Herzlich willkommen, sehr geehrte Damen und Herren, hier im ehemaligen Arbeitszimmer Arbeitgeberstifters, nicht gerade in der Wildnis, aber immerhin in einem unter anderem gewesenen Kaktus- und Hundezimmer, ganz passend vielleicht zu einem Abend Nature Writing mit zwei besonderen Gästen. Wir begrüßen sehr herzlich Isabel Fargo-Cole, US-amerikanische Schriftstellerin und Übersetzerin, die ihr 2023 bei Matheson Seitz erschienenes Buch, Die Goldküste, eine Irrefahrt vorstellen wird. Buch, die Goldküste, eine Irrefahrt vorstellen wir und Universitätsprofessor Dr. Karl Wagner, heute vor allem, aber freilich nicht nur, Stifter, Editor und Kenner, der mit Isabel Fargo-Kohl über die Goldküste, über Nature Writing und auch über Stifter sprechen wird. Wir freuen uns sehr über ein so prominent besetztes Podium und danken beiden ganz herzlich fürs Kommen. Die Möglichkeit Isabel Fargo-Kohl in Linz begegnen zu können, Isabel Fargo-Kohl lebt in Berlin, ist im Rahmen eines Stipendienaufenthaltes auch durch die freundliche Vermittlung des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten gegeben, wofür wir dankbar sind. Ein besonderer Glücksfall, auch in zeitlicher Hinsicht, insofern, als das Programm des heurigen Jahres ein Jubiläumsprogramm unter dem Motto Mitstifter, Beistifter steht und die vielfältige, nachhaltige und andauernde Wirkungsgeschichte nicht nur des Dichters, sondern besonders auch des Denkers Adalbert Stifter ansprechen will. Und übrigens auch ein besonderer Glücksfall, dass Karl Wagner sich dazu einladen muss. dass Karl Wagner sich dazu einladen muss. Nature Writing, ein Begriff, der in der Wahrnehmung einer breiteren Öffentlichkeit im deutschsprachigen Raum stark durch den Schwerpunkt des Verlages Mattes und Seids Berlin, durch die von Judith Schalansky betreute Reihe Naturkunden bestimmt ist, ein Begriff, der einen nicht scharf abgegrenzten Bereich literarischen Schreibens bezeichnet. Ein paar Stichworte dazu. Beschreibung und Reflexion von einem subjektiv gewählten Standpunkt aus, nicht vorrangig reine Wissenschaftsbrosa, ein Schreiben, aber jedenfalls mit wissenschaftlichem Interesse und vor dem Hintergrund entsprechender Kompetenz. In der Tradition der Naturphilosophie stehend historische Fakten hineinverweben, ein Schreiben am Mikrokosmos oder an der Weite der Welt. Das eine große formale und inhaltliche Bandbreite ist mit Nature Writing unzureichend umfasst. Entfalten kann es sich vom Beobachterinnen Standort Hütte aus, wie etwa im Kultbuch Walden von Henry David Thoreau, auf das sich beispielsweise das ebenfalls bei Mathes und Sites veröffentlichte Haus am Rand der Welt von Henry Weston bezieht. Es kann aber eben auch ganz anders aussehen. Weltvermessung als Schilderung einer Reise in Besitznahme noch unentdeckter Gebiete, als ethnografische Erkundung, als zivilisatorisch-ethische Positionsbestimmung, wie es etwa in Claude Lévi-Strauss' Traurige Tropen als Möglichkeit und Vorlage angelegt ist. Das Einbinden einer kulturhistorischen bzw. kulturkritischen Dimension, eine deutliche Tendenz hin zu ökologischen Fragestellungen in den ganz unterschiedlichen Ausformungen des Nature Writing scheinen zeitgenössischen Leseinteressen jedenfalls entgegenzukommen. Nach wie vor sind auf diesem Felde Entdeckungen zu machen. Grundsätzlich eigen ist im Nature Writing eine Sicht auf die Welt, die jedem Lebewesen und allen Naturphänomenen einen Platz und Bedeutung in einem größeren Ganzen des Naturgeschehens zuweist und damit sind wir recht nahe bei Stifter. Bei seinem Verständnis von Groß und Klein, wie er es im oft zitierten sanften Gesetz formuliert, nahe seinen Überlegungen zur Psychologie der Tiere, die Fragen zu Grenzen zwischen Mensch und Tier, stellt und sanft verschiebt, nahe bei Stifter, den die Frage nach der Stellung des Menschen in einer gottgeschaffenen und doch gleichgültigen Naturplag, die ihn zeitlebens immer wieder beschäftigt. Mit den Landschaften, in die wir heute mit Isabel Fagau-Kohl aufbrechen, verbindet sich Stifters Interesse, ja seine Faszination für das und sein Schaubrand vor dem Weiß. Das existenziell überwältigende Weiß im Schneefall des Bayerischen Wald, die vielen Weiß am Dachstein gletschert, den er die Kinder im weihnachtlichen Bergkristall überqueren lässt, der ihm auch durch Beobachtungen des ihm befreundeten Forschers Friedrich Simoni vertraut war. ein Gefühl für die Wesenheit von Naturerscheinungen, das in der Goldküste spürbar und angesprochen ist. Wie weit sich Aspekte von Stifters literarischem Werk, neben seinen volksbildenden Mitteilungen zu Naturphänomenen, tatsächlich dem Nature Writing zuordnen lassen, das wird sich im Laufe des heutigen Abends vielleicht ein wenig klären. Ob Nature Writing ein doch stark durch angloamerikanische Traditionen geprägtes Schreiben ist oder ein gewissermaßen geradezu naturgemäßes, wir werden es hören. Stifter selbst, dessen realer Reiseradius ein recht überschaubarer war, kommt in Gedanken in der neuen Welt zumindest bis Texas mit einer seiner drei Schmiede ihres Schicksals, das nur am Rande bemerkt, wir brechen vermutlich gleich nach Alaska auf. Wir freuen uns auf die Irrfahrt an die Goldküste und das Gespräch und allen einen schönen Abend in der Natur. Lassen Sie uns die Irrfahrt beginnen. Applaus zu lesen und auch Rede und Antwort zu stehen, zu fragen zu ihrem Werk, insbesondere zu ihrer Schreiben- und Übersetzerarbeit, für die Stifter eine wichtige Rolle spielen und vielleicht noch spielen werden. Das hat übrigens zur Folge gehabt, dass sich Frau Kohl nicht zum ersten Mal in Österreich aufhält. Sie war jeweils kurz in den Jahren 2015 und 2016 mit einem Aufenthaltsstipendium der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien für ihre Setzung von beiden Bierisch von Klaus Hofer, ein Standardwerk der steirischen Avantgarde und für Stiftus Bunte Steine. Die Arbeit an Stifter's Werk bestimmt auch ihren heurigen Aufenthalt als Artist in Residence im Museumsquartier. Ihr diesbezügliches Projekt umkreist unter anderem Themen des Nature Writing bei Stifter, hier von später mehr oder es ist eigentlich schon das meiste gesagt worden. Isabel Farber-Kohls künstlerisches Umweltengagement verbindet sich mit einem praktischen Engagement. Sie hat 2020 die Initiative Waldschaffen.de, also Waldschaffende, ins Leben gerufen. Sie möchte, glaube ich, damit sicher nicht nur Berliner Kulturschaffende anregen, an Waldprojekten teilzunehmen und diese aktive Erfahrung in ihre Arbeit einfließen zu lassen. In der Danksagung am Ende ihres ersten großen Romans, Die grüne Grenze, 500 Seiten stark, bis Gerstausgabe 2017, heißt es, die Danksagung an das Bergwaldprojekt im Nationalprojekt im Nationalpark Harz für die Möglichkeit Urwald anzupflanzen. Seit 1995 lebt sie in Berlin als Autorin und Übersetzerin. Diese Spalten werden so auf ihrer Homepage unterschieden. Eine Romanfigur in die grüne Grenze reibt sich an dieser Trennung, wenn sie feststellt. Übersetzen und Schreiben, das geht schlecht. Darf ich Sie zwischendurch fragen, Frau Kohl, ist das so? Oder soll man einer Figurenrede im Roman nicht zu viel Gewicht verneinen? Ja, die Figur sagt das, weil das oft gesagt wird, aber mir geht es anders. Also für mich ist es immer ein gutes Gleichgewicht, also auf beiden Hochzeiten zu tanzen und diese Abwechslung zu haben. zu