Sehr geehrte Frau Stadträtin Schubisberger, geschätzte Ehrengäste, meine Damen und Herren, liebe Besucherinnen und auch liebe Zuseherinnen von DorfTV. Ich begrüße Sie ganz herzlich zur diesjährigen Verleihung des Frauenpreises der Stadt Linz. Mit dem Preis wird ein Projekt ausgezeichnet, das sich in besonderer Weise für Frauen und Mädchen engagiert. Die damit verbundene Anerkennung und auch finanzielle Zuwendung soll das feministische Anliegen des Projektes unterstützen. Dotiert ist der Preis mit 3.600 Euro. Ich freue mich, dass jede und jeder Einzelne von Ihnen heute gekommen ist. Ich sehe das als Zeichen Ihrer Anerkennung und Wertschätzung. Erlauben Sie mir, einige Ehrengäste auch persönlich zu begrüßen. Für den Oberösterreichischen Landtag begrüße ich die Abgeordneten Dagmar Engl, begrüße ich die Abgeordneten Dagmar Engl, Elisabeth Mannhall, Renate Heitz und Ines Vukajowitsch ganz herzlich. Und an Sophie Bauer, Entschuldigung. Herzlich willkommen. Schön, dass Sie alle da sind. Für die Stadt Linz begrüße ich ganz herzlich Frau Vizebürgermeisterin Tina Blöchl, Frau Vizebürgermeisterin Karin Hörzing und Frauenstadträtin Mag. Eva Schubesberger. Herzlich willkommen. Wir freuen uns auch, dass zahlreiche Gemeinderätinnen heute hier sind. Ich begrüße ganz herzlich Julia Mandlmeier, Ute Klitsch, Helge Langer, Tomislav Pilipovic, Rosica Ekova-Stojanova und eine ehemalige Gemeinderätin, Frau Erika Rockenschaub, die Designerin des Frauenpreises, des haptischen Frauenpreises. Herzlich willkommen. Für den Magistrat der Stadt Linz und stellvertretend für viele Kolleginnen, die heute hier sind, begrüße ich ganz herzlich Frau Personaldreterinnen unserer Kooperationspartnerinnen und Mitstreiterinnen. Ich bitte um Nachsicht, dass ich sie nicht persönlich mit Namen vorstellen werde. Es sind heute erfreulicherweise einfach zu viele gekommen. Ich begrüße ganz herzlich Vertreterinnen des Instituts für Legal Gender Studies und des Instituts für Frauen- und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität sowie der Kunstuniversität Linz. Ich begrüße den Vorstand der Linz AG und einen Vertreter der LIFA. des Frauenhauses, vom Gewaltschutzzentrum Oberösterreich, vom Autonomen Frauenzentrum, von VSG Women, vom Frauengesundheitszentrum Linz, vom Nordicul Stadtmuseum, vom Verein Lena, vom Verein Migrare, von 52, von Proges, von der FH Oberösterreich, von der Hosi. Und ich begrüße Sie, Euch und alle Anwesenden ganz herzlich. Schön, dass Sie da sind. Ich darf mich selbst noch kurz vorstellen. Mein Name ist Jutta Reisinger. Ich bin die Frauenbeauftragte der Stadt Linz und darf durch den heutigen Abend führen. Ich werde dabei tatkräftig unterstützt. Ich werde dabei tatkräftig unterstützt, neben mir von Stefanie Gunest und vor allem im Hintergrund vom Team des Linzer Frauenbüros. Sie haben diesen Abend organisiert und ziehen im Hintergrund die Fäden. Musikalisch untermalt wird der Abend von Selectress Laona. Die offizielle Preisübergabe wird auch heute wieder Frauenstadt-Rätin Eva Schobisberger vornehmen, die ich nun um ihre Begrüßungsworte bitte. Danke, Jutta. Ja, auch von mir einen schönen guten Abend. Es ist wirklich überwältigend, wenn man da vorne steht und in ihre alle Gesichter schaut. Ich habe mich im Vorfeld schon sehr gefreut auf diesen Abend. Nun, jetzt die Frauenpreisverleihung ist immer ein Highlight in unserem feministischen Jahreskalender. Aber heuer deswegen auch so besonders, weil wir jetzt zwei Jahre lang nicht die Möglichkeit hatten, diesen Preis zu feiern, weil im Rahmen der Pandemie im ADS unmöglich war. Wenn wir auf diese Jahre, die geprägt waren von Corona, zurückblicken, dann sind die, gerade was Frauen oder feministischen Blick