Einen schönen guten Morgen aus dem Studio von DorfTV in der Kunstuniversität Linz. Ja, Radical Broadcast nennt sich der Beitrag von DorfTV zum diesjährigen Ars Electronica Festival und ich freue mich ebenfalls beitragen zu können mit einer Art Premiere, nämlich erstmals Frühstücksfernsehen im Programm von DorfTV in der doch schon fast 15-jährigen Geschichte und ich habe mir dafür auch einiges überlegt, denn Frühstücksfernsehen versucht ja schon ganz am frühen Morgen teilweise Informationen aufzubereiten mit jeder Menge Oberflächlichkeiten und Belanglosigkeiten. Dem soll diesmal nicht so sein, sondern ich möchte mit diesem Format in den kommenden drei Tagen, heute 6. September bis Freitag 8. September, in drei Ausgaben eher Fragen stellen zu den Schnittstellen von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Sie werden es schon vielleicht erkennen, das ist durchaus bewusst, gleichlautend auch mit dem Ars Electronica Festival selbst, das ja bereits seit 1979, seit mittlerweile 44 Jahren versucht, genau an diesen von mir gerade genannten Schnittstellen die Zukunft zu erforschen. Bei mir zu Gast in meinem Format unter dem Titel Rührei im Morgengrauen sind nun Harald Gebhardtl, gleich neben mir. Er ist in der Stadt gemeinhin bekannt, Autor und Dramatiker, hat lange Jahre das Theater Phoenix geleitet. Theater Phoenix geleitet und neben ihm sitzt, auch das freut mich sehr, Cornelia Lehner, Kulturmanagerin, ehemals auch Leiterin des Shakespeare Festivals, sehr, sehr umtriebig, wir werden heute wahrscheinlich noch viel dazu erfahren. Ja, ein Weckruf am frühen Morgen, eine große Herausforderung für uns alle, auch für DorfTV, wo man natürlich jetzt einwenden kann, 9 Uhr, das ist ja noch nicht so früh für uns alle, ist das sehr, sehr früh, weil gerade auch im freien Bereich man ja dann mitunter bis spät in die Nacht regelmäßig arbeiten muss. Dann sieht das mit 9 Uhr morgens ganz anders aus. Ich habe Ihnen etwas auf den Tisch gestellt, sozusagen passend zum Titel der Sendung Rührei. Fühlen Sie sich frei, hier quasi auch gleich mit uns, mit mir zu frühstücken. Und damit bin ich auch schon mitten in der Sendung. Herr Gebattl, ich beginne gleich mal mit Ihnen. Eigentlich beginne ich mit Breaking News. Ich darf verraten, Sie werden heute Abend hier in Linz im Rathaus eine Auszeichnung entgegennehmen. Sie bekommen das große Ehrenzeichen der Stadt Linz im Rathaus eine Auszeichnung entgegennehmen. Sie bekommen das große Ehrenzeichen der Stadt Linz. Also da gratuliere ich mal. Wie wohl mir natürlich das sofort in den Kopf kommt, dass ja allein in den vergangenen Jahren, auch in Österreich mittlerweile, jede Menge Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, die fast ähnliche Auszeichnungen erhalten haben oder erhalten sollten, die sie auch abgelehnt haben. Die sind auf die Bühne gegangen, Preisverleihung, haben gesagt, sie wollen das nicht entgegennehmen und haben das eigentlich auch sehr konkret mit verschiedensten Formen von Protest verbunden. Wie werden Sie es denn heute Abend anlegen? Ganz brav. Ich habe 30 Jahre künstlerische Leitung gemacht von Phoenix und ich denke mir, das ist jetzt Abschluss. Abschluss des Phoenix-Programms, des insgesamten Phoenix-Programms. Und ja, ich werde damit, sagen wir, wirklich einen Abschluss finden und werde das Ganze dann vergessen. Haben Sie noch eine Botschaft an die Stadt Linz? Oder gibt es etwas, was Sie den nachfolgenden Generationen hier in dieser Stadt missen wollen? Das ist nur unfair, wenn man es ganz alleine an Linz richtet. Das sind die jährlichen 30 Jahre, mache ich das. Also habe ich gemacht. Die Subventionsgespräche. Also du weißt, wovon ich rede. Das sind Bund, Land, Stadt. Du gehst zum Bürgermeister, zum Landeshauptmann oder gehst in irgendein Büro vom Bund und verhandelst über geringfügige Erhöhungen, die schon Inflationsrate bedeuten würden also jetzt besonders aber die halten dich also sie halten die politiker halten dich so kurz dass das ganz aus ist also wir haben immer ja nur absichtlich jetzt kann ich sagen ich bin in pension absichtlich doppelte verlangt um dann dr ein Drittel zu kriegen. Das ist doch ein krankes System. Ich will es nicht dem Bürgermeister vorwerfen, da nicht von Linz, aber das ist so krank. Und das hat mich auch genervt und ausgehöhlt irgendwie. Also ich bin froh, dass ich das nicht mehr machen muss, dass ich mein Ein-Mann-Betrieb jetzt bin und ich schmeiße das einfach raus. Ich telefoniere mit der Verlage und mit Phoenix und so, dass ich szenische Lesungen kriege. Es ist so easy. Also es ist wirklich easy. Frau Lehner, Sie haben ja auch eine ganze Menge Erfahrung im Kunst- und Kulturbereich. Inwieweit ist Linz ein guter Boden für Kunst und Kultur? Das ist eine sehr große Frage, Herr Wassermeyer, muss ich sagen. Wie lange haben wir heute Zeit? Wir haben jetzt eine Stunde. Ah, dann hätte ich gerne noch ein großes Baguette, bitte, Herr Schweinfeld. Also die Frage wäre genau, inwiefern Linz ein guter Boden ist für Kunst und Kultur. Oder blicken Sie mit einem wohlwollenden Auge auf Linz? Sie haben ja auch viele Förderanträge gestellt und haben hier mit Publikum zu tun. Oder ist das eher ein Auge, wo Sie sagen, eigentlich würde ich ganz gern dem Harald Gebhardtl folgen und auch bald in Pension gehen. Durchaus mit einem wohlwollenden Auge, natürlich, sonst wäre ich hier nicht tätig und wäre ich hier nicht geblieben seit meiner Selbstständigkeit. Zugleich möchte ich das aber auch unterstreichen, was du sagst. Es wird im Förderdschungel, kann man wirklich sagen, immer schwieriger, zumal eben auch dieses Dreigestirn Stadt, Land und Bund immer wichtiger wird. Und Förderwerber haben es wirklich schwierig, gerade in Oberösterreich sich hier zu behaupten. Und Künstlerin zu sein auf Förderbasis ist wirklich ein hartes Brot und das sehe ich tagtäglich auch bei meinen Kundinnen und bin berufsbedingt auch sehr viel in Wien und freue mich dann immer wieder, um auf die Frage zurück zu kommen, wenn ich nach Linz komme, weil es einfach sehr liebenswert ist und liebenswürdig und in seiner Kompaktheit, also es ist so konzentriert finde ich und hat so zarte tentakel so zarte kulturfühler in die peripherie ich habe jetzt schon eingangs erwähnt linz ist durchaus berechtigt sehr sehr stolz auf seine elektroniker sozusagen gegründet 1979 zu einer zeit da war das noch sehr schwer vorstellbar, Kunst in einem engeren Zusammenhang zu sehen und zu verstehen mit digitalen Technologien oder gar auch im Verständnis von elektronischer Kunst, wie auch die Namensgebung lautet. Dennoch 44 Jahre Beschäftigung