Herzlich Willkommen an diesem spätsommerlich sonnigen Montagabend bei einer weiteren Ausgabe der Senderei der Stachel im Fleisch, hier aus dem Studio von DorfTV in der Kunstuniversität Linz. Ja, die Klimakrise ist ohne Zweifel eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Um die drohende Katastrophe einer ungebremsten Erderwärmung noch so gut wie möglich abzuwenden, ist ein breites öffentliches Bewusstsein für diese Problematik erforderlich, die wiederum vor allem auch Medien in die Pflicht nimmt. Hochwasser, Murenabgänge und immer häufiger werdende Waldbrände sind ja bereits fixer Bestandteil der medialen Berichterstattung. Um eine sorgfältige Herangehensweise allerdings an die komplexen Zusammenhänge und Kontexte sicherzustellen, braucht es aber noch mehr. Mehr redaktionelle Berücksichtigung in den Medien. Hier ist vor allem die Frage des Framings genauso von Bedeutung wie etwa die Auswahl der Bebilderung sowie die ausreichende Bereitstellung von Strukturen und Ressourcen. Also eine ganze Menge Dinge, die hier auch mitzudenken, mit zu berücksichtigen sind. Mittlerweile sprechen wir ja auch von so etwas wie einem Klimasjournalismus. Was es in diesem Zusammenhang braucht, das ist nicht nur Gegenstand und auch Zielsetzung einer Debatte und auch sozusagen eines Appells, einer Kampagne eines neu gegründeten Netzwerks, der Initiative Klimajournalismus, gegründet Anfang dieses Jahres, sondern auch jetzt in den kommenden 60 Minuten meiner Politikgespräche mit Vorwärtsdrang, wo ich mich freue, zwei Gäste bei mir im Studio Wilhelm kommen heißen zu können, gleich neben mir, viel natürlich bekannt, Klaus Buttinger. Er ist Wissenschaftsredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten und denke ich, wird sich auch vielfach mit dieser Fragestellung oder diesen Fragestellungen beschäftigen. Und neben ihm sitzt Verena Mischitz, auch sicherlich vielen bekannt. Sie ist Freijournalistin und Sprecherin des Netzwerks Klimajournalismus. Ja, vielen Dank, dass Sie heute hier sind. Ich freue mich, diese doch sehr, sehr wichtige Diskussion in Angriff nehmen zu können. Frau Mischitz, ich beginne gleich mit Ihnen. Es hat ein bisschen gedauert, aber heute ist es soweit. Mit voller Stolz kann ich Ihnen jetzt mal ein Papier überreichen, nämlich die Vertragliche Vereinbarung Klimakodex. Das ist sozusagen auch Ihre Grundlage als Netzwerk Klimajournalismus, versehen mit zwei Unterschriften der Geschäftsführerinnen von DorfTV. Ich halte das jetzt mal irgendwo hin in die Kamera, damit das auch alle sehen können und freue mich, dass ich Ihnen das überreichen kann. Damit ist jetzt auch DorfTV ganz offiziell, wenn man so sagen darf, Teil des Netzwerks Klimajournalismus. Und das ist auch gleich mal meine Eingangsfrage an Sie. Lassen Sie uns doch wissen, was war denn die Intention, dieses Netzwerk ins Leben zu rufen? Warum Klimajournalismus und warum ist da höchste Zeit geboten? Ja, erstmal vielen Dank. Ich freue mich sehr, dass auch DorfTV jetzt den Klimakodex unterschrieben hat. Das Netzwerk Klimajournalismus gibt es schon ein bisschen länger, nämlich seit 2020. Und das wurde ins Leben gerufen, weil sich einige JournalistInnen in Österreich gedacht haben, da fehlt was. Also ich habe mir gedacht, teilweise gibt es einfach zu wenig Klimaberichterstattung. Die Klimakrise ist die größte Herausfordererstattung zu verankern und haben uns zum Ziel gesetzt, JournalistInnen in ganz Österreich miteinander zu vernetzen, einfach auch um einen Austausch zu schaffen. Es hat angefangen ein bisschen wie so eine Selbsthilfegruppe, weil einzelne JournalistInnen sich dasselbe gedacht haben, aber das Gefühl hatten, sie stehen alleine da mit dem Problem. Und mit dem Netzwerk wollten wir einfach ein bisschen Austausch schaffen und veranstalten auch immer wieder Workshops, um Basiswissen weiterzugeben. Wir haben Pressebriefings zu bestimmten Events, zum Beispiel wenn ein neuer Weltklimaratsbericht rauskommt oder wenn die nächste Klimakonferenz stattfindet. Wie sollte man damit umgehen? Welche Fehler kann man machen? Was sollte man vermeiden? Und da versuchen wir einfach Journalistinnen miteinander zu vernetzen und Wissen weiterzugeben. Können Sie noch ganz kurz verraten, wie viele sind diesem Klimakodex bereits beigetreten? Wie viele folgen Ihnen? Also vielleicht ein Wort zum Klimakodex. Das ist ein Leitfaden, den wir entwickelt haben. Da stehen fünf grobe Leitsätze, was guter Klimajournalismus ist. Also zum Beispiel konstruktive Klimaberichterstattung, dass es nicht nur immer um Katastrophen geht, sondern auch um Lösungsansätze. Da steht drin, dass man die Klimakrise als Dimension behandeln soll, weil es Teil jedes einzelnen Themas ist. Deshalb sollte man sie auch in jedem Bereich mitdenken. Da steht drin, dass es Strukturen braucht, Weiterbildungsmöglichkeiten für JournalistInnen, weil es einfach notwendig ist, dass man ein gewisses Basiswissen hat, einfach auch um auf Entscheidungen, politische Entscheidungen oder in Interviews gut reagieren zu können. Und diesen Kodex haben wir vor ein paar Monaten veröffentlicht und mittlerweile haben 25 Medienhäuser den unterschrieben. Also das bedeutet, dass sie diese Leitlinien in Ihrer internen redaktionellen Leitlinien aufgenommen haben und die Klimaberichterstattung ein fester Bestandteil Ihrer Berichterstattung ist. Herr Puttinger, Sie sind, das darf ich verraten, ja bei den oberösterreichischen Nachrichten durchaus sowas wie ein Urgestein, haben lange, lange Jahre Redaktionserfahrung. haben lange, lange Jahre Redaktionserfahrung. Können Sie uns kurz einen Eindruck vermitteln, wie hat sich denn innerhalb Ihrer Redaktion das Bewusstsein für Klimathemen oder die Klimakrise verändert? Wann ist das eigentlich aufgekommen? Welche Wirkung hat dieses Problembewusstsein erzielt? Wo stehen Sie heute? Gott, da muss ich ganz weit zurückdenken. Einerseits zu meinen Anfängen als Lokaljournalist. Wir haben damals mit dieser beginnenden Grünbewegung sehr stark auf Umweltthemen gesetzt als Journalistinnen und Journalisten. Da war Klima noch nicht die große Klammer, sondern einzelne Geschichten, Heimburg beginnend. Sie wissen, was ich meine. Die Klimasache hat dann punktuell immer wieder aufgeleuchtet. Bis vor zwei Jahren in etwa ist dann zu einer flächendeckenden Diskussion gekommen, die bei uns in der Redaktion ist, die auch in ein Regulativ geführt hat. Wir haben uns auch Gedanken gemacht, wie gehen wir mit den Klimadingen um? Bilden wir sie doch ab, quer durch die Zeitung? Es hat dann gegeben die Gründung eines Green Teams. Und als Sie die Klima-Journalisten vorgestellt haben im Presseclub, konnte ich schon berichten, das war vor einem Jahr in etwa, glaube ich, konnte ich schon berichten, dass wir bei den oberösterreichischen Nachrichten da ein wenig voraus sind. Wir dieses Klimateam schon haben. Wir bilden konstruktiven Klimajournalismus ab, indem wir zum Beispiel Leute porträtieren, die wir als Klimahelden titulieren, die wir dann mit Fernsehen verfolgen und so weiter, mit ONTV, also multimedial covern, um