Ich freue mich sehr, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Studierende und liebe Praktikerinnen, Sie sind sowohl an den Bildsch Schienen als auch hier im Raum. Ich finde es einfach ganz toll, dass die Live-Atmosphäre geschnippert werden kann und dass die Vorfreude auf das, was wir heute zu hören bekommen werden, gemeinsam in einem Raum gespürt werden kann. Es ist aber auch gut und wichtig, dass all jene, die weiter weg wohnen oder die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht hierher kommen konnten, die Möglichkeit haben, bei dieser Veranstaltung online dabei zu sein. DorfTV überträgt heute übrigens live und dafür bedanke ich mich sehr herzlich. Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Philosophikums statt. Es handelt sich dabei um ein Format, das sich aktuellen bildungspolitischen Fragestellungen widmet und, ich glaube, zweimal im Jahr stattfindet. Diese Veranstaltung findet immer in Kooperation mit der österreichischen Hochschulschaft statt. Das heißt, Studierende und Lehrende bereiten diese Veranstaltung gemeinsam vor und führen sie auch gemeinsam durch. So ist heute zum Beispiel die Moderatorin Amina Rustic, eine Studentin der Hochschule. Die wissenschaftliche Leitung und Begleiter des Formats ist Dr. Thomas Mohrs, der heute ebenfalls hier anwesend ist. Unterstützt wird Dr. Mohrs vom Team HEPI, das mit ihm im Zentrum für Persönlichkeitsbildung zusammenarbeitet. zusammenarbeitet. Sollten Sie an Themen und Veranstaltungen zur Persönlichkeitsbildung für Lehrerinnen interessiert sein, dann werfen Sie einen Blick auf die Homepage www.happy.at. Sie finden dort jede Menge an Informationen und Veranstaltungshinweisen zum Thema. Informationen und Veranstaltungshinweisen zum Thema. Auch euch, liebes Team Happy, ein herzliches Dankeschön für eure Bemühungen. Und jetzt, glaube ich, ist Zeit, dass wir uns auf ein spannendes Thema einlassen, nämlich der Schule des Ungehorsams und der Frage, ob das noch ein zeitgemäßes Konzept ist. Liebe Amina Rustic, bitte übernehmen Sie. Danke. Ich hoffe, man hört mich. Ich bedanke mich noch einmal für das Kommen, vor allem online. Momentan sind es 152 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Vielen Dank fürs Zusenden. Vielen Dank auch fürs Kommen live. Und unser heutiges Thema ist eben die Schule des Ungehorsams. Wir werden darüber noch im Detail mehr erfahren. Und zuallererst möchte ich noch erwähnen, dass wir bitte in den Chat die Fragen stellen. Jeder, der über Zoom teilnimmt und die Kameras ausschalten bitte, sowie die Mikrofone. Genau. Genau, bei unserem Podium ist heute dabei der Herr Peter Androsch, der ist online da. Hallo Peter Androsch, hallo. Hallo. Christoph Haderer, Leiter der Schule des Ungehorsams. Hallo Christoph. Die Frau Weiß, Alexia Weiß, ebenso online zugeschaltet. Die Autorin des Buchs zerschlagt das Schulsystem und baut es neu. Dann haben wir zwei Schülerinnen, also eine Schülerin und einen Schüler aus der Rose, einem Realoberstufengymnasium in Linz. Ronja Pichler und Tobias Lammer. Hallo. Und die Frau Spitzbart, Katharina Spitzbart, eine Schulpsychologin mit dem Fokus auch auf Präventionsarbeit im Hinblick auf Gewalt- und Suizidprävention. Hallo Frau Spitzbart. Hinblick auf Gewalt und Suizidprävention. Hallo Frau Spitzbart. Genau, wir fangen erst einmal mit einer kurzen Frage an, beziehungsweise einem kurzen Statement. Was bedeutet ungehorsam, beziehungsweise ungehorsam sein für Sie, beziehungsweise für euch? Fangen wir erst einmal mit dem Herrn Andrusch an, bitte. Um Gottes Willen, mit dieser Frage war nicht gerechnet, weil also der Begriff Ungehorsam für mich eigentlich im Zusammenhang mit Schule gar nicht genannt werden sollte, genauso wenig wie der Begriff Gehorsam. Die Schule, bin ich mit der Frau Weiß einer Meinung, ist also hoffnungslos verfahren und bin wie Sie der Meinung, dass das Schulsystem zerschlagen werden sollte und dann fangen wir mal neu an. Die Frage ist, ich bin nämlich jetzt im Theater Phoenix und muss dann gleich zu einer anderen Podiumsdiskussion. Das heißt, ich würde Sie bitten, dass wir nicht böse sind, wenn ich so circa um Viertel nach sieben dann mich verabschiede und dann eben auf die Bühne ins Theater Phoenix gehe. Soll ich noch mehr dazu sagen? Ich glaube, fürs Erste reicht es schon einmal. Danke sehr. Genau, dann machen wir einfach weiter mit der Frau Weiß. Bitte. Also ich denke mir, Ungehorsam heißt einfach, Dinge in Frage zu stellen und nicht einfach hinzunehmen, sondern eben zu fragen, ob man einfach alles akzeptieren muss oder nicht. Und in Bezug auf die Schule würde ich mir wünschen, dass es da zu einer breiten Bewegung kommt, dass sowohl Eltern als auch Schüler, aber auch Lehrer und Lehrerinnen sagen, mit diesem System wollen wir nicht mehr, mit diesem System können wir nicht mehr und bitte ändert das. Machen wir weiter mit der Schülerin. Ronja, was sagst du dazu? Genau, das Mikro. funktioniert das? Funktioniert? Ja, super. Für mich bedeutet ungehorsam, Dinge verändern zu wollen, durchaus auch Regeln zu brechen und verändern und neue Perspektiven aufzuzeigen. Danke. Pias? Das ist eine sehr vielschichtige Frage, aber ich würde mir im Endeffekt anschließen, dass das nicht akzeptierende Status quo ist, aber ich denke, dass die Frage nicht nur sein sollte, sind wir ungehorsam, sind wir nicht ungehorsam und was bedeutet das, sondern wie sind wir es, was machen wir daraus, bauen wir daraus was auf oder nicht. Danke schön. Frau Spitzbart, Ihre Meinung dazu? Herr Harderer, bitte. Ja, ich würde auch mit dem Begriff ungehorsam im Moment ein bisschen vorsichtig sein, weil der hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren stark gedreht. Prinzipiell finde ich schon, dass evidenzbasierte Kritik ungehorsam sein kann und durchaus auch in die Schule gehört, weil wir eben lernen müssen, ein gemeinsames Wissen uns aufzubauen, da ist auch die Schule wichtig, und da aber dann eigene Gedanken zu setzen, aufgrund von Evidenz und von Wissen. So würde ich das definieren. Danke, also im Großen und Ganzen haben wir schon einen relativ positiven Blick auf Ungehorsam sein oder halt eben einen eher neutraleren. Genau. Vielen Dank nochmal für eure kurzen Statements. Und wir fangen schon einmal mit der ersten Frage an. Die geht an den Herrn Androsch, der eben leider früher gehen muss. Herr Androsch, Sie sind Künstler, Publizist und Schulkritiker vor allem. Genau. Und die erste Frage ist, ist es legitim, zivilen, beziehungsweise auch ungehorsam an und für sich zu leisten, beziehungsweise wann und unter welchen Bedingungen und anhand welcher Maßstäbe entscheide ich das? Naja, dazu stimmt, das Schulsystem zwingt uns eigentlich zum Ungehorsam, obwohl mir das sehr unsympathisch ist, mit solchen Begriffen zu agieren, denn ich glaube, die Prinzipien des Schulsystems sollten sich nicht an Gehorsam oder Ungehorsam orientieren. Es ist aber notwendig, es gibt ja auch die Notwendigkeit des zivilen Ungehorsams und ich glaube, das ist im Schulsystem mehr als notwendig, wenn wir nur anschauen, dass nicht einmal die grundlegenden Prinzipien des zivilen Ungehorsams und ich glaube, das ist im Schulsystem mehr als notwendig. Wenn wir nur anschauen, dass nicht einmal die grundlegenden Prinzipien der österreichischen Verfassung im Schulsystem eingehalten werden, Demokratie wäre das erste Prinzip. Es gibt überhaupt keinen einzigen Funken von Demokratie. Die Kinder gehen bis 16 zum Beispiel in die Schule und sollen dann ab 16 vorbildliche Demokraten sein, die also abwägend in der Wahlzelle ihre Stimme abgeben und haben bis zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen demokratischen Vorgang erlernt oder geübt oder gemacht. Sie sind also bis dahin eigentlich in einem Unterdrückungssystem aufgehoben. Dessen Ursprünge wir schön sehen können. Unser Schulsystem ist das Kind des Militärs, wurde aus militärischen Gründen eingeführt und hat eigentlich noch immer die gleichen Strukturen wie vor einigen hundert Jahren, als es losgegangen ist. Es gibt noch weitere Gründe, warum man dagegen sein sollte, die Kinder überhaupt in staatliche Schulen zu schicken. Zum Beispiel das Benotungssystem. Es wird nicht benotet, was ein Kind kann, sondern es wird benotet, was ein Kind nicht kann. Schauen Sie sich einmal die Beurteilungen von Schularbeiten an. Da wird nicht geschaut, was das Kind leistet, wie kreativ es ist, sondern im Gegenteil. geschaut, was das Kind leistet, wie kreativ es ist, sondern im Gegenteil, es werden die Fehler gezählt, zusammengezählt und dann nach einer Tabelle beurteilt, ob das 1 oder 5 ist. Ein perverses System, könnte man sagen. Es wird nämlich das beurteilt, was nicht da ist und nicht das, was da ist. Ich hoffe, dass das nicht in anderen Dingen auch so ist. Dann schauen Sie sich einmal an, wie die Kinder in der Früh in die Schule gehen. Sie sehen da also eher, ich wäre genauso, muss ich sagen, eher Zombies, die um 8 Uhr reingehen, alle sind verschlafen und müssen dann sechs oder acht Stunden da drinnen sitzen. Das funktioniert auch in keinem Betrieb. Schon gar nicht hat es bei Corona funktioniert, das