Herzlich willkommen zur heutigen Diskussionsrunde über das Thema Unwohlorte in Linz. Zuallererst beginnen wir mit einer kurzen Vorstellrunde. Hallo, ich bin Lilia Todaras, ich bin Polizistin und Single und meine Karriere steht auf Platz 1. Hallo, ich bin der Christopher, ich bin 17, ich bin Schüler und ich wohne in der Nähe von Linz. Ich bin die Sophie Stippany, ich bin alleinerziehende Mutter von drei Kindern und bin sehr besorgt über die Unwohlorte in Linz. Grüß Gott, ich bin David Gahl, Professor für Sozialwissenschaften und bin hier, um meine Meinung zu geben zu diesem Thema und um eine Art Meinungsuntersuchung durchzuführen. Zuerst werden wir jetzt einmal der Frage nachgehen, ob es in Linz denn Unwohlorte gibt und wie man diese sicherer machen kann. Dafür haben wir unsere Aust-Reporterin mit einer Straßenumfrage beauftragt. Gibt es Orte in Linz, wo Sie sich unwohl fühlen? Ich muss ehrlich sein, ich würde mal sagen, so die Innenstadt, weil es einfach irgendwie, weiß ich nicht, es hat einfach einen schlechten Vibe, vor allem so Goethe, Volksgartengegend und vielleicht wenn man noch Urfa um mich geht, so Rudolf, also ich finde im Allgemeinen dass Linz nicht so schön ist. Ich muss sagen, ich bin nicht ständig in Linz, weil ich komme aus Wien, aber es war mir jetzt eigentlich nichts so wirklich in Erinnerung, wo ich mich unwohl gefühlt habe. Es ist jetzt grundsätzlich so richtig arg unwohl. Es gibt schon ein paar Orte, so Unterführungen, Straßenbahnunterführungen, so Sachen, wo man sich vielleicht unwohl fühlen könnte. Also ich bin jetzt da runterflaniert sozusagen, ohne Straßenbahn, einfach so. Und ich finde es sehr positiv. Es ist so sauber und nicht leise und freundlich. Und ich muss sagen, Lenz ist einfach super staut. Keine Frage. Es kommt halt, also unterdachs ist es eher einfach, dass man sich irgendwo wohlfühlt, aber macht dann auch einen Unterschied, ob man jetzt alleine unterwegs ist oder eben in der Gruppe. Ich habe gerade jetzt am Volksgarten irgendwie ein bisschen ein komisches Gefühl gehabt, ja. Warum haben Sie ein komisches Gefühl gehabt? Ich weiß nicht, da redet irgendwie jeder mit sich selbst und man wird komisch angesprochen. Es ist irgendwie kalt und so, wie soll ich sagen, menschlich kalt gefühlt habe ich das Gefühl. Die Leute sind weird, die Stadt ist weird. Es ist ein bisschen abhängig von der Uhrzeit, muss ich sagen. Es gibt halt Orte, an denen man sich eher unwohl fühlt oder das mehr der Fall ist wie ein anderer. Zum Beispiel im Erz, ich finde Hauptbahnhof, Volksgartengegend, das ist eins von den zentrumsnahen Gegenden. Und sonst bei der Rudolfstraße ist es auch immer so ein bisschen komisch. Aber prinzipiell ist das nur ein Vorteil. Also kann überall schlimm werden, finde ich. Ja, ich denke, gerade in der Nacht ist es nicht gerade angenehm. Aber ich meide diese Plätze. Also dort, wo ich hinkomme, muss ich keine Angst haben. Also ich bin natürlich nicht überall, ich kann jetzt nicht sagen über den Hafen oder was auch immer. Aber dort, wo ich herumgehe, passt es. Was könnte die Stadt Linz dagegen tun? Naja, ich weiß nicht, vielleicht mehr Polizeipräsenz zeigen. Ich weiß nicht, ob das einen Sinn macht. Keine Ahnung. Aber da müssen sie sich dementsprechend ein bisschen was überlegen, ja. Hm. Schöne Frage. Das ist eine moralische Frage vor allem, weil die Leute von der Verbrauner ist auch keine Lösung. Eine gute Frage, man redet immer so groß und dann