Hallo liebe Zuseherinnen und Zuseher, ich befinde mich heute im Glashaus in Ottensheim und neben mir sitzt die Uli Böker. Hallo Uli. Hallo. Danke, dass du gekommen bist. Ja, danke für die Einladung. Uli, ich stelle dich mal ganz kurz vor. Und zwar, du bist von 2015 bis 2021 Landtagsabgeordnete für die Grünen im Oberösterreichischen Landtag gewesen und von 2003 bis 2015 also langjährige Bürgermeisterin von Ottensheim. Was bedeutet eigentlich dann für dich persönlich Kunst und Kultur? Ja Kunst und Kultur, ich bin also in diese Kunst und Kultur hinein gewachsen, einerseits über die Kulturinitiative AG Granit in Ottensheim, andererseits über meine Tätigkeiten im Vorstand von der Kulturplattform Oberösterreich, von der KUPF und schlussendlich dann auch in das Festival der Regionen. Also ich bin in diese oberösterreichweite Kulturszene sehr stark eingetaucht und ich würde auch sagen, dort bin ich auch politisch sozialisiert worden in dieser Kulturszene. Wie kommst du allgemein mit dem Festival der Regionen in Berührung? Also ich bin mit dem Festival der Regionen in Berührung gekommen, einerseits über die Arbeit in der Kulturplattform Oberösterreich, also in der KUPF, und andererseits, weil mich dann der Festivalleiter Günther Stockinger damals, 1993, hat uns als AG Granit gefragt, ob wir nicht eine Location hätten für das Projekt des Festivals der Regionen im Dschungel Schwarzer Träume mit Hermes Fettberg und Fritz Ostermeyer. Und dann haben wir festgestellt, ja, wir haben ein altes Ziegelwerk, das nicht mehr in Betrieb ist, also quasi wieder ein Leerstand. Und wir haben dann mit den Besitzern gesprochen und es ist tatsächlich geglückt, diese Location für das Festival der Regionen aufzumachen. Das war sozusagen der erste, ein bisschen intensivere Kontakt mit dem Festival der Regionen im 1993. Wow. Genau. 1993, ja, eine lange Zeit. Hat sich natürlich dann immer wieder hingezogen. Du warst ja dann auch langjährig tätig beim Festival der Regionen. Ja, das war ganz interessant. Das war sozusagen, ich habe mich auch beruflich ein bisschen verändert. Ich war ursprünglich im Architekturbüro meines Ex-Mannes und wollte schon lange in die Kultur-Kunstschiene hinein, weil da habe ich eine besondere Leidenschaft immer dazu gehabt, weil ich immer auch gefunden habe, dass gerade in einem Ort, in einer Gemeinde, nicht nur in Ottensheim, sondern überall Kunst und Kultur sozusagen den Boden aufbereiten für Entwicklungen. Ohne die geht das überhaupt nicht. Und dann hat mich der Günther Stockinger, der damals auch noch einmal Festivalleiter war 1995, gefragt, ob ich nicht im Büro mitarbeiten möchte oder Büroleitung machen möchte. Und ich habe eh damals einen dreieinhalbjährigen Sohn noch gehabt, also mein viertes Kind und habe mir gedacht, es wäre interessant, aber ich fahre jetzt nicht nach Linz, das ist einfach zu aufwendig, wobei, Entschuldigung, Ottensheim-Linz auch nicht wirklich sehr weit weg ist oder sehr weit auseinander liegt. Ja und so habe ich dann per Spaß mehr oder weniger gesagt, ja wenn du das Büro in Ottensheim machst, dann kann ich mir das vorstellen. Die Antwort war prompt, suchen Sie. Somit habe ich dann eines gesucht tatsächlich und 1995 habe ich dann die Büroleitung beim Festival der Regionen gemacht mit unter dem Titel, das war damals die heiße Heimat. Ja, dann war es ja so, dass beim Festival der Regionen ist ja immer ein Jahr Arbeit, ein Jahr keine Arbeit. Das heißt, ich habe mir aber dann trotzdem auch schauen müssen, wie ich dann auch das andere Jahr beibringen bin, dann zur Kunstuni hinübergesiedelt, wo ich dann mit dem Roland Kneiger vier Jahre lang gearbeitet habe und habe aber zwischendurch immer wieder mit dem Festival der Regionen, 1997 war dann die Wochenglausur in Oppensheim und das war ein hochspannendes Projekt, weil die eben sich dem Thema Leerstand, Marktplatz, auch der Jugend und Senioren auch genommen haben. Und da war ich auch dann mittendrin, aber jetzt nicht direkt beim Festival der Regionen. 