mit der Zukunftunft das ist eine frage die gebe ich ihnen beide gleich also ich fühle mir das gerade so persönlich vor augen die elektroniker ist gerade ein paar jahre jünger als ich und behauptet oder nimmt noch immer für sich in anspruch sozusagen fähig zu sein in die zukunft zu blicken und dort zusammen wie in einer glaskugel irgendwas zu erkennen war da zeichnen sich zukunftsentwicklungen ab und wir wissen relativ genau Bescheid. Ist das etwas, wo Sie glauben, ist das eher so ein Hokus-Pokus, der sich auch im kulturellen Feld breitmacht? Oder vertrauen Sie da dem Ars Electronica Festival, dass man da tatsächlich so etwas wie Zukunftsentwürfe, Zukunftsperspektiven tatsächlich schaffen kann. Das sind Images, das ist ein Look, den man sich zulegt. Also das Ars Electronica Festival ist über die Jahre hin größer geworden. Die Fragen sind natürlich unwichtiger geworden. Also das heißt, Linz ist eine Eventkulturstadt. Und die großen Geschäfte werden immer größer und die kleinen bleiben halt so oder was weiß ich. Drum ist es trostlos, weil die Politiker nichts von Kunst und Kultur verstehen. Also das traue ich mir auch nicht weiter zu sagen. Also die verstehen nichts von Kultur und es wird am Tisch so, am Schreibtisch so entschieden, ja, es kann größer werden, kann größer werden. Tourismus ist natürlich da das Geheimniswort. Ich kenne kein größeres Event, das nicht mit Tourismus verbandelt ist. Kronenzeitung und Nachrichten und alle möglichen Planungen. Die Eventkultur ist bei uns größer geworden, als sie eigentlich sein müsste. Aber das kannst du nicht mehr sagen. Darum habe ich aufgehört. Das ist Schnee von gestern. Aber Event ist gut fürs Geschäft. Ist gut fürs Geschäft einerseits und gleichzeitig möchte ich aber noch den inhaltlichen Aspekt noch einmal aufgreifen. Insofern, als das schon sehr beachtlich ist, was da in den 44 Jahren gelungen ist, dass man nämlich vor allem, wenn man sich einzelne künstlerische Arbeiten jetzt anschaut bei der Ars Electronica, wo ich ja fast zwangsläufig, weil ich selber bin ein sehr analoger Mensch und ich sage immer, ich bin so eine mittelalterliche Jungunternehmerin. Es ist eigentlich so ein bisschen ein Paradox. Ich kann mich nicht als Kulturmanagerin nicht mit KI beschäftigen beispielsweise. Und zumal ich Soziologin bin, ist das ohnehin ein Thema, das ich aufgreife. Und habe mich dann auch in Vorbereitung auf ein Gespräch nächste Woche ein bisschen intensiver mit KI beschäftigt. Und habe mir gedacht, naja, das Digitale betrifft mich unglaublich. mit KI beschäftigt und habe mir gedacht, naja, das Digitale betrifft mich unglaublich. Also ich habe zwar nicht diese unterstützenden Instrumente wie Siri und Alexa und dergleichen, also bei mir hört da niemand mit, soweit ich es halt realisiere, aber diese Dinge berühren mein Leben durchaus sehr und wenn man sich denkt, heuer haben sich 450 Journalistinnen akkreditieren lassen für dieses Festival, gibt es da ein großes Interesse daran? Und welche Frage, die ich mir stelle und wo man das dann auch, sicher kann man das an Bezucherzahlen messen, wie weit kommt es bei der Bevölkerung an, was dort verhandelt wird? Das ist ja der nächste Punkt gewesen, weil der erscheint mir ganz, ganz wesentlich. Ich glaube, mich erinnern zu können, quasi auch in den Gründungsakten des Ars Electronica Festivals oder des Ars Electronica Centers war ja auch festgeschrieben, dass dieses Zentrum, das Festival, ja sehr stark in die Gesellschaft hineinwirken soll. Jetzt ist natürlich die Zahl 450 akkreditierter Journalistinnen und Journalisten sehr eindrucksvoll. Aber ich frage mich dann dennoch, inwieweit wirkt das tatsächlich in Richtung der Menschen, die hier in dieser Stadtgesellschaft leben oder auch darüber hinaus, inwieweit ist tatsächlich auch das Ars Electronica Festival niederschwellig genug, um hier auch Angebote, Informationsleistungen zu erbringen, die tatsächlich die Menschen auch anzieht oder auch attraktiv genug erscheint. Ich habe da so meine ganz großen Zweifel, das ist ja auch ein Problem, Sie alle auch im Kulturbetrieb, im Kunstbetrieb müssen ja darüber gründlich nachdenken, wie erreiche ich eigentlich ein Publikum, wie kann ich das auch erweitern, das bleibt ja doch sehr oft, ich formuliere es mal so, gewissen Eliten vorbehalten. Also beim Ars Electronica Festival habe ich den Eindruck, man braucht einen sehr hohen Bildungsgrad, um diesen Debatten, den Diskursen folgen zu können. Auch im Sinne derer die Kunst, die hier sozusagen dargeboten wird, auch lesen zu können, dechiffrieren zu können. Also stimme ich absolut zu. Das ist eine der großen kultursoziologischen Fragen. Wie erreiche ich verschiedene Publikumsschichten, auch von verschiedenen Herkünften? Und die Inhalte, die die Künstlerinnen und Künstler beleuchten, arbeiten ja ganz viel mit gesellschaftlichen Themen. Und die Frage ist wiederum, wie gehen diese Arbeiten dann hinaus in die Bevölkerung, dass die Rezeption dann dort wieder auch passiert. Und was ich gelesen habe, ist einerseits inhaltlicher Natur, das ist Vermitteln, und andererseits finanzielle Barrieren sind immer noch, wenn ich an die Hochkultur denke, da fängt schon an, was ziehe ich an? Ist für viele Leute ein Thema. Wie verhalte ich mich dort? Welches Kapital muss ich mitbringen? Welche Ressourcen muss ich haben, um dort stattfinden zu können? Herr Gebhardl, es ist ja viel von künstlicher Intelligenz die Rede. Es war nur eine Frage der Zeit, dass jetzt was die Cornelia Lehner, dass das sozusagen auch hier auf dem Tisch steht. Ich frage mich jetzt mal gerade, das ist ja so ein ganz spannendes Feld, wo sehr viel Angst vorherrscht, aber gleichzeitig brauchen wir immer mehr auch den differenzierten Blick darauf. Jetzt eine ganz konkrete Frage, weil wir versuchen jetzt bei DorfTV auch immer mehr künstliche Intelligenz zu implementieren. Das klingt jetzt so, da wird jetzt irgendwie so ein künstlich geschaffener Avatar-Sendungen machen. Nein, wir arbeiten da sehr viel mit Untertitelung und so weiter, Transkriptionen. Aber stellen wir uns das mal vor im Theater. Können Sie sich vorstellen, dass eines Tages Künstliche Intelligenz ein Theaterstück schreibt? Würden Sie sich als Regisseur bereit erklären, das Stück dann auch in Szene zu setzen? Ja, ich experimentiere nicht vielleicht, aber vielleicht noch vorher zu der Frage. Ich habe einen zweiten Wohnsitz jetzt in Triest und wohne in Triest und ich schaue praktisch auf Linz so ein bisschen drauf und so ein bisschen mit. Also ich traue mir zu sagen, die Ars Electronica hat an Quantität zugelegt. Also