wissen wir auch nicht, obwohl das System erpressen wollte, dass Kinder sechs bis acht Stunden vor einem Bildstirm sitzen. Also ihrer geht es ja gar nicht mehr. Ich könnte es noch lange reden, ich möchte nur auf zwei Dinge noch zu sprechen kommen, die wir eigentlich durch Corona gelernt haben. haben. Corona war eine Krise, aus welchen Gründen auch immer, müssen wir jetzt nicht besprechen, aber eigentlich könnte man erwarten, dass es bei so einer großen Krise zu einer Konferenz kommt, zu einem Zusammentreffen von den Menschen, die es betrifft. Und das waren nämlich die Schülerinnen, die Schüler und die Eltern und die Lehrer. Bis heute warte ich auf die große Konferenz, wie wir im Schulwesen diese Krise bewältigen. Das ist auch kein Wunder, dass das nicht kommt, weil man in dieser Krisensituation genau erkannt hat, dass das System nicht lernfähig ist, sondern ein von oben herab agierendes System, das eigentlich, man könnte sagen, theologisch betrachtet eine strukturelle Sünde ist und strukturhaft Gewalt ausübt. Also Sie finden, dass das einfach schon lange Zeit ist, dass sich daran etwas erheblich ändert. Genau. Also anhand welcher Maßstäbe entscheide ich überhaupt, ob das dann legitim ist, dass man die falsche Frage ist. Ein demokratischer Staat muss demokratischen Prinzipien gehorchen. Das tut einfach das Schulsystem nicht, indem die Menschen, die davon betroffen sind, gar nichts zu sagen haben. Und es auch keine entsprechenden Mechanismen gibt, sie einzubinden. Jetzt kann man natürlich sagen, es gibt Elternvereine, es gibt Vorfeldorganisationen, es gibt Schülervertretungen, sind ja alles Vorfeldorganisationen in Oberösterreich, der ÖVP, wahrscheinlich in anderen Ländern von anderen Parteien. Also das sind keine demokratischen Strukturen. Das österreichische Bundesheer, wenn sich die Gesetzeslage jemand anschauen möchte, ist übrigens demokratischer organisiert als unsere Schulen. Frage, ist eine geistige Revolution, in Anführungszeichen, überhaupt noch möglich an unseren Schulen, wie sie jetzt sind, in diesem Moment? Ich sage Ihnen ein Beispiel und dann sehen Sie, wie wenig Hoffnung ich da habe. Ich habe mit den Schülern des Akademischen Gymnasiums in Linz ein 5-jähriges Forschungsprojekt gemacht. Das kann sich übrigens jeder anschauen. Die-schule.at Und da sind wir draufgekommen, dass das Zeugnisformular aus dem Jahr 1919 genauso ausschaut wie das Zeugnisformular aus dem Jahr 2019. Es ist auch Religion an erster Stelle, was ja demokratiepolitischer Skandal des ersten Ranges bis heute. Und ansonsten hat sich gar nichts geändert. Die andere Welt hat sich sehr verändert. Wir haben Handys, wir fahren mit Autos, wir fliegen mit Flugzeugen, wir haben zwei Kriege dazwischen erlebt, etc. Aber das Schulsystem bleibt bei diesem wunderbaren Formular. Daraus lässt sich eigentlich viel schließen und deswegen bin ich der Meinung der Frau Weiß, da schlagt das Schulsystem auf einmal neu an. Also Sie finden, dass das Schulsystem absolut nicht anpassungsfähig war in den letzten Jahren? Nicht anpassungsfähig ist eine Untertreibung. Es ist nicht reformierbar. Es ist sogar, würde ich sogar sagen, problematisch, rechtlich problematisch und es ruiniert unsere Kinder. Dankeschön. Bevor wir weitermachen zu den anderen Fragen, gibt es Anknüpfungen zu den Statements vom Herrn Andrusch aus dem restlichen Podium? Man kann das nur unterstreichen, was da gesagt wurde. Für uns war immer Religion an erster Stelle das beste Zeichen, weil man da eine schlechte Note hatte. Und es ist tatsächlich so, dass eben dieser Rhythmus, der da vorgegeben wird, und diese Unumstößlichkeit sozusagen, du musst um acht Uhr drinnen sein, du hast das und das zu lernen und es geht weg von den Interessen und mehr in Richtung Lehrplan, sodass man sozusagen allgemein, jeder muss dasselbe, jeder und jede muss dasselbe lernen und es sollten eigentlich mehr die Stärken gefördert werden und nicht die Schwächen. Das kann ich nur hundertprozentig so auch unterschreiben. Umso wichtiger ist eben ein gewisser Freiraum auch und eine Gestaltungsmöglichkeit der SchülerInnen und nicht nur des Systems, glaube ich. Und vielleicht ist da die Schule des Ungehorsams oder ein Ethikunterricht. Also das ist super, dass das mittlerweile auch gibt. Ganz wichtig, um eben diese Freiräume zu schaffen und um eben da auch die Möglichkeit zu haben, vielleicht eigene Ideen mit einzubringen. Weil es sind ja nicht nur die Lehrer betroffen. Das ist so top-down immer, sondern eben auch genauso die Schüler. Die sitzen ja in einem Boot. Und warum es dann nur in eine Richtung geht und in die andere eigentlich nicht, verstehe ich auch nicht. Also kann das nur unterstreichen und verstehe das sehr gut. Also im Grunde genommen, dass mehr auf jedes einzelne Individuum gesehen werden sollte, auch in Bezug auf den Lehrplan und nicht nur, dass das alles einfach nur so grob gesehen und nur allgemein gehalten wird. Ja, ich glaube, man sollte den Schülern auch einmal zuhören einfach, wie es besser gehen könnte. Also die sind ja auch in dem System und wissen Bescheid. Und nicht jetzt nur vielleicht in einer Freistunde einmal oder so oder in Religion, wo man meistens eh machen konnte, was man wollte, sondern generell könnte man einmal überlegen, wie lassen sich Stärken fördern? Ich glaube, das wäre wirklich der beste Ansatz, aber da ist die Frau Weiß mit Sicherheit wesentlich bewandert als ich. Dankeschön. Sonst noch Anknüpfungen? Bitte. Gerne. Grundsätzlich stimme ich sehr zu, dass diese Punkte extrem wichtig sind. Vor allem, dass Hörner auf die individuellen Schüler, sie nicht mal mehr als monogame Masse, als eine Masse sehen, die alle gleich sind und passt schon. Ich bin etwas wie gespalten beim Nicht-Reformierbar, da ich denke, dass es definitiv unzählbare Probleme gibt, aber dass eben die Schule, auf der wir zwei sind, die definitiv sehr viel in diese Richtung geschafft hat, wo man natürlich auch sagen muss, sie ist nicht perfekt, es ist auch unmöglich, wo Menschen sind, werden Fehler sein. Aber in gewisser Weise denke ich schon, dass eine Reformierbarkeit möglich ist, aber eben leider nur sehr schwer. Ich denke, dass das Kernproblem wirklich der Punkt ist, wo es schwierig wird, denn meiner Meinung nach ist das Kernproblem eben, dass das gesamte System darauf basiert, dass wir Schüler bewerten wollen und ihnen am Ende eben die Matura übergeben, wenn sie es schaffen. Und dann passt das schon und dann geht es weiter. Und einfach, weil alles auf dieser einen Basis, auf diesem einen Maßstab aufbaut, wie das immer Probleme geben. Und das ist, denke ich, der Punkt, an dem wir schauen müssen, was tun wir und wie können wir da etwas anderes nehmen. Dankeschön. Wenn es sonst keine weiteren Anmerkungen gibt, möchte ich weiter zum Herrn Haderer gehen und zwar, dass wir jetzt einmal klären, was ist die Schule des Ungehorsams überhaupt und was sind so ihre Ziele und Werte? Die Schule des Ungehorsams ist eigentlich ein Kulturprojekt. Wir haben uns 2019, glaube ich, wie wir gegründet haben, sind so fünf Personen, zum Ziel gesetzt, dass wir sozusagen Gedanken, die eben Evidenz basiert und auch, da gibt es eine kleine Schulordnung, sozusagen es gibt keine Wiederbetätigung, es werden keine Minderheiten heruntergesetzt, kein Sexismus, keine Sach- und Menschbeschädigung und so weiter. Also da gibt es so einen kleinen Katalog und so und innerhalb dieses dieser Parameter sozusagen fördern wir dann alternative Ansätze und Ideen und das haben wir relativ ohne unsere eigene, wie soll ich sagen, ohne unsere eigenen Ideen gemacht, sondern wir haben nur gefördert, was sozusagen reinkam und was in dieses Korsett passte. Fördern insofern, dass man eben Medienplätze versucht hat zu schaffen, versucht hat, eine Sprache zu finden, eine gemeinsame. Also das ging konkret so, wir haben eine Veranstaltung gemacht, zum Beispiel ein Konzert oder so und haben dann gewisse Themen in den Raum geworfen, entweder mittels einer Ausstellung oder mit so ein bisschen Angestoßen. Und wenn dann rauskam, da waren sieben LehrerInnen in dieser Veranstaltung, die alle irgendwie ein Problem hatten, dann haben wir das aufgeschrieben, bis es 15 waren und dann alle angeschrieben und auf einen Tisch gebracht. waren und dann alle angeschrieben und auf einen Tisch gebracht. Und das ist sozusagen so diese Art, wie sich das geformt hat. Und die zweite Ebene war sozusagen eine Sprache zu finden. Und da gab es von Rhetorikkursen für NGOs über Zeichenkurse, über Storytelling ganz viel, um sozusagen die Anliegen und die Ideen der Menschen auch so zu formulieren und so weiter zu transportieren, dass auch andere anknüpfen können und dann wieder die Plattform zur Verfügung stellen, wo sich dann alle austauschen können. Im Endeffekt, ja, das hat ganz gut funktioniert eigentlich jetzt so über, wir haben das dann drei Jahre gemacht und 2020 im März die Location in der Tabakfabrik mit einem lachenden und einem stark weinenden Auge geschlossen und sind Seite auf Wanderschaft. Und jetzt gibt es eben Workshops für Schulen, auch Karikatur-Workshops und so unterschiedliche Projekte. Also da