Ja, herzlich willkommen, einen wunderschönen guten Abend. Mein Name ist Sabine Schandl und ich darf Sie alle sehr herzlich zur heutigen Online-Vortragsreihe Zukunftsimpulse begrüßen. Zukunftsimpulse ist eine Vortragsreihe der Volkshochschule Oberösterreich, dem Institut für interkulturelle Pädagogik, dem Pensionistenverband Oberösterreich und Migrare. und Migrare. Diese Online-Fortragsreihe findet im Rahmen des Themenschwerpunkts GEMA Demokratie des Erwachsenenbildungsforums Oberösterreich statt und wird von der österreichischen Gesellschaft für politische Bildung gefördert. Ja, wir leben in einer sehr diversen und vielfältigen Gesellschaft. Gerade ganz aktuell die Meldung, dass Österreich bei den Einwohnerinnen die Marke von neun Millionen geknackt hat. Und davon haben mehr als ein Viertel der Bevölkerung Migrationshintergrund. Und im städtischen Bereich ist dieser Anteil oft noch sehr viel höher. In Wien zum Beispiel hat fast jede zweite Person nicht österreichische Wurzeln. Das heißt, unsere Wirklichkeit, unsere Gesellschaft ist bunt. Und die Frage ist, ob unsere Medien diese Vielfalt und diese Buntheit auch wirklich abbilden. Denn eigentlich haben sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Dachraum zu mehr Diversität verpflichtet. Aber die Frage ist, wer liest uns denn nun täglich unsere Nachrichten vor oder bringt uns die Berichte aus aller Welt ins Wohnzimmer? Und wie werden Migranten und Migrantinnen in den Medien dargestellt? Was wird über sie berichtet und wie wird über sie berichtet? Zu diesem Thema haben wir heute Stefan Oschwart zu Gast. Er arbeitet seit 1992 als Journalist, unter anderem auch als ARD Südosteuropa-Korrespondent im Studio Wien. Er ist freischaffender Coach, Publizist für Medien im deutschsprachigen Raum, Podcaster und Autor und hat letztes Jahr auch ein Buch mit dem Titel Tschuschen Aquarium auf Tauchgang bei Wiener Typen herausgebracht. Bevor wir loslegen, noch schnell ein paar administrative und technische Infos. Wir starten jetzt dann gleich mit dem Vortrag von Stefan Oschwart. Währenddessen sind alle Teilnehmenden auf stumm geschalten. Wir zeichnen den Vortrag auf und ich lade Sie sehr herzlich ein, schon während Ihres Vortrags Ihre Fragen in den Chat zu schreiben. Und zwar richten Sie bitte Ihre Fragen im Chat direkt an mich, Sabine Schandl. Und nach dem Input von Stefan Oschwart werde ich dann Ihre Fragen weiterleiten, damit wir dann in die Diskussion gehen können. Ja, das war es auch schon. Somit übergebe ich jetzt das Wort an Stefan Oschwart und freue mich schon auf einen spannenden Input. Vielen Dank. Ja, herzlichen Dank. Schönen guten Abend aus Berlin. Ich bin derzeit in Berlin und zwar in der Redaktion von Inforadio. Das ist das Programm, für das ich seit 1996 arbeite, aber eben nicht nur. Und ja, ich habe selber auch Migrationshintergrund. Mein Vater ist Ungar gewesen, meine Mutter Rheinländerin und ich habe auch noch einen Stiefvater im Gepäck, der stammt aus dem Banat, also Deutsch-Rumänen. Das heißt, der Mix, der ist für mich in meinem Leben eigentlich das Normal Null. Und da würde ich gerne auch mal anknüpfen bei vielen Diskursen, bei vielen Dingen, die wir so hören. Herr Waldhäusel von der FPÖ, einer Schulklasse, in der viele migrantische Kinder sind, gesagt, also wenn es euch nicht gäbe, dann wäre Wien noch Wien. Das ist das große Missverständnis, dass das normale Null von Wien eben ein Wien ohne Migranten wäre. Das stimmt schon deswegen nicht. Darauf hat eine Kollegin hingewiesen, Militärhistorikerin Tamara Scheer. Die hat mal Zahlen benannt, dass zum Beispiel in der Zeit zwischen 1867 und 1914 mindestens 35 Prozent der Wienerinnen und Wiener eben nicht österreichische Herkunft hatte, nicht in Wien geboren war, sondern die kamen aus Böhmen, die kamen aus allen möglichen Ecken der Welt. Das heißt, das ist schon mal das erste große Missverständnis. Was ist die Bezugsgröße? Dass man sozusagen ein reinrassiges Land fantasiert, das es so gar nicht gibt. Es gibt auch zahlreiche Studien in den letzten Jahren erschienen, da hat man sich den Genpool angeschaut und welche Überraschung, das wird manchen gar nicht freuen, manchen Politikern. Aber Fakt ist, dass wir alle sehr viel mehr mit anatolischen Bauern zu tun haben, als mit vielleicht weißhäutigen und blaublütigen Germanen. Das ist ein rassistischer Diskurs und der basiert eben auf völlig falschen Grundannahmen, weil die Mischung schon immer normal war. Und das sollte es im Grunde genommen auch sein. Was schon angeklungen ist, wie wird eigentlich diese Wirklichkeit reflektiert? Da passiert was. Das ist nicht nur sozusagen in den Nachrichtensendungen. Frau Schandl hat es ja schon angesprochen, im Dachraum, also Schweiz, Österreich, Deutschland, da haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender verpflichtet, für mehr Diversität zu sorgen. Da passiert auch was. Es gibt neue haben Migranten zum Beispiel einen Platz. Es entstehen neue Medienangebote, wie in Berlin zum Beispiel das Biber mit angeschlossener Akademie und das ist auch Talentschmiede. Menschen wie Amr Adjuric oder andere, die dann eben in anderen österreichischen Medien unterkommen als Chefredakteurin oder leitende Redakteure. Das ist