betrifft, eigentlich noch einmal katastrophale Jahre. Also ich möchte jetzt da zwei Begriffe herausheben, weil ich glaube, dass sie für viele Frauen sehr zutreffend sind oder beziehungsweise schlimme Phänomene, die sie jetzt nur mehr verstärkt haben, an den Punkt bringen. Das eine ist Gewalt. Es hat in den letzten Jahren Gewalt von Männern gegen Frauen massiv zugenommen. Es gibt mittlerweile jede dritte Frau in Österreich an, von Gewalt betroffen zu sein oder gewesen zu sein in ihrem Leben, was an und für sich schon eine Zahl ist, die ich wirklich erschreckend finde. Es haben auch die Zahlen der Wegweisungen der Betretungsverbote in den letzten Jahren massiv zugenommen. Alleine in Linz sind im letzten Jahr über 600 Betretungsverbote ausgesprochen worden wegen familiärer Gewalt. Ich muss jetzt da schauen, ob ich das ein bisschen abbringe, weil irgendwie habe ich das Gefühl, ich sehe sie nicht richtig. aber ich habe das Gefühl, ich sehe sie nicht richtig. Ja, der zweite Begriff, wo ich glaube, dass das wahrscheinlich nicht durch diese Corona-Zeit hervorgerufen, aber massiv verstärkt in dieser Zeit, ist Erschöpfung. Besser? Ich glaube, jetzt passt es, oder? Besser? Ich glaube, jetzt passt es, oder? Also dieses zweite Thema, wo ich meine, dass es viele, wahrscheinlich noch viel mehr Frauen betrifft, ist Erschöpfung. Das hat was damit zu tun, dass sich einfach Rollenstereotype verfestigt haben und ganz plötzlich das auf einmal wieder ganz normal war, dass Frauen zuständig dafür sind, dass die Kinder in die Schule kommen, beziehungsweise im Homeschooling, im Lernen vorankommen, dass der Haushalt geschupft ist, dass eingekauft ist, dass die Familie organisiert ist, dass vor allem auch pflegebedürftige Menschen betreut sind. Das ist ja auch verstärkt wieder zu Hause passiert. Und wenn wir jetzt davon ausgehen, dass sich diese Pandemie, wie auch ich sehr hoffe, so weit eingedämmt hat, dass sie uns gesundheitspolitisch nicht mehr in diesem Maße betrifft, verfolgt, ich weiß nicht, welches Verb jetzt da am treffendsten ist. So bin ich aber überzeugt davon, dass das andere Phänomen, nämlich diese Verstärkung und der Rollenstereotype, uns noch viel länger begleiten wird. Das wird nur viel länger dauern, bis das wieder irgendwie aufgebrochen ist und sie wieder in eine Richtung verändert, die aus meiner Sicht, wahrscheinlich aus unserer aller Sicht, eine gerechtere Richtung ist. Weil das, was wir jetzt haben, ist einfach eine massive Schieflage, die verkürzt heißt, Männer sind überall dort, wo es um Macht und Geld geht und Frauen überall dort, wo es um Sorgearbeit geht, die meistens unbezahlt und oft auch ungedankt ist. Und in diesem Entspannungsverhältnis, in dieser Schieflage, in dieser Ungerechtigkeit bewegen wir uns. möchte ich auch nur auf ein Phänomen hinzeigen, das sich auch verstärkt bemerkbar macht, nämlich wieder feministisches Engagement. Also da nehme ich eine breite Welle wahr und wieder ganz viel Kraft wahr und vor allem auch viele junge FeministInnen, die aufstehen, die auch neue Formen des Widerstands für sich entdecken und einfach aufzeigen, dass es so nicht geht und dass wir das so nicht wollen. Und das halte ich für ein sehr großartiges Phänomen und auch für ein sehr, sehr wichtiges. Und umso mehr freue ich mich auch, dass wir heute gerade dieses Projekt, das wir feiern werden, auszeichnen, weil es genau eines von diesen ist, die oft sagen, da gibt es junge Menschen, Feministinnen, die sagen, so geht es nicht weiter. Wir zeichnen heute ein Projekt aus, das heißt Cat Calls Lins, das nämlich genau dorthin bohrt und auch ein Phänomen aufzeigt, am Tisch legt oder in dem Fall auf die Straße zeichnet, das auch jede Frau wahrscheinlich nicht nur