muss ich jetzt nicht näher drauf eingehen. Und so unterschiedliche Projekte. Also da muss ich jetzt nicht näher drauf eingehen. Fakt ist oder der Kern ist, die Schule des Ungehorsams soll sozusagen out of the box Denken fördern, aber das Ganze trotzdem mit wissenschaftlichem Background. Und ich bin auch ganz froh, nur ein kleiner Einschub, dass wir 2020 das ruhig gelegt haben, weil ich möchte nicht in Zeit von Corona mit dem Thema Ungehorsam, das wäre, glaube ich, relativ anstrengend gewesen, gerade was Evidenzbasiertes, Diskutieren und so weiter anbelangt. Also wir sind immer ganz froh, dass das eigentlich dann nicht so weit gekommen ist. Ja, so kurz gesagt. Gegründet natürlich die Schule des Ungehorsams, ganz wichtig, Gerhard Haderer, der bekannte Zeichner und Künstler, hatte die Idee, das zu machen und wir, sozusagen meine Frau und ich, wir haben das dann so mit dem kleinen Kernteam so irgendwie umgesetzt. Bei der Computer, du musst merken, dass da was läuft. Wieder? Entschuldigung. Hallo. Vielen Dank. Gerne. Dankeschön. So, dann kommen wir zu unserer nächsten Frage. Vielen Dank. Gerne. Das ist was ganz anderes als das, was wir ansonsten von Schulen kennen. Oder auch die nächste Frage wäre, wie erlebt ihr in eurer Schule Ungehorsam? Und welche Erfahrungen unterscheiden sich da einfach von anderen Schulen, so wie ihr es bis jetzt kennengelernt habt? Ich würde gleich mal starten mit dem Punkt, dass wir nicht um 8 Uhr anfangen, sondern um 9 Uhr. Und dann am Anfang gleich mal 20 Minuten Lernzeit haben, in denen jeder persönlich was lernen kann, in denen meistens Stille ist. Ja. Als nächstes unsere Lehrer. Das sind bei uns eher Lernbegleiter. Wir sind in der Schule alle per Du und werden sehr individuell unterstützt und können auch immer zu unserer Lehre gehen, wenn es etwas gibt. Also ein sehr offenes Klima, nehme ich an. Und zum Thema Ungehorsam, also gibt es da irgendwas, wo zum Beispiel auch die Schule euch da unterstützt, dass ihr irgendwas anders macht, als man es kennt. Vor allem, wenn es um die Fridays for Future Demos geht, da werden wir schon auch aufgefordert, hinzugehen und kriegen dann E-Mails. Ja. Ja, und ich denke auch, ein großer Teil ist auch, zum Beispiel, wir haben relativ regelmäßig Schulrate, wir setzen uns alle Schüler, alle Lehrer zusammen, schauen, wo sind vielleicht noch Sachen, die die Schüler so wie die Lehrer vielleicht irgendwo stören, dass wir gemeinsam eine Lösung finden. Natürlich sind manche Sachen einfacher, manche schwerer zu lösen. Und es ist einfach ein viel größerer Fokus auf der Entwicklung der Individuen. Also wie schaffe ich es, dass die Leute durch das Alter durchkommen, viel lernen, aber nicht nur ins Lernen, schulisch lernen, dass ich in der Lage bin, mature zu schaffen und in der Lage bin, okay, du kannst die Sachen, was im Lehrplan stehen, sondern generell einfach als Person in der Lage ist, zu wachsen und dann ins Leben etwas einfacher rauszuschreiten. Und wie machen die Lehrer oder auch die Schüler anderen für sich, wie macht sie das? Ein paar Sachen. Also wir setzen sehr viel mehr auf ein bisschen Freiheiten. Zum Beispiel, wir haben jeden Tag, also Montag bis Donnerstag, immer 50 Minuten, wo man sich beeindrucken kann. Dann kann man das Fach, das man braucht, selber weiterarbeiten. Dann sind Leute da, die einem helfen, was man überbraucht überhaupt. Wir haben die ganzen Aufgaben anders getaktet, wir haben diese ganzen Sachen monatlich und dann macht man das, das heißt, man kann selber Sachen einfach da ein bisschen individueller machen, plus wir haben Tutoren, das heißt, jeder Schüler, jede Schülerin hat einen Tutor oder Tutorin, solange man das braucht, die dann auch durch den Schulalltag begleiten, falls man Hilfe braucht oder was auch immer ist. Und ganz viele solche kleinen Sachen überall, eben wie zum Beispiel, dass wir alle per Du sind und da nicht so eine Brücke zwischen Lehrer und Schüler ist. Also das sind einfach eine große Menge an kleinen Punkten, die alle ein bisschen zusammengreifen. Was mich vielleicht noch interessieren würde, gibt es da vielleicht Unterschiede, was das Thema Benotung angeht? Gerne. Ich würde gerne auch noch sagen, dass wir kaum ein Hierarchiesystem in der Schule haben. Weil in normalen Schulen ist ja so, es gibt einen Direktor, der ist der oberste, dann kommen die Lehrer und dann die Schüler. Und vielleicht gibt es noch Personen, die so in der Schule arbeiten als Reinigungskraft oder Ähnliches. Aber die sind dann sowieso ganz unten. Und bei uns ist es gar nicht so. Wir sind alle per Du und jeder ist gleich viel wert. Egal wer man ist, ob man jetzt Reinigungskraft oder Schüler oder Direktorin ist. Es macht keinen Unterschied. Und in der Schule wird auch sehr viel, also dadurch, dass wir anders lernen, sehr viel geschaut, dass wir weniger dieses typische Bulimie-Lernen haben. Also wir lernen vor der Prüfung so viel, wie es geht. Bei der Prüfung kotzt man das dann alles aus und danach wissen wir eigentlich nichts mehr. Das funktioniert auch sehr gut, unter anderem auch dadurch, dass wir kaum Unterricht haben, wo der Lehrer vorne steht und eine Stunde lang redet, sondern klar, die Lehrer erklären, aber sie fokussieren sich dann auch darauf, was wir brauchen. Oder wir kriegen Sachen zum selber machen, ausprobieren. Ja, ich glaube, das ist auch ein sehr erfrischendes Konzept, was vielleicht auch anderen Schulen nicht schaden würde. Aber danke, vielen Dank. Wir machen weiter. Die Frage geht im Grunde genommen an drei Personen gleichzeitig, falls Sie sich da einbinden möchten. Frau Spitzbart, Frau Weiß und Herr Haderer sowie Herr Androsch, was sind denn nun brave Kinder und was nicht? Beziehungsweise woran lässt sich erkennen, dass ein Kind ungehorsam im positiven Sinne ist und in welchem Zusammenhang lässt sich sowas entscheiden. Spielen da auch zum Beispiel andere Charakteristika mit, wie Geschlecht, Sozialschicht oder Herkunft eine Rolle in der ganzen Beurteilung, ob ein Kind nun brav oder ungehorsam ist oder wie auch immer man das dann nennen möchte. Wer auch immer anfangen mag, sonst fangen wir mal mit Herrn Andrusch an. Und wer auch immer anfangen mag, sonst fangen wir mal mit Herrn Andrusch an. Darf ich das Wort an die Frau Weiß weitergeben? Weil sie hat so viel zu sagen. Ja, gerne. Also ich finde, dass es ein ganz zentrales Problem unseres Schulsystems ist, dass brave Kinder definiert werden. Und zwar sind das dann die Kinder, die keine Probleme machen in der Schule, die einfach immer gut zuhören und mitschreiben und wiedergeben. Das sind ist aber nicht schlimm, sondern der Bub hat vielleicht einfach mehr Bewegungsbedarf und dem wird Schule nicht gerecht. Das sind alles Dinge, die man wirklich ins Kalkül ziehen müsste. Wenn wir dann weitergehen in die höheren Schulen, ist es auch, es ist, wer Wissen reproduziert und recht brav auswendig lernt, das ist leider immer noch in vielen Schulen so, der wird dafür belohnt. Und das hilft einem aber im Arbeitsleben genau gar nichts weiter. Im Arbeitsleben soll ich dann jemand sein, der innovativ ist, der kreativ ist, der neue Ideen und schräge Perspektiven einbringt. Und darauf wird man eigentlich in dieser Mainstream-Schule überhaupt nicht vorbereitet. Ich finde es sehr schön, was die zwei Schülerinnen da jetzt erzählt haben und es gibt durchaus viele Schulstandorte, die sich sehr bemühen oder Projekte wie die Schule des Ungehorsams, die da neue Perspektiven hereinbringen und die einen gewissen Kreis an Menschen erreichen. erreichen. Was ich aber auch sehe, ist, dass es gerade um diese Schulstandorte, zum Beispiel im Volksschulbereich, gibt es dann so einen richtigen Konkurrenzkampf. Also es sind dann wieder die sehr bildungsnahen Eltern, die ihre Kinder in diese Schulformen hineinbringen, wie Montessori-Standorte und mehr Klassen, Mehrstufenklassen, solche Dinge. Aber die breite Masse an Schüler, Schülerinnen, an die wird da nicht gedacht. Und deswegen ist das, was ich so gerne hätte, ist, dass es wirklich ein neues System für alle Kinder gibt, zu dem alle Kinder gleichermaßen Zugang haben und das auch allen Kindern die gleichen Chancen bietet. Weil das ist etwas, da reden wir seit Jahrzehnten und das passiert einfach nicht. Und es ist auch politischer Wille, dass es nicht passiert, leider. Und wenn ich an das Demokratiestatement vorher von Ihnen anschließen darf, ich glaube, dass es tatsächlich das so eines der zentralen Probleme ist, dass das da einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz gibt. Es gibt nicht für jedes Kind in diesem Land den gleich guten Zugang zur Bildung und ich finde, das ist wirklich das Zentrale, wo wir anfangen müssen und dann natürlich weitermachen, zum Ausgang zurückzukehren. Also das derzeit vermeintlich brave Kind ist das brave Kind für den Lehrer oder die Lehrerin, der vorne steht. Aber der Nutzen für das Kind selber ist kein besonders großer. Das heißt, davon müssen wir einfach weg. Vielen Dank, Frau Weiß. Andere Anmerkungen, bitte. Also ich kann mit brav gar nichts anfangen. Ich bin auch froh, dass ich kein Lehrer sein muss in diesem System, um das