Vielen Dank, dass ich heute hier lesen kann. Ich bin gerade zurückgekommen von einer Projektreise nach Bangladesch und möchte einige neue Texte, die entstanden sind, lesen. Der Arbeitstitel wäre Geteilte Träume – Shared Dreams, Reiseskizzen Bangladesch. Zunächst ein kurzer Überblick über die Art des Reisens in Bangladesch. Das Ziel, in jenen Reisezustand zu gelangen, der es ermöglicht, offen zu sein und Ereignisse, Begegnungen zu nehmen, wie sie sind, wurde vorurteilsfrei und angstfrei erreicht. Intensive Erkundungen des bangladeschischen Zeitgeists, des Alltags, des Tempos des Landes und der Hauptstadt Dhaka. Ebenso Begegnungen mit Menschen im privaten wie im öffentlichen Raum. Je nach sozialer Situation ein mehr oder weniger intensiver Austausch, gleichermaßen mit Frauen wie mit Männern. Noch immer. Ginsberg's September on Jesser Road ist eine Million Tränen ist ein Song, ist der Schmerz von 1971, ihr kollektives Trauma. Millionen Tote auf der Flucht, vergewaltigte Frauen, Sexsklavinnen, intellektuelle Dichter, alle gaben ihre Seelen für die Freiheit des Landes, für die Freiheit der Sprache. Die Wunde ist ein Gedächtnis und wartet auf Vergebung. Heute rufen die Jungen nach der Freiheit des Wortes, verlangen ihr Recht. Wann wird es wahr? Ich meine nicht nur zwischen den Zeilen. Wird es wahr? Ich meine nicht nur zwischen den Zeilen. Lunchtalk for Mr. MB Ich hole das Zugticket ab für morgen, Sri Mongol. Der Stationmaster lädt zum Lunchtalk ein, über das wir auf dem Planeten reden wir und dass er uns nicht braucht. Über das, was wir sehen können, reden wir. Über das, was wir nicht sehen können oder wollen, reden wir. Glückliche haben genug Liebe, sagt er. Zu geben, ohne zu erwarten, ist einfach und schwierig, gibt aber allen Licht und erzeugt Gleichmut, Wärme und Vertrauen. Das sind eben Schichten, Beobachtungen des Lebens, das so kurz ist wie die Länge eines Augenblicks. Ja, kürzer eigentlich. Riksha Valla. Eins. Dakas, Rikshas, das sind fahrende Kunstwerke, bunte Schreine, Ausdruck bengalischer Sehnsucht, öffentliches Wir, Paradies, Arbeitsplatz, Schlafplatz, Träume hineingemalt in widrige Umstände, ins sowieso Unerfüllbare und Unerreichbare. 2. Für ein paar extra Tackers fahren sie riesige lackierte Megafone durch die Gegend, schallende Loops, die Konsumartikel anpreisen, die sie sich selber sowieso nie leisten können. 3. Gleichmut hilft, den Hunger auf eine bessere Zukunft zu zügeln. Riksha Wallas lieben und glauben. Riksha Wallas lieben das Morgen, als ob es ein Gott wäre. Besser als das Heute, aber irgendwie ist immer heute. Sie lieben Dakkas dunstigen Himmel. Er füttert ihre Gleichmut und ist ihr luftigster Gott. Dieser Wille zu leben, diese Hingabe an die Stadt, dafür werden sie geliebt. Viel mehr bleibt nicht übrig. Viel mehr bleibt ihnen nicht übrig. Sie wissen, nichts wird jemals besser. Licht aus. Kodaboksha. Am Land ist es in Bangladesch oft so, dass das Licht oft für Stunden, der Strom einfach für Stunden ausgeschaltet wird vom Staat. Und das ist eine Episode, die sozusagen passiert ist. Essen ist Licht, Licht ist Schatten, Bilder kreisen über Linien, kreuz und quer, von hier nach dort und so weiter. Die Tante kocht Dall für alle. An der Feuerstelle sitzen sie, wärmen die Hände, die Wangen. Die Nacht ist frisch, es ist schnell kalt geworden. Die Leute sind still oder sprechen leise, erledigen ihre Arbeit oder gehen umher, kümmern sich um dies und das, die Ziegen, die Kuh, die Tauben, wärmen die Hände, die Wangen, starren in die Glut, in die Nacht, während Tante Reiskocht, Zwiebeln schneidet, Fischköpfe brät. Walli, komm, sagt Tanja, lass uns zu Tantens Haus gehen und Musik machen. Du könntest dein Lied singen. Also singe ich das einzige Lied, das ich habe. Dann spielt Tanja ihre Melodie und singt entlang der Bilder. Das Klatschen im Rhythmus füllt das kleine Haus, als ob wir schwebten. No limits, so treiben wir vorwärts, rückwärts, hinauf, hinunter, zur Seite. Irgendwann ist der Song vorbei. Майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, майри-ри, Редактор субтитров А.Семкин Корректор А.Егорова