dann eben diese positiven Beispiele voranzubringen. Also konstruktiver Klimajournalismus, der hat bei uns schon Einzug gehalten, wobei ich sagen muss, selbstkritisch genug kann da nie genügen mit Konstantin Wecker. Aber wir arbeiten daran. Wir haben auch eine grüne Brille liegen auf unserem Besprechungstisch, auf unserem Konferenztisch, die bei der Blattkritik wechselseitig aufgesetzt wird. Und der, der Blattkritik hat, schaut durch die grüne Brille, ob wir in der täglichen Berichterstattung auch die Klimathemen oder die grünen Themen, nicht nur politisch, sondern die Umweltthemen auch entsprechend berücksichtigen. sondern die Umweltthemen auch entsprechend berücksichtigen. Und da hat sich in den vergangenen zwei Jahren doch eine sehr große Dynamik entfaltet, die es vorher nur in Blitzlichtern gegeben hat. Frau Mischitz, das klingt jetzt alles sehr schlüssig und letztlich auch einfach. So einfach ist es natürlich nicht. Ich selbst habe bei den Vorbereitungen für diese heutige Sendung eigentlich, habe mich fast ein bisschen erschlagen gefühlt von der Komplexität, was da alles sozusagen mit rein spielt und was hier auch bei den Überlegungen zu berücksichtigen ist. Ich habe mir jetzt einfach mal ein ganz einfaches Beispiel sozusagen in meinem Kopf vorgenommen. Das möchte ich Ihnen präsentieren. Bundeskanzler Karl Nehammer ist ja schon so ein bisschen im Wahlkampfmodus und als ÖVP-Spitzenmann und spricht immer wieder zu seinem Volk und versichert den Menschen draußen, auf der Straße und wo auch immer. Niemand wird auf der Schnitzel verzichten müssen. Das ist eine klare Botschaft, die kann man klar entschlüsseln oder vielleicht auch nicht, aber nichtsdestotrotz auch Medien rezipieren diese Ansage. Was ist denn Ihrem Verständnis zufolge jetzt tatsächlich sorgfältiges, verantwortungsbewusstes Herangehen eines Klimajournalismus an diese Aussage? eines Klimajournalismus an diese Aussage? Das Ding ist, dass im Moment ist es ja so, dass die Berichterstattung vor allem den Narrativen der Politik folgt. Also die PolitikerInnen sprechen über etwas, darüber wird berichtet und das ist in gewisser Weise auch gut so. Wenn es aber um die Klimakrise geht, dann ist das, worüber wir im Moment sprechen, sehr weit von der Realität entfernt. Das heißt, wir sind kurz davor, Kipppunkte zu überschreiten. Wir stoßen weiterhin CO2 aus, der Materialverbrauch steigt. Die Diskussion wirkt aber so, als wäre es eine Ablenkung, weil der Ausmaß dieser Krise einfach nicht entspricht. Und jetzt kann man natürlich auch über das Schnitzel sprechen, weil es gibt nicht die eine Lösung, wie wir die Klimakrise lösen. Also wir können auch gern über Ernährung sprechen und das kritisch hinterfragen. Auch darüber können wir debattieren. Aber es wäre wichtig, die Klimakrise nicht nur auf, also die Klimakrise in wirklich jedem einzelnen Thema mitzudenken. also die Klimakrise in wirklich jedem einzelnen Thema mitzudenken, dann wirkt das jetzt nicht so, als würde es jetzt nicht so herausstechen, sondern die Debatte wäre einfach eine andere. Aber trotzdem, ich bleibe da jetzt hartnäckig, weil ich bin ja auch jemand, der Medien in der Rezeption, in der Berichterstattung beobachtet und das kommt für mich viel zu kurz. Ich bleibe da gerne nochmal beim Schnitzel. Wir können aber auch gerne von politischen Ansagen zu E-Fuel reden, was auch immer. Es ist so, dass natürlich es werden Klimaheldinnen des Alltags beschrieben, aber vielfach nicht auch sozusagen eine Reaktion darauf zu sagen, wir werden sicherlich weiterhin Schnitzel essen, aber vielleicht nicht im gleichen Ausmaß. Aber wir werden auf alle Fälle sozusagen unsere Lebensformen in einer gewissen Form, wir werden Verzicht üben müssen. Das ist ja doch auch eine wichtige Sache. Und Politiker, Politikerinnen trauen sich das nicht anzusprechen. Ich habe ja auch den Eindruck, auch Medien tun das viel zu wenig. Ja, also das ist ganz klar. Wenn wir von einer ökologischen Transformation reden, dann betrifft die sehr, sehr viele Lebensbereiche, vermutlich alle Lebensbereiche, also wie wir uns fortbewegen, wie wir uns ernähren, wie wir uns kleiden. Und in allen diesen Bereichen wird es Veränderungen geben. Das sagt die Wissenschaft ganz klar. Wie die dann aussehen werden, das ist eine politische Entscheidung und das ist eine politische Diskussion. Aber es wird Veränderungen geben und es wird vermutlich auch Verbote geben, weil wir die Emissionen und den Materialverbrauch einfach senken müssen, damit wir die Klimaziele erreichen und die Erderhitzung nicht Ausmasse annimmt, dass ein lebenswertes Leben nicht mehr möglich ist. Und so ehrlich muss man sein. Und deswegen steht auch im Klimakodex, dass die Basis von guter Klimaberichterstattung wissenschaftliche Grundlagen sind, wissenschaftliche Erkenntnisse. Und die spielen in der öffentlichen Debatte nicht immer eine Rolle oder eine zu wenig große Rolle. Und deshalb wäre es wichtig, dass man als Journalistin näher an der Wissenschaft arbeitet und diese wissenschaftlichen Erkenntnisse immer und immer wieder einbringt und PolitikerInnen vor allem auch damit konfrontiert. Das sehe ich noch zu wenig. Es passiert, also vor allem in den letzten Jahren hat sich ja wohl einiges getan. Es gibt viel mehr Klimaberichterstattung und in Österreich ist die Debatte ja schon auch da. Aber diese Konfrontation, die fehlt mir manchmal. Darf ich was zum Verzicht sagen? Weil das ist ja, wie Sie vorhin gesagt haben, das Framing, das politische Framing, der Schnitzel. Das ist jetzt etwas, das natürlich große, große Überschrift ist und dennoch eine unheimliche Verkleinerung der Debatte. Ich muss Verzicht aus einer anderen Perspektive sehen, zum Beispiel aus Lebensqualität. Wenn ich mich heute entscheide, ich fahre mit dem Zug in die Arbeit von Bels nach Linz zum Beispiel, habe ich Lebensqualität, ich kann lesen, ich kann alles Mögliche tun. Im Auto stehe ich im Stau in Linz, wenn ich herkomme und wenn ich hinausfahre. Das heißt, Verzicht wird zur Lebensqualität, wenn ich es so sehe. Also es geht darum, um ein Umframen. Die Verzichtsdebatte ist eigentlich ein Punkt der Klimapragmatiker oder der neuen Gruppe der Klimaskeptiker. Es ist in weiten Teilen als verpönt geltendes Wort. Klimapragmatiker oder der neuen Gruppe der Klimaskeptiker. Es ist in weiten Teilen als verpönt geltendes Wort. Damit macht man eigentlich das Geschäft der sogenannten Klimaleugner oder Klimaskeptiker. Es geht genauso wie Männer, die sich der Emanzipation der Frau hingeben. Die werden davon profitieren. So sehe ich das, dass man durch die Erhöhung der Lebensqualität im Sinne des Klimaschutzes auch dort profitiert und ein besseres Leben führt. Jetzt hat die Frau Mischitz, Herr Buttinger, etwas Wichtiges angesprochen. Sie persönlich, so habe ich es verstanden, sieht Klimajournalismus ganz eng angetockt an Wissenschaft. Wissenschaft, das müssen Sie natürlich wissen, als Wissenschaftsredakteur hat schon bessere Zeiten erlebt, seit einigen Jahren, ich sage jetzt nicht übel beläumundet, aber einfach hat an