1999 gab es dann ein Projekt, das wir eingereicht haben, mit dem Theaterspektakel Willerin gemeinsam. Und das waren die Barbaren. Und da bin ich wieder dann tief eingestiegen, aber wiederum nicht direkt beim Festival der Region, sondern als Projektleitung dieses großartigen Wanderstationen-Theaters. Wie hast du das in Erinnerung? Dieses Wander- und Stationen-Theater habe ich in ganz, ganz besonderer Erinnerung, weil es waren einfach unglaublich viele Leute beteiligt an dem. Also es war so eine Art Kunstbürgerbeteiligungsprojekt. Und wir haben da die Chöre und die Theatergruppen, also ganz viel Laien, Schauspielerinnen und Sänger und Musikerinnen mit eingebunden. Aber es waren auch Profis dabei, also Profischauspielerinnen und Schauspieler. eingebunden, aber es waren auch Profis dabei, also Profi-Schauspielerinnen und Schauspieler. Und dieses Projekt hat wirklich monatelang sozusagen in der Erarbeitung gebraucht und ich habe da immer wieder die Fäden gezogen und bin durch ganz Oppensein gerannt und zur Gemeinde und habe auch immer wieder versucht, dort auch Unterstützung zu kriegen. Und die Menschen haben schon bemerkt, dass da was Großartiges entsteht. Tatsächlich, primär hat es ein furchtbares Gewitter gegeben, aber wir haben das abgewartet und haben dann trotzdem gespielt. Ja, hart im Nehmen. Genau, das ist im Jahr 1999 im Zuge von Fest wieder Regionen mit dem Titel Randzonen hatte stattgefunden. Wie kann man denn allgemein auf diese Idee, so ein Theaterstück sozusagen zu diesem Thema Randzonen zu entwickeln? Im Grunde genommen war unter anderem der Joachim Radtke, den man ja vom Theaterspektakel Willering kennt, der aber auch Schauspieler, Regisseur ist, hat diese Anregung gemacht und ist zu uns nach Ottenseim herübergekommen aus Willering. Und diese Überfuhr, die ja in Ottenseim mit Willering verbindet, war sozusagen auch der Ansatzpunkt, etwas Verbindendes zu machen und eben diese barbarischen, auf der anderen Seite mit den sozusagen guten und tollen Menschen auf der herüberen Seite zu verbinden. Ja, irgendwie war der Joachim Radtke der Anstoßer und wir waren sozusagen diejenigen, die immer wieder ein großes Netzwerk gehabt haben an Kultur- und Kunstinteressierten. Ja, und so ist das entstanden, nach einem Theaterstück von Grillparzer W. in der Lüg, das allerdings dann natürlich umgeschrieben wurde. Gibt es jetzt zwischen die Fronten nach wie vor eine spürbare Feindschaft oder hat die Liebe schon gesiegt? Eine spürbare Feindschaft hat es ja vorher auch nicht gegeben. Es ist nur so, die Donau trennt sehr wohl Ottensheim und Willering, auch wenn es die Überfuhr gibt. Also diese Nähe der Gemeinden, dass sie die annähern, ist eher mit den herüberen, also mit den Gemeinden nördlich der Donau. Und es gibt keine Feindschaft, aber die Annäherung könnte noch besser werden. Du stellst dir eben, wie vorher erwähnt, bei dem Berührungspunkt von Politik und Kunst und Kultur. Was macht diese Position besonders spannend? Die Berührungspunkte von Politik und Kunst und Kultur. Ja, ich glaube einfach, dass Politik ohne Kunst und Kultur gar nicht sein kann. Leider ist es zum Teil so. Und dass genau die Künstler und Künstlerinnen eben durch ihr Einbringen, durch diese Unbefangenheit, durch diese Direktheit, durch diese Provokation, die in manchen Projekten oder künstlerischen Umsetzungen drinnen sind, einfach