Künstlerinnen und Künstler Künstlerinnen und Künstler Meine sehr geehrten Damen und Herren, herzlich willkommen in der Kunstsammlung zu einer neuen Ausgabe unserer Künstlerinnen-Gespräch. Es ist schön, dass Sie durch das schlechte Wetter zu uns gefunden haben. Es freut mich sehr. Anlass für das heutige Künstlerinnen-Gespräch ist natürlich die laufende Ausstellung Komplizinen von Helga Schager. Ist jetzt lange gelaufen, wurde eröffnet im Rahmen von Next Comic, aber leider Gottes geht es auch schon wieder zu Ende. Morgen ist der letzte Tag. Leider, leider. Was ist morgen? Ah ja, übermorgen. Ich dachte, es ist Donnerstag. Es ist übermorgen, ist der letzte Tag, Entschuldigung. Ja, herzlich willkommen, ist der letzte Tag, Entschuldigung. Ja, herzlich willkommen, Helga Schager, dass du dir in dein innerstes künstlerisches Wesen schauen lässt. Wer befragt ist meine liebe Kollegin Elisa Andessner, die das wie immer bewährt handhabt und damit wünsche ich Ihnen jetzt einen schönen Abend, einen schönen Künstlerinnen Gesprächsabend. Dankeschön. Ja, auch von mir herzlich willkommen. Danke fürs Kommen an diesem regnerischen Mittwochabend, dass ihr so zahlreich gekommen seid. Herzlich willkommen in der Studiogalerie der Kunstsammlung des Landes Oberösterreich. Ich habe heute die Ehre mit der Linzer Grand Dame der feministischen Kunst zu sprechen, Helga Schager. Danke fürs Kommen, ich freue mich sehr. Danke, dass du da bist. Herzlichen Dank auch an das Team von DorfTV. DorfTV ist heute da und wird dieses Gespräch mit aufzeichnen. Wir sitzen hier in der Ausstellung Komplizinnen von Helga Schager. Die Ausstellung wurde kuratiert von Anneliese Geier, der Leiterin der Kunstsammlung. Komplizinnen wurde anfänglich gezeigt im Rahmen des Next Comic Festivals. Next Comic ist ein Comic Festival, das seit 2009 jährlich immer im März stattfindet. Das Festival findet an verschiedenen Orten in Oberösterreich statt, unter anderem im Ursulinenhof. Und im Ursulinenhof sind auch wir und deswegen nehmen wir eigentlich jedes Jahr auch mit einer Ausstellung an diesem Festival teil. Das Festival ist vorbei und die Ausstellung ist aber jetzt bis Freitag noch weitergegangen. Das Thema des Festivals war Freundschaft. Helga Schager hat sich aus diesem großen Thema Freundschaft einen speziellen Teil herausgenommen, nämlich die Komplizinenschaft. Wir werden heute über die künstlerische Arbeit von Helga Schager sprechen, über ihre Hintergründe, speziell natürlich über die Arbeiten hier in der Ausstellung. Und ich möchte auch gemeinsam mit dir gerne das Thema Komplizinenschaft beleuchten. Das Ziel für heute ist, Helga Schager als Künstlerin näher kennenzulernen. Vom Ablauf her ist es so, dass wir jetzt zu zweit ein Gespräch führen werden, circa eine halbe Stunde, und im Anschluss laden wir Sie und Euch herzlich ein, Euch mit Wortmeldungen, Statements oder Fragen zu Wort zu melden und auch direkt ins Gespräch mit Helga Schager zu kommen. Okay, jetzt darf ich dich, liebe Helga, kurz vorstellen. Helga Schager lebt und arbeitet in Linz. Sie arbeitet schon lange in zwei verschiedenen künstlerischen Feldern. Das eine ist die bildende Kunst und das andere ist das Medium Radio. Das eine ist die Bildende Kunst und das andere ist das Medium Radio. Sie studierte Textiles Gestalten an der Kunstuniversität Linz und hat im Jahr 2000 das Frauenradio Space Femme FM auf Radio Froh mitgegründet. 2004 hat sie dafür den kleinen Landeskulturpreis für Initiative Kulturarbeit erhalten. Ihre Arbeit in beiden Bereichen hat eigentlich immer politische und feministische Inhalte und in beiden Bereichen geht es bei Helga Schager um Empowerment von Frauen. Im Bereich Bildung der Kunst arbeitet Helga Schager mit verschiedenen Medien. Man sieht auch hier in der Ausstellung schon sehr vielfältig. Da gibt es Malerei auf Leinwand, da gibt es Collagen, da gibt es Stencil Art auf Röntgenbildern. Wir sehen auch hier Videoanimationen. Helga Schager arbeitet auch mit Computergrafik, Textilkunst, Kunst im öffentlichen Raum und macht auch Audio- und Objektinstallationen. Im Bereich Radio betreibt sie eine Sendereihe auf Radio Frohe und die heißt, es ist ein schöner, langer Titel, XXY ungelöst und unerhört, das feministische Magazin mit queerem Biss. Sie arbeitet außerdem schon länger und auch, ich glaube, fortlaufend an einem Radio- und CD-Projekt mit dem Titel Listen to the Female Artist. Helga Schager hat schon mehrere Radio- und Hörspielpreise erhalten, darunter den ersten Platz des Radiopreises Goldene E-Tabelle in der Kategorie Klangraum. Sie wurde überhaupt schon viel gewürdigt mit Kunstpreisen und Kunstankäufen. Ihre Arbeiten sind vertreten in den Sammlungen vom Nordico Stadtmuseum, Museum Angelena, Artothek des Bundeskanzleramtes und natürlich in der Kunstsammlung des Landes Oberösterreich. Helga, du hast in den vielen Jahren eine rege Ausstellungstätigkeit gehabt und ich habe gelesen, du hast bereits an 80 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen teilgenommen im In- und Ausland. Auch aktuell ist viel los. Gerade bis Freitag warst du vertreten in der Ausstellung »Sie ist Kunst« in der Galerie Seidler in Linz. Diese Ausstellung läuft bis Freitag und ab Freitag geht es schon wieder los mit der nächsten Ausstellung, nämlich die Ausstellung »Die Tage dazwischen im Kubinhaus in Zwicklid«. Ja, Komplizinenschaft ist ein wunderbares Thema und Komplizinen hast du als Titel der Ausstellung gewählt. Meine erste Frage an dich ist, was ist für dich eigentlich eine Komplizin im Gegensatz zu einer Freundin? Was macht es aus? Was macht es aus? In dieser Überlegung ist man, weil im Festivals Thema ja Freundschaft war, dass meine Frauenfreundschaften, auch beim Radio haben wir mindestens drei Sendungen gemacht, sind glaube ich von den meisten Frauen sowas Wichtiges, was das Leben bereichert. Aber eine Freundschaft, eine Frauenfreundschaft, die Freundinnen müssen ganz schön viel leisten. Weil die muss sozusagen, die sollte alles verstehen. Die Beziehungsprobleme, mit den Kindern Probleme oder was ist. Dann im künstlerischen Bereich auch, dass es zuhört und mich freut. Also es ist so ein gegenseitiges, also Freundinnen