tanzen und diese Abwechslung zu haben. Ja, ich fürchte, die Zahl der Hochzeiten, auf denen Sie tanzen, ist noch lange nicht fertig. Seit 2005 schreibt Frau Krohl auf Deutsch. Sie veröffentlicht Kurzprosa und Essays in diversen Zeitschriften, auch sehr prominent wie Sinn und Form und oder regional bekannten Belichtungen in der Steiermark. Bereits 2006 erscheint ihre erste Übersetzungsarbeit von Hermann Ungers 1920 publizierten Buch Knaben und Mörder. Und die Reihe der Übersetzungen ist seither nie abgerissen. Ich habe eine Bibliographie ihrer Übersetzung gemacht, die ich Ihnen jetzt nicht vorlese. Ich sage schwerpunktmäßig, sie hat sechs Bücher von Wolfgang Hiebig übersetzt, drei Bücher von Franz Fühlmann, Werke von Schwarzenbach, Dürrenmatt, jetzt muss ich auf den Zettel schauen, weil die Namen weg sind. Alexander Kruger. Ach genau, Alexander Kruger, das wollte ich sagen, weil das ja nicht irgendwer ist und auch nicht einfach zu übersetzen. Das ist alles an sich schon bemerkenswert genug. Das ist alles an sich schon bemerkenswert genug. Hinzu kommt, dass sie 2017 mit dem auf Deutsch geschriebenen Roman Die grüne Grenze im Verlag Edition Nautilus als Autorin debütierte. Der Roman war unter anderem für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 nominiert. Nur zwei Jahre später, nach diesem Debüt, erschien ihr zweiter Roman, Das Gift der Biene, ebenfalls bei Nautilus. Die Geschichte von Christina, einer jungen US-Amerikanerin, die Anfang der 90er Jahre in einem besetzten Haus im Ostteil Berlins lebt, ist wohl nicht frei von autobiografischen Elementen und Querverweisen. Einige Figuren aus der grünen Grenze kommen auch in diesem Buch wieder vor. Damit wäre ich beim ersten Teil unseres Abends beim Thema Übersetzung am Beispiel von Schifters bunten Steinen. Sie haben nicht nur angesichts ihrer jungen Jahre erstaunlich viel und was noch beeindruckender ist, bemerkenswert vielseitig übersetzt. Den Alexander Kluge haben Sie mir schon zufliert, den Wolfgang Hippig habe ich gerade noch selber zustande gebracht, Annemarie Schwarzenbach wurde genannt, Klaus Hofer wurde auch genannt. Wie ist diese Lust am Übersetzen bei Ihnen entstanden und gefördert worden? Und daran angehängt die Frage, wie ist es konkret zu dieser Übersetzung der bunten Steine gekommen? Also erstmal vielen Dank fürs Kommen und ich muss dann noch ausdrücklich sagen, wie sehr ich mich freue, in diesem Raum unter den Augen Herrn Adelwein Stifter zu lesen. Also dass er dann auch zu Gast ist bei der Lesung ist eine große Ehre oder dass ich bei ihm zu Gast sein darf. Das ist wirklich eine große Freude. Wie ich zum Übersetzen gekommen bin, also im Grunde hatte das einen praktischen Hintergrund. Ich bin 1995 nach Berlin gekommen, ohne großen Plan, was ich da mache, sondern ich wollte einfach in Berlin sein und habe festgestellt, dass ich keine praktischen Fähigkeiten habe, dass ich sehr gut Englisch kann und Deutsch eben auch. Und dann bin ich zum Broterwerb ins Übersetzen gekommen. Gleichzeitig habe ich auch geschrieben, habe ich seit meiner Kindheit, habe Literatur gelesen und habe dann auch gerade viele ostdeutsche Autoren entdeckt, die mich sehr interessiert haben und die nicht übersetzt waren. Und dann habe ich ganz naiv gedacht, ich versuche die einfach mal zu vermitteln. Das hat sehr lange gedauert. Also Wolfgang Kierbig, für Wolfgang Kierbig habe ich zehn Jahre lang in Verlag gesucht. Also das ging nicht so flott. Aber irgendwann hat es geklappt, also irgendwann ist die Offenheit gegenüber Übersetzungen in den USA oder im englischsprachigen Raum auch Gott sei Dank gewachsen und inzwischen gibt es großes Interesse an Übersetzungen. dann endlich zu dieser reifen Übersetzung, die teilweise sehr lange in der Schublade lag. Zu Stifter, ich weiß auch gar nicht mehr, wie ich zu Stifter überhaupt gekommen bin. Wahrscheinlich habe ich irgendwo gelesen, dass er tolle Naturbeschreibungen hat und habe dann mit den bunten Steinen angefangen und war sofort gepackt und habe dann festgestellt, dass von ihm wenig auf Englisch erschienen ist oder nur so zerstreut. Von den bunten Steinen sind einzelne, also fast alle Novellen sind irgendwann übersetzt worden, aber niemals als Zyklus. Und da ich sowieso den Kontakt zu diesem Verlag New York Review Books hatte, habe ich dann auch gesehen, dass sie eine Übersetzung von Bergkristall als alleinstehendes Buch schon gemacht hatten, die Übersetzung von Marianne Moore, also von einer sehr prominenten Dichterin, aber eine alte Übersetzung aus den 50ern. Und dann habe ich den Verleger gefragt, ob er vielleicht auch Lust hätte, diesen ganzen Zyklus, so wie das beabsichtigt war, herauszugeben. Und so ist es dazu gekommen. Es ist bemerkenswert, dass es keine komplette Übersetzung der Sammlung bunte Steine bisher gegeben hat. Ich hätte mich nie bemüht gedacht, dass das so ist. Es gab doch einzelne Übersetzungen, ich schaute das Englische schon zu Lebzeiten und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das eh übersetzt ist. Ja, ich weiß nicht... Aber was wäre es ein Einheimischer? Ja, das ist... Naja, wie gesagt, das waren so Zeiten, als vielleicht nicht so ein Publikum für Übersetzungen war. Ja, ich weiß nicht, woran es war, aber auf jeden Fall wurde diese Übersetzung auch gut rezipiert. Also der Verlag besteht es auch, ein Publikum zu erschließen und wurde auch in vielen Ländern gesehen mit Nature Writing und Umweltthematik. Und es wurde auch, wir haben alle erkannt, dass er auch einen sehr guten Blick teilweise auf die Umwelt hat. Was noch dazu kommt, ist Ihr Titel. Was noch dazu kommt ist Ihr Titel, Motley Stones. Ist natürlich ein großartiger Titel und man fragt sich warum, weil der nicht schon früher eingefallen ist. wird, wird es meist behelfsmäßig als multicolored stones oder colored stones oder was übersetzt wird. Aber das fand ich so spärig, weil das Schöne an dem Titel ist diese Knackheit, runde Steine. steinen und dann ist mir dann noch aufgefallen dass die steine eigentlich auch gar nicht bunt in dem sinne sind also granit kalkstein das ist eigentlich alles ganz dezent getönte steine und das ist eher um die unterschiedlichkeit das um die farbigkeit gehen und dann habe ich zu diesem etwas alttümlichen wort motley also so b bunt in dem Sinne von bunt durchmischt. Und das hatte dann auch so mit dem O, hat es irgendwie auch ein bisschen so eine Assonanz und dann bin ich dabei geblieben, aber das ist mir dann wirklich erst kurz vor Lieferung dann so eingefallen. Als Beweis dafür, dass Sie das erfunden haben, zitiere ich eine Rezension der Übersetzung, die Sie genannt haben von Marilynne Murph und die Rezensentin ist niemand geringere, keine geringere als Hannah Arendt. Und sie schreibt in der Rezension Rock Crystal Taking from the Collection of Stories Colored Stones is a wonderful, though not the greatest example of stifters peculiar qualities etc. Also ich muss natürlich nicht besser wissen als Hannah Arendt. Naja, das darf auch mal passieren. Interessant ist, ich habe diese Stelle, die ich aus der Rezension vorgelesen habe, habe ich gefunden in einem Katalog über Hannah Arendt. Und dieser Katalog heißt, von den Dichtern erwarten wir Wahrheit und war eine Ausstellung im Literaturhaus Berlin und herausgegeben, schön langsam glaubt man an Weltverschwörung, macht