die Menschen aufwecken in einer Gemeinde und dort diese Lebendigkeit, die fehlt, einbringen. Da gibt es dann Aufregungen über die provokativen Projekte. Es gibt Erstaunen über etwas, was man vielleicht noch nicht gesehen hat. Und wenn dann eine Gemeindepolitik ein bisschen offen und aufgeschlossen ist und auf diese Menschen auch zugeht oder es zumindest zulässt, wenn schon nicht unterstützt, dann entsteht echt ein Boden der Entwicklung. Und jede Gemeinde braucht das ganz dringend, weil es sind notwendige Veränderungen zu machen. Wie weit darf in deiner Meinung nach Kunst gehen, die Politik zu kritisieren? Wann ist der Schluss sozusagen? Wann geht es zu weit? Für mich gibt es da keinen Schluss. Es darf niemals gewalttätig sein, das ist meine Auffassung. Es darf niemals die Menschenrechte verletzen, aber grundsätzlich ist die Kunst dazu da, dass sie uns aufweckt. Du warst eben auch genau in 2001 beim Festival der Region an das Ende der Gemütlichkeit, warst du auch in der Leitung. Wie schwingt denn diese Finanzierung sozusagen mit, wenn die Politik ein derartiges Festival finanziert. Wie schwingt das im Hinterkopf mit, wenn man gleichzeitig ein Kunst- und Kulturfestival leiten und organisieren sollte? Wie geht das? Also ich war 2001 dann Geschäftsführerin des Festival der Regionen. Damals war der Fere Oellinger der Festival, der künstlerische Leiter. Ich habe natürlich immer sehr darum gekämpft, genügend finanzielle Mittel zu bekommen, wobei das ja hauptsächlich trotzdem Aufgabe des Vorstandes eines Vereins ist, also auch des Festival der Regionen. Und es hat aber das Land Oberösterreich, sowohl der Bund, das Festival der Regionen schon immer sehr gut unterstützt, aber natürlich immer auch ein Kampf um ein bisschen mehr, weil bei Kunst und Kultur ist es halt so, dass man immer wieder kämpfen muss ums Geld und das war beim Festival der Regionen auch nicht anders. Aber es hat einen gewissen Stellenwert in Oberösterreich schon erreicht und es wird bis heute unterstützt, aber wie gesagt, es könnte mehr sein. Und wie seid ihr 2001 zu dem Thema das Ende der Gemütlichkeit gekommen? Wollte die damalige Leitung inklusive dir diese allgemeine Gelassenheit der Österreicher und Österreicher thematisieren? Ich würde jetzt einmal sagen, da bin ich vielleicht jetzt nicht ganz die richtige Ansprechpartnerin, weil ich bei den Findungen der Themen nicht immer ganz intensiv dabei war. Aber das Ende der Gemütlichkeit deutet sich ja schon seit über 20, 30, 40 Jahren an. Wir können nicht mehr so gemütlich weiter tun wie bisher. Man sieht ja jetzt an den Krisen, was los ist. Und das hätte man eigentlich schon viel früher bemerken müssen. Und das Festival der Regionen hat da damals schon dieses Thema aufgegriffen. Es wird nicht mehr so gemütlich sein, wie es vielleicht einmal war. Und wir müssen dringend etwas ändern. Okay. Ich möchte jetzt ein bisschen auf die Volkstheater-Karawane eingehen. Die hat 2003 stattgefunden unter dem Festival der Regionen die Kunst der Feindschaft. Gab es damals dann quasi nach dem Thema mit der Volkstheater-Karawane ein allgemeines Umdenken in der Konzeption des nächsten Festivals, weil das dann wieder geordnete Verhältnisse geheißen hat und nicht mehr so aufrüttelnd war. Hat es da schon ein Umdenken gegeben? Ich würde es jetzt mit einem Nein beantworten. Die Volkstheaterkarawane hat tatsächlich Aufregung verursacht, indem sie einerseits bei der Eröffnung, bei dem wunderbaren Kohlebrecher in Wolfsweg, sich mit dem Herrn Landeshauptmann ein bisschen auseinandergesetzt hat, indem sie einerseits bei der Eröffnung bei dem wunderbaren Kohlebrecher in Wolfsweg sich mit dem Herrn Landeshauptmann ein