müssen schon viel leisten und ich glaube es gibt auch den Mythos der Freundschaft, gerade in der Literatur. Also ich sage es jetzt so ganz brutal, ich habe drei Freundinnen schon verbraucht und da weiß ich, hat oft eine siebene Hochzeit. Nein, das klingt so arg verbraucht. Wir haben sie getrennt verlassen, weil Freundschaften auch so eine Tiefe haben. Es ist eine Beziehung und man entwickelt sich woanders hin. Und dann kann man ja nur froh sein, wenn man sich sozusagen sagt, wir tun uns nicht mehr gut. Also jetzt trennen wir uns. Also es ist eh schon schwierig genug, ich habe meine Freundschaften, die dauert ein Jahr oder zwei, die hilft noch. Es ist wie eine Trennung und es ist auch so, dass es einen gewissen Trennungsschmerz gibt, bei Freundschaftstrennungen wahrscheinlich. Ja. Und jetzt würde mich noch interessieren, was macht jetzt, also ich glaube, dass es sich vielleicht öfters auch überlagert, die Freundschaft mit den Komplizien. Genau. Und was macht aber dann dieses Komplizien-Sein aus? Was unterscheidet es sich von einer normalen Freundschaft? Ich glaube, dass man mit den Komplizien gleich ist. Also das ist nur meine Wahrnehmung. leicht. Also das ist nur meine Wahrnehmung. Bei mir die ersten, was immer so in kleinen Projekten oder bei Interventionen im öffentlichen Raum oder bei feministischen Demonstrationen war natürlich die Komplizinenschaft spürbar, war immer da. Aber so richtig gespürt habe ich es eigentlich das erste Mal bei Feminismus und Krawall. Das war bei Radio auch, aber da waren wir auch über zehn Frauen. Da ist natürlich, man hat ein gemeinsames Thema. Und ich glaube, das macht die Komplizinenschaft nicht so schwierig wie die Freundschaften, sondern es hat fast eine politische Berufsgemeinschaft. In dem Fall geht es halt bei mir um den Feministischen Weg. Und bei Feminismus und Krawall habe ich es deswegen wahrscheinlich auch so stark gespürt, weil wir schon ein paar Monate vorher zum Arbeiten angefangen haben. Das war ja am Internationalen Frauentag immer performative Interventionen im öffentlichen Raum in der ganzen Stadt. Da ist immer der Zug, ob wir ein Schiff gezogen haben, du warst ja dabei, ob wir ein Schiff gezogen haben oder was es da so viel geworden ist. Magst du ganz kurz erzählen, was ist Feminismus und Krawall für den Fall, dass es vielleicht jemand nicht weiß? Feminismus und Krawall wurde, Einzelkünstlerinnen. Und da ist ein paar Monate vor dem Internationalen Frauentag, das Ziel war, den öffentlichen Raum mit Interventionen und Aktionen und performativen, auch künstlerischen performativen Aktionen zu bespielen, die stattfinden. Und das am 8. März. Und das am 8. März. Aber die Komplizenschaft hat natürlich, das hat viel Vorbereitungen gekostet, hat schon Monate vorher angefangen. Und da entwickelt sich, man hat ein gemeinsames Ziel. Also ist künstlerisch, kann performativ tätig sein und da, was mir Feminismus und Krawall noch geschenkt hat, ich habe nie geglaubt, dass ich ein Talent zu einer Performerin habe. Weil ich habe, also nicht, dass ich den Anspruch an mich gestellt hätte oder so, sondern da gibt es so viel Klasse, da schaue ich zu, man muss nicht alles können. Und Feminismus und Krawall, da hat es die Klaunessen gegeben, die da immer wieder in den Filmen vorgekommen sind. Und da habe ich das erste Mal gespürt, wie klasse das ist, wenn man eine Maske hat. Wenn man eine Maske hat und die haben die Funktion gehabt, diesen Zug, der doch dann zum Schluss an die paar hundert Frauen geleitet ist, dass die Klauenessen haben die Aufgabe gehabt, wenn etwas zu aggressiv wurde, mit ihren Klauenessen in den Gesicht zu beschwichtigen. wurde, mit einem Glanesse in den Gesicht sozusagen zu beschwichtigen, also so Eskalationen zu vermeiden. Da war eh immer die Polizei dabei, also das war eh. Aber trotzdem so Anfeindungen, dass man mit Scham und wie man sagt, wie glas kann, also eine Maske, Hüfte, performativ. Und da war die Komplizenschaft bis heute, wenn wieder so Aktionen am Internationalen Frauentag sind, ich bin dann so gut aufgeladen. Ich fühle mich, das passiert einfach. Ja, und auch das, wenn du sagst, sonst hättest du jetzt vorher vielleicht nicht alleine performt, im Schutze von den Komplizinnen ist es dann auch leichter vielleicht, dass man mal was macht, was man sich sonst vielleicht nicht trauen würde. Jetzt habe ich noch einen Gedanken gehabt, könnte es sein, dass es Komplizinenschaft auch ohne Freundschaft gibt? Dass man Komplizin sein kann, ohne Freundin zu sein? Auf jeden Fall. Was das vielleicht der Unterschied ist? Das, was du sagst, das trifft den Punkt ziemlich, weil es um einen internationalen Frauendruck geht. internationalen Frauendrucks, das sind auch sehr viele politische Frauen, die natürlich auf der Polit-Ebene für die Rechte kämpfen, aber das heißt, man muss sie nicht verstehen. Macht für dich eine gute Komplizinenschaft aus? Was braucht es dazu? Man zieht auf jeden Fall an einem gleichen Strang und der muss aber nicht gleich sein. Eine gute Komplizinenschaft macht aus, dass ganz viel, wie der Feminismus so viele Gesichter hat, wie sich der outen kann, ist das Komplizieren, das hat fast, dass man viele Meinungen zulässt. Im Grunde genommen geht es eh wie überall um so humanitäre Gesetze. Nicht sexistisch, nicht rassistisch, die journalistischen Gesetze sind. Und es macht viel aus, dass man sich hilft. Es ist immer so Respekt und Höflichkeit. Und die Qualität zu Teamplayen, die ist, glaube ich, auch ganz wichtig. Aber es ist diese persönliche Ebene vielleicht. Es geht nicht ums Persönliche, sondern um ein gewisses Ziel, das man gemeinsam hat. Genau. Und du hast mir erzählt im Vorgespräch, du bist in vielen Initiativen aktiv, und darum meine Frage jetzt, wer sind deine Komplizinnen? Magst du einfach mal ein bisschen aufzählen? Du hast jetzt schon Feminismus und Krawall gesagt. Welche weiteren Komplizien hast du? Oh, das ist jetzt... Welche weiteren? Auf jeden Fall die Michaela Schwessengeier ist eine Totale, die mit mir Radio macht. Und unsere Gastredakteurinnen, das sind auf jeden Fall Komplizinnen. Die DorfTV, Radio Froh, Feminismus und Krawall. Genau. Das sind alles Projekte, wo