es kommen mehr Leute. Die Künstler sind natürlich top, das ist klar. Aber es kommen mehr Leute. Sie haben Randveranstaltungenungen wo das auch stattfindet also dass die leute kommen aber von der qualität sie kann wesentlichen wesentliche steigerung darüber in italien so ähnliches gesehen und es wird weniger aufwand darüber betrieben okay künstliche intelligenten experiment machen ich würde natürlich also man der erste das erste stück das sozusagen auf die welt kommt das würde schon Das würde ich schon inszenieren. Also als Experiment einfach. Aber auf Dauer ist mir das ein bisschen komisch. Also das ist, auf Dauer ist das nichts. Jede Autorin, jeden Autor wird das um seine Intelligenz, nämlich die Intelligenz des Eigenartigen. Und das würde es bringen. Jeder hat eine Eigenart. Jeder hat eine Eigenart. Ich würde es einmal machen, das wäre ein Experiment, ich würde es in das Scheinwerferlicht stellen, das Schaufenster und dann die Finger davon lassen, also ehrlich. Es würde ja im Grunde genommen schon auch sehr viel verändern, weil quasi das System auch der Kunst, wenn man sagt, okay, da gibt es verschiedenste Beteiligte in unterschiedlichsten Rollen, sozusagen die Urheberinnen, die Urheber, die sozusagen kreativ den Stoff schaffen. Ich bin zum Beispiel, Entschuldige, dass ich unterbreche, aber ich habe einen Freund, also einen Bandkollegen, der hat einen Audi, der praktisch von selber fährt. Der braucht nichts machen. Der kann lesen, Zeitung lesen daneben. Ich weiß nicht, ob das erlaubt ist überhaupt, aber er tut es einfach. Er kann lesen daneben. Und der fährt. Der nimmt die Spuren her von der Autobahn und so. Ich habe das nicht, aber ich muss noch aufpassen, dass ich nicht auf den Vorderen draufknalle. Also ich muss noch aufpassen, dass ich nicht auf den Vorderen draufknalle. Also ich schätze irgendwie schon, wenn das auf den Markt kommt, also zum Thema Technologie. Wenn ich irgendwie dann das verwenden kann und so drin sitzen kann im Auto, das taugt mir. Ja, das ist super. Aber man muss unterscheiden, welche Technologie will man, welche nicht. Ja, beziehungsweise es ist auch gesellschaftlich in weiterer Folge politisch zu verhandeln, wie viel Raum geben wir in unserer Welt der Maschine. Aber ich erinnere mich selber noch, ich war in den 70er Jahren ein Kind, da habe ich so ein Buch gehabt, das war so ein Zukunftsbuch und da waren so Abbildungen drinnen, dass in der Zukunft die Autos ohne Fahrer fahren werden. Und meine Eltern haben immer gesagt, ja das ist Science Fiction, das wird nie kommen und so weiter, jetzt leben wir mittendrin. In drei, vier Jahren haben wir das. Science Fiction Filme haben sie ja oft der Forscher bedient und die sind ja auch herangezogen und gesagt, wie kann denn das ausschauen in 20 Jahren? Welche Algorithmen sind denn möglich? Also da gab es ja immer schon auch eine Kooperation der Filmkunst auch mit der Wissenschaft und der Technologie. Weil das ist ja nicht nur Fantasien gewesen, sondern die basieren ja auf Forschungs... Ja, es ist total interessant, weil ich habe zuletzt mal gelesen, und das ist wirklich spannend, weil ich habe zuletzt mal gelesen, und das ist wirklich spannend, dass alle Menschen, die jetzt, sind natürlich Kinder, die nach 2020 geboren sind, haben bereits eine sehr reale Aussicht darauf, das Zeitalter zu erleben, von dem Star Trek gehandelt hat. Das muss man sich mal vorstellen. Das heißt, wir stehen kurz davor, also ich werde es nicht mehr erleben, Sie auch nicht, wir stehen kurz davor, wenn die 90 und mehr Jahre alt werden, sind sie im Zeitalter von Star Trek und das macht ja was. Das heißt, man müsste ja quasi alles, was auch im Film oder sonst wo an Zukunft beschrieben wird, müsste man ja völlig neu denken. Weil wir selber mittlerweile in der Lage sind, die Zukunft, mit der wir so lange gelebt haben, schon einzuholen. Das ist ja eigentlich etwas sehr, sehr Spannendes. Aber ich frage mich immer, um das jetzt mal wieder auf den Boden zu bringen, Frau Lena, inwieweit wir dem überhaupt auch in der Kunst und Kultur gerecht werden. Ich bin mit dieser Frage ein bisschen böse. auch in der Kunst und Kultur gerecht werden. Ich bin mit dieser Frage ein bisschen böse, ich will das aber auch jetzt sein, weil ich frage mich oft, ob Kunst und Kultur, beschränkt man es jetzt mal hier auf den Raum in Linz, ob wir eigentlich in der Kunst ausreichend an den Themen der Zeit dran sind. Wird in der Kunst das ausreichend verhandelt, was eigentlich uns alles sehr, sehr bewegen sollte? verhandelt, was eigentlich uns alle sehr, sehr bewegen sollte? Ich glaube, dass man diese Frage sehr differenziert betrachten muss, weil das ganz stark vom einzelnen Künstler, der einzelnen Künstlerin abhängt, womit er sich beschäftigt. Also was wir sicher haben, ist einfach auch kulturell geprägt in der westlichen Welt dieser hohe Individualisierungsgrad und dieses, was du zuerst gesagt hast, diese Eigenartigkeit, es entspricht meiner eigenen Art, dass es ganz ein tiefer Wunsch des Genie-Seins, der Künstler als Genie, das ist ja historisch gewachsen. Und wenn jetzt mit künstlicher Intelligenz oder den digitalen Möglichkeiten es möglich wird, dass ich Bilder kreiere als völlige Laie, dann kränkt das natürlich einen gewissen Individualisierungsanspruch einzelner Menschen und natürlich auch stellt es die Frage, also Handwerk in Frage und Dinge, die man gelernt hat, die man studiert hat. Also mir war es immer wichtig, dass meine Studierenden recherchieren lernen und dass sie sich ausdrücken können, dass sie schreiben können und ordentlich zitieren können. Wenn ich jetzt hingegen ChatGPT befragen kann, eine Seminararbeit zu schreiben, frage ich mich, wo ist dann die wissenschaftliche Leistung? Aber es ist doch auch eine Leistung, die vielleicht auch noch zu vermitteln ist, ChatGPT zu benutzen, zu konsultieren und dann zu lernen, zu reflektieren, was hat eigentlich Chat-GPT tatsächlich hervorgebracht. Genau, man kann sich auch dann wieder als Schiri fühlen, wenn man die Prompt richtig schreibt und dann etwas ausgeworfen wird, wo man nicht erkennt, dass es von einer künstlichen Intelligenz, also insofern füttert es dieses Gefühl, ich habe etwas geschaffen, ich habe etwas gemacht, was aus meiner Feder kommt, aus meiner Tastatur kommt, durchaus wieder. Also ich bin ja ein Lehrerkind, ich mache jetzt ein sehr persönliches Geständnis und ich reagiere höchst sensibel, wenn ich irgendwo Texte sehe, wo Beistrichfehler und so sind. Ich habe jetzt auch schon mehrfach mit JetGPT zu tun gehabt, da gibt es wo Beistrichfehler und so sind. Ich habe jetzt auch schon mehrfach mit JetGPT zu tun gehabt, da gibt es keine Beistrichfehler. Also das ist hoch erstaunlich. Das irritiert Sie oder das findet Sie gutartig? Nein, das erstaunt mich, weil das ist so fehlerfrei. Es kommt so klinisch daher, der Text wird plötzlich so klinisch, so rein, so puristisch. Ja, weil man über inhaltliche Mängel hinweg sieht. Ja, genau. Aber das ist dann das, wo wir in das Match einsteigen müssen und uns mit dieser Maschine auch intellektuell quasi messen müssen. Dreiskaffönig und so weiter. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, wo Vierteltelefon, das war es heute gar keiner mehr. Oft lange gedrückt. Ja, man muss gewöhnen und dann ist es lange gedrückt. Das war es heute gar keiner mehr. Die Entwicklung hat derartig angenommen, es ist derartig groß geworden, dass die Welt für einen Einzelnen einfach nicht mehr so verständlich ist, wie dazu mal, sage ich jetzt einmal. Ich sage nicht, dass es früher besser war oder sonst etwas. Aber das ist einfach, du kannst dich nicht mehr um alles kümmern, du kannst nicht mehr alles wissen, du hast gewisse Bereiche, die sind ganz weit weg. Du weißt nur mehr die Überschriften, die Zeitungen schreiben, weißt aber wieder nicht, ob das Fake News sind oder nicht. Also es ist eine verwirrende Zeit. Aber da haben Sie mich jetzt auf einen Gedanken gebracht. Ich wollte den ohnehin heute in der Sendung ansprechen, vor allem auch, weil Sie hier zu Gast sind. Ich habe mit großer Freude gesehen, dass das Theater Phoenix noch in diesem Herbst Tantons Tod ins Programm nimmt. Ich muss gestehen, ich bin ein großer Fan von Tantons Tod. Ich habe mich aber in erster Linie mit der Opernfassung von Gottfried Einem beschäftigt. Aber sozusagen geschrieben von Georg Büchner in einer Zeit lange vor uns, ein sozialrevolutionär des 19. Jahrhunderts, vor allem zu verstehen im sehr engen Zusammenhang mit der deutschen Nationswertung. Aber Büchner hat zu seiner Zeit große gesellschaftliche, soziale Verwerfungen angesprochen. große gesellschaftliche, soziale Verwerfungen angesprochen. Aber das Interessante ist, ich will nicht mit Ihnen jetzt diskutieren, ob Büchner heute funktioniert oder nicht. Er wird sicherlich ein Erfolg sein. Natürlich auch die Frage, wie wird es inszeniert sein. Aber haben wir heute noch ausreichend Georg Büchners in unserer Zeit, die so tiefgreifend den Finger an den Punkt legen, weil die Themen Armut, sozusagen diese immer krasser werdende Gegensatz von Armut und Reich, ist ja zeitlos. Du hast früher einen Georg Büchner gehabt, also das war einzigartig, aber jetzt hast du tausende Georg Büchners und die Qualität teilt sich irgendwie auf. Also es ist nicht mehr so, dass Schwarz und Weiß, FS1 und FS2 gibt es nicht mehr. Das ist alles vorbei. Also die Welt, wie ich gesagt habe, die Welt ist einfach so vielschichtig geworden, dass Künstler auch unter den Aspekt fallen. Künstler sind so, es gibt so viele Künstler, so viele Schauspieler. Das war früher, um das Wort in den Mund zu nehmen, war früher nicht so. Da hast du 15 Schauspieler gehabt und 15 haben Nachrichten geschrieben und 15 haben das. Also das war alles übersichtlicher. Aber so heute ist das nicht mehr übersichtlich. Du hast zwei Stichworte gesagt, die dann selbstfahrende Fahrzeuge und dergleichen macht. Menschen, die aus Fotos dann irgendwie mit KI neue Fotos entwickelt haben und das war irgendwie nur so für, wenn jemand ein spezielles Plan dafür hat, dann hat er sich mit dem beschäftigt. Jetzt mittlerweile passiert es mir im Projektarbeiten, dass ich sage, ich schicke mir doch bitte noch ein Foto von einem Workshop und die Projektpartnerin sagt drauf, ja warte, da muss ich nur schnell mit der KI und dann ruft sie mich an und sagt, du, das ist nichts wundersfotos, weil die Personen haben immer nur zwei Finger gehabt und dergleichen. Also dass das sozusagen schon so im Berufsalltag auch angekommen ist. Und was ich damit sagen will, ist dieses rasante Tempo, diese rasante Entwicklung. Und da frage ich mich, ob wir mit diesem Tempo noch mitkommen. Also wie muss ich ausgestattet sein, mental und zeitlich, dass ich das alles unterbringe, um mir all diese Tools anzueignen, die ich brauche, um da noch mitzukommen. Zum Beispiel KI, also das erzeugt, irgendein Foto vom amerikanischen Präsidenten und irgendwas. Und der stolpert, glaube ich, das ist eh in der Zeitung gewesen, also er stolpert und irgendwas. Und ich weiß ja dann nicht, ob dann Fake News gemacht werden, ob wirkliche News gemacht werden. Also das teilt sich schon wieder vielschichtig. Also wir brauchen unsere Instinkte noch, um überhaupt zu ermessen, was Wahrheit ist. Genau, das ist genau der Punkt, auf den ich kommen will. Wir kritischen Intellektuelle haben es ja ein bisschen schwierig, weil wir immer so skeptisch sind. Aber das ist ja auch sehr zu begrüßen. Wir wollen ja auch sozusagen unsere Kinder und Jugendliche gerade auch im Umgang mit Medien, Stichwort Medienkompetenz, anhalten, erziehen, dass sie einen kritischen Weg damit finden, aber nicht sozusagen die Technologie an sich verteufeln. aber nicht sozusagen die Technologie an sich verteufeln. Jetzt, das diesjährige Ars Electronica Festival hat ja den Titel gewählt, Wem gehört die Wahrheit? Eine Riesenkiste, die wir aufmachen, aber versuchen wir es mal hier an diesem Tisch sehr persönlich zu halten. Wir stehen täglich irgendwie im Zwiestreit mit der Wahrheit. Das ist sozusagen rund um die Uhr Programm. Aber Frau Lehner, ich beginne mal mit Ihnen. An wen wenden Sie sich, wo beziehen Sie Informationen, wo Sie doch noch so viel Vertrauen aufbringen, dass diese Informationen auch eine gewisse Wahrheit für Sie transportieren? Das ist eine sehr gute Frage, weil ich versuche, meinen Medienkonsum möglichst breit zu gestalten. Hatte eine Phase, wo ich mich dem Ganzen überhaupt verschlossen habe, weil ich mir gedacht habe, das ist einfach absurd, was hier sich täglich ändert, wenn du dir einfach die politische Landschaft in Österreich anschaust. Und habe für mich jetzt mittlerweile beschlossen, weniger Social Media zu konsumieren und dort nur gezielt Formaten zu folgen, denen ich vertraue. Und ja, also ich springe so zwischen diesen Einzelnen, holen wir das und holen wir das andere an. Bin viel im Gespräch mit Leuten, diskutiere viel, höre mir andere Meinungen an und ich finde, das ist ja auch was, was ganz wesentlich ist, dass man sich andere Meinungen anhört. Ich möchte gar nicht zurückgehen in die Jahre der Corona-Zeit. Da gab es ja viele, da gab es eigentlich zwei Positionen und die haben sich dann