bisschen auseinandergesetzt hat, indem sie immer wieder von oben von diesem Gebäude heruntergeschrien haben, Püringer, wir lieben dich, Püringer, wir lieben dich und haben so Zettel runterfallen lassen. Das war dann für viele sehr aufregend, wobei das ja nun nicht ist. Ich habe das auch nicht so schlimm empfunden, aber gut. Und das eigentliche Problem ist entstanden, weil die Volkstheater-Karawane in die Schule in Lampach gegangen ist und sie als Ministerialbeamte ausgegeben haben und dort sogenannte Speichelproben genommen haben und Bankomatkarten verlangt haben. Eigentlich, um einmal aufzuzeigen, wie leicht es ist, sozusagen in etwas einzudringen, wo es nicht sein darf. Und das hat dann auch ein gerichtliches Nachspiel gehabt. Aber ich würde jetzt auf keinen Fall sagen, dass das dann eine andere Ausrichtung des Festivals nach sich gezogen hat. Also das würde ich jetzt eher verneinen, aber vielleicht sagt ein anderer aus dem Vorstand was anderes. Das weiß ich nicht. Glaube ich aber nicht. Wieso hat denn deiner Meinung nach das Festival der Regionen vielleicht immer noch nicht diesen besonderen internationalen Stellenwert erreicht, wie zum Beispiel jetzt das Ars Electronica Festival? Das ist eine gute Frage. Warum hat es das nicht erreicht? erreicht wie zum Beispiel das Ars Electronica Festival? Das ist eine gute Frage. Warum hat es das nicht erreicht? Es ist österreichweit bekannt, aber es ist trotzdem, da stimme ich zu, die Internationalität fehlt noch ein bisschen. Es war zwar in den letzten Festivals bereits schon der Ansatz da, dass man europäischer denkt, europäisch sich vernetzt, europäischer Förderungen lukriert. Aber wie gesagt, da war ich nicht mehr so sehr dabei. Insofern kann ich das nur aus der Ferne beantworten. Es hätte ja Internationalität verdient. Die Projekte waren gut. Mir kommt es vor, du hast eine Art On-Off-Beziehung mit dem Festival der Regionen bezüglich der Leitung. Wie war denn das Feeling, nach 14 Jahren Pausen bei den Festivals 2019 und 2021 wieder dazuzustoßen? Also ich habe eigentlich nie eine Pause gehabt. Es waren nur unterschiedliche Intensitäten, so wie ich beim Festival dabei war. Und die letzten Festivals habe ich eigentlich nur als Besucherin erlebt und auch nicht das gesamte Festival, weil ich doch in der Politik sehr engagiert war, sowohl als Bürgermeisterin als auch als Abgeordnete und daher nicht sehr viel Zeit gehabt habe. Ich war in den letzten drei, vier Jahren ein bisschen intensiver noch im Beirat tätig und dann sind wir dann ab und zu eingeladen worden, einem so ein bisschen Feedback zu geben oder so ein Brainstorming, wo kann es denn hingehen, in welche Region wollen wir gehen und das war eine Einbindung des Beirates, in dem ich noch dabei war. Beim letzten Festival war ich eigentlich wirklich nur noch Besucherin. Okay, wie hast du das als Besucherin wahrgenommen? Das letzte Festival, jetzt muss ich kurz nachdenken, das war 2021, das war Salzkammergut. Ah ja, genau, Salzkammergut habe ich insofern sehr, sehr intensiv wahrgenommen, weil ich war wirklich da bei fast jeder Veranstaltung. Habe allerdings vielleicht ein bisschen bemerken müssen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner, nachdem ich dort zwei Wochen auch gewohnt habe, sich nicht so sehr eingebunden gefühlt haben. gefühlt haben. Das ist jetzt die Sicht der Bewohner und Bewohnerinnen, wie weit man da verstärkt noch die Kommunikation zu den Bewohnerinnen und Bewohnern oder der Region, wo das passiert, forcieren sollte. Ich glaube, das ist ein wichtiges Thema, was man sich für das nächste Festival unbedingt anschauen sollte. Das ist dann auch eine gute Frage, wie man das am besten