du… Also jetzt, ich denke jetzt in Menschen. Aber man kann es auch sagen, wenn man von Kunst und Kultur ausgeht, weil das ist mir auch noch eingefallen, wo es geht um das, was wertvoll ist und für das kämpft man. Weil wo ich so in Linz im Kunst- und Kulturbereich ganz fasziniert war, wo ich mir gedacht habe, da waren wir auf einmal alle, wenn der Boot zu klar ist im Kunst-Kultur-Bereich, ist natürlich auch viel Brot nicht tot, klar, und wir auch nicht, und die freie Szene, und die öffentlichen Häuser, die Museen, die werden wieder mehr finanziert, aber wo wir uns alle einig waren, wie KTM diese Fördergelder gekriegt hat. Und da habe ich mir gedacht, so eine Komplizenschaft in der Kunstszene, in der Kulturszene, alle Häuser, das geht nicht. Da ist ein Punkt überschr spürt sich nicht gut an. Und dann unternimmt man gemeinsam etwas und führt. Es ist sehr spannend, wenn du sagst, Komplizien müssen nicht nur Menschen sein, das können auch Institutionen sein, das kann vielleicht sogar Kunst sein, das kann vielleicht sogar ein Buch sein oder ein Hörspiel oder eine Sendereihe, die man hört oder so. Etwas, das einen vielleicht den Rücken stärkt. Darf ich dich etwas fragen? Sicher. Ich habe Lisa auch gefragt, sie ist als Künstlerin, Kuratorin und Moderatorin ja voll so auf der Kunst- und Kulturbühne präsent. Wie war das bei deinen Piratinnen? Ja, das Projekt Piratinnen hat wirklich auch mit Komplizenschaft zu tun gehabt. Also eben, mir gefällt dieser feministische Aufruf, bildet Banden, sehr, bildet Banden und es ist für mich, ich habe viele Jahre allein gearbeitet, immer nur ich und meine Kamera und da hat es dann so einen Bruch gegeben, wo ich auf einmal bemerkt habe, das ist mir jetzt nicht mehr genug und vor allem als Künstlerin, du kennst es doch auch, dass du da stundenlang bei deinen Videoanimationen alleine sitzen und so und dass man sich das dann richtig bewusst dann wieder herholt, dass man auch die eigene Kunst für andere aufmacht und andere reinholt und da habe ich gemerkt, dass gleich irrsinnig viel mehr da ist. Also auch wenn es jetzt nur eine Fotoarbeit ist, die entsteht, aber allein das Fotoshooting, das war eigentlich ein Vernetzungstreffen. Und dann habe ich bemerkt, dass ich das mehr reinholen möchte eigentlich in die Kunst. Weil oft, ja, man ist so Einzelkämpferin, Einzelkämpfer. Aber spannender wird es eigentlich. Und auch wie du, glaube ich, auch schon mal gesagt hast, es muss auch nicht immer Kunst rauskommen. Es kann einmal eine Demonstration sein oder wie du das wirklich super machst mit deinen Radioprojekten. Darf ich dich jetzt gleich etwas ganz anderes fragen, was ein bisschen damit zu tun hat? Deine Sendereihe Listen to the Female Artist, sind da auch Komplizinnen dabei? Ja, eigentlich nur Komplizinnen. Magst du kurz darüber erzählen, über das Konzept und seit wann du das machst? Das gibt es, also Listen to the Female Artist unterscheidet sich, Therese, Golden Eisenmann, aber jetzt gibt es zwei, unterscheidet sich von einem Porträt eigentlich, jetzt nicht mehr so, weil der Zeitraum, weil die Zeit einfach nicht mehr so da ist, aber das waren wirklich Feature. die ersten Porträts gemacht habe, bin ich nur zur Künstlerin gefahren. Wir sind im Atelierhaus oben gemeinsam aufgegangen und habe die Atmos rundherum aufgenommen. Wie ist die Tierklugge? Also wirklich dieses Kino für die Ohren oder die Hörerinenschaft bei der Handnehmer. Bei der Therese Eisenmann war man mit Alfrede Rupprecht-Bohrer durch den Kloster Seben. Das war so klasse. Und da wiederum sind wir nach Hause gefahren, haben wir die Alfrede, die große Grautam des Feminismus in Dings kennengelernt und seitdem ist eine Freundschaft entstanden. Jetzt bleibe ich schon bei Listen to the Female Artist. Ich bin bildende Künstlerin und ich merke, ich sehe gar alles in Büder. Das ärgert mich oft ein bisschen auch so, wenn man auf Projektreisen war. Ich weiß zum Beispiel unheimlich lange die Geschichte von Nicaragua, was ich halt total gebraucht habe, kann ich total erzählen. Zwei Jahre später, hoppatschau, wie war das, wann war das, war das wirklich 1979, das sind die 90er Jahre oder so. Aber ich kann mich an Gerüche erinnern, ich kann mich an Begegnungen erinnern. Und da ist die ganze Sinnlichkeit irgendwie dabei. Und darum mit Sprache. Ich habe es gelernt, auch selber Projekte, Projekteinreichungen zu schreiben. Aber Künstlerinnen nehmen sich eine Stunde, zwei oder was immer, bei der Therese waren wir sogar drei Tage bei dir, einfach die Zeit zu fragen, wie magst du das? So viele Fragen kommen dann eh nicht neu aus, sondern es geht um so ein großes Bild von der Qualität dieser Künstlerin zu vermitteln. Also mehr als in dieser Sendung wird die Künstlerin vorgestellt und ihre Arbeit, es geht noch tiefer. Klingt jetzt so für mich. Es geht noch tiefer, klingt jetzt so für mich. Und da ist natürlich, dass ich, was die Bereicherung ist, so viel an Sprache, an Geschenken, an Sprache bekomme, das ist aber bei allen Porträts, ob es jetzt politisch oder von Künstlerinnen, Kulturschaffenden oder welchem immer Beruf, dass ich so viel Sprache geschenkt bekomme, wo ich keine Sätze, Wörter habe. Nicht, dass ich den Künstlerinnen die Frage stelle und sage, du, ich habe da keine Wörter, bitte schenk mir. Die bekomme ich einfach. Und es ist ja auch dein Ohr, das entscheidet, was für dich dann zum Verwenden ist. Also das ist ja dein künstlerisches Ohr. Man kann schon sagen, dass auch dieses Radioprojekt auch deine künstlerische Arbeit dann wieder beeinflusst. Ich habe es zuerst so erzählt, es gibt Radio und es gibt Kunst, aber eigentlich ist es gar nicht so getrennt, oder? Nein, aber ich glaube, ich kann es nicht sagen, wo es beginnt und wo es aufhört. Ein Ping-Pong wahrscheinlich. Mir ist aufgefallen, dass du oft auch mit Worten und Wortspielen arbeitest. Ist das auch manchmal so, dass du dann direkt aus den Gesprächen, was du hörst, was du hast, dann schon ein Bild dazu, was da vielleicht für künstlerische Arbeit entsteht? Bestimmt, bestimmt. Zum Beispiel, da gibt es ja... Von der Elfriede Hamerl, die hat ein paar so Sachen gesagt, die taugen es nicht mehr. Ich habe es selten verwendet. Aber