es uns seit, in Berlin 2007. Und in dem selben Katalog ist auch ein Auszug aus einem Bildwechsel von Hannah Arendt mit Heidegger und wo noch eine andere Erzählung aus den bunten Steinen eine Rolle spielt. Heidegger hat für Hannah Arendt handschriftlich exzapiert Auszüge aus der Erzählung Karl Stein, schriftlich exzapiert, Auszüge aus der Erzählung Kalkstein, und zwar erstmals 1847 erschienen unter dem Titel Der arme Wohltäter und dann in betonten Steinen aufgenommen. Er hatte St. Hanna Abend geschickt und mit diesem Zusatz versehen, entschuldigen Sie diese Abschärfung, aber das musste sein, gegen Heilige, sein wie Heilige. So scheu ist keine andere Erzählung der Geschichte einer Liebe, so gewaltig keine Sanftmut des Nievergessens. Ich lese den Kalkstein seit Weihnachten 1905, vermutlich seit den Tagen, da du im Schoß der Mutter lebtest, jedes Jahr zu meinem Geburtstag. Ich finde das ist eine starke Geburtsfantasie. Sie haben jetzt von der Faszination und mit Understatement auch das zufällige Hineinstolpern in diese Übersetzung erzählt. Was würden Sie sagen, sind die besonderen Schwierigkeiten, Stifter ins Englische zu übersetzen? Vielleicht ist ja auch das ein Grund, warum nicht alles übersetzt ist. Ja, er ist natürlich erst einmal Geschmackkeit einlassen können, man muss den Rhythmus herausspüren und für mich war auch die Schwierigkeit, dass ich noch nie einen Text aus dem 19. Jahrhundert übersetzt hatte, also ich musste dann auch eine angemessene Sprache finden, die nicht so anachronistisch ist und dann musste ich auch ein Gespür dafür entwickeln, was anene Sprache finden, die nicht zu anachronistisch ist. Und dann musste ich auch ein Gespür dafür entwickeln, was an dieser Sprache, an den Eigenarten dieser Sprache an der Zeit liegt oder an der, also am Dialekt oder an der österreichischen Färbung und was seine Besonderheiten sind. Und ja, ich habe dann nach und nach auch ein Gefühl dafür entwickelt. Es ist oft schwierig, weil im Grunde das einfache Sprache ist, das schwerst überhaupt zu besetzen. Die Schwierigkeit hatte ich bei Hermann Unka, den leider zu wenig kennen, amerische, jüdisch-märische Schriftsteller, der eine sehr karge Sprache hat und Stifter hat, trotz des Wortreichtums hat er wirklich eine sehr teilweise sehr asketische Sprache und da muss wirklich jedes Wort sitzen und das man muss ja man muss den Rhythmus beibehalten, damit die Sätze nicht tot klingen. Und das ist schon eine größere Herausforderung teilweise, als eine ausübende Sprache zu besetzen. Natürlich hat er dann auch ausübende Stellen und man muss dann natürlich beachten, dass diese verschiedenen Registe dann auch beibehalten und diese Kontraste beibehalten werden. dass diese verschiedenen Registe dann auch beibehalten und diese Kontraste beibehalten werden. Es wurden ja schon große Heronen für das Nature Writing genannt. Finden Sie beispielsweise beim Thoreau, zum Beispiel in den Beschreibungstechniken, Affinitäten, die an Stifte erinnern und dass man sagen könnte, das ist irgendwie genregemäß, dass man so schreibt über Natur? Also Thoreau finde ich ganz anders, weil er einfach eine sehr starke Persönlichkeit hat. Er stellt sich selber ein bisschen in den Vordergrund und hat teilweise etwas sehr Ironisches. bisschen in den Vordergrund, teilweise etwas sehr Ironisches oder ja, der hat einfach eine ganz andere Sprache, also das ist auch eine bildhaftere oder eine überbordendere Sprache. Also von der Sprache her finde ich ihn schon ganz anders als Stifter. Er hat nicht dieselbe Art von Objektivität, die Stifter anstrebt. In meiner Naivität habe ich mir nämlich gedacht, also ich habe gesucht, wann taucht Nature Writing in der deutschen Literatur auf oder in der Literalkritik oder so. Und meine Vermutung war, und ohne Stifter wurde er immer irgendwie in dem Zusammenhang gebracht, obwohl ihm das Wort auch nicht bekannt sein dürfte, jedenfalls hat er es nicht verwendet. Jetzt weiß ich nicht, was ich sagen wollte. Also ich finde das Thema Nature Rating immer ein bisschen eigenartig, weil es ein englischer Begriff ist, was eigentlich gar nicht sein müsste, weil die Deutschen eigentlich genauso eine Tradition haben, also auch aus der romantischen Tradition, also im englischen Sprachraum kommt das aus der Romantik und im deutschen Sprachraum genauso und die Grenzen sind auch fließend zwischen Reiseberichten, also Alexander von Humboldt oder Charmisseau war für mich in diesem, bei der Goldkiste ganz wichtig, mit seiner Weltreise. Und in gewisser Weise ist es auch eigenartig, dass man extra eine Genre für Nature Writing hat, weil unter alles Natur ist. Also es gibt heutzutage auch eine Diskussion darüber, dass der Begriff Natur an sich etwas sehr Künstliches ist und dass man das abgrenzt und sagt, okay, das ist die Naturschublade, das können wir uns natürlich heutzutage auch nicht leisten, weil wir sind der Natur nach wie vor ausgeliefert und sie uns. Und insofern müsste es eigentlich ganz selbstverständlich sein, dass man über Natur schreibt. Also ich finde es als Genre ist es witzig, weil natürlich weiß ich, wenn Nature Riding draufsteht, dann ist es sicher etwas, was mich interessiert. Aber ich würde es immer so ein bisschen mit Vorsicht genießen. Und ich bin auch keine Expertin, muss ich sagen. Also auch keine Expertin für Thoreau. Es ist gut, dass wir uns gefunden haben. Gut, dass Sie mir auch das Stichwort Roe wieder geschenkt haben, weil darauf wollte ich hinaus, dass der, der in allen Standardwerken als Begründer des Natural Writings genannt wird, neben Emerson, das, wenn ich der Sekundärliteratur trauen darf, die dieses Wort nicht verwendet hat. Ich glaube nicht, dass man, ich glaube der Begriff war an sich nicht, ich glaube der ist eher ein moderner Begriff, aber ich wollte sagen Thoreau erfunden, sondern die haben eher als Metaphysik oder als Philosophie, sozusagen eine moderne Naturphilosophie entwickelt und die Natur eben in den Mittelpunkt gestellt. Also es ging eher um das Weltbild als um das Schreiben an sich. Ja, und natürlich kann die Sache vor dem Begriff da sein. Das ist klar. Das einzige, was ich gefunden habe als Belegen, wo es in der englischen Literatur auftaucht, ist ein Artikel im Oxford English Dictionary von 1901, wo Nature Writing zu finden ist. Und zwar bezogen auf die englische Literatur. Und das ist doch, das erklärt natürlich längst nicht alles, aber ich finde, das ist eine interessante Facette, dass ein Begriff, der heute überall ist, die längste Zeit irgendwie nirgends war. der Sache gemacht und wir machen jetzt einen Überstieg von Stifter, der bleibt im Spiel zu diesem in jeder Hinsicht schönen Buch Die Goldküste, eine Irrtat. Die Irrtat können wir sofort antreten, aber vielleicht finden wir auch noch die Goldfüße. Vielleicht die erste Frage, wird es von diesem Buch in absehbarer Zeit eine englische Ausgabe geben? Ich weiß es nicht. Also der Verlag bemüht sich. Mein Vater hat ja schon mit Übersetzungssoftware übersetzt, damit er es lesen kann. Aber es steht noch in den Sternen. Aber Sie selber würden es nicht tun? Ich weiß es. Also vielleicht. Ich glaube, es gibt mehrere Beispiele dafür, wo Autoren mit einer ähnlichen linguistischen Kompetenz ausgestattet sind wie Sie, die aber ihre eigenen Werke nicht in die freie Sprache übersetzen, oder in dem Fall in die eigene