gestalten kann dann, dass man die Bewohner und Bewohnerinnen so gut wie möglich mit einbeziehen kann. Das ist sicherlich eine sehr intensive Arbeit. Das heißt, das ist jetzt nicht nur über Social Media alles zu machen, sondern ich glaube, da braucht es auch wirklich Face-to-Face oder Einladungen von Vereinen oder die Kommunikation zu diversen Kulturinitiativen. Die muss man immer ganz besonders stärken. An was erinnerst du dich am liebsten aus der allgemeinen Zeit vom Festival? Also ich erinnere mich sehr gut einmal an die Wochenglasur, weil die hat ja unter anderem auch vielleicht mit auch ausgelöst, dass wir 1997 in Oppensee eine Bürgerliste gegründet haben, weil wir mit der Gemeindepolitik nicht mehr sehr zufrieden waren und sehr gut erinnern und sehr gerne erinnere ich mich auch noch an das Projekt in Eberhardschlaug, das Projekt Ein Dorf tut nichts und das ist deswegen für mich so in starker Erinnerung geblieben, weil es einerseits Menschen gegeben haben, die sich auf dieses eingelassen haben im ländlichen Raum, auch nicht ganz einfach, da kommen zwar Künstler, eine Künstlerin und ein Künstler und die sagen, hey, wollt ihr einmal nichts tun? Das thematisieren, was ist nichts tun? Ist das meine Blumenspritze, ist das nichts tun? Ist das, wenn ich lese, ist das nichts tun? Und so weiter und so fort. Also es war eine starke Auseinandersetzung auch mit dem Thema Nichtstun, Arbeit und dass es so dieser Ort Eberhard Schlag, die ganzen Familien und Bauern, Landwirte und Landwirtinnen da mitgemacht haben, ich kann nur sagen Hochachtung und sie machen es nach wie vor und haben sogar ein zehn Jahres Jubiläumsbuch herausgegeben und haben uns damals eingeladen, damit wir mit ihnen einmal nichts tun. Schön, eines der Projekte, das glaube ich, also meiner Meinung nach ein relativ, also ein sehr, sehr nachhaltiges Projekt, was dann zum Selbstläufer geworden ist vom Festival der Regionen. Gibt es ein Projekt, was dir in Erinnerung geblieben ist, was auch so eine Art Nachhaltigkeit entwickelt hat oder vielleicht sogar zum Selbstläufer geworden ist? Ein Dorf tut nichts. Ein Dorf tut nichts. Und es gibt auch das Projekt der Feldbetten von Sigi Meinhardt. Wir haben in Ottensheim noch diese Feldbetten zum Beispiel stehen, die im öffentlichen Raum herumstehen und sozusagen einladen zum Verweilen. Das hat es über ganz Oberösterreich verstreut gegeben. Ich weiß jetzt aber nicht, ob es diese Feldbetten an diesen verschiedenen Orten immer noch gibt. Spannend. Also das heißt, das ist in Ottenseimer noch übergeblieben im Zuge von Festivals. Und ich meine, ich möchte auch sagen, dass die Barbaren natürlich in den Köpfen der Ottenseimerinnen und Ottenseimer, aber nicht nur der Ottenseimerinnen und Ottenseimer, sondern aus der ganzen Region waren da die Menschen da von Linz heraufkommend, auch dieses Projekt ist in Erinnerung geblieben, dass man gemeinsam unglaublich viel bewegen kann. Und das ist auch etwas, was auf die ganze, auf die Gemeinde auch einen Einfluss genommen hat, dass man einfach, wenn man miteinander etwas entwickelt und erarbeitet, dass da ein Gemeinschaftssinn entsteht. Und der ist nicht ganz verloren gegangen. Schön. Schlagwort Ottensheim. Du kommst aus Ottensheim und lebst auch nach wie vor da. Ja. Was für eine Rolle spielt denn Ottensheim im Zuge vom Festival der Regionen und auch, wir sitzen da jetzt an einer besonderen Location. Das Büro, du hast es schon erwähnt, 1995 wurde das erste Büro in Ottenseim gegründet. Wie geht es da weiter? Genau, also das war diese tolle Geschichte, dass ich einen Arbeitsplatz in Ottenseim mir selber suchen habe können, also den Ort. Und das war so, dass wir dann immer wieder die