wenn ich dann blöd aufrede, wieso Feminismus oder so, Frauen haben doch weniger Gehirnmasse. Solche Fragen, die sich konfrontiert haben. Und dann hat es dann irgendwann, da habe ich mir gedacht, nein, das freut mich nicht mehr, alle Antworten. Da habe ich gesagt, tut leid, weil die Wiener sagen nicht tut mir leid, tut leid, feministischer Schalter geschlossen. Und dann habe ich mir gedacht, bitte das tragen wir, wir haben ja da umgesetzt seit 20 Jahren, tut leid. Und dann habe ich mir gedacht, das kann man ja so umsetzen, wenn einem wer nervt oder so. Tut leid, halte. Feministischer Infopoint. Ich finde das interessant, dass du jetzt sagst, die Frauen haben ja weniger Gehirnmasse. Also das ist für mich ganz exotisch eigentlich. Ich sage jetzt gerade wird eher so argumentiert, ihr habt ja eh schon die gleichen Rechte, was regt sich denn auf? Also das mit der Gehirnmasse würde ich, glaube ich, nicht mehr wirklich mehr sagen tragen heute, aber im Grunde ist ja auch das Gleiche, wenn man sagt, es ist ja auch so etwas wie, du hast keinen Grund, dich aufzuregen. Und es würde mich auch interessieren, hast du immer schon feministische Inhalte gehabt oder hat sich das mit den Jahren entwickelt? Oder war das bei dir schon als 20-jährige junge Frau auch schon so? Ich weiß es gar nicht. Aber ich war nie eine Verräterin des Feminismus. Das glaube ich, das kann ich mir an den Dingen. Ich habe sie bewundert. Ich habe sie sowas von bewundert. Ich kann mich noch erinnern, beim Radio, wie ich dann Porträts gemacht habe oder Sendungen, weil mir das erste Mal gesagt wurde, jetzt traue ich mich Feministin nennen. Und ich habe das immer auf der Zunge zergangen. Ich bin Feministin, weil ich kenne es seit den 60er-Jahren. Und was wollte ich jetzt beim Feminismus sagen? Die erste Frauenbewegung, die sind auf der Straße marschiert. Oft gibt es, manchmal werden so Archivgesachen, also das Recht auf Selbstbestimmung für Körper. Bis 75 hast du ja noch, da müssen mein Mann und ich, ich habe die Tage immer so gelacht, da haben wir schon zusammen gelebt. Und wir waren nie auf die Idee gekommen, weil ich Berufstätig war, er hätte mir noch unterschreiben müssen. Es ist nicht mehr gehandelt, wir haben es nicht gewusst, aber das ist die Geschichte, die ich erlebt habe. Und jetzt ist mir so ein klasser Spruch untergekommen, wie 60er oder 70er Jahre, weil die verändern sich in Feminismus auch dauernd im Kampf. Macht aus Sekretärinnen, Revolutionärinnen, war es die 70er Jahre, ist der Klass. Und halt, wir nehmen uns das Recht selbst zu bestimmen, was ein sexualisierter Übergriff ist und sogar wie sich das alles... ich glaube, dass im Feminismus auch von der politischen, von der männlichen Seite ein totaler Verrat passiert ist, weil sonst gibt es das nicht, dass Gesetze mauscheln, mauscheln, mauscheln, Gesetze, jetzt wir wissen nicht, die Politik, wie schnell die über die Bühne gegangen sind und jetzt sind wir noch in diesem goldenen Zeitalter, wo wir gelebt haben, da wird doch früher möglich gewesen sein, dass da so eine Gleichberechtigung eintritt. Und dass wir das jetzt, 23, 20 Jahre später, noch nicht geschafft haben. Weiß ich nicht, das bringt einem fast... Ja, eine Zeit hat es mich sehr ohnmächtig gemacht, weil durch mein Alter habe ich dieselben Sprüche. Die eine Regierung hat die Frauenlandretten, das war ja jetzt vor fünf Jahren, Sozialbereich, Kunst- und Kulturbereich waren alle Sparen, Sparen, Sparen waren die ersten, die die was gekürzt wird. Weltkraft, Sozialbereich. Alleinerziehende Mütter. Ja, genau. Aber es würde mich noch interessieren, wie hat sich das dann entwickelt, dass du immer mehr Feministin geworden bist? Und dass es immer mehr in deiner Arbeit vorgekommen ist? Aus ganz viel Schmerz heraus. Das muss ich sagen, das war schon. Und eine Sozialisierung mit ganz ganzen tradierten, also die Nachkriegszeit, meine Eltern waren kluge, liebenswürdige Menschen. Die haben einfach, oder meine Schwiegermutter oder was, die waren so gescheite Menschen, aber die haben keine Chance gehabt in der Nachkriegszeit. Nicht alle, manche haben schon. Und die haben natürlich die tradierte Rollen eingenommen und da waren so viele so Sachen, wo ich mir gedacht habe, da stimmt was nicht. Ich meine, das hat ja bei uns auch noch ein Sohn wurde geboren. Wie wunderlich waren sie denn da. Ich meine, du gehst anscheinend, wirst schon mit einem Mann geboren. Das wirkt ja. Römisch-katholisch lustfeindlich, es gibt es heute noch, wo immer ich hinschimpfen muss, wie ein Rohrspatz, weil ich mir dachte, die haben uns so viel Lustfreundlichkeit genommen. Und darum ist wahrscheinlich mein Thema heute noch mit. Einfach, weil du eine kritische Beobachterin bist von deinem Umfeld, oder? Und dann kommt man ja gar nicht dran vorbei. Ja. Aber egal, ich bin so langatmig. Aber das ist natürlich, wo du immer spürst, da stimmt was nicht. Das kann nicht richtig sein. Und du hast aber keine Worte rundherum. Die, die etwas artikulieren, die werden halt dann nicht so geliebt und du willst ja geliebt werden. Da kommt ja so viel zusammen. Und dann ist eigentlich so künstlerische Entwicklung auch eine Art, wie man immer mehr die Worte findet. Und dann bist du wieder in einer patriarchalen Struktur, zum Beispiel, dann bist du wieder im Kunstbereich, dann kannst du auch wieder in diesem patriarchalen System kämpfen. Weil warum soll der Kunstbereich irgendwie so eine Paradieswelt sein? Das ist natürlich der Spiegel von unserer Gesellschaft oder ein Teil von unserer Gesellschaft. Und das ist manchmal ein bisschen ernüchternd, oder? Ich wollte es zwar zuerst nicht, weil ich eigentlich nicht Männer einbringen muss, weil ich gar nicht so wie eine ältere weiße Frau bin. Wo ist das? Ein älterer weißer Herr, der Weltruhm erlangt hat. Der Herr Baselitz wagt es echt, am Kulturmontag zu sagen, mit zwar einer Eloquenz. 