Herzlich willkommen. Mahlzeit, schönen Nachmittag, schönen Start in diesen Nachmittag. 0732 21 77 ist diese Telefonnummer, die Sie hoffentlich wissen. Ich gehe davon aus, dass Sie dieses wissen. Ich freue mich sehr, dass wir uns heute wieder zum Krisentalk treffen können, dass wir uns persönlich treffen können. Die letzten beiden Jahre hat er ja online stattgefunden. Auch ein Erlebnis, auch einmal etwas Besonderes. Vor allem auch für mich, so eine Talkrunde online zu leiten, war auch einmal gut. Aber ich freue mich natürlich, wenn wir uns begegnen können, wenn wir uns gegenseitig sehen können. Und es ist natürlich auch leichter für Sie alle hier, dass Sie sich einbringen, dass Sie etwas beitragen können, dass Sie auch Fragen stellen können, dass alles, was unklar ist, vielleicht geklärt werden kann. Ein Hinweis noch gleich organisatorisches ganz am Anfang. Es wird hier gefilmt und es wird fotografiert heute. Das heißt, wenn Sie das nicht möchten, dann darf ich Sie einladen, dass Sie das der Nina Fuchs sagen. Sie sitzt hier ganz vorne, das ist sie genau. Bitte melden, wenn es das zu vermeiden gilt. Ansonsten wird es ja für nichts Schlimmes quasi verwendet. Sie kommen auf die Homepage und es filmt DorfTV. Das wird in einer Woche ungefähr ausgestrahlt, hat das Team von DorfTV gesagt. Es wird natürlich alles sehr liebevoll behandelt. Und dann können Sie diesen Krisentalk heute auch nachsehen, auch natürlich auf der Homepage der Krisenhilfe Oberösterreich dann zum Nachsehen. Wir haben heute ein Thema, ich mache mir Sorgen, was tun, Suizidprävention. Ein Thema, das vielleicht für manche von Ihnen weit weg klingt, das es aber nicht ist, denn dieses Thema kann uns alle treffen. Manches Mal rückt es durchaus nahe, manches Mal war es schon ganz nahe. Und vielleicht wissen wir alle nicht genau, wie wir handeln sollen oder wie wir vielleicht mit Geschehenen umgehen sollen. Wir haben uns für heute vorgenommen, uns dieses Themas von allen Richtungen anzunehmen. Das heißt, zum einen, wenn man selbst betroffen ist, zum anderen vielleicht in der Familie, im Freundeskreis, wenn man sich Sorgen macht oder wenn auch schon ein Suizid geschehen ist, wie geht man dann damit um, was geschieht dann mit einem selbst, also wie weiterleben, wo gibt es Hilfe eben bei der Krisenhilfe. Im siebten Jahr sind wir heute mit der Krisenhilfe Oberösterreich heuer, das heißt am 1. März, also Geburtstag eigentlich gerade gewesen, 2016, ist das Ganze gestartet, ins Leben gerufen worden. Es ist ein Trägerverbund von Promethe Oberösterreich, Exit Sozial vom Roten Kreuz, von der Telefonseelsorge Oberösterreich und von der Notfallseelsorge Oberösterreich, finanziert vom Land Oberösterreich. Und für alle Menschen, die eben Rat und Hilfe brauchen, die in einer Krisensituation nicht wissen, wo sie sich hinwenden sollen. Und das Schöne ist, dass das, natürlich wenn man einfach einmal anruft, ist dann vielleicht auch peinlich ganz am Anfang. Und das ist gut, dass das Ganze auch anonym sein kann. Wenn dann die Expertinnen und Experten der Krisenhilfe zum Einsatz kommen, vor Ort kommen, ist es dann natürlich nicht mehr anonym. Ich darf jetzt gleich zu Beginn die Leiterin zu mir auf die Bühne bitten. Das ist die Sonja Hörmanns-Eder. Danke, dass wir da sein dürfen. Vielen Dank für die wunderbare Einmoderation, Claudia M. Ich freue mich sehr, Sie euch alle hier heute begrüßen zu dürfen beim Krisentalk mit dem Thema Suizidprävention. Ich mache mir Sorgen, was tun. Ich freue mich sehr, dass auch so vielfältiges Publikum heute anwesend ist. Bei der Durchsicht der Anmeldeliste, ich war natürlich neugierig, wer sich da so interessiert, ist mir aufgefallen, Menschen aus diversen Trägerorganisationen mit unterschiedlichsten Hintergründen. Das freut mich sehr, das zeigt mir auch, dass Sie alle an dem Thema interessiert sind, beziehungsweise dass es Ihnen alle auch ein Anliegen ist, Betroffenen in solchen Situationen zu unterstützen, sich Informationen zu holen und dass sie auch Teil der Vernetzung sein möchten. Also vielen Dank fürs Kommen. Suizidprävention und überhaupt die Arbeit in der Krisenhilfe lebt sehr viel von Vernetzung. Dass wir immer auch wissen, wo können wir eventuell noch weiterführende Unterstützung anbieten, beziehungsweise dass Sie auch wissen, wenn Sie jemandem begegnen, der Unterstützung braucht. Es gibt die Krisenhilfe mit den vielfältigen Angeboten, die ich im Laufe meiner Ansprache noch ein wenig erläutern werde. noch ein wenig erläutern werde. Suizidprävention ist ja heute das Thema, ist mir als Leiterin der Krisenhilfe und natürlich auch dem ganzen Team und den Mitarbeiterinnen ein sehr großes Anliegen und ich würde auch sagen, es ist eine unserer Kernaufgaben. Suizidalität und alles das, was drumherum dazu gehört, begleitet uns im Alltag, beschäftigt uns. Wirigkeit hervorruft, vielleicht auch Scham. Ein schwieriges Thema. Es fällt vielen sehr schwer darüber zu reden und das ist auch verständlich. vielen sehr schwer darüber zu reden und das ist auch verständlich. Und wir möchten heute einen Beitrag dazu leisten, dass dieses Thema ein wenig besprechbar wird. Wir reden heute darüber und Sie werden auch heute hören, wie auch Sie als selber Betroffene vielleicht oder als Angehörige oder als psychosoziale Fachkraft, die mit diesem Thema in Berührung kommt, auch darüber sprechen können oder wo sie sich hinwenden können. Kurz ein paar Worte zu SUPRA, das ist die Suizidprävention Austria, das ist eine ganz wichtige Hintergrundorganisation sozusagen, wichtige Hintergrundorganisation sozusagen, die Suizidprävention zum Thema hat und die diverse Dinge erarbeitet und die Basis ist auch für unsere Arbeit. 2012 wurde Supra Österreich gegründet und letztes Jahr gab es auch die Gründung von Supra Oberösterreich. Bei dieser Organisation, bei Supra Oberösterreich, sind wichtige Träger von Oberösterreich dabei, die sich mit diesem Thema beschäftigen aus unterschiedlichen Richtungen. Die Krisenhilfe Oberösterreich, also der Trägerverbund, ist Teil dieses Konstrukts und das ist auch gut so, denn Suizidprävention und Arbeiten rund um Suizidalität ohne Krisenhilfe geht in Oberösterreich nicht. Sehe ich zumindest so. Und ich denke, das sehen auch viele andere Trägerinnen so und das zeigt mir auch das Interesse an der heutigen Veranstaltung, dass das auch viele so sehen. Was ist jetzt eigentlich Suizidprävention? Ich werde mich da sehr kurz halten, wenn Sie Interesse haben, wenn ihr Interesse habt an diesem Thema. Was ist das genau? Was ist das für ein Konzept? Was gehört da alles dazu? Was hat sich SUPRA, also Suizidprävention Austria dazu überlegt, können Sie gerne im Internet nachlesen, Suchbegriff SUPRA und Suizidprävention gibt es viele Informationen drüber, auch Informationsfolder, das würde jetzt den Rahmen der Veranstaltung sprengen. Ich erwähne nur ein paar Punkte, die für uns heute auch wesentlich sind, weil sie auch in der Krisenhilfe Oberösterreich umgesetzt werden. Suizidprävention, das ist das zur Verfügung stellen von Angeboten, von niederschwelligen Angeboten, idealerweise 24-7 menschen in sehr schwierigen situationen in suizidalen situationen wo sie sich ganz unkompliziert hinwenden können und nicht nur für betroffene selber sondern auch für deren umfeld und angehörige wir werden dazu heute im vortrag auch einiges hören die angebote muss es muss es nicht nur geben oder soll es nicht nur geben, sondern sie sollen auch auffindbar sein, leicht auffindbar. In Krisensituationen, und das wissen Sie von sich selber und wahrscheinlich auch aus Ihrem Arbeitskontext, hat man nicht die großen Nerven und die Zeit, da lang großartig was zu suchen. Es muss leicht auffindbar sein und Sie alle, ihr alle als Vernetzungspartner, als Kooperationspartner haben einen ganz wichtigen Anteil daran, dass es gut funktionieren kann. Sie geben auch das Wissen weiter, wo man sich hinwenden kann, Sie unterstützen auch selber und Mundpropaganda, das merken wir von Jahr zu Jahr mehr, ist auch ein ganz wesentlicher Bauteil. Das merken wir von Jahr zu Jahr mehr, ist auch ein ganz wesentlicher Bauteil. Wenn ich in meinem Umfeld jemanden habe, dem es schlecht geht, der Suizidgedanken hat und ich habe Informationen über Angebote der Krisenhilfe, kann ich das direkt weitergeben. Wir sparen uns eine Suche und das ist natürlich ganz fein für Menschen in Notsituationen, wenn sie schnell zu Hilfe kommen. Die Frau M. hat vorher schon angesprochen, es muss auch niederschwellig, teilweise anonym und kostenlos sein, das Angebot. Und das gehört auch zur Suizidprävention, dass diese Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass wir keine Hemmschwellenbarrieren drinnen haben, die zu hoch sind und verhindern, dass Unterstützung gefunden wird. Suizidprävention umfasst auch Informationsveranstaltungen und Informationsmaterialien, wie zum Beispiel Folder oder Videos für Betroffene, für psychosoziale Fachkräfte. Und ich sehe jetzt den Krisentalk, diese Veranstaltung auch als so eine Veranstaltung. Es geht ja bei uns nicht nur darum, dass wir uns vernetzen, sondern es geht ja auch darum, neues Wissen vielleicht zu erlangen und daher erfüllen wir auch einen Teil unseres Jobs im Sinne von Suizidprävention. Suizidprävention umfasst auch die Ausbildung von sogenannten Supra-Gatekeeper-Trainerinnen und auch Schulungen von sogenannten Gatekeeperinnen. Gatekeeperinnen, das sind Personen, die im beruflichen Kontext normalerweise einfach mit Menschen zu tun haben oder in Verbindung kommen, denen es nicht gut geht, die suizidal sind, die Suizidgedanken haben. Und da gehen die Schulungen in die Richtung, dass man Information und Wissen sich aneignet und auch schlussendlich weiß, was kann ich tun in Situationen, wo dann ich höre, ich brauche Hilfe, ich bin suizidal, ich habe Suizidgedanken, ich kenne jemanden, dem es so geht. Also da geht es auch um Handwerkszeug bekommen. Wir haben das Glück in Oberösterreich, wir haben vier super Gatekeeper-Trainerinnen und eine davon ist die Lisa Hack, die heute auch einen Vortrag halten wird, die Teamleiterin der Krisenhilfe Oberösterreich ist. Das heißt, wir haben da eine Expertin mitten in unseren Reihen und das finde ich natürlich sehr toll und fein. Was hat jetzt Suizidprävention mit der Krisenhilfe zu tun und warum machen wir die Veranstaltung heute? Wir haben tollerweise ein Angebot, das genauso ist, wie ich vorher beschrieben habe. 24 7 erreichbar, das Krisentelefon. Da sitzen Expertinnen rund um die Uhr jeden Tag im Jahr am Telefon und unterstützen unmittelbar. Und zwar Menschen, die selbst in schwierigen Situationen sind, die in Krisen sind, aber auch Menschen, die sich Sorgen machen um jemanden oder auch Menschen, psychosoziale Fachkräfte, die in ihrem Tätigkeitsfeld einfach mit, vielleicht mit Klientinnen zu tun haben, wo sie aber selber einfach auch ein bisschen Unterstützung brauchen. Was kann ich tun? Beziehungsweise natürlich auch, mich belastet das so, was ich da gerade gehört habe. Oder es ist auch vielleicht ein Suizid passiert bei uns in der Einrichtung. Auch diese werden von uns unterstützt. Auch das ist Teil von Suizidprävention. Neben dem 24-7-Telefon, die Telefonnummer erwähne ich jetzt trotzdem noch einmal. Ich hoffe, sie weiß jeder, aber dennoch 0732 21 77. Neben dem telefonischen Angebot gibt es auch Face-to-Face-Gespräche für jene, die lieber persönlich sprechen. Bei uns in der Scharitzer Straße. Es gibt aber auch die Möglichkeit, in unseren fünf Regionalstellen, die wir in Oberösterreich haben, kurzfristige Krisentermine zu bekommen. Wir haben auch ein Online-Angebot für jene Menschen, die lieber über Belastendes schreiben als zu reden. Für manche stellt telefonieren oder drüber reden einfach eine zu große Hürde dar. Schön, dass man auch sich in schriftlicher Form mit uns in Verbindung setzen kann. Wir haben die Online-Krisenberatung und wir haben die Chatberatung. Das ist ganz niederschwellig und einfach über unsere Homepage anzuwählen sozusagen. Da gibt es Buttons, wo man draufklickt und dann kann man dieses Angebot nutzen. Zur Chatberatung ist es mir wichtig, noch einen Satz dazuzustellen. Wir haben seit 1. März, das ist nicht nur unser Geburtstag gewesen, sondern wir haben auch die Chatberatung wieder ein Stück weit erweitert. Man kann uns jetzt chatmäßig von Montag bis Freitag zwischen 18 Uhr und 21 Uhr erreichen. Bitte notieren Sie sich das gleich und geben Sie das weiter. Ich glaube, das ist einfach ein wichtiges