Freut mich, dass so viele zu unserem Künstlerinnengespräch, unserer interdisziplinären Ausstellung The Reconstructing Female Bodies heute in die Kunstsammlung gekommen sind. Ich freue mich, dass ich mit diesen drei großartigen Künstlerinnen und Frauen zusammenarbeiten habe dürfen. Das hat mich sehr gefreut, dass ich sie mehr kennenlernen durfte, ihre Arbeiten kennenlernen durfte. Und es hat auch mich sehr bereichert, muss ich sagen. Also ich habe auch sehr viel gelernt von euch. Es freut mich. Danke für diese angenehme Zusammenarbeit und diese inspirierende Zusammenarbeit. Einen Applaus bitte. Dagmar Höss, Sabine Diutti und Lisa-Viktoria Niederberger. Sie werden uns heute im Laufe des Abends etwas über Ihre Arbeiten und Ihre Arbeitsweise erzählen und auch gerne Ihre Fragen dazu beantworten, wenn sich dann im Laufe des Abends welche ergeben. Ich würde uns freuen, wenn Sie die Damen etwas herausfordern mit ihren Fragen. herausfordern, würde ich anfragen. Ich möchte Sie jetzt vielleicht kurz einmal vorstellen. Ganz rechts Dagmar Höß. Sie ist Künstlerin, Kuratorin und Kunstvermittlerin. sind die Auseinandersetzung mit dem meist weiblichen Körper und mit der symbolischen Macht von Kleidung, sowie auch der konzeptuelle Einsatz von Textpassagen oder Zitaten. Dabei setzt sie auch unterschiedliche Techniken wie Fotografie oder auch das Material Textil ein, wie Fotografie oder auch das Material Textil ein, die sie oft auch miteinander kombiniert und in einem konzeptuellen Zusammenhang stellt und das Ganze auch räumlich inszeniert. Bis 2020 war sie Vorstandsmitglied des Festival der Regionen und arbeitet zurzeit für die Landeskultur GmbH und ist außerdem Mitglied der Künstlerinnenvereinigung Merz. Ja, schön, dass du da bist. Sabine Diutti, ihr sitzt gerade so in der Reihenfolge, wie ich mir das aufgeschrieben habe, sehr gut. Im Fokus ihrer Arbeit steht, der Mensch mit all seinen Facetten, seine Körperlichkeit und seine Gefühlswelt und sein gesellschaftliches Umfeld. wertfrei zu interpretieren. Das ist die Basis ihrer Arbeit und die setzt sie mit einem außerordentlichen Gespür für Farbe und Textur in ihren Bildern um. Neben ihrer Arbeit als Kunsttherapeutin jahrelang hat sie sich schon seit 1985 regelmäßig ihre Werke ausgestellt und seit 2019 arbeitet sie ausschließlich als freischaffende Künstlerin und ist in diversen Sammlungen und Galerien vertreten. Ja, zu guter Letzt Lisa Viktoria Niederberger. Das freut mich sehr, dass sie bei diesem Projekt mitgemacht hat. Sie ist Autorin und Kulturwissenschaftlerin und aktuell forscht sie und schreibt sie auch über die Funktionen von Vulvardarstellungen in der feministischen Kunst. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich auch unter anderem mit Themen wie psychischen Erkrankungen, Klimaschutz oder sozialer Gerechtigkeit. Sie versucht sich der Komplexität der Gegenwart literarisch anzunähern. anzunähern. Sie schreibt Prosa und Essays und Kinderbücher und ist für ihre Arbeit schon mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht worden. Unter anderem hat sie die Talentförderungsprämie des Landes bekommen, den Kulturförderpreis der Stadt Linz und den Theodor-Körner-Förderpreis. Außerdem ist sie Mitglied in der Grazer Autorinnen- und Autorenversammlung. Mein Name ist Verena Hulig, ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunstsammlung und ich habe diese Ausstellung kuratiert. Zu Beginn möchte ich Ihnen oder euch eine kleine Einführung in den Entstehungsprozess und in die Hintergründe der Ausstellung geben. Eine Ausstellung, die sich mit feministischen Themen und Perspektiven in der bildenden Kunst beschäftigt, war für mich aufgrund der aktuellen Situation unter anderem auch naheliegend und fast schon nötig. Ich bin, im Alltag erlebe ich immer wieder, dass eben diese Begriffe Emanze und Feministin negativ eingesetzt werden. Und ich nehme mich da nicht aus, ich mache das auch öfters. öfters. Dadurch ist mir auch die Macht der Sprache und der richtige Einsatz von Sprache durchaus bewusst und das war auch ein Grund, warum ich unbedingt gerne eine Literatin dabei haben wollte, die Lisa, die das Ganze auch auf einer textlichen Ebene verarbeitet. Diese Beschäftigung mit dem weiblichen Körper aus feministischer Sicht war ein Mittel von Künstlerinnen, sich gegen diese männliche Aneignung des weiblichen Körpers durch die jahrhundertelange Praxis, dass nur Männer eben weibliche Körper darstellen durften. Jetzt habe ich den Faden verloren. Sie wollten eben dagegen protestieren, die Frauen. Die Darstellung des weiblichen Körpers war nicht mehr in ihrer Hand sozusagen. Sie haben sich versucht, in den Anfängen des Feminismus sich diese Wertlichkeit und diese Macht wieder zurückzuholen. die sich jede auf ihre eigene Art und mit ihrem eigenen Schwerpunkt und jeder hat ihren eigenen Fokus auf ein Thema gelegt und sich damit auseinandergesetzt. Und das finde ich schön, dass man die Breite dieses Themas eben auch in dieser Ausstellung sehen kann. Ihre Arbeiten zeigen eben die unterschiedlichsten Zugänge und Aspekte zum Thema auf und das können sie uns eigentlich selbst am besten erzählen. Dagmar, vielleicht fange ich mit dir an. Du sitzt da so schön prominent da. Deine Serie It's Complicated, die wir hier hinten sehen, von der auch seit kurzem eine Arbeit und zwar diese diese hier, bei uns in der Sammlung ist. Das freut mich auch sehr. Die beschäftigt sich mit einem zentralen Symbol für gesellschaftliche Unterdrückung in unserer modernen Welt. Und zwar ist aus dem Korsett ja einfach die Shapewear geworden. Man nennt es jetzt nur anders. Stellst du uns deine Werkserie vielleicht kurz vor und auch die Hintergründe dazu? Die Serie It's Complicated hat eigentlich ihren Ursprung 2019 in New York genommen. Da war ich zwei Monate als Art Resident und habe dort offen gesagt im ersten Monat relativ verzweifelt danach gesucht, wie ich sozusagen an meine vorhergehenden künstlerischen Arbeiten anknüpfen könnte und bin dann nach totaler Reizüberflutung in New York durch viele Ausstellungen und viele Menschen und die Stadt an sich eben auch eine sehr, wie eine Walze über mich drübergerollt ist, bin ich per Zufall einmal in eines dieser großen New Yorker Kaufhäuser gegangen. Ich weiß jetzt nicht mehr genau, ehrlich gesagt, ob es Macy's war oder Bloomingdale's oder so und war da wirklich geflasht, als sich in der dritten Etage plötzlich ein gesamtes Stockwerk sich nur der sogenannten Shapewear gewidmet hat. Und zwar Unterwäsche, die vor allen Dingen in Hautfarben produziert wird, was ich sehr spannend fand, von fast weißen Wäschestücken bis fast schwarzen Wäschestücken, für Männer und Frauen, also nicht nur auf Frauen bezogen und in allen vorstellbaren Größen. Also die Shapewear hat bei XXsmall begonnen, habe ich auch sehr spannend gefunden. Und so ist dann diese Idee entstanden, mit dieser Shapewear zu arbeiten. Und du hast es ja schon gesagt, die Shapewear sagt jedem was, die Männer auch. Also eine Wäsche für drunter unter der normalen Tageskleidung, die sozusagen die Formen optimieren soll. kann jetzt in unterschiedlicher Form passieren, vom Push-Up über wie soll man sagen, quasi Quetschung. Also, dass man sozusagen übergangslos schöne körperliche Formen sieht. Und bei Männern hat das auch noch ganz abstruse Ausformungen angenommen. Die hatten dann teilweise wirklich so Shirtartige oder Overallartige Kleidungsstücke. Und die hatten auch noch so Muskelaufbauten. Also da wurde dann die Oberschenkelmuskulatur oder der Cluteus Maximus ein bisschen deutlicher hervorgehoben, um sozusagen optimiert auszusehen. Und das war sozusagen die Initialzündung. Und ich habe dann begonnen eben, ich hatte vorher schon begonnen, so kurze Textpassagen zu notieren und zwar das, was Sie da drauf sehen, das, was ich gestickt habe auf diese Shapewear-Objekte, sind ganz kurze Fragmente von Aufzeichnungen meiner inneren Stimme, meines inneren Kritikers. meiner inneren Stimme, meines inneren Kritikers. Ich weiß jetzt nicht, also immer wenn ich frage, haben Sie auch oder habt Sie auch so einen inneren Kritiker, dann nicken die meisten wissend, verständnisvoll. Also diese Stimme, die letztlich ja eigentlich auch nichts anderes macht, als die Shapewear mit dem Körper nämlich zu optimieren. Meine innere Stimme, muss ich ehrlich sagen, ist sehr streng, sehr disziplinierend, also eher so in der Tonart, jetzt tu mal weiter, geh ein wenig schneller, geht es noch ein bisschen geschwinder und nicht so langsam und sei nicht so kompliziert und so. nicht so langsam und sei nicht so kompliziert und so. Also eher selten diese Aufforderung oder diese Kommentare, du hast es aber super gemacht oder cool, toll, gut gemacht. Urlaub verdient. Und ich habe dann begonnen, diese kurzen Passagen drauf zu sticken und dann bin ich letztlich mit solchen Objekten, wie Sie sie in diesen Boxen drinnen sehen, sozusagen da gestanden und habe mir heute überlegt, was mache ich jetzt eigentlich mit diesen Wäschestücken, mit diesen Bestickten und so. Dann hat sich eben die Idee entwickelt, das an Frauenkörpern zu fotografieren, eben anonymisiert, also dass man. Sie sehen ja, es sind keine Köpfe, keine Gesichter erkennbar. Das war mir auch ganz wichtig, dass das sozusagen ein allgemeineres Statement ist und nicht jetzt sozusagen so individualisiert. Ja, gut, sehr schön. Eine ganz großartige Serie, wie ich finde. Deshalb haben wir natürlich auch eins in der Sammlung, ein Werk. Auf deine Malereien bin ich ja tatsächlich ganz durch Zufall gestoßen. Ich sage es, wie es ist. Ich habe ein bisschen auf Instagram rumgeschaut und bin zufällig auf die Arbeiten von Sabine gestoßen. Und sie haben einfach auf mich persönlich irrsinnig großen Eindruck gemacht und mich auch auf sehr emotionale Art und Weise berührt. Also das ist jetzt natürlich eine sehr persönliche Wahrnehmung von mir. Vor allem eben jetzt im Vergleich zu den Arbeiten von der Dagmar in dieser Shapewear, die so eingezwängt sind, diese Körper, die streng eingezwängt und verpackt sind, wirken deine Bilder fast schon befreiend auf mich. Diese Leidenschaft da drin und dieses das ist mein Körper und hier ist er und da verstecke ich nichts und das ist alles, was zu mir gehört. Was hat dich zu dieser Werkserie inspiriert? Also was hast du dir dabei gedacht und was möchtest du auch den Betrachterinnen damit vermitteln? Ja, also ich habe grundsätzlich seit jeher liebsten Menschen gezeichnet, gemalt. Ich habe ja auch die Modeschule besucht und wir hatten dort Aktzeichnen, ich habe es geliebt. Also der Körper und der Mensch hat mich seit jeher interessiert. Ich wäre noch nie auf die Idee gekommen, Landschaften zu malen. Ich glaube auch deswegen, die sind einfach da und beeindrucken mich. Und der Mensch gibt mir aber so viele Fragen auf. Und ich glaube, aus meinem Bedürfnis heraus generell Menschen an und für sich und das körperliche Dasein mir selber anzueignen. Und um es zu verstehen, male ich halt am liebsten Körper. So ist das eine. Das andere ist, dass die Serie ist entstanden zu einem Zeitpunkt, da hatte ich mit mir Struggles sozusagen gesundheitlich, der Wechsel, Menopause, alles zusammen. Mein Körper hat sich verändert. Ich habe gemerkt, ich komme nicht so ganz gut damit klar und auch da ist es halt meine Art und Weise, wenn ich irgendwie Themen habe, dass ich über die Malerei beginne, mich damit zu befassen. Und dann habe ich gemerkt, ich tue mir halt immer auch leichter über andere Menschen. Also zuerst habe ich begonnen, mich selber zu fotografieren und zu malen und dann andere Personen, weil es da einfach auch immer einfacher ist aufgrund dieser netten Stimme, die man da so in sich trägt, die mit mir selber einfach total schier ist, aber bei anderen sagt, also das ist doch schön, schau doch da an und die Narbe, also so, wo ich merke, da geht das halt ganz anders und ja, das hat mich dazu bewogen, diese Serie zu malen. Darf ich noch etwas fragen? Hast du dir die Motive ausgesucht, die Menschen oder sind Frauen auf dich zugekommen und haben gesagt, willst du mich malen? Ich möchte mich selber mal so erleben. Sowohl als auch. Sowohl als auch. Also ich habe, wenn mich Personen interessieren, dass ich ganz konkret auf die Person zugehe, aber es sind auch Personen auf mich zu kommen. Ich habe auch tatsächlich in einer Facebook- Gruppe, in einer Freikörperkultur-Gruppe einen Post gemacht, suche Modelle. Und es haben sich tatsächlich auch welche gemeldet. Sowohl als auch. Und um deine Frage zu beantworten, was ich vermitteln möchte, ich glaube, das war's. Ob du überhaupt, möchtest du was vermitteln damit? Nein, eben nicht. Eben nicht, ja, das ist ja spannend. Nein, eben nicht. Also grundsätzlich, wenn ich mit einer Arbeit beginne, dann beginne ich damit, weil es mich interessiert, mich persönlich und nicht, weil ich die Idee habe, irgendwie etwas vermitteln zu wollen. Dann, ja, dauert das wahrscheinlich länger, aber unterm Strich ist bei manchen Werten mein Wohlfühlbereich viel leibender als der Normbereich. Und das ist meine persönliche Essenz aus dem Ganzen, dass es halt sehr an mir auch ist. Genau, ja. Super. That's it. Sehr schön. Es wirkt ja dann trotzdem immer auch auf andere. Man hat ja auch einen Einfluss auf andere dadurch. Das gibt ja dann noch einmal einen Ebenen. Aber dazu kommen wir später. Ja, da kommen wir. Okay. Lisa. Ich bin eben beim Konzipieren der Ausstellung. Okay, Lisa. tolle Gespräche geführt habe und so viele Diskussionen und auf so viele Themen gestoßen bin, war es mir wichtig, eben auch eine textliche Ebene hineinzubringen. Und wen könnte man da besser nehmen als Lisa Viktoria Niederberger? Sie hat für die Ausstellung einen wunderbaren Text geschrieben, der heißt Wie wir sind. Und dieser Text rundet dieses ganze Konzept dieser Ausstellung einfach wunderbar ab. Es gibt ihm eine weitere Ebene dazu. Der Text läuft in der Ausstellung als Soundinstallation und man kann ihn natürlich auch in unserem Booklet nachlesen. Du wirst ja dann auch diesen Text nochmal lesen im Jänner, glaube ich. Meine Frage ist jetzt, wie bist du an das Thema herangegangen? Ich habe dir da so ein paar Konzeptbrocken zugeworfen zu Beginn und habe gesagt, schreib uns was. Wie hast du die thematische Auswahl getroffen und bist das Ganze angegangen? Die erste Überlegung war tatsächlich die Frage nach der Textsorte, weil das war ja nicht vorgegeben oder das war nicht geklärt vorher, schreibe ich einen Prosa-Text oder schreibe ich ein Essay. vorgegeben oder das war nicht geklärt vorher, schreibe ich einen Prosa-Text oder schreibe ich ein Essay. Schlussendlich ist dann die Entscheidung für ein Essay gefallen, eben wegen diesem angenehmen Mix, den der Essay bietet zwischen anekdotischen Beiträgen und der Möglichkeit zur Selbstreflexion, aber halt auch die Ergänzung durch Theorie, die schon da ist und das war dann irgendwie auch der Weg meines Schreibprozesses Ergänzung durch Theorie, die schon da ist. Und das war dann irgendwie auch der Weg, der Weg meines Schreibprozesses quasi. Einmal schauen, was schon da ist, was ist von anderen Menschen aktuell zu dem Themenfeld Frauen, Körper, Selbstwahrnehmung geschrieben worden. Und in den letzten Jahren boomen ja so feministische, populärwissenschaftliche Sachbücher sehr. Also ich habe das Gefühl, dass seit der Pandemie da wahnsinnig viel Positives am deutschsprachigen Buchmarkt passiert und ich habe einige Bücher auch, die ich verwendet habe für die Arbeit, die stehen eben auch in der Literaturliste von meinem Essay drinnen. Also es war schon ein ziemlich großes Feld da, an dem ich mich bedienen habe können. Und gleichzeitig habe ich halt auch überlegt, wann das eigentlich bei mir so angefangen hat, diese Auseinandersetzung mit meinem eigenen Körper, mit dem, wie will ich gesehen werden, was mache ich, wann habe ich eigentlich begonnen, meinen Körper bewusst in eine Richtung zu verändern, durch Kleidung, durch Make-up etc. Und ich bin 1988 geboren, das heißt, meine Pubertät hat quasi gleichzeitig mit der Euro-Umstellung angefangen und war halt nur in der Zeit, wie das Internet schon, aber noch nicht so wirklich war. Und ich bin halt noch voll aufgewachsen mit diesen Mädchen-Zeitschriften. Also ich habe Bravo gelesen, ich habe Bravo Girl gelesen, das wird ja im Text thematisiert und sehr viel von meinen Vorstellungen, wie ein attraktives Mädchen zu sein hat, habe ich und meine Freundinnen eben nur aus diesen Zeitschriften übernommen und die habe ich mir dann als Erwachsene wieder angeschaut, die findet man im Internet, in Archiven. Ich habe aber tatsächlich nur einige Magazine zu Hause. Und wenn man das jetzt mit einem Erwachsenen oder mit einem Feministischen, mit einem kulturwissenschaftlichen Blick anschaut, dann ist das schon ziemlich schräg. Weil das Zielpublikum dieser Zeitschriften ist zwischen 12 und 15. Und es wird eben damals schon erklärt, wie man sexy wird, wie man sich richtig schminkt. Aber es gibt halt dann auch so Aufrisstipps, wie dich die Boys am Schulhof bemerken, wie du dich von all den anderen Mädels abhebst, wie die Boys dich cool finden und Sextipps, was weiß ich was. Also diese Erziehung hin zu sexuell verfügbare, attraktive Frau, die fängt eigentlich in einem ganz jungen Alter an. Und das ist einer von den Themenbereichen, die ich in dem Essay eben sehr behandle, weil ich gemerkt habe, das ist für mich ein wichtiges Thema, ein Thema, das mich emotionalisiert, wo ich ziemlich viel in Selbstreflexion gekommen bin und dann im nächsten Schritt bin ich aber draufgekommen, das hört mit der Pubertät nicht auf, einerseits diese innere Stimme, diesen inneren Kritiker, dieses, kann ich diese Hosen wirklich nur anziehen oder sollte ich mir noch mal größer kaufen, aber auch gleichzeitig dieses gesellschaftlich aufoktroyierte, aha, du hast schon graue Haare, magst nicht lieber noch mehr färben, weil du bist doch noch keine 45 oder wann auch immer das gesellschaftlich akzeptable Alter ist, um graue Haare zu haben. Um das geht es zum Beispiel auch recht viel in dem Text, um das, dass Frauenkörpern nicht erlaubt wird, offensichtlich zu altern. Es geht auch sehr viel um Gewicht, um Zuschreibungen, um das, was die Zuschreibung dick mit Menschen macht, wie sie dagegen gewährt wird, was dicker Aktivismus will. Also ich versuche ganz viele Themenbereiche anzuschneiden. Der Text will nicht alles abdecken, was möglich ist, sondern er will eher aufzeigen, in welche Richtungen man weiterdenken könnte. Ja, sehr spannend. Hat auch sehr viele Reaktionen ausgelöst, aber dazu später. Dagmar, dazu passt, finde ich jetzt auch ganz schön, deine neue Serie. Die hängt hinter Ihnen. Die sind Selbstporträts von dir. Die ist diesen Sommer in unserem Gastatelier in Bad Hall entstanden. Und du hast es als Fortführung deiner Serie It's Complicated bezeichnet. Kannst du uns das erläutern, wie du das meinst und was uns diese Serie vermitteln soll, womit du dich da beschäftigt hast? beschäftigt hast. Ja, ich probiere es. Bei dieser Serie jetzt Complicated geht es ja auch ein bisschen um das, was jetzt gerade gesprochen wurde, nämlich um dieses Hin und Her zwischen der eigenen Wahrnehmung von sich selbst und der Fremdwahrnehmung. Aber natürlich auch auf andere projiziert, wie nehme ich jemand anderen wahr oder wie nimmt sich diese Person dann selber auch wahr. Und ich habe das bei der Serie ja eigentlich gar nicht nur so auf die Körperlichkeit bezogen, sondern auch auf eine gesamtheitliche Wahrnehmung von mir selbst. Aber für mich war dann ein logischer Schritt, weiterzugehen, weil da bin ich natürlich noch in einer gewissen Distanz zu dem, worüber ich jetzt gerade rede. Ich konnte mich noch gut distanzieren und sozusagen so ein bisschen mit einem Augenzwinkern auch noch über meinen eigenen Kritiker schmunzeln. Und bei der Residenz hier heuer im Sommer habe ich dann eben mir überlegt, eigentlich konsequent wäre es dann letztlich auch mit meinem eigenen Körper zu arbeiten in den Fotografien. Und um ganz ehrlich zu sein, das war nicht ganz einfach, offengesprochen. Also ich habe viele Fotos gemacht und sie sind alle mit Selbstauslöser entstanden, sehr unkonventionell, also ohne große Licht- und Studioaktion, sondern einfach ein dunkler Stoff oder ein dunkler Hintergrund und sozusagen mit einem Zeitselbstauslöser, mit Tageslicht, also wirklich sehr, sehr niederschwellig, sehr unkompliziert. Und dann habe ich aus diesen Fotos einige ausgewählt und habe mir dann irgendwie gedacht, die Auswahl, die ich dann getroffen habe, war natürlich auch in gewisser Weise eine ästhetische Auswahl. Ich habe jetzt nicht die Fotos genommen, wo ich das Gefühl habe, Gott, das ist eine ganze Katastrophe. nicht die Fotos genommen, wo ich das Gefühl habe, Gott, das ist ganz eine Katastrophe. Aber sicher, also sozusagen dieser Moment, diese Fotos in der Größe im Labor abzuholen und dann schaut man es jetzt nur mal durch und dann wird sozusagen, da stehen zwei junge Männer neben mir und schauen mit, ob es irgendwelche Fehler gibt. Also das war schon so ein Moment, wo man dachte, okay, ja, verstehe, das muss jetzt irgendwie, das wird noch was. Und ich bin dann eben nach Barthal geworden ins Atelier mit diesen Fotografien bereits und habe dann eben mehrere Versuche und Tests gemacht mit unterschiedlichen Materialien und habe dann begonnen, ich weiß jetzt nicht, ob Sie es alle ganz genau gesehen haben, aber diese Fotografien direkt sind bestickt. Also ich bin weg von der Wäsche, sondern ich habe eigentlich direkt auf die Fotografie und in gewisser Weise auch direkt meinen Körper bestickt. Und zwar in einer alten Technik des Kreuzstichs und habe letztlich sozusagen also dieses Arbeiten oder dieser Prozess, dieses Sticken auf meinen eigenen Körper, der war schon wirklich eine sehr spannende Auseinandersetzung mit mir, mich so intensiv anzuschauen, so intensiv mich mit mir selber zu beschäftigen eigentlich. Ich meine, das habe ich seit, keine Ahnung, seit der Pubertät vermutlich nicht mehr in der Intensität gemacht. Dass du wirklich stundenlang dich selber betrachtest, stundenlang dich mit jeder Hautfalte, mit jedem Hautton, mit jeder Nuance, mit jeder Narbe, mit jedem Muttermal auseinandersetzt letztlich, bewusst oder unbewusst. Das war schon ein ziemlich, also für mich sehr spannender und auch profitabler Prozess. und auch profitabler Prozess. Also sozusagen ein mutiger weiterer Schritt von der Distanz zur eigenen Beschäftigung mit dir selbst. Ja, wobei jetzt zum Beispiel habe ich eine gute Distanz zu den Arbeiten. Also jetzt habe ich zum Beispiel dieses Gefühl, sich selber in seiner eigenen Nacktheit präsentieren. Jetzt bin ich cool damit. Super, schönes Ergebnis. Das führt mich jetzt gleich zu Sabine. Du hast ja vorher gesagt, du hast jetzt nicht die Absicht gehabt, irgendwas auszulösen bei den Betrachtern oder ihnen irgendwas zu entlocken oder ihnen was damit zu vermitteln. Du hast mir aber auch erzählt, dass du auch ganz unterschiedliche Reaktionen auf deine Arbeiten bekommen hast. Hast du mit solchen emotionalen Reaktionen gerechnet? Und wie bist du damit umgegangen? Also hat das was mit dir gemacht? Ich habe mir schon gedacht, also ich habe mir gedacht, ja es wird vielleicht nicht jeden interessieren oder nicht jedem gefallen oder ist ja immer so, Geschmäcker sind verschieden und damit ist man ja immer konfrontiert, wenn man Kunst macht, aber mit so hochemotionalen Reaktionen habe ich nicht gerechnet, in keinster Weise. Also ich bin wirklich bei einer Messe angebrüllt worden. Also da gab es eine Frau, die hat geschrien, warum malen Sie so etwas, das will ja keiner sehen. Und ich habe damals so aus meinem ersten Impuls heraus geantwortet, ja eben deshalb. Und genau, da eine andere Frau, die hat geweint, die stand da vor dem Bild und hat geweint und hat gemeint, sie fühlt sich so berührt von auch der Transzendenz und der Vergänglichkeit und das hat mich auch extrem berührt und da habe ich begriffen, dass die Arbeiten auch polarisieren und dass das gut so ist, weil es damit den Raum öffnet, darüber zu sprechen und ein Diskurs möglich wird. Und ich habe auch, also es ist interessant, ich habe gerade überlegt, wie das für mich ist, wenn ich male an einem Bild, wo ich selber drauf bin und ich kippe dann so in die Farben und in die Formen, dass ich glaube ich von dem, dass das ich bin, schnell weg bin, weil ich in diese Farbenwelten eintauche. Und da ist dann wurscht, ob das mein Körper ist oder ein anderer. Und zum Schluss habe ich eben so viel Distanz. Und es ist auch so, dass ich mir denke, dass jede Betrachterin, jeder Betrachter ihre eigene Beziehung zu den Arbeiten hat. Und das hat mit mir nichts zu tun. Da mische ich mich auch nicht ein. Und insofern bin ich okay mit sämtlichen Reaktionen. Die gibt es ja. Das Wort Messe, war das eine Kunstmesse? Ja. Das heißt, eine Frau geht auf eine Kunstmesse und tollt sie dann an. Ja, besser geht es ja überhaupt nicht. Man weiß, ich stehe und fahre herauf, das ist eh auch Kunstmessen. Also man möchte ja Reaktionen auch erleben. Und natürlich muss man das dann aushalten, aber es zeigt ja auch, dass deine Arbeiten irrsinnige Emotionen auslösen. In jeglicher Hinsicht, ins Positive, aber auch ins Negative. Natürlich, ja. Ich glaube, das passiert jedem von uns, von euch, wird sicher euch auch schon mal in der einen oder anderen Form passiert sein. Ja, das ist spannend. Da komme ich jetzt gleich zu dir, Lisa. Ich habe nämlich von ganz vielen Besucherinnen, die haben mir nachher gesagt, dass sich der Text irrsinnig bewegt hat. einer Stelle dieses Textes wiedergefunden. Und ich glaube, das war auch die Qualität oder ist auch die Qualität von dem Text, dass du auch, wie du vorher gesagt hast, so ein breites Themenspektrum auch aufgegriffen hast. Es identifiziert sich jeder damit. Man betrachtet dann vielleicht auch die Bilder von der Dagmar und der Sabine unter einem anderen Gesichtspunkt. Also jetzt nicht nur durch den Text, sondern alle drei beeinflussen sich gegenseitig. Diese Mischung eben aus diesen persönlichen Anekdoten und dieses Stilmittel und den kunsthistorischen, kulturwissenschaftlichen Fakten. Ist das was, was du öfters einsetzt? Also sind zuerst die Erlebnisse da? Wo ist die Henne, wo ist das Ei? Oder ist zuerst das Wissenschaftliche da? Kannst du dazu was sagen? Das würde mich persönlich interessieren. Ich kann die Henne-Ei-Problematik jetzt nicht lösen. Nein, es kommt tatsächlich ganz auf den Text und ganz auf die Auftragslage quasi an. Also du bist da jetzt mit einem konkreten Thema an mich herangetreten. Also da ist natürlich zuerst das Thema, das Was da und nicht das Wie. Aber ganz oft ist es auch umgekehrt, ganz oft sind es Figuren oder Begebenheiten oder Dialogfragmente, die als erstes irgendwo aufploppen und die halt dann nachher in einen Kontext eingebettet werden, aber das ist in dem Moment, wo sie erscheinen, noch nicht klar. Meine Texte sind immer persönlicher und ich nehme mir schon ganz lange vor, ich gehe weg von diesem Autobiografischen oder so und sie werden es trotzdem immer wieder. Mittlerweile akzeptiere ich das einfach. Ich lerne im Schreibprozess auch wahnsinnig viel über mich selber. so eine großartige Möglichkeit für die Selbstreflexion. Das Angenehme an den Texten ist, im Endeffekt weiß ja keiner außer mir wirklich was Persönliches und was nicht, weil nur weil irgendwo ich steht, heißt das ja noch lange nicht, dass das wirklich mein Ich ist. Danke, lyrisches Ich. Und was natürlich schon ist, wie du jetzt gesagt hast, und ich habe den Text ja bei der Ausstellungseröffnung gelesen und jetzt haben sie danach schon so wahnsinnig viel tolle, ehrliche Dialoge mit Frauen aller Altersgruppen ergeben. Und diese Solidarisierungsmomente, die dann entstengen, wenn zwar komplett fremde Menschen bei einem Thema Schnittstellen entdecken und sich dann gemeinsam austauschen und uns gegenseitig Dinge versichern. Das ist so, so wunderschön und ich habe einfach gelernt, je mehr ich preis gebe von mir, desto mehr kommt da wieder retour. Also 2019 habe ich einen Text geschrieben, in dem ich das verarbeitet habe, wie 2018 mein Vater gestorben ist und ich seine Wohnung ausgeräumt habe und ich wirklich lange überlegt habe, ob ich den lesen kann, weil ich einfach auch nicht gewusst habe, schaffe ich das, fange ich zum Rehren an, wann ich es mache, ist es vielleicht eh wurscht, vielleicht wäre das sogar gut, wenn das jemand macht. Dann habe ich nochmal gelesen in Leipzig, habe es wirklich gut ausgehalten, ohne heulen und dann kommt eine fremde Frau zu mir her, schon ganz mit einer Stimme, die fast nicht mehr reden erkennen und erklärt mir, sie wäre Malerin und sie malt abstrakt und ihr Vater ist auch vor kurzem gestorben und sie würde so gern gegenständlicher malen können, weil sie versucht irgendwie schon einen Weg zu finden, dieses Erlebnis zu verarbeiten und mein Text, der hat ihr so Mut gemacht, dass sie nicht aufhört, es zu versuchen, weil sie jetzt gelernt hat, okay, da gibt es diese andere Künstlerin mit einer ähnlichen Erfahrung und die hat ihren Modus des Verarbeitens durch die Kunst gefunden, also wird sie ihren auch noch finden. Dann haben wir beide geheult und es war wunderschön, es war eine von den schönsten spontanen Solidarisierungserfahrungen, die ich jemals mit einer anderen Frau gemacht habe und das geht eben nur, wenn man sie öffnet und man was preisgibt, das unangenehm ist. Aber eben, man kriegt so viel zurück. Und das ist mitunter das Schönste am Kunstmachen, finde ich. Ja, das stimmt. Und das haben ja alle eure Arbeiten gemeint. Man offenbart im Prinzip seine Seele, indem man diese Arbeiten darstellt. Gibt es jetzt eigentlich schon ein paar Fragen? Haben Sie, habt ihr? Ja, Dann gebe ich mal das Mikro weiter. Ja, ich hätte noch eine Frage zu den Bildern da gleich hinter mir. Und zwar, weil irgendwie für mich ist das so, also ich habe es natürlich von der Nähe auch gesehen, also die Technik etc. Aber wenn man es jetzt von der Ferne sozusagen betrachtet, hat es ja ein bisschen was von Pixel, die sich da so auftun sozusagen. sozusagen betrachtet hat sie auch ein bisschen was von Pixel, die sie da so auftun sozusagen. Und weil sie ja vorher gesagt haben, es ist eben um das gegangen, die Distanz sozusagen zu verlieren und hineinzugehen sozusagen auch in die Selbstbeobachtung, ist ja dasselbe auch, je näher ich quasi, je mehr ich ein Bild aufblase oder je näher ich reinzoome sozusagen, desto mehr entstehen dann nochmal diese kleinen Kästchen, die eigentlich dann auch wieder sozusagen ein Ort von Dekonstruktion sind des Bildes, weil das ja für mich dann irgendwie unsichtbar wird und nochmal diese Kästchen überbleiben. Und hier wachsen sie ja sozusagen heraus. Ob das irgendwie auch beabsichtigt war, sozusagen diesen Effekt in Teilen des Bildes zu erzielen und da wieder diese Nähe-Distanz-Ebene so reinzubringen. Genau. Also ich lasse den Text gleich so stehen. Ich finde, das ist super beschrieben. Ich finde, du hast das voll super erfasst. Ich meine, die Serie heißt Body Matrix und Matrix ist ja letztlich nichts anderes als ein tabellarisches System. Und der Kreuzstich eignet sich natürlich als Sticktechnik hervorragend, um diese Matrix sozusagen wieder zu spiegeln oder zu transportieren. ist eigentlich genau darum gegangen, dass ich, also ich meine, natürlich könnte ich jetzt sagen, ja, ich wollte eine alte Sticktechnik verwenden, die in Biedermeier schon eingesetzt wurde und Frauen das sozusagen gemacht haben, als eine der wenigen Möglichkeiten, sie überhaupt irgendwie kreativ dazu auszudrücken. Aber eigentlich ist es mir wirklich darum gegangen, dass ich einerseits sozusagen so eine pixelige Struktur herauswachsen lasse, so es wird in dem Moment, wo das durchdringt, irgendwie was, die Wirklichkeit sichtbar werden. Ein bisschen so, natürlich, ich weiß nicht, erinnert es euch an die Matrix-Filme, oder? Wo Nemo die richtige Pille nimmt und ab dem Moment ist alles anders, nichts mehr gleich wie vorher. Ab dem Moment ist alles neu, ab dem Moment sieht er, wie die Realität eigentlich ist, sieht er die Matrix. ein bisschen weit hergeholt, aber so ein wenig davon ist in der Arbeit drinnen. Also dieses es sitzt ja irgendwie drauf, aber irgendwie durchdringt es auch die Fotografie. Es ist ja wirklich vorne und hinten. Ja genau, es ist vorne und hinten und kriegt eine Körperlichkeit, die die Fotografie selber ja gar nicht hat. Es kriegt auf einmal wieder so eine zusätzliche Ebene an. Es gibt Fotos, wie ich da gesessen bin am Tisch und das gestickt habe, die Fotos. Das sind ungefähr 150 Hauttöne rund um mich. Stickt gar nicht. Der aufwendigste Moment war neben dem Vorstechen der Löcher, das Auswählen der richtigen Stickfarbe für diese drei Kreuzerl, die ich da gerade stick oder so. Also ja, das war total beabsichtigt und ich habe verschiedene Versuche gemacht, also ich habe verschiedene Varianten ausprobiert, verschiedene Untergründe, weil dieser Untergrund auch sehr empfindlich ist. Das sind so hochpigmentierte Drucke, die man eigentlich nur ein bisschen strenger anschauen muss und man hat schon einen Wischer drinnen. Und alle haben gesagt, du bist verrückt, das kann man nicht besticken, so was, so ein Papier. Und ich habe dann halt wirklich mit Handschuhen und mit sehr viel Vorsicht habe ich es doch gemacht. Und es war gut so. Gibt es noch eine Frage? Ja, für mich war das sehr erhellend, was du da erzählt hast über New York und diesen Shapewear-Shop oder ganze Abteilung und du hast glaube ich aber dazu gesagt, dass das in verschiedenen Hautfarben war. Natürlich habe ich mit New York, verbinde natürlich sehr viele verschiedene Hautfarben von weiß über gelb bis schwarz. Die kommen aber jetzt da nicht vor. Hat das einen bestimmten Grund, dass die andere Hautfarbe nicht vorkommt? Das ist das eine und das andere ist, mir gefällt es gut, dass dieser Spannrahmen, der da verwendet wird, um aus dem Shapewear ein Stück herauszuheben, das korrespondiert sehr schön, glaube ich, mit dem, dass diese Shapewear den Körper irgendwie einspannen soll und du dann da eben was Besttes hinein stichst. Hat dieses Hineinstechen ein aggressives Moment auch? Natürlich, es ist ein Durchdringen, es ist ein Durchstoßen mit jedem Stich. Ja, natürlich hat es was Aggressives. Es hat aber auch etwas, also gerade bei diesen Arbeiten, muss ich sagen, hat ja jeder Stich oder jedes Durchdringen des Papiers, hat aber gleichzeitig nach sich gezogen, dass ich die Wunde wieder schließe, wenn man das jetzt so pathetisch beschreiben möchte. Ja, weil durch den Faden sozusagen sind sind die Löcher wieder heil geworden. Bei diesen Arbeiten, du hast es sehr richtig gesagt, dieser Spannrahmen, das ist ein Stickrahmen, das ist ein Hilfsmittel letztlich, um den Stoff in Spannung zu halten, dass man gescheiter sticken kann. Ich habe ursprünglich den Rahmen nur verwendet, um gescheiter sticken kann. Und ich habe ja ursprünglich den Rahmen nur verwendet, um halt gescheit sticken zu können. Und dann bin ich aber sozusagen, irgendwie ist mir aufgefallen, dass diese Rahmung dieses kurzen Textes natürlich was macht mit dem Wäschestück. Es hebt, wie du sagst, es hebt diesen Text dann einmal weg vom Körper und weg von dieser Unterwäsche eigentlich nochmal. Es ist wie draufgesetzt fast ein bisschen. Also es hat auch Leute gegeben, die haben mit Stickrahmen nichts anfangen können oder keine Ahnung haben vom Sticken. Die sind dann so da gestanden und haben gesagt, und was ist das Runde da drauf? Also die haben da gar keinen Bezug gehabt natürlich. Auch verständlich. gar keinen Bezug gehabt natürlich. Auch verständlich. Ich meine, das war teilweise, es sind ja nicht alle Wäschestücke so streng. Aber manche waren wirklich, sind so tough, so eng, dass beim Anziehen dieses Höschens oder dieses Teils der Stickrahmen einfach davon geschossen ist. Einfach so unter Spannung gestanden ist, dass das dann sozusagen quer durch den Raum gesegelt ist. Zu der Frage, warum keine andersfarbigen, also um ehrlich zu sein, ich habe das einmal kurz überlegt, ich habe überlegt, weil es halt wirklich ganz ungewöhnliche Teile ergeben, die aber wirklich unpackbar teuer auch waren, die aber wirklich unpackbar teuer auch waren, also so Ganzkörperanzüge mit Muskelaufbauten. Ich habe kurz ein bisschen überlegt, habe aber dann entschieden, dass ich eher sozusagen auch auf mich selber weiße Frau und eben keine Männer reinnehmen. Und sozusagen da, ich habe auch ganz bewusst gewählt, dass es ganz, ja, von der Körpergröße her so im Mittelfeld ist. Weil das werde ich auch immer gefragt, warum sind da keine Dicken, die sozusagen das brachten, so unter Anführungszeichen. Und ich finde das aber genau das Spannende, dass ja das eigentlich was mit dem Körperbild zu tun hat und mit den Konstruktionen des Körperbildes. Und da ist es komplett egal, glaube ich, welche Size man hat, sondern da geht es nur darum, was man glaubt, was man jetzt braucht. Du gehst ja auch im Prinzip, man geht ja immer von seinem eigenen Erleben aus und in dem Fall ist das jetzt die Körperfarbe. Das würde nochmal eine ganz andere Ebene hineinbringen, wenn man diverse, sämtliche Rassenhautfarben und so weiter reinbringt. Bitte noch eine Frage. Ich habe noch eine Frage eigentlich zum noch eine Frage. Ich habe noch eine Frage eigentlich zum Begriff Matrix. Ich habe das sehr interessant gefunden auf Ihre Frage. Hast du praktisch fast mathematisch, diagrammatisch, tabellarisch geantwortet und ich muss bei solchen Sachen immer gleich nachschlagen. Weil du gerade mit medizinischen Texten auch befasst bist. Matrix in der Medizin, Grundsubstanz des Bindegewebes und Matrix-Herkunft von Muttertier, Stammmutter und Gebärmutter. Also Matrix hat eine sehr weite Semantik. Das habe ich auch gelesen, ich habe auch gegoogelt. Genau, und das habe ich dann auch sehr spannend gefunden. Also ich finde ja, man muss ja nicht immer alles so hinschreiben, was man sich denkt oder in der Kunst sollte ja das Kunstwerk für sich ein bisschen, aber ich finde das total super, dass du das jetzt einbringst. Danke. Ich habe jetzt noch in Bezug nämlich auf das, was du vorher gesagt hast, an die Sabine eine Frage. Du hast ja gesagt, du wählst, es gibt unterschiedliche Wege, wie du Modelle auswählst. Also du filterst da nicht. Du nimmst das, der sich dir anbietet sozusagen. der, der sich dir anbietet sozusagen. Oder hast du da auch irgendwie eine Hemmschwelle manchmal, Personen darzustellen? Der Prozess ist ja auch ganz spannend, vielleicht erzählst du das noch, wie du das Ganze angehst, dass du vorher fotografierst. Der Entstehungsprozess. Ja, der Entstehungsprozess, genau. Also so viel Auswahl habe ich jetzt dann auch nicht, dass ich sage, du oder nicht. Okay, ja. Bitte, wer sich melden möchte. Ja, bitte. Ja, also genau. Und ich spüre dann immer nach, ob jetzt auch die Chemie passt. Weil zum Prozess, ich mache Fotos vorher von der Person. Ich habe eine Idee, aber ich bin dann sehr offen und schaue, was, also die Idee ist quasi da, wo wir weggehen, damit wir halt mal einen Anfang finden und dann schaue ich sehr stark, was von der Person kommt und stütze das auch sehr, weil umso mehr, so wie du vorher gesagt hast, von einem persönlich drinnen ist, umso authentischer ist es und umso berührender ist es letztendlich. Und das ist dasselbe, wenn ich mit mir arbeite oder eben wenn ich mit anderen arbeite, da schaue ich halt, dass ich so viel wie möglich von der Person bekomme. Und vermutlich, je mehr man sich auf die Person einlässt, desto lockerer wird sie und zeigt einem mehr von sich selbst. Und oft ist es so, dass ich vorher die Menschen, also wenn ich es vorher nicht kenne, treffe und man spricht über die Themen und ja, es mal ein Kennenlernen, dann kann auch sein, dass ich sage, okay, setzen wir uns mal zusammen, ich mache eine Aktzeichnung, also dass überhaupt mal so diese Hemmschwelle fällt, sich nackt zu zeigen, dann sitze ich und zeichne halt und dann kommt das Fotografieren. Ich denke mir, das ist ja auch, das ist ja eben, wie du sagst, eine Hemmschwelle. Das macht man ja jetzt nicht jeden Tag, dass man sich zu Frau Duty ins Atelier setzt und sich nackt macht. Du schaffst eine angenehme Atmosphäre. Ja, ich glaube, da kommt mir halt meine 20-jährige Erfahrung als Kunsttherapeutin auch ein bisschen entgegen. Ich bin eben auch eher daran interessiert, ich sage mal Menschen aus der freien Wildbahn zu malen und nicht jetzt Modelle, die das gewohnt sind. Also weil das hat dann noch einmal viel mehr Persönlichkeit. Vielleicht auch andere Motive, auf die ich nie kommen würde. Und auch auf die Modelle, also professionelle Modelle wahrscheinlich auch so nicht kommen würden. Ich hätte noch eine Frage an die Dagmar. Bitte gerne. Du hast natürlich gegenseitig die Fragen. Also mich interessieren total die Fäden, die du hängen hast lassen. Also da habe ich ganz viele Ideen dazu, aber ich würde gerne wissen, was der Grund dazu ist. Also im künstlerischen Prozess passieren natürlich viele Dinge auch ein bisschen aus dem Moment heraus, ungeplant. Ich gehe nicht an eine Arbeit heran und mache mir vorher ein Konzept von vorne bis hinten und dann fühle ich das halt aus, sondern Dinge passieren manchmal. Ich bin dann eben in New York, das muss man sich vorstellen, in New York ein Geschäft zu finden, wo es Stickgarn gibt. Das ist ein Auftrag, das kann ich wirklich bestätigen. Das war sozusagen ein Dreitagesgeschäft. Und dann habe ich dieses Geschäft gefunden, es war ein winziges, kleines Geschäft, was nur ganz wenig Wolle und ganz viel Nähzeug und Stickzeug gegeben hat. etwas, was nur ganz wenig Wolle und ganz viel Nähzeug und Stickzeug gegeben hat. Und dann habe ich diese neonfarbenen Stickgarne entdeckt und war total Feuer und Flamme und habe sofort gewusst, die müssen es sein. Und habe dann halt so Tests gemacht mit dem Garn und die waren nicht ganz so super, muss man sagen, zum Sticken. Und irgendwie in diesem Prozess, ich habe diese Fäden einfach so super gefunden, dieses neonfarbene auf den hautigen Tönen drauf, das habe ich irrsinnig, das hat mich ästhetisch einfach angesprochen und ich habe dann beim ersten Stück schon nicht die Fäden vernäht und habe irgendwie so das Gefühl gehabt, das muss auch in so einem unfertigen, rohen Charakter bleiben. Es darf nicht so versäubert sein und so vernäht sein und so verknüpft sein, sondern es muss irgendwie so, es muss so ein bisschen wüt sein oder so. Ich meine, so weit man wüt sein kann mit Stickerei. Für mich bleibt es ein bisschen, es kriegt einen Hauch von Aktionismus, dadurch, dass die Fäden einfach nur so anhängen und schier sind und ausfraunzen und unterschiedlich lang sind. Und ein schöner Kontrast eben auch sind zu dieser perfekten Welt mit der Schäbwehr. Genau. auch Sinn zu dieser perfekten Welt mit der Schäbler. Genau. Ja. Sie haben noch eine Frage? Ich wollte die Frage stellen, ob Sie jetzt eine feministische Botschaft an die Gesellschaft ausdrücken wollen, nachdem Sie gesagt haben, Sie haben keine Absicht, etwas zu vermitteln. Ich es. Die feministische Botschaft. Für mich geht es schlussendlich um die, sage ich immer, Reintegration von weiblichen Qualitäten und weiblichen Prinzipien in die Gesellschaft. Das ist meine Essenz. Die Botschaft ein Stück weit auch. Ich hätte genauso einen Mann malen können. Ja, warum nicht? Gibt es genügend Beispiele? Warum soll ein Mann keine feministischen Botschaften schicken können. Ja, absolut. Ich bin da ganz bei Ihnen. Darum sage ich, es geht um Reintegration von weiblichen Prinzipien und Qualitäten und dabei geht es nicht um Mann oder Frau, finde ich. Es geht darum, wie geht man an die Dinge heran und ich meine, Männer haben genauso wie Frauen weibliche Qualitäten und Frauen haben genauso männliche Qualitäten wie Männer agieren. Das ist für mich eben nicht das, was ich unter Feminismus verstehe, sondern dass ein Ausgleich dieser männlich-weiblichen Prinzipien besteht. Und ja, da geht es jetzt weniger um die Biologie, sondern wie wir halt tun, wie wir sind miteinander, wie die Gesellschaft funktioniert. Da kommen natürlich dann auch Themen wie diese ganze Gender-Thematik mit rein und so, aber das ist dann eh zu weit. Gut, ich bin jetzt immer eben ein bisschen böse. Darf ich ein bisschen böse sein? Also meine These wäre, diese Bilder, was ich da sehe, habe ich so nicht angeschaut. Aber zum Beispiel dieses Bild könnte heutzutage ein Mann, wenn er es malen würde, nie, nie, nie in einer Galerie unterbringen. Kein Galerist, keine Galeristin wird so ein Bild bringen. Das geht, weil es ist seit mit du unmöglich, so ein Bild unterzubringen. 100%. Oder das, oder das, als Mann gemalt, den Künstler möchte ich sehen, bitte meldet euch und kommt zu mir. Der kriegt von mir großen Handshake. Ich glaube es nicht, dass irgendein männlicher Künstler das malen kann. Super. Also ich sehe es auch besser, weil ich Bescheid weiß, wie jetzt Kunst funktioniert, wie der Kunstmarkt funktioniert, wie die Galerien funktionieren. Sieht das jemand anderes? Wer hätte das gesagt? Hätte es jemand anderes gesagt? Ja, ich habe es schon gesagt. Gut, okay. Zum einen, das ist für mich nichts mit MeToo zu tun. Also ich glaube, es ist nicht das MeToo, das Kunstfeld geschadet hat. Aber das andere ist, wie diese gemalten Bilder zum Beispiel. Ich habe sogar einen Freund, der hat sehr ähnliche Fotografien von seiner Mutter angefertigt. Und es ist nicht angefeindet worden dafür. Man darf schon. Das ist das eine. Das andere... Das will ich jetzt nicht davon herunter. Der ist nicht Künstler. Natürlich ist er Künstler. Hat er nicht mal in einer Galerie ausgestellt? Nein, die hat er nicht in einer Galerie ausgestellt. Aber ja, wurscht. Das andere, was mich noch interessiert hätte, ganz abseits von dem Thema, ist, was mir jetzt aufgefallen ist, bei den ganzen Bilder rundherum, wenn ich es richtig gesehen habe, ist keinerlei Körperbehaarung zu sehen. Ist das beabsichtigt? Also