zu beurteilen, was jetzt ein braves und ein gutes Kind ist und ob das jetzt funktioniert oder nicht. Fakt ist jedenfalls, dass wir in diesen turbulenten Zeiten, wir alle kriegen es mit, es ist höchst chaotisch und unübersichtlich, eher Leute brauchen, die nicht brav etwas auswendig lernen und dann das super oberbieten und dann ein Einser kriegen, sondern die vielleicht diese Freiräume auch bekommen, innerhalb der Schule, wo nicht vorgeschrieben ist, was jetzt vielleicht genau passieren muss oder in welche Richtung es gehen muss, sondern wo die Möglichkeit ist, dass man abbiegt, dass man scheitert, dass man vielleicht einmal etwas nicht perfekt hinkriegt und dann aber entweder daran arbeitet oder sich etwas anderem zuwendet. Und mir kommt vor, zumindest war es in meiner Zeit so, ich fürchte, es hat sich nicht viel verändert, dass man halt in einem Raster drinnen ist und man arbeitet das alles ab und dann am Ende bist du ein braves Kind und hast einen Einser und dann kannst du in der Bank arbeiten und dann musst du wieder alles abarbeiten und irgendwann stirbst du. Wichtig wäre, glaube ich, dass man eben genau da rauskommt, dass man eben sagt, es gibt diese Freiräume, man muss sich ausprobieren auch. Also wer weiß schon mit, wenn du in die Oberstufe kommst, was du irgendwann einmal später beruflich machen willst oder so, sondern es muss diese Möglichkeit geben, sich da so hinzuscheitern, sage ich mal, vielleicht auch ein bisschen und nicht immer nur die braven und die erfolgreichen Kinder und da ist eben das Benotungssystem und wahrscheinlich, also da kann ich auch wieder nur meinen Vorrednern total recht geben, kontraproduktiv. Darf ich jetzt nicht da reinschwindeln, weil ich ja dann gehen muss, habe ich eine schöne Ausrede, dass ich das machen darf. Ich glaube, wieder in der Falle, die die Parteivorfeldorganisationen, die dann zum Beispiel Bildungsdirektionen heißen, uns immer aufstellen. Das Problem wird individualisiert und wird auf einzelne Personen runtergeschraubt. Also da geht es um den braven Lehrer oder den tüchtigen Lehrer oder um das böse Kind und so weiter. Also da geht es um den braven Lehrer oder den tüchtigen Lehrer oder um das böse Kind und so weiter. Darum geht es überhaupt nicht. Wir haben ein Gewaltsystem, das nennt sich Schule. Und das Gewaltsystem gehört weg. Alles, was in der Schule passiert, muss demokratisch legitimiert sein. Wir brauchen eine Drittelparität, wo die Lehrer mitentscheiden, die Eltern mitentscheiden und die Schülerinnen und Schüler mitentscheiden. wo die Lehrer mitentscheiden, die Eltern mitentscheiden und die Schülerinnen und Schüler mitentscheiden. Alles andere ist Geschwurbel. Wir brauchen Rechte, wir brauchen Dinge, die im Gesetz stehen und in der Verfassung stehen. Und geht nicht in die Falle, dass wir dann glauben, dass der einzelne Lehrer da so viel machen kann. Da gibt es Tausende, die sich furchtbar bemühen und sich die Zähne ausbeißen, genauso wie die Eltern und die Schüler. Das gebe ich euch mit und darf jetzt zu meiner anderen Diskussion gehen. Tschüss. Vielen Dank, Herr Andros. Wiedersehen. Frau Spitzbart, bitteschön. Dankeschön. Gibt es sonst noch Anmerkungen dazu von dem Schüler, von der Schülerin eventuell? Ja, super. Ich finde, es ist ganz schwer, wenn man nach unserem System brav sein soll, weil wir alle haben auch unsere eigenen Probleme und unsere eigenen Themen in unserem Leben. Und es ist einfach schwer, wenn man einfach nur da sitzen soll und zuhören soll und mitschreiben soll und dann das kennen soll, weil wir haben es ja schon mal gehört. Und ich glaube, das ist einfach für keinen Schüler möglich. Dankeschön. für keinen Schüler möglich. Dankeschön. Dann fahren wir fort und die nächste Frage geht an die Frau Weiß. Sie wollen das Schulsystem zerschlagen. Warum? Und Sie wollen das auch neu bauen. Was wären da die Eckpfeiler des Neubaus und inwiefern wäre hier ungehorsam angebracht? Ich glaube, dass ganz viel Unzufriedenheit da ist und das aus berechtigtem Grund. Und ich glaube, dass das Schulsystem heute nicht mehr unsere Gesellschaft abbilden und auch nicht mehr funktioniert in der Gesellschaft, die wir haben. Das fängt damit an, dass einfach sehr viele Frauen berufstätig sind und das ist gut so. Die Schule hört aber, die Volksschule hört zum Mittag auf. Das ist ein System, das ist anachronistisch. denen, die darin arbeiten, also den Lehrern und Lehrerinnen. Ich habe das Gefühl, wenn man in den vergangenen Jahren beobachtet hat, was in den Kindergärten los ist, die brechen zusammen. Und genau das setzt sich jetzt im Schulbereich fort, einfach weil viele Lehrer und Lehrerinnen fehlen auch. Es gibt Unzufriedenheiten natürlich bei den Kindern, aber auch bei den Eltern. Und das Ganze ist aber geprägt von so einem bisschen, so einem autoritär angstbesetzten Gefühl. Das heißt jetzt nicht, dass alle Lehrer und Lehrerinnen autoritär sind, überhaupt nicht. Es gibt sehr viele, sehr fortschrittliche, sehr engagierte Pädagogen und Pädagoginnen. doch so, dass die Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Das heißt, sie werden nicht groß aufmucken. Und die Kinder wissen auch schon, der Lehrer, die Lehrerin sitzt am längeren Ast mit der Benotung. Und dann habe ich schon im Alter von zehn Jahren diese erste Trennung, die da sehr viel Unruhe in die Klassen hineinbringt. Ich weiß, in den ländlichen Gegenden ist es ein bisschen anders, aber im städtischen Bereich ist das wirklich dann der Run halt auf die Gymnasien und das heißt, in dieser vierten Klasse Volksschule steht alles unter dem Eindruck der Schularbeiten und kriegt man das Einserzeugnis oder Einser und Zweier, aber kann ich wäre, diesen Druck herauszunehmen und wirklich eine Schule für alle, eine gemeinsame Schule für alle zu schaffen, wo dann alle wirklich von der ersten Klasse eben bis zu dem Abschluss, den sie halt machen, zusammen in der Schule sind, was auch viel mehr die Diversität der Gesellschaft abbilden würde, zum einen. Und zum anderen müsste diese Schule aber viel individueller eben die Stärken eines Kindes fördern. Und ich sage jetzt bewusst Stärken, weil ich glaube, das ist auch etwas, was in unserem Schulsystem fehlt. Es ist für alle in einer Schulform, es ist eigentlich für alle derselbe Lehrplan im Sinn von Fächerzusammenstellung. Auch alleine, dass diese Fächer alle einzeln für sich unterrichtet werden und nicht da projektbezogen einfach fächerübergreifender Unterricht stattfindet. Also es ist so vieles, was einfach verändert gehört. Und das Wichtigste aus meiner Sicht ist aber eben, dass jedes Kind die gleiche Chance haben muss, egal ob ich aus einem bildungsnahen oder bildungsfernen Eltern, also Familien, also Familien bekomme und egal ob meine Eltern, es gibt ja auch Familien, die sind zwar bildungsnah, aber sprachen nicht Deutsch als Muttersprache zum Beispiel. Oder Familien, die sind bildungsnah, aber die Eltern haben einfach Berufe, wo es keine Freiräume gibt, um mit dem Kind am Nachmittag zu lernen oder sich um dieses oder jenes zu kümmern. Das heißt, ich würde diese Aufgaben oder überhaupt viel mehr Aufgaben gerne an die Schule übertragen, sodass jedes Kind einen Coach zur Seite gestellt bekommt, das es durch die gesamte Schulaufbahn durch begleitet. Das ein bisschen so eben dieses an der Hand nehmen einfach macht, schaut, wo sind die Begabungen, wo sind die Interessen, aber auch, wo hackt es jetzt vielleicht? Und das muss gar nicht in der Schule sein, aber wenn zu Hause ein Scheidungskrieg tobt oder wenn die Eltern nicht wissen, wie sie die Miete bezahlen sollen, dann sind das alles Faktoren, die jetzt auf das Gemüt oder auf die Verfassung vom Kind rücken und auch da beitragen können, dass man in der Schule nicht mehr so gut dabei ist. Also so ein Coach, der aus der psychologischen Ecke kommt, der ein Kind begleitet und auch so den Kontakt hält mit dem Lehrerteam, mit den Eltern oder mit anderen Professionen, die auch viel stärker an der Schule vertreten sein müssen. Und damit meine ich Sozialarbeit, damit meine ich diverseste Therapierichtungen von Ergotherapie über Psychotherapie über Physiotherapie, weil viele Kinder oft nur so einen kleinen Schubs brauchen. Ich weiß nicht, 20 Stunden Logopädie und da tut sich dann wieder sehr viel. Und das ist derzeit sehr, sehr schwierig, oft für Eltern zu organisieren und oft auch schwer zu finanzieren, weil es gibt ja oft nur so eine Teilrefundierung von den Krankenkassen. Und ich denke mir, wenn die Schule wirklich eine Schule für alle ist, die den ganzen Tag stattfindet, also eine Ganztagsschule mit verschränktem Unterricht, wo ich nicht diese Trennung habe in geblocktem Unterricht und dann Freizeitbetreuung, wo man wirklich sich des Kindes in seiner Gesamtheit annimmt, das würde mir vorschweben. Und ich glaube, dass diese Schule dann einfach wirklich viel mehr Chancen für jedes Kind bieten würde. Damit möchte ich es jetzt mal stehen lassen. Danke. Also Sie halten es für notwendig, dass die Schule in gewisser Hinsicht eine Unterstützerfunktion einnimmt für die Kinder? Unterstützerfunktion einnimmt für die Kinder? Absolut, weil es