aber noch nicht die Wirklichkeit. Ich kann Sie jetzt nicht fragen, weil Sie nur per Chat zugeschaltet sind, aber wie viele dunkelhäutige Moderatoren kennen Sie beim ORF? Ich vermute, Sie kennen nur Stefan Lenglinger. Es dominiert doch eher, sagen wir mal, der Weißhäutige, die Weißhäutige im Programm. Das verändert sich hier in Deutschland ein Stück weit mehr. Also wir haben zunehmend Moderatoren, Moderatorinnen in den Newsformaten, auch in führenden Positionen, die dunklere Haut haben, andere Nachnamen, fremd klingende Nachnamen, das sind ja die Indikatoren, woran man sieht und hört, aha, da ist jetzt jemand anders und das wird sozusagen normaler. den letzten Tagen mal Fernsehkrimis geguckt hat. Helen Dorn zum Beispiel. Letzte Woche, da gab es eine Geschichte und da ging es um einen vermeintlichen Sinto, der leitender Beamter im Landeskriminalamt sein sollte. Das ist also eine Neuerung im Polizeiruf 110. Da gibt es jetzt mittlerweile auch den Transkommissar. Wir haben den Herrn Teichtmeister, der aus anderen Gründen jetzt gerade Passi ist, der den Ermittler im Rollstuhl in Salzburg spielt. Wir haben zunehmend Frauen in tragenden Rollen, also Kommissarinnen. Wir haben Duos, wir haben Homosexuelle. Also die ganze Schattierung, die ganze Bandbreite, alle Minderheiten dieser Welt tauchen verstärkt in den Unterhaltungsformaten auf und natürlich auch in den News-Formaten. Während das, was die Medien beschreiben bisher, doch eher der problematische Ausländer ist. Es gibt dazu eine Studie vom Deutschen Mediendienst Integration. Danach handeln mehr als 25 Prozent der Zeitungs- und TV-Berichte in Deutschland, bezogen auf Deutschland, von Gewalttaten. Analog ist es auch in Österreich. Und ausländische Tatverdächtige werden in TV-Berichten nach dieser Studie 19 Mal so häufig erwähnt, wie es eigentlich ihrem statistischen Anteil entspricht. In Zeitungsberichten sogar 32 Mal so häufig. Das also Ergebnisse dieser Studie des Deutschen Mediendienstes Integration. Also Ausländer, Migranten werden als Problem wahrgenommen. Das ist die Brille, durch die man da schaut. Also das Spiel heißt, wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Und natürlich ganz besonders gefährlich werden erstens Männer gezeichnet und dann eben muslimische Männer mit dunkler Hautfarbe. Meist geht es dabei um Menschen, die sich nicht wirklich wehren können, die auch keine Lobby haben. Das sind oft Asylwerber. Und es gab in Deutschland, aber auch in Österreich die Diskussion um etwa 1grund der hohen Hürden, Stichwort Staatsbürgerschaftsrecht, keine Teilhabe an der Gesellschaft in Form von Wahlen haben. Medium, um eben politisch Kleingeld damit zu machen. Damit kann man Stimmen generieren. Und hier gibt es einen Überbietungswettbewerb. Da verhalten sich konservative Parteien wie Rechtsaußenparteien, wie kommunizierende Röhren. Die spielen sich da gegenseitig die Bälle zu. Da gibt es keine klare Abgrenzung in dem Sinne, dass die bürgerlichen Parteien, die ja die bürgerliche Tugend Anstand immer für sich reklamieren, sich davon auch abgrenzen würden. weil es beim letzten Mal Pannen gegeben hatte. Und im Wahlkampf hat die CDU, also die konservative Partei, Wahlkampf gemacht. Es gab hier zu Silvester Krawalle. Da wurden Helfer, Rettungskräfte und Feuerwehrleute angegriffen. Und da hat die CDU hier im Berliner Abgeordnetenhaus die Frage gestellt, welche Vornamen denn die Menschen gehabt hätten, die dort an diesen Krawallen beteiligt gewesen seien. Also das zeigt, hier versucht man auch damit, Punkte zu machen. In Niederösterreich hat der FPÖ-Spitzenkandidat Landbauer allen Ernstes die Forderung erhoben, doch bitteschön, dass Menschenrechte nur für Inländer, also nur für in Österreich Geborene gelten sollten und für Zugezogene eben nicht. wo wir von Menschen erster und zweiter Klasse sprechen. Und das führt uns in einen rassistischen und eigentlich auch neonazistischen Diskurs hinein. Welche Rolle spielen die Medien damit? Die spielen natürlich mit, indem sie darüber berichten. Und sie spielen mit, indem sie eine beliebte Strategie der Rechtspopulisten halt immer wieder mitmachen. Es kommt ein Sager, es gibt Empörungswellen und dann aus Chronistenpflicht macht man da eben mit. In Deutschland zum Beispiel gab es mal, als die AfD ihren Parteitag hatte, die Ansage, öffentlich-rechtliches Fernsehen darf nicht berichten vom Parteitag. Wie gehen wir dann damit um? Leider so, dass wir sagen, oh Gott, oh Gott, Pressefreiheit in Gefahr, wir dürfen darüber nicht berichten und wir skandalisieren das. Der Effekt ist leider, dass dann die Nachrichten wieder voll sind mit AfD-Meldungen. AfD erlaubt Presse keinen Zugang zum Parteitag. Wichtiger wäre und sagen würde, so, wir berichten dann eben nicht und die AfD wird die erste Partei sein, die dann sagt, kommt doch bitte wieder. Ja, ist man aber nicht. Das heißt, wir springen auchtagsfraktion im Landtag eine Pressekonferenz abgehalten. Und der AfD schmeckte aber der Kollege von der Bild-Zeitung nicht. Und dann haben die gesagt, alle anderen dürfen hierbleiben, aber der Kollege von der Bild-Zeitung muss raus. Und dann haben aus Solidarität alle anderen auch den Saal verlassen. Der Effekt war, es saßen dann nur noch die