einmal, sondern viel, viel öfter oder auch als ständige Begleitung erlebt, nämlich sexuelle Belästigung. Die findet oft auch subtil statt, kommt dann vermeintlich als Kompliment daher, kennt wahrscheinlich auch jeder und vielleicht, nein, jeder nicht. Es kennt aber mit Sicherheit jeder von uns, wenn man so durch die Stadt geht und es pfeift dann, schreit dann irgendwer irgendwas Tolles nach, ein wunderbares Kompliment. Catcalls sind keine Komplimente, sie sind Dienen der Entwertung und der Darstellung dieses Verhältnisses. Ich bin in der Lage, dass ich über dich werte und richte. Daher sind sie in aller Entschiedenheit abzulehnen. Und ich glaube, was dieses Projekt Cat Calls Linz macht, ist auch, dass es dieses Thema einfach herlegt und uns alle sagt, es ist an uns allen und vor allem auch am zivilgesellschaftlichen Engagement und da an der Zivilcourage, dass wir gegen dieses Phänomen auftreten. nämlich neben diesem Ankreiden das Phänomen sexueller Belästigung auch noch macht, ist, dass es eine Plattform bietet, eine Möglichkeit bietet für von Belästigung Betroffene, dass sie ihre Geschichte erzählen und darlegen und halt einfach auch Catcalls mitteilen. Also das ist, glaube ich, auch ein ganz wichtiges Element des ganzen Projektes, dass es einfach auch eine Möglichkeit bietet, dass man sich Luft macht, wenn dann sowas passiert ist. Eingereicht haben dieses Projekt und Cat Calls Linz sind zwei wunderbare Frauen. Sie werden sie heute noch kennenlernen. Ich bin schon ein bisschen im Fangirling-Modus, weil ich das wirklich großartig finde, was ihr beide in eurer Freizeit da leistet und macht. Es sind Maren und Mariella, die sich dazu entschieden haben, dass sie nur mit ihren Vornamen auftreten, weil ihnen aufgrund von einem Zeitungsbericht über das Projekt Get Calls Lins so eine Welle von Hass und Angriffen entgegengeschlagen ist, dass sie vorziehen, so zumindest teilanonymisiert aufzutreten. Umso bemerkenswerter ist euer Engagement und ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt und vor allem euch heute auszeichnen dürfen. Dass wir das können, dafür hat eine Jury gesorgt, die sehr breit aufgestellt ist. Das ist, finde ich, auch etwas sehr Bemerkenswertes in der Jury, war vertreten für die SPÖ die Sarah Fechter, es war vertreten für die ÖVP die Theresa Gannhör, die Martina Tichler von der FPÖ, die Gerlinde Grün von der KPÖ und die Renate Bühringer von Linz Plus. Da möchte ich mich auch sehr herzlich bedanken, weil nämlich nicht nur für das wunderbare Ergebnis, das diese Jury gebracht hat, sondern auch für wie dort gearbeitet wird. Da ist nämlich ein sehr wertschätzender, ein sehr respektvoller und eine sehr konstruktive Arbeitsweise, die da am Tag liegt. Und Sie haben es ja gehört, wer in der Jury vertreten ist. da liegt und Sie haben es ja gehört, wer in der Jury vertreten ist. Das sind sehr unterschiedliche Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen und auch Weltanschauungen und trotzdem ist es auch in diesem Jahr wieder gelungen, dass wir ein Projekt einstimmig auszeichnen und das finde ich hat auch Qualität und dafür möchte ich mich auch bei euch sehr herzlich bedanken. Ganz und gar nicht möglich wäre die heutige Preisverleihung ohne das Frauenbüro und das Team im Frauenbüro, das dafür sorgt, dass wir die Veranstaltung machen können, dass wir den Frauenpreis ausschreiben können und das das ganze Jahr über dafür sorgt, dass wir einfach institutionalisierte feministische Frauenpolitik in der Stadt Linz betreiben können. Sie haben sie beim Eingang schon alle gesehen. Ich möchte jetzt trotzdem Ihnen die Namen hinter den Gesichtern auch nochmal vorstellen. Das ist die Roswitha Magauer. Die Marlene Kartusch. Die Laura Schachner. Und bei der hänge ich am heutigen Abend nur mal ein großes Danke an, weil dir verdanken wir auch, dass wir dieses Projekt auszeichnen können. Die Laura war es nämlich, die dieses internationale Catcalling-Projekt oder Catcalls-Projekt aufgegriffen hat und Catcalls Linz gegründet und initiiert und zu Beginn auch betrieben hat und das dann in die Hände der beiden Preisträgerinnen übergeben hat. Laura Schachner. Heute ganz besonders bedanken möchte ich mich auch bei dir, Jutta Reisinger. Und vor allem möchte ich mich bei dir nicht nur bedanken, sondern dir auch eine wunderbare Zeit wünschen. Die Jutta wird nämlich nach dem heutigen Abend in ein Sabbatical aufbrechen und sie einen Lebenstraum erfüllen und gemeinsam mit ihrer Familie eine lange Reise machen. Wir wünschen dir alles Gute, eine wunderbare Reise und wir freuen uns sehr, wenn du dann im Herbst wieder zu uns zurückkommst. Neben der Jutta sitzt die Pena Trumasi, die wird die Karenzvertretung für die Jutta übernehmen. Herzlich willkommen im Team, schön, dass du da bist, Abena. Applaus Und seit gestern ganz neu im Team die Helene Dursma. Wo ist sie? Die ist noch draußen und schaut da nach dem Rechten. Aber herzlich willkommen, Helene Dursma. Sie wird die Gerenzvertretung für die Marlene Katosch übernehmen. Sie wird die Karenzvertretung für die Marlene Katosch übernehmen. Und zuletzt möchte ich mich bei dir bedanken, Brigitta Schmitzberger, die du als Personaldirektorin des Frauenbüros in deinem Zuständigkeitsbereich hast. Das halte ich für einen Riesenglücksfall, weil du eine Feministin bist, die bei aller Arbeit, die du machst, da ein Augenmerk drauf hat. Und als Personaldirektorin der Stadt Linz ist das natürlich etwas Zentrales. Danke auch an dich. Danke. Abschließend möchte ich mich bei Ihnen und Euch allen bedanken und die ihr jeden Tag mit eurer Arbeit ein feministisches Engagement an den Tag legt und einen Beitrag dafür leistet, dass unsere Welt ein Stück gerechter wird. Schön, dass ihr da seid und vielen Dank für eure Arbeit. Wir haben noch sehr, sehr viel zu tun, aber da machen wir dann morgen wieder weiter. Heute werden wir feiern. Ich wünsche uns einen schönen Abend. Danke Eva Schubelsberger für die freundlichen Begrüßungsworte. Wir durften uns im heurigen Jahr über insgesamt 23 Einreichungen freuen. Es waren 23 Projekte, die alle daran arbeiten, diese Welt eben ein Stück besser zu machen. Die Jury, Sie haben es bereits gehört, ist ausschließlich weiblich besetzt und besteht aus Vertreterinnen aller im Linzer Gemeinderat vertretenen Parteien. Auch von meiner Seite darf ich meinen Dank aussprechen für die Zeit und Energie, die investiert wurde für die gewissenhafte Vorbereitung und die wertschätzende Diskussion der Projekte. Die Juryentscheidung fiel einstimmig auf Catcalls of Linz mit dem Projekt Wir kreiden verbale sexuelle Belästigung an. Die Jurorinnen begründeten ihre Entscheidung folgendermaßen. Cat Calls sind unerwünschte, unangemessene, sexuell anzügliche Kommentare, Geräusche und Zurufe, denen man von meist fremden Personen auf offener Straße ausgesetzt ist. Ein Cat Call ist kein Dialog auf Augenhöhe. Er löst Gefühle der Unsicherheit, Unterlegenheit und Unwohlsein aus und kann ein traumatisches Erlebnis sein. Und genau dieses Bewusstsein schärft das Team von Catcalls of Linz mit dem Projekt Wir kreiden verbale sexuelle Belästigung an. AktivistInnen kämpfen mit Hilfe von öffentlicher Kreidekunst dafür, verbale sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, offline und online. Somit geben sie den Betroffenen auch eine Plattform, ihre Geschichte zu teilen und ermöglicht es, den Ort, an dem der Catcall passiert ist, zurückzuerobern. Gleichzeitig wird direkt vor