haben wir eh keine Lösungsvorschläge. Ich weiß es nicht, ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht irgendwas am Aussehen von der Stadt verändern oder so. Sie haben eh jetzt angefangen am Hauptplatz, bis zu diesen Sitzgelegenheiten, dass man das vielleicht irgendwo mehr macht. So Spots, wo sich die Leute einfach versammeln können und sich wohlfühlen. Ich glaube schon, dass das ein bisschen helfen wird. Ein bisschen zumindest. Ja, aber grundsätzlich gibt es eigentlich kein Flickenlenz, wo man gar nicht hier dran wird auf die Nacht. Vielen Dank für diesen Beitrag. Und nun möchte ich von Ihnen, meine Damen und Herren, zu Beginn gerne wissen, wie Sie denn Unwohlorte definieren. Also für mich ganz klar sind Unwohlorte die Orte, in denen ich, die fremd sind, die sehr dunkel sind, wo auch alkoholisierte oder bekiffte Leute sind, weil es einfach die Menschen sind, die... Ja, da fühle ich mich einfach sehr unwohl dabei, wenn die Leute dort sind und ich da jetzt vorbeigehen möchte oder so. Auch für meine Kinder vor allem. Für mich ist ein Unwohlort ein Platz, an dem man sich einfach nicht wohl fühlt. Wie der Name auch schon sagt. Aber so Unwohlorte sind auf jeden Fall so Plätze, wo Menschen was am Tag haben und man das nicht so leicht mitkriegt. Also wenn das jetzt an einem Platz ist, wo viele andere Menschen sind, wird höchstwahrscheinlich nichts passieren. Aber an so Straßen, an so Untergängen oder am Hauptplatz, wenn einmal keiner ist irgendwo, dann finde ich, ist das schon ein Unwohlort und da können schon Sachen passieren. Haben Sie auch irgendwelche Unwohlorte? Also man könnte meinen, dass ich sehr viele Unwohlorte habe, da ich eine Frau bin, aber ich habe einen Selbstverteidigungskurs. Ich bin selbst Polizistin und dadurch gibt es für mich auch keine Unwohlorte, denn es gibt genug Überwachung, es gibt genug Polizistinnen und Polizisten, also stellt sich für mich keine Frage der Definition. Herr Professor Gahl, gibt es denn in Linz irgendwelche wissenschaftlich belegbaren Unwohlorte? Nun ja, Unwohlorte, das ist jetzt ein sehr subjektiver Begriff, würde ich mal sagen. Wissenschaftlich objektiv gesehen eigentlich nicht, aber es hängt natürlich von Person zu Person ab und hat natürlich auch mit individuellen Traumas zu tun, die Personen in ihrem Leben erfahren und somit objektiv eben nicht, aber je nach Person unterschiedlich, wie schon erwähnt wurde von der lieben Mutter und ihren Kindern, die natürlich viel mehr Angst um ihre Kinder haben müsste als eine ausgebildete Polizistin. viel mehr Angst um ihre Kinder haben müsste als eine ausgebildete Polizistin. Ja, verständliche Einwände. Wo sind denn für Sie generell gesagt in Linz Unwohlorte oder Orte, an denen Sie sich einfach nicht gerne aufhalten? Wie schon gesagt, die Frage stellt sich für mich nicht. Also für mich gibt es eigentlich auch keine Unwohlorte. Es ist glaube ich eher vor allem für weibliche Freunde, die ich habe zum Beispiel, oder ich verstehe es auch, wenn wer sich unwohl fühlt an irgendeinem Ort. Aber für mich selber gibt es jetzt direkt keine. Für mich und auch für meine Kinder vor allem ist der Hauptbahnhof eine sehr große Rolle. Auch die Unterführung bei der Rudolfstraße, der Hessenplatz oder heute der Volksgarten jetzt, ist ja unwohlige Orte. Ich verstehe, ja. Und das ist jetzt auch gleich unser nächster Punkt und zwar würde ich gerne zu einer kleinen Meinungsumfrage kommen und dafür haben wir