sehr stark verhärtet und dass es wichtig ist, im Austausch zu bleiben und auch Meinungen anzuhören von Leuten, wo man sich eigentlich... Wir stehen ja vor dem Problem, ich verweise jetzt da auch auf eine aktuelle Studie, Reporter ohne Grenzen Österreich hat gestern darauf hingewiesen, dass unsere Weltwahrnehmung und in dem konkreten Fall wurde das sehr stark auf Nachrichtensendungen runtergebrochen. Unsere Weltwahrnehmung stützt sich zu 90 Prozent, so die Studienergebnisse, auf Informationen aus der nördlichen Hemisphäre. Wir zum Beispiel bekommen, wenn es hochkommt, gerade mal 10 Prozent Informationen aus der südlichen Hemisphäre. Jetzt leben wir allerdings in einer globalisierten Welt. Also das, was wir alleine an Klimazerstörung produzieren, betrifft uns hier in Österreich genauso wie die südliche Welt. Nur die haben sich an der Zerstörung nicht beteiligt. Die sind die Ersten, die da zu den Leidtragenden zu zählen sind. Jetzt, da entsteht natürlich ein Gap, weil Sie auch gesagt haben, ich schare Menschen um mich herum, mit denen ich nicht austausche, ich interessiere mich für ihre Meinungen, aber die leben ja genauso in dieser nördlichen Bubble. Nein, ich habe nicht gesagt, die schare ich um mich, sondern ich habe gesagt, mit Menschen, vielleicht habe ich es zu wenig präzise gesagt, mit Menschen sich auszutauschen, die eine andere Lebensrealität als wir selber haben. Es gibt so viele Berufsbilder, in denen man mit Leuten ins Reden kommt, wenn die Müllabfuhr bei uns vom Haus stehen bleibt und man wechselt ein paar Worte, erzählt mir der Arbeiter ganz andere Dinge als jemand, mit dem ich mich im Unikontext treffe. Oder wenn wir einen Austausch haben, so wie hier. Also dass man in fremde Lebensrealitäten durchaus eintaucht, das gibt es immer wieder. Ich habe neulich an einem Bahnhofskiosk mit der Verkäuferin von Büchern ein hochphilosophisches, inhaltlich tolles Gespräch geführt. Und das, glaube ich, ist ja nicht so oft passiert und mir auch noch nicht so oft umgekehrt. Also, dass man sozusagen auch die eigene Perspektive eröffnet. Und das, was Sie vorher angesprochen haben, ist einfach dieses Problem dieser selektiven Wahrnehmung, Problem dieser selektiven Wahrnehmung, dieser Filter der Blasen, diese Desinformation, die ich, ich bin auch nicht gefeit davor, und ich habe auch nicht die Zeit, dass ich den ganzen Tag immer querlese und vergleiche sie. Was sagt das eine Medium über das andere und was schreiben die und was schreiben jene und aus welcher Perspektive, weil es gab da im OK vor vielen Jahren, als ich dort noch vermittelt habe, vor circa 20 Jahren, also eine ganz tolle Ausstellung, eben dieser Vergleich, eine Nachricht und dann nimmst du 20 Medien, wie dieser Fakt oder dieser Umstand transportiert wurde und aufbereitet wird. Hochspannend. Wir existieren ja nur, also jeder, jeder hat seine Blasen und also seine Blasen und in der existiert er, also anders ist gar nicht mehr eine Möglichkeit. Um das Wort wieder in den Mund zu nehmen, früher habe ich den Eindruck nicht gehabt, dass das irgendwie vielschichtig ist. Aber jetzt ist die Welt zu groß, die Menschen sind zu viel. Ich kann nur mehr in meiner Blasen existieren, also um Wahrheiten zu kriegen, Erfahrung nehme ich her und Instinkt und sonst irgendwas. Aber es ist unmöglich, darum sind Politiker so abgehoben vielleicht, oder es ist unmöglich, anders umzugehen mit der Wahrheit. Es geht nicht mehr. Naja, es ist ja interessant, weil es gibt natürlich viele Untersuchungen, wissenschaftliche Forschungsarbeiten etwa zum Rezeptionsverhalten erstmal im Hinblick auf Medien, aber dann natürlich auch andere Unterhaltungsformate, Film, sicherlich auch Theater und wir bei DorfTV müssen uns ja zwangsläufig auch mit andere Unterhaltungsformate, Film, sicherlich auch Theater. Und wir bei DorfTV müssen uns ja zwangsläufig auch mit der Zukunftsfrage beschäftigen, wie wird Medienkonsumverhalten in Zukunft sein? Und da gibt es ja schon große Fernsehanstalten, die halten überhaupt ihre Sendungen, ihre Formate maximal in einem Umfang von 15 Minuten, weil sie sagen, länger sind die Menschen gar nicht mehr dazu in der Lage. Jetzt ist aber interessant, wenn man heute eine Oper besucht und eine Wagner-Oper konsumieren will, da braucht man ja viel Zeit und viel Geduld. Drei Stunden und mehr. Und es gibt immer noch Menschen, die sich das antun und die das mit voller Konzentration oder auch begeisterungsfähig sich... Das machen sie ja nicht aus Junkertollerei oder so, weil es so toll ist und ich liebe Oper, sondern das machen sie als Statussymbol. Das ist früher immer Autokraft, jetzt kaufen wir Oper. Oder Karte für die Salzburger Festspiele. Kaufen wir Oper. Ja genau, Karte für die Salzburger Festspiele. Also, ja, genau, 200 Programme zur Verfügung. Tolle Vielfalt im Fernsehen mittlerweile. Kabelfernsehen macht es möglich oder Satelliten. In Wahrheit haben wir 150 Mal Einfalt. Dennoch ist das immer schwierig, weil ich auch sozusagen, ich mache Studiosendungen wie hier eine Stunde lang. Ich denke mir, oh, ist das den Menschen zumutbar? Und das Interessante ist, dann kriege ich ein Feedback auf der Straße oder sonst wo, dass die Menschen haben ein Bedürfnis wieder danach, sozusagen auch in diese Länge. Ist das eine Reaktion auch auf unsere Zeit, die zur Erwartung war? Das muss ich unterbringen. DorfTV ist wirklich eine Qualität, ist ein Juwel im Umkreis von Sendungen. Weil ihr keine Werbung macht, weil ihr so drauf seid, wie ihr drauf seid. Das ist gut. Darum komme ich auch immer gerne her. Auf alle kulturellen Lebensbereiche, auch auf die Alltagskultur umlegen. Es wird immer Menschen geben, die in das kleine Café gehen, wo es vielleicht ein paar Croissants gibt und so ein kleines Stehkaffee, weil du gerade Dresd oder Italien angesprochen hast. Du wirst das genügend genießen hoffentlich. Und du wirst aber auch viele haben, die bei großen Kaffeeketten im Pappbecher den Kaffee konsumieren. Also du wirst immer auch Menschen haben, die das Kleine, das Selektive, das Exklusive schätzen. Und Triest ist ja auch so eine Geschichte. Ich habe jetzt eine Wohnung, wir haben uns gekauft in Triest, aber es gibt jetzt viele Österreicher, die sich eine Wohnung kaufen in Triest. Also es explodiert in jede Richtung. Frau Lehner, ein Thema noch, das mir sehr wichtig erscheint, da interessiert mich Ihre persönliche Wahrnehmung beziehungsweise Sichtweise darauf, ist gerade im Kontext des Ars Electronica Festivals wird wieder einmal Technologie zur Debatte stehen, Technologie Zukunft in enger Kopplung mit der Gesellschaft. Wo bleibt