Ort eine Diskussion angestoßen und aufgezeigt, wo in Linz überall Belästigung passiert. Dieser feministische Einsatz der Initiative Catcalls of Linz wird mit dem Frauenpreis der Stadt Linz 2023 ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich. Die Aktivistinnen Maren und Mariella werden heute nur mit ihren Vornamen genannt. Der Grund dafür, Sie haben es schon gehört, ist sehr unerfreulich und irritierend und ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig diese Arbeit ist und dafür werden sie heute ausgezeichnet. Sie selbst und ihre Initiative werden uns vorgestellt in einem Video von Elisa Unger, das wir uns nun gemeinsam ansehen. Hallo, ich bin die Maren. Ich bin die Mariella. Und wir sind von der Initiative Cat Calls of Linz. Cat Calls of Linz ist eine antisexistische, feministische Initiative, die sich gegen Sexualisierung einsetzt. Wir kreiden sexuelle Belästigung mit Straßenkreide auf der Straße an. Im Moment befinden wir uns im Nordico Stadtmuseum vor der Kreiderwand, die im Rahmen der Ausstellung What the Femme? Feministische Perspektiven von 1950 bis heute ausgestellt wird. Hier können die Besucherinnen ihre eigenen Erfahrungen mit verbaler sexueller Belästigung auf dieser Wand ankreiden. Der Zusammenhang zwischen jemandem ankreiden und unserem ankreiden ist glaube ich eher so durch Zufall entstanden und wir kreiden es auf die Straße an, weil es ja eigentlich darum geht, dass man in den Austausch kommt und darauf aufmerksam macht und die Gesellschaft busy aufklärt. Kack-Goals sind unangemessene Zurufe, Kommentare oder Geräusche, die im öffentlichen Raum passieren und meistens vor fremden Personen. Das kann ein traumatisches Erlebnis sein und es ist im Gegensatz zu einem Kompliment kein Gespräch auf Augenhöhe, sondern eher sehr, sehr unangenehm. Ich glaube, dass fast jede Frau oder eigentlich jede Frau schon mal Erfahrungen mit verbaler sexueller Belästigung gemacht hat. Und ich glaube, dass sie aber vielen Frauen dessen gar nicht bewusst sind, weil es eben so als normal angesehen wird. Wichtig ist vielleicht zu wissen, dass es keine richtige oder falsche Reaktion auf einen Catcall gibt, weil viele Betroffene fühlen sich dann immer schuldig, dass sie irgendwie falsch in der Situation reagiert hätten. Und vielleicht ist es wichtig zu wissen, dass es kein Rezept dafür gibt, wie man darauf reagieren soll oder muss. Wichtig ist, dass man auf jeden Fall mal das Problem, das besteht, benennt. Also zum Beispiel sagt, fassen Sie meinen Hintern nicht an und auch beim Sie bleiben. Das signalisiert nämlich Distanz. Und dass man vielleicht auch dazu sagt, dass das eine Belästigung ist. Zum Beispiel fassen Sie meinen Hintern nicht an, das ist Belästigung. Während man mit einer Gruppe unterwegs ist, kann man sich gegenseitig natürlich unterstützen. Wenn jetzt andere PassantInnen unterwegs sind, kann man natürlich auch fremde Leute um Hilfe bitten, dann ist man immer ganz alleine. Es wird viel zu wenig darüber gesprochen und es wird einem oft einfach hingenommen. Und wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es nicht normal ist, so angesprochen zu werden. Wir bekommen zum Beispiel auch viele Zuschriften von jungen Frauen, die von Catcalls berichten, die ihnen zum Beispiel schon mit zehn oder elf Jahren passiert sind und sie sich halt immer eigentlich dafür geschämt haben und mit kaum drüber über das Erlebnis gesprochen haben und sie jetzt eben vier, fünf Jahre später das erste Mal mit beim Teilen. Wir wollen eben darauf hinweisen, dass es einen Unterschied zwischen Catcalls und Komplimente gibt. Kompliment wird wertschätzend formuliert und ist von gegenseitigem Respekt getragen. Und eine Catcall unterscheidet sich stark