Stellung, Stellenwert oder Bedeutung für viele Menschen verloren. Die Zweifel sind groß, die Skepsis. Wie kann man denn hier ihrerseits, Sie müssen ja auch überlegen, Sie müssen ja eine große Anzahl Menschen erreichen und wissenschaftliche Erkenntnisse so darstellen, dass die Menschen Vertrauen gewinnen in wissenschaftliche Erkenntnisse, aber nicht sich abwenden von Wissenschaft. Wie geht das dann mit der Herausforderung Berichterstattung über Klimaentwicklungen zusammen? Vielleicht an einem praktischen Beispiel festgemacht, diese E-Fuels. Darüber haben wir viel diskutiert und auch in der Redaktion bei uns sind die Debatten in die eine und in die andere Richtung gelaufen, bis wir dann eben einen runden Tisch organisiert haben, die Dinge dann mit Wissenschaftlern, auch mit Wirtschaftlern zusammen diskutiert haben. Und da ist natürlich klar herausgekommen und wissenschaftlich tausendmal unterfüttert, dass E-Fuels ein ökonomischer Wahnsinn sind. Ich nehme CO2, das eigentlich in die Atmosphäre geblasen wird, her, füttere es mit Energie aus Kohlekraftwerken, weil wir noch zu wenig Grünstrom haben für diese Umwandlungsprozesse, dreistufig unglaubliche Energiepotenzierung in diesem Ding und dann verteile ich es wieder in der Gegend durch tausend Auspuffe, durch den einen Schlot und das noch mit einem dreifachen Energieverlust gegenüber einem Elektromotor direkt aus einer grünen Stromquelle. Also diese Dinge kann man schon herunterbrechen und klar diskutieren. Da greift man ja auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurück. Das sind Rechenbeispiele aus der Mathematik, aus der Physik. Das ist ja alles nicht von der Hand zu weisen. Und da geht es um eine politische Erzählung, der man wissenschaftlichen Erkenntnissen schlicht und einfach entgegensetzen muss. Dass das kein einfacher Prozess ist, ist klar. Und dass die Wissenschaft oder der Wissenschaftsjournalismus gelitten hat in den letzten Jahren, das kann ich nicht ganz unterschreiben, weil es haben diverse Redaktionen in Wissenschaftsjournalismus investiert. Man hat das also aus der Corona-Krise gelernt, dass man hier Kompetenz braucht, dass man hier Verlässlichkeit braucht. Und an mich als Wissenschaftsredakteur ist gerade zu Beginn der Corona-Krise gelernt, dass man hier Kompetenz braucht, dass man hier Verlässlichkeit braucht. Und an mich als Wissenschaftsredakteur ist gerade zu Beginn der Corona-Krise ganz klar auch die Anfrage gekommen, wie soll man das einordnen. Es gab da eben entsprechende Zahlen, entsprechende Umrechnungen und da bleibt nichts anderes übrig als die Mathematik und die Physik, um gewisse Dinge anschaulich darzustellen. Und dass das unser Job ist als Wissenschaftsjournalisten, ist klar. Da muss man auch sattelfest sein. Und gegen die Wissenschaft in diesen Dingen oder die Nähe zur Wissenschaft ist nichts einzuhalten. Man muss nur immer die Übersetzungsproblematik ein bisschen im Auge behalten. Zu sagen, mit der Schnitzel-Geschichte gab es diese Woche oder letzte Woche die Berechnung, verzichten wir auf Fleisch generell weltweit, dann kommen wir 30 Prozent, 30 Prozent der gesamten CO2 mit der CO2-Fraktion herunter in die Erzeugung. Das kann man mal sagen und hinschreiben. Tatsächlich weiß man das auch schon seit langem. Ja, das kommt dann auch dazu. Frau Mischitz, einer der für mich sensibelsten und zugleich spannendsten Aspekte in dieser Diskussion ist jener Punkt, wo es geht Ihnen sicherlich genauso wie mir und auch dem Herrn Buttinger, man ja immer wieder, weil man mit Journalistinnen und Journalisten zu tun hat, auf einen gewissen Purismus trifft. Sagen, okay, wir folgen einem Objektivitätsanspruch und alles, was darüber hinausgeht, das ist aktivistisch, das lehnen wir strikte ab. Also ich habe auch nie getan ein Geheimnis daraus, dass ich mich selber bei DorfTV sehr wohl und sehr intensiv aktivistisch sehe, aber das halten halt nicht alle so. Und jetzt stellt sich natürlich die Frage im Zusammenhang mit klimajournalistischen Ansprüchen, weil natürlich kann man, wenn man das konsequent weiterdenkt, schon schnell mal da landen, dass man sagt, der Begriff der Krise, wenn ich ihn verwende, ist schon ein Abweichen von Objektivitätsgebot und schon aktivistisch, während andere wieder einwenden, wenn ich dieses Heucheln Aktivismus nicht zulasse, dann ist es eigentlich unterlassene Hilfeleistung vieler Journalistinnen und Journalisten, wenn sie die Dinge, die Entwicklungen nicht beim Namen nennen, wie sie eigentlich unsere Krise längst Realität geworden ist. Ja, also die Frage ist ja, was versteht man unter Aktivismus? Da versteht ja auch jeder etwas anders darunter, aber damit sind wir immer, also das Netzwerk Klimasjournalismus immer wieder konfrontiert, deshalb steht auch im Kodex, dass Klimasjournalismus kein Aktivismus ist, weil wir davon ausgehen, dass Journalismus grundsätzlich das Abbilden, also guter Klimajournalismus steht auf Basis wissenschaftlicher Fakten und Fakten zu kommunizieren ist kein Aktivismus. wir sind alle Teil dieser Gesellschaft. Wir werden beeinflusst von unserem Umfeld. Niemand kann sich daraus transzendieren und von oben raus blicken und sagen, so schaut es aus, so funktioniert die Welt. Als Journalistin benutzt man immer ein bestimmtes Framing und ich kann hier aus diesem Fenster schauen, ich kann hier aus diesem Fenster schauen und es wird ein anderer Beitrag werden. Und natürlich habe ich den Anspruch, so objektiv wie möglich zu sein, aber es bedient immer, also es ist immer innerhalb eines bestimmten Rahmens. Und es ist interessant, dass dieser Aktivismusvorwurf ja immer beim Klimajournalismus kommt, weil wenn ich jetzt über Wirtschaftswachstum berichte und sage, super, die Wirtschaft ist so und so stark gewachsen, ohne aber zu erwähnen, dass dieses Wirtschaftswachstum an Ressourcenverbrauch und an CO2-Emissionen gekoppelt ist, ist es diese Transformation braucht und dass es nicht gut ausschaut auf dem Weg, auf dem wir uns befinden, dass das Aktivismus ist, aber den Status quo zu rechtfertigen dann nicht. Natürlich ist auch diese Diskussion ja niemals frei von Interessen. Und sozusagen ist es ganz spannend, in Deutschland ist es meines Erachtens noch viel spannender zu beobachten als bei uns, weil da wird ja mittlerweile auch auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk losgegangen, weil dort immer mehr Journalistinnen und Journalisten sozusagen offensiver das Thema behandeln und da wird dann sozusagen Haltungslosigkeit vorgeworfen und das ist dann auch oft für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein großes Problem, weil man sehr schnell in die Defensive gerät und sich immer rechtfertigen muss und dann letztlich weniger diesen Kurs weiterverfolgen kann. Vielleicht noch ein Satz dazu. Dadurch, dass in den letzten Jahrzehnten so wenig über die Klimakrise berichtet worden ist, wirkt teilweise, jetzt wenn man die Dringlichkeit betont, alles als Alarmismus, weil der Unterschied einfach so groß ist. So jetzt müssen wir dringend handeln, aber in den Jahrzehnten davor war es quasi