Klima und Du. Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin und her geschoben. Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der Freien Medien in Oberösterreich. Kennen Sie das? Sie stehen im Supermarkt. Na gut, das werden Sie wahrscheinlich kennen. Sie wollen Karotten kaufen. Welche nehmen Sie? Die billigsten? Die schönen großen? Oder vielleicht die Bio-Karotten? Vielleicht nehmen Sie ja die Bio-Karotten. Um Bio geht es heute nämlich, genauer gesagt um Greenwashing. Was Bio mit Greenwashing zu tun hat, beantwortet mir heute Martin Wildenberg. Er ist Experte für nachhaltigen Konsum, Landwirtschaft und Biodiversität. Danke, Herr Wildenberg, dass Sie uns heute da besuchen. Sehr gerne. Greenwashing, wir haben es gerade angesprochen, also Grünwaschen. Was ist Greenwashing überhaupt? Also als Greenwashing bezeichnet man ganz einfach quasi die bewusste Täuschung der Konsumentinnen und Konsumenten im Bezug auf die Umweltfreundlichkeit oder Umweltverträglichkeit von Produkten oder auch durchaus auch Firmen, Organisationen und so weiter. Greenwashing hat tatsächlich was mit Waschen zu tun, also ist aufgebracht worden, wie Hotels angefangen haben, quasi ihre Gäste zu bitten, die Handtücher auf den Boden zu legen, die gewaschen werden sollen. Aus quasi Umweltsicht natürlich ein Vorteil, aber das ist dann so quasi groß gespielt worden, als der große Beitrag, den die Hotels zum Umweltschutz leisten, dass es überhaupt nicht im Verhältnis zur eigentlichen Wirkung gestanden ist. Und im Zusammenhang von, also das haben sich dann Wissenschaftler angeschaut und haben dann diesen Begriff geprägt. Kommen wir vom Hotel wieder zurück in den Supermarkt und gehen einmal ein bisschen rein und da sehen wir als allererstes die Gemüsetheke. Wir wollen jetzt also Karotten kaufen und wir gehen da jetzt hin, Bio-Karotten, biologische Karotten. Was ist da der Unterschied zwischen bio und biologisch? Also prinzipiell beim Gemüse, Lebensmitteln im Allgemeinen ist es so, dass der Begriff bio oder auch biologisch oder organisch