die Rolle der Frau dabei? Oder wie oder was ist Ihr Eindruck, die Frage nach der Repräsentanz von Frauen im Kunstbetrieb ist ja ein Thema, das uns alle ja schon seit fast 20, 30 Jahren beschäftigt. Jetzt könnte man annehmen, diese selbstkritische Beschäftigung sollte jetzt hoffentlich doch zu reichlich Veränderung und Verbesserung geführt haben. Haben Sie den Eindruck, dass im Kunst- und Kulturbetrieb hier eine Besserung geschehen ist, eingetreten ist, im Hinblick auf sozusagen wie Frauen auch sozusagen Möglichkeit vorfinden, sich selber hier selbstbestimmt in der Kunst aufzutreten, diesen Raum zu nutzen und dafür auch Unterstützung und Förderung finden. Das ist eine, weil es an mich sehr persönlich gerichtet war, die Frage, fällt mir eine andere Sendung ein, diese Gestalten der Stachel im Fleisch, weil das ein Thema anspricht, mit dem ich mich persönlich noch ehrlicherweise viel zu wenig beschäftigt habe und ich wäre wahrscheinlich eine ganz enorme Feministin, wenn ich mich mehr damit auseinandersetzen würde und auch mehr in der Blase wäre. Also sozusagen eine Selbstkritik jetzt und finde, dass da viele Worte passieren, aber dass es noch wenig zu spüren ist. Man braucht immer nur Führungspositionen anschauen, die männlich besetzt sind und zum Teil auch, wo gerade, wenn man die letzten fünf bis zehn Jahre anschaut, eigentlich die letzten fünf anschaut, ganz aktuell in Linz, in Oberösterreich, da auch durchaus, wie man so schön auf Oberösterreich sagt, ein paar Schnitzer passiert sind, eben männliche Führungskräfte gewesen. Und zugleich, konkretes Beispiel auch, weil Sie mich gefragt haben, eben wie das in Linz aussieht, Aufbruch, das große Thema, Bruckner, ja, Bruckner Fest, nicht Bruckner, ja, Bruckner Fest heuer, Thema Aufbrauch, das ewig Weibliche lockt uns hinan, ich glaube, wenn ich es richtig zitiere, und ist den Frauen rund um Bruckner aus seiner Zeit gewidmet, den Komponistinnen. Und dann frage ich mich, wenn ich ganz kritisch und detailliert das Programm durchschaue, warum dann trotzdem ein männlicher Überhang ist, zum Beispiel bei den Dirigenten. Wir haben sehr renommierte, prominente Dirigenten auch in Oberösterreich und da ist die Frage, meine persönliche Beobachtung, wo sind da die Frauen? Warum macht man nicht einen Filmbranch, einen Filmabend mit zeitgenössischen, mit jungen, mit aktiven Dirigentinnen? Es gibt sie. Wurde auch medial verhandelt, warum die Zeit noch nicht reif ist für Frauen, fürs Dirigat. Also das ist für mich ein ganz großes, unverständliches, ganz großes Fragezeichen, warum das noch immer nicht konkret gelebt wird. Für mich war das eine Frage, wie ich das Phoenix verlassen habe. Also vor ungefähr einem Jahr habe ich meinen Leitungsposten zur Verfügung gestellt. Ich habe die Nachfolge noch bestimmen dürfen, mit dem Vorstand natürlich gemeinsam. Und ich habe mir überlegt, wir waren seit unseres Lebens ein Männerhafen. Wir waren sechs Männer, die das Phoenix gekauft haben damals. Ich war sechs Männer, die das Phoenix gekauft haben damals. Damals richtig. Aber ich wollte wirklich ein frauendominiertes Haus. Und habe in der Leitung bestellt, eine Frau, künstlerische Leitung, und die Geschäftsführung hatsführers die die romane gehabt das ist in den medien ist es viel zu wenig diskutiert worden oder oder angesprochen worden dass nur das beispiel also dass das zwar frauen das haus leiten und das Power rauskommt und dass das genial sein und so. Weil natürlich, ja, weil natürlich mehr Journalisten es gibt, oder auch nicht, oder die Journalistenwelt Männer dominiert ist. Ja, also das war sicher ein Versuch. Das wird sich auch durchsetzen, langsam. Aber das kann es nicht so einfach machen. Also auch da spielen Medien oder diese mediale Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Das bringt mich eh gleich zum nächsten Thema, weil zwangsläufig muss ich mich auch damit beschäftigen. Weil einerseits beobachte ich das selber und gleichzeitig müssen wir hier bei DorfTV selber darauf achten, dass wir hier andere Wege gehen, dass wir gerade auch Kunst und Kultur mehr Augenmerk schenken, als andere es tun. Und mehr Augenmerk heißt jetzt noch nicht mehr Qualität. Was ist eigentlich der richtige Blick darauf und was braucht es eigentlich? Da würde mich auch Ihre Meinung interessieren. Also wir haben ja im Kulturjournalismus, sollte es sowas jemals gegeben haben, haben wir einen starken Rückzug, immer weniger sozusagen auch medialer Raum. Ich selber erinnere mich, ich zitiere das so oft, dass der stellvertretende Chefredakteur und Kulturchef der Wiener Wochenzeitung, der Falter, mir eines Tages mal gesagt hat, weil ich ihn darauf gedrängt habe, er möge doch mehr über Kulturpolitik berichten oder auch da sozusagen verschiedene Debatten einfangen und spiegeln. Also Kulturpolitik ist einfach nicht mehr sexy. Ich solle das einfach zur Kenntnis nehmen. Kulturpolitik ist nicht sexy. Und das ist mir so hängen geblieben, weil wir haben da ein riesengroßes Problem. Weil er natürlich argumentiert aus der Logik, aus der medienökonomischen Logik, dass Zeitungen oder auch andere Medienprodukte auf den Verkauf achten müssen, aber gleichzeitig sozusagen die, die große Hoffnung daran setzen, wie viele kunstschaffende, kulturaktive Institutionen, wie auch immer, etwas erwarten, was sie nicht kriegen. Ich habe das Gefühl, das Missverhältnis wird immer größer und schafft dann aber auch so eine komische Stimmung untereinander. Wie nehmen Sie das wahr? Fühlen Sie sich mit den Medien, die wir hier vorfinden, ausreichend wahrgenommen oder kriegen Sie das, was Sie eigentlich brauchen? Das ist eine Quantität, Stichwort. Nicht mehr Qualität. Ich meine, die einen Zeitungen haben mehr Qualität, die anderen weniger. Ich meine, die einen Zeitungen haben mehr Qualität, die anderen weniger. Aber Scholanismus bedeutet heute, weil es so vielfältig Programme gibt, dass du über alles ein bisschen was schreiben musst. Du musst alles ein bisschen was machen und das gelingt natürlich den Wenigsten, dass das korrekt abliefert. Du brauchst ja 100 Zeitungen statt drei in Linz. Oder 100 Zeiten in einem Kulturblatt. Nur mehr Überschriften und das Lestand. Und das ist schon eine Frage, die mir Kundinnen, Projektpartnerinnen, Künstlerinnen immer wieder stellen. Wie werde ich sichtbar? von den Künstlerinnen und Künstlern immer wieder stellen, wie werde ich sichtbar? Wie kann man es schaffen, einen redaktionellen Beitrag von sich selbst in einer Zeitung zu sehen? Die denken eigentlich schon im Hinblick auf das Volumen ihres Pressespiegels, oder? Nein, nein, nein, das