Vertreter der AfD da. Das haben die genau einmal gemacht und danach nie wieder. Und ich denke, solche Solidarisierungen müsste es auch öfter geben. Und natürlich muss es mehr Menschen geben, die anders aussehen, die Vielfalt abbilden, auch in den Medien. Das ist ja gekommen, oder im Zuge der Flüchtlingswellen, zum Beispiel 2015, jetzt im Zuge des Ukraine-Krieges, dass es dann fremdsprachige Angebote gab für diese Leute. Und so sind dann eben auch Migrantenmedien entstanden oder Medien für Migranten. oder Medien für Migranten. Man hat sie aber als eine Gruppe wahrgenommen, die man gesondert bespielen und bedienen muss. Ich habe selber lange Zeit gearbeitet für ein Programm hier im Haus. Es gab fremdsprachige Redaktion und es gab fremdsprachige Redaktion mit viel Berichterstattung aus den Communities. Das war sehr beliebt, auch wegen der Musik. eben in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz, dass man eben zunehmend versucht, dass man Migranten professionalisiert und sie in den ganz normalen Medienalltag reinholt, also nicht sozusagen als Nische. Aber ähnlich wie in der Quotendiskussion braucht es wahrscheinlich in der Übergangszeit so etwas wie eine Migrantennische, wie zum Beispiel das Biber als Medienangebot oder Fremdsprachen- oder Minderheitenprogramme, wie sie auch der ORF anbietet, um von dort aus dann in die, sage ich mal, normalen Programme, in die ganz normalen News-Programme reinzukommen. Also BBC, CNN, die machen das schon ganz lange. Und da sind überhaupt keine Qualitätsunterschiede. Und das, denke ich, ist auch wichtig. Es gibt in Deutschland eine Initiative seit einigen Jahren, die nennen sich Neue Deutsche Medienmacher. Das sind Journalisten, Journalistinnen mit entsprechend migrantischem Background und die versuchen eben genau das, dass zunehmend auch diese Menschen in die in Anführungsstrichen Standardmedien reinkommen und dort berichten. Und mir sagte zum Beispiel Amar Rajkovic, der die Biber Akademie betreibt, dass das für ihn ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist, weil diese Leute eben zum Beispiel die jeweiligen Sprachen sprechen. Die haben einen ganz anderen Zugang zu Communities. Die verstehen kulturelle Codes. Das ist ja auch eine Ressource, die man dann viel besser nutzen kann und über diese Leute in den Redaktionen dann auch sozusagen Brücken schlagen kann in die Mehrheitsgesellschaft. Ich kenne das auch, dass Kollegen dann sagen, ich habe jetzt keine Lust mehr, der Quotentürke zu sein und immer nur Türkenthemen zu machen. Das gibt es natürlich auch. Ich denke, da sollte es auch nicht stehen bleiben, sondern das würde ich eher als, sagen wir mal, Übergangsphase werten, ähnlich wie das mit Quoten eben auch ist. Für den Anfang sind Quoten immer gut und dann müssen die weg und dann darf es nur noch um Qualität und Kompetenz gehen. Ich wollte mal Frau Ratzenböck bitten, mal ein paar Gesichter zu zeigen. Nehmen wir vielleicht mal den ersten Link. Genau, also das ist das Angebot des ORF, kürzlich gestartet. Da ist das Angebot für die Volksgruppen ausgebaut worden. Also hier haben wir die Kroaten, die Ungarn, die Roma und andere Minderheiten. Da wurde das Programm ausgebaut. Das ist sinnvoll. Wir haben mittlerweile in Deutschland in den führenden News-Sendungen auch Menschen mit migrantischem Hintergrund als Moderatoren in den wichtigsten Nachrichtensendungen, etwa Tagesschau oder Berlin Direkt, das ist die Hauptstadt-Sendung. Das ist die Hauptstadt-Sendung. Die stellvertretende Chefin des ZDF Berlin Büros, die also die ganzen Privatfunk gelandet, hat dort eine eigene Sendung. Also die ist eine Bilderbuch-Migrantin, ihre Eltern kamen als Gastarbeiter. Sie hat in ihrer Freizeit, wenn sie Zeit hatte, im Kiosk an ihrer Eltern ausgeholfen und gleichzeitig die wichtigste Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen moderiert, die Tagesschau. Okay, schauen wir uns mal an. Genau, hier Bilderbuchjournalismus. Da wird diese Frau gelobt. Shakuntala Banerjee hat indische Wurzeln, ist stellvertretende Chefin des Berlin-Büros des ZDF. Und mittlerweile geht dieser Name vielen Kollegen ganz normal von den Lippen. Also man gewöhnt sich dran. Was kann man noch machen? Es gibt einige ganz interessante Angebote, zum Beispiel hier von Funk. Das ist ein Angebot, das sich an junge Zielgruppe richtet, die mit Witz und Originalität arbeiten und eben sich sehr viel mit rassistischen Klischees auseinandersetzen und das halt auf die Schippe nehmen. Hören wir mal rein. Vielleicht können wir mal auf 40 Sekunden oder so vorspulen. Ich höre jetzt nichts. Okay, das soll uns reichen. Also sie sagt hier, achtet beim Bukakemeister darauf, dass es ein echter Japaner ist. Das ist so ein Spiel natürlich auch mit Klischees. Und sie ist die Redaktionsleiterin. Das ist auch was Besonderes, dass Chefpositionen mittlerweile eben auch von Migranten besetzt werden. eben auch von Migranten besetzt werden. Okay, hier gibt es beim Datteltäter, das finde ich ist ein ganz interessantes Format, auch bei Funk eine Auseinandersetzung. Das sind junge Muslime, die viel über diese Klischees, die es eben über Muslime gibt, berichten und sie auf die Schippe nehmen und uns gleichzeitig aber mitnehmen in