darüber reden können, dass ich da auch zum Arzt gehen kann. Und bei mir ist es als Student vielleicht ein bisschen einfacher, ich brauche keine Krankschreibung, wenn ich nicht komme, aber aus meiner persönlichen Erfahrung heraus ist es, abgesehen von den vorgegebenen Strukturen, eben auch ein sehr starker Kulturfaktor innerhalb der Organisation, wie ich mit dem Thema umgehe. Also auch bei uns in der Schülernion, wo wir das ganze Projekt gestartet haben, das war irre zu sehen, wie einfach der Umgang innerhalb der Organisation mit dem Thema danach gewechselt hat. Und es dann auch viel natürlicher war oder auch viel mehr akzeptiert, wenn Personen gesagt haben, ihnen geht es mental gerade nicht gut, sie kommen zu einer Sitzung nicht oder sie müssen bei dem Projekt aussteigen und das ehrlich adressieren konnten. Also klar braucht es systemische Veränderungen und ich glaube vor allem in der Organisation kann man das ja sehr stark schon ansetzen. Mir ist gemunkelt worden, dass da noch ein Publikum ist. Also es ist nicht direkt eine Frage, aber zu dem Thema jetzt, also ich finde, dass es viel früher anfängt. Ich bin eine alleinerziehende Mutter, ich habe zwei Kinder und wie ich das erste Mal, sage ich mal, öffentlich zum EMS gegangen bin und Tränen da gestanden bin, habe ich gesagt, ich kann eigentlich gar nicht arbeiten, ich bin dazu nicht in der Lage. Also bevor ich krank gestanden bin und das Ganze, erst da kommen eigentlich die psychischen Terror und die Ängste hinzu, weil dann heißt es, du bist jetzt in der Öffentlichkeit als instabile Mutter, du bist nicht arbeitstauglich, das heißt, dir fehlt das AMS Geld, dir fehlt das, dir fehlt vielleicht das und das, Existenzängste und das Ganze und was tust du dann? Also da, da happert es schon viel früher im System einfach, dass man viel zu viele Ängste davon hat, überhaupt einmal in die Öffentlichkeit zu gehen, damit man Depressionen hat oder Burnout oder dergleichen. Und wie gesagt, wenn es dann Kinder aus dem Krankenstand zum Beispiel, wirst du jetzt für das eine Kind in den Krankenstand oder gehst du für das andere Kind in den Krankenstand, da hast du ja Pflegeurlaub, glaube ich, was, zwei Wochen im Jahr oder eine Woche pro Kind, eine Woche glaube ich sind es. Pflegeurlaub, glaube ich, was, zwei Wochen im Jahr oder eine Woche pro Kind, eine Woche glaube ich, sind es. Selber darfst du gar nicht krank sein, geschweige denn psychisch irgendwie was haben. Das ist, da habe ich es, wie gesagt, schon am Anfang. Und ich habe echt schon überlegt, kann man das System verklagen in dem Fall? Ihr bringt es mir dazu, dass ich Depressionen habe, dass ich suizidgefährdet bin, dass ich Burnout habe, dass ich Armut habe, dass ich nichts vermisse. Ihr bringt es mir dazu. Also kann man Systemverklagen so auf die Art und Weise? Gibt es da irgendwie irgendwas? Du hast doch diese Podcast-Gästin einmal gehabt von diesem feministischen Verein für Alleinerzieherinnen, oder? Andrea Tschack. Das ist glaube ich das einzige, was es im Moment irgendwie gibt, Initiativen, die halt irgendwie ein bisschen... Das ist die in Österreich, das ist glaube ich die größte Initiative, die es gibt. Das ist der Verein für feministische Alleinerzieherinnen, FEMA. Ich notiere übrigens so tolle Tipps und solche Sachen auch von euch und die werden dann auf Social Media gepostet. Ich war so verlockt zu sagen, naja, Patriarchaten niederbrennen, aber das ist auch keine Lösung, beziehungsweise sehr unrealistisch. Danke für den Input. Ich wollte, das wollte ich auch gerade sagen, ja, danke für das, was du vorhin gesagt hast, dieser offene Raum. Ich habe das Gefühl, das gefühl entsteht irgendwie das finde ich voll schön und danke dass dort ab zurückkommt das ist glaube ich gut dass das ist magisch ich bin jetzt ein bisschen über fragt wie man weiter dann wir grundsätzlich ist die zeit vorbei und wir sollten alle ja genug schlafen. Ich muss morgen nach Bregenz fahren. Morgen nach Bregenz fahren, die Leute sind noch heim, ich denke immer nur an meinen Hund. Ich glaube, wir brauchen einen zweiten Mental-Help-Abend, weil es sind irgendwie noch so viele Fragen offen. Ich hoffe, ihr seid einfach alle dabei. Und wir machen das nochmal. Wo ich von dem her würde jetzt trotzdem einfach abschließen, weil wir alle schlafen müssen und morgen vielleicht arbeiten müssen. Falls ihr aber noch irgendwie ganz dringende Fragen habt, bitte meldet euch, kommt auf uns zu oder schreibt uns eine E-Mail oder auf Social Media und und und. Genau, weiß ich nicht, ob das jetzt singt, macht halt. Wollt ihr noch abschließende Worte sagen? Oder ist euch das jetzt auch schnell gegangen? Die Zeit war viel zu schnell vorbei. Ich würde mich einfach, ich würde mich sehr gerne bedanken für diesen schönen Abend und auch vor allem auch für die Meldungen, Meldungen aus dem Publikum, Meldungen ist das falsche Wort, Wortmeldungen aus dem Publikum. Ich habe den Rahmen sehr schön gefunden und es hat mir sehr viel Freude gemacht, hier sein zu dürfen. Das wollte ich einfach nur, also ein Danke einfach. Wenn man schon beim Thema Dankbarkeit sagt, danke für den schönen Abend. Das ist der offizielle Schlussapplaus. Nein, es war nicht der offizielle Schlussapplaus. Nein, es war nicht der offizielle Schlussapplaus, weil es hat noch niemand auf den Büchertisch verwiesen. Es gibt einen Büchertisch. Und wir signieren auch gerne Bücher, wenn ihr welche erwerben wollt. Ich habe keine Bücher zum Signieren. Du kannst aber meines auch signieren, wenn du möchtest. Du kannst den Social-Media-Account nochmal sagen. Gut und selbst Initiative. Und ich bedanke mich auch für, schließe ich mich an, für den schönen Umgang irgendwie. Und vor allem fürs Teilen auch von persönlichen Erlebnissen und mir geht es ähnlich, ich bin irgendwie viel gesettelter nach den zwei, drei Stunden und ja, fühle mich irgendwie viel besser. Das Social Media Account, den hast du noch nicht gesagt. Das Social Media Account at gut und selbst Initiative. Vielleicht geht es uns deswegen jetzt so gut, wenn wir drei zumindest ein paar Stunden auf unsere Handys geschaut haben. Es fühlt sich auch dazu an. Dann hören wir jetzt auf, damit ihr auf mein Handy schauen könnt. Ja, Ende der kollektiven Therapiestunde, glaube ich. Kommt gut heim, auf jeden Fall. Dance Party in der Westbahn. okay Thank you.