von einem Kompliment. Und wir wollen eben darauf aufmerksam machen und eben auch das Bewusstsein schaffen, dass man sich das nicht gefallen lassen muss, wenn einem so etwas hinterhergerufen wird. Den Cat Calls of Linz Account hat die Laura Schachtner 2019 gegründet und wir beide haben den dann 2022 im März übernommen. Erreichen kann man uns über Instagram, da kann man uns eine Geschichte mit verbaler sexueller Belästigung zuschicken. Wir sammeln diese Geschichten und Catcalls dann und kreiden die dann mit Straßenkreide auf der Straße an. Dann machen wir ein Foto davon und posten das wieder auf unserem Instagram-Account. Die Catcalls, die wir zugeschickt bekommen, kreiden wir meistens dort an, wo der Catcall passiert ist, sofern die Einsenderin oder der Einsender das möchte. Und wir haben jetzt in Kooperation mit dem Frauenbüro Postkarten entwickelt. Die sind kostenlos. Die kann man zum Beispiel im Nordico abholen oder in verschiedenen Vereinen, Schulen, Bibliotheken. Und da kann man seine Catcalling-Erfahrung anonym an uns zuschicken und wir kreiden das dann auf der Straße an. Genau, das ist vielleicht für Menschen geeignet, die nicht über den Instagram-Account uns die Erfahrung zuschicken wollen, weil sie dann nicht mehr anonym sind. Durch die Postkarten kann man es eben ganz anonym an uns schicken. Also was wir uns sehr für die Zukunft wünschen, ist, dass man uns irgendwann nicht mehr braucht und dass irgendwann eine Catcallcallfreie Gesellschaft existiert. Vielen Dank. Wir haben Maren und Mariella jetzt im Video schon kennengelernt. Ich darf die beiden jetzt zu mir bitten, zu einer kurzen Interviewsequenz. Bitte. Applaus Herzlichen Glückwunsch. Mich würde interessieren, wann habt ihr bei Cat Calls of Linz begonnen und vor allem, wie seid ihr dazu gekommen? Also ich habe den Cat Calls of Linz Account schon relativ lang verfolgt, auf Instagram eben. Und ich habe auch öfter die An Linz Account schon relativ lang verfolgt, auf Instagram eben. Und ich habe auch öfter die Ankreidungen in der Stadt gesehen. Und ich habe dann eben mitbekommen, dass die Laura eine Nachfolgerin sucht für das Projekt. Und habe mich dann eigentlich klar dafür gemeldet, weil es sehr schade gefunden hat, wenn das Projekt nicht weitergeführt werden würde. Und seit einem Jahr machen wir das jetzt gemeinsam. Bei mir war es ähnlich wie bei der Maren. Ich habe einen Catcall auf der Straße gesehen und bin dann einem Instagram-Account gefolgt. Und seit einem Jahr machen wir das gemeinsam. Und es ist wirklich wichtig, dass die Arbeit weitergeführt wird. Was gefällt euch besonders an dieser Art von Aktivismus? Dadurch, dass wir den Catcall meistens am Ort des Geschehens ankreiden, können die Betroffenen den Ort zurückerobern und es ist eigentlich einfach eine Möglichkeit mit wenig Mitteln und ohne viel Aufwand ein wichtiges Thema aufzuzeigen und die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und Gespräche anzuregen und Menschen zum Nachdenken zu bringen. Ihr macht mit eurer arbeitssexuellen Belästigung sichtbar, mit Kreide auf der Straße und mit Fotos davon auf Social Media. Maren, wie sind die Reaktionen auf eure Ankreidungen, online und offline? Also online, auf unserer Instagram-Seite sind die Reaktionen eigentlich relativ positiv. Also die Menschen, die uns folgen, sind relativ froh, dass sie durch die Seite vielleicht ein Ventil gefunden haben, wo sie ihre Geschichten teilen können und auch hinschicken können. Und dass sie eben auch sehen, dass es mehrere Menschen gibt, die das erleben und dass sie jemanden haben, dem sie das erzählen können und dass man das halt nicht einfach so hinnehmen muss. Direkt auf der Straße sind die Reaktionen unterschiedlich, also