Angebot und wir sind froh, dass wir die Zeiten erweitern konnten. Nicht nur junge Menschen nutzen dieses Angebot, sondern Menschen jeglichen Alters. Und wir haben last but not least auch eine Selbsthilfegruppe, die Menschen unterstützt, wenn Suizid in ihrem Umfeld passiert ist. Wir haben heute einen der beiden Leiter der Selbsthilfegruppe auch in der Talkrunde zu Gast, der uns diesbezüglich auch noch ein bisschen was erzählen wird. Grundsätzlich lade ich Sie nach den Vorträgen auf jeden Fall ein, auch Fragen zu stellen. Ich kann mich jetzt nur ganz kurz halten. Fragen, die aufgetaucht sind, haben natürlich im Laufe des Nachmittags Platz. Ja, abschließend, Sie merken, Krisenhilfe bietet viel an im Kontext Suizidprävention, ist ein wichtiger Player. Ich bin sehr froh, dass wir Menschen in Oberösterreich unterstützen können mit diesem Angebot. Und ich merke jetzt gerade ein ganz wichtiges Angebot, habe ich vergessen zu erwähnen. Das stelle ich jetzt noch nach, die mobilen Einsätze, wo Expertinnen vor Ort unterstützen. mobilen Einsätze, wo Expertinnen vor Ort unterstützen und das ist auch ein ganz wichtiges Angebot, weil nicht immer ist es Menschen in schwierigen Situationen möglich, dann den Weg in die Beratungsstelle zu finden. Das heißt, wir kommen auch vor Ort. Ja, jetzt bleibt mir nur mehr übrig, Ihnen einen wunderschönen, das klingt irgendwie so komisch bei diesem Thema, ich mache es trotzdem einen wunderschönen Nachmittag zu wünschen, interessante Vorträge und bitte nutzen Sie auch die Pausenzeit zum Quatschen, zum Reden, zum Folder mitnehmen, zum Bücher durchschauen. Vernetzung ist ein ganz wichtiger Bestandteil von Suizidprävention und das können Sie heute am Nachmittag bei einem Vernetzung ist ein ganz wichtiger Bestandteil von Suizidprävention. Und das können Sie heute am Nachmittag bei einem Schluck Mineralwasser und bei einem Apfel, in den Sie beißen können, sehr gut machen. Ich wünsche Ihnen eine schöne Veranstaltung. Vielen Dank. Ja, wenn der Anruf kommt, so ist es in unserer Familie geschehen letztes Jahr, mein Sohn hat sich umgebracht. Weiß man nicht, was man sagen soll, logischerweise. weiß man nicht, was man sagen soll, logischerweise. Und da sind wir auch so bei dem Thema jetzt, oder wenn man es vorher gewusst hätte und tausend Gedanken, das können Sie sich vorstellen, was da so alles passiert, zwischen Hilfe und Überforderung. Und das ist jetzt auch der Titel unseres ersten Vortrages heute, jetzt am Nachmittag. Er ist Soziologe und Geschäftsführer von HPE Österreich, also Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter. Personen und es geht um Hilfe, Überforderung in der Familie und auch im Freundeskreis, wenn man ganz viel tun will, wenn man aber vielleicht nicht weiß, was oder warum man sich selbst überfordert oder mit der Situation überfordert ist. Das ist so, das ist normal, aber es gibt Hilfe und das ist das Schöne, dass man mit dem nicht alleine ist und es gibt immer einen Weg, der durchführt, auch wenn er verschlungen ist oder wenn man ihn jetzt nicht erkennt in den ersten Sekunden, aber er ist da. Und somit herzlich willkommen, Edwin Ladinsa. Ich hoffe, es funktioniert. Jawohl, wunderbar. Einen wunderschönen Nachmittag. Ich freue mich hier zu sein, vor allem auch deswegen, weil ich jetzt eine Woche krank war und meinen ersten Außenauftritt habe heute. Ich hoffe, es passt so weit und der Husten kommt nicht wieder. Es ist schönes Wetter draußen. Komm, gehen wir spazieren. Es ist schönes Wetter draußen. Komm, gehen wir spazieren. Siehst du die Enten da im Teich? Schau, da drüben spielen die Hunde. Die letzte Prüfung, die hast du ja ganz toll geschafft. Die nächste wirst du sicher auch wieder schaffen. Deine Freunde wollen dich besuchen, warum willst du nicht? Komm, kochen wir was gemeinsam. Sie erzählt dann auch viel von ihren Gedanken, erzählt viel davon, dass sie nicht mehr weiter weiß, dass sie glaubt, dass sie nichts auf die Reihe kriegt, dass es ihr zu viel ist. Sie erzählt davon, wie sie gelesen hat, wie sich jemand vor den Zug geworfen hat. Sie weiß, wo der Zug in der Nähe von der Straße vorbei fährt. Sie überlegt, dass es eigentlich relativ schnell geht. Man hört lange zu, man versucht das Thema zu wechseln, man versucht von anderem zu reden, von Positiven zu reden, von etwas zu sprechen, was in der Zukunft liegt und man sucht Hilfe. Das war bei mir so, bevor ich zur HPE gekommen bin, es ist mittlerweile viele, viele Jahre her und damals war das Thema psychische Gesundheit, psychische Krisen für mich etwas, mit dem ich mich kaum beschäftigt habe, bis ich direkt davor gestanden bin. Wenn man dann versucht, den Kontakt nicht zu verlieren, in Kontakt zu bleiben, weil man ständig die Befürchtung hat, es passiert, es passiert etwas. Wenn man versucht, nur zu schlafen, wenn sie schläft, aus heutiger Sicht erscheint es mir dann manchmal etwas absurd. Das sind dann die Versuche, auch Hilfe zu bekommen. Das sind dann die Versuche, auch Hilfe zu bekommen. Wenn man es nicht besser weiß, denkt man sich, ja gut, muss man einen Termin ausmachen bei einer Psychiaterin. Bei einem Psychiater ruft man an, erzählt kurz, worum es geht. Einmal habe ich gehört, die Patientin soll selber anrufen, damit sie den Termin kriegt. Das zweite Mal habe ich einen Termin ausmachen können, der in drei Monaten war. Und den Tipp bekommen, wenn ich mir ganz große Sorgen mache und wenn etwas passiert, dann kann ich im Krankenhaus anrufen. Auch das habe ich damals in meiner Not gemacht, wobei ich damals kein sehr positives Bild von der Psychiatrie gehabt habe aber bevor etwas passiert rufe ich dort an habe dann kurz geschildert, worum es geht und warum ich mir solche Sorgen mache und der Arzt, mit dem wir dort telefonieren haben können hat gesagt, er versteht durchaus, dass ich mir Sorgen mache klingt wirklich ernst und ich soll doch mit ihr vorbeikommen Sie sagt, sie versteht durchaus, dass ich mir Sorgen mache. Klingt wirklich ernst. Und ich soll doch mit ihr vorbeikommen. Ja, nur sie wollte keine Hilfe. Sie hat gesagt, es passt alles. Es ist halt so, wie es ist. Und Psychologen, Therapeuten können ihr sowieso nicht helfen. Dann sage ich zu dem Arzt am Telefon, sie will nicht kommen. Dann sagt er, dann gibt es die Möglichkeit, wenn es ganz gefährlich wird, dann können Sie die Polizei anrufen und die bringt Sie dann ins Krankenhaus. Ja, haben wir gedacht, das ist eine seltsame Lösung. Und dann aber noch der Hinweis am Ende des Telefonats, dass ich wirklich sehr gut aufpassen soll und mich verantwortlich fühlen soll, dass sie Unterstützung erhält. Ich habe mich damals ein bisschen überfordert gefühlt. Um diese Geschichte jetzt mal zum Ende zu bringen. Es ist dann eineinhalb Tage noch so weitergegangen, der ständige Versuch, den Kontakt zu halten, etwas Positives zu bringen, ist dann darin gegipfelt, dass die Situation irgendwie eskaliert ist und wirklich akute Suizidgefahr war und ich dann wirklich die Polizei gerufen habe und dann eine Einlieferung in die Psychiatrie stattgefunden hat. Heute würde ich manches vielleicht ein bisschen anders machen. Vor allem deutlich ist, dass es wichtig ist, Hilfe und Unterstützung auch zu kriegen. Ich schaue jetzt mal schnell, da muss es irgendwo meine Präsentation geben. Da, genau. Ja, nach der Situation, nicht nur wegen dieser Situation, sondern wegen mehreren anderen auch noch, bin ich dann irgendwann zur HPE gekommen. HPE heißt Hilfe für Angehörige psychischer Erkrankter. Ist ein Selbsthilfeverein, der in ganz Österreich tätig ist. Selbstverständlich auch in Oberösterreich. Die Vorsitzende, die Martha Affenzeller, ist eh auch da. Ich war damals in Wien und dort finden Angehörige von psychisch erkrankten Menschen Unterstützung. Der Verein ist 1978 gegründet worden, hat einen Dachverband in Wien und Landesorganisationen in allen Bundesländern und wir haben rund 2100 Mitglieder. Ich bin zur HPE gekommen, um mich zu informieren, um Unterstützung zu finden. Habe am Anfang dort ehrenamtlich mitgearbeitet, dann in einem Projekt fünf Stunden, dann zehn Stunden und mittlerweile bin ich dort Vollzeit angestellt, bin Geschäftsführer von HPE Österreich, vom Dachverband und darf auch die Beratungsstelle, die wir in Wien haben, leiten. In Wien haben wir ein 15-köpfiges Team, das aus Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen, Lebenssozialberaterinnen und einer Sonder- und Heilpädagogin besteht, Sekretariatsmitarbeiterinnen, Projektmitarbeiterinnen. Dort können sich Angehörige aus ganz Österreich hinwenden, telefonisch, für Videoberatungen oder eben auch über die Onlineberatung. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich und für längere Beratungen ist eine Terminvereinbarung notwendig. ist eine Terminvereinbarung notwendig. Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag sind unsere Telefone offen, wo es sofort auch eine kurzzeitige Beratung gibt und Begleitung. Und die Beratungen, die normalerweise eine Stunde dauern, schauen wir, dass innerhalb von zwei Wochen möglich sind. Nur zur Info, in dieser Beratungsstelle in Wien haben wir im Jahr rund 6.000 Kontakte mit rund 2.500 Klienten und Klientinnen. Unsere Klientinnen melden sich an uns, weil jemand in der Familie eine psychische Erkrankung hat. In 35 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um affektive Erkrankungen, um Depressionen, bipolare Erkrankungen. In 28 Prozent der Fälle handelt es sich um schizophrenische Störungen, die in der Familie auftreten. Und in 18 Prozent Persönlichkeitsstörungen. Das sind so die größten Gruppen. Neben diesem Beratungsangebot gibt es in Österreich auch noch rund 80 Selbsthilfegruppen in den einzelnen Bundesländern, wo Angehörige Hilfe und Unterstützung finden. Nicht immer geht es bei diesen Beratungen um Suizid. Allerdings ist es so, dass die Suizidrate bei schweren psychischen Erkrankungen massiv höher ist als in der allgemeinen Bevölkerung. Das heißt, bei schweren psychischen Erkrankungen ist die Suizidrate um das 25-30-fache erhöht, bei schweren Depressionen um das 40-50-fache erhöht. Das heißt, Menschen, die mit psychisch erkrankten Menschen zu tun haben, wurscht, ob es jetzt beruflich oder privat ist, werden wesentlich öfter auch mit dem Thema Suizidalität konfrontiert. psychisch erkrankten Menschen zu tun haben, wurscht ob es beruflich oder privat ist, werden wesentlich öfter auch mit dem Thema Suizidalität konfrontiert. Und auf der anderen Seite ist es natürlich auch noch so, dass in der Familie, wenn jemand psychisch erkrankt ist, wenn die Familie Unterstützungs-, Betreuungsaufgaben übernimmt, Studien auch gezeigt haben, dass die Rate von Angehörigen, die an Depressionen erkranken, auch wesentlich größer ist als in der allgemeinen Bevölkerung. Das heißt, die Belastung der Betreuung schlägt sich auch auf die Depression nieder. Gleichzeitig ist es aber so, dass bei den meisten Menschen mit einer schweren psychischen Erkrankung die Angehörigen den maßgeblichen Beziehungsrahmen bilden. Das heißt, meistens sind es die Angehörigen, die merken, es stimmt irgendwas nicht. Nicht nur die psychische Erkrankung, sondern es spitzt sich zu. Es gibt vielleicht eine suizidale Einengung. Suizid wird immer öfter Thema. Die Verzweiflung wird immer größer. Ist auch etwas, was die Angehörigen oft mitkriegen und dann natürlich auch versuchen zu unterstützen, Hilfe zu vermitteln. Gleichzeitig ist es aber so, dass, ich sage jetzt in vielen Bundesländern, professionelle Angebote nur einen kleinen Bedarf decken. So etwas wie die Krisenhilfe Oberösterreich gibt es in Oberösterreich, aber sonst in der Form leider nirgends, wo man wirklich eine zentrale Anlaufstelle hat. Und bei uns in der Beratungsstelle ist es bei rund 8% der Gespräche so, dass Suizidalität ein Thema ist. Das heißt, es ist ein sehr zentrales Thema, das nicht nur in der Beratungsstelle immer wieder auftaucht, sondern auch in den Gruppen auftaucht und auch deutlich macht, wie massiv dieses Thema bei uns ist. Jetzt ist es aber so, dass Angehörige keine psychosozialen Profis sind. keine psychosozialen Profis sind. Das Know-how ist meistens aus dem Internet bezogen irgendwo und natürlich auch die emotionale Unterstützung, die man als psychosozialer Profi hat, fällt weg. Das heißt, entsprechende Ausbildung, Supervision, ein Team, wo man Intervision oder Fallbesprechung haben kann und natürlich auch, dass die Möglichkeit um 16 Uhr nach Hause zu gehen, fällt bei den Angehörigen auch weg. Das heißt, es