kaum Thema. Und für viele wirkt das so, also es hat natürlich auch mit der öffentlichen Debatte an sich zu tun, aber ich verstehe natürlich, dass das alarmistisch wirken kann, weil die Unterschiede so groß sind, aber im Grunde ist es einfach ein Betonen von der Dringlichkeit. Darf ich zum Alarmismus was sagen? Weil ich auch das für ein Wort halte, Unterschiede so groß sind, aber im Grunde ist es einfach ein Betonen von der Dringlichkeit. Darf ich zum Alarmismus was sagen? Weil ich auch das für ein Wort halte, das von den Klimaskeptikern kommt. Also hier wird aufklärender, wissenschaftsgetriebener Journalismus als Alarmismus verunglimpft. Das ist so wie die Schulmedizin und die Medizin. Das kommt von den Esoterikern, diese Abwertung. Medizin, das kommt von den Esoterikern, diese Abwertung und genauso sehe ich es mit dem Alarmismus. Ich finde, wenn wir jetzt nicht Alarm rufen und wenn wir jetzt nicht ganz klar die Dinge benennen, die ja seit vielen Jahren auf dem Tisch liegen, wir reden ja jetzt nicht von, ist gestern vom Himmel gefallen, sondern wir reden von Kipppunkten, die definiert sind von Wissenschaft, wenn wir reden vom internationalen Klimapenal, das auch seit Jahr und Tag dieselben Dinge erzählt und wo sich nichts geändert hat in der wissenschaftlichen Begleitung. Ich habe neulich im Archiv einen 50 Jahre alten Artikel gefunden, der diese Dinge vorgreift, über die wir jetzt diskutieren. 50 Jahre! gefunden, der diese Dinge vorgreift, über die wir jetzt diskutieren. 50 Jahre! Und wenn man sich anschaut, wann ist El Goa nicht gewählt worden zum Präsidenten? Seitdem gibt es diesen Backlash in Sachen Klima. Seit 30 Jahren hat die Erzählung der Industrie, der Erdölindustrie und ihrer Lobbygruppen die Diskussion gekapert. Also, wir sind schwer hinten dran. Und hier Alarm zu rufen, nein, das nehme ich nicht. Aber Herr Puttinger, mal Hand aufs Herz. Ich persönlich kann es mir jetzt nicht vorstellen, dass die oberösterreichischen Nachrichten eines Tages erscheinen und im Leitartikel ist zu lesen, am Ende des Tages hätten die jungen Menschen, die sich auf die Straße kleben, doch recht, dann würden die oberösterreichischen Nachrichten wahrscheinlich einige hunderte, wenn nicht sogar tausend Abonnentinnen und Abonnenten verlieren. Puh, keine Ahnung, das wäre den Versuch wert. Ich bin ein Freund der Klima Kleber, rein persönlich, allein aus der Tatsache heraus, dass jede Generation ihre eigenen Protestformen entwickelt. Every generation has its own disease. Und na klar, wird man etwas entwickeln, wenn man nicht gehört wird. Andererseits sagt die Wissenschaft, und auch die muss man hören, Schweizer Studie, relativ neu, dass also gemeinhin diese Form des Protests nicht als unterstützenswert gilt oder dassinhin diese Form des Protests nicht als unterstützenswert gilt oder dass die Menschen diese Form des Protests weitgehend ablehnen und dass die Klimakleber der Sache nichts Gutes tun. Klipp und klar abgefragt nach wissenschaftlichen Grundsätzen, das ist das Spannungsverhältnis. Aber zu sagen, man hätte kein Verständnis dafür, werden sie bei uns, wir haben schon eine differenzierte Linie. Also auch junge Kolleginnen und Kollegen, die durchaus hier Sympathie durchblitzen lassen. Natürlich wird man nicht sagen, hurra, bitten wir uns, grosso modo, alle fest, aber die Straße wird man nicht lesen. Ich gebe die Frage gleich weiter an Verena Mischitz. Es gibt andere Umfragen, wo auch hier in Österreich Menschen Festabstraße wird man nicht lesen. Ich gebe die Frage gleich weiter an Verena Mischitz. Es gibt andere Umfragen, wo auch hier in Österreich Menschen dazu befragt wurden, befürworten sie eine Beschränkung 100 kmh auf Österreichs Autobahnen und da sind glaube ich zwei Drittel dagegen. Aber die Frage stellt sich natürlich, inwieweit man sowas plebiszitär abfragen kann oder soll und vor allem inwieweit Journalistinnen und Journalisten das dann quasi einfach so aufgreifen sollen und nicht eigentlich doch kritisch hinterfragen, weil es gibt wissenschaftliche Evidenzen, die belegen sehr wohl die Sinnhaftigkeit und eigentlich die Notwendigkeit, das Tempo auf den Autobahnen aufgrund der Emissionen deutlich zu reduzieren. Ich glaube, das ist gar nicht eine Frage der Umfragen, sondern der Gründe, warum Personen so abstimmen. Also liegt es vielleicht daran, dass zu wenig darüber berichtet wird? Wissen sie zu wenig darüber? Ist es die politische Erzählung, dass sie Angst haben, also Angst vor Wohlstandsverlusten? Weil das ist ja die politische Erzählung mit dem Verzicht, den wir vorher hatten. Und es gibt zum Beispiel eine Umfrage vom Gallup-Institut, die wird immer wieder durchgeführt und kommt immer wieder zum selben Ergebnis, nämlich dass circa 70 Prozent der Befragten interessiert sind an Umwelt- und Klimaberichterstattung, aber weniger als 50 Prozent fühlen sich ausreichend informiert. Das heißt, es gibt sogar eine Lücke. Und jetzt habe ich die Studie nicht gelesen oder die Umfrage zu Tempo 100, aber ich würde jetzt mal vermuten, es liegt vielleicht auch daran, dass es zu wenig Aufklärung gibt und zu wenig Infos darüber, was denn vielleicht die positiven Effekte wären von Tempo 100. Aber es ist erstaunlich, denn ich habe jetzt hier vor mir liegen, hat mich auch sehr inspiriert, auch diese Sendung ins Programm zu nehmen, ein Kommentar von Katharina Kropshofer, der Vorsitzenden des Netzwerks Klimaschallalismus in der Wiener Wochenzeitung der Falter, wo sie schreibt, die mächtigsten Feinde des Klimaschutzes sind nicht die Leugner, wie auch zuvor schon Klaus Buttinger gesagt hat, sondern die Ignoranten. Das heißt, jene, die sehr wohl wissen um die Problematik, aber am liebsten wie der Vogel Strauß den Kopf in den Sand stecken möchten, einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen, oh je, da muss ich vielleicht jetzt wirklich in Zukunft weniger Auto fahren oder das und das weniger konsumieren. Da ist ein großes Problem, das vor uns steht. Das ist ja erstmal verständlich. Also das ist ja eine riesige Herausforderung, von der wir stehen. Große Veränderungen, mit denen wir irgendwie umgehen müssen. Und da ist es ja erstmal verständlich, dass Menschen so reagieren. Da will ich nichts damit zu tun haben. Ich ziehe mich zurück und ignoriere das einmal. Aber deswegen ist es auch so wichtig, dass wir nicht nur über Katastrophen berichten, sondern auch konstruktiven Journalismus betreiben und auch aufzeigen, was anders sein könnte. Und das fehlt mir im Moment noch ein bisschen, weil die Welt, auf die wir zusteuern, muss nicht eine Dystopie sein. Die kann auch ganz gut sein. Die kann auch gerechter und nachhaltiger für alle Menschen sein. Die kann auch ganz gut sein, die kann auch gerechter und nachhaltiger für alle Menschen sein. Und das gilt es aber auch zu zeigen, weil ich glaube, Lösungen für die Zukunft, heißt sie. Hier berichten Wissenschaftler, die den Scientists for Future nahestehen, also wöchentlich oder 14-tägig, von Lösungen für die Zukunft. Wir haben das bewusst positiv genannt und nicht, wie bekämpfen