einfach viele Eltern nicht leisten können. Und das ist jetzt überhaupt kein Vorwurf an die Eltern. Das entspricht einfach unserer gesellschaftlichen Realität. Und wenn wir wollen, dass es allen Kindern, dass alle Kinder eben die gleichen Chancen haben oder die Chance haben, das zu werden, was sie denn werden möchten und was auch ihren Neigungen, Begabungen usw. entspricht, aber dass jedes Kind die Chance bekommt, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Dass wir nicht Kinder haben, die zwar einen Pflichtschulabschluss haben, aber über keine Kompetenzen verfügen, die nicht wirklich sinnerfassend lesen können zum Beispiel. Das ist nicht die Schuld der Kinder, sondern das ist die Schuld des Systems, das nicht früh genug hinschaut, woran es hapert und entsprechende Unterstützung zukommen lässt. Das heißt, wenn wir die Kinder fördern, geht es ihnen wahrscheinlich auch psychisch insgesamt besser und sie finden ihren Platz, indem sie eben dann eine Ausbildung machen können, einen Abschluss haben, egal ob das jetzt eine Lehrausbildung ist, eine mittlere berufsbildende Ausbildung, höhere Studium. Das heißt, das sind ja viele, viele gesellschaftliche Komplexe, die wir da sozusagen gleichzeitig mit angehen können. Wir werden niedrigere Arbeitslosigkeit haben, weil wir einfach gut ausgebildete Leute haben. Wir werden weniger Fachkräfte irgendwo suchen müssen, weil wir eben genügend Leute haben, die in diesen Bereichen, was jetzt eben gebraucht wird, ausgebildet werden. Also ich glaube, dass es wirklich für alle eine, wie man heute so gern sagt, Win-Win-Situation wäre, das bereits bei der Basis eben in diesem ersten Lebensjahr oder in diesem ganzen Ausbildungssystem anzugehen. Dankeschön. Ausbildungssystem anzugehen. Dankeschön. Dann wollen wir weiterfahren. Die Zeit ist schon relativ spät, aber wir machen jetzt noch weiter. Dann habe ich die nächste Frage an die Frau Spitzbart. Und zwar, was macht das mit der Psyche, sich gegen so etwas Festverankertes aufzulehnen, wie dieses System, was wir momentan haben. Und mit auflehnen meine ich eben dieses Ungehorsamsein im positiven Sinne. Ist es nicht immens schwer, gegen die Mehrheit anzutreten, wenn man eben seine Werte mit vollster Überzeugung vertreten möchte? Dankeschön. Unsere letzten Fragen sind momentan wahrscheinlich ein sehr aktuelles Thema. Und zwar, es geht um die Fridays for Future und auch um Last Generation. Und da möchte ich erst einmal die Schülerseite, Schülerinnen-Seite hören. Was haltet ihr von dem Ganzen? Also die Fridays for Future-Bewegung, das mit der Last Generation und das Ankleben an die Straßen. Ja. Grundsätzlich eben der Grundstein von eben dieser gewissen Ungehorsamkeit, dass man sagt, es passt uns was nicht und dass man das auch zum Ausdruck bringt, ist, denke ich, einer der wichtigsten Bausteine einer Demokratie. Demokratie. Das Problem, was es, denke ich, teilweise gibt, ist das Wie. Also ich denke, dass, deshalb bin ich zum Beispiel eben von den Festkleberaktionen kein Fan aus dem Punkt, dass ich finde, der Hauptweg sollte zuerst sein, aktiv eine Diskussion suchen und nicht nur die geballte Aufmerksamkeit unbedingt auf ein Thema, das schon da ist, mit eben auch schlechter Publicity zu bringen. Ich denke, das Hauptziel sollte primär sein, versuchen, aktiv eine Diskussion zu fördern, um das Thema weiterzubringen, um Lösungsansätze weiterzubringen. Und wenn Sie das nichts bringt? Dieses Reden bringt es ja ganz gerne. Das ist das Problem, wo es gespalten wird. Also da wird es dann schwierig. Ich würde gerne sagen, ich kann absolut die Verzweiflung, ich kann das so gut verstehen, dass man sagt, es muss sich was ändern, aber die Erwachsenen hören halt nicht, weil sie sind irgendwann tot und ist da nicht eigentlich ein Problem. So kriege ich das ganz viel mit. Und ich kann es gut verstehen, dass man sagt, ich will jetzt einen Cut setzen und ich will, dass sich das jetzt ändert. Es bringt noch nichts, wenn man sich auf die Straße klebt. Man baut ein schlechtes Bild auf, auf das Problem, das man eigentlich bekämpfen will. Also man macht es quasi nur schlimmer, indem man versucht, es weniger schlimm zu machen. quasi nur schlimmer, indem man versucht, es weniger schlimm zu machen. Also denkst du jetzt nicht, dass auch Bad Publicity Publicity ist? Naja, klar kriegen es alle mit, aber was ich so mitkriege, ist, dass die Leute dann sagen, jetzt hat sich schon wieder wer auf die Straße geklebt. Das ist doch nur Scheiße, ich fahre erst recht mehr mit dem Auto. Lauter solche Sachen. Also viele Leute reagieren dann nicht so, wie man es sich wünscht drauf, sondern sind gleich so, na jetzt erst recht nicht. Okay. Gibt es auf dieser Seite etwas dazu zum Anmerken? Ja, da muss ich zum Thema natürlich schon ein bisschen was sagen, weil es auch mit Ungehorsam zu tun hat. Also es geht eigentlich, es geht um kognitive Dissonanz. Wir alle wissen, der Planet geht unter und wir können aber oft nicht aus, aus unserer Haut, ist auch eine Generation in Frage manchmal. Man möchte sich dann doch vielleicht etwas gönnen, weiß aber es ist vielleicht nicht ganz gescheit und so hat man diese kognitive Dissonanz, heißt das, eine Art schlechtes Gewissen die ganze Zeit. Und dann gibt es Leute, die sich die Last Generation zum Beispiel, und ich unterstütze das, weil wir haben auch als Schule des Ungehorsams Fridays for Futures unterstützt, die Pressekonferenzen gemacht, denen geholfen, die Demos mit zu organisieren und so weiter. Und im Endeffekt sind sie dann die Donnerlinde auf und ab gelaufen, nachdem sie alle Genehmigungen eingeholt haben und so weiter und so fort. Und sie wurden nicht mehr gehört. Also es ist, glaube ich, wirklich eine Verzweiflungstat, erstens. Und zweitens, der Gegenwind ist jetzt so riesig natürlich, weil die uns genau aufzeigen, was eigentlich notwendig wäre. Und insofern kann ich nur sagen, die Forderungen sind ja minimal. Die sind ja minimal. Und da sind wir wieder bei diesem Wert im Anfängen und irgendwer fürchtet sich, dass es dann immer mehr wird usw. Aber was ist gegen Tempo 100 auf der Autobahn eigentlich einzuwenden? Es wäre doch nicht so schwer. Und insofern unterstützt es, direktes Kleben finde ich jetzt vielleicht auch nicht die optimale Form, aber es ist eine Verzweiflungstat. Die wissen auch nicht mehr, wohin mit ihrer Energie. Und alles, was diskutiert wird, auch wir sitzen jetzt hier und reden über das Thema, ist gut. Und insofern, ich finde es schon super, dass dann trotzdem Leute sich dann wirklich hinstellen und auch leibnd leben, jetzt sage ich mal übertrieben, zumindest Gefängnisstrafe oder Geldstrafe riskieren, um auf das ganze Thema aufmerksam zu machen. Und sie versuchen auch, so habe ich das zumindest mitbekommen, so wenig wie möglich den Verkehr jetzt auch aufzuhalten oder irgendwelche Rettungsfahrzeuge zu stoppen. Ich glaube, es ist, wir haben, wir jetzt, ich bin selber auch jetzt schon älter, wir haben es verbrockt und wir müssen uns das jetzt gefallen lassen und man muss sich jetzt wirklich konkrete Lösungen auch einfallen lassen, da braucht man Kreativität, da braucht man auch Ungehorsam und das ist das Mittel, um das Thema jetzt in die Öffentlichkeit zu bringen und insofern unterstütze ich das schon. Danke. Gibt es sonst noch, Frau Weiß, haben Sie etwas dazu zu sagen? Bitte. Ja, ich möchte mich eigentlich meinem Vorredner anschließen. Ich glaube, das Reden, wir haben lang genug geredet, die Wissenschaft weist seit Jahrzehnten auf die Klimaproblematik hin. weist seit Jahrzehnten auf die Klimaproblematik hin. Es tut sich einfach nichts. Es tut sich nur etwas, wenn die Politik unter Druck gesetzt wird. Und leider mit netten Versammlungen und Diskussionsveranstaltungen und so weiter, da bringt man nichts weiter. Das heißt, es braucht einen Protest, der weh tut. Und bei den aktuellen Protestformen muss ich sagen, dass ich mich mit dem Bilder, also Kunstwerke anschütten, weniger anfreunden kann, weil ich mir denke, das sind einfach unwiederbringliche Zeugnisse einfach auch der menschlichen Zivilisation. Das ist das zu beschädigen. Und ich weiß schon, es heißt, man passt eh auf. Aber was weiß man, wenn dann Flüssigkeit unter einen Rahmen rutscht. Also so gut kann man da gar nicht aufpassen. Aber die Aktionen jetzt, um den Verkehr zu behindern, die sind schon alleine, aber ich finde sie eigentlich sehr in Ordnung. Man muss genau dorthin gehen, wo es wehtut. Und zwar so lange, bis die Politik reagiert, weil sie sagt, jetzt ist der Druck und auch die Unzufriedenheit zu groß und sie wollen jetzt nicht einen Clash der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, also müssen sie irgendwie vielleicht Zugeständnisse machen. Wobei ich glaube, allen von uns klar ist, das ist ein globales Problem und das wird man nicht alleine in Österreich lösen können. Aber wenn wir in Österreich schon mal anfangen, eben das Tempo auf den Autobahnen zu reduzieren oder einfach wirklich ernst gemeinte Schritte zu setzen, dann wäre das schon mal ein Anfang. Oder jetzt sehen wir alle die Bilder von den Schneekanonen, zu sagen, okay, wenn es Schnee gibt, dann