hier einmal diese grünen Kärtchen und bei diesen grünen Kärtchen, die stehen eben für einen sicheren Ort und diese roten Kärtchen stehen für einen unsicheren Ort. Für wie sicher halten Sie denn den Volksgarten? Also ein eindeutiges Ergebnis. Der Hauptbahnhof, wie beurteilen Sie den? Die Unterführung bei der Rudolfstraße wurde ja auch schon erwähnt. Der Bahnhof in Ebelsberg und zuallerletzt noch ein bereits etwas älterer Unwohlort und zwar die Linzer Altstadt. Ja, das sind ja spannende Ergebnisse, zu denen wir jetzt hier gekommen sind. Jetzt würde ich gerne gleich Sie fragen, weil Sie haben ja bei allen Orten für Grün gestimmt. Das heißt, diese Frage trifft jetzt auf Sie vielleicht nicht so zu, aber auf die anderen beiden schon. Wie kann man denn diese Orte umgehen? Also es gibt einfach Orte, die kann man nicht umgehen. Den Hauptbahnhof, den kann man nicht umgehen, wenn man irgendwo wohnt oder wenn man mit Bus oder mit der Bahn irgendwo hinfahren muss. Aber so andere Orte wie die Altstadt, dass man vor allem schaut, dass man in der Nacht nicht mehr dort ist oder dass man zumindest nicht alleine dort ist. Also sowas geht auf jeden Fall schon. Oder beim Goetheplatz muss man jetzt auch nicht direkt durchgehen. Aber eben zum Beispiel der Hauptbahnhof ist einfach manchmal wirklich gefährlich und unumgehbar. Da muss ich Ihnen jetzt leider widersprechen, weil den Hauptbahnhof kann man sehr wohl auch umgehen, wenn die Eltern zum Beispiel da sind und sie nach Linz bringen oder auch wieder abholen und so. Also das würde ich schon sagen, das geht. Und wenn Sie sagen, man kann diese Orte umgehen, wie könnte man, dass man sie jetzt nicht mehr umgehen muss, diese Orte sicherer machen? man sie jetzt nicht mehr umgehen muss, diese Orte sicherer machen? Also man kann es zum Beispiel sicherer machen, indem man mehr Polizisten anstellt würde ich sagen oder vielleicht Überwachungskameras aufstellt oder zum Beispiel für Beleuchtung halt sagt. Ich finde auf jeden Fall, wenn es so dunkel ist, dann ist es immer gefährlicher, wenn es hell ist. Haben Sie da auch irgendwelche Einwände noch? Nein, also ich bin da schon seiner Meinung. Haben Sie auch, obwohl Sie jetzt ja keine Angst haben, trotzdem irgendwelche Verbesserungsvorschläge? Ich widerspreche die Meinung des Schülers, denn meiner Meinung nach gibt es genug Sicherheit, wir haben genug Überwachung. Wir haben 624 Polizistinnen und Polizisten dauerhaft im Einsatz. Und es gibt genug, Österreich ist das zweitsicherste Land der Welt. Somit müssen wir uns in Linz gar nicht die Frage erst stellen. Also ich finde für 600 Polizisten in Linz ist es schon sehr wenig für so eine große Stadt. Das ist natürlich ein berechtigter Einwand, aber das werden wir jetzt hier heute nicht ändern können. Dürfte ich jetzt Sie noch nach Ihrer persönlichen Meinung fragen, nach Eindrücken, die Sie haben, persönliche Erlebnisse? Ja, ich habe tatsächlich noch ein Erlebnis. Das war zu Halloween. Das wird sicher jeder mitbekommen haben. Die Halloweennacht der Amoklauf in Linz. Da habe ich meine Kinder abholen müssen und die sind auch sehr traumatisiert deswegen und trauen sich nicht mehr wirklich in der Nacht nach Linz zu fahren. Ich war selbst bei dem Einsatz dabei und ich kann nur sagen, es ist niemandem etwas passiert. Es waren genug Polizistinnen und Polizisten im Einsatz und dieser Einwand ist sehr nicht wichtig. Ich stimme ja eigentlich beiden Damen zu. Ich finde, es