Kleber, Straße, ein Mann in Warnweste. Eine Stunde davor um 7 Uhr am Linzer Hauptplatz. Die letzte Generation verteilt genau diese Warnwesten. Und dann geht's los zur Autobahnabfahrt Hafenstraße. Ich begleite sie. Ich will aus ihrer Sicht erfahren, wie es ist, sich auf die Straße zu kleben. Das Kleben, wie es heißt, ist vielleicht nicht die beste Protestform, aber es ist gerade die einzige mögliche, die uns wirklich die Aufmerksamkeit schenkt. Ich bin heute bei meiner ersten Aktion dabei und werde dabei sein und investigativ Fotos machen, vielleicht Interviews führen und grundsätzlich aufpassen, dass den Demonstranten nichts passiert. Heute hat es ja Richtung 0 Grad, wenn nicht minus Grade fast schon. Wie ist es dann da mit der Hand am Asphalt zu biegen bei einem Grad? Also solange es ein Grad oder drüber hat, geht das. Bei 0 oder Minusgraden muss man wirklich aufpassen. Da kann es zu Erfrierungen kommen. Da biegen wir uns dann nicht auf die Straße. Wie viel Aggression erfahren die Aktivisten? So viel Wut haben wir jetzt noch nicht erlebt. Aber eben Beschimpfungen auf der einen Seite und Handgreiflichkeiten. Und auf der anderen Seite doch Hoffnung, weil Menschen uns vor Ort unterstützt haben. Was erwartet sich die letzte Generation von der Politik? Dass die Politik den Ernst der Lage endlich erkennt. Wir sehen jetzt schon, dass die Klimakatastrophe hunderttausende Menschenleben fordert. Über die Donaulände geht es zur Autobahn. Radfahrer werden durchgelassen. Dann gibt es noch eine letzte Besprechung. Die Stimmung ist leicht angespannt. Sie wissen, was sie erwartet. Haben sie Angst? Ich habe Angst. Ich habe Angst vor der Klimakatastrophe und ihren Folgen. Ich habe Angst davor, dass ich in ein paar Jahrzehnten an Hunger leiden muss, dass meine Schwester in den Krieg aufwächst. Davor habe ich Angst. Ein Verständnis für Menschen, die auch für den Klimaschutz sind, aber gegen die letzte Generation, weil sie den Protest für sinnlos halten? Ich verstehe die Verzweiflung der Menschen, die schon so viel versucht haben und es ist nichts passiert, die jede Art von Klimaschutz probiert haben und die Regierung macht einfach nichts. Gerade deswegen ist diese Art von Klimaprotest notwendig, weil die anderen Dinge sind nicht genug gewesen leider. Und dann geht es los. Die Aktivisten stellen sich auf die Straße. Im Stau steht ein Rettungswagen. Er wird durchgelassen. Mit ihm einige Autos. Dann steht wieder alles. Aber nicht lange. Ein Autofahrer setzt sein Auto als Ramme ein und begeht damit eine Straftat. Der angefahrene Aktivist sagt dazu, wir stören den Alltag nicht gerne, darum verstehe ich die Wut einzelner Menschen und möchte sie nicht an den Pranger stellen. Jedoch muss ich weiter meinen Protest auf die Straße tragen. Ich bin eine alleinerziehende Mutter. Ich bin eine alleinerziehende Mutter. Und ich stehe jetzt wegen euch da. und komme nicht in die Arbeit. Das tut mir wirklich leid, das würde mir eher so anders sein. Oh, boah, ihr seid krank. Eine Frau reißt den Aktivisten ein Plakat aus den Händen. Die Menschen probieren es mittels Selbstjustiz. Ein Mann trägt eine 17-jährige Aktivistin von der Fahrbahn. Sie setzt sich gleich wieder auf die Straße. Jetzt kleben sich die Aktivisten fest. Sieben Minuten nach Beginn der Blockade kommt die Polizei. Die Polizisten finden eine Lösung für das Abfahren der Autos über die Wiese neben der Straße. Andere Straßen werden kurzzeitig gesperrt, um den Stau aufzulösen. Währenddessen erklärt Jelena Saft, warum sie hier sitzen. Wir sitzen heute da auf der Hafenstraßenausfahrt von der A7. Wir machen das nicht, weil uns das Spaß macht. Wir machen das, weil diese Protestform unsere einzige Ausregel ist, die wir noch sehen aus dem Profil, wo das Kurs den Regierung vereinschlagt. Teuerungen, die wir gerade haben, die CO2-Ausstoße, die zur Klimakrise führen, all das, da leiden Leute hinter, das sind handfeste Dinge, die wirklich Leben zerstören. Ein Polizist klärt den Klebestatus. Der Stau wird aufgelöst. Dann werden die Aktivisten von der Straße getragen. Der Kleber wird entfernt. Die Personalien werden aufgenommen. Nach 30 Minuten läuft der Verkehr wieder. Was es gebracht hat, wird man wohl erst in der Zukunft wissen.