kann man Skifahren. Wenn es keinen Schnee gibt, dann kann man Skifahren. Wenn es keinen Schnee gibt, dann kann man eben nicht Skifahren. Solche Dinge. Das sollte einfach eine neue Normalität werden, aber die wird nur zur Normalität, wenn man sie erzwingt. Und dazu braucht man solche Aktionen. Dankeschön. Frau Spitzbart, haben Sie noch einen Kommentar dazu? Dankeschön. Danke. Es ist mittlerweile schon halb acht. Und ich denke, es wird Zeit, dass wir uns einmal ans Publikum wenden und einmal Fragen, Anmerkungen beantworten oder eben einmal zuhören, was das Publikum auch, die zuher per Zoom zu sagen haben. Meldet sich irgendjemand aus dem Publikum? Ansonsten werden wir einmal anfangen mit den Zoom-Fragen. Mhm. Vielen Dank. Meine Frage wäre an Frau Spitz, die das Buch geschrieben hat. Und zwar haben Sie ja gesagt, dass ganz viel verändert gehört. Und meine Frage wäre, wo würden Sie anfangen? Was wären so die ersten Schritte, die als nächstes umgesetzt werden müssten, Ihrer Meinung nach? Ich meine, das ist jetzt an mich, oder? Ja, habe ich den falschen Namen gesagt? Die war mir nicht ganz sicher. Also das Wichtigste fände ich eben tatsächlich eine Schule für alle, also eine gemeinsame Schule zu bauen, dass man also diese Unterscheidung in Mittelschule und Gymnasium völlig abschafft und das Schulsystem in ein Ganztagsschulsystem umzubauen. Und eben das Dritte, was ich glaube, also was in meiner Vorstellung wirklich zentral ist, ist diese Coaches einzuführen, weil die einfach sehr, sehr viel abfangen können und die Kinder wirklich gut durchbegleiten könnten. oder zu sagen, das brauchst du oder das brauchst du. Es braucht wirklich insgesamt ein völlig neues System. Das System gehört neu aufgesetzt. Und wenn ich dann jetzt höre, ja, aber jetzt haben wir andere Probleme, weil eben so großer Lehrer-Lehrerinnen-Mangel, der übrigens absehbar war, also dass diese geburtsstarken Jahrgänge in Pension gehen, das war absehbar. Und man hat ja über Jahrzehnte eigentlich junge Leute eher abgehalten davon, auf Lehramt zu studieren. Das ist jetzt leider die Rechnung, aber ich denke mir, wenn ich ein System, ein Schulsystem so gestalte, dass dort auch viele andere Berufsgruppen Platz haben, dann kann ich ja vielleicht auch wieder diesen Lehrermangel ein bisschen kompensieren, weil Lehrer und Lehrerinnen heute sehr, sehr viele andere Aufgaben übernehmen, die sie einerseits am Unterrichten hindert und für die sie andererseits nicht ausgebildet wurden. Und ich bin eigentlich immer dafür, dass Leute das machen, wofür sie ausgebildet wurden. Wir haben ja auch eine Psychologin hier sitzen. Also ich halte das zum Beispiel für ganz schlecht, wenn sich auch Lehrer für Psychologen halten und da irgendwelche Interventionen starten und dann überhaupt nicht wissen, was sie damit auslösen können. Und das ist leider auch Alltag, weil Schulpsychologie es zu wenig gibt und die Wartezeiten so lang sind und man versucht dann die Probleme selber zu lösen. Und das bringt dann alles eben einen Rattenschwanz an Probleme mit sich. Das heißt, wenn ich viele verschiedene Berufsgruppen auch an die Schule hole, glaube ich, müsste das trotz des Lehrermangels, wie wir es haben. Wenn aber Freizeitpädagogen den ganzen Tag beschäftigt sein können, weil sie eben am Vormittag Einheiten übernehmen, am Nachmittag Einheiten übernehmen, ist auch eine Entlastung. Es muss zum Beispiel eine Gangaufsicht nicht von einem Lehrer gemacht werden. Es muss eine Bewegungseinheit, die jetzt nicht auf irgendwelche sportlichen Ziele hat, sondern einfach eine Bewegungseinheit muss nicht unbedingt von einem Lehrer gemacht werden und gerade von den Bewegungseinheiten braucht es viel mehr. Also ich glaube, es braucht wirklich den gesamten Umbau und nicht nur wieder einzelne Maßnahmen. Dankeschön. Haben wir ansonsten noch eine Frage aus dem Publikum? Bitte sehr. Jetzt? Okay. Ich wollte auch noch einmal bei diesem ungehorsamen Begriff auf den noch einmal zurückkommen, weil ich mir denke, wir müssen wirklich aufpassen, dass man nicht nur in so kleinen Schrauben denken, wenn wir von Schule sprechen, dass sich da vielleicht unbedingt etwas ändert, wenn jetzt die Schule dann eine Ganztagsschule ist oder so irgendwas, sondern ich versuche jetzt schon die ganze Zeit für mich das so ein bisschen innerlich zu ordnen. Ich versuche jetzt schon die ganze Zeit für mich, das so ein bisschen innerlich zu ordnen. Ich denke mir, dieser aufklärerische Anspruch, dass wir lernen, unseren Verstand selber zu gebrauchen, der wird nicht per se realisiert, nur weil wir eine Ganztagesschule haben oder so. Und diesen Verstand selber, so gebrauchender, mündiger Mensch, der dort, wo das System nicht passt, sozusagen auch diese Aufforderung zur Emanzipation hat, das gefällt mir einfach vom Anspruch her ein bisschen besser. Ungehorsam, mit dem kann ich ein bisschen wenig anfangen, aber wenn ich das vielleicht als Zivilcourage formuliere oder eben als emanzipatorischen Anspruch, wo das System verändert gehört, muss ich damit beginnen. Und wenn ich mich dafür auf die Straße klebe, weil es nicht mehr anders geht. Das ist ja auch eine Form von Hilflosigkeit, aber der erste Schritt ist dieser Zivilcourage. Aber das ist nur ein kleiner Input zu diesem Thema. Ich möchte mich einfach ein bisschen dagegen verwehren, dass man einfach polemisch die Schule prinzipiell in jeglicher Form einfach zerschmettert. Weil so wie Sie es vorhin gesagt haben, wir haben gemerkt, was uns fehlt in Zeiten von Corona, als die Schule nicht mehr in der realen Situation zusammengekommen ist. Und ja, da lasse ich es jetzt einmal stehen. Dankeschön. Ja, bitte. Moment, da haben wir... Ich würde mich dem ganz gerne anschließen, weil ich nicht glaube, dass eine Ganztagsschule zum Beispiel jetzt zwingend etwas verändern wird. Und ich glaube, dass das Konzept Ganztagsschule sogar eher belastend war. Weil ich kenne das von meiner alten Schule. Ich bin in die Schule gekommen, es war finster. Ich bin aus der Schule gegangen, es war finster. Ich habe vielleicht auch mal das Tageslicht gesehen, wie ich in der Mittagspause spazieren war. Und ich denke, dass es einfach viel mehr psychische Probleme auch mit sich bringt bei Schüler und Schülerinnen, wenn wir jetzt dazu zwungen werden, nur mehr Zeit in der Schule zu verbringen. Dankeschön. Jetzt weiß ich nicht, ob wir direkt da erst einmal aus dem Publikum noch eine Frage haben. Ja, ich hätte die Frage, was müsste sich denn in der Lehrerinnenausbildung verändern, um ein bisschen in eine neue Richtung zu gehen? Das würde mich sehr interessieren. Hat wer Anmerkungen, Antworten dazu? Moment, da wäre sonst nur aus dem Publikum eine Antwort, glaube ich. Sonst geben wir da mal das Mikro. Ich denke, dass in der Ausbildung der Lehrer und Lehrerinnen genau diese Konzepte, diese neuen Schulkonzepte Platz finden müssen. Es gibt ganz viele Konzepte, wie zum Beispiel Regio-Bildung, die ansetzt, die bereits im Kindergarten ansetzt, die in der Volksschule ansetzt, wo es genau darum geht, die Stärken der Kinder zu fördern, die Interessen der Kinder aufzunehmen und dort anzusetzen, wo man das braucht. dort anzusetzen, wo man das braucht. Mittlerweile gibt es auch bei uns schon Schulen, die so sind. Nur das Problem, das immer wieder auftritt, ist, dass es für die Lehrer, die bei uns ausgebildet sind, dass es dort zusätzlich eine Ausbildung braucht, um dieses Bildungskonzept eigentlich umzusetzen. Weil wir immer noch zu sehr in diesem verhaftet sind. Da gibt es doch einen Lehrplan und das muss doch erfüllt werden. Und da und da muss das Kind hin, damit das Kind dann auch dort wieder weitergehen kann., okay, das steht zwar im Lehrplan drinnen, aber brauchen wir es wirklich in der Wirtschaft? Das ist die Frage, die wir uns stellen sollten. Da haben wir noch eine Anmerkung. Ein kurzes Statement zu deinem Einwurf in der Früh in die Schule im Finstern und dann im Finstern wieder heim. Ich glaube, alle, die darüber nachdenken, denken das ganz anders. Für mich ist das eine Verschränkung von all den Möglichkeiten, die für Kinder geboten werden sollen. Das heißt, von Schule hin zu Instrumentalunterricht, die Musikschulen sind angeschlossen, Sportunterricht, Tennis, Fußball, direkt im Bereich, im Nahbereich der Schule am Nachmittag, eingegliedert in den Tagesablauf der Kinder, mit Hausübung machen, mit Lernen. Am Abend kommen die Kinder heim und die haben Freizeit gehabt, die haben gespielt, die haben gelernt, die haben Unterricht gehabt und dann haben sie Zeit mit den Eltern, weil die Eltern heimkommen. So denke ich dann, Ganztag ist Schule und nicht, wir sperren sie ein, haben sie überwacht, bis die Eltern dann von der Arbeit nach Hause kommen. Das wäre eine Katastrophe. Und dann fahren die Eltern nämlich nur zu den Sportvereinen. Dann ist die Stimme um 20 Uhr, weil es nicht anders geht und nicht um 14 Uhr oder um 16 Uhr. Das wäre Nonsens. Und wir haben alle die Ideen. Ich glaube, es ist schon lange wissenschaftlich erwiesen. Ich weiß, es gibt nicht die Wissenschaft, aber in dem Bereich ist sich die Wissenschaft so etwas von einig, was Bildung sein muss für Kinder, dass man sagen kann, da gibt es nur eine Meinung und das wissen wir seit Jahrzehnten. Und jetzt ist meine Frage an die Verantwortlichen, an die Ideen, mir fehlen sie. Wie bringt man die Politik dazu, dass sie das umsetzt? Weil die wissen es auch ganz genau, aber die tun was anders. Und das schon immer und immer wieder. Und jetzt haben sie gerade in der Primarstufe Noten eingeführt in der ersten Klasse. Ich habe es nicht glauben können. Ich habe geglaubt, das ist ein dummer Scherz. Ich habe gehofft, dass irgendeine Zeichnung dann kommt. Eine Karikatur von Gerhard diesbezüglich. Weil es kaum nur ein Scherz gewesen sein war. War es nicht. Und da fehlen mir die Worte. Da beginnt dann Frustration. Weil wir wissen es alle. Und da fehlen mir die Worte, da beginnt dann Frustration, weil wir wissen es alle, wir könnten Ressourcen sparen, wir könnten Gebäude sparen, das könnte sich anschließen, man könnte so Zentren bauen, wo das alles stattfinden kann. Es soll nicht sein und es will nicht gewollt sein. Ist das deutsch? Ich weiß es nicht. Danke. Musst halt noch ein paar Stunden üben. Bitte, Herr Harderath. Ich glaube, dass die Verantwortlichen jetzt nicht unbedingt das Interesse haben, ein System zu reformieren, solange es läuft. Und sie kann auch aufregend groß. Also so möglichst, die wollen niederhalten, so ein bisschen in die Richtung. Ich glaube, ich bin da bei der Frau Weiß, also ich will jetzt nicht das Schulsystem zerstören, da kenne ich mich zu wenig aus dafür, aber ich denke mir, ein Reset, zumindest innerlich einmal, sie zu überlegen, wo wollen wir denn hin eigentlich und was soll der Output sein? Und dann erst überlege ich mir die Mittel, wie ich da hinkomme. Zum Beispiel, was mir auch führt in der Schule, das ist so dieses, wir haben vorher gesprochen, Sie haben gesprochen aus der Psychologie, wie das Alleinsein sozusagen Menschen ein bisschen isoliert und so weiter. Ein ganz wichtiger Skill, den man gern vergisst, ist, wie begeister ich, wie kann ich andere Menschen begeistern und für meine Sache, meine Sache zu unserer Sache machen und dieses Gemeinsame. Und anhand von solchen Dingen, was muss das Schulsystem können, wenn wir sozusagen niederbrennen? Was braucht man? Wir brauchen ein gemeinsames Wissen, Evidenz, dass wir gemeinsam diskutieren können, dass wir uns gemeinsam unterhalten können. Wir wollen sozial geschult werden. Das kann man alles festlegen. Ich bin mir sicher, dass in dem Buch von der Frau Weiß das super ausliniert drinnen steht. Und dann erst suchen wir uns die Mittel aus. Und das müssen wir oder ihr Lehrer und Lehrenden auch irgendwo verlangen. Es wird nicht passieren, solange jeder mitmacht und solange das ganze System so irgendwie weiterläuft. Aber wenn man sich überlegt, was wollen wir denn? Dann ist vielleicht ein Benotungssystem in der ersten Klasse nicht der richtige Weg. Aber diese Grundpfeiler sozusagen mal einschlagen und da bin ich dann schon dabei. Schule einmal, Tabula rasa mal auf Null und schauen, wo wollen wir denn hin? Und aufgrund von diesen Grundpfeilern dann sozusagen das neu aufzubauen, da bin ich genau auch dabei. Aber warum man in der ersten Unterstufen Schulnoten einführen, also ich glaube, das ist ja nicht wirklich zu erklären, oder? Gibt es da einen Grund dafür, warum man das macht? Eigentlich nicht, oder? Dürfte ich was sagen? Bitte. Bitte. Ich würde gerne zu der Ganztagsschule etwas sagen. Ich glaube, dass das einfach eine wirklich große Notwendigkeit ist für viele Eltern. Es geht ja auch um jüngere Kinder, weil es einfach Betreuungspflichten gibt, wo wir dann auch wieder bei den Anforderungen sind. Ich meine, wir spüren jetzt alle die Inflation. Es werden viele Familien nicht mehr mit dem Familieneinkommen auskommen, wenn die Mutter, die Frau nur halbtags arbeiten geht. Also ich glaube, über kurz oder lang wird es da Notwendigkeiten und einen Druck aus der Wirtschaft geben. Und wahrscheinlich ist der Druck aus der Wirtschaft viel effizienter als alles, was wir jetzt besprechen, damit die Politik reagiert. Da sind wir wieder bei der Geschichte vorher. Was brauche ich für einen Druck? Und da bin ich schon noch bei Ihnen. Es wird den Druck von Lehrern und Lehrerinnen und den Druck von Eltern brauchen, die sagen, wir wollen das so nicht mehr. Und bevor sich da nichts tut, bevor dann nicht wirklich so eine richtige Solidarität in Gang kommt und ein gemeinsamer Kampf, da wird sich leider auch nichts tun. Zu der Ganztagsschule noch für die älteren Schüler. Es ist genau das, was der Herr im Publikum gesagt hat. Genau das meine ich, dass alles an die Schule geholt wird, eben auch Vertiefungen in Form von Kooperation mit Musikschulen, mit Sportvereinen, durchaus auch mit Leistungssport. Verschiedenste Dinge. Zum einen, das heißt, das ist auch wirklich dann der Freizeitort, das ist eben dann ein verschränktes System. Und ganz wichtig, Schule ist zu Ende, wenn man herausgeht. Man nimmt keine Hausübungen mit, man nimmt nicht einmal irgendwelche Erarbeiten von Referaten oder solchen Dingen mit, weil genau dafür gibt es dann genügend Zeit an der Schule. Man hat freie Abende, man hat freie Wochenenden. Ich glaube, dass das auch sehr viel innerfamiliär bringt, dass man wirklich gemeinsame, gute Quality Time hat in der Familie, die nicht belastet ist, wo dieses ganze Lernthema einfach rausgehalten wird, wo es durch neue Lernformen, durch viel mehr Projektunterricht einfach auch zeitgemäße Formen gibt, wo man wegkommt eben vom auswendig Lernen, weil man einfach heute weiß, dass diese Hands-on-Geschichten, wenn sich Kinder was erarbeiten und Jugendliche, das bleibt sowieso viel eher hängen und das würde eben alles in der Schule gemacht. Ich glaube schon, dass das insgesamt dann eigentlich viel mehr Freiheiten gibt und zwar sowohl den Eltern als auch den Schülern und am Ende auch den Lehrern und Lehrerinnen, weil das, was wir auch seit der Corona-Pandemie jetzt sehen, ist ja für viele Pädagogen und Pädagoginnen ein völlig entgrenztes Arbeiten. die auch sagen können, wir gehen in der Früh in die Schule und je nachdem wird dann individuell nach dem Lehrplan ein bisschen unterschiedlich sein, um 16, 17, 18 Uhr nach Hause und haben aber den Kopf frei und haben wirklich Freizeit, wird das vielleicht für die psychische Gesundheit von Lehrern und Lehrerinnen auch durchaus ein Vorteil sein. Dankeschön. Jens? Da muss ich gleich noch eins dazu sagen. Ich kann das alles verstehen, ich kann es unterstreichen, ich kann es unterstützen. Ich komme aus der Schule, ich kenne viele Schulen und es ist erstaunlich, weil der Druck muss von den Eltern, von den Schülern kommen, von den Lehrern. Das stimmt. Wahrscheinlich macht es dann wirklich die Wirtschaft in Ahrrecht. Aber erstaunlich ist, wenn man die Eltern fragt. Die wollen, sehr viele wollen, bulimisches Lernen, wollen Noten auf die Tests und sehen das als Beweis, dass gut gelernt wurde. Also eine Abstimmung bei den Eltern wird, glaube ich, noch hinten losgehen. Das ist das Spannende daran. Wir sind so sozialisiert in der Schule, das System ist ja zäh. Und ja, ich kann das nur als unterstützen. Ich möchte, dass was geschieht, aber es ist sehr stabil, dieses System. Und da gibt es dann Eltern, wenn dann was anderes geschieht in der Schule, ich weiß das jetzt von einem Projekt ganz konkret, da heißt es dann, man hört diesen Sensationsmodus wieder auf und wird wieder gescheit gelernt. Das ist dann das, was Eltern oft sagen. Ich würde dazu gerne gleich was sagen. Und zwar, ich war auch in einer normalen Unterstufe, in einem normalen Gymnasium. Und da war es tatsächlich so, dass wir mit elf ganz normal angefangen haben, oder mit zehn. Und in der zweiten Schulwoche ist es dann gleich mal losgegangen mit, ja, in Geografie haben wir jetzt jede Woche eine Stundenwiederholung. Und da nehme ich zwei Leute dran. Und wenn die zwei Leute das nicht kennen, dann wirkt sich das absolut negativ auf die Note aus. Und dann haben wir in Englisch, haben wir dann jede Woche Vokabeltests dazu gekriegt und wie wir dann nach zwei Jahren Spanisch dazu gekriegt haben, haben wir auch noch jede Woche Spanisch-Vokabeltests dazu gekriegt und das nur, weil sie die Eltern das gewünscht haben. Und das kann ich absolut nicht verstehen weil für dann ignorieren da einfach ihre kinder und wollen nur die leistung und das finde ich persönlich schlimm und man sieht wie es ist auf die kinder auswirkt gerne spitzb, bitteschön. Und was sind wirklich die Probleme und was stresst die Kinder und was ist super für die Kinder? Weil ich glaube, wir alle haben die Fächer, die wir mögen, wo wir uns auf den Unterricht freuen, auch wenn es vielleicht einfach nur an der Lehrperson liegt. Ich glaube tatsächlich, dass das Zuhören wirklich der erste Schritt war, bevor man überhaupt von wir reißen das Schulsystem nieder sprechen kann. Danke. Amina, ich würde ganz gerne noch auf den Begriff Ungehorsam eingehen. Der Begriff Ziviler Ungehorsam ist ja uralt in der Philosophiegeschichte. Sokrates hat Zivilen Ungehorsam geleistet, also die Ausübung von Befehlen verweigert. Und wir bewundern