glaube ich nicht. Die denken daran, dass man sie sieht, dass man sie wahrnimmt. Und was kann man tun, über Postings in den sozialen Medien hinausgehend, um präsent zu sein, um sich sichtbar zu machen, um Geld damit auch zu verdienen und nicht im Atelier zu bleiben. Aber weil Sie zuvor gemeint haben, dass Sie sozusagen Social Media Anwendungen für sich überlegt dosieren wollen, da ist eigentlich gerade auch mit der Entwicklung von Social Media oder überhaupt mit der digitalen Entwicklung, sind natürlich völlig neue Möglichkeiten eingetreten. Ich brauche nicht alleine darauf hoffen, dass ich bei der Redakteurin oder beim Redakteur gefallen finde, sondern ich kann mich selber publizieren. Ja, genau. Das verändert sehr viel. Das ist für viele dann die Lösung. Und im Übrigen ist es vielleicht gar nicht so hilfreich, einen so starken Filter einzubauen, weil es auch spannend sein kann, welche absurden Meldungen andere Medien, also sagen wir mal, man würde jetzt anderen Zeitungen oder Formaten folgen, als man selber auswählt. Also ich denke mir wirklich manchmal so beim Durchscrollen, Wahnsinn, Dinge gibt es unglaublich. Ich habe gestern eine interessante Beobachtung gemacht, die spreche ich hier vor großem Publikum an. Sie haben auf Facebook die heutige TV-Sendung, diesen Frühstückstalk, genauso beworben wie ich, mit den gleichen Inhalten, exakt den gleichen Inhalten. Sie haben ein Vielfaches an Likes bekommen, als ich bekommen habe und ich frage mich die ganze Zeit warum? Ich frage mich das nicht, das ist ja klar. Es ist total interessant, es ist wirklich interessant. Woran liegt das eigentlich? Am Timing vielleicht? Oder vielleicht an, naja da kommen wirklich Komponenten rein, die sehr spannend sind. Ich sage jetzt nicht fragwürdig, weil wahrscheinlich gibt es da eine ganze Menge Antworten darauf, würde man es näher ergründen. Also eine Klientelfrage. Das ist vermutlich eine Klientelfrage, aber das ist auch total interessant, weil damit relativiere ich eigentlich auch das, was ich zuvor gesagt habe, dass gerade Künstlerinnen und Künstler ja eh nicht auf die Redakteurinnen und Redakteure angewiesen sind, weil sie eh Social Media haben. Social Media ist für sie per se noch kein Erfolgsrezept. Da könnten wir uns auch Zusammenarbeit überlegen. Wenn das DorfTV hilft, dann kann ich auch beim Kulturmanagement hier. Ich gehe über die Person, das stimmt. Wobei wir müssen immer wieder an dieser Stelle darauf hinweisen, wir stehen uns nicht per se als Kulturprojekt, sondern ein Medienprojekt, wobei natürlich wenn man das transdisziplinär denkt, das ist immer wieder auch eine Schwierigkeit bei den Fördergebern, Fördergeberinnen, die da immer nur aus einem Genre denken. Also mit DorfTV dürfen sie sich eigentlich nicht bei einer Kulturförderung anstellen, sagen es Medien. Aber dennoch, mich interessiert sozusagen auch das Thema Sichtbarkeit. Wobei auch hier wieder ganz entscheidend meines Erachtens ist, was will ich eigentlich sichtbar machen? Will ich mich sichtbar machen im Sinne einer Marktlogik? Ich stehe auf dem Markt und ich bin gut verkaufbar. Oder gibt es auch was inhaltlich oder was mich auszeichnet oder irgendwie? Oder gibt es Debatten, die ich anstoßen möchte? Das hat auch viel wieder damit zu tun, wie wir selber auch unsere Welt wahrnehmen. Und das ist ja auch, wir haben zuvor von Babels gesprochen, man könnte das auch sozusagen wie so ein Tellerrand einfassen und was ist da Ihr Gefühl oder was ist da Ihr Eindruck, mich interessiert das sowohl auch aus Ihrer langjährigen Tätigkeit, aber auch für die weitere Zukunft, was müssen wir tun oder was können wir tun, um mehr noch über unsere eigenen Tellerränder hinaus zu blicken wenn wenn es bin ich zum beispiel am tellerrand gekommen also weil ich nach 30 jahren nicht mehr wusste wie motivieren sollte dass ich zur subventions geben gehe oder welche stoffe ansprechen sollte und so also das war irgendwie ist ausgereizt für mich. Für andere Leute ist es vielleicht super. Aber ich weiß gar nicht. Auf die Frage weiß ich auch nichts. Ich glaube, dass es eine Frage ist, wie weit stelle ich meinen Wahrnehmungsfilter ein, wie weit ist mein Radius und wie weit bin ich bereit und wie weit ist es mir auch möglich, ein, wie weit ist mein Radius und wie weit bin ich bereit und wie weit ist es mir auch möglich, wenn es einfach zu viel aufgrund der multiplen Krisen, in der wir uns global befinden, ist es durchaus auch legitim zu sagen, ich schaffe das nicht weiter als wir hierher oder ich schaffe es wirklich über das hinaus und was mir nämlich als Botschafterin des Ministeriums für Neugier und Zukunftslust, das vielleicht noch gar nicht allen so bekannt ist, das muss ich jetzt nochmal nachfragen, wie war das nochmal genau? Ministerium für Neugier und Zukunftslust, dass wir uns daran halten und immer wieder motivieren, mit einer Neugier und mit einer Lust in die Zukunft zu schauen und sich nicht von diesem Pessimismus und von diesen Dingen, die ja da sind, trotzdem vereinnahmen zu lassen, sondern immer wieder Wege zu suchen, Vernetzungen, Feld, Leute, sich zusammenzutun und Dinge zu kreieren, die eine bessere Zukunft skizzieren und dann auch umsetzen können. Und da Visionen zu zeichnen und positive Zukunft zu schreiben. Und ich glaube, wenn man mit der Frage, mit welcher Haltung gehe ich in eine Situation, mit welcher Haltung steuere ich auf die Zukunft zu, ist das schon mal ganz wesentlich, nämlich nicht nur, das sage ich jetzt als tanzaffine Person, physische Haltung, sondern mit einer geistigen, mit einer emotionalen Haltung schaue ich in die Zukunft und stelle mich an diesen Tellerrand und schaue, was ich denn da sehe. Verstehe ich das auch gleichzeitig als einen Appell, dass wir alle, aber jetzt denkt man das mal auch institutionell, sei es ein nicht kommerzieller TV-Sender, ein Theater oder was immer, dass wir uns eigentlich selber mit Zukunft mehr beschäftigen sollten und uns selber mehr in Visionen gehen sollten, auch wenn ich diesen Begriff nicht immer ganz so sehr mag, aber so ein bisschen Zukunftsentwürfe, dass man selber auch mal definiert, keine Ahnung, das offene Kulturhaus, was ist das offene Kulturhaus in zehn Jahren, was soll das sein, nämlich auch in einer, jetzt nicht nur welche großartigen Künstlerinnen und Künstler will ich da für Ausstellungen gewinnen, sondern auch, was ist die gesellschaftliche Position oder verstehe ich das in diese Richtung? Ganz genau, ganz richtig. Und das kann ich ganz im Kleinen bei mir, bei meinem eigenen Mindset anfangen, bei meiner eigenen Einstellung. Mindset ist