2023. Kunst ist männlich. Das erklärt er dann gleich. Der Kunst? Kunst, in seinem Atemzug wird irgendwie die Frieda Kahlo erwähnt, die ist zwar nicht von ihm gekommen, aber die Moderatorin hat das gesagt, die Frieda Kahlo, wo immer ich auf meine Feministinprojekte reise, ist die Ikone des Feminismus. Dann denke ich mir, was tut der mit, der darf uns die Frieda Kahlo ja gar nicht erwähnen, wenn Kunst männlich ist. Und dann sagt er noch, Kunst darf nicht therapeutisch sein, weil sonst ist das nichts wert. Und dann frage ich mich, was hat der verstanden? Und das hat jetzt mit dem Feminismus etwas zu tun, das macht mich so ohnmächtig. Dass Frauen, weil das habe ich schon oft gehört, die sind jetzt aufgehoben, die so klasse Arbeit gemacht haben und in der Kriegszeit oder Vorkriegszeit und da wird immer das irgendwie so gelungen. Aber das ist ja so therapeutisch, weil die so ein Trauma hat. Kann es kaum nur therapeutisch sein, wenn es gut geht. Also wie, wenn es gut ist, wie definiert man es. Was ist der, wo bin ich stark, was mich selber betrifft, da bin ich stark. Darf ich die Frage noch einmal stellen? Voll super, voll spannend, was du sagst. Ich denke jetzt auch gerade an deine Arbeiten und ich habe einige Videos, also du hast da die Videoanimationen herinnen und es gibt ja noch mehr von diesen Videos in Animationen. Und ich habe mir die angeschaut und ich habe mir gedacht, wow, da ist jetzt überhaupt kein Kampf zu sehen. Das ist feministische Kunst, aber das ist für mich jetzt gerade eine Überraschung, dass ich da keinen Kampf sehe und dass da Leichtigkeit ist. Das ist für mich irgendwie fast ein bisschen revolutionär. Feministische Kunst, wo es nicht um Kampf geht. Und ich möchte dich gerne fragen, wie ist dein, du sagst oft den Begriff Feminism Way, wie schaut denn dein persönlicher Feminism Way aus in deinem Leben? Oder wie lebst du den? Auch in Verbindung mit deinen Arbeiten. Was ist dir dabei wichtig? du denn? Oder auch in Verbindung mit deinen Arbeiten? Was ist dir dabei wichtig? Ich glaube, das hängt eh alles zusammen mit ganz viel Schmerz in dem erlebt. Und Kunst ist natürlich ein gnadenloses Brot, muss man schon sagen, weil ich kann nur so gut die Arbeit machen, wenn es kein Betrachter oder Betrachterin wahrnimmt oder die Medien nicht wahrnimmt. Da war ich schon immer sehr dankbar, dass immer mein Segment oder mein Kuchenstück, wo Menschen sind, die das auch sehen wollen und Anerkennung geben, weil sonst, glaube ich, wird man sehr sarkastisch. Es gibt auch viele Künstler und Künstlerinnen im Leben, wo du einfach dann sarkastisch wirst, wenn du das nicht bekommst. Aber wie bin ich zur Leichtigkeit gekommen? Und zwar war das auch immer der Punkt, okay, jetzt passiert da Unrecht in der Welt wie immer. Da war jetzt bei uns das Unrecht noch harmlos. Ich darf heute von harmlosen Dingen oder auch nicht. Unrecht ist Unrecht. Und dann ärgert man sich noch. Und sozusagen der Frauenpolitik da ist, war es nicht in Ordnung. Und dann muss ich mich noch ärgern über das und so. Dann bin ich eine Doppelflehrerin. Und das habe ich mir gedacht, das kann es nicht sein, wenn ich so ernst nehme und so viel weh ist, sondern nein, also gerade bei den Animationen jetzt denke ich mir, das wird gefährlich, weil ich Genius mich übermannt hat. Und ich habe mein Drehbuch schreiben müssen. Jetzt habe ich mir gedacht, ich gehe mal schnell einkaufen und habe mich rausgesperrt. Aber wenn du dann fünf Stunden im Köln-Wälder draußen stehst, dann denkst du, der Genius, der war das. Er hat wieder nicht an den Schlüssel gedacht. Das sollte aber realistisch bleiben. Du hast es erwähnt, dass du süchtig bist. Wollen wir kurz beginnen über diese Videoarbeiten zu sprechen. Wann hast du damit begonnen und wonach bist du süchtig? Ich habe bei der Pandemie begonnen. Ich wollte immer Videoanimationen machen, weil meine Brüder sehr viel mit Comic immer zu tun gehabt haben. Und habe es mir aber rein körperlich nicht erlaubt, weil sie einfach Radio machen und alle beim Computer sitzen. Und auch Kunst und sich selber ein Projekt beschreiben und alles. Mein Körper sagt, das geht nicht mehr. Und dann habe ich mir gedacht, wenn ich jetzt noch, da ist ein Radio, ist ein Klacks gegen Videos, wenn ich jetzt noch Videos auch mache, das ist nicht gut. Und habe mir es verboten, aber Pandemie hat eben, und ich bin total total dankbar und habe mir gedacht, ja, ich probiere es einfach. Und ich habe natürlich in der Familie, die sich bei Video ausgekennt hat, viel Helferlein gehabt, aber ich habe wirklich ein Tutorial durchgearbeitet, wie in der Schule. Also ganz genau mitgeschrieben und Beispiele schon gemacht. Und das war super. Und dann bin ich aber gleich, nein das muss gleich was werden und gleich in meine Dramaturgie. Also Ausgangspunkt ist aber ein Bild, in dem Fall ist bei Komplizinnen ist das Bild, bei der Zerlegung einmal in lauter Teile. Die Frau kommt aus der Fächer. Und ich habe kein Konzept vorher. Also ich schreibe mir kein Skript. Und dann passiert irgendwas. Und das dauert oft Elends lang. Und manchmal denke ich mir auch, was will ich denn sagen? Und natürlich der Ton kommt mir schon zu guter Hand mit Radio. Dass ich da schon ganz viel im Archiv habe. Und da habe ich die Leichtigkeit rein können. Weil es ist wirklich, da schaue ich nicht über den Tellerrand. Da ist mein Computer, da habe ich die Kopfhörer auf und da, wie sagt man da, ich zaubere mir meine Wörter. Und da, das geht niemand, also das... Das hat mir so gefallen, im Vorgespräch hast du sehr oft gesagt, da lasse ich mir nicht reinreden. Also da lasse ich mir sicher nicht reinreden bei meiner Kunst, da lasse ich mir überhaupt nicht reinreden. Und das ist für mich eine Selbstbestimmtheit, die mich total beeindruckt, weil man gerade als Künstlerin ja auch immer möchte, dass es den anderen auch gefällt und so. Und ich denke mir, das hat sich wahrscheinlich in deinem Leben einfach entwickelt, diese Selbstbestimmtheit. Und noch mal kurz zu den Videos. Ich sehe da lauter Frauen in deinen Videos, die einfach da sind, die sich entspannen, die Zeit haben. Das ist ja auch für mich ganz exotisch gewesen. Frauen, die Zeit haben und nicht getrieben mit zweifach, dreifach Belastung leben. Die sind alle immer im öffentlichen Raum, oder? Das ist auch so ein bisschen ein roter Faden, dass sie den öffentlichen Raum einnehmen und dort einfach präsent sind, spielen, Zeit haben, sich entspannen. Sind das Sehnsuchtsorte von dir? Du hast