an beide die Frage. Genau. Körperbehaarung. Bei dir, Sabine, liegt es, glaube ich, an der Auswahl der Bilder. Weil ich war bei der Sabine im Atelier und das Erste, was ich gesehen habe, war ein wunderschönes Bild, in dem sie irrsinnig ästhetisch Schamhaare installiert hat. Also derartig poetisch. Also das liegt jetzt vermutlich auch an der Auswahl der Bilder. Da unten zum Beispiel sieht man ein bisschen was. Aber es stimmt natürlich bei den Fotografien jetzt liegt das einfach vermutlich auch eben am aktuellen Schönheitsbild, dass man sich so präsentiert? Bei dir jetzt? Darfst du natürlich auch noch etwas dazu sagen? Also zum einen sind die Körperbehaarungen, die da drauf gesehen werden könnten, sind halt verdeckt durch die Wäschestücke in der Regel. Und ja, die Frauen haben von mir keine Vorgaben gekriegt, die ich fotografiert habe. Sie sollen sie jetzt rasieren oder nicht rasieren. Also das war mir komplett egal. Für mich war eher, und auch bei meinen eigenen Fotos, also ich habe durchaus Körperbehaarung, das kann ich nachweisen. Und ich habe nur die Fotos, die ich ausgewählt habe, schon so gewählt, dass zum Beispiel der Schambereich oder die Brüste nicht so offensichtlich sichtbar sind. Das hat einfach den Grund gehabt, das war nicht so, die weiblichen Geschlechtsmerkmale in den Vordergrund zu stellen, sondern es ist vielmehr um den Körper an sich gegangen. Und die Arbeit ist eh noch in Fortsetzung, insofern wer weiß, was noch kommt. Aber ja, sicher, natürlich die Beharrung ist ein Thema und das ist auch sozusagen etwas, was halt diesem klassischen Schönheitsideal oder eigentlich den Vorgaben, nach denen wir uns halt oft auch ein bisschen richten. Ja, ich habe auch schon ganz viel graue Haare und färbe mir es halt regelmäßig. Puh. Puh. Die Räden sind ja von Haaren. Ja, genau. Ja, doch. Das nehmen viele so wahr, das stimmt tatsächlich, dass die Fäden, also gerade bei den, sozusagen im Schambereich natürlich auch, wie haarartig runterhängen. Genau. Oder manche sehen da auch, also ich lasse das auch offen, ich mache das so wie die Sabine auch. Also Interpretation, die Bildbetrachtung ist frei. Jeder darf sich das dazu denken oder diese Assoziationen entwickeln, die er sich möchte. Willst du noch was zu sagen, Sabine? Nein. Da bin ich reingekretscht. Ich glaube, ich kann eine Lanze für die Körperbehaarung brechen, weil in der Audioinstallation geht es tatsächlich mehrmals um die Körperbehaarung. Und die hört sogar mit der Forderung quasi auf, dass immer für uns ein Raum wünscht, in dem wir halt eben alle so sein können, wie wir sind, so der Titel, und mit unseren Körpern einfach so umgehen können, wie sie eben sind. Und eines von den Beispielen ist zum Beispiel, ich wünsche mir, über Schamhaare sprechen zu können, oder über graue Schamhaare, über die Frage, ob man über das reden kann, ob Schamhaare grau werden. Graue Schamhaare. Genau. Also sie kommen vor, nur ich bin jetzt mit dem unsichtbaren Kunstwerk da, das ist ein bisschen schwierig. Ich habe mich tatsächlich auch nicht jetzt mit der Behaarung in dem Sinn befasst. Ich habe die Modelle genommen, so wie sie kamen. befasst. Ich habe die Modelle genommen, jetzt darauf zu achten, aber es ist so. Aber wenn Sie da sind, dann male ich Sie sehr gerne. Ein schönes Schlusswort. Was ich jetzt dazu noch sagen wollte, es geht ja auch einfach darum, wie ich auch zu Beginn schon gesagt habe, Es geht ja auch einfach darum, wie ich auch zu Beginn schon gesagt habe, es geht um die Interpretation von uns Frauen über unseren weiblichen Körper. Und das ist das Thema, der Begriff Feminismus, der immer noch so radikal interpretiert wird, wie es in den 80er Jahren war, wo man eben genau aus diesen Gründen, weil jahrhundertelang nur Männer Frauen malen durften, sich dagegen aufgelehnt hat und teils radikale Mittel ergriffen hat, um sich als Frau, als Künstlerin zu präsentieren. So ist es ja heute nicht mehr. Heute geht es ja auch uns Frauen oder zumindest vielen Frauen eher darum, ein gemeinschaftliches Leben zu finden, wo beide Geschlechter einfach nebeneinander existieren können, ohne sich gegenseitig zu unterdrücken. Also so sehe ich das. das ja und das ist halt eben auch ein schönes beispiel dass man sagen kann was man denkt dass es ganz viele unterschiedliche meinungen dazu gibt wie wir auch heute gehört haben und das ist das schöne eben an diesen an diesem projekt gibt es noch irgendeine frageöchtet ihr noch etwas sagen? Ich werde auch gerne. Okay. Und zwar dieser Griff an den eigenen Körper, Frau Tutti. Das ist jetzt aus meiner Wahrnehmung kein liebevoller Griff, sondern eher aus meiner Interpretation sogar besitzergreifend, wenn ich mir dieses Foto da drüben anschaue. Wollen Sie damit etwas ausdrücken? Da ging es sicher um die Ambivalenz in Bezug auf die Veränderungen des Körpers. Also dieser Versuch, damit klarzukommen sozusagen. Also dieser Versuch, damit klarzukommen sozusagen, weil ich finde es auf der einen Seite durchaus einen sinnlichen, schönen Aspekt, erinnert mich dann teilweise auch so ans Kneten, ans Teigkneten, das ist ja was Schönes, aber es ist sicher auch diese Brutalität mit drinnen sichtbar, mit der, ich sage jetzt mal, mich damals meine Veränderungen getroffen haben sozusagen. Also der Versuch, den eigenen Körper sich wieder anzueignen und da ist diese Ambivalenz auch drinnen. Ich glaube, das ist einer von den Gründen, warum so viele Menschen mit deiner Kunst so in Resonanz gehen können, weil viele Menschen oder für Frauen genau diese Griffe auf den eigenen Körper einfach kennen. Das ist dieser Umkleidekabinengriff, das ist dieser, warum habe ich drei Kilo mehr in der zweiten Zyklushälfte, das ist dieser, warum sieht man mir mein dreijähriges Kind immer nur an den Griff? Deswegen wirken diese Kunstwerke so, weil wir diese Griffe alle kennen. Schönes Statement. Wir kennen alle diese Problematik und das macht es einfach auch so einzigartig. Ja, ich würde sagen, wenn es keine Fragen mehr gibt, dann beschließen wir diesen offiziellen Teil. Die Dokumentation zur Ausstellung wird auch nach Ende, also bis Freitag läuft die Ausstellung noch, wird auch bis nach Ende der Ausstellung noch auf unserer Homepage verfügbar sein. Wir haben wie gesagt die Lesung von der Lisa-Viktoria Niederberger in unserem Archiv, in unserem Ausstellungsarchiv, genauso wie die Radiosendung, die die großartige Helga Schager gemacht hat zu dem Thema. zu dem Thema und die Links der Künstlerinnen natürlich, ist alles verfügbar und auch natürlich der Link zu dieser Sendung auf DorfTV. Vielen Dank.