auch schon so ein viel, fast abgenütztes Wort, aber trotzdem ganz wesentlich, was ich damit sagen will, ist, dass mein Mindset, meine Einstellung, dass ich an der, dass ich etwas kreiere für mich und meistens kommt das Leben dann eh dazwischen und es fügen sich andere Dinge dazu. Aber in einer positiven Perspektivierung, wenn es dieses Wort gibt, bin ich viel stärker und mehr geerdet. Also so geht es mir persönlich, wenn ich mir Dinge visualisiere und ganz oft treten die dann ein. Das ist kein Hokuspokus, sondern das ist neurowissenschaftlich auch belegbar. Im Hochleistungssport arbeitet man mit dem, dass man Dinge visualisiert. Im Hive-Management, in der Personalentwicklung, in Unternehmensorganisationsentwicklung wird mit dieser Zukunftsperspektive eben deutlich gearbeitet. Ist das der richtige Beauftragte vom Bundesministerium? Nein, das ist ein NGO. Ach so. Die sind verortet in Linz, hat nichts, in dem Sinne, keine politische Hintergrund. Und auch wenn das politisch jetzt gefordert wurde, ist es wirklich eine NGO, der sich jeder anschließen kann. Ein schönes Beispiel war in den Ferien, kurz vor den Ferien, letzter Freitag vor den Ferien, haben sie junge Leute eingeladen, Jugendliche bis 16 Jahre und haben so eine Talkrunde gemacht, wie sie sich das Reisen Fridays for Future oder vor diesem Nachhaltigkeitsaspekt das Reisen und diese Entwicklung, die Mobilität sehen und das gestalten würden. Das ist interessant, weil ja die Leiterin des Jugendzentrums in Perg hat mir zuletzt, die habe ich Ende Juni getroffen, hat sie mir erzählt, dass sie mit Jugendlichen Ähnliches gemacht hat, nämlich im Hinblick auf die Mobilität von morgen. Die haben sich wirklich mal genau angeschaut, sind mal zu Fuß gegangen, wenn ich jetzt nicht mit dem Moped fahre, sondern zu Fuß gehe, wie lange brauche ich dort diese Strecke, die ich mit dem Moped fahre. Da gibt es so Aha-Erlebnisse, dass man eigentlich Mobilität auch völlig neu denken kann oder auch ganz anders erfahren kann als in unseren festgefahrenen Bahnen. Aber jetzt bleiben wir noch mal ganz kurz bei der Zukunftsentwicklung, weil jetzt stelle ich mir die Frage, wer darf sich eigentlich an dieser Debatte, wohin geht die Zukunft, beteiligen? Das ist eine große Frage auch in Kunst und Kultur, die der Partizipation. Das ist eine riesengroße Kiste, die ich jetzt nicht aufmache, aber trotzdem, ich könnte mir das so vorstellen, Harald Gebhardtl ist noch künstlerischer Leiter des Theater Phoenix. Er denkt über die Zukunft nach und dann sage ich, wir lagen vier Experten ein, die... Nicht nur das, sondern da an der Wiener Straße oder wo auch immer, so ein paar Kids, die da sozusagen mal so rumlungern, sagen, reinkommen, das würde der Harald Gebhardt ja nicht mehr so tun. Ne, das würde er auf jeden Fall tun, um irgendwie die Perspektiven auszuloten. Was mich eher angeht, ist, dauernd wird nach Experten geschrien und ich muss vor allem auf Experten einladen. Also ob das Fachwissenschaftler oder irgendwie Designer sind, irgendwie Zukunftsdesigner. Das ist nicht relevant. Also die kann ich zum Schluss dann drüber lassen, aber das Erste, was ich machen muss, das ist mit meinen Nächsten da im Phoenix, im Theater Phoenix, halt schauen, halt ergründen, wo liegt eine Zukunft, wo können wir hin, wo ist unser Glücksmoment und auch der Glücksmoment für die Zuschauer. Ganz konkret. Da muss ich sie schneiden. Und da kann ich natürlich Jugendliche einladen und so. Aber ich habe nichts davon. Das wird viel zu viel gemacht. Ich kann Experten da irgendwie in den Job streitig machen, aber es werden viel zu viele Experten eingeholt immer. Aber das ist ja auch eine ganz wichtige Frage auch in der Vermittlungsarbeit, Vermittlungstätigkeit. Wie kann es tatsächlich gelingen, diesen Anspruch auf Teilnahme zu öffnen? Das ist natürlich, es ist, ich habe den Eindruck, dass gerade auch Institutionen lehnen sich zurück und sagen, bei uns kommen eh so viele Schulen. Schulen ist auch wieder nur in gewissen Jugendlichen vorbehalten. Ab der Pflichtschule sind so viele schon wieder draußen. Und wie gelingt es aber, auch wirklich jene abzuholen, die nie eine Kunsteinrichtung von innen sehen und die aber auch gar keine Einladung. Es gibt alleine so viele Barrieren. Mir fällt dann immer das Museumsquartier in Wien ein. Das ist ja wie eine Festung und ich habe da nicht das Gefühl, dass sich hier ein Jugendlicher eingeladen fühlt noch dazu, wo auf dieser großen Fläche striktes Skateboard-Verbot herrscht. Also der hat gleich mal so viele Ausladungselemente, dass er sich nirgendwo eingeladen fühlt. Wie kann man das brechen? Das ist ein total komplexes Thema, weil das im Bildungssystem ansetzt. Ich habe lange im musealen Vermittlungskontext gearbeitet und es war schwierig, zwei Unterrichtseinheiten zu bekommen für einen längeren Workshop. Wenn die Pädagoginnen untereinander nicht kooperieren können oder weil es zeitlich oder vom Lehrplan her nicht möglich ist. Ja, das ist die ganz große, brisante Frage, wie kann ich Menschen erreichen? Und erst wenn die sich wirksam fühlen und selbst wirksam werden, darum sagt der Hannah Arendt oder hat gemeint eben, wie wichtig es ist, sich hineinverhandeln zu können in die Welt. Und nur wenn ich stattfinden kann und wenn ich auch mich hineinverhandeln darf, dann kann Transformation passieren. Transformation auch hin zum Guten, wenn ich Menschen erreiche. Und da sind wir beim Thema zum Beispiel Wahlberechtigung, das führt wieder zur Demokratie. Also das ist ja alles zusammenhängend. Wenn ich Menschen für etwas begeistern und sie beteiligen kann, dann können sie auch aktiv werden und Dinge tun, weil sie sich wirksam fühlen und gesehen. Ich nehme das jetzt mal als Schlusswort. Wir sind am Ende der Sendezeit wunderbar mit Hannah Arendt. Der Tag ist gerettet. Ja, vielen herzlichen Dank für diese Pioniersendung Frühstücksfernsehen bei DorfTV. Nicht die letzte Sendung, aber nochmal vielen Dank Harald Gebhardtl, Cornelia Lehner. Ja, großes Dankeschön natürlich auch allen Frühstückenden, die auch im frühen Morgen mit dabei waren. Danke für das Interesse. Die nächste Sendung kommt ganz, ganz bald, nämlich morgen schon wieder um 9 Uhr. Donnerstag, 7. September, dann sind bei mir zu Gast Hämmer Schmutz, die Leiterin der Linzer Museen, sowie Anna Friedinger. Sie ist Programmgeschäftsführerin von DorfTV, sitzt aktuell jetzt hinter dem Regie-Tisch, morgen sitzt sie vor der Kamera, ich freue mich schon darauf, schalten Sie wieder ein. In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen sonnigen Tag, auf Wiedersehen und bis bald.