wir die Krise? Nein, Lösungen für die Zukunft. Da geht es darum zu sagen, wie gehe ich mit CO2 um? Ein rein technischer Lösungsansatz, aber auch, wie gehe ich mit CO2 um, ein rein technischer Lösungsansatz, aber auch wie gehe ich psychisch damit um. Es ist eine Belastung, insbesondere der Jugend, schreiben wir ja auch die ganze Zeit, Last Generation, wir haben keine Zukunft und so weiter. Was passiert mit der Klimaerwärmung? Ein Grad mehr ergibt so und so viel mehr Suizide. Auch dieser Zusammenhang ist wichtig. Und wie kann man da aber persönlich wieder raus, indem man sich engagiert gegen die Krise, indem man sich engagiert für eine gute Zukunft. Und auch das ist ein Lösungsansatz bei uns dabei. Und was wollte ich noch sagen? Jetzt habe ich es vergessen. Und zwar wirklich auch nochmal aus ihrer... Ich glaube schon, wer es nicht besser weiß, das Nicht-Besser-Wissen, und das ist etwas, was ich an der Politik sehr stark kritisiere, Nehammer und die ÖVP und ihr ganzes Netzwerk aus Wissenschaftlern, das ja durchaus jetzt keine links-linke Partie ist in Österreich, wissen sehr wohl, worum es geht in diesem Prozess. Und das Fatale ist, dass hier die Brandstifter unterwegs sind und die Biedermänner ebenso. In derselben Partei. Man weiß es besser, aber man kommt mit einer Schnitzeldebatte. Oder mit einer Normalitätsdebatte. Da sprechen Sie von Eliten. Mir scheint doch wesentlicher zu sein, jene Menschen, die Menge, die Masse, die tatsächlich zu gewinnen ist, um hier nochmal eine Umkehr zu schaffen. Und ich bleibe nochmal dabei, die Verena Mischitz hat es erst appelliert, eine richtige Abwägung, also nicht zu viele apokalyptische Bilder, nicht zu viele apokalyptische Erzählungen, eher konstruktiver Journalismus, Hoffnung geben. Hoffnung geben, aber nichtsdestotrotz, Herr Buttinger, auch aus der Praxis nochmal gesprochen, wie viel Klimakrisen-Wahrheit ist denn Ihrer Meinung nach den Menschen zuzumuten? Wissenschaft, pardon, Journalismus ist zu berichten, was ist. Von diesem Grundsatz gehen wir mal aus. Das heißt, wenn es hier eine Krise gibt, wenn es hier Kipppunkte gibt, wenn führende Wissenschaftler und zwar 90 Prozent zu diesem Schluss kommen, dass wir auf eine krisenhafte Situation zusteuern oder schon mittendrin sind, was die Welt betrifft, dann ist das einmal zu nehmen, auch zu schreiben, Faktum. Jetzt geht es nur noch darum, wie gehen wir damit um. Also, dass die Krise da ist, ich glaube, das begreift jeder. Wir haben heute draußen 30 Grad, es ist Mitte September. Ich weiß schon, dass Wetter und Klima nichts miteinander zu tun hat, aber die ganzen Extremwettereignisse der letzten Wochen, das stellt uns ganz klar vor das geistige Auge, wir sind in der Krise mittendrin, wir müssen schleunigst handeln. Und wenn Politik hier das nicht tut, und ich glaube, wir erleben gerade so ein bisschen einen Backlash, der Klimapragmatiker, sage ich, oder der Klimaskeptiker, die versuchen, die Diskussion jetzt zu kapern. Also wenn wir denen auf den Leim gehen, als Medienleute oder als Konsumenten, dann ist das fatal. Sondern es geht jetzt darum, so schnell wie möglich diese Lösungen umzusetzen. Sie liegen auf dem Tisch, sie sind fertig. Jetzt geht es nur noch darum, wie gehen wir es an, wie finanzieren wir es, mit welchen Gesetzen unterstützen wir sie. In Österreich, die Klimagesetze, die Heizungsgesetze und so weiter, liegt seit Monaten, Jahren in dieser Regierungskoalition herum und man einigt sich nicht. Das ist fatal. Jetzt verlieren wir Zeit, die wir dringend nötig hätten, endlich etwas für die Umwandlung der bestehenden Verhältnisse zu tun. über das Klima berichten, sondern auch Politikjournalistinnen und Wirtschaftsjournalistinnen, weil diese Konfrontation, die braucht es in politischen Interviews und die werden meistens in den Politikressorts der Redaktionen geführt. Und deshalb ist es so wichtig, dass dieses Basiswissen auch überall ankommt. Also vieles Querschnittsbatterie. Genau. Aber dennoch, Frau Mischitz, der nächste sehr spannende Punkt in diesem Zusammenhang, erscheint mir persönlich sehr, sehr spannend, ist, dass wir ja eine sehr vielfältige Realität vorfinden. Die Menschen, die Zielgruppen der oberösterreichischen Nachrichten sind andere als jene, die Instagram konsumieren. Da wird es natürlich besonders spannend, wenn wir unterschiedliche Generationen haben, wir leben auch in einer postmigrantischen Gesellschaft, kommen auch Menschen zu uns, deren Hintergründe eigentlich oft von Armut geprägt war, die oft von Krieg, Zerstörung geprägt war und hier natürlich dann auch Möglichkeiten vorfinden, natürlich sich ein Auto zuzulegen und so gut wie möglich mit dem Auto zu fahren. Das ist auch für viele mit kulturellem Hintergrund ein Statussymbol. Also da wird es dann richtig schwierig. Aber das ist auch der spannende Herausforderung für die Kommunikation. Aber wie kann Klimajournalismus hier auch ein Auge darauf richten, dass sich ja Mediennutzungsverhalten auch mitunter sehr schnell und radikal verändert? Mediennutzungsverhalten auch mitunter sehr schnell und radikal verändert. Wie man unterschiedliche Zielgruppen anspricht? Der Inhalt an sich ist ja immer dasselbe. Also ein Kind und eine ältere Person sind auch gleichermaßen stark von Hitzewellen betroffen, also sind wir vulnerable Gruppen, wenn es um Hitzewellen geht. Die Sprache ist eine andere. Also der Inhalt ist im Prinzip derselbe und wenn man auf Instagram oder auf Social Media unterwegs ist, dann ist die Sprache authentischer, persönlicher, direkter. Und ein Zeitungsartikel funktioniert natürlich anders, aber wichtig ist, dass man die Personen aus ihrer Lebensrealität, also in ihrer Lebensrealität abholt. Ich habe zum Beispiel immer versucht, mit Requisiten zu arbeiten in meinen Videos, habe mir überlegt. Gletscherschmelze in der Arktis und habe mir überlegt, wieso sollte das irgendjemanden hier in Europa interessieren, dass das Eis in der Arktis schmilzt und habe mir dann gedacht, was ist noch schlecht, wenn es zu warm wird und habe dann einen Cocktail hergenommen und den Eiswürfel abgefilmt, bis er geschmolzen ist und der ist natürlich ungenießbar. Wird der Planet dann auch ungenießbar, wenn das Eis in der Arktis schmelzt? Also ich habe versucht, diese komplexen Themen runterzubrechen und einfacher verständlich zu machen, indem ich einen Gegenstand nehme, mit dem alle Menschen was anfangen können. Oder ich habe zum Beispiel versucht, die Grenzen des Wachstums darzustellen, indem ich einen Luftballon aufblase und ihn so lange aufblase, bis er platzt und das symbolisiert quasi dann unsere Gesellschaft, die kurz vor dem Kollaps steht. Also es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, diese Komplexität herunterzubrechen und für unterschiedliche Zielgruppen eine Erzählung sich auszudenken. Man muss auch für eine Erzählung in der migrantischen Gruppe mehr verankern, dass man mit einem modernen Elektroauto jedes Beschleunigungsreinig gewinnt. Aber es ist natürlich ein sehr individueller Ansatz und auf individueller Ebene werden wir die