ist wirklich nichts passiert, wie die Frau Polizistin sagt. Es hat keine Verletzten oder zum Glück auch keine Toten gegeben, aber es ist trotzdem auf jeden Fall ein unwohles Gefühl gewesen. Es war ein Böller, es war gefährlich, es ist viel passiert. Ich verstehe, wieso man Angst haben wird. Aber es ist wirklich im Endeffekt nichts passiert. Man sollte, glaube ich, auch dieses Wort Amoklauf etwas relativieren, weil es war einfach eine unangenehme Situation, aber es war ja jetzt nicht direkt ein Amoklauf. Ja, Herr Professor, wie steht denn Österreich generell in der Sicherheitsfrage dar? Nun ja, und vorhin, Sie hatten gesagt, Österreich sei das zweitsicherste Land Europas. Es stimmt nicht ganz, Österreich ist zwar ein sehr sicheres Land, auf Platz 5 genauer gesagt, international gesehen, nicht nur europäisch, also Platz 5 international. Doch sollte man sich davon nicht verführen lassen, in den falschen Glauben, dass deshalb gar keine unwohlen Plätze in Linz oder in ganz Österreich existieren. Ganz im Gegenteil, wie wir eben schon besprochen haben, gibt es Orte, an denen sich Leute unwohl fühlen. Und ich finde außerdem, dass mehr Polizei nicht unbedingt die Lösung für dieses Problem ist. Insgesamt sollte man einfach versuchen, den Wohlstand der Personen zu verbessern und diesen Personen Hilfe zu besorgen und nicht sie in den Knast zu werfen. Ja, vielen Dank für diese wirklich ausführlichen Erklärungen. Und jetzt würde ich Sie zum Abschluss noch alle bitten um ein Schlussstatement. Und bitte antworten Sie in zwei Sätzen. Linz lebt. Seid vorsichtig, wo ihr hingeht. Linz ist sicher, es gibt genug Polizistinnen und Polizisten. Ja. Das ganze Problem ist sehr komplex und sollte definitiv mehr begutachtet werden, als einfach nur durch mehr Polizei gelöst zu werden. Vielen Dank. Ich bedanke mich bei Ihnen ganz herzlich für Ihr Kommen und auch bei Ihnen fürs Dabeisein und bis zum nächsten Mal. Ja und ich freue mich jetzt noch wahnsinnig, dass der Volksgarten noch bei mir vorbeigeschaut hat. Vielen Dank für den Besuch bei uns im Studio. Ja natürlich. Meine Frage wäre jetzt, wie fühlt sich das an, dass immer alle Leute so schlecht über dich reden? Also ich finde, das ist eine Frechheit, weil ich bin ja nicht schuld an dem. Ich bin großartig. Ich bereichere Linz. Ich mache es grüner. Ich bemühe mich wirklich, dass ich meinen Job gut mache. Und ich finde, ich mache ihn auch sehr gut. Aber dann kommen Leute in den Volksgarten und entscheiden, es ist jetzt eine gute Idee, dass sie mit sich selber reden. Es ist jetzt eine gute Idee, dass sie komisch sind und einen Vogel außer Hänge lassen. Und ich finde, dass das nicht fair ist, dass alle schlecht über mich reden. Das sind natürlich verständliche Argumente. Was hat denn jetzt der liebe Volksgarten für Wünsche für die Zukunft? Naja, ich finde, allein für uns, was mir bis jetzt zugefahren ist, ganz grundsätzlich einmal möchte ich, dass ich als das angesehen werde, was ich bin. Eine Bereicherung für Linz. Wunderschön. Ich mache die Stadt einfach besser als ein Ganzes. Ich mache es grüner und ich möchte, dass die Leute das sehen. Ich hätte gern mehr Bäume, mehr Pflanzen und ich möchte, dass sich die Leute mehr um mich kümmern, weil das habe ich einfach verdient. Das sind natürlich jetzt gute Schlussworte. Dem habe ich nicht mehr viel anzuschließen, außer vielleicht grüßen Sie das nächste Mal in den Volksgarten, wenn Sie hineingehen. Danke sehr.