ist oft so ein 24-7-Einsatz, in dem sich Angehörige zumindest fühlen, auch wenn es vielleicht nicht sinnvoll ist, aber das Gefühl ist da, dass wir 24-7 im Einsatz sind. Und das ist der Grund eben, warum Angehörige gerade auch sowas wie die Krisenhilfe brauchen, wo sie Unterstützung, Information kriegen, wo sie begleitet werden, wo sie auch hören, was sie denn tun können. Und ja, das ist dementsprechend wichtig. Das Thema Suizid, Suizidarität taucht bei uns in verschiedenen Zusammenhängen auf. Einerseits, wenn der Suizid vollzogen ist, das heißt, wenn sich ein Mensch wirklich das Leben genommen hat. und von einem Suizid berichtet, versuchen wir schnell weiter zu vermitteln an anderen Einrichtungen, wo es die entsprechende Begleitung gibt. Weil die Nachbetreuung eines Suizids in der Familie ist etwas ganz, ganz Zentrales und Wichtiges. Weil ich glaube, Sie alle wissen auch, dass Suizide oft familiär gehäuft vorkommen. Das heißt, dass das auch wirklich in der Familie aufgearbeitet werden soll und unter Umständen auch therapeutische Begleitung, Trauerbegleitung notwendig ist. Häufig ist es bei uns jedoch so, dass die Person, der Angehörige, länger bei uns in Beratung war oder es zum Suizid gekommen ist. Dann wird natürlich noch geklärt, der Rahmen, in dem das passiert ist, in welchem Zusammenhang das mit der psychischen Erkrankung gestanden haben kann. Das heißt, man versucht das irgendwie abzuschließen, einzubetten. Und dann gibt es natürlich noch, wie wir schon gehört haben, auch die Möglichkeit, in Gruppen zu gehen für Menschen, nachdem ein Suizid in der Familie passiert ist. Ein wesentlich größeres Thema bei uns ist das Thema Suizidalität, das heißt, wo Angehörige fürchten, dass sich der Patient, die Patientin etwas antut, das Leben nehmen will. weil eben Angehörige sich sehr alleingelassen fühlen, weil man hört zwar, man muss etwas tun, man muss es ernst nehmen, aber die Möglichkeiten, was zu tun ist, ist dann relativ eingeengt und dass man dann wirklich schaut, dass man mit der Krisenhilfe Kontakt aufnimmt und wirklich versucht, ein Netzwerk zu öffnen. Dass wir versuchen, den Angehörigen immer zu vermitteln, nicht versuchen, alleine damit fertig zu werden, sondern andere mit ins Boot reinzuholen, ein Netzwerk aufzubauen. Das kann die behandelnde Ärztin, der behandelnde Arzt sein, das kann die psychosoziale Einrichtung sein, mit der der Patient vor kurzem in Kontakt war. Das kann auch Unterstützung sein, die Patientinnen und Patienten zu motivieren, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber auf jeden Fall nicht versuchen, es alleine zu schaffen, sondern immer schauen, dass man ein Netzwerk aufbaut. Etwas, was bei uns auch sehr oft auftaucht, sind Suiziddrohungen. Das heißt, wo das Thema Suizid verwendet wird, um zu manipulieren, sage ich jetzt einmal ganz vorsichtig, wo es darum geht, ganz vorsichtig, wo es darum geht, ich nehme mir das Leben, wenn du nicht dies oder jenes tust, das kann sein, dass Schulden gedilgt werden, dass man Wohnungen zur Verfügung stellt, dass man damit einverstanden ist, dass weiterhin keine Therapie in Anspruch genommen wird. Es können verschiedenste Themen sein, wo halt einfach Suizid mit einem Wenn-Dann verknüpft wird, was für Angehörige immer wieder eine große Belastung darstellt. Aber trotzdem wichtig ist, das Thema Suizid trotzdem ernst zu nehmen und wieder dieses Netzwerk zu aktivieren, ernst zu nehmen und wieder dieses Netzwerk zu aktivieren, um auch deutlich zu machen, dass das Suizid kein Thema ist, mit dem man manipulieren kann und soll. Was immer wieder auch auftaucht in Familien ist, dass Angehörige, die pflegen, die betreuen, ans Ende ihrer Kräfte kommen und selber suizidale Gedanken entwickeln. Angehörige, die pflegen, die betreuen, ans Ende ihrer Kräfte kommen und selber suizidale Gedanken entwickeln, in die Suizidalität kommen. Und da ist es auch wichtig, dass andere in der Familie das auch wahrnehmen, ansprechen und unterstützen können. Ist oft auch der Fall, wenn die Patientin, der Patient auf einmal irgendwo betreut werden. Das heißt, wenn der ganze Druck, die Verpflichtung und so weiter wegfällt und dann auf einmal so richtig in ein Loch rein stürzt. Oder wenn einfach die Hoffnungslosigkeit ganz, ganz groß ist, dass es nicht mehr besser wird, dass es so bleibt und dass es auch für den Patienten, die Patientin hoffnungslos erscheint. Ja, und dann natürlich auch versuchen wir Angehörige zu sensibilisieren, wenn es ihnen selber nicht gut geht. Auch das Thema der eigenen Suizidgedanken anzusprechen und deutlich zu machen, wie wichtig es ist, sich da rechtzeitig um Hilfe umzuschauen. Und wir versuchen da auch verschiedene Schritte zu öffnen. Hatte ich gehofft, das ist schon aus, weil ich glaube, ich bin schon weit in der Zeit. Diese ständige Alarmbereitschaft ist etwas, was Angehörige sehr belastet, was auch körperliche Reaktionen, Beschwerden auslösen kann. Es gibt ein Körpergedächtnis, mit dem immer wieder ähnliche Reize getriggert werden. Ich kann nur von mir selber erzählen, etwas, was die Erinnerung immer wieder lebendig werden lässt, ist bei mir, wenn in der Früh die Amseln zu singen anfangen. Das war nämlich damals so in der Zeit. Und wenn man sich wieder eine Nacht um die Ohren geschlagen hat und in der Früh fangen die Amseln zu singen an, immer wenn ich das höre, tauchen die Gefühle nicht eins zu eins, aber annähernd so wieder auf. Und das ist etwas, was manchmal auch belastend sein kann. Und was für Angehörige in meinem Thema ist, ist auch dieser uneindeutige Verlust. Das heißt, man verliert etwas. Etwas ist nicht so, wie es einmal war. Aber man kann auch nicht eindeutig abschließen. Das sind diese phasenhaften Verläufe bei psychischen Erkrankungen, dass es immer wieder anders geht und immer wieder ist es zweifeln, hoffen und wieder verlieren. Ja, das lasse ich jetzt weg. Das, was wir versuchen, Angehörigen zu bieten, ist einerseits eine Verbindung zur Krisenintervention. Das heißt, dass wir in der Beratungsstelle auch in den Gruppen versuchen aufzufangen, aber vor allem auch an professionellen Stellen weiterzuleiten. Eben an die Krisenhilfe, in Wien ans Kriseninterventionszentrum, wo auch Leute aus ganz Österreich anrufen können, teilweise auch zur Therapie vermitteln, Trauerbegleitung vermitteln oder eben auch unmittelbare Unterstützung anbieten. Das eine sind eben die Gatekeeperinnen und Gatekeeper, die über Supra ausgebildet sind. Und ganz neu versuchen wir jetzt auch, eine Kollegin von mir hat die Ausbildung gemacht, zur Trainerin für Erste Hilfe für die Seele. Und wir bieten jetzt dann auch Erste Hilfe Kurse für Angehörige an, um dieses Thema stärker bei den Angehörigen präsent zu machen. Ja, ich würde da jetzt Schluss machen und mich bedanken für Ihre Aufmerksamkeit und wollte fragen, ob es noch Fragen gibt. Vielleicht, wenn Sie ein kurzes Handzeichen geben oder so, sollte es Fragen geben. Aus der Krisenintervention her jetzt die Erfahrung beim Einsatz. Du warst Angehörigin nach dem Suizid und gerade jetzt sind Sie Familienvater, habe eine langjährige Karriere hinter sich, begonnen mit Burnout, Depression, schlussendlich seit zwei Jahren Borderline-Diagnose, mehrfach stationäre Behandlung, allerdings nicht in der geschlossenen Abteilung, die sich im Zuseh dieses Aufenthalts im Krankenhaus konzentriert. Aufenthalts im Krankenhaus zu beantworten. Und bei den Angehörigen habe ich nur dieses Thema gehabt und es hat nie jemand vom Krankenhaus gesagt, wie wir damit umgehen lernen. Das hat mir unglaublich aufmerksam gemacht. Also, dass die Quelle, du gehst mit deinem Angehörige auch, dass wenn man es endlich geschafft hat, dass Hilfe in der Klinik angenommen wird, ist ja heutzutage schon eine Kunst, dass dann oft, keine Ahnung, ein, zwei, drei Wochen drin der Patient, die Patientin betreut wird. Und dann geht es wieder zurück zu den Angehörigen, die noch genauso überfordert sind, genauso hilflos sind in der Situation und genauso wenig den Patientinnen und Patienten unterstützen können. Deswegen diese Kontaktaufnahme mit den Angehörigen, auch zu sagen, ihr braucht Unterstützung. Da ist jetzt jemand, der braucht eure Hilfe, der braucht Unterstützung und damit man die geben kann, braucht man mehr Know-how, braucht man selber auch Unterstützung. geben kann, braucht man mehr Know-how, braucht man selber auch Unterstützung. Muss man auch vielleicht Krisenpläne ausarbeiten, damit man nicht immer von vorne anfängt etwas zu machen. Aber ich gebe Ihnen vollkommen recht, also da wäre es wirklich toll, wenn Einrichtungen, Kliniken und so weiter ganz konstruktiv mit Angehörigen zusammenarbeiten. Was wir in Wien in der Beratungsstelle machen ist, wir bieten Seminare an für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von anderen Einrichtungen zum Thema Angehörige. Nämlich, wie können Sie in Ihren Einrichtungen, wurscht ob das dann eine Wohnbetreuung ist, ob das eine Tagesstruktur ist, ob das ein Club ist, ob das eine berufsrehabilitative Einrichtung ist, was für ein Konzept habt ihr zum Thema Angehörige? Ihr müsst euch alle bewusst sein, die Angehörigen sind da. Ihr könnt nicht nur mit dem Patienten arbeiten, sondern der geht dann wieder nach Hause und dort sind die Angehörigen. Das heißt, ihr könnt sie nicht einfach außen vor lassen, dass sich Einrichtungen auch bewusst machen, was ist unser Angehörigenkonzept? Auch wenn wir sagen, wir schaffen nichts, wir haben keine Ressourcen mehr, um den Angehörigen etwas anzubieten, dann müssen wir ihnen aber zumindest sagen, wo sie sich hinwenden können und was passiert bei uns in der Einrichtung. Das sind so die minimalen Ideale. Es wäre natürlich, wenn es in jeder Einrichtung jemanden gibt, der für das Thema Angehörige zuständig ist, wo sich Angehörige auch hinwenden können und der das Thema Angehörige immer wieder auch ins Team reinbringt, damit es einfach präsent ist. Aber ja, langsam geht es. Gibt es noch Fragen? Dann bedanke ich mich. Vielen Dank, er geht uns ja nicht verloren. Wir haben ja nach der Pause eine Talkrunde und da werden wir noch ganz viele Fragen auch noch klären oder da können Sie sich, wenn Ihnen in der Zwischenzeit noch etwas unterkommt, auch einbringen. Dankeschön. Wir kommen jetzt zum zweiten Vortrag. Sie ist schon angekündigt worden, sie ist Psychotherapeutin, sie ist Teamleiterin bei der Krisenhilfe Oberösterreich und sie ist eben Supra-Gatekeeperin, sie ist Trainerin und ich freue mich jetzt sehr auf Lisa Hack. Ja, auch von mir einen schönen Nachmittag. So, ich hoffe, es funktioniert. Ja, auch von mir einen schönen Nachmittag. So, ich hoffe, es funktioniert. Ja, es ist, danke für diese sehr berührenden und auch die sehr persönlichen Eindrücke von Ihnen und auch den Hinweis, wie viel eigentlich noch zu tun ist im Sinne der Suizidprävention und auch im Sinne der Unterstützung der Betroffenen und der Angehörigen. Jetzt wird es ein bisschen theoretisch und auch nochmal ein bisschen kryptischer. Mein Titel Psychodynamische Aspekte der Suizidalität über die Notwendigkeit einer haltenden therapeutischen Beziehung schließt ein bisschen an an die Notwendigkeit und die Wichtigkeit der Beziehungsarbeit in der Begleitung von Menschen mit suizidalen Erleben und Verhalten. Beziehungsarbeit in der Begleitung von Menschen mit suizidalen Erleben und Verhalten. Psychodynamische Aspekte, Kinder uns dabei ein Stück orientierungspunkte bieten, Kinder uns dabei ein Stück helfen, Prozesse zu verstehen, damit wir selber nicht verloren gehen in den heftigen Gefühlen und Übertragungen, mit denen wir unweigerlich konfrontiert werden. in den heftigen Gefühlen und Übertragungen, mit denen wir unweigerlich konfrontiert werden. Also nicht nur die Angehörigen werden mit sehr schwierigen und heftigen Emotionen konfrontiert, sondern auch wir als Helfende, die die Betroffenen oder auch die Angehörigen begleiten wollen. Vorweg aber nochmal ein paar Zahlen, damit wir auch eine Idee haben, von was wir sprechen. Zahlen, damit wir auch eine Idee haben, von was wir sprechen. Im Jahr 2021 haben sich in Österreich 1.099 Menschen das Leben genommen. Davon sind 879 Männer und 220 Frauen. der Suizidtoten auf die Einwohner gerechnet. Das sind seit einigen Jahren circa bei 13 Suizidtoten auf 100.000 Einwohner. Ebenfalls sehr stabil ist die Zahl, dass es im Jahr circa dreimal so viele Suizidtote gibt wie Verkehrstote. Die meisten Suizide werden im mittleren Lebensalter begangen. Das ist gemalt damit zwischen 