positiv als auch negativ. Es kommen teilweise auch Leute zu uns, die das halt nicht wirklich verstehen oder die uns dann eigentlich auch anpöbeln. Also man muss sich da schon eher dickere Haut zulegen. Genau. Teilweise entstehen aber dann auch mit Menschen, die das nicht so gut verstehen oder sie noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt haben, auch sehr positive Gespräche, in denen sie heute das erste Mal darüber nachdenken. Sehr wichtig. Es wurde zum Teil schon angemerkt, was wollt ihr bewirken? Was ist euer Wunsch für die Zukunft? angemerkt, was wollte bewirken? Was ist euer Wunsch für die Zukunft? Also der nächste Schritt, den wir uns wünschen würden, wäre, dass Catcalling erstmal strafbar wird. Da gibt es momentan noch Volksbegehren dafür. Und in weiterer Folge dann natürlich, dass sich alle mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen und dann, wie im Video schon gesagt, eine Catcall-freigesellschaft existiert. Genau, uns wäre es auch noch wichtig, dass wir einer sehr wichtigen Person hinter der Catcalls of Linz-Initiative danken. Und zwar ist es die Laura Schachner, die einen Account 2019 gegründet hat und dann eben zwei Jahre geführt hat. Ich finde, das ist einen großen Applaus wert. Wie natürlich auch euer Aktivismus und euer Engagement. Danke dafür, auch danke für die kurze Gesprächssequenz. Ich würde euch bitten, noch bei mir zu bleiben. Wir kommen jetzt zur offiziellen Preisübergabe und dazu holen wir uns Verstärkung. Ich bitte Frau Stadträtin Eva Schobesberger zu uns. holen wir uns Verstärkung. Ich bitte Frau Stadträtin Eva Schobesberger zu uns. Und ich würde unsere Vizebürgermeisterinnen auch bitten, dass sie gemeinsam mit uns den Preis übergeben und vielleicht Laura Moxtor dazu zur Preisübergabe. Applaus Vielen Dank. Applaus Ja, wer neugierig geworden ist auf Catcalls of Linz, sollte unbedingt den beiden folgen auf Social Media. Und es gibt auch Gelegenheit, eine Ankreideaktion live mitzuerleben. Und zwar am 15. Juli wird es eine gemeinsame Aktion geben mit dem Linzer Frauenbüro. Da werden am Hauptplatz Catcalls angekreidet. Wer dazu eigene Erfahrungen beisteuern möchte, kann dies natürlich online tun oder auch anonym über eigens dafür designte Postkarten, die heute auch aufliegen. Mir bleibt nun noch mich zu bedanken, vor allem beim Team im Frauenbüro und hier vor allem bei Roswitha Margauer, die diesen Abend heute federführend organisiert hat. Und möchte die Gelegenheit noch nutzen, mich nun offiziell zu verabschieden für ein paar Monate in die Sabbatical-Auszeit. Ich freue mich außerordentlich, dass Abena Chumasi die Agenten als Frauenbeauftragte übernehmen und mich vertreten wird. Ich freue mich sehr, sehr, sehr, nun offiziell an dich übergeben zu dürfen. Und möchte dies mit einem Handmade-Schlüssel symbolisch machen und mit einem kleinen Vorrat an Olivenöl für das gesamte Team, damit es auch weiterhin wie geschmiert läuft. Jutta, danke dir für die tolle Übergabe. Und vor allem auch danke dir und dem ganzen Team vom Frauenbüro, dass ihr mich so gut aufgenommen habt. Ich fühle mich echt voll wohl bei euch. Und ich freue mich voll, dass ich mit Ihnen allen eben heute für ein feministisches Linz zusammenarbeiten darf während Juttas Ostzeit. Ein feministisches Linz, wo alle Frauen selbstbestimmt leben können. Und in dieser intensiven Arbeit ist es, glaube ich, auch voll wichtig, dass wir uns Zeit nehmen, um uns gegenseitig zu stärken und uns auch gegenseitig zu feiern. Deswegen freue ich mich jetzt, dass das Buffet eröffnet ist und ich freue mich auf die Begegnungen mit Ihnen. Vielen Dank. jetzt, dass das Buffet eröffnet ist und ich freue mich auf die Begegnungen mit Ihnen. Schönen Abend. Guten Abend.