Klimakrise nicht lösen. Das ist richtig, aber dennoch stellen sich viele Menschen die Frage, oder immer öfter die Frage, was kann ich dazu beitragen? Und vielleicht auch andere, deren Sprache wir nicht teilen oder die wirklich andere Erfahrungshintergründe haben, aus anderen Weltgegenden kommen. Und da wissen wir natürlich auch, dass die andere Vermittlungsformen benötigen. Und ich habe oft den Eindruck, dass auch, wir sind hier in Oberösterreich, die oberösterreichischen Medien, das ist schon so eine in sich geschlossene Bubble und wird wenig Zugang geschaffen, auch da auch sozusagen andere Zielgruppen zu erschließen. Ich glaube, das ist kein Problem der Klimaberichterstattung an sich, sondern grundsätzlich der Berichterstattung. Ja, aber in der Klimafrage kann es virulent werden, so richtig virulent. Ich glaube, man darf den Vereinzelungsadepten nicht auf den Leim gehen. Die sagen, also verhalte du dich so, dann bist du Teil der Lösung und du hast ein grünes Gewissen. Wenn ich mir Leute anschaue, die sich jetzt murzphotovoltaik aufs Dach bauen lassen und sich einen SUV mit Elektroantrieb beschaffen. So ist das, glaube ich, auch nicht jetzt die große Lösung, sondern eigentlich sollte man es ein bisschen kleiner geben, auch vom Ressourcenverbrauch und von der grauen Energie her. Aber was ich sagen will, lassen wir uns nicht von Klimaskeptikern auf die Vereinzelungsdebatte, da dürfen wir nicht drauf hineinfallen, sondern es sind die Institutionen gefordert. Das ist jetzt schon, das ist die Politik, das ist die Wissenschaft, das sind die ganzen Transmissionskreise, die es in unserer Gesellschaft gibt. Und nicht wieder der Einzelne. Geh mit dem Jute-Sackerl einkaufen. Das ist die falsche Erzählung. Frau Mischitz, ich habe auch den Eindruck, und das korreliert mit einem anderen Thema, mit dem ich mich zurzeit viel beschäftige, das ist journalistische Herangehensweise an Krieg und Frieden. Man braucht eigentlich, um journalistisch einen Zugang zu finden und ausreichend differenziert die Dinge zu betrachten und einzuordnen, braucht man eigentlich schon eine gewisse Portion Wissen. Jetzt stellt sich die Frage, wie viel Wissen brauche ich denn, um tatsächlich klimaschallistisch das beitragen zu können, was erforderlich ist. Oft habe ich nicht die Zeit, mir wird das auch gar nicht bezahlt, für vertiefende Recherchen, mich auszutauschen in anderen Netzwerken, mich umzusehen. Wie machen es eigentlich andere Medien? Das bezahlt mir am Ende des Tages niemand. Wie soll denn das bewältigt werden? Ich würde es gerne mit der Corona-Krise vergleichen. Es ist immer schwierig, unterschiedliche Krisen zu vergleichen, aber hier, glaube ich, passt das ganz gut. Weil die Corona-Krise hat gezeigt, dass es möglich ist, sich in sehr kurzer Zeit sehr viel Wissen anzueignen. Also plötzlich wussten alle, was Impfungen sind, was ein SARS-Virus ist, wie ein Lockdown funktioniert. Also unterschiedliche Dinge, die aber sehr komplex sind. Und plötzlich wussten aber auch in den Redaktionen die meisten Bescheid, wie Dinge funktionieren. Und ich glaube auch, dass das bei der Klimakrise so sein kann. Wir sind eh schon hinten nach, aber ich glaube, das ist möglich. Und man muss jetzt nicht alle Klimabücher gelesen haben, man muss nicht alle Studien gelesen haben und auch nicht den ganzen Weltklimaratsbericht. Das machen eh die wenigsten, aber ich glaube, das ist nicht notwendig, sondern es braucht einen Stock an Basiswissen, damit man auf politische Entscheidungen und Aussagen sich JournalistInnen anmelden und da sprechen jede Woche KlimaexpertInnen zu unterschiedlichen Themen und das dauert immer eine Stunde, da kann man sich reinsetzen zu Mittag, in der Mittagspause vielleicht und sich da Informationen holen und sich auch mit anderen Journalistinnen recht herzlich ein, sich den Netzwerk Klimajournalismus anzuschließen, weil da auch sehr viel Wissen ausgetauscht wird. Aber ganz grundsätzlich ist es auf jeden Fall möglich, wenn man sich ein bisschen dazusetzt und sich ein bisschen einliest. Aber das muss jetzt kein Klimastudium sein. Also uns in den Bundesländern wäre natürlich sehr geholfen, würde das auch online übertragen. Dann muss man nicht nach Wien anreisen. Ich glaube, das ist auch online übertragen. Dann muss man nicht nach Wien anreisen. Ich glaube, das ist auch online. Also da hat sich schon sehr viel getan in den letzten Jahren, insbesondere der Zugang zu wissenschaftlichen Daten, zu wissenschaftlichen Interpretationen. Da ist die Zugangsstufe gesunken, kommt mir vor. Also es ist viel leichter, durch die Online-Medien Dinge zu erfahren. Also wer etwas erfahren will, glaube ich, so leicht hat er es noch nie, auch wirklich etwas zu erfahren. Es lohnt sich auch wirklich, mit WissenschaftlerInnen im Austausch zu sein. Ist das auch etwas, was die Medienhäuser gezielt unterstützen? Ich komme nochmal darauf, es wird vielfach beklagt, zu Recht, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte beispielsweise die Anzahl der Auslandskorrespondentinnen und Auslandskorrespondenten wirklich dramatisch runtergefahren wurde. Auch da spüren wir sehr stark in der Notwendigkeit, außenpolitisch Entwicklungen zu covern und auch einzuordnen, zu beurteilen und zu beschreiben. Und ist das etwas, ich bleibe noch mal ganz kurz bei Ihnen, Herr Puttinger, was die Medienhäuser mittlerweile ausreichend in ihrer Budgetplanung auch aufnehmen? Nein, ganz klar. Also weder die Ausdünnung der Auslandskorrespondenten noch das Niederfahren des Wissenschaftsjournalismus. Ich rede von den vergangenen drei Jahrzehnten. Das ist ein Faktum. Und eine Gegenbewegung sehe ich nur vereinzelt. Ich habe es am Anfang gesagt, es gibt beim ORF zum Beispiel, da ist der Wert des Klimajournalismus auch durch den Mayer, glaube ich, also durchaus gestiegen. Das war eine Sympathiebewegung für Wissenschaftsjournalismus, muss man sagen. Und da sind auch die Ressourcen gestiegen. Das wünsche ich mir für viele andere Medien auch, in allen Kategorien. Aber eingepreist wird das nicht. Entweder die Redaktionen verlangen das von sich aus, wir wollen oder wir bewegen uns in diese Richtung, so wie wir das Green Team gegründet haben und so weiter. Ich glaube, das muss schon aus den Redaktionen kommen. Also die Verlagsleiter sehe ich da nicht irgendwo in eine Richtung zu denken, die das jetzt befördert, was wir besprechen. Und jetzt um Kosten. Die Unternehmen Leiteck jetzt Kosten stellen und am Ende sind die Menschen Kostenstellen. Wir haben jetzt gar nicht mehr so viel Zeit auf unserer Uhr. Wir sind schon weit vorangeschritten. Frau Mischitz, ein Thema ist vielleicht nochmal eine gewisse Präzisierung dessen, was schon vielfach auch heute hier angeklungen ist. Menschen, das weiß man aus verschiedensten psychologischen, wahrnehmungspsychologischen Betrachtungsweisen, werden dann eher schnell, sozusagen werden sie rezeptiv und gehen schneller ins Handeln über, wenn Emotionen im Spiel sind. Emotionen sind per se nichts Schlechtes. Unser ganzes Leben ist Emotion, wäre auch anders gar nicht