das Wort immer erwähnt und ich arbeite ein bisschen meine künstlerische Geschichte gerade auf und bei meinen Bildteppichen, ich komme aus dem Ding, bin ich da drauf gekommen, dann habe ich mir schon gedacht, wie viel Sehnsucht hast du noch in dir? Sehnsucht nach Geborgenheit, Sehnsucht nach dem Mutterleib, sehnsüchtig. Und ich habe so viel meiner täglichen Sehnsucht. Aber das hängt wahrscheinlich mit dem alles zusammen. Dieses sich auf den Weg machen, künstlerisch gesehen werden. Man will ja so viel geliebt werden. Sicher, ja. Gefeiert. Gefeiert, sicher auch gefeiert. Aber das Finanzielle ist natürlich eine wichtige Geschichte. Und mit dem gibt es zwei Bereiche von mir. Also mir ist ganz wichtig, mit Komplizinnen zu arbeiten. Politisch, künstlerisch schon in Gruppen und ich arbeite viel in Gruppen, aber in der Bildenden Kunst, wo ich mir denke, das ist der einzige Bereich, wo ich mir denke, ich bin selbst verantwortlich. Wenn es nicht klappt, wenn das ein Blödsinn wird oder wenn es gut klappt, dann bin ich alleine verantwortlich. Und welches Geschenk, das ist ja eigentlich ein unheimliches Lebensgeschenk. Und das finde ich auch sehr super, dass es in deinem Leben beides gibt. Also du gibst es in Gruppen und es gibt Kollektive und das Teilen und dann auch das für nur du. Also man muss sich nicht immer für eins entscheiden, dass es mehrere Sachen möglich sind im Leben, im künstlerischen Leben. Und das brennt mir noch unter den Nägeln, du hast gesagt, du bist süchtig, diese Videos zu machen. Was macht dich süchtig? Was taugt dir da so dran? Da rät mir niemand rein. Ja. Ich habe ja eine eigene Meinung. Und da denke ich mir, aber ich würde es jetzt nicht leicht machen. Da muss ich jetzt DorfTV ins Spiel bringen. Ich liebe Radio Frohe, DorfTV, dass wir das in Linz haben. Weil die Videos würde ich, also ich bin keine Idee für das Atelierarbeit. Ich mag dann meine Arbeiten herzahlen und die höchste Form der Anerkennung ist einfach auch Bildverkauf. der Anerkennung ist einfach auch ein Bildverkauf, weil da ist auch so ein Mythos immer in dem ganzen, kannst du halt nichts mit Geld zu tun haben. Ja, die Bank sagt nicht, ja liebe Frau Schager, Sie sind so, aber was Sie alles machen, Ihnen sagt man die Mitte heute, hätte ich noch nie gesagt. Ich weiß nicht, ob wir das jetzt machen. Und es hat mit Wert was zu tun. Ich meine, es kann sich jeder für sich entscheiden. Aber es wird so viel Klumpad verkauft oder so. Wieso sollte Kunst keinen Wert haben? Und das ist aber der Kunstmarkt natürlich. Da traue ich mich. Ich kenne es nur von Arte. Arte-Dokumentationen. Der Kunstmarkt, der an der obersten Ebene ist, hat man gleich wieder mit Frauentünen gesät, weil wo Macht und Geld ist, wird es eh alles gleich wegen dünner und mafiöser und gefährlicher. Auf was wollte ich jetzt hinaus? Dass im Kunstbetrieb total patriarchal abläuft. Obwohl es natürlich jetzt Museumsdirektorinnen haben, haben wir schon so viel, es geht was weiter, aber die haben auch so viele Vorgaben natürlich von den politischen Dingen. Ich habe jetzt auch irgendwie eine Frage noch im Kopf gehabt, die ist mir jetzt entfallen, aber könnte es sein, dass du da noch süchtig bist, dass da so Welten entstehen? Ich habe jetzt auch irgendwie eine Frage noch im Kopf gehabt, die ist mir jetzt entfallen, aber könnte es sein, dass du da noch süchtig bist, dass da so Welten entstehen durch diese Videos und dass das Medium dir dann irgendwie auch nochmal mehr Möglichkeiten gibt, wie wenn es jetzt eine Malerei ist oder so. Für mich gehen da so Türen auf und so Welten. Für mich gehen da so Türen auf und so Welten. Und das ist genau, was so spannend macht, dass da ist, man nennt es einfach statisches Bild, das halt eine Stimmung herzeigt. Und indem ich es dann eben filmisch mache, werden ja wieder so viele eigene Bilder kreiert. Und vielleicht ist es bei diesen zwei Videos wichtig, da geht es um Komplizienenschaft und die hauptsächlich in der Lüfte bewegen, ein bisschen vogelfrei. Und die entweder einen Ball oder einen Apfelwulver oder ein Ei, so ein zerbrechliches, jonglieren oder weitergeben. Oder so S-Figuren, so queere Figuren sind auch dabei. Und da ist man irgendwie dieses Team-Playing und Höflichkeit. Die bedanken sich auch, wenn sie einen Ball kriegen, in verschiedenen Sprachen. Die sagen auch immer etwas. Weil ich meine, so Höflichkeit, das ist einfach das Um und Auf. Und da ist eben eher, das ist passiv. Ich bin ein Workaholic, immer gewesen, immer laufen, laufen, geliebt werden, gesehen werden. Und eigentlich hat die Pandemie jetzt eine gute, wie sagt man, Zensur gebracht. Für mich ist es gut gewesen, weil es ist so ein bisschen wie der Spruch, man rennt dem Glück nach und ist so schnell oder der Anerkennung, dass die Anerkennung gar keine Zeit hat, dass es nachkommt. Oder man sieht es nicht. Und das habe ich mir eigentlich selber geschenkt und im Grunde uns Künstler und Künstlerinnen Das Nachkommt. Das Nachkommt. Oder man sieht es nicht. Und das habe ich mir eigentlich selber geschenkt und im Grunde genommen uns Künstler und Künstlerinnen auch, die Männlichen und alles, dass man diese Sucht auch nach Anerkennung, nach Bühne, dass die Sonnenbankerl bei den Dörfern, ihr kennt sie, die sind sowieso faszinierend, wer sitzt auf die Sonnenbankerl am Sonntag? Die habe ich in Linz fotografiert, viele habe ich freigestellt und lasse Frauenfig eine Szene, die ich recht mag. Da zerknittert ein Papierflieger, liegt am Boden, stellt sich selber auf, ganz hinkig. Kommt ein Bügeleisen, der sich selber bügelt und er wird aufgebügelt. Und dann fliegt er und wird so angefangen in eine Damen Tasche und solche Sachen. Mag ich einfach. in der Dame in Taschen und so. Solche Sachen mag ich einfach. Die machen dann so einen Spaß. Weiß ich nicht, manchmal, die Frau Falme hat das neulich auch gesagt, das habe ich so klasse gefunden, habe ich mir gedacht, super. Manchmal muss ich so lachen, auch heute noch über meine Sachen, was ich gemacht habe. Und das stimmt, sie hat so witzige Sachen gemacht. Dann habe ich mir gedacht, manchmal mache ich ein paar so Sachen, wo ich selber auch, das klingt eh nicht so oft, aber wo ich dann