Die ganze Welt ist wie verhext, Veronika, der Spargel wächst. Veronika, die Welt ist grün, drum lachen Sie in die Welt. Klimakatastrophe, Inflation und das Comeback der low-waisted jeans. Horrorvorstellungen, die uns tagtäglich unseren Schlaf rauben. Kein Wunder, dass wir uns alle selber dumm und dämlich daddeln. Aber genau deshalb sind wir hier bei den Eskapierenden, wo wir nicht unseren Kopf oder unseren Fuß, sondern vielleicht auch das Kaninchen unseres Nachbarns einfach in den Sand stecken. Angst vor der Realität, die hat hier keinen Platz. Die blenden wir für diese Zeit der Sendung einfach aus. Deswegen finde ich es super, dass wir hier in Österreich sind. Das Land, in dem das Wegsperren von Problemen eine lange Tradition hat. Vor allem, wenn es ums Wegsperren in feuchte Keller geht. Und dass auch wahrscheinlich Hitler irgendwann dieses Gebäude gebaut hat, auf dessen Dach wir uns befinden. Das ist uns alles scheißegal. Für die kommenden Minuten sperren wir uns eben in diesen schwarzschimmeligen Keller, also mental, und hören einfach mal den Abflussrohr beim Tropfen zu oder zählen einfach die Beine von den Kellerasseln. Das ist unsere gemeinsame kleine Wellness-Oase, unsere High-Performance-Relaxation. Und dann schauen wir doch einfach mal nach, wer von uns am exzessiven Escapen kann. In Linz beginnt's. Was so genau da beginnt, konnte mir aber noch niemand beantworten. Ist mir ehrlich gesagt auch scheißegal. Ich habe Fragen von wesentlich höherer Tragweite an die Linzer Bevölkerung. Oh, mir war's nur. Ich kenn den, aber ich kenn den nicht. Wer ist das und was macht der? Ist das meines, man? Was denkst du von diesen Figuren? Die sind sehr schön. Ich glaube, es ist ein alter Cartoon oder so. Ich weiß es nicht, ich wette es nur. Aber je mehr ich mich vertraue, desto mehr. Wenn es auf deine ganze Leben hängt, wer würdest du anrufen? Hmm, diesen Jungen. Was macht dich sympathisch? Geiler Go-Tee. Jeden Tag vor dem Schlopfen gehe, ob ich schauen darf. Ja, schöne Träume. Ich meine, ich finde den roten Kuchen süßer, weil der Eis. Der größte Unterschied ist der alte Kuchen mit dem weißen Kuchen. Weil der Eis nicht so gut ist. Ich finde den roten Kuchen süßer, weil der Eis. Der größte Unterschied ist der alte Kuchen mit dem weißen Kuchen. Weil der Eis nicht so gut ist. Ich finde den roten Kuchen süßer, weil der Augenblick. Das größte Verständnis ist der alte Hund mit dem weißen Hund, weil die Augen nicht so schmerzen. Ich werde das kriminellisch anhaben. Ja, keine Ahnung, das ist nichts Gutes. Kommen wir auch schon zu unserem ersten Gast. Er ist Psychologe, Pädagoge, Pferdeliebhaber und Eskapismusexperte. Wir grüßen Sie mit mir Herr Höll. Schönen guten Tag, Herr Höll. Guten Tag. Eskapismus, was darf man sich denn darunter vorstellen? Zunächst möchte ich mich recht herzlich bedanken für die Einladung bei Ihnen. Eskapismus, bei Eskapismus handelt es sich zunächst mal um eine seelische Zwangsstörung. Eine Flucht vor der Realität, eine Art Bewältigungsstrategie, die dann eben auch krankhafte Züge annehmen kann. Aber meinen Sie denn nicht auch, dass ein gewisses Maß an Eskopismus hilft, um mit belastenden Situationen umzugehen? Ist ein spannender Gedanke, aber kommen wir da dann nicht sehr, sehr schnell bei sehr ungesunden Vermeidungsverhalten, bei sehr ungesunden Vermeidungsstrategien an. Wir alle kennen es, der Konsum von Rauschmitteln wie Koffein oder nehmen wir mal so einen Serienmarathon wie zum Beispiel Baywatch ist schon auch immer eine Art von Selbstunterdrückung. Auch immer ein bisschen Selbstgeißelung, wenn Sie mich da fragen. Und Sie als Pädagoge würde ich Sie jetzt gerne noch zu einer wichtigen Figur im Leben eines jeden Kindes befragen. Ich würde sagen, es ist eine wahre SandikIkone, nämlich den Sandmann. Da wäre ich jetzt an Ihrer Stelle so ein bisschen vorsichtig. Was Sie jetzt so ganz salopp als Sand-Ikone bezeichnen, ist in meinen Augen, da spreche ich mit ganz klaren Worten, ein brutaler Triebtäter. Eine Person, eine Figur, die allabendlich Millionen von Menschen Sand in die Augen wirft. Direkt in die Augen. Und darunter sind dann auch unschuldige Kinder. Spannender Ansatz. Aber was könnte man denn Ihrer Meinung nach dagegen tun? Na, ganz so einfach ist es nicht. Diese Sand-Mafia, die auch dahinter steckt, die versucht natürlich auch, die Kinder schon im kleinsten, im jüngsten Alter davon abzuhalten, zu performen, Teil der Leistungsgeschäftshaft zu sein. Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, wie viele Sandkästen es allein in Linz gibt? An der Stelle sei natürlich auch angemerkt, dass Kinder im Vergleich, im Gegensatz zu Erwachsenen, stets auch Opfer ihrer Triebe sind. Und da bin ich ein klarer Vertreter der Bewahrungspädagogik. So, would you consider putting your head into this bucket of sand? Not at all. How much money would I have to pay you to do this? A thousand euros. Can you hold it for me? Of course. Perfect. You look great. Wie lange dauert es? 1000 Jahre. Kannst du es mir halten? Natürlich! Du siehst toll aus! Gib mir einen Moment. Wie viel müsste ich Ihnen zahlen, dass Sie Ihren Kopf in den Sand stecken? Und hast du auch wirklich deinen Kopf schon mal in echt in den Sand gesteckt? Nein. Guck mal, ich habe hier so einen Eimer. Wie viel müsste ich dir zahlen? Okay, und ihr seht, ich habe hier voll einen guten Eimer. Was müsste ich euch zahlen, dass ihr Ihren Kopf da reinsteckt? Der auch, der auch. Okay, und ihr seht, ich habe hier voll den guten Eimer. Was müsste ich euch zahlen, dass ihr euren Kopf da reinsteckt? Willst du immer noch nicht deinen Kopf in den Sand stecken? Nein, lieber nicht. Das ist das Universitätsprojekt, das ist nichts. Hast du noch eine letzte Worte? Nein. So gut. Perfekt. Wie fühlt es sich an? Viel kälter als draußen. Willst du mal kurz nehmen? Sieht auch gut aus. Jawohl. Wo würdest du denn lieber deinen Kopf reinstecken als den Sand? Wasser. Wasser und sonst irgendwas? Eiscreme? Boah, ja, das sehe ich mir auch. Könntest du was mit dem Eimer Sand anfangen? Nein, leider nicht. Okay, schade. Ob uns am Ende vielleicht doch die Sandmafia im Lacken sitzt? Anders kann ich mir dieses Maß an Vermeidungsverhalten nicht erklären. Du musst ein, zwei Fragen für DorfTV zu beantworten. Das ist auf der Kamera. Somit kommen wir auch schon zu unserer zweiten Gästin. Sie ist Kulturhistorikerin und Kantinentestesserin. Begrüßen Sie mit mir Stephanie Schuss. Guten Tag, Frau Schuss. Schön, dass Sie da sind. Jetzt haben wir ja schon einiges über den psychologischen Hintergrund des Eskapismus gehört. Wie sieht es denn da kulturhistorisch aus? Naja, kulturhistorisch. Also die Ausstiegsfantasie aus Sachzwängen, ja, die kann man seit jeher finden im Eremiten. Aber wissen Sie, Österreich ist das Vaterland, nein, das Elternland des Eskapismus. Warum gibt es sonst die ganzen Kaffeehäuser? Naja, schon Karl Preuss wusste, Entschuldigung, Karl Kraus wusste, dass Österreich die Versuchsstation des Weltuntergangs ist. Österreich also als Ursprung des Weltuntergangs, als auch dessen Bewältigung. Finden wir aber nicht noch weiteren Ursprung in der Antike? Ja, Sie brauchen nur einen Blick in die Antike zu werfen. Es gibt die wildesten Storys von brumsenden Göttern als Ablenkung vor dem Alltag. Wo sind wir da eigentlich in der Vergangenheit falsch abgebogen, dass wir es nicht mehr machen? Vergangenheit falsch abgebogen, dass wir es nicht mehr machen. Naja. Was glauben Sie denn, wer historisch gesehen am ehesten den Eskapismus gefrönt hat? Künstler. Diese Perversen. Na ja, schauen Sie sich nur mal die Bilder an. Oder wie erklären Sie sich das hier? Oder das? Oder das hier? Ja, das ist natürlich schon alles sehr, sehr eindeutig. Aber wie sieht es denn heute aus? Oder das hier. Ja, das ist natürlich schon alles sehr, sehr eindeutig. Aber wie sieht's denn heute aus? Naja... Heißt das jetzt im Umkehrschluss, um richtig Eskapismus zu betreiben, muss ich mich ausziehen? Ja, natürlich. And getting caught in the rain And the feel of the ocean And the taste of champagne If you like making love at midnight In the dunes of the Cape You're the lady I've looked for Come with me and escape Musik Und zwar die erste Frage wäre, kennt ihr die Redewendung den Kopf in den Sand stecken? Ja. Und was versteht ihr darunter? Boah, das ist ja klar. Für wie viel Geld würdet ihr euren Kopf in diesen Sand einmal stecken? 15, 20 Euro. Kennst du das Arzt? 15, 20 Euro? Gänse des Arms. Halb 20? Bitte. Hi, Bulli.... Ah, mes bolis!... Oh, mes bolis!... Oh, mon cœur!... Sehr verehrtes Publikum, das war es einmal wieder mit den Eskapierenden. Ich möchte mit einem Zitat von Sigmund Freud an dieser Stelle schließen. Wenn du das Leben aushalten willst, richte dich auf den Tod ein. Vergessen wir aber einmal nicht, dass jeder Adonis mit Sixpack auch unser größter neuer Antrieb sein könnte. Bis dahin wünsche ich Ihnen ein frohes Sandbogenbauen. Wenn der Wind im Wetter steckt, zeigt der Käfer den Sand. Lalalala, lalalala, lalalala, lalalala. Wenn der Wind im Wetter steckt, zeigt der Käfer den Sand.