alle Leute wie den Mohandas oder Mahatma Gandhi, der zivilen Ungehorsam geleistet hat. Und dieser zivile Ungehorsam hat dazu geführt, dass die Kolonialherrschaft der Briten in Indien endete. Wir bewundern, was weiß ichern eine Rosa Parks, die mit ihrem zivilen Ungehorsam das Ende der Apartheid in den USA angestoßen hat. Also das ist ein uraltes Thema und ich denke auch ein wichtiges Thema. Und da möchte ich nochmal den Begriff der kognitiven Dissonanz aufgreifen. Und das ist für mich wirklich eine extreme Dissonanz. Denn auf der einen Seite junge Leute, die sich für ihre eigene Jugend einsetzen, protestieren, wenn die einen Shitstorm auslösen und Hate Speech und so weiter. Und auf der anderen Seite leisten wir uns hunderte Schneekanonen, die schmale Streifen Technik, Schnee auf die grüne Wiese pusten, was eine irrsinnige Geldverschwendung ist und ökologisch eine Katastrophe. Also da passt hinten und vorne nichts zusammen. Und weil der Begriff Lehrplan vorhin gefallen ist. Also für mich sind die Lehrpläne gewissermaßen schizophren. Denn wenn man die allgemeinen Teile der Lehrpläne liest, dann steht alles drin, was auch schon gefallen ist. Von wegen Mündigkeit, wegen kritischer Selbstbestimmung, bla bla bla, politische Kompetenz und so weiter. Das steht alles drin. Und wir bräuchten eigentlich nur darauf Bezug nehmen, aber in den allermeisten Fällen wird auch der zweite Teil des Lehrplans rekurriert und das heißt, wir müssen ja unseren Stoff durchbringen. Und das finde ich auch ziemlich daneben. Es ist eine konkrete Frage im Chat, Dominik, ich hoffe, du verzeihst mir, dass ich das jetzt mache, die Petra Paulisch fragt, sollte es in der Bildung wirklich darum gehen, dass wir für die Wirtschaft ausbilden? Diese Frage würde ich gerne ans Podium weitergeben. Einigen wir uns bitte darauf, dass wir die Mikros einfach gar nicht ausschalten. Da muss ich mal schauen, ob es einen ausschaltet. Ich finde das eine perfekte Frage. Natürlich, die Frage ist, warum soll man für die Wirtschaft produzieren? Und vor allem, was wird weitergegeben? Und was glauben wir Lehrer oder ihr Lehrer, was die Wirtschaft denn brauchen würde? Mein Ansatz ist oder der Ansatz der Schule des Ungehorsams ist, es muss die Möglichkeit geben, flexible Persönlichkeiten sozusagen auszubilden und nicht auf etwas genau hinzuarbeiten, was die Wirtschaft sozusagen auch verlangt. Abgesehen davon, es verlangt keine Firma noch, also bis auf eben so, weiß ich nicht, vielleicht irgendwelche Banken oder irgendwelche Dinge, die wirklich Leute brauchen, die wie Computer funktionieren, aber die werden sowieso bald ersetzt. Man braucht Leute, die sozusagen out of the box denken können und schnell reagieren können und das kann nicht in einer Schullaufbahn, was weiß ich, vier Jahre bevor der oder diejenige den Job antritt, bereits vorliniert werden, weil das funktioniert einfach nicht. Sondern man muss die Möglichkeit trainieren, meiner Meinung nach sozusagen schnell und flexibel zu sein, ein möglichst breites Feld zu haben. Und richtig sinnvoll für die Wirtschaft wäre meiner Meinung nach, richtig sinnvoll für die Wirtschaft, wäre meiner Meinung nach, wenn man etwas findet, was Spaß macht und dieser Spaß, diese Freude und Zuwendung zu einem Subject irgendwie, das kann man auch in der Schule fördern, glaube ich. Und vielleicht wäre das der Ansatz, wenn man schon unbedingt der Wirtschaft jetzt zuarbeiten will, verstehe ich ja auch, wir wollen ja ein vernünftiges System irgendwie aufrechterhalten oder so, dann wäre es vielleicht das, flexibel zu sein und etwas zu finden, was Spaß macht, weil nur dann wird man wirklich gut da drinnen und nur dann kann man Leute begeistern und dann geht was weiter. Das wäre vielleicht so eine Möglichkeit auch. Danke. Ja, ich stimme absolut zu. Also ich denke, dass das auf jeden Fall die Richtung ist, die gegangen werden muss, nicht mehr die Deutsch-Schwersprache, nicht mehr nur das Fokussieren auf einen Punkt und das machst du für immer und ewig und mehr gibt es nicht, sondern die große Vielfalt zu sehen, kreatives Denken zu fördern, Flexibilität zu fördern. Ich denke, dass auch ein wichtiger Punkt ist, nicht nur zu fokussieren auf das reine wirtschaftliche und auf das Arbeitsleben, sondern auf das Leben als Ganzes, nicht mehr nur das gesamte Leben unterteilen in Schule, Arbeit und Tod, sondern einfach in der Schule anzufangen, Menschen vorzubereiten auf ein generell schönes Leben und in der Lage zu sein, dieses Leben zu leben und nicht nur vorbereiten, um zu arbeiten. Ich denke, das wäre das, auf das wir umdenken müssen, dass die Schule nicht nur eine Vorbereitung ist fürs Arbeiten, sondern eine Vorbereitung sein sollte für das Leben. Und eben auch keine Befehlsempfänger ausbilden. Also ich kenne das selber auch aus meiner Tätigkeit im Verlag und so weiter und so fort, wenn neue Mitarbeiter kommen und die erste Frage ist, was soll ich denn genau tun? Das ist genau umgekehrt, muss es sein. Es muss sein, das und das ist zu erledigen. Siehst du da irgendwas, was dir Spaß macht oder was würde dir denn taugen? Und nicht so zuerst einmal, okay, was wird denn genau verlangt und wo soll ich mich hinstellen und wie genau und wie lang muss ich das machen und wie viele Zeilen pro Minute und wie auch immer. Sondern es geht eigentlich um dieses Verstehen, worum es geht und sich dann selber vielleicht einen Platz finden. Wahrscheinlich nicht, also ich beneide niemanden, auch keine Lehrer schon gar nicht so, weil wie will man das lernen, lehren? Ja, das ist ganz schwierig. Vielleicht braucht man wirklich ein bisschen ein Reset und muss schauen, wo wollen wir wieder hin? Vielleicht ist das ein Ansatz. Frau Weiß, Sie wollten noch etwas sagen? Ich wollte Folgendes sagen. Ich tue mir ein bisschen schwer so mit, die Wirtschaft wollen wir, dass für die Wirtschaft ausgebildet wird. Also ich denke, wir reden vom Arbeitsmarkt und der ist viel größer als jetzt die Wirtschaft ist, weil der Arbeitsmarkt einfach viele, viele verschiedene Branchen kennt, eben von der Pädagogik und der Schule über die Pflege und Gesundheitsberufe und ganz viele Sozialberufe, ganz viele verschiedene Branchen, die jetzt nicht sozusagen so im engeren Sinn die Wirtschaft sind. Zum einen. Zum anderen denke ich mir, das Maß aller Dinge muss das Kind sein. Und wenn ich ein Kind von klein auf fördere, von klein auf das Selbstbewusstsein stärke, indem ich eben die Stärken stärke, es lobe und nicht eben so defizitorientiert betrachte und auch schaue, wo liegen die Interessen, wo liegen die Begabungen, dann wird dieses Kind später als Erwachsener genau in dieses Berufsfeld hinkommen, für das es geeignet ist und das es interessiert. Und dann habe ich mündige Menschen, die etwas machen, weil es ihnen Spaß macht. Und die werden einfach auch die besseren Arbeitnehmerinnen am Ende dann sein. Weil das genau die sind, die dann kreative Lösungen finden, die einen anderen Zugang haben, als wenn sie nur Sachen machen müssten. Und daher denke ich mir, das ist der Ansatz, den man verfolgen sollte. Ebenso wie man mündige Bürger haben sollte, sollte man schon kleine, mündige Kinder, Jugendliche sozusagen zu mündigen Bürgern dann erziehen. Dankeschön. Jetzt bin ich mir nicht sicher, wenn es ansonsten noch, tatsächlich gibt es noch eine Frage und dann müssten wir unsere Diskussion auch schon langsam beenden. Bitte sehr. Bitte sehr. Wenn meine Gemeinde zum Beispiel Abgangsgemeinde werden könnte und mir mein Globalbudget gestrichen wurde, sehr radikal heruntergestrichen wurde und ich damit meine Mittel kürzen muss und umschlichten muss, dann sind es die Ressourcen im Bereich der Stundenzuteilungen, mit denen ich jedes Jahr kämpfe, die nicht ausreichend sind für den Bedarf, den ich in meiner Diversität an der Schule habe. Und dann ganz radikal und ganz schlimm die Ressourcenzuteilungen im Bereich der Sonderpädagogik, die mich auch treffen als Schulleiterin. Und Schulreform beginnt dort, wo Ressourcen zufließen. Und ich kann dann beginnen, meine Schule, wirklich, ich bin sehr kreativ in der Beziehung, aber ich brauche trotzdem eine grundlegende und wichtige Ausstattung. Und wenn man in der Volksschule und vor allem in der Grundstufe 1 nicht die Doppelbesetzung generell in den Klassen durchsetzt, nicht die Doppelbesetzung generell in den Klassen durchsetzt, dann kann sich bei der Persönlichkeitsentwicklung und Persönlichkeitserziehung und bei dieser Individualisierung und Differenzierung nichts ändern. Denn wenn eine Erstklasslehrerin mit 23 Kindern wie bei mir an der Schule alleine in der Klasse steht, dann ist das leider eine Überforderung, wenn ich all das fordere, auch diese zehn neuen Grundsätze, aber bitte mehr Ressourcen. Es ist bereits 8 Uhr. Unser Philosophikum ist bereits zum Ende gekommen. Ich bedanke mich nochmal für alle Zuschauerinnen und Zuschauer, für das Publikum, für die Podiumsgäste vor allem auch. Danke auch Frau Weiß, dass Sie zugeschaltet haben. Und genau, es wäre dann noch ein kleines Buffet zur Verfügung gestellt worden. Und ja, ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht und danke sehr.