Freude habe. Wo man selber Freude hat, ja. Voll schön. Und magst du kurz erzählen? Wir sehen hier zwei Monitoren mit Videoanimationen. Das sind Malereien. Das, das und das, oder? Ja, genau. Das auch wahrscheinlich? Das sind Malereien. Das, das und das, oder? Ja, genau. Das auch wahrscheinlich? Diese Art. Malereien. Und dann gibt es da die Digitaldrucke. Auf der Seite und auf der Seite. Und wie hängen die jetzt zusammen? Du hast eh schon gesagt, dass die Malereien immer die Ausgangspunkte sind. Die nimmst du dann und machst die Videos draus. Und was sind die Digitaldrucke? Das finde ich so bereichernd, weil durch das Laufenlos und ständig neue Bilder dazukommen und in Bewegung sind, bildet das eine Bildsprache, die gar nicht meine ist. Diese Bilder da. Also wenn ich das nicht filmisch gemacht hätte oder die auch, dass ich so ein Bild male, auf die Idee wäre ich irgendwie nicht gekommen. Aber das Filmische, sozusagen generiert man wieder neue Bilderwelten und wenn ich mag, kann ich die auch malen. In dem Fall ist es einfach der Digitaldruck gewesen. Dann praktisch Video-Stils aus dem Video. Genau, Video-Stils und das Basta-Basta, das Medium. Interessant. Und diese Malereien entstehen so ganz unabhängig. Du machst eine Malerei und auf einmal machst du daraus dann ein Video und aus dem kommen dann wieder die Video-Stils raus. Genau. Die Arbeiten sind alle zwischen 2019 und 2023 entstanden. Es sind auch ganz neue, sehe ich, die sind eh aus dem Video. Oder? Ja, genau. Und da oben sehe ich drei Puppen. Ich habe gelesen, die sind in den 80er Jahren entstanden. Wie hängen denn diese drei mit der aktuellen Arbeit zusammen? Die Anneliese war in meiner Werkstatt. Und da, die Schleppi schon 43 Jahre mit mir rum und um. Ich wollte einmal als freischaffende Künstlerin, die Kinder waren klein, wollte ich auch in die Puppenproduktion einsteigen. Weil da hat es so Porzellanpuppen gegeben, die waren so schön und so. Und die sind gut verkauft worden. Und die sind so ausgedüftelt, diese Puppen. Die haben ja innen, die werden ja dann angezogen und haben innen einen weiblichen Körper und alles drum und dran. Und da habe ich auch viele queere Kasperl gemacht und auch Freundinnen, die geboren worden sind, haben auch so einen Kasperl gemacht. Und wie hängt das jetzt mit dem? Also eigentlich waren sie schon bei ein paar Ausstellungen dabei, haben mich begleitet. Und jetzt habe ich sie in meiner Werkstatt so sitzen gehabt und halt umtrapiert, so wie es mir gefällt und meine Enkelinnen, die haben sich so gefürcht vor die Puppen, jetzt habe ich immer, weil es sind ja wirklich so freckige Gesichter, dann habe ich immer gesagt, ich tue es weg. Nein, das wollten sie nicht. Das haben sie immer dunkel gemacht und haben sie die fünfmal so viel Dings. Kinder genießen es manchmal, dass sie sich fürchten. Ich kann mich auch erinnern, in meiner Kindheit, das war so, gehen wir in den Wald, da kommt ein Wolf. Aber irgendwie, wenn ich jetzt in die Gesichter schaue, dann erinnert mich das Schauen teilweise an gewisse... Gibt es Ähnlichkeiten mit Gesichtern, der da hinten zum Beispiel so gewisse Charakteristik, die dann jetzt in deinen Arbeiten auch vorkommt? Oder die Frau, die du da gemalt hast, das gefällt mir irrsinnig gut, das Bild, die auch so ein Clown-Gesicht hat. Das ist eh vom Feminismus so ein Krawall, also die Clownessen. Ja, die Figur, jetzt sieht man es da hinten, die gibt es real. Also das ist zwar nicht da, das ist eine Puppe, nur ich tue mich bei den Gesichtern und alles verändern, wie es braucht. Ich habe jetzt eine letzte Frage an dich und danach würde ich gerne das Podium öffnen für euch, für sie, wenn sie dann vielleicht Statements oder Fragen an die Künstlerin haben. Und eine letzte Frage ist, du hast bei unserem Vorgespräch gesagt, haben. Und eine letzte Frage ist noch, du hast bei unserem Vorgespräch gesagt, du hast dich erst zu einem gewissen Zeitpunkt getraut, dass du Humor verwendest in der Kunst. Dass es irgendwie oft am Anfang so das Gefühl war, ich muss was Ernstes machen, um ernst genommen zu werden. Was ist da passiert? Seit wann traust du dich das? Also das hat eher wieder mit meinen Komplizinnen, feministischen Komponieras zu tun gehabt, dass in dieser Späthippie-Zeit schon eine Aufbruchstimmung schon für Frauen war. Wo römisch-katholische Kirche, also kein uneheliches Kind und das ist das ganze Lustfeindlichkeit. Und auf einmal war eben so eine Aufbruchstimmung. Dann war das ganz klasse, aber jetzt weiß ich nicht, war das, jetzt habe ich ein bisschen den Boden verloren, was war das mit, und dann Frauenrechte kämpfen, da war man im Podigkeit gegeben, aber noch nicht so Humor. Also Heavy Net haben wir sicher schon vereinzelt gegeben, aber gerade in diesem feministischen Kampf kein, weil die Themen so wichtig waren. Und darum ist es jetzt eine Freude, euch zu sehen. Also die jungen Künstlerinnen, ich könnte sie oft fen oft, wie die mit Humor schon umgehen. Die haben einen ganz anderen Ausgangspunkt und nehmen schon viel Selbstverständliches, diese öffentliche künstlerische Bühne ein und spielen mit Dingen, die es lebendig machen. Oder auch jetzt die große, ich muss jetzt sagen, die Vulvas, die man irgendwie sieht, die mir gefallen, man muss sich ja denken, da hat es die Vagina-Monologe, die sind 1998 erschienen, wo die Frauen gefragt wurden, ob sie jemals ihr Vagina, sie haben sie nicht gekannt, weil sie nur mit Schmutzigsein, mit Sünde behaftet wurden. Und dann gibt es so eine Klasse von der Luise F. Busch, eine Linguistin, eine Deutsche, ich weiß nicht, ob sie noch lebt, die hat unsere Schamlippen, Schamhügel, wann gibt es noch was mit Schambein? Genau, Schambein, hat Scham drappen, Schamhügel, wann gibt es noch was mit Schambein? Genau, Schambein hat Charme daraus gemacht und mit dem spiele ich ganz viel in der Kunst. Die haben wir in der Kunstsammlung, die Arbeitenmodule, das Schambein. Ich bin ja so dankbar für das, weil das ist ja ganz was anderes. Und wenn man nicht diese Wucht, dann freut man sich so, wenn das so eine Aufregung ist. Wie diese Arbeiten im Nordico, die Vulvaabdrücke, die dann bei der FPÖ total entsetzen und ein Wahnsinn. Und auch eine super Werbung für die Ausstellung. Also ich hätte eine Scham. Das ist wieder so, wo ich mich lange mit Feministin, also jetzt in meinem Alter, es ist ja, du hast eine gewisse Scham. Aber darum freue ich mich so, wenn ich zuerst denke, mach. Und dann denke ich, super, lasst euch nichts gefallen. Und dann habe ich gedacht, super, lässt sich nichts gefallen. Ja, dann würde ich mal fragen, gibt es jemanden, der etwas fragen oder sagen möchte? Oder eine Wortmeldung? Ich kenne die Helga schon sehr lange und schätze die Helga schon sehr, wirklich sehr. Und ich habe ja auch Bilder von ihr bei mir zu Hause. Also ich bin umgeben mit der Helga. Aber was ich überhaupt nicht weiß, ich habe heute ja sehr viel erlebt, weil ich sehr lange in dieser Ausstellung Zeit verbracht habe und habe wieder mal ein bisschen mehr durchgeblickt. Aber Helga, von was träumst du eigentlich? Von was träume ich eigentlich? Was träume ich? Easy doing. Also auch in der Kunst würde man schon sagen, war ich erfolgreich. Ich fühle mich auch erfolgreich. Das ist ja immer so relativ. Ich fühle mich regional erfolgreich und bin sehr dankbar dafür, dass das so klasse geht wie in der Kunstsammlung, dass man so verwöhnt wird, wo die Bilder auch abgeholt werden und beim Aufbau überall unterstützt wird. Das sind, da traue ich mich, eigentlich muss ich sagen, dass mein Mann und ich noch Feinde haben in der Kunstwelt und überall. Und vor allem meine Kinder und Enkelkinder. Da ist so viel Besorgnis da, wie sich die Welt entwickelt. Das sind nicht Träume, aber ich wünsche euch alle so, die Jungen, dass so viel Fairness wieder zurückkommt. Aber ich kann es eigentlich nicht wirklich beantworten, was meine Träume sind. Easy doing. Dankeschön, Renate. Wer mag noch was wissen oder fragen oder sagen, loswerden? Ich würde gern noch was sagen, weil die Helga und die Elfriede Rupprecht Boroth sind im Jahr 2004, glaube ich, nach Südtirol gereist, zu mir in den Turm auf Kloster 7. Und ich habe mir gedacht, ja, was wird das jetzt werden? Und es ist dann total intensiv, daran kannst du dir erinnern, Helga. Und ich habe mir zuerst immer gedacht, wir sind so gegensätzlich. Ich war immer so diese Ernste, die einfach das alles da hat, was sie gedacht hat. Ich habe auf Familie verzichtet, auf Kinder verzichtet. Und ich war trotzdem schon jünger und lockerer. Also jetzt vielleicht im Verhältnis so wie da, nicht ganz, aber doch. aber doch. Und aber durch dieses dreitägige Beisammensein habe ich dann auch gemerkt, in deinen Fragen, dass das wirklich total reflektiert war. Und ja, dann ist das so eine dichte Sache geworden. Und das hat zum Beispiel in meinem Leben sehr viel Positives ausgelöst, weil durch diese Hör-CD, das habe ich ja gar nicht mitgekriegt, aber das war so jetzt in den Rückmeldungen, einfach sehr viel passiert ist. Also dass andere Frauen von mir wussten oder wie man leben kann, ehemals Künstlerin. Und ja, das allein ist es schon unheimlich viel für diese Zeit auch. Und ja, als ich das jetzt sehe, kann mir auch unheimlich viel Freude, weil ich sehe, wie du dich weiterentwickelt hast und dein ganz Spezifisches gemacht hast. Danke. Gibt es diese Hör-CD irgendwo zum Nachhören oder Anhören? Ja, es gibt eben eine Homepage, Listen to the Female Artists, und da sind alle Porträts und auf der TBA, Culture and Broadcasting Archive, ist Sansar. Also man braucht nur der Rese Eisenmann Porträt einer Künstlerin eingeben. Und er findet zwei Links, wo man es mindestens anwachen kann. Werden wir anhören. Werden wir noch was wissen, Fragen sagen, erzählen. Ja, bitte. Ich habe jetzt gelernt, dass Sie sehr vielseitig sind und auch von der Textilkunst kommen. Da wäre es doch aufgelegt, eine eigene Modelinie zu kreieren, oder gibt es die schon? Textile Kunst ist das Thema. Diese Ornamente, diese Muster, diese Gesichter, die kurze Taschen, die sie da abgebildet haben, das ist ja praktisch ein Selbstläufer, könnte man vorstellen. Also feministische Mode ist das Stichwort. Gibt es da noch Pläne dafür? Nein, also da muss ich sagen, da würde ich mich fast schämen, das zu machen, weil aus dem einen Grund, weil das aus verschiedenen Kulturen ja eigentlich gestohlen ist. Und da waren wir so bei diesem, also gestohlen, ich nenne es nicht gestohlen, sondern ich würde es Anerkennung nehmen. Ich kann es, also da gehe ich lieber nicht weg. Zum Beispiel in Istanbul in einer Moschee habe ich so diese Verzahnung gesehen. Und das fotografiere ich und mache dann ein Muster daraus. Und für so Afrikanische als Kamerun, wo eine liebe Freundin von mir kommt. Und es ist so zusammengesetzt. Das ist doch toll, oder? Ja. Die Orden sind sehr anspruchsvoll. Also keine Pläne in Richtung... Nein, aber interessant.... dann leider muss ich das Geld spenden und würde es auch gerne tun. Okay, einmal frage ich noch, gibt es noch jemanden, der etwas sagen möchte? Ja, bitte. Also Helga, ich bin froh, dass ich dich kennengelernt habe. Du bist für mich wirklich eine weise Frau. Und ich mag deine Leichtigkeit in deinen Arbeiten unheimlich gern. Also auch dieses Spielerische in den Videos, das finde ich so schön und so bereichernd für mich. Und ein Punkt noch, die weise Frau. Ich sage das jetzt auch in der Öffentlichkeit, obwohl ich mit der Kirche und dem Christentum nichts am Hut habe. Aber Altes Testament, Sprüchebuch 8, 22, die personifizierte Frau als Weisheit, die Frau Weisheit, die war da, bevor Gott die Welt erschaffen hat. Frau Weisheit. Dankeschön. Danke. Gibt es noch jemanden, der Fragen sagen möchte? Okay, dann würde ich sagen, wir machen einen Punkt hier. Helga, vielen Dank, dass du hier uns so viel über dich erzählt hast, über deine Arbeiten. Weiterhin alles, alles Gute. Magst du uns zum Abschluss noch sagen, was ist dein nächstes Projekt, dein nächstes Thema? Ich freue mich jetzt auf eine Pause, täglich mit meinem Mann Rad fahren, dass ich nachher wieder am Abend wieder süchtig sein darf. Ja, super. Vielen, vielen Dank und auch Ihnen euch Dankeschön fürs Kommen. Danke für die guten Wortmeldungen und Fragen und so weiter. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und gutes Nachhausekommen. Bis bald. Danke euch. Danke euch.