Sprache übersetzen. Also ich habe eigentlich bei allen drei Büchern habe ich die Übersetzungsprobe selber gemacht für den Verlag und würde eigentlich gerne für mich einen Anspruch nehmen, das zu übersetzen, wenn ich das wollte. Das wäre die Frage, ob ich vielleicht lieber was Neues schreibe, als das noch mal aufarbeiten. Aber ich könnte es mir vorstellen, es kommt aber auf die Zeit an. Aber die Forscher Lansky mit den Naturkunden wären sicher froh, wenn sie auch auf eine englische Übersetzung hinweisen könnten. Ja, ich bin auch froh. In den USA gibt es viele Bücher zu Alaska und in Deutschland hat es doch ein bisschen mehr selten, der Inhaltswert vielleicht. Genau, und damit sind wir in der Gegend, womit wir einsteigen wollen, am Anfang des Buches, wo es, ja, man sollte vielleicht vorausschicken, dass das Buch kompliziert gebaut ist, aber nicht schwer zu lesen ist. Auf einer Ebene nämlich ist es eine Familienrecherche und diese Recherche betrifft vor allem den Ur-Ur-U-Großvater von Frank Hohl, Ava Fargo. Er ist 1857 geboren, also im Erscheinungsjahr vom Stift des Nachsommer in Pennsylvania. Diese Odyssee des Kreuzhochers oder diese Irrfahrt ist aber nur eine Ebene dieses Buches, das keine Gattungsbezeichnung hat, sondern ähnlich wie bei Thomas Bernhard,, wo dann nicht steht, Roman, sondern eine Erregung, steht hier eine Irrfahrt, also eine Odyssee. Das Buch ist in gewisser Weise wie ein Fächer gearbeitet, Familienrecherche, Forschungsgeschichte, Alaska, Entdeckung Alaskas ein Städtebilder von heute prominenten Millionenstädten, die damals in einer Lacke gestanden sind wie San Francisco wo um die Mitte des 19. Jahrhunderts praktisch nichts weiter, ungefähr so klein wie Oberplan. Und zu dieser persönlichen Recherche gibt es dann die Reungsausschnitte von um 1900 und teilweise noch früher betreffend den Ur-Ur-Ur-Großvater. Der Epilog ist mit Juli 2020 überschrieben. Auch das hat mich kurz staunend gemacht. Sie schreiben an einer Stelle, dass Sie die Familienrecherchen 2020 begonnen haben. Das Buch ist, wann haben Sie gesagt, dass es erschienen ist? 2022. Das ist doch, wenn man nach der Erstehungsgeschichte der Buchproduktion dazu nimmt, ist das doch ein... Naja, das war mein Lockdown-Projekt. Ich hatte nichts anderes zu tun. Also ich hatte bereits, also die Grundlage war ein Reisetagebuch. Also 2018 habe ich mit meinen Eltern eine Alaska-Reise gemacht und hatte da schon ein Reisetag, ein sehr ausführliches Reisetagebuch, aber diese vertiebenden Recherchen habe ich dann in der Corona-Zeit gemacht, aber da hatte ich viel Zeit. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Das Buch beginnt mit einem Hinweis auf die Faszination der Wildnis. Das heißt, es setzt zugleich den einzelnen Protagonisten, ihren Vorfahren, in einen gesellschaftlichen Zusammenhang, in einen solchen Aufbruch nach der Goldküste und was dieser Aufbruch mit der Gegend gemacht hat, mit den Leuten. Und da fangen wir vielleicht mit dieser Faszination für die Wildnis an und was diese Faszination auch mit Einzelnen, die darüber geschrieben haben, gerichtet hat. Könnten wir vielleicht diese erste Stelle, also wie gesagt, der Gerüst des Textes ist praktisch diese Reise mit den Eltern. Und das ist etwas tagenbuchartig aufgebaut. Diese Stelle, da sind wir im Schatten von Mount Denali, also das ist der größte Berg Nordamerikas mit über 6000 Metern. Und ich erkläre einfach, was hier vorkommt. Ich gehe etwas auf die Geschichte von Argo ein. Also das war so, dass er, Argo, also mein Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater, kam aus Kalifornien und hat 1900 die Familie praktisch ins Stich gelassen, um in Alaska auf Kreuzrufe zu gehen. Das war die Zeit der großen Goldräuche. Er ist praktisch dann nicht wiedergekommen. Wir wussten nur, dass er dann irgendwann eine andere Frau geheiratet hatte nach dem Tod meiner Uroma. Und sein Sohn, also mein Urgroßvater war so verbittert darüber, dass sein Vater abgehauen ist, dass er nicht über ihn reden wollte. Also es war sozusagen in der Familie eine legendäre Gestalt, von der niemand sehr viel wusste, außer meine Tante hat ein bisschen dazu recherchiert, hat irgendwann eine Zeitungseutige gefunden, dass er angeblich wirklich Gold gefunden hätte. Aber dem bin ich dann nachgegangen in meinen Recherchen. Und sonst gehe ich in diese Passage auf bestimmte berühmten Aussteiger ein. Also da ist ein Richard Krennicke, also der taucht früher auf, ein Alaska-Aussteiger. Und dann Chris McHandles, einige kennen vielleicht den Film In die Wildnis. Das war, glaube ich, vor zehn Jahren oder so. Also das sind alles so berühmte Aussteigergestalten und so Orientierung. also sind alles berühmte aussteiger gestalten und zur orientierung 2 juli 2018 um halb zehn ist ich meine verringerte schlafen stand die ganze kuppel des den alias strahlend weiß und blauen himmel sie war genauso hell und klar als ich um zwei uhr wieder aufachte und um fünf, als ich aufstand. 3. Juni 2018 Camp Denali liegt auf einer Anhöhe, Ausläufe der Kentishne Hills, die vom Norden her zur Outer Range stoßen. Dürrebote Hütten stehen am Hang zwischen Gesträuch und Kleinwichten. Eine Schotterstraße führt hinauf zur Lodge, ein Giebel überlauchte Saal mit Panoramafenstern. Meine eigene Hütte hatte ein schmales Bett mit einer Flickendecke, eine Gaslampe als Leselicht. Der sanfte Knall beim Zünden des Glühstoffs, der Geruch und das leise Zischen des Benzins erinnerten an die Kolmennaterne der Eltern auf dem Picknick-Tisch beim Zelten. Und an die Motten, die gegen das Glas prallten, so wie in den Säbten damals. Zum Heizen ein Kamin, am Fenster ein Holzgestell mit Glaskochfelden und Apflussbecken und ein Fach mit Kaffee, Tee, Geschirr. Ein Teekessel, ein Brot, ein Maillekug und Wasser vom Hahn von der Tür zu holen. Hinter dem Hahn zwischen zwei Fichten, Giardinani. Der große Traum, einschlafen und als Thoreau aufwachen. Die Hütte ist schon fertig, als hätte ich sie selbst gebaut. Als Kind aus Möbelstücken oder Ästen. Alles, was im Wald wächst, hat eine Verwendung und ich weiß Bescheid. Als Kind, als Vorform für Rose, kam ich ohne Geld und Rechnen aus. Der erwachsene Henry David rechnete vor. Der Bau seiner Hütte hatte ihn nur 28 Dollar und 12 Cent gekostet. Als ich ihn zum ersten Mal las, fand ich ihn unerträglich selbstgefällig. Self-reliant, herabschauend auf handwerklich Unbegabte. Oder, wie die Pascal-Zitierenden des Lockdowns, auf Menschen, die es in der Isolation nicht aushalten. Später verstand ich, dass er sich selbst damit Mut macht. Es ist ein Pfeifen im Walde. Das überbordende Ego gehört einem Mann, der für die Schublade schreibt. So konnte er anderen nach ihm Mut machen. Ob Richard Praneke schon vorher kannte, wurde erst, nachdem er selbst als moderner Thoreau galt. Praneke wurde 1916 in Iowa geboren, war also nicht so alt wie meine Oma Fargo. Im Zweiten Weltkrieg war er Schiffszimmerin, danach Mechaniker, zuletzt für den Fish and Wildlife Service in Alaska. 