eine muslimisch-migrantische Welt. Aber das Ganze eben in Kugel. Okay, das soll reichen als ein kleiner Überblick. Warum ist es wichtig, Migranten in Medien zu haben? Zum einen ist es wichtig für die migrantische Community, Einen ist es wichtig für die migrantische Community, weil sie sozusagen Leute aus ihrem Stall in Anführungsstrichen sehen. Leute, die so sind wie Sie, sind auf der Mattscheibe. Das sind auch Vorbilder. Und gleichzeitig ist es eine Botschaft an die Mehrheitsgesellschaft. Aha, da sind jetzt andere und die gehören auch dazu und die erklären mir jetzt die Welt, weil Leute, die aus einer anderen Community kommen, nochmal einen ganz anderen Blickwinkel reintragen, auch in Redaktionen, den man vielleicht vorher gar nicht so auf der Uhr gehabt hätte. Und es führt natürlich auch Migranten stärker an, in Anführungsstrichen, Mainstream-Medien, also öffentlich-rechtliche Medien zum Beispiel, an, Qualitäriereweg, wenn man eben sieht, aha, die Carla oder die Aishe oder wer auch immer es ist, haben es geschafft. Die sind dort auf dem Bildschirm und sie repräsentieren uns. Also es führt im günstigsten Fall zu einer stärkeren Identifikation auch dann mit der Gesellschaft, in der man lebt. Und letztlich, das scheint mir der wichtigste Punkt zu sein, Medien bilden dann endlich auch ab, was ist. Okay, das soll es als Input erstmal von mir gewesen sein. Ich freue mich auf Fragen. Okay, vielen Dank für den Input. Ich habe schon einige Fragen bzw. Anmerkungen in den Chat bekommen. Die erste Frage wäre, wenn sozusagen in den Medien über Straftaten berichtet wird, dann wird immer die Herkunft der Täter, Täterinnen und auch Opfer erwähnt. Und der Presserat in Österreich lässt das zu, ob es für uns Medienkonsumentinnen eine Möglichkeit gibt, dies zu beanstanden oder wie hier eine Veränderung erreicht werden kann, dass nicht immer so das dezidiert erwähnt wird, woher der Täter kommt oder die Täterin oder Opfer? Das ist eine ganz interessante Frage. Ich weiß, ich habe in Spanien eine Zeit lang gelebt und auch für spanische Medien gearbeitet. Und es gibt einige Zeitungen dort, die haben eine Stilfibel, also zum Beispiel El Pais, die Tageszeitung oder auch ABC, die haben Stilfibeln oder auch die Nachrichtenagentur EFE und da steht zu diesem Thema zum Beispiel drin, Herkunft der Täter nur dann, wenn es relevant ist für die Sache. Das finde ich eigentlich als grundsätzlichen Ansatzpunkt erst mal richtig so. Denn es ist ja erst mal völlig unerheblich. Und andersrum könnte man ja auch sagen, gut, es ist nicht immer völlig unerheblich, wenn wir so Dinge wie in Anführungsstrichen Ehrenmorde haben oder so, da mag die Herkunft eine Rolle spielen. Aber ich kann es ja mal andersrum drehen, würde man umgekehrt fragen, ob jemand ein Täter katholisch, evangelisch oder Hindu ist oder Vegetarier oder sonst was. Also da macht man es ja auch nicht. Man macht es immer nur bei den Leuten, die zugewandert sind. Und da fängt das Problem an. Zu Ihrer Frage, ich denke, das wäre etwas für den Presserat, aber es wäre sicher auch etwas, wo man mit Medienvertretern ins Gespräch kommen muss, also mit führenden Medienvertretern ins Gespräch kommen muss, also mit führenden Medienvertretern. Und man kann sich ja auch beschweren. Man kann ja Leserbriefe schreiben, man kann Hörerbriefe schreiben an die jeweiligen Medien, wenn einem das aufstößt. Und wenn die sehr viel Post bekommen, die müssen das beantworten und die müssen sich damit befassen. Dann kann man da durchaus was erreichen. Also der ORF hat ja zum Beispiel auch den Publikumsrat. Da kann man sicher so etwas auch platzieren. Also die ganze Medienlandschaft hat sich ja in den letzten Jahren unglaublich verändert. Also es sind ja die klassischen, sage ich jetzt mal Printmedien oder auch die klassischen Fernsehmedien, verlieren ja unter Umständen einfach auch Konsumenten, Konsumentinnen. Und dafür werden einfach so Sachen wie Social Media immer wichtiger. Also Facebook, TikTok. Also vor allem, das habe ich zufälligerweise letztens irgendwo gelesen, dass sich vor allem jüngere Menschen ganz stark auf Facebook oder auf Instagram informieren über verschiedenste Themen. Irgendwas wird es da leichter für Migranten, Migrantinnen auch sichtbar zu werden, weil das Dinge sind, die man sozusagen selbst gestalten kann, als wie einen Beitrag in einer Zeitung oder in einem Fernsehbeitrag. Also Sie heben ab auf das Thema Gatekeeping. Also bisher war das ja so, man musste erst mal in die Medien reinkommen. Das war eine gewisse Machtposition und durch Social Media haben sich Medien natürlich demokratisiert auf eine Art. Das hat Vor- und es hat aber auch Nachteile, wie wir zum Beispiel am ganzen Thema Desinformationskampagnen, Propaganda etc. sehen. Das ist ja nicht nur gut. Aber ich könnte mir vorstellen, dass dadurch Leute auch sichtbarer werden. Es gibt neue Medienangebote, Podcasts etc. Auch die Vermarktungsstrukturen, wenn ich jetzt zum Beispiel an Musik denke, dass Leute eben sagen, okay, ich mache das über Instagram und über Werbung oder ich mache einen Podcast und finanziere mich dann über Werbung, über Klicks. Das kann eine Chance sein. Aber ich kann das jetzt nicht mit Daten unterlegen, ob das wirklich erfolgreich ist. Da müsste ich selber auch nochmal recherchieren. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es in die richtige Richtung geht, weil Medien machen es billiger geworden. Also ich merke das, ich sitze jetzt hier mit Ihnen, ich habe Equipment für 300 Euro. Das ist dieses Ding hier, ein Podcast-Rekorder, den kriegt man für 200 und das Mikrofon kriegt man auch für 100 Euro. Dann ist man dabei und damit kann man im Prinzip on-air gehen. Und das ist natürlich auch eine Chance. Also die Hürde, die finanzielle Hürde, die fällt weg. Aber auch die technischen Hürden fallen weg. Also ich habe noch Radiomachen gelernt an der Bandmaschine. Und diese Bandmaschinen, die waren so groß wie, naja, ein kleinerer, ein kleines Auto, so ungefähr. Und das hat sich ja total verändert. Wir konnten früher nur in Studioqualität senden, wenn wir Technik, ESDN-Technik, für mehrere tausend Euro dahinter hatten. Und das hatte keiner von uns. Also wir waren auch total abhängig von der medialen Infrastruktur. Und das hat sich total verändert. Also einen Podcast kann heute jeder machen mit relativ wenig Geld. Dann habe ich noch eher eine Anmerkung eigentlich, also dass es sozusagen die Abbildung der Vielfalt unserer Gesellschaft in den Medien ein unglaublich wichtiger Beitrag dazu wäre, dass es irgendwann sozusagen der Normalzustand wird, dass einfach unterschiedlichste Menschen mit unterschiedlichsten Herkünften, Hautfarben, Sprachen, wie auch immer, auch wirklich zu sehen sind. Weil oft hat man momentan oder oft hat man das Gefühl, es geht eher darum, die anderen sollen sich ruhig verhalten und irgendwie sozusagen nicht auffallen. Und dass das ein ganz wichtiger Beitrag wäre, dass es einfach normal wird, dass wir einfach viele sind und dass wir bunt sind. Klar, auf jeden Fall. Ich meine, ich gestehe, ich bin selbst auch irritiert, wenn ich im Polizeiruf den Transkommissar erlebe. Aber das liegt auch daran, dass ich den Schauspieler unfassbar schlecht finde. Und ich finde es auch nicht immer glaubwürdig. Ich kenne ja auch Polizisten. Ich weiß ja, wie die arbeiten und wer da so in den Stuben sitzt. Und ja, es ist gut gemeint. Es ist oft der Wunschzettel, den ich dann auf der Leinwand sehe oder auf dem Fernsehbildschirm. Also wenn gut aussehende, frisch geföhnte Kommissarinnen mit 12 cm Absätzen durch den Wald und den Tatort stapfen, dann erscheint mir das nicht sehr glaubwürdig zu sein. Obwohl, man weiß ja nie, ich habe schon am Strand von Riga Russinnen gesehen, die mit 12 cm hohen High Heels am Strand entlang liefen. Das ging auch irgendwie. Aber Stichwort Glaubwürdigkeit. Es muss bei allem, glaube ich, genau diese Gratwanderung hinkriegen, dass man sagt, okay, wir versuchen sozusagen was Neues reinzubringen und Menschen in anderen Situationen zu zeigen, sodass es immer normaler wird. Aber ich glaube, man darf da nicht mit dem Holzhammer kommen. Wenn man mit dem Holzhammer kommt und sagt, so, jetzt deklinieren wir alle Minderheiten durch und die spielen in einer Folge mit und es ist so unrealistisch vom Setting, dass sich alle abwenden, ich glaube, da macht man was falsch. da macht man was falsch. Also das muss man, glaube ich, vorsichtig dosieren. Sonst wird es unglaubwürdig und dann geht eher der Rollladen runter und man bekommt dann eher den gegenteiligen Effekt. Das Gleiche könnten wir auch auf die Sprache anwenden, Stichwort gendern. Also man kann das machen, klar. Es gibt gute Gründe dafür, es gibt aber auch gute Gründe dagegen. Und man könnte, also man kann, wenn man es dann fanatisch macht, glaube ich auch die Verbündeten vergraulen. Und ich denke, das ist immer bei solchen politischen Anliegen wichtig, dass man da irgendwie auch das rechte Maß findet. Dann habe ich noch zwei Fragen, die ganz gut zusammenpassen. Und zwar, das eine haben Sie schon kurz angesprochen, ob es eine Quotenregelung für Personen mit Migrationshintergrund im Medienbereich braucht, damit eben eine ausgewogene Berichterstattung gegeben ist. Oder ob dann nicht vielleicht auch die Gefahr besteht, dass sozusagen Migranten, Migrantinnen instrumentalisiert werden und die dann sozusagen als zur Schau gestellt werden oder auch irgendwie als Beruhigung für die Öffentlichkeit. Ja, ja, wir haben ja jetzt eh das und das gemacht, hingestellt werden. Also so eine Art Diversity Washing. Ja, genau. Ja, die Gefahr besteht natürlich. Und ich glaube, die Gefahr ist auch da, dass man sozusagen das, was die Woken Urban, dass man sozusagen das, was die Woken Urban, die Bobos in der Innenstadt für sich als wichtig identifiziert haben, das muss für jemand, der auf dem Land lebt, auf dem Dorf, in einer kleinen Gemeinde, das muss für den überhaupt nicht stimmen. Ich glaube, da muss man irgendwie versuchen, diesen Spagat hinzukriegen. Quoten, habe ich ja schon gesagt, können sinnvoll sein als Übergangsphase. Genauso wie sozusagen Nischenmedien sinnvoll sein können in einer Anfangsphase, um erstmal was aufzubauen. Aber ich glaube, das Endziel sollte sein, Professionalisierung, dass man überhaupt keinen Unterschied mehr wahrnimmt, welchen Nachnamen, welche Hautfarbe, welches Geschlecht, welche sexuelle Orientierung jemand hat, sondern dass dann am Ende das Produkt