Büros an anderen Standorten hatten, aber immer im Ortszentrum und sind da herumgewandert von einem Leerstand zum nächsten Leerstand. Und das Büro war glaube ich bis 2003 auf jeden Fall da und ich glaube es war dann bis zum 2007er Festival weiterhin in Ottenseim. Und nachdem das Festival der Regionen ja da medial sehr stark auch vorgekommen ist, ist natürlich auch der Name Ottensheim immer dabei gewesen. Und das ist einerseits Image, ich meine, da könnte man jetzt sagen, die einen sagen ein tolles Image, die anderen sagen vielleicht, was wollen denn die Kunst- und Kulturleute immer wieder. Und natürlich auch durch die Projekte, wie ich es schon erwähnt habe, Wochenglasur, Barbaren, Feldbetten etc. und einige mehr, ist auch etwas da geblieben in Ottensheim. Und die Kulturszene, die es in Ottensheim schon vor dem Festival gegeben hat, eben die älteste Kulturgruppe, die AG Granit, hat wiederum ein Netzwerk dieses Festivals ausgestreut und die Motivation für neue Kulturgruppen ist auch basiert. ausgestreut und die Motivation für neue Kulturgruppen ist auch basiert. Das heißt, es gibt jetzt mittlerweile Coma, es gibt Otto Sonig, es gibt Otto. Es gibt unglaublich viele Menschen, die sich kulturell engagieren. Künstler und Künstlerinnen, auch hohe Dichte, die da bei uns im Ort auch wohnt und lebt oder teilweise lebt. Und das ist was, was für einen Ort extrem gut tut. Hast du noch ein weiteres Anliegen an den Ort Ottensheim, was sich kulturell noch entwickeln sollte? Ja, ganz bestimmt. Wir haben im Grunde genommen, vielleicht war nicht das Wort Koma, weil ich gesagt habe, es hat sich die Kulturgruppe Koma gegründet. Das hat sich die Kulturgruppe KOMA gegründet. Das ist aus dem Joe, dem Jugendzentrum Ottenseim entstanden, weil wir damals ja das Gemeindeamt neu gebaut haben und das Joe musste aus diesem Gemeindeamt rausziehen. Und das haben wir aber gut mit denen auch besprochen und vorbereitet und kommuniziert. Und daraus ist dieses KOMA, das heißt Kultur, ohne momentane Ansiedlung entstanden. Koma, das heißt Kultur, ohne momentane Ansiedlung entstanden. Das heißt, wir, so wie Granit, wie auch Koma, haben immer in verschiedensten Räumen, Locations, öffentlichen Räumen, unsere kulturellen Veranstaltungen gemacht und haben eigentlich nicht wirklich einen Kulturraum und dieser Kulturraum, der jetzt der alte Bauhof ist, aber es wird noch ein weiterer, ein größerer Kulturraum, der auch für größere Veranstaltungen da sein sollte. OpenSign braucht den unbedingt und ich hoffe, es gelingt, dass er in den nächsten drei, vier, fünf, sechs Jahren entsteht und nachdem ich so lange in der Politik war, weiß ich, dass alles lange dauert. Aber ich habe da auch Geduld. Politik denke ich nur noch in zehn und zwanzig Jahresschritten. Und wir haben eine super Location, den alten Bauhof, den ganz viele Ehrenamtliche entstehen haben lassen. Sehr schön. Du sprichst aus Erfahrung. Gut, danke dir Ulli. Ja danke auch. Vielleicht noch eins, weil du mich erst gefragt hast, wo wir da sitzen. Ja genau, ganz besonders. Dieses wunderbare Glashaus, das war eine ewig lange Gärtnerei, die auch selbst Pflanzen gezogen haben und so weiter. Und seit drei, vier Jahren, nachdem das dann ein Leerstand war, weil die Gärtnerei aufgehört hat, haben das drei junge Männer, mittel junge Männer, übernommen und ziehen da Paradeiser, Paprika, Gurken und unter anderem den CBD-Hampf und die nennen sich Drittelbauern und ich bin total stolz, dass ich an einem Ort wohnen kann, wo immer wieder was Neues entsteht. Die Drittelbauern haben uns freundlicherweise diesen Ort für diesen Dreh zur Verfügung gestellt. Sehr schön, herzlichen Dank für deine Zeit. Danke, danke.