45 und 64. Das betrifft 35 Prozent der Suizide. Entschuldigung. Ja, die Frage des Warums ist eine, die sowohl die betroffenen Angehörigen als auch wir uns als Helfer sehr intensiv beschäftigt. Warum will jemand sterben? Warum scheint für jemand die Möglichkeit des Todes näher als für alle Möglichkeiten im Leben zu sein? wie alle Möglichkeiten im Leben zu sein oder auch letztendlich nach einem Suizid, warum hat sich jemand gegen das Leben für den Suizid, für den Tod entschieden. Diese Fragen des Warums sind bei uns in der Krisenhilfe, in der Krisenintervention sehr allgegenwärtig. Sie haben ja schon gehört, wir begleiten Menschen in suizidalen Krisen. Das reicht von Suizidgedanken bis hin auch schon zu akuten und sehr klaren Suizidplänen. Wir begleiten aber nicht nur die Betroffenen, die Suizid alles erleben und Verhalten zeigen, sondern wir begleiten auch die Angehörigen. Die Frage des Warums und die Ursache, die dahinter steckt, ich habe leider Ansicht, wo ich nicht mehr sehe, was ich tue. Die Frage des Warums ist schwer zu klären. Es gibt eben keine einzelne Ursache oder den Risikofaktor für suizidales Erleben und Verhalten, sondern die Motive sind sehr vielfältig und können eigentlich meistens nur im Zusammenhang mit einem persönlichen, lebensgeschichtlichen Kontext verstanden und erklärt und auch begriffen werden. Das heißt in Folge, es wird uns niemand und ich kann Ihnen kein allgemeingültiges Erklärungsmodell bieten, das uns da weiterhilft. Genauso wenig gibt es die Psychodynamik, die uns erklärt, warum suizidales Erleben und Verhalten entsteht. Suizidalität ist immer auch das Ergebnis einer Interaktion aus neurobiologischen und sozialen und psychologischen Faktoren. Wenn ich jetzt dann über Psychodynamik spreche, legen wir natürlich hier den Fokus auf psychologischen Faktoren, weil wir in der Beratung, in der Psychotherapie ist das unser Part an dem oder mit dem wir ein Stück arbeiten können und wo wir ein Stück hilfreich sein können. Die psychodynamischen Aspekte, wie ich schon gesagt habe, das ist jetzt nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern es sind theoretische Landkarten, die uns Orientierungshilfe bieten können. Orientierungshilfe, um eben in diesen komplexen Geschehen und in der Konfrontation mit sehr heftigen Gefühlswelten uns nicht zu verlieren oder eben auch nicht in eine Ohnmacht oder in eine Handlungsunfähigkeit zu kommen. Psychodynamisch versuchen wir Suizidalität immer als sinnvolles Notsignal zu verstehen. Es ist ein Hinweis auf einen existenziell bedrohlichen Zustand, wo der oder die Betroffenen im Moment keine anderen Abwehrmechanismen zur Verfügung mehr haben. Suizidalität hat dabei immer eine psychische Funktion. Meistens ist diese psychische Funktion eigentlich eine, die an das Leben gerichtet ist. Suizidalität bewegt sich demnach in unserem Sinne auch immer auf ein Kontinuum, das sich bewegt zwischen sterben wollen und leben wollen. Der René Reichler hat das recht veranfacht dargestellt. Reichl hat das recht veranfacht dargestellt. Es zeigt in diesem Kontinuum, dass immer eine starke Ambivalenz vorhanden ist. Es gibt immer den Teil in mir, der leben möchte, es gibt immer den Teil in mir, der sterben möchte. Und auf dieser Linie bewegt man sich. Das heißt, suizidales Erleben und Verhalten ist nicht immer gleich stark. Man ist manchmal näher am Sterben wollen und man ist manchmal näher am Leben wollen. Das bietet uns aber gerade in der Arbeit als psychosoziale Fachkräfte, als Therapeutinnen, als Beraterinnen, ein Stück Hoffnung und Sicherheit geben, weil das heißt immer, es ist auch die Möglichkeit, zu ein paar Schritten Richtung Leben wollen, immer auch vorhanden. Ein bisschen komplizierter und komplexer formuliert es eine psychoanalytische Autorin, die Frau Beginiat-Gerisch. Suizidalität ist begrifflich auf einem Kontinuum angesiedelt, an dessen einem Ende die völlige Hoffnungslosigkeit und ein Zustand der Objektaufgabe sowie am anderen Ende ein mehr objektzugewandtes, eher von Hoffnung getragenes Erleben steht. Auch hier haben wir wieder diese Ambivalenz zwischen an das Leben gerichtet und sterben zu wollen. eine Grenz zwischen an das Leben gerichtet und sterben zu wollen. Dabei, solange diese Funktion, die sie an ein Leben, an ein mögliches Leben, an eine potenzielle Veränderung im Leben richtet, gibt es immer auch die Idee, dass sie eigentlich an dieser Situation etwas verändern könnte. Nur mal zusammengefasst, die Suizidalität wird in seiner Funktion immer als Schutz- und Abwehrmechanismus verstanden. Dabei ist es der Versuch, eine existenziell bedrohliche innere Situation abzuwehren oder eben auch zu stabilisieren, zu regulieren oder weitere Bedrohungen abzuwehren und das selbst zu schützen. Somit ist Suizidalität in dieser Form immer eine Form von Lösungsstrategie, die zu einer potenziellen Veränderung geknüpft ist. Das heißt, dieser Satz ist immer mit enthalten, was viele Betroffene sagen, ich möchte so nicht mehr leben. Und in diesem ich möchte so nicht mehr leben, gibt es immer die Idee, dass doch etwas veränderbar sein könnte. Und dass es eigentlich darum geht, eine neue Perspektive entwickeln zu wollen, auch wenn diese im Moment überhaupt nicht zur Verfügung steht und noch nicht einmal ansatzweise zur Verfügung steht. Der Gedanke, sich jederzeit das Leben nehmen zu können, macht es manchmal erträglicher, so eine ausweglose und hoffnungslose Situation auszuhalten. Die Idee ist, ich habe noch was in der Hand, es gibt nur ein letztes Mittel, wo ich selber Kontrolle habe. Das ist der Gegenpol zu dieser absoluten Hoffnungslosigkeit und zu diesem absoluten Ausgeliefertsein. Und somit ist es wieder ein Stück, auch wenn das jetzt sehr, sehr paradox klingt, ist es auch wieder ein Stück, ein Schritt in Richtung Selbstwirksamkeit. Und das ist etwas, mit dem wir versuchen zu arbeiten und wo wir versuchen, immer wieder ein Stückchen hinzukommen, dieses Erleben von Selbstwirksamkeit, Handlungsfähigkeit auch ein Stück zu stärken. Es tut mir sehr leid, dass das nicht ganz zusammenstimmt, weil meine Präsentation da hängt. Wo begründet sich nun diese psychische Funktion der Suizidalität meist ausgelöst wird durch einen drohenden tatsächlichen Verlust, durch einen Konflikt, durch eine aktender Verlust, ein grundlegenderes Traumata, die oft sehr früh schon die Persönlichkeitsstruktur geprägt haben. Es gibt da immer einen Kontext, gerade aus dieser psychodynamischen Sicht, außer mit sehr frühen Trauma- und Verlusterfahrungen, die im aktuellen Anlass wieder reaktiviert werden. Vor allem bei wiederkehrenden suizidalen Erleben und Verhalten, das auch oft bei psychischen Erkrankungen mit einhergeht, gibt es diese Spuren. Weil man davor ausgeht, dass eine gewisse Grundvulnerabilität schon sehr früh geprägt war, warum manche Abwehrmechanismen nicht mehr funktionieren und das letzte Abwehrmechanismen dann nur mehr die der Suizidalität zur Verfügung bleiben. Was sind die Kernthemen dieser psychischen Funktion? Die Kernthemen, wo die Suizidalität Wurzel, das ist einerseits ein Umgang mit der Aggression, das geht zurück auf die Theorien von Freud. Das nächste ist der Selbstwert und das narzisstische Gleichgewicht. Das findet sich in den Theorien zu Narzissmus und Suizidalität nach Hänsele. Und dann gibt es noch die Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung zu wichtigen anderen Menschen. Das findet sich zu Suizidalität und der Objektbeziehungstheorie. eher so ein gedanklicher Anstoß sein, sie vielleicht da wieder einmal vertiefend hinzuwenden. Ganz kurz möchte ich nur auf den Selbstwert und auf die Beziehungsgestaltung eingehen. Bei der Narzissmus-Theorie geht Hänsel davon aus, dass sie kein ausreichend stabiler Selbstwert hat entwickeln können. Oder eben, dass ein Selbstwert, der vielleicht sogar mal stabil war durch schwere Traumata, so fragilisiert worden ist, dass er auch nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht und ins Wanken gerät. Wenn dieser Selbstwert sehr fragil ist, kann es eben gerade bei Trennungen von bedeutenden, wichtigen anderen dazu kommen, dass das selbst so in Gefahr gerät, weil eben diese Bestätigung vom Anderen, den man braucht, nicht mehr da ist. Das kann jetzt einerseits durch Trennung sein, durch Verlust sein, durch Tod sein. Es kann aber auch sein, dass dieser Selbstwert gar nicht so stark an der anderen Person hängt. Es kann auch sein, dass dieser Selbstwert sich hauptsächlich durch einen überhöhten Leistungsanspruch oder durch einen sehr hohen Perfektionismus aufrechterhält. Und da ist natürlich die große Gefahr, wenn dieser Selbstwert dann nicht mehr aufrechterhalten werden kann, die große Gefahr, wenn dieser Selbstwert dann nicht mehr aufrechterhalten werden kann, dass bei einem Zusammenbruch ebenfalls eine sehr existenzielle Selbstwertkrise entsteht, die im schlimmsten Fall auch zu einer suizidalen Entwicklung führen kann. Die Idee dahinter ist, dass man versucht, das Selbst zu retten und das Selbst durch diese suizidale Entwicklung davor zu schützen, also vor Beschämung zu schützen, vor Schuld zu schützen oder eben auch vor vernichtender Kritik zu schützen. Bei der Objektbeziehungstheorie auch nur ganz kurz, da kommen wir jetzt zum Begriff, der vorher auch schon gefallen ist, da eine absolute Sicherheit zurückkehren, die es einfach auch nicht mehr gibt als Erwachsener. Und die antifusionäre Form, da geht es um größtmöglichste Autonomie, da liegt eigentlich die Angst dahinter, verschluckt zu werden von einem Gegenüber. Die manipulative Form, da haben wir vorher schon ganz kurz was gehört, die sehr heftige emotionale Übertragungsgefühle bei uns auslöst, die ganz einen großen Druck erzeugt. Sie dient in psychodynamischer Sicht immer entweder einer Objektsicherung, das heißt, ich will mein Gegenüber, das für mich so wichtig ist, an mich binden, Objektsicherung, das heißt, ich will mein Gegenüber, das für mich so wichtig ist, an mich binden, also ich will, dass es bei mir bleibt oder eben ich will mein Gegenüber verändern oder ich möchte, dass mein Gegenüber so tut, wie ich das gerne möchte. Was man darunter legen muss, ist der Gedanke, wenn Menschen ihre Bedürfnisse und ihre Beziehungen nur über so heftige Strategien irgendwie befriedigen können, kann man sich vorstellen, was dahinter für schwere Entwicklungen, für schwere Erlebnisse liegen müssen, dass einem da nichts anderes zur Verfügung steht, dass man da keine Ressourcen hat, Bedürfnisse in irgendeiner Form anders zu kommunizieren, sondern nur auf diese extrem dramatische und extrem druckerzeugende Art und Weise. Das zeigt schon, dass da eine ganz heiße Spur oder eine sehr naheliegende Spur ergibt in sehr frühe beziehungsdramatische Erfahrungen und Entwicklungen. Wenn diese Manipulation nicht mehr möglich ist, kann diese Form der regressiven Suizidalität entstehen. Das ist eine, wo man das eigene Selbst aufgibt, wo es nicht mehr wichtig ist, dass es mich gibt. Und das ist eigentlich eine sehr gefährliche Form der Suizidalität, weil man auch nicht mehr denken kann, dass es gegenüber gibt, dass man in irgendeiner Form eine Existenzberechtigung, eine Daseinsberechtigung spiegeln kann oder vermitteln kann. Aus psychodynamischer Sicht wird Suizidalität weniger aus aktuellen, bewussten Situationen, die zur suizidalen Krise geführt haben, sondern eher durch ihre zugrunde liegenden unbewussten konflikthaften Beziehungen zu inneren und äußeren Objekten verstanden. Und diese Konflikte werden in der aktuellen Situation neu entzündet. Das heißt, auch da haben wir schon das Beziehungsgeschehen, in dem Suizidalität ganz eng verhaftet und eingewoben ist, aber diese Beziehungen vielleicht gar nicht mehr bestehen und diese Menschen vielleicht gar nicht mehr im Leben präsent sind. Darum braucht es diese tragfähige und vertrauensvolle Beziehung, um dem ein Stück Halt zu bieten, weil eben Suizidalität ein Beziehungsgeschehen ist, das in der Beziehung passiert und sehr tief auf die Beziehungen zurückwirft, nämlich eben hier und jetzt und natürlich auch auf die therapeutische Beziehung zurückwirkt, ist es von sehr großer Bedeutung, dass es gelingt, eine hilfreiche und vertrauensvolle Beziehung herzustellen. Wie stelle ich mir jetzt so eine Beziehung vor? das sind natürlich sehr, sehr hohe Ansprüche. Da zu sein, eine tragfähige Beziehung, die Halt und Sicherheit vermittelt, anzubieten, eine Beziehung, die getragen ist von einer Grundhaltung der Akzeptanz, der emotionalen