zählt und alle gleich professionell sind. Das wäre sozusagen mein Anliegen. Wie gesagt, ich habe das erlebt, damals in CNN Niveau geträumt. Und wir haben es manchmal gemerkt, wenn wir in der deutschen Redaktion dann zum Beispiel Kollegen oder Kolleginnen aus den fremdsprachigen Redaktionen hatten, da passten die journalistischen Standards einfach nicht zusammen. Und das war einfach low. Das war nicht gut. Und es gab dann so manche Dinge. Wir hatten zum Beispiel eine Roma-Redaktion. Das war eine One-Man-Redaktion. Und da hat der einzige Redakteur dieser Sendung quasi über sich selbst berichtet, weil er nämlich gleichzeitig auch noch Vorsitzender irgendeines Vereins war. Und er hat dann quasi über sich selbst berichtet. Und da wird es dann schwierig. Dann war noch eine Frage, wie die Situation in anderen Ländern ist, auch außerhalb Europas. Wie sieht es da in den USA, Sie haben es auch schon ganz kurz erwähnt, wie sieht es da zum Beispiel auch in den USA aus? Wie ist dort in den Medien sozusagen die Vielfalt der Gesellschaft abgebildet? CNN, schauen Sie BBC, das sind alles Profis und ich würde sagen, da müssen wir hin. Also das ist, ohne das jetzt so vom Grund auf zu kennen, aber es ist das, was ich auf dem Bildschirm sehe und höre und da gibt es die Asiatischstämmigen und da gibt es die, keine Ahnung von woher die kommen, mit welchem Background die sind und die machen ganz normales Programm. Und genau das wäre das Ziel, dass man dorthin kommt und dass man das als völlig normal wahrnimmt, dass Medien genauso bunt sind wie die Welt dort draußen. Und dann könnte man nämlich auch einem Waldhäusel einfach mal was anderes entgegenhalten. Und ich glaube, es braucht Projekte, die Politiker, die damit Kleingeld machen wollen, politisches Kleingeld, dass man die immer wieder stellt und ihnen diese völlig falsche Grundannahme, dass es nämlich sowas wie eine rein rassige Gesellschaft gäbe, dass man ihnen das immer wieder vor Augen führt, dass das kompletter Quatsch ist. Und da gibt es ja auch Untersuchungen dazu. Also ob das jetzt Genforschung ist, ob das andere Untersuchungen sind, was ich zum Beispiel auch sehr interessant finde. Gerade Konservative behaupten ja immer, sie verständen ganz viel von Wirtschaft. Es gibt eine Untersuchung von einem Professor Quaresma an der Wirtschaftsuniversität in Wien. Der hat ausgerechnet, wenn wir keine Zuwanderung hätten, bezogen auf Deutschland, waren diese Projektionen, wenn wir keine Zuwanderung hätten, dann würde Deutschland in den nächsten 20 Jahren 20 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts verlieren. Das ist jetzt mal eine Hausnummer. Es gibt auch andere Untersuchungen von vor einigen Jahren. Da hat man mal untersucht, was wäre denn, wenn Asylwerber arbeiten dürften. Es gibt ja diese Priorisierung bisher. Also erst die Inländer, dann die EU-Ausländer und ganz hinten müssen sich alle anderen anstellen. Und das kostet ja wahnsinnig viel Geld. Und es wird ja immer argumentiert, ja, die wollen ja nur in die Sozialsysteme einwandern. Das ist kompletter Unsinn. Sozialsystem, weil sie gar nichts anderes machen dürfen, weil sie zum Stillhalten verpflichtet sind, wenn man das ändern würde, dann würde man Geld generieren, nämlich Steuergeld. Und das ist was, was man den Leuten immer wieder um die Ohren hauen muss. Und da fehlen mir eigentlich die Debatten. Stattdessen führt man dann so komische Identitätsdebatten. Wer hat welches Chromosom? Wer hat welchen Vater, welche Mutter? Ja, braucht man eigentlich nicht. Es geht um ganz andere Fragen. Es geht um die Frage, wer finanziert morgen meine Pension? Wer finanziert die Krankenhäuser, wer arbeitet da überhaupt, wer bringt meinen Müll weg, wer forscht am nächsten Corona-Impfstoff und so weiter und so weiter. Ich habe das als Korrespondent oft erlebt. Ich war ja zuständig für den ganzen Balkan, also zwölf Länder. Und wenn es in Duisburg Probleme gab mit Roma-Familien, dann haben die bei uns angerufen und dann hieß es, ja, könnt ihr uns mal Aber ich hatte dann immer auch so ein bisschen, mich hat dann der Hafer gestochen. Dann dachte ich, okay, ihr kriegt jetzt mal was anderes. Und ich habe dann den Rom aus Sofia gefunden, der mich durchs Ghetto geführt hat, der aber selber zwei Studienabschlüsse hatte. der aber selber zwei Studienabschlüsse hatte. Und ich glaube, das ist die Antwort. Also Medien liefern ja ein Stück weit auch Klischees und sie erfüllen die Erwartungen, die wir alle schon haben. Und das wird halt bebildert oder mit Tönen versehen. schon haben. Und das wird halt bebildert oder mit Tönen versehen. Und das hängt natürlich auch von den Medienmachern selbst ab, ob sie bei diesem Spiel mitspielen. Das heißt aber auch, dass sie die eigene Arbeit reflektieren müssen. Was tue ich da eigentlich jeden Tag? Und ich fand es zum Beispiel gut, ich war ja während der Flüchtlingskrise 2015 Korrespondent und natürlich viel unterwegs auf der Balkanroute. Und es gab ein einziges Mal von den Chefredakteuren der ARD einen Rundbrief. Inhalt war, Leute, passt auf eure Wortwahl auf. Leute, passt auf eure Wortwahl auf. Und da stand drin sinngemäß, bitte sprecht nicht von Flut oder von, weiß nicht, Welle oder so, wenn ihr wie ich