vorstellbar. Aber dennoch, wenn ich heute das Ziel verfolge, auch im Journalismus Menschen sozusagen nicht nur mehr in Kenntnis zu setzen über wichtige Zusammenhänge, sondern letztendlich auch dafür zu sorgen oder zu intendieren, dass das irgendwie übertragen wird in Aktion, dass sie irgendwas tun, entweder anders wählen oder sich auf die Straße kleben oder Petitionen in Gang setzen, was auch immer. Wie weit darf man da Ihrer Meinung nach, vielleicht auch persönlich Ihrer Betrachtungsweise, gar nicht so sehr, was da jetzt im Klimakodex steht, weil das ist für uns alle in den Medien, in der Medienarbeit ganz entscheidend, wie weit darf ich gehen, beziehungsweise wo sehen Sie auch so die Abgrenzung zur Angst? Weil bei Angst wird es mitunter sehr, sehr sensibel und problematisch. Wir haben uns jetzt viele Jahre auch mit Politik der Angst beschäftigt. Ein Erfolgsrezept, da kann man echt Wahlen gewinnen. Wo würden Sie denn für Sie auch da eine gewisse rote Linie ziehen? Also ganz grundsätzlich sind ja Emotionen essentiell, wenn es um Storytelling geht. Also ganz unabhängig von der Klimaberichterstattung geht es darum, beim Storytelling um ein emotionales Erzählen von Fakten. Das heißt jetzt nicht Angst zu schaffen, sondern einfach Motivation, Interesse, damit Menschen dranbleiben und sich das Video, den Beitrag, den Artikel auch durchlesen. Bei der Klimaberichterstattung ist es immer ein ganz schmaler Grad zwischen Dringlichkeit betonen und Übertreibung. Und das ist nicht immer so einfach, das gebe ich zu, indem ich fakten darlege natürlich spielen da emotionen auch negative emotionen eine rolle aber ich habe eine verantwortung als journalistin die realität abzubilden und auch das zu erzählen worauf wir hin steuern wenn wir so weitermachen wie bisher und schaut nicht gut aus und ich finde so ehrlich müssen wir auch sein. Also das müssen wir den Menschen zumuten. Aber im gleichen Atemzug auch zu sagen, wir können die Kurve kriegen. Es wird hart. Es braucht Veränderungen. Es wird harte Einschnitte geben, vor allem im globalen Norden, was unsere Lebensweise betrifft. unsere Lebensweise betrifft, die wird es brauchen. Aber dann ist ein lebenswertes Leben auch in Zukunft noch möglich. Also es geht immer darum, einerseits die Dringlichkeit zu betonen, andererseits aber auch aufzuzeigen, dass es auch anders gehen könnte. Und das wird schwierig. Und das kann man auch ruhig so sagen, finde ich. Also diese Unsicherheiten sind ja auch da. Und diese Unsicherheiten kann man auch durchaus ansprechen. Ja, ja. Ich glaube, dass der Verzicht nicht massiv sein wird, sondern wenn man sich davon verabschiedet, den falschen Götzen nachzulaufen. Also nicht das siebte Handy in drei Jahren. Dieser Verbrauch, der uns ja in der Corona-Krise gezeigt hat, der Lockdown, das war ja eine Erholung für die Natur, segensreich sozusagen. Also dort müssen wir hin, aber es hat uns wirklich gefehlt in dieser Zeit. Das war gar nicht so viel. Trotzdem sehen wir, es ist massive Einschränkung. In Wahrheit müssen wir diese Erzählungen Industrie, einer wachstumsorientierten Wirtschaft, einfach etwas entgegensetzen. Man darf nicht glauben, dass das, was sie erzählen, dass mal wieder etwas Neues und, und, und, und. Man müsste mal so produzieren, dass ein Handy einmal zehn Jahre hält. Das ist einmal das Erste. Wer also die Erzählung als Erste auf den Markt bringt, wird, glaube ich, auch von den Erzeugern durchaus einen Fortschritt erleben können. Schon langsam ist die Zeit reif, dass diese Götzendienste eher zurückgehen und man zu neuen Idealen aufbricht. Und da wird auch der Journalismus seinen Teil dazu beitragen. Vor allen Dingen, wenn wir mal anfangen, die Dinge wirklich zu hinterfragen und wenn man mal rechnet, wohin uns das als Menschen, nämlich in eine Abhängigkeit, in einen Konsumrausch und eine Verschuldung, führt, genauso wie es Gesellschaft, die ja auf Kosten der Zukunft lebt. Wenn wir uns anschauen, dass der World Overshoot Day, glaube ich, im August ist, oder wann sind wir da? Oder schon im... In Österreich sind wir im August ist. Oder wann sind wir da? In Österreich ist es im April. Also im April sind wir da. Im April, der Wahnsinn. Und ab dann leben wir auf Kosten der Zukunft. Das heißt auf Pump, das System kann so nicht funktionieren. Und dann muss man schon einmal die Systemfrage stellen. Und da wird es dann wirklich interessant. Da wird es nämlich immer einschneidend zu sagen, sind wir als demokratische Gesellschaft reif, diese Frage zu stellen, nämlich für wirklich eine Demokratisierung dieser Prozesse, nämlich auch der Produktions- und der Industrieprozesse. Wie schaut es aus mit dem Kapitalismus? Gehen wir da noch in die richtige Richtung oder müssen wir über das wirklich mal nachdenken? Und die Wahrheit ist den Menschen zumutbar. Da halte ich es wie Sie mit Bergmann, glaube ich, oder? Ingrid, wer war das? Ja. Nein, das war die Bachmann. Bachmann, genau. Ich habe schon mit der Hannah Arendt verwechselt. Ich könnte auch Wissenschaftsredakteur bei den oberösterreichischen Nachrichten werden. Man kann ja Verzicht auch anders erzählen und sagen, ich muss jetzt auf saubere Luft verzichten oder auf sichere Radwege. Also ja, kann die Sache auch umdrehen. Ja klar. Wie gesagt, wir müssen langsam an ein Ende denken. Ich hole jetzt noch mal ganz kurz eine andere Stimme ein, die mich schon auch ein bisschen bewegt hat. Ich lese gerne diese medienkritische Plattform über Medien, die sicherlich Ihnen bekannt ist. Da hat Samira El-Wassil im Jänner dieses Jahres einen sehr spannenden, mehrseitigen Kommentar geschrieben, die Klimakrise als die Katastrophe denken, die sie ist, ohne apokalyptisch zu werden. Und da betont sie nochmals gegen Ende ihres Kommentars, dass es wirklich ein Dilemma ist der journalistischen Klimakommunikation, dass sie in Anbetracht der wissenschaftlichen Faktenlage eigentlich einen gewissen Pessimismus walten lassen muss, um überhaupt ehrlich zu sein in der Darstellung der Krise. Das ist echt ein Dilemma. Das habe ich jetzt auch ein bisschen in unserem Gespräch geführt. Aber versuchen wir jetzt nochmal zum Ausklang unserer Runde, unserer Diskussion heute Abend, nochmal diesen Pessimismus ins Auge zu fassen. Wie schaffen wir diesen schmalen Grat? Also gerne auch nochmal frei assoziativ. Frau Mischet, ich bin dahinter mit Ihnen. Wie pessimistisch können wir sein? Wie können wir das anlegen, dass wir ehrlich sind in dieser Darstellung der Krise, der sich abzeichnenden Katastrophe, aber gleichzeitig sozusagen die Menschen nicht zu sehr verschrecken. Die würden alle ihre Wahrnehmungsporren sonst verschließen und wir verlieren sie. Und Medien ohne Menschen, ohne Publika, ohne Zielgruppen, das wird nicht zusammengehen. Ich habe da auch keine Zauberformel, aber ich würde mich unwohl dabei fühlen, den Menschen nicht zu sagen, wie ernst die Lage ist. Also die Dringlichkeit müssen wir schon betonen und was passiert, wenn wir so weitermachen. Gleichzeitig kann man auch sagen, dass es auch anders sein kann. Ja, gleichzeitig kann man