1968 zog er an einem Bergsee zu 125 Kilometer westlich von Anchorage, lebte 30 Jahre lang allein in seiner Blockhütte, filmte und führte Tagebuch. Aus seinen Notizen wurde 1973 das Buch One Man's Wilderness, das ihn bekannt machte. Manchmal zurück ist nur Neujährige zu seiner Hütte, wo sie einen freundlichen Menschen antraten. Denn zu seinen Lebzeiten überstieg seine Ruhm nicht das für ihn erträgliche Maß. Mit 82 Jahren zog er zu seinem Bruder nach Kalifornien, mit 86 starb er. Seine Hütte verbrachte er den National Park Service. Sie zieht immer mehr Abenteuer-Touristen an, seit der Dokumentarfilm Alone in the Wilderness 2004 aus seinen Aufnahmen entstand. Seine Analog-Filme sind Artefakte. Die Lebensweise, die er vorführt, war es bereits 1968. Ein Artefakt ist das, was überlebt, dessen Nutzen, wenn auch nicht gleich erzifferbar, so doch greifbar ist. Auf mich wirkten Panigys Bilder vertraut, die nüchterne Helle des 60er-Jahre-Films, wie in einem Film aus meiner Kindheit, My Side of the Mountain, 1969, über einen in Thoreau vernarrten Jungen, der von zu Hause wegläuft und sich in einem hohen Baum im Gebirge einrichtet. Der Wald, wie war der Wald bei Ithaca, wo ich meine Kindheit verbrachte? Die Handlung verweilte bei praktischen Details, blieb in Erinnerung als eine Einleitung, auf die ich zurückgreifen könnte, sollte es mich eines Tages in die Wildnis verschlagen. Pranicky geht es allein um die Einleitung. Er hat nicht den Anspruch, eine Geschichte zu erzählen. Seine Kamera nimmt alles auf, Berge, See. Berge, See, Wetter, Tiere, ihn selbst, wie er seine Hütte, Werkzeugen und häuslichen Gerätschaften aus den Stoffen der Landschaft, Bäume, Kies, Moos, zusammenbaut. Er setzt sich nur rudimentär in Szene, nur das Nötigste, um sein Tun festzuhalten. Sein Tun hält er fest, weil es nötig ist, aus demselben Grund, weshalb du Tagebuch führst, um überhaupt erst zu verstehen, was du denkst und tust. Durchaus mit dem Hintergedanken, dies könnte irgendjemandem irgendwann nützlich sein. Irgendwer, irgendwann. Eine andere Öffentlichkeit als das jeder jetzt des Netzes. Er wendet sich an eine Kamera, die augen mit Beinen für ihn selbst steht oder für einen Freund oder ein Kind, das sich hereinpirscht. Er hatte keine Kinder. Ein paar Invariniere gegenüber, ein Spiel mit dem eigenen Bewusstsein, mit den wenigen Menschen, die ein Bewusstsein überhaupt erfassen kann. Kein Massenpublikum versammelt sich bei der Landschaft. Aber wie Sean Thoreau lebte Pranicky in einem Widerspruch. Wie ein Goldsucher zieht er andere Goldsucher nach sich. Wählt er letztlich doch Gesellschaft oder glaubt er, dass die Einsamkeit für alle reicht? Im einsamen Tod des Chris McCandless verschärften sich die Widersprüche. Also es war ein sehr junger Mann, der glaube ich mit 21 von seiner Familie wegging und dann in Alaska versuchte, in der Windnis zu überleben und dann dabei umgekommen ist. Er wurde zum Stoff eines Buches, eines Films. Immer mehr Menschen brachen nach Healy auf, pögelten auf dem alten Stampede-Trail zum Bus, in dem McCandless starb und der inzwischen zum Schrein geworden war. Immer wieder gerieten sie dabei in Todesgefahr. Manche konnten von der Nationalgarde gerettet werden, manche ertranken, weil sie die Strömung des Teclaniklas unterschätzt hatten. Erbittert wurde darüber gestritten, ob Bekenntnis ein tragischer Held oder nur ein Idiot gewesen war, der andere Idioten mit ins Verderben stürzte. Vieles hing dabei in einer technischen Frage. War ihm die Nahrungssuche nicht gelungen, oder hatte er sich vielmehr eine seltene pflanzliche Vergiftung zugezogen? Kurzum, war ihm mit seinem Tod ein Anfängerfehler unterlaufen oder war er an einer Übung für Fortgeschrittene gescheitert? Derweil bucherten die Fotos der Pelger im Netz, neue Pelger brachen zum Schreien auf. Und wenn sie starben, pelgerten ihre Angehörigen ebenfalls den Bus und hinterließen neue Gedenkschreine. Um der Geschichte ein Ende zu setzen, entfernte die Nationalgarde im Juni 2020 den Bus mit einem Hubschrauber und brachte ihn an einen sicheren Ort. Sommer 2020. Blütezeit des Cabin Porn. Wer das Glück hat, den Lockdown in einer eigenen Wildnishütte zu verbringen, kann mit Bildern aufhören, die anderen dabei helfen, sich gedanklich in der Isolation einzurichten. Chris McHentis lebte als bewusster Anachronist und starb als unbewusste Vorbote. Eine einst alltägliche Art zu sterben, das Verhungern in der Wildnis, gilt bei ihm als Tragödie, als außergewöhnliches mahnendes Ereignis. Die Botschaft seiner Tagebücher, etwas ist aus dem Not geraten, traf den Nerv der Zeit. Die Nachricht von seinem Tod löste eine Lawine aus. Es war die Anfangszeit des Internets, jenes Massenversuchs zum Beweis einer Binsenweisheit. Die Gedanken springen dorthin, wo der Körper nicht hinkommt. Du liest die Aufzeichnung eines Trecks, eines überwinternden Gebirge und glaubst gedanklich, also auch körperlich folgen zu können. Der schriftliche Bericht kann immerhin den Widerstand des Terrains spürbar machen. Anders die Fotos, die seit 1992 wie von Selbstbuchern Bilder unzugänglicher Orte auf Schritt und Trett mitgeteilt. Ihr Lichter locken ins Bodenlose des Realen. Der Name des Stampede Trail enthält eine Warnung. Er stammt vom Goldrausch, der 1905 in den Kintech-Nehils losbrach. Nachhall größere Räusche am Yukon. Für den Massenansturm auf immer abgelegenere Gegenden hatte sich das Wort Stampede eingebürgert, eine Viehherde, die durchdreht. Die Stampede nannten sich selbst so, bekannten sich trotzig zu kopflosen Glückssuchen. Und jetzt kommt ein Gedicht, also das wenige was von Auer übrig blieb, waren ein paar Berichte in der Lokalzeitung, die über drei Ecken irgendwelche Botschaften von ihm waren und einschließlich eines Gedichtes, das ich aber nicht in voller Länge lese. Livermore Herald, 16. Juni 1900, unterwegs nach Nomo, AA Fargo. Das ist übrigens übersetzt aus dem Englischen für Mirko Bruni. 180 Schürfer, Taffer und Stolz reisen von San Francisco in Richtung des Golds. Kühn ist, hatten sie vollbracht, doch nichts war so kühn, wie an Bord des Stamfels der Thrasher zu gehen. Ihr Freunde, diese Taffern und Schürfer sind wir und wogt um uns noch immer tiefe Bläue hier, bezweifelt nicht, denn unser Kapitän an Bord tut mutig sein Bestes und er gab sein Wort, nichts zu unterlassen, um vor allen Dingen als Erster uns zum Strand vernommen zu bringen. Drum lasst uns erst nach Datara bequemen und hohe Mitbadessen und Friseur von ihm nehmen, ehe wir uns wieder in gelobtes Land aufraffen, dem Eis trotzen und das Unschaffbare schaffen und unsere daheimgebliebenen Freunde erfahren, dass die ersten in Nome die Kräscheljungs waren. Also Nome war der Ort eines der spektakulärsten Grundräuche Alaskas. Den Ton des Gedichtes hatte ich noch im Ohr. Die Lust, es jetzt nachzulesen, war mir vergangen. Aber genau das hatte ich mir vorgestellt. Frühmorgens in meiner Hütte das Notebook aufklappen und die Klonderknüse aufrufen, als könnte ich mein eigenes Claim in der Landschaft von meinem Fenster abstecken. Auf der Hege und Gedanke. Im Fenster stand das weiße Massiv. Keine starre Kugel, sondern eine belebte Form, für die ich kein richtiges Wort fand. Ein ruhendes Tier, Wickersham Wall, bildet seine Flanke. Eine Schulter wirkt sich, Kraft labert im Knick des Ellbogens. Der Vorderlauf ist ausgestreckt. Pioneer Ridge, ein Grat, der wie eine Reihe der Dreitausender übergeht und so das Tierbild ablöst. Eine Barockperle, eine Bokai, ein Muschelbollen wirkt sich von der innen gewonnenen Spitze, und ein weißes Tuch, linke Handigkraft, bauscht sich im Wind auf. Den Berg hat Arda nicht gesehen, und wenn, dann hätte er sich wohl nicht lange mit der Beschreibung aufgehalten. Er war kein Thoreau, nicht einmal ein Bekenntnis. Von ihm war ein einziges Gedicht überliefert, geschrieben in Dutch Harbor, auf Unanlaske, in den Aleuten. Vielleicht mit Blick auf die russische Kirche, weißrot und zwiebeltürmisch, zwischen bleierndem Meer und grünem, steil hängenden Nebel in den weißen Nächten. Was hielt Arme davon fest? Badessen und Friseur. Das Meer und die Berge waren nur die Kulisse der Kühnheitsgeste an die Daheimgebliebenen gerichtet. Siffi sand an mich gerichtet, aber verspottete meinen Nature-Riding-Ergeiz. mich gerichtet, aber verspottete meinen Nature Riding Ehrgeiz. Die hohe Ohrenkelin, die in der Betrachtung des Berges aufgehen will, belächelte der tapfere Schürfer. Er hatte sich unter Strapazen ein richtiges, ein festes Kleben erwogen. Nichts, worauf ich Anspruch erheben konnte. Dafür war er mir zu fern, ein Fremder, der mir nichts vererbt hatte. Vielmehr hat er in mir etwas weggenommen, meine Erbschaft verpasst. Ja, vielen Dank. Das, was Sie nicht hören konnten, ist, dass in der längeren Passage auch Bilder drinnen sind. Also es spielen nicht nur unterschiedliche literarische Genres ineinander, wie Journal, Weise, Bericht etc., sondern es geht auch um Text und Bild. Wobei dann natürlich die innere Bildproduktion ein ganz besonderes, ganz besondere Ausmaße zeitet und in diesen Stapits dann zum Ausbruch kommt. Solche Ausbrüche sind Stifter nicht unbekannt, obwohl meistens Ausbrüche nicht nachgesagt werden. Aber seine Faszination galt auch einer Wildnis. Vermutlich hat er so eine Korrespondenz in seinem Inneren. Und etwas, was in Ihrem Buch auch eine Rolle spielt, nicht in der vorgesehenen Passage, ist das Eis. Das Eis, das auch besondere Herausforderungen an die Darstellbarkeit ausübt. Also wenn man sagt, es gibt eine Affinität von literarischer Beschreibung zu Nature Writing, ist das vielleicht schon eine falsche Verallgemeinerung. Sie haben an einer Stelle, schreiben Sie, dass die Beschreibung auch eine Fälschungskraft hat, dass die nicht so taugt, wie man annimmt für... Naja, das ist ein bisschen am Ende diese Passage, wo ich verschiedene Bilder für den Berg suche. Also ich habe dann immer vor dieser Hütte gesessen und habe diesen Berg angesehen und automatisch, also der eine wahnsinnig schöne Form hat. Und ich habe dann immer versucht, diese Schönheit einzufangen und habe gemerkt, dass ich immer auf bestimmte Metapher zurückgreife und dass die eigentlich jede Metapher, also jedes Bild unzureichend ist und den Berg auf irgendwas anderes reduziert. Aber ich habe dann in diese Aneinanderreihen versucht, da etwas einzufangen, aber gleichzeitig angefangen, dass es nicht aufgehen könnte. Wir haben uns vorgenommen, wenn sie noch Geduld haben, dass wir etwas von dieser Faszination des Eises auf Stifter, Sie können dann selber, wenn Sie die Goldküste gekauft haben, das Alaska-Eis, die Alaska-Eis-Passagen dazu lesen, dass wir einen Ausschnitt aus dem Bergkristall lesen und zwar in Zweisprachig. Ich weiß jetzt nicht, ob das zumutbar ist. Es ist nicht sehr lang und wir werden alles tun, um Sie wohlgesonnen zu lassen. Frau Kohl, fangen Sie mit dem Englischen an. Wir haben ausgemacht, dass wir es absatzweise machen und nach jedem Absatz kommt dann die andere Textfassung. Jetzt sind die Kinder in den Eis gegangen, wo sie einen Weg finden konnten. Gut, dass wir das... Sie gingen an dem Eise hin, sofern es möglich war, durch das Getrümmern und zwischen den Platten durchzudringen. Wir werden jetzt da noch hinüber gehen und dann von dem Eise abwärts laufen. Ach so, Entschuldigung, das war dann nur die falsche Stelle. Die Kinder gingen nun in das Eis hinein, wo es zugänglich war. Sie waren winzig kleine, waren um die Punkte in diesen ungeheuern Stücken. Peering in under the overhangs, as though following some instinct to seek shelter, they came into a trench, a broad, deep-cut trench that emerged straight from the ice. It looked like the bed of a river that dried up and filled in with fresh snow. Where it came forth from the ice, it emerged beneath an ice vault beautifully arched above it. The children walked on up the trench and went into the vault and went in deeper and deeper. It was quite dry, and beneath their feet the ice was smooth. But the entire cave was blue, as blue as nothing on earth, a blue much deeper and lovelier than the firmament, like sky-blue stained glass with radiance sinking through it. There were arches thick and thin, there were hanging spikes, needles, and tassels. The passage would have reached back still deeper. They knew not how deep, but they went no farther. The cave would have been a fine place. It was warm, no snow fell, but it was so alarmingly blue that the children were afraid and went back out again. They walked aber es war so alarmierend, dass die Kinder Angst hatten und wieder zurückgingen Er sah aus wie das Bett eines Stromes, der aber jetzt ausgetrocknet und überall in frischem Schnee bedeckt war. Wo er aus dem Eise hervorkam, ging er gerade unter einem Kellergewölbe heraus, das recht schön aus Eis über ihn gespannt war. Die Kinder gingen in den Graben fort und gingen in das Gewölbe hinein und immer tiefer hinein. Es war ganz trocken und unter ihren Füßen hatten sie glattes Eis. In der ganzen Höhlung aber war es blau, so blau wie gar nichts in der Welt ist, viel tiefer und viel schöner blau als das Firmament. Ja, ich sah wie himmelblau gefärbtes Glas durch welches Lichterschein hineinsinkt. Es waren dickere und dünnere Bogen, es hingen Zackenspitzen und trott umherab. Der Gang wäre noch tiefer zurückgegangen, sie wussten nicht wie tief und sie gingen nicht mehr weiter. Es wäre auch sehr gut in der Höhle gewesen. Es war warm, es fiel kein Schnee, aber es war schreckhaft, es war so schreckhaft blau. Die Kinder fürchteten sich und gingen wieder hinaus. Sie gingen eine Weile in dem Graben fort und kletterten dann über seinen Rand hinaus. Sie gingen an dem Eise hin, sofern es möglich war, durch das Getrümmer und zwischen den Platten durchzudrängen. während es möglich war, durch das Getrümmel und zwischen den Platten durchzudrängen. Wir werden jetzt da noch hinübergehen und dann von den Eisen abwärts laufen, sagte Konrad. Ja, sagte Sanna und klammerte sich an ihn an. But the ice they struck out downhill through the snow in a way that should have lighted the valley. But they did not get far. A new tide of ice, like a gigantic rampart, banked and bulging upward, lay athwart the soft snow and reached around the valley like arms to the right and left. Beneath the white blanket that cloaked it, the sides glimmered from within, shades of green and blue and dark and black, and even yellow and red. Now they could see broader swaths of it, for the vast tireless snowfall had subsided, falling merely as on any snowy day. With the fortitude of ignorance, they clambered into the midst of the ice to cross the tide that thrust across their path and continued downhill on the other side. They slipped into the gaps, they set their feet on Sie schlugen von den Eisen eine Richtung durch den Schnee abwärts ein, die sie in das Tal führen sollte. Aber sie kamen nicht weit hinab. Ein neuer Strom von Eis, gleichsam ein riesenhaft aufgetürmter und aufgewölbter Wall, lag quer durch den weichen Schnee und griff gleichsam mit Armen rechts und links um sie herum. Unter der weißen Decke, die ihn verhüllte, klemmerte es seitwärts gründlich und bläulich und dunkel und schwarz und selbst gelblich und rötlich heraus. Sie konnten es nun auf weitere Strecken sehen, weil das ungeheure und unermüdliche Schneien sich gemildert hatte und nur mehr wie an gewöhnlichen Schneetagen vom Himmel fiel. Mit dem Starkmute der Unwissenheit kletterten sie in das Eis hinein, um den vorgeschobenen Strom desselben zu überschreiten und dann jenseits weiter herabzukommen. Sie schoben sich in die Zwischenräume hinein, sie setzten den Fuß auf jedes Körperstück, das mit einer weißen Schneehaube versehen war, wahres Fels oder Eis, sie nahmen die Hände zu Hilfe, krochten, wo sie nicht gehen konnten und arbeiteten sich mit ihrem leichten Körper hinauf, bis sie die Seite des Waldes überwunden hatten und oben waren. Jenseits wollten sie wieder hinabklettern. Aber es gab kein Jenseits. Ja, er hat wahrscheinlich schon das Lokal. Er hat auf jeden Fall den Raum nicht verlassen. Gerade der letzte Satz, aber es gab kein Jenseits, hat natürlich im Deutschen ein Pathos, dass man trotz ihrer Übersetzungskunst im Englischen hier nicht nachwischen kann. Ja, ich habe versucht, einen Begriff zu finden, der auch dieses Gegenseitige an sich hat. And other side hat auch etwas vom Reich der Toten oder so. Stark finde ich auch den Ausdruck mit dem Starkmute der Unwissenheit. Also das ist schon im Deutschen ein Hammer. Ja, und das ist glaube ich auch so ein Kernsatz, weil Stifter das... Und obwohl Starkmuts, glaube ich, von Ihnen auch nicht häufig verwendet wird, von Ihnen auch nicht häufig verwendet wird. Hat man nicht den Eindruck, dass der Stadtkunst ein etwas anachronistisches ist? Man könnte angesichts des Staates Wüstenberg sagen, es ist der aktuellste Satz in dem, was in der Kirche steht. Naja, das kommt sozusagen nur in dieser Ausnahmesituation vor. Also das finde ich auch sehr abgründig an dieser Geschichte, dass die Kinder eigentlich des Abgrunds nicht bewusst sind. Also wenn sie wüssten, in welcher Gefahr sie sind, hätten sie nicht überlebt. Aber der Autor weiß das und der Leser weiß das. Aber der Autor weiß das und der Leser weiß das. Und das macht eine ganz starke Spannung. Auch diese, naja, dass es dann immer so als süßliche, frohe Weihnachtsgeschichte gelesen wird, das kann ich schwer nachvollziehen, weil es ist schon sehr abgründig. Also ich habe das einzige, was sozusagen an den Zeitgeschmack appelliert ist, dann die Versöhnung der beiden Dörfer. Das hätte er vielleicht lassen sollen, dann wäre die Rock Crystal a really rocking song. Naja, ein versöhnliches Ende darf auch mal sein, aber man vergisst ihn Abgrund trotzdem nicht. Wie haben Sie stark gut übersetzt? Fortitude. Fortitude. Das ist vielleicht jetzt ein bisschen eher wie eine Durchsetzungsgrafik. Ja, es hat auch etwas Fremdanklingendes, so wie starkmodisch. Also ein bisschen altmodisch, aber das verträgt der Text an der Stelle. Also ich finde, durch dieses gemeinsame Vorlesen wird dieser sehr alt gewordene Text durch ungemessen häufigen Gebrauch in Österreich besonders gelitten. Aber es ist doch noch einmal eine sehr starke Ansage. Sie schreiben an irgendeiner Stelle und ich habe die Stelle nicht mehr gefunden. Und zwar ist mir das jetzt durch den Kopf gegangen, wie Sie vorhin, wie Sie es unterwegs nach Nung vorgelesen haben, dass ich den Ton dazu kenne. Kann es sein, dass das in der Anthologie? Achso, das ist das ist so ein Seefahrerlied von den in Deutschland heißt das irgendwas mit Santiano auf Englisch heißt das das Schiff heißt Santiano und ich würde es jetzt nicht voll singen. Das wäre zu peinlich. Meine Eltern hatten so eine Sammlung von Volkslieden, die ich in meiner Kindheit immer gehört habe. Ein Lied handelt von dieser Fahrt. Der erste Goldrausch in Kalifornien war 1848. also der erste Goldrausch in Kalifornien war 1848, also auch ein sozusagen ein Schicksalsjahr für Stifter in Kalifornien, war was ganz anderes bloß als in Österreich und da sind alle aufgebrochen und da es gab noch keinen Panama-Kanal, da mussten die um den Kap Horn, also um Südamerika mit dem Schiff fahren und nach Kalifornien zu kommen. Oder eben die Überlandroute, die sehr strapaziös war. Da gibt es ein schönes Schiff, so ein Seelied, wie man nach Kalifornien aufbricht, um diesen Kap Horn und wo die Straßen mit Gold geflastert sind. Also diese Frage, ich wollte, dieses Lied, das ich jetzt falsch zugewandelt habe, war mir auch deshalb so wichtig, jetzt, bevor diese Vorlesung begonnen hat, weil mein Freund Hubert Lengauer hier sitzt und er kennt praktisch alles, was American Foxhounds angehört. Und diese Anthology auf American Foxhounds, Hubert, das gab ich auf dem Jahre 1952, oder? Das ist übrigens der Gelehrte, der Stifter, Spezialist schlechthin. Sie sehen, ich bereite unseren Aufgaben vor. Und ich glaube, es ist auch Zeit. Wenn Sie wollen. Frau Kohle, etwas wollte ich noch sagen, also das auch mit den Bildern, dieses Montageprinzip, dieses Textes. Wir haben uns in einer Vorbesprechung getroffen und da habe ich zu Ihnen gesagt, dass mich das erinnert an den Roman, den ersten von Christoph Ranzmeier, Die Schrecken des Eises und der Fensternis. Damit wollte ich nicht nahe legen, dass Sie das von dort übernommen hätten können, sondern es verbirgt mich die Bauweise dieser beiden Bücher. Bei Ranzmeier ist das von dem, was montiert wird, aus weniger Bausteinen gemacht als bei Ihnen. Bei Ihnen ist es irgendwie, aber es führt dann dazu, dass diese Vergesslichkeit beim Lesen, dass man dann Texte falsch zuordnet, weil sie nicht das gleich gemacht hat, aber abgesehen von dieser größeren Vielschichtigkeit ist es etwas sehr Ähnliches und es gibt einen ähnlichen Effekt durch die Art und Weise, wie Bilder des 19. Jahrhunderts ausschauen. Möglicherweise ist das eine ganz andere Arbeit, aber In der Art, wie sie produziert sind, hat man das Gefühl, das ist dasselbe. Also diese Bilder aus dem 19. Jahrhundert, also ich habe dann viele Zeitungen recherchiert und dann gibt es diese schönen, also diese alten Zeitungen mit den schönen Kupferstichen von Schiffen, die gerade im Eistürmen flennen oder sowas. Und das hat schon einen sehr starken Reiz auf mich geübt. Also vielleicht auch deswegen, komischerweise bin ich, in meiner Kindheit hatten meine Eltern Wände von diesen Collage-Romanen von Max Ernst, die er auch aus alten Zeitungen oder so schon Romanen, also so schöne, die sich eigentlich billig Kupferstichen, die er so schön zusammen montiert hatte und vielleicht hatte ich das auch ein bisschen im Hinterkopf auf jeden Fall vermittelt, eher so eine ganz wilde Stimmung aus dem 19. Jahrhundert von diesen dramatischen Groschenromanen und diese Ästhetik dieser billigen Pfirschtischen hat dann so einen Reiz auf mich ausgeübt. Sollen wir dem Publikum eine Chance geben, die Frage an Sie zu stellen? chance geben und zwar mich ein buch sehr erinnert an ein anderes buch das vor einigen jahren erschienen ist von jessica j lee two trees make a forest ist es glaube ich auf deutsch im siebten fall erschienen das ist auch so eine mischung aus nature, Familienrecherche, Reisebericht, mit so einer Teilbahn, also sehr thematisch. Und interessanterweise lebt sie, glaube ich, auch in Berlin. Achso, das ist ja das ganze Neue. Ich wollte jetzt fragen, Sie denken, dass in so einer Hybridisierung die Zukunft des Nature Writings liegt. Also nicht mehr diese pure Naturbeschreibung, sondern eben einzelne andere literarische Elemente einzubringen in den Text. Also ich würde sagen, ich weiß auch nicht, ob das neu oder alt ist. Also es ist also man kann auch man könnte auch sagen, dass Stifter dann einiges verwendet oder er hat auch Stadtbeschreibungen, also er beschreibt die Natschafins sozusagen. Also ich glaube, das Hybride ist sowieso das Normale. Die Natur ist hybrid und ich glaube, diese Schubladen sind eigentlich sowieso nie so hart umgrenzt, wie man das vielleicht im Buchhandel Essayistik und für mich ist ein Essay, also ein Essay kann alles sein. Also das ist eigentlich genau der Sinn der Sache, dass es ein Essay ist, ein Versuch und ja, das ist für mich ein großer Freiraum. das ist für mich ein großer Freiraum. Diese Begriffe Essayistik ist irgendwie auch ein bisschen in eine Schublade gekommen. Ich werde gefragt, was das Buch eigentlich ist. Ist es ein Sachbuch? Dann sage ich, nein, es ist ein Essay. Ein Essay kann ja alles sein. Ein Sachbuch ist, also ich hoffe, dass es auch sachlich ist. Also ich habe auch alles so gut wie möglich recherchiert und auch belegt. Aber ein Sachbuch klingt ja auch sehr trocken. Im englischsprachigen Raum gibt es auch eher seit einiger Zeit so eine Tendenz zu Creative Non-Fiction oder sozusagen Sachbücher, die auch interessant zu lesen sind auf Deutsch. Non-Fiction oder sozusagen Sachbücher, die auch interessant zu lesen sind auf Deutsch. Aber ich tu mir immer ein bisschen schwer mit diesen Kategorien. Jeder schreibt dann auch anders und jeder wischt dann auch. Also wenn man ein Essay schreibt, ist es eigentlich automatisch immer in einer hybriden Form, weil man eigene Eindrücke kontagiert und aus der eigenen Erfahrung, also der eigenen Erfahrung einer Struktur abstimmt oder eine Struktur dieser Erfahrung findet. Und ich glaube, das ergibt sich dann ganz automatisch. das ergibt sich dann ganz automatisch. Ich hätte noch eine Frage. Man weiß, Stifter war ein großer Verlierer von James Fenimore Cooper. Aber der war einige Jahre älter als Stifter. Kann Stifter so log gewesen haben? Oder umgekehrt, kann, weil es gesagt wurde, Stifter wurde ja nicht sehr viel übersetzt, kann so log Stifter wurde ja nicht sehr viel übersetzt, kann Thoreau Stifter gelesen haben. Also da... Ich frage deswegen, es gibt ja bei Walden eine schöne Teiche, glaube ich heißt das, wo sowohl Thoreau als auch Stifter im Hochwald den See mit einem menschlichen Auge vergleicht. Also das wäre wirklich ein großer Zufall, wenn beide das selbe Image für den See gefunden hätten. Also das ist schon sehr, also es würde mich auch sehr interessieren, also ich bin weder Expertin für Throne noch für Stifter, also auf germanistischer Ebene. Ja, Wolven, Teiche, also Pauns nehme ich an, ist dieses Kapitel. Also, ja, das ist ein interessanter Hinweis. Also ich weiß, ich habe versucht, so gut es geht, zu recherchieren, was für Stifte schon ins Englische übersetzt wurde. Also einiges wurde zu seinen Lebzeiten schon übersetzt oder auf jeden Fall rezensiert. Es war auch üblicher damals, dass man auch als gebildeter Mensch Deutsch konnte in den USA, dass man auch irgendwie Goethe gelesen hat oder sowas. Ich weiß nicht, ob Thoreau... Naja, schon zehn Jahre jünger, ob da, aber vielleicht haben beide das Bild auch für jemanden anderes, also die haben sicher zum Beispiel beide Humboldt gelesen oder so, also es gibt sicher Gemeinsamkeiten, die sozusagen auf andere Vorlagen zurückgehen. Aber würde mich auch interessieren, aber leider kann ich die Frage nicht beantworten. Ja, ich danke vielmals. Ich fühle mich wunderbar erfrischt an dem Vortrag und der Vorlesung. Ich habe auch ursprünglich an Kuper gedacht, weil das ja in der Schrift der Literatur eine gewisse Rolle gespielt hat. Aber ich habe das jetzt hauptsächlich in zwei Kategorien gesehen. Das Kleine und das Große oder anders formuliert das Schöne und das Erhabene. Und ich glaube dafür haben die Amerikaner ein großes Interesse auch im 19. Jahrhundert gehabt. Es gab diese Riesenausstellung, die American Sublime, hauptsächlich Landschaftsmalerei. Und diese sozusagen Schwesterkunst, denke ich, kann man nicht außer Acht lassen. Also die Bildvorstellungen des 19. Jahrhunderts und die Vorstellungen des Erhabenen, was zugleich ein schreckliches ist, waren da sehr dominant. Und die Vorlesung aus dieser Gletscherpassage ist ein Musterbeispiel des Schrecklich-Erhabenen. Und natürlich in anderen Zusammenhängen wie die riesigen Wälder, die unermesslichen Wälder, die Abstufungen in den Blautönen, das sind alles solche Momente des Erhabens. Haben Sie an KUPA gedacht in diesen Zusammenhängen oder an dieses Sublime, das versteht ich da wohl nicht. Ich muss gestehen, dass ich Cooper nicht gelesen habe. Also ihn liest auch kaum jemand mehr. Ich kenne die, naja, die Beräte von Wierstadt oder so. Also das ist interessanterweise die Ausgabe der Journal-Fassung, die ich habe, von Wolfgang Manz herausgegeben. Der Cover ist ein Gemälde von Bilstadt. Finde ich auch ein bisschen ironisch, der eigentlich für seine amerikanischen Landschaften bekannt war. Aber ich muss sagen, in gewisser Weise denke ich bei Stifte weniger an das Sublime, denn mir ist gerade in den Kopf gekommen, dass eine Gemeinsamkeit zwischen ihm und Thoreau ist, glaube ich, gerade das Alltägliche. Also dass er den Sinn für das Sublime hat, aber in diesen alltäglichen Dingen geerdet ist. Und bei Thoreau ist es, also bei Thoreau ist es, versteht sich, dass es ja sein Tagebuch ist, geht ihm darum, wie er in der Wildnis, weiß ich auch nicht, der hat auch seine Wäsche an seine Mutti geschickt und so. Auf jeden Fall geht es ihm um seine alltäglichen Handgriffe oder bei dieser Richard Pranicki, der hält dann auch eben diese alltäglichen dinge fest die er wie er seine seine sein hausbau oder sein schlüssel schnitzel oder sowas und das sind dinge die für mich stifter auch so interessant oder oder auch das ist keine sublime das ist kein sublimer Blick, der nur in den Höhen schwebt, sondern das ist immer geerdet in diesen Dingen, in menschlichen Maßstaben. Und das ist etwas, wo man bei Stiften, wo man merkt, dass er sich auch daran festhält. Und wenn diese Kinder da heraufsteigen, wo es diese alltäglichen Handgriffe, wo sie eigentlich fast den Sinn verlieren oder nur noch als Thermos keine Kaffee, die sie mithaben, haben, da fängt der Schrecken an, wo dieses Alltagsleben den Naturbeweiden ausgesetzt ist. Entschuldigung, das war jetzt ein bisschen abschweifend, aber also diese sublime bei Stifter ist, das ist etwas, was nie ins Kitschige abrutscht, weil das immer so diese Objektivität hat, also diese auch oft sehr zurückgehaltene Sprache und in gewisser Weise, weil er genauso liebevoll die Kleingegenstände beschreibt und dieses, ja diese Verbindung von Großen und Kleinen, dass sie dann auch teilweise zusammenfallen oder im selben Maßstab gesehen werden können, das ist auch faszinierend, also das macht seinen Blick auch ganz besonders. Ich glaube, das war ein sehr gutes Schlusswort. Ich bedanke mich bei Ihnen für's hier sein und ich bedanke mich besonders bei Frau Kohl. Es ist mir eine Ehre, neben Sie sitzen zu dürfen.