damals in Nickelsdorf steht und 14.000 Leute an einem Tag kommen über die Grenze, dann hat man genau diese Assoziation, dass das eine Welle ist. Da liegt es eigentlich auch an jedem selbst, aber natürlich auch an den Chefs und an den Redaktionen, da immer auch mal wieder korrigierend einzugreifen und zu sagen, hey, Achtung. Der Ton macht die Musik, sozusagen. Ja, klar. Dann habe ich noch die Frage, ob es nicht unglaublich wichtig wäre oder wie wichtig es wäre, dass man da vielleicht schon in der Schule bei den Jungen, bei den ganz Jungen ansetzt, um da überhaupt auch diese Möglichkeit zu bieten, dass man auch in die Medien gehen kann, dass man auch, weiß ich nicht, Öffentlichkeitsarbeit machen kann, dass man auch etwas zu sagen hat oder erzählen kann, dass man sich auch sozusagen in die Öffentlichkeit stellt. Klar, also das kann ja auf verschiedenen Wegen passieren. Also das eine ist zum Beispiel, dass man selber in den Schulen mit den Lehrerinnen und Lehrern zusammen an Medien arbeitet. Dann kann man sich aber Botschafter holen aus etablierten Medien und kann sagen, hey, ich komme mal an die Schule und erzähle mal ein bisschen aus meinem Leben und was wir da so jeden Tag machen. Oder man lädt eben, und das können ja auch Lehrer, Lehrerinnen organisieren, dass man mit Schulklassen einfach mal in die Medien hingeht. Man kann ja Führungen machen, warum nicht? Genauso in der Berufsberatung, total wichtig, dass man da einfach mal eine Idee kriegt, wie funktionieren eigentlich Medien, was braucht man dafür, wie kommt man da rein. Und dann ganz wichtig, Vorbilder. Also ich kann Ihnen eine Geschichte erzählen. Es gibt in Page das Gandhi-Gymnasium. Gymnasium. Das Gandhi Gymnasium hat sich zum Ziel gesetzt, Roma zu fördern. Also so, dass sie einen Abschluss haben, also Matura, plus dann eben auch weiter studieren. Also es gibt in Ungarn, ich glaube, eine Akademikerquote unter Roma, die liegt so um ein Prozent etwa. Und da haben sich dann Intellektuelle damals überlegt, das wollen wir ändern. Und was sie gemacht haben, sie haben eben diese Schule gegründet. Die ist mit angeschlossenem Internat. Und sie sagten auch, das führt oft zu Konflikten mit den Familien. Die werden rausgenommen, dann wohnen die da zusammen und studieren. Und dann kommen sie am Wochenende zurück zu ihren Familien, wo eben kein Buch steht und dann knallt es, weil die einen sich quasi wegbewegen aus diesem Umfeld und die anderen eben diesen Studienweg eingeschlagen haben. Aber ich glaube, das ist ein ganz guter Weg. Und die hatten zum Beispiel die Räume so gestaltet, dass sie sie nach Roma-Vorbildern benannt haben. Also der eine hieß zum Beispiel Django-Reinhard-Raum. Das war so ein Kunstraum. Und da gab es eben auch andere Vorbilder, auf die man stolz sein kann, die der eigenen Volksgruppe angehören, zu denen man aufschauen kann. Ich glaube, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass Menschen sichtbar sind auf der Mattscheibe, im Radio zu hören sind, führende Positionen auch in Printmedien haben. Und die sind dann natürlich auch wieder wegbereiter für andere und können nicht nur als Vorbild wirken, sondern eben auch als Türöffner. Weil Medien sind leider so Hinterzimmerveranstaltungen. Da ist viel informell und da kann man sich zwar bewerben, aber letztlich sind es dann doch irgendwelche Absprachen zwischen Chefredakteur und Reporter oder keine Ahnung. Also ja, auch wie man an Aufträge rankommt, das läuft eben auch oft auf diesem informellen Weg. Also ich habe ganz viele meiner Aufträge und ich bin jetzt seit 30 Jahren im Geschäft. Davon war ich fünf Jahre fix angestellt als Korrespondent. Die anderen 25 Jahre habe ich immer frei gearbeitet. Ich habe viele meiner Aufträge bekommen, weil ich in der Kantine mit den Leuten essen gegangen bin. Und dann habe ich mich mal an den einen Tisch gesetzt und mal an den anderen. Und siehe da, irgendeiner sagte dann im Gespräch, ich könnte jetzt mal einen Reporter gebrauchen, Thema X oder Thema Y. Da sage ich, ja, ich hätte frei. Und so entstehen dann eben solche Netzwerke. Und man lernt dann im Laufe des Lebens auch hunderte Leute kennen und so entstehen eben auch Netzwerke. Und das ist ja letztlich ein Riesenzirkus. Und der wandert. Dann habe ich noch eine Frage, wir haben es heute schon angesprochen, hinsichtlich des Waldhäuselsagers, dass Wien ohne die migrantischen Schulkinder ja noch Wien wäre. Wie sollten da einfach Medien mit diesem Sager umgehen? Soll man solchen Sagern oder solchen Populisten überhaupt so eine breite Plattform geben? Nein, das ist die kurze Antwort und es gab ja auch schon eine medieninterne Diskussion auf Twitter, ist mir das aufgefallen. Da haben sich manche Kolleginnen und Kollegen darüber echauffiert, dass Medien, ich glaube es war die Heute, über dieses Thema geschrieben haben als Integrationsdebatte. Das ist keine Integrationsdebatte, es ist eine Rassismusdebatte. Und dann soll man es bitte auch so nennen. einer Rassismusdebatte. Und dann soll man es bitte auch so nennen. Und ich finde, man muss diese Typen auch härter angehen. Ja, je mehr Platz man natürlich sozusagen einem Thema gibt, desto präsenter und wichtiger wird es natürlich auch. Oder man hat dann das Gefühl, das