auch sagen, Und es kann natürlich auch eventuell dazu führen, wenn vielen klar wird, dass es wirklich, wirklich sehr ernst ist, dass sich dann mehr Menschen engagieren. Es ist natürlich, ich kann nicht beeinflussen, was die Menschen mit dieser Information, die ich ihnen gebe, machen. Aber ja, also ich würde eher dazu tendieren, die Dringlichkeit zu betonen und zu sagen, wo wir stehen. Tagen hier in Linz, 12 bis 14 Uhr, das war gut besucht, es waren an die 2000 Leute beteiligt, auch wenn es andere Meinungen dazu gibt, ich habe das mal Pi mal Daumen versucht so zu überfliegen. Interessant war, dass sicherlich zwei Drittel, wenn nicht sogar mehr, ich unter eine ältere Generation reihen würde und ich glaube, dass da auch diese Motivation sehr stark sich daraus speist, dass Menschen, die sind dann vielfach Großeltern, in großer Sorge sind eigentlich um die Zukunft ihrer Enkelkinder und dass da wirklich dieser Pessimismus einen starken Antrieb bietet. Also da funktioniert das zumindest. Ich möchte es vielleicht definieren, dass weniger der Pessimismus ist, sondern die Sorge. Ich glaube, dass die Fridays for Future-Bewegung überspringt auf andere Generationen. Es gibt, wie gesagt, die Scientists, es gibt die Grandparents for Future und so weiter. Ihr treibt die Sorge. Ich glaube, Pessimismus ist per se kein Antrieb, kein menschlicher Antrieb, sondern erst wenn es so eng wird, dass kaum ein Ausweg besteht, dann kommt die Fluchtreaktion oder das Angriffsverhalten. Dort sind wir noch lange nicht. Und damit wir dort auch nicht hinkommen, ist, glaube ich, der Pessimismus nicht der richtige Weg, sondern ein klares Ansprechen der Dinge, die dann eben mit konstruktivem Journalismus verbunden sind. Wo ist der Ausweg? Wohin müssen wir uns orientieren? Journalismus, der nur sagt, ich klage an, schaküss, ist zu wenig. Ist eindeutig zu wenig, das war einmal. Und auch da muss man dann fragen, in welchem Auftrage oder unter welchen Eigentumsbedingungen hat denn diese Anklage stattgefunden? Da wird einem einiges klarer werden. Aber tatsächlich ist ein bürgerorientierter, konstruktiver Journalismus, wo das Medium, egal welches, durchaus ein Anwalt der Betroffenen ist, nämlich der Bevölkerung, also dorthin kann es gehen. Aber da ist Pessimismus nicht der Weg, sondern Optimismus und auch sozusagen eine positive Motivierung hin zu einer besseren Zukunft. Nur das, diese Erzählungen müssen wir noch machen. Da sind wir schon ein bisschen hinten. Diese Dinge wie bürgerorientierter, konstruktiver Journalismus, den gibt es in Amerika zum Teil schon, wir haben in den Journalistenschulen in New York unterrichtet. Die haben aber das zumindest einmal vorgekupft. Und wir in Oberösterreich sind lange noch nicht dort, das nachzuhüpfen. Und ich sehe auch in den Sozialen Medien und in den neuen Medien jetzt nicht diesen Durchbruch eines konstruktiven Journalismus, sondern hauptsächlich immer eine Entertainment-Funktion, wenn wir uns ehrlich sind. Aber guter Journalismus wird über den positiven, Aber guter Journalismus wird über den positiven, kundenorientierten, leserorientierten, sehorientierten, fröhlichen Zukunftston nicht umhinkommen. Also fröhlich, weiß ich nicht. Aber grundsätzlich braucht es auf jeden Fall ein Aufzeigen von den Möglichkeiten, die wir haben. Ich glaube schon, dass ganz entscheidend ist, letztendlich einen Strohhalm der Hoffnung zu reichen. Ich gehe mal davon aus, dass auch heute diese Sendung viele Menschen sehen, in der Hoffnung, dass wir irgendetwas mitgeben, das sie nicht völlig verzweifelt zurücklässt. Weil dann brauchen sie gar nicht einschalten. Wenn solche Sendungen dieses Moment nicht mitbieten, dann werden die überhaupt keine Medien mehr konsumieren. Weil wozu denn auch, wenn nur Tristesse, Katastrophenstimmung usw. letztendlich am Ende des Tages übrig bleibt. Aber Frau Mischitz, eine Frage noch, interessiert sicherlich viele. Welche messbaren Ziele hat sich denn das Netzwerk Klimaschallalismus gesetzt? Jetzt haben Sie da Anfang des Jahres den Klimakodex öffentlich vorgestellt. Was muss noch passieren, damit Sie richtig mit sich zufrieden sind? Große Frage. Wir haben uns gar keine quantitativen Ziele jetzt, die messbar sind, gesetzt, sondern eher qualitativ. Wir wollten mit dem Klimakodex einen Prozess starten. Wir wollten, dass Redaktionen darüber sprechen, sich Gedanken darüber machen, wie gute Klimaberichterstattung aussehen kann, wie sie Ressourcen bereitstellen können, was intern verändert werden kann. Und auch abseits von den Redaktionen, die den Kodex tatsächlich unterschrieben haben, hat sich einiges getan. Also es wurden Klimateams gegründet. Es gibt jetzt Klimaschuhfixe, einzelne Veränderungen in Redaktionen, Klimabeauftragten. Also das Sichtbare ist das eine, aber der Prozess, der vielleicht für die LeserInnen oder SeherInnen nicht so sichtbar ist, der wurde in Gang gesetzt und das ist für uns ein großer Erfolg. Aber gleichzeitig natürlich auch ein erster Schritt, weil wir haben schon jetzt mehr Klimaberichterstattung als noch vor zwei, drei Jahren, aber es ist noch ein weiter Weg. Und vielleicht noch ein Wort zur Hoffnung. Also wenn es die Möglichkeit nicht geben würde, dass eine andere Welt möglich ist und dass die Gesellschaft lebenswerter und gerechter sein kann, dann bräuchten wir auch hier nicht sitzen und dann bräuchten wir auch uns keine Gedanken über Klimajournalismus machen. Also diese Möglichkeit an sich ist schon sehr viel wert. Ja, ich nehme das jetzt mal als Schlusswort, sage vielen herzlichen Dank, Klaus Buttinger, Wissenschaftsredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten und Verena Mischitz, freie Journalistin und Sprecherin des Netzwerks Klimaschallalismus. Ja, vielen herzlichen Dank natürlich auch wieder den Zuseherinnen und Zusehern, die mit großem Interesse dabei waren bei einer Debatte. Klimaschutz ist ja eine Schwerpunktsetzung auch bei DorfTV, die auch ich im Rahmen meines Politikprogramms leidenschaftlich fortsetzen werde. Ich darf natürlich noch kurz darauf hinweisen, dass die nächste Ausgabe im Rahmen von der Stachel im Fleisch schon längst im im Programm fix vorgesehen ist. Und zwar am 2. Oktober, Montag, 2. Oktober von 15 bis 16 Uhr geht es um die wichtige Frage Krieg und Deeskalation, welche Perspektive bietet zivile Friedensarbeit? Dabei habe ich zwei spannende Gäste wieder bei mir im Studio. Zum einen Stefanie Fenkert, sie ist Direktorin des International Institute for Peace und weil er an diesem Tag auch generell in Linz zu Gast ist, auch mit einem Vortrag im Wissensturm am Abend, ist er dann eben auch Nachmittag bei mir im Studio. Clemens Ronnefeld, er ist, das muss ich geradezu lesen, Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes. Also schalten Sie wieder ein, Montag, 2. Oktober, 15 bis 16 Uhr wieder live hier aus dem Studio. In diesem Sinne bedanke ich mich und schließe wie immer mit meinem Ersuchen. Bleiben Sie dem Sende Ihres Vertrauens, nämlich DorfTV, auch weiterhin gewogen. In diesem Sinne noch einen schönen Abend und auf Wiedersehen.