Wärme, der empathischen Sorge, die ein offenes und ein wertschätzendes Gespräch ermöglicht, Und ein wertschätzendes Gespräch ermöglicht, ist die wirkungsvollste und auch die wichtigste Intervention im Zusammenhang mit suizidalen Erleben und Verhalten. Das ist natürlich schon ein hoher Anspruch. Wir stehen in unserer therapeutischen oder in unserer beraterischen Haltung immer auf der Seite des Lebens, mit einer sehr klar bejahenden Haltung, lebensbejahenden Haltung und bieten somit auch eine stellvertretende Zuversicht bei gleichzeitig größtmöglichstem Respekt vor der Autonomie des Gegenübers. Und diese Challenge ist eine, die oft sehr, sehr schwer zu halten ist. Und das ist etwas, was gerade für Betroffene und Angehörige fast der Ding der Unmöglichkeit ist, diesen Spagat zu schaffen zwischen Würdigung und Respekt, dass jemand seine Entscheidung treffen kann und der Sorge und dem Wunsch zu helfen und zu unterstützen und einen Fokus auf ein mögliches Leben gerichtet zu haben. Warum ist es auch so schwierig? Weil, das habe ich ja schon gesagt, in diesen Übertragungsgefühlen und in diesen Prozessen werden wir unweigerlich konfrontiert mit Hoffnungslosigkeit, mit Einsamkeit, mit innerer Leere, mit Angst und Verzweiflung. Wir kommen in Seelenlandschaften, die geprägt sind von Traumata, von Schuld, von Schamgefühlen, von massiven Kränkungen und Verletzungen. Also es ist ein sehr schmerzvoller Prozess, Menschen dort auch zu begegnen und das auch ein Stück zu halten und einmal anzunehmen. anzunehmen. Wichtig ist, dass wir als professionelle Helfer dabei immer auch versuchen, diese ambivalenten Gefühle, die auch bei uns entstehen können, einerseits einmal auszuhalten und einmal zu containen und andererseits auch zu differenzieren und ein Stück Schritt für Schritt verstehbar zu machen. Das sind oft sehr, sehr lange Prozesse. Das ist etwas, was Krisenintervention sehr häufig übersteigt. Da sind wir eigentlich sehr häufig auch schon in einer psychotherapeutischen Begleitung von Menschen mit suizidalen Erleben und Verhalten. Was hilft in der therapeutischen Beziehung, aber nicht nur dort? Das sind die drei Ds. Daran denken, danach fragen, darüber reden. die vielleicht ein Verhalten zeigen, wo sie sich immer mehr zurückziehen, wo Hoffnungslosigkeit entsteht oder auch so altruistische Sätze kommen wie, ich will nicht mehr ausfallen, es macht eh keinen Sinn, man braucht Ehenehmend. Das sind so Sätze, da sollte man an suizidales Erleben und Verhalten denken. Das nächste ist danach fragen. Wenn dieser Gedanke schon mal da ist, immer danach fragen. Leider gibt es so einen Mythos, der heißt, wenn ich es anrede, dann bringe ich jemanden erst auf die Idee, sich zu suizidieren. Das ist grob gesagt der absolute Topfen. Menschen erleben das sehr entlastend, wenn sie gesehen werden in ihrem Leid, wenn sie gesehen werden in einer Not und wenn jemand einer mit dieser Offenheit begegnet, dass sie das einmal ausdrücken dürfen und dass da vielleicht ein Stück verstanden werden. Darüber reden braucht eben diese tragfähige und stabile und vertrauensvolle Beziehung. Wenn die gelungen ist, kann in diesem Gespräch Entlastung passieren, aber ja allererste kann Verständnis entstehen. Wir müssen uns dabei interessieren, nicht nur für den aktuellen Anlass, sondern immer auch für das Gewordensein. Wie hat sich eine Biografie entwickelt? wie ist eine Lebensgeschichte gelaufen, dass es jetzt so ist, wie es ist und jemand in einer suizidalen Einengung ist. Da kommen wir natürlich auch immer wieder an die Frage des Warums. Weil unterm Strich kann nur jemand, der einmal Verständnis erfährt, sofort anfangen, sich selber zu verstehen und auch und erst wenn wir uns selber ein Stück verstehen, können wir überhaupt erst neue Perspektiven entwickeln und alternative Lösungen denken. Ja, ganz kurz noch, weil ich glaube, ich bin schon drüber. In diesem Gespräch geht es um Entlastung, um emotionale Entlastung. Dazu braucht es einmal, das habe ich eh schon gesagt, zusammenzufassen. Suizidalität wird als Notsignal akzeptiert und verstanden, immer in der darunterliegenden Funktion. Es braucht ein Containment, das geht zurück auf den Beyond, beziehungsweise auf den Winnicott, die Holding-Funktion. Das heißt, in dieser therapeutischen Beziehung braucht es einen sicheren Raum. Es braucht dieses Gefühl von Schutz, von Sicherheit und auch, dass ich in meinen eigenen Grenzen wahrgenommen und respektiert werde und dass es ein Platz ist, wo ich mich trauen kann und es einmal darf, meine unerträglichen inneren psychischen Zustände zu zeigen und auch was, die werden dort jetzt einmal gehalten. einen sehr reflektierten Umgang mit diesen sehr komplexen Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen. Das heißt, wir als Beraterinnen, Betreuerinnen, Therapeutinnen spüren auch diesen großen Handlungsdruck. Wir werden in diese Beziehungsmuster mit eingezogen und wir laufen Gefahr, in Richtung manipuliert zu werden, unter Anführungszeichen. Wichtig ist, dass wir das nicht ausagieren, sondern dass wir das ein Stück nicht nur containen, sondern auch verarbeiten und einordnen können. Und da sind einfach psychodynamische Konzepte, aber es gibt auch andere, die genauso nützlich sind, sehr hilfreich, damit wir da nicht uns fangen lassen, selber ohnmächtig und hilflos werden und nur mehr in der Angst agieren, dass sich jemand suizidieren könnte. Weil das ist meistens nicht das, was dann am Schluss nützlich ist. Jetzt überspringe ich das ganz schnell, weil das haben Sie eh alles schon gehört. Abschließend möchte ich, was braucht es? Eben dieses Betreuungsnetz und da möchte ich mich an meinem Vorredner anhängen. Es braucht ein breites, stabiles Netz an haltenden, an stützenden Beziehungen. Es braucht Menschen und da sind wir als professionelle Helfer immer ein Stück mehr in der Verantwortung, die darauf denken, die Menschen darauf ansprechen und die auch bereit sind, darüber zu reden. Das ist leider nicht nur im Krankenhaus schwierig, auch in der psychosozialen Fachwelt ist es durchaus ein heikles Thema und macht auch Angst und Unsicherheit, über Suizidalität zu sprechen. Also da braucht es einfach ganz viel Auseinandersetzung und ein Wissen von unserer Seite, damit wir uns das zutrauen. Weil das Thema fordert uns ja auf sehr vielen Ebenen, sowohl die Betroffenen als auch uns Helfer. Es fordert uns eben auch in unserer Auseinandersetzung mit so schweren Themen wie Leben und Tod, mit Sterben, aber auch mit oft sehr zutiefst persönlichen Werthaltungen, philosophischen und ethischen Fragen. Und auch da muss ich mich immer wieder neu positionieren, dass ich Menschen in suizidalen Krisen ausreichend offen begegnen kann und ihnen auch diese Haltung von, ich stehe auf der Seite des Lebens und fühle mich an dem Leben verpflichtet und gleichzeitig habe ich aber den größtmöglichen Respekt, dass ich jemand anders entscheiden kann und habe größtmöglichen Respekt vor der Autonomie dieser Entscheidung. Das heißt, es braucht immer viele, wie dieses Bild sagt, es braucht viele auf der Seite der Betroffenen, es braucht aber viele und ein breites Unterstützungsnetz auf der Seite der Angehörigen, die das auch wirklich 24-7 mittragen müssen, miterleben müssen. Also auch die brauchen ganz viel Support und Unterstützung und gute Beziehungen, die sie auch entlasten können, weil diese Prozesse nicht wie in der Krisenintervention, wo es sehr überschaubar ist, überschaubar unter Anführungszeichen, ein Anfang und ein Ende finden, sondern gerade im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen oder sehr tief verwurzelten Psychodynamiken kann das auch sehr viel Zeit und sehr lange und immer wiederkehrend sein. Und für das braucht es einfach ein gutes, ein stabiles, ein breites Netz an Menschen, die da sind, die Halt bitten können, um das mitzutragen. Danke. Vielen Dank. Jetzt wieder an Sie die Einladung, wenn Sie eine Frage jetzt schon haben. Also wir steuern auf die Pause zu. Sie können natürlich sehr gern persönlich das Gespräch suchen. Es gibt einen Talk nachher, wo auch noch Austausch stattfindet, aber wenn Ihnen jetzt etwas unter den Nägeln brennt, auf der Zunge liegt, bitte kurzes Handzeichen. Momentan nicht. Anzeichen? Momentan nicht. Unsere Talkrunde gestaltet sich so, dass wir an und für sich uns zuerst austauschen, mit Fragen meinerseits oder natürlich auch gegenseitige Fragen. Auch unsere ExpertInnen sind eingeladen, sich gegenseitig zu befragen und auszutauschen. Und natürlich Sie. Jetzt kann es natürlich sein, dass ich Sie vielleicht, wenn ich wegschaue, gerade nicht sehe oder so, aber sonst machen Sie sich laut stark bemerkbar. Nur sollte ich jemanden übersehen, wenn Sie etwas beitragen wollen, wenn Sie eine Frage haben, was auch immer. Es ist jetzt quasi so der offene Diskurs. Sie ja die nächste Dreiviertelstunde. Ich freue mich natürlich, wenn Sie sich rege beteiligen. und ich darf jetzt auch die GesprächspartnerInnen zu mir auf die Bühne bitten, nämlich den Edwin Ladinser noch einmal, die Elisabeth Hack und ganz neu der Manfred Krammer. Herzlich willkommen. Wählen Sie sich ein Platzerl und ein Mikrofon. In dem Fall darf ich vielleicht mit Manfred Kramer auch beginnen, auch indem ich einen Satz zu ihm noch dazu sage. Er ist Leiter der Selbsthilfegruppe für Trauernde nach dem Suizid eines nahestehenden Menschen. Schön, dass Sie auch hier sind. Sie haben das ja mitverfolgt oder sich jetzt auch in der Pause ausgetauscht. Vielleicht lassen Sie uns ein bisschen an Ihrem Leben mit dem Thema teilhaben, dass Sie mal sagen, wie ist denn Ihre Sicht der Dinge und die Mikrofone. Jeder hat sein eigenes Nahbesprechungsmikro ganz weit zum Mund. Bitte nehmen. Ist schon aufgedreht, habe ich schon gemacht. Okay, ja dann von mir auch herzlich willkommen in der Nachmittagsrunde. Ja, also mir ist vielleicht am Anfang wichtig, da möchte ich ein bisschen an die Lisa anknüpfen, weil ich das natürlich alltäglich immer, wenn ich halt in der Gruppe arbeite, mir das immer so ganz, ganz nahe spürbar ist, dass wir da einen Teil dieses Beziehungsangebots leisten in dieser Angehörigengruppe. Genau von dem, wo die Lisa eigentlich dann am Schluss von ihrem Vortrag gesprochen hat, das ist im Grunde in der praktischen Umsetzung das, was wir in der Angehörigengruppe machen. Und was mir auch noch ganz wichtig ist, weil das auch, man wirklich auch merkt, wenn man mit den Menschen in Kontakt ist und zusammenarbeitet, wie sensibel die Phasen sind. Wir haben Menschen, die sind bei uns zum Teil schon nach ein paar Wochen in der Gruppe, aber auch bis zu vier, fünf Jahren. Also wir haben jetzt, wenn der ist schon fast fünf Jahre bei uns. Genau, und da merkt man halt auch eine gewisse Sensibilität. Und da ist aus meiner Sicht auch so eine Grundgeschichte, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt und mit Menschen in Kontakt ist, die Suizid im Umfeld erlebt haben, wie wichtig das ist, dass man sich mit dem selber auseinandersetzt, wo stehe ich denn bei dem Thema? Also welche Haltung habe ich zu dem Thema Suizid? Also in dieser Spannbreite, was die Lisa aufgezeigt hat. Wo stehe ich denn da im Sinne von zugewandt zum Leben, aber auch so dieser Respekt vor dieser Autonomie der Entscheidung, sich selbst das Leben zu nehmen? Und mit dieser Haltung geht man ja in die Begegnung mit den Menschen. Und ich glaube, da ist es wichtig, dass man die Selbstreflexion mitbringt, dass man sich das auch gut anschaut vorher. Weil in dieser Begegnung ist man dann mit den Menschen und ich glaube, da ist es wichtig, dass man die Selbstreflexion mitbringt, dass man sich das auch gut anschaut vorher, weil in dieser Begegnung ist man dann mit den Menschen. Das war durchaus zumindest mein Anspruch als Psychologe, dass das ja auch super war, wenn das in der allgemeinen Bevölkerung war, dass wir uns auch immer wieder ein Stück selbst reflektieren und schauen, wo stehe ich denn bei gewissen Themen und da in der Auseinandersetzung, weil wir sind da innen glaube ich hauptsächlich Fachpublikum, aber dadurch auch, glaube ich, Multiplikatoren mit anderen Menschen. Und ich glaube, das ist auch wichtig, dass man da immer wieder darauf hinweist und sich auch ein Stück auf das einlost. Wo bin ich da? Wo stehe ich da? Welche Haltung habe ich? Welche Erfahrungen habe ich zu dem Thema Suizid? Und was macht das mit mir? Und dann vor allem in der Frage, was macht das mit mir in der Begegnung mit Menschen, die das erlebt haben? Das ist ja meine Arbeit, wenn ich jetzt als Vertreter der Gruppe, weil ich mache ja Begleitung und Beratung mit suizidalen Menschen, aber das ist aus meiner Sicht schon ein spezifischer Zugang auch von der Gruppe her. Genau. Diese Gruppe trifft sich wo? Genau, das war jetzt das Nächste. Die Struktur der Gruppe, genau. Die Gruppe findet zweiw wo? Genau, das war jetzt das Nächste. Die Struktur der Gruppe. Die Gruppe findet zweiwöchentlich statt. Wir haben immer zweiter und vierter Dienstag im Monat. Das heißt, manchmal sind es drei Wochen, aber in der Regel sind es zwei Wochen Abstand. Wir treffen uns von 18 bis 20 Uhr. Aktuell haben wir einen Raum in der Krisenhilfe im vierten Stock. Wir sind auch schon ausgewichen in andere Räume, aber von 18 bis 20 Uhr. Aktuell haben wir einen Raum in der Krisenhilfe im vierten Stock. Wir sind auch schon ausgewichen in andere Räume, aber aktuell sind wir dort. Wir sind eine begleitete Selbsthilfegruppe, also wir sind keine therapeutische Gruppe, sondern wir sind eine begleitete Selbsthilfegruppe von der Sabina Klampfer, die ist eigentlich die Kollegin, die das schon ganz, ganz ewig macht und ich bin jetzt seit ein paar Jahren auch dabei. Genau, und von 18 bis 20 Uhr und es ist eine offene Gruppe, das heißt, wir schreiben immer wieder, also vielleicht der Zugang, muss man zuerst nur sagen, der Zugang ist der, dass man Menschen erfahren, oft erfahren sie ja über den Weg, dass begleitet werden in der Akutphase, über die CAT-Begleitung und über den Weg ist oft die Information, dass es uns als Gruppe gibt. Genau, da machen wir ein Erstgespräch, ein Kennenlerngespräch und schauen uns die Situation an. Wir haben jetzt gerade wieder ein Erstgespräch gehabt, wo für uns ganz klar war, der Mensch braucht jetzt einmal individuelle Begleitung und therapeutische Begleitung und dann muss man schauen, schrittweise, wie weit es dann passt, da wieder in der Gruppe einzusteigen. Weil natürlich Gruppe ist schon natürlich ganz, ganz was Besonderes in der Auseinandersetzung. Und da muss ich vorstellen, da sitzen jetzt sechs bis acht oder so Menschen, die alle einen Suizid erlebt haben. Und das Thema ist ja dann immer emotional ziemlich heftig herinnen. Unterschiedlicherweise, aber doch immer stark spürbar. Genau, also offene Gruppe, das heißt, wir schreiben mit dem Motto Gas, hallo, wir treffen uns morgen wieder, wir haben einen SMS- Verteiler und laden eigentlich immer wieder neu ein in die Gruppe und jeder hat die Freiheit zu kommen oder auch nicht. Wir bitten schon, aber darum gebt uns Info, ob es kommt. Und ja, dann wissen wir eigentlich auch immer, wer kommt und wie viele kommen und dass wir uns da gut darauf einstellen können. Aber es ist auch so, dass immer wieder neue dazukommen können und auch wieder Menschen aussteigen. Also da gibt es nicht so eine abgeschlossene Gruppe, sondern wirklich total offen eigentlich. Und immer die Freiheit zu sagen, ich bin heute dabei oder ich bin auch nicht dabei. Wie zeitnahe zum Suizid ist denn so ein Treffen oder die Kontaktaufnahme zu euch jetzt sinnvoll? Auf jeden Fall in der ersten Akutzeit, in der Schockzeit, sage ich mal, ist es noch ein wenig bald. Also es ist eh so, in der eine CAT-Begleitung gibt, wenn man Suizid ist, gibt es sowieso zuerst WSKI, einmal die erste Intervention macht und dann oft einmal das Angebot grundsätzlich ist, dass dann eine weitere Begleitung durch uns, durch die Krisenhilfe, über das CAT-Angebot, über die Krisenintervention, bei akuter Traumatisierung. Und da gibt es dann auch ein paar Wochen Begleitung. Und da entscheidet sich dann auch schon, da wird dann das besprochen und unter anderem auch das Angebot der Angehörigengruppe. Also ich würde sagen, ein paar Wochen, wenn man so sagt, unser Kartenangebot geht bis zu acht Wochen nach dem. Wir haben jetzt gerade wieder eine Neuche, die eingestiegen ist, die ihre Söhne hat, sie hat vor jetzt ziemlich genau zwei Monaten das Leben genommen. Und das ist okay, das funktioniert auch. Wir haben aber auch schon gehabt, dass wir dann auch gemerkt haben, der Mensch selber und auch wir, die die Gruppe versuchen zu leiten, dass das vielleicht noch nicht passt. Dann verweisen wir halt wieder auf andere Angebote. Was wir auch machen, was ich gerade mache, zum Beispiel ist, wir haben gerade ein Ehepaar, die einen Sohn verloren haben, wo ich jetzt auch noch Krisenbegleitung mache. Also die sind in der Gruppe, aber ich mache auch noch Krisenbegleitung für ein paar Termine, weil halt gerade Bayern eine schwierige Phase ist, wo man sagt, das ist auch noch ein zusätzlicher Teil. Man sagt, außerhalb der Gruppe gibt es auch noch in der Krisenhilfe die Möglichkeit, auch noch begleitet zu werden, also auf individueller Ebene. Ich würde jetzt auch gerne einmal auf die Mythen, die Sie angesprochen haben, eingehen. Also diese Mythe, man darf jetzt niemanden anreden, weil wenn ich das jetzt anspreche, dann bin ich jetzt der Auslöser, der den Knopf drückt und dann ist eh alles zu spät. Das heißt, vielleicht fallen Ihnen noch ein, zwei so Mythen ein, die wir jetzt einmal aufräumen können hier, vor allem mit den Menschen, die vielleicht auch in die Situation kommen, berufsbedingt, dass sie etwas bemerken. Ich gebe mal Ihnen das Wort. Wenn es keine gibt, ist es genauso gut, aber ich denke mir nur... Es gibt einige, spontan. Welche fallen mir die wichtigsten ein? Also eine ist sicher auch jemand, der über Suizid spricht, tut es nicht. Also das Gegenteil ist der Fall. Sehr viele Menschen versuchen vor einem vollendeten Suizid darüber zu sprechen und versuchen sich auch Hilfe zu holen. Manchmal nicht so direkt, dass wir es verstehen. Das erleben wir in der Krisenhilfe manchmal, dass Menschen sehr belastet anrufen und ganz viele Themen vordergründiger sind. Da braucht es einfach schon oft dieses aktive Darandenken und danach Fragen, damit sie leider trauen, darüber sprechen zu können. Das, das, ja, und jetzt fällt mir gerade kein Zweites. Ich gebe mal mit dir das Wort, du weißt es nicht mehr. Ich glaube, das hast du ja schon genannt, dass Menschen, das gibt es ja zum Teil nur die, wenn sie Menschen schon drei oder vier Suizidversuche gemacht haben, dass sie die dann wahrscheinlich eh nicht umbringen. Und da ist auch wieder das Gegenteil. Umso öfter Suizidversuche gemacht haben, dass sie die dann wahrscheinlich eh nicht umbringen. Da ist auch wieder das Gegenteil. Umso öfter Suizidversuche, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Suizid einmal passiert. Aber es ist auch so ein Bild, das es zum Teil auch immer noch gibt. Da ist irgendwie so der Vergleich mit Hunden, die Pellen beißen nicht so ungefähr, also man tut es nicht. Aber es ist das Gegenteil. Und diese Vorurteile haben ja oft die Funktion, damit wir uns nicht wirklich auseinandersetzen müssen damit. Vorurteile in dieser Richtung sind ja immer ein Zeichen davon, dass etwas sehr Bedrohliches ist, dass etwas Überforderndes ist, dass wir uns ein Stück weit aus unserem Leben draußen halten wollen. Und von dem her, ja. Angst wahrscheinlich vor der Antwort auch hat. Weil was tue ich, wenn die Antwort wirklich ist, ja, dann muss ich ja handeln. Weil wenn ich denke, sehe nichts, muss ich vielleicht auch nicht so. Und eine Frage, die mich auch noch interessiert ist, Sie haben in Ihrem Vortrag gesagt, es gibt so diese Schlüsselsätze, wenn man öfter sagt, mir braucht eh keiner mehr und wozu bin ich denn noch auf dieser Welt? Und jetzt muss ich das ein bisschen flapsig formulieren, wo erkenne ich den Unterschied zwischen der Oma, die das schon seit 20 Jahren sagt? Weil das hört man oft, also mir braucht eh keiner mehr, weil sie halt möchte, dass jemand kommt. Und wo weiß ich, dass das echt tragisch ist jetzt? die halt möchte, dass jemand kommt. Und wo weiß ich, dass das echt tragisch ist jetzt? Tja, ich glaube, da kann ich eine klare und gerade Antwort geben. Also auch wenn die Oma das schon seit 20 Jahren sagt, macht es durchaus Sinn, sich zu überlegen, was ist denn ihr Bedürfnis dahinter und was kannst du gerade nicht anders formulieren und nicht anders ausdrücken, als wie, es braucht mich keiner, es macht keinen Sinn mehr. Auch da in diesen Äußerungen ist ja eine Botschaft drinnen, die es wert ist, hinzuschauen und auch einmal anzuschauen und anzusprechen. Das kann jetzt schon ein Lebensübertruss dahinter sein, muss aber nicht. Und von dem her ist meine Haltung da immer, was steckt dahinter? Und sich Zeit nehmen und die Offenheit zu nehmen und neugierig zu sein. Und das heißt natürlich, ich muss auch bereit sein, mich mit vielleicht schmerzvollen oder leidvollen auseinander zu setzen. Das wird mir nicht ein Sport bleiben. Man muss ja auch ergänzen, dass auch eine 80-jährige Oma macht Suizid. Gerade wieder bei uns in der Krisenhilfe ist so eine Situation. Das heißt, wenn es wer ausspricht, ist es ein Thema. Also das ist grundsätzlich ernst zu nehmen und dann kann ich selbst ja steuern. Also ich muss mich mit dem auseinandersetzen, was ich dann halt höre. Dass sie sagt, ich bin einsam, ich bin alleine. Bitteschön. Ist dann auch jeder Suizid angekündigt? Ich wiederhole es nochmal laut, ist ein jeder Suizid angekündigt, war jetzt die Frage. Nein, also natürlich im Nachhinein wird man viele Spuren erkennen und wird man die Baselsteine zusammenstellen können, weil wir das Wissen von nachher haben und auf einmal ganz viele Aspekte sichtbar werden. Und dann kann man schon die Fantasie entwickeln, man hätte es sehen können oder müssen. Aber was ich vorher gemacht habe, ist, dass ein großer Anteil nicht angekündigt wird, sondern dass die Menschen versuchen, Hilfe zu kriegen, weil es ihnen so schlecht geht. Nicht im Sinne von angekündigt, dass sie sagen, ich habe suizidale Gedanken und werde mich suizidieren. Das habe ich auch gemeint mit diesen Botschaften, dass sie uns oft nicht so gerade kommunizieren, wie es wir manchmal brauchen, damit wir es verstehen. Umgekehrt, wir müssen eigentlich daran denken und eher das aufmachen, damit die Leute sich trauen, es uns erzählen zu können. Das ist auch Bestätigung in unserer Gruppe. Gibt es auch, dass auch jetzt nur noch zum Teil ein Jahr oder mehr immer nur die Frage ist, warum und wir haben nichts gemerkt. Auch in der Auseinandersetzung, in der Diskussion immer wieder. Nein, wir haben es einfach nicht gemerkt und ich glaube, es ist ein Respekt, dass das auch so ist und auch möglich ist, dass man es einfach wirklich nicht wahrnimmt, weil es halt der so gut versteckt hat, dass man merkt schon, der ist eher introvertiert und bei sich und auch oft zurückgezogen, aber das lässt dann noch nicht den Schluss zu, dass sich der Mensch dann auch das Leben nimmt. Und was auch irgendwie so ist, würde ich sagen, auch fast durch die Bank für alle eine Aussage ist, letztendlich ist es dann überraschend. Das ist schon auch so die Regel. Auch wenn schon mal ein Suizidversuch war oder so, letztendlich ist dann, wenn es passiert, trotzdem wieder überraschend für alle. Herr Latinsa, wie erleben Sie das mit den Menschen, die sich an Sie, an Ihre Gruppe wenden? Mit den Anrufen eben auch, mit dem ich, wenn es schon geschehen ist, ich habe es nicht gesehen. Hätte ich es kommen sehen müssen? Gibt es das auch bei Ihnen? Das ist immer wieder ein großes Thema, nämlich auch die Frage, hätte ich es sehen müssen, hätte ich es verhindern können, wenn ich es früher bemerkt hätte. Und das ist halt auch dieses Thema mit den Schuldgefühlen dabei auftauchen. Und da muss man wirklich eben, so wie Sie auch gesagt haben, es ist so, dass es manchmal einfach nicht zu merken ist und es einfach nicht wahrgenommen wurde. Und dann macht es wenig Sinn, das im Nachhinein hinein zu interpretieren und Schuldzuschreibung zu machen, sondern wirklich auch dabei zu bleiben, was habe ich in der Situation wirklich wahrnehmen können und beurteilen können. Nicht retrospektiv beurteilen. Was ist denn bei Ihnen bei HPE die größte Herausforderung zu diesem Thema? Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, zu wissen, wann soll es ansprechen, wenn man es befürchtet. Und es ist dann bei vielen eine Abwägung, wovor fürchte ich mich mehr, es anzusprechen oder das vielleicht doch etwas sein könnte. Und nämlich die Vorstellung, mit einem nahen Angehörigen dieses Thema zu diskutieren, mit dem eigenen Sohn, mit der eigenen Partnerin, mit der eigenen Mutter. Und die sagt dann wirklich, ich denke über Suizid nach, oder es ist Thema bei mir. Dann muss man erst in der Lage sein, das irgendwie auf die Reihe zu kriegen, zu verkraften. Und ich glaube, dass sich viele dann hinter diesem Mythos verstecken, so wie Sie gesagt haben. Besser nicht fragen, weil dann wird es erst recht zum Thema und das ist dann sehr oft diese eigene Angst davor. Und dann ist es oft ein Weg, der beschritten wird, dass man mehr oder weniger jemand anderen vorschickt. Es ist irgendwo Thema und vielleicht gibt es irgendeine entferntere Tante oder einen Schulfreund oder sonst jemand, der sagt, okay, ich spreche das Thema mal an und bringe es aufs Tapet. Jemand, der sich vielleicht leichter tut, also dass man zumindest das nicht nur wieder mit sich selber ausmacht, sondern vielleicht auch bespricht mit anderen und überlegt, wie gehen wir das Ganze an. Sehr gerne. Das Thema Suizid, das rührt ja auch, wenn es in unserer Umgebung Thema ist, oder es ist passiert, das rührt ja auch in unserer eigenen Identität was an. Das heißt, die Beziehung, die wir zu den Menschen haben, da stellt man sich ja dann wirklich auch in der eigenen Identität völlig was an. Das heißt, die Beziehung, die wir zu den Menschen haben, da stellt man sich ja dann wirklich auch in der eigenen Identität völlig infrage. Das heißt, das ist natürlich auch nochmal schwerer, dass man über diese Hürde auch darüber kommt, dass man in Kontakt tritt und selber das dann zum Thema macht. Weil man ja in dieser Verbundenheit die eigene Identität infrage stellt. Das heißt, wenn ich zu dir sage, hey, ich habe Angst, dass du das Leben nimmst, hat das ja auch auch ein Stück mit mir selber was zu tun. Und ist es auch dieser Satz, also darf ich es so direkt formulieren? Oder ist es sinnvoll, es so direkt zu formulieren? Also wenn ich denke, ich bemerke, es geht dir nicht gut in letzter Zeit, nehme ich das richtig wahr und ich habe tatsächlich Angst, dass du dir das Leben nimmst? Sag ich es so? Genau, das ist die Formulierung. Hast du dir konkrete Gedanken gemacht, wie du das machst? Hast du mit wem schon darüber gesprochen? Das ist die nächste Frage, die mir aufgefallen ist. Steckt immer ein Plan dahinter? Schmieden Menschen, die sich das Leben nehmen wollen, einen Plan, wie sie das genau machen? Oder kommt das für die auch plötzlich? Unterschiedlich. Also das ist von der Erfahrung her total. Also ich habe schon mal, also im Cut war das, eine Familie begleitet, wo sich die Mutter das Leben genommen hat. Und wo dann der Mann im Nachhinein festgestellt hat, im Chat, also im Verlauf vom Internet, wie viele Monate sich die Frau schon mit Suizidmethoden beschäftigt hat. Und da waren wirklich die schlimmsten Methoden dabei. Und die hat sich letztendlich wirklich alles perfekt über Wochen vorbereitet, wie sie dann den Suizid gemacht hat. Aber es gibt natürlich auch das ganz andere, dass das was Plötzliches war, wo man auch nicht im Nachhinein das Gefühl hat, ja, das war schon länger geplant oder so. Also ich glaube, die Bandbreite ist in dem Thema extremst groß. Aber es ist natürlich erschreckend, wenn es für die Angehörigen, wenn die feststellen, der Mensch hat sich ja monatelang mit dem auseinandergesetzt. Und hat das wirklich dann minutiös geplant. Also du musst ja alles mitdenken, dass du nicht erwischt wirst. Oder auch Vorkehrungen treffen, wie Schüder aufstehen, bitte da nicht reingehen oder so, weil da ein Gas drin ist oder was auch immer. Also es kommt alles mögliche Schräge vor eigentlich in so Situationen. Und ist das jetzt so ein Mythos, dass es ein Hilfeschrei ist, dass die Menschen gefunden werden wollen, also je nachdem, ob es überhaupt möglich ist. Sie meinen beim Suizidversuch? Genau. Die Frage ist nicht irritierend, aber erstens müssen wir es genauso ernst nehmen, weil auch wenn das Motiv, ich möchte gefunden werden, dahinter liegt, kann es schief gehen. Ich kann einfach nicht gefunden werden, weil jemand nicht rechtzeitig von der Arbeit heimkommt oder weil ich eine gewisse Dosierung verkehrt gewählt habe oder mein Körper es nicht verträgt. Also vor dem ernst zu nehmen, ist es immer ein Hilfeschrei, ist vorher schon, weil ich suizidale Gedanken äußere, ist ja schon ein Ausdruck von einer extrem belastenden und einer sehr bedrohlichen innerpsychischen Situation. Und die wird dann natürlich noch mal sichtbar, wenn ich einen Suizidversuch mache. Im Arbeiten nachher ist natürlich ein Thema, darauf zu schauen, wie stark war der Wunsch zu sterben. Aber das sind sehr therapeutische Themen und therapeutische Prozesse, wo man gemeinsam hinschauen muss. Und da gibt es auch wieder leider keine allgemeine Antwort oder das ist es und das ist es immer. Und von dem her gilt es immer ernst zu nehmen. Ich finde gerade Suizidversuche dürfen nicht bagatellisiert werden mit so Sätzen wie es war nur ein Hilfeschrei. Genau. Gibt es von Ihrer Seite? Ich wollte ein Thema dazu nehmen. Diese Frage, ist jeder Suizid verhinderbar? Das ist ja auch so eine Geschichte. Und meine Erfahrung ist, dass ich sage, ich bin inzwischen der Überzeugung, dass nicht jeder Versuch, also nicht jeder Suizid verhinderbar ist, sondern dass es einfach Suizide gibt, wo man, so wie ich vorher gesagt habe, man wirklich nichts merkt, wo auch die Möglichkeit nicht wirklich war, Einfluss zu nehmen und dass es einfach passiert. Ich glaube, das ist auch eine Realität, dass Suizid irgendein Teil unseres Lebens und Sterbens dann letztendlich auch ist. Ich glaube, das ist wieder, was ich vorgemacht habe. Da geht es dann auch wieder, welche Haltungen habe ich denn dazu überhaupt? Und meine Haltung ist schon, dass es so ist, dass es möglich ist, dass man es nicht verhindern kann und dass einfach Menschen das für sich so in einer Klarheit haben, dass das dann konsequent durchgezogen wird. Das ist ja wirklich so verblüffend, dass Menschen das für sich so in einer Klarheit haben, dass das dann konsequent durchgezogen wird. Das ist ja wirklich so verblüffend, dass Menschen das dann in so einer letzten wirklichen Konsequenz dann vollziehen, dass sie sich das Leben nehmen, was uns wir ja eigentlich gar nicht wirklich vorstellen können. Ich weiß nicht, ob Sie sich da drinnen irgendwer vorstellen können, dass er sagt, jetzt steige ich wirklich vom Baumgleis und schmeiße mich vor den Zug. Das ist ja eine Vorstellung, wo du denkst, ja, mache ich das? Nein. Naja, ich kann es sein, dass es ein Stück weit etwas Tröstliches ist. Sie haben es, glaube ich, so am Rande angesprochen. Es ist ja etwas Tröstliches. Den Tod habe ich immer noch. Also dieses Geborgensein, so arg das jetzt klingt, aber dieses Geborgensein in dem Gedanken, diesen Weg kann ich gehen. Dieses Gefühl, ja, es wird manchmal vermittelt, auch bei Angehörigen, wenn die jemanden in der Familie haben, der Suizid gemacht hat und der Suizid vielleicht angekündigt hat und in Therapie war so dann, die Angehörigen glauben so jetzt geht es einem besser, es wird ruhiger, die sind gelassen und sind irgendwie beruhigt, aber der, der sich dann so zitiert, letztendlich ist aus dem Grund häufig, oder glaubt man, ruhiger, weil er in den Plan steht, das dauert nicht mehr lange mehr, er löst sich auf die Art. die Orte und das ist was immer wieder die Ressourcen machen oder immer wieder die Entscheidung zu treffen und die Freiheit in sich zu tragen Entschuldige, Entschuldige also die Entscheidung zu treffen aber das kennen wir eh, glaube ich, im Alltag alle Dinge, die unklar sind und wo was offen ist, wo man noch keine Entscheidungen getroffen hat die sind extrem belastet. Mein Bild ist auch, dass wenn die Entscheidung und die Klarheit getroffen ist, dann ist nochmal die Phase der Entspannung. Und das ist das, was Sie beschreiben. Und beschreiben ja Angehörige. Jetzt habe ich es ja gleich gar nicht geglaubt, weil jetzt ist es mir wieder besser gegangen, den Menschen. Das ist natürlich auch eine Aussage, die man doch immer wieder einmal hört. Das heißt, an Ihrem Nicken bemerke ich, das erleben Sie so auch oder haben Sie schon erlebt. Genau, das sind dann oft auch diese Geschichten, wo es dann eben genau darum geht, ja, jetzt war er dann endlich in Therapie und es ist ihm besser gegangen und man hat Hoffnung geschöpft und dann auf einmal war wirklich der Suizid da. Also da ist wirklich ein gravierender Einschnitt, der dann passiert. Das andere sind für mich natürlich auch die Überlegungen beim Thema Suizidversuch, wo man gefunden werden will. Es ist für uns immer wieder ein großes Thema, was heißt das eigentlich in einer Familie, wenn jemand einen Suizidversuch gemacht hat, denke ich jetzt jedes Mal, wenn ich von der Arbeit heimkomme, liegt er oder sie wieder da oder ist er morgen noch da oder nicht. Das heißt, es ist immer so wie ein Damoklesschwert, es ist eine große Verunsicherung da, was natürlich für ein positives, unterstützendes, heilsames, familiäres Klima nicht unbedingt gerade förderlich ist. Das heißt, diese große Unsicherheit, die dann auch bei den Angehörigen ausgelöst wird, tragt natürlich nicht zur Stabilität des Betroffenen bei. Deswegen ist es auch so wichtig, dass die Angehörigen sich dann auch Unterstützung holen. Ich glaube so, und ich fange vielleicht noch einmal einen Schritt davor an. Diese Angst, etwas Falsches zu tun, schwebt doch immer mit, oder? Ich kann mir ja nie sicher sein. Vor allem, wenn Sie gesagt haben, man hat Schuldgefühle, man stellt sich vielleicht vor, im Falle des Falles, was hätte ich, oder habe ich jetzt, weil ich den einen Satz gesagt habe, jetzt bin ich einmal wütend geworden, weil es mir einmal gereicht hat, und dann habe ich meinen Emotionen freien Lauf gelassen und dann ist es halt geschehen. Also ich glaube, diese Angst ist die größte Bürde eigentlich, für die, die es mittragen. Ich muss ehrlich gestehen, ich habe die Frage nicht ganz verstanden. Die Angst, der Menschen etwas Falsches zu tun, die jemand begleiten, der Suizidgedanken hat. Das heißt, ich sage jetzt etwas Falsches oder ich werde jetzt einmal wütend, weil ich mir denke, wir sind verheiratet und wir haben das Thema nicht, das reicht mir aber ich habe auch mein Leben unter keine Ahnung. Dass ich das dann auslöse mit meinen Emotionen oder mit meinem falschen Satz oder mit meinem Tun. Und verstehe ich es richtig, dass Sie dann sagen, ich spreche es nicht an, weil ich Angst habe, dass ich dann etwas auslöse oder dass ich der Auslöser bin? Genau, ich habe Angst, der Auslöser zu sein. Es ist vielleicht eh schon bekannt, aber ich habe die Dauerangst im Nacken. Ich mache jetzt genau den entscheidenden Fehler. ich mache jetzt genau den entscheidenden Fehler. Oder ich verstehe es auch so, ich bin vielleicht lang der verständnisvolle Zuhörer, der das Thema anspricht, der versucht zu unterstützen, zu begleiten, zu supporten. Und nach dem dritten Tag kann ich einfach nicht mehr, bin ich fertig und schimpfe halt einmal oder sage irgendetwas, wo ich mir denke, mein Gott, hätte ich das jetzt bloß nicht gesagt, weil es einfach rausgerutscht ist und hat das dann dazu beigetragen, dass es dann vielleicht wirklich so weit kommt zu einem Versuch oder zu einem vollzogenen Suizid oder auch nur die Angst davor. Nächste, bitte. Ich hätte bloß gerne kein kleines, sondern eigentlich ein recht dramatisches Beispiel in der subjektiven Empfindung beisteuern. Ich habe irgendwann ein Gespräch geführt, wo tatsächlich auch ein Suizidversuch passiert ist. Und in einem der letzten Streits, wo Suizidalität immer wieder ein Thema war, und Sie zu Ihrem Partner gesagt haben, ja, in Gottsnamen, dann Suizid, also dann bring dich halt um. Weil es so belastend war, das dauernd auszuhalten. Er hat dann geraten, ein paar Tage später war dann der Suizidversuch. Und nein, das ist nicht der Auslöser. Aber das subjektive Gefühl, damit an arbeiten zu müssen, mit diesem Gefühl, und jetzt hat er es wirklich probiert, es war Gott sei Dank kein, wenn auch ein sehr ernst gemeint, aber kein Erfolg, quasi erfolgreicher Suizidversuch, das dann aushalten zu müssen, dass ich dann auch noch gesagt habe, also die Frau, die dann lag und ich habe gesagt, er soll sie umbringen und dann tut er es tatsächlich. Wie arg bin ich? Und da dann herzugehen und zu sagen, das ist ja nicht die Äußerung. Es sind so viele Dinge, es ist so komplex, was da dazu führt. Und da mag schon dieser Streit und dieses Ich-kaffe-auch-einmal-raus ein Teil sein, aber es ist es ja nicht. Und das ist aber subjektiv, ich glaube, das ist so schwierig, damit dann auch umgehen zu können. Weil, wenn ich so den Fall... Entschuldigung. Ich will nur einen draufsetzen, es gibt ja auch Abschiedsbriefe, wo dann die Dynamik der Beziehung zum Vordergrund kommt, also sichtbar wird, wo wirklich wüsteste Beschimpfungen und Beleidigungen drinnen sind und den Menschen ganz klar gesagt wird, du bist schuld, weil ich mich jetzt umgebracht habe, ist natürlich dann nur mal jetzt im Nachhinein die Herausforderung, das zu bearbeiten und zu verarbeiten, natürlich ein großes, im Sinne der Schuldgefühle, eine Riesenherausforderung ist. Aber die Dimension gibt es ja dann auch noch, wo wirklich das Suizid dazu benutzt wird, dann in der Beziehung ein Statement zu setzen. Herr Leuthenzer, Sie wollten? Ja, mir hilft dann öfter dieses Gedankenexperiment, die Vorstellung, dass irgendjemand so mächtig ist, durch Worte jemanden in den Suizid zu treiben. Das heißt, das ist ja so eine Überhöhung dessen, was man eigentlich schaffen kann, sondern das ist es nicht. Sondern es war vielleicht nicht gescheit, was ihr getan habt, das kann schon sein, es war nicht unterstützend, aber es hat ihn sicher nicht in den Suizid getrieben. Das ist irgendwie so, diese Macht habe ich nicht. Und es gibt diesen Ausdruck, der gute Nuff Mother, der gefällt mir immer ganz gut, man kann nur gut genug sein, mehr kann man einfach nicht und manchmal funktioniert es nicht ideal. Aber diese Macht, jemanden in den Suizid zu treiben, die kann man einfach nicht und manchmal funktioniert es nicht ideal. Aber diese Macht, jemanden in den Suizid zu treiben, die hat man nicht. Jetzt habe ich noch so eine Frage, wo es vielleicht keine Antwort darauf gibt. Darf ich als Angehörige aufgeben? Also ich komme ja aus dieser Situation, jetzt gehen wir davon aus, das ist mein Ehemann oder mein Kind, nicht raus. Also ich muss das ja aushalten und ich kann mir Hilfe suchen, aber ich kann ja nicht aufgeben oder nicht gehen. Oder wie kann ich aufgeben? Man kann ja konsequent weiterfragen, darf er mich trennen von einem Menschen, der Probleme hat, der in einer Krise ist, der auch schon mal Suizide-Äußerungen gemacht hat, das kann ich ja über Jahre abspielen, darf er mich überhaupt trennen? Darf ich aufgeben? Oder muss ich immer dranbleiben? Ich glaube, das ist eine schwierige Frage. Ziemlich individuell. Ich würde da sehr, sehr, sehr vorsichtig sein, das irgendwie eine schwierige Frage. Ziemlich individuell. Also ich würde da sehr, sehr, sehr, sehr vorsichtig sein, das irgendwie zu moralisieren oder so. Mein Büt ist, das ist natürlich relativ radikal, dass ich sage, jeder Mensch hat ein Recht auf ein gutes eigenes Leben. Und wenn das nicht mehr möglich ist, dann finde ich es auch nicht okay, dass ich mich für einen anderen aufopfern muss. Es ist bei diesem Thema, aber es gilt für mich auch, in der Betreuung von alten, ist es auch nicht okay, dass ich mich für einen anderen aufopfern muss. Es ist bei diesem Thema, aber es gilt für mich auch in der Betreuung von alten, angehörigen Menschen. Dass ich mein Leben aufgib für den anderen, das finde ich, ist ein Zugang, der nicht meinem Menschenbild entspricht. Und deswegen, ich glaube, das ist vielleicht ein Stück eine Antwort auf das, welches Bild habe ich und welche Haltung habe ich dazu. Und ich denke, wir sind ja nicht nur als Angehörige und Einzelpersonen gefordert, gerade bei anhaltend wiederkehrenden suizidalen Erleben und Verhalten, das ist es, braucht es viele, wie ich gesagt habe, haben wir einen gesellschaftlichen Auftrag, da sind wir alle gefordert. Da kann es nicht die Ehefrau sein oder die Schwester oder das Kind alleine. Die werden es alle alleine nicht erhalten und nicht erschaffen. Das heißt, es braucht ein gutes Netz, es braucht ein stabiles Netz und das braucht es in unserer gesamten Gemeinschaft. Das ist ein gesellschaftlicher Auftrag eigentlich, den wir da haben, dafür zu sorgen, dass diese Menschen eine Anbindung kriegen, die anderen entlastet und unterstützt kriegen und dass es eine Möglichkeit ist, so wie der Manfred gesagt hat, wenn mein gutes Leben nicht mehr möglich ist und ich mich aufopfern muss, dass es dann auch andere Perspektiven geben kann und deswegen diese betroffene Person nicht verloren ist. Also ich glaube, da haben wir alle was zu tun und das geht uns auch alle an. Ich möchte jetzt ein bisschen so einen positiven Haken vielleicht noch schlagen, obwohl der positive etwas übertrieben ist, aber es geht ja auch gut aus. Also das ist ja jetzt nicht so, dass eben alles verloren ist. Also dass wir vielleicht auf die andere Seite auch schauen. Die meisten oder den meisten Menschen kann ja geholfen werden oder sie können sich dann selbst helfen, ihren Selbstwert oder was es halt gewesen ist, wieder so aufrichten, dass es auch gut gehen kann. Gibt es da so eine Statistik, würde ich jetzt nicht sagen, aber ich hätte jetzt ganz gerne von Ihnen gehört, naja, 80 Prozent wird schon wieder. Muss ich leider. Also ich denke mir, da sind wir auch wieder auf zwei Ebenen. Das eine ist Suizidalität im Zusammenhang mit einem krisenhaften Geschehen, mit einer Lebenskrise, mit einer traumatischen Krise und Suizidalität, aber auch im Zusammenhang mit einer psychischen oder physischen Erkrankung, die sich chronifiziert, die per se einen länger begleitet. Da braucht es ganz andere Herangehensweisen. Aber das ist ein längerer Prozess. Das ist auch die Frage, ob der jemals ganz abgeschlossen sein kann. Bei Ihnen würde es mich noch interessieren, ob diese Selbsthilfegruppe auch ein Stück weit Prävention ist vor Suizid für die Menschen, die das erlebt haben? Also jeder in der Gruppe sagt, dass für ihn das Thema war, sich selber das Leben zu nehmen, nach dem Suizid des Angehörigen. Also diese Frage stellt sich jeder. Aber die, die zu uns in die Gruppe kommen, die machen es, haben es natürlich nicht gemacht. Und wir haben zum Beispiel eine dabei, die ist wirklich, und das ist das, was ich auch nochmal sagen wollte, was das Besondere ist an Gruppe, wo sie Menschen treffen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben, weil das wirklich, das bestätigen alle, wo sie Menschen treffen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben, weil das bestätigen alle. Da sind Menschen, da kann ich sagen, was ich will, auch wenn wir unterschiedlicher Sichtweise sind, aber ich fühle mich immer grundsätzlich einmal verstanden. Das ist das, was die teilen miteinander, das teilen nur die miteinander. Wir alle wissen nicht, was das ist und was das bedeutet. Und das ist das, was die teilen miteinander, das teilen nur die miteinander. Also wir alle wissen nicht, was das ist und was das bedeutet. Und das ist ja eigentlich auch so das Besondere. Und diese Wertschätzung untereinander ist für mich immer wieder berührend und verblüffend. An dem Beispiel jetzt anknüpfend, das eine ist dabei, die immer sagt, ich schaue mir es halt nur an, aber wenn ich nicht mehr kann, nicht mehr will, dann bringe ich mich selber um. Und dann gibt es natürlich Reaktionen von den anderen, die andere Sichtweisen haben, aber letztendlich ist der Respekt da, das den Menschen zuzugestehen, zu sagen, so ist es gerade. Und das kann sich auch wieder ein Stück verändern. Aber jetzt gerade ist es so. Und da kommt ja auch das, was wir vorher schon diskutiert haben, diese Haltung oder diese Möglichkeit hat etwas Tröstliches zu sagen, wenn ich mal nicht mehr will und nicht mehr kann, dann habe ich die Möglichkeit immer noch. Aber jetzt einmal nicht und jetzt schaue ich mir das einmal an. Und jetzt bin ich da bei euch und höre euch zu und gebe auch meine Sichtweise. Und das hat auch wieder etwas Tragendes und Stützendes. Ich würde Sie jetzt gerne zu so einer Runde einladen. Auch was wünschen Sie sich für Ihre Arbeit oder was brauchen Sie sich vielleicht auch an Verbesserungen der Rahmenbedingungen oder an dem, wie sich Ihr Wirken gestaltet? Herr Latinse vielleicht? Vielleicht eh anschließend an das. Ich denke, Angehörige fühlen sich oft so verantwortlich, alles daran zu setzen, dass es nicht zum Suizid kommt. Und ich denke, es ist auch wichtig, dass sich die Gesellschaft als Ganzes dafür verantwortlich denke ich, ist im psychosozialen Bereich immer noch sehr viel, nennen wir es einmal Sparsamkeit, angesetzt. Wenn jemand wandern geht und erschöpft ist, kann er den Rettungshubschrauber anfordern und der kommt dann. Wenn jemand vom Leben erschöpft ist, gibt es jetzt in Oberösterreich zum Glück die Krisenhilfe, aber es könnte natürlich auch wesentlich mehr sein. Es könnte auch jemand kommen. es könnte sich auch jemand regelmäßig dann vielleicht auch vor Ort kümmern, es könnten die Strukturen vielleicht besser sein. Das heißt, da gibt es noch sehr, sehr viel Verbesserungspotenzial, dass wir einfach sagen, okay, es gibt vielleicht diese Entscheidung oder diese Haltung, die man hat, aber wir müssen den Menschen zumindest alles bieten, um das so weit wie möglich hintanzuhalten. Also ganz praktisch würde mich ich freuen, wenn es Angehörigengruppen gibt in der Form, wie es wir machen, also in ganz Österreich, Oberösterreich, also meines Wissens sind wir ja im Grunde in Linz und man kann nicht von Wien aus Bockhäusern großartig erwarten, dass er nach Linz kommt. Also so auch praktisch, aber das hat glaube ich auch mit uns was zu tun, dass wir sagen, ja, wir machen das. Also ich bin immer wieder verblüfft, warum es nicht in jedem Bezirk so eine Gruppe gibt. Weiß ich nicht, hat ein Stück mit uns was zu tun, mit uns Mitarbeitern, die sich in das Feld einlassen oder nicht, ich bin mir da noch nicht klar, aber ich würde mir das wünschen, das drückt ja auch etwas aus, welche Wertigkeit das hat, wir sind ein großes professionelles Feld in Oberösterreich, haben so viel Angebot, aber auf der Ebene gibt es noch relativ wenig. Ich kann das einmal alles unterstreichen. Mir fällt aber auch noch etwas ein. Und zwar, ich würde mir wünschen, dass wir alle uns trauen, hinzuschauen, uns trauen, es anzusprechen und uns trauen, darüber zu reden. Dass das so ein Selbstverständnis hat wie die erste Hilfe, die körperliche erste Hilfe. Da gibt es ja auch den Satz, man kann eigentlich nichts falsch machen, man muss es einfach tun. Und auch, dass wir uns das da auch trauen, dass wir da einfach eine erste Hilfe leisten können, indem wir nicht wegschauen, indem wir uns dem auch wirklich aussetzen und Zeit und Raum zur Verfügung stellen. Vielleicht noch eins sonst, das setzt voraus, dass wir alle immer gut auf uns selber schauen. Jetzt schaue ich in die Runde wieder. Ich glaube, dass uns ganz viel im Kopf herum geht, dass jeder für sich selber schon überprüft, was nimmt er sich denn mit, was kann er anwenden vielleicht auch oder was war immer schon klar und hat sie oder er eh schon so gelebt. Ich darf ihnen die Telefonnummer ans Herz legen, ich darf ihnen auch die Homepage ans Herz legen und auch die Notfallsnummer. Man kommt sie vielleicht so blöd vor, wenn man Expertin ist oder ein Experte. Aber das muss man nicht. Also wenn Sie in eine Situation kommen im Berufsleben oder privat und es ist 21.30 Uhr, ein Klient ruft Sie an oder eine Patientin und Sie treffen aufeinander, Sie wissen nicht, was Sie tun, sondern anrufen. Deswegen ist es 24-7 und um Hilfe bitten ist immer das Intelligenteste, was man tun kann, wenn man das selber weiß. Und noch dazu, wo es Sie gibt, vor allem in unserem Umfeld. Da haben wir schon gehört, wir haben den Luxus, dass das bei uns angeboten wird. Also lade ich Sie ein, nehmen Sie sich diesen Luxus auch und gönnen Sie sich das, dass Sie die Krisenhilfe um Hilfe bitten, egal erst in welche Krisen Sie stecken. Ich bedanke mich bei meiner Expertin hier, bei meinen Experten. Danke fürs Zeitnehmen. Vielleicht bleiben Sie eh noch so ein bisschen jetzt im Aufbruchgewirr da, weil alle Menschen wollen nicht Chorapublica etwas fragen oder sagen, damit auch noch jemand auf Sie so zukommen kann und sagen kann, oder kann ich eine Telefonnummer haben oder kann ich was auch immer haben. Also Sie stehen noch zur Verfügung. Ansonsten alles auf der Homepage, auch der Film von DorfTV in einer Woche im Fernsehen zu sehen oder dann auf der Homepage der Krisenhilfe. Dankeschön für die schöne Veranstaltung. Danke dem Team fürs Organisieren. Dankeschön der Technik, dass alles so wunderbar geklappt hat. Und wie gesagt, es war ein schöner Satz. Wichtig ist, dass es Ihnen allen gut geht. Das ist die oberste Prämisse. Schauen Sie darauf, weil wenn es Ihnen gut geht, kann es anderen auch gut gehen. Schön, dass Sie da waren. Schönen Nachmittag noch. Danke.