ist jetzt gerade irgendwie so ein brennendes Thema, obwohl es eigentlich ja einfach nur ein Rülpser von bestimmten populistischen Meinungsmachern ist. Ja, ich habe jetzt alle Fragen sozusagen ab. Ah, da kommt noch eine Frage rein. Es gibt ja, ich habe sie schon kurz erwähnt, sie haben ja, hoffentlich sieht man das jetzt, dieses Buch, da ist es in dem Hintergrund, das Buch Chusen Aquarium, das ich an dieser Stelle auch gleich empfehlen möchte. Und das Buch ist ja entstanden aus einem Podcast heraus, wo sie sozusagen Geschichten von Wiener Typen erzählen und wie ist die Idee zu diesem Podcast Tschuschen Aquarium entstanden und wie haben Sie da die Menschen für diese Interviews ausgewählt? Also erstmal zum Titel, wieso eigentlich Tschuschen Aquarium? Ich meine, das ist ja hochgradig rassistisch, aber ich dachte, ich kapere das mal für mich und ich mache daraus ein Schwimmbad mit hohem Migrantenanteil. Mal ganz ohne diese rassistische Wertung, die ja da mitschwingt. Und dann dachte ich ja, das ist ja eigentlich genau Wien. Sie haben es ja angesprochen, fast jeder Zweite hat einen Migrationshintergrund. Und wenn man in den Generationenentenzeit sehr viel auf dem Balkan und viel zu wenig in der Stadt, in der ich gewohnt habe. Und nach dem Ende meiner Zeit, meiner Korrespondentenzeit, ich bin ja dann in Wien geblieben, jetzt pendel ich alle zwei Wochen zwischen Wien und Berlin. Und ich dachte mir, irgendwie möchte ich dazu was machen. Und mich interessieren Menschen und mich interessieren Menschen mit interessanten Geschichten, die auch vielleicht mal Brüche in der Biografie hatten. Und das war eigentlich so mein Ansatzpunkt. Und dann dachte ich, okay, ich starte jetzt mal einen Testballon. Und es fing los mit dem Michael Eipeldauer. Der ist eigentlich Juwelier und hat aber dann angefangen, Gitarren zu restaurieren und verkauft jetzt Kontra-Gitarren, spielt auch selber Wiener Lieder und ist ein total uriger Typ, weiß wahnsinnig viel über Musik in Wien und so weiter. Und das hat er mir dann erzählt. Und ja, das war so die erste Geschichte. Und dann war es eine Bulgarin, mit der bin ich mittlerweile befreund erst mal sich so durchgeschlagen, indem sie zum Beispiel das Kind einer Prostituierten, während die Anschaffung gegangen ist, betreut hat. Oder sie hat eben Putzjobs gemacht. Und mittlerweile hat sie ihr eigenes Kunstatelier. Tolle Frau. Und Nedat Memic zum Beispiel, der ist Germanist aus Sarajevo, den kannte ich über Twitter. Andere kannte ich auch über Twitter oder bei der grünen Politikerin Faika El Nagashi zum Beispiel. interviewt worden und zwar auf Ungarisch von einem Wiener Blogger. Und dann dachte ich, aha, die kann ja Ungarisch und die erzählt ja ganz interessante Dinge. Und ihre Mutter war mit mir über Twitter verbunden und wir haben uns oft ausgetauscht über Ungarn und Orban und so weiter. Und so sind dann zum Teil die Kontakte entstanden. Oder ich habe selber Podcasts gehört, so bin ich an den Slim Heli geraten. Ich habe dann zum Beispiel auch so Bezirkszeitungen gelesen, diese kostenlosen Zeitungen, die alle anderen immer sofort in die Tonne kloppen. Nein, ich habe die gelesen und so bin ich dann zum Beispiel auf den Peter, ich habe seinen Nachnamen vergessen, gestoßen, der Kieberer war, Hundeführer bei der Polizei und der damals bei der OPEC-Geiselnahme im Nebenhaus saß mit seinem Schäferhund und der hat einfach irre Geschichten zu erzählen gehabt und er singt auch und befasst sich mit Wiener Lokalgeschichte und das sind natürlich wahnsinnig interessante Menschen. So, und ich hatte nach dem Ende meiner Korrespondentenzeit ein Buch geschrieben über Orban in einem kleinen Ein-Mann-Verlag in Ulm. Und QR-Code reindrucken, sodass man dann von der Geschichte aus auch zum Podcast kommt. Und das ergänzt sich ganz gut. Also Text und Podcast sind ja nicht identisch. Aber dann hört man die Leute auch mal. Und das ist ja manchmal auch ganz spannend. Absolut. Und ich kannte den Podcast nicht. Ich habe das Buch gelesen, bin dann eben durch das Buch auf den Podcast gekommen. Und ich habe selber, also ich bin so ein bisschen Wienerin, ich habe elf Jahre in Wien gelebt. Und für mich war es irgendwie so ein bisschen Wien wieder zu mir holen und auch so ein bisschen Heimatgefühle, so diese unterschiedlichen Geschichten von diesen oft wirklich ganz außergewöhnlichen Menschen zu hören. Also von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung, sowohl für das Buch als auch für den Podcast. Lieber Herr Oschwart, vielen herzlichen Dank für das spannende Gespräch und die vielen Inputs. Die Zeit für heute ist vorbei. Die Aufzeichnung der heutigen Veranstaltung wird es in Kürze auf der Homepage der VHS geben. Die Reihe Zukunftsimpulse geht auf jeden Fall weiter. Der nächste kostenlose Online-Vortrag findet am 15. März statt. Der Titel ist Wir und die anderen – Polarisierung durch politische Sprache. Das passt ganz gut anschließend an unsere heutige Investorin und Expertin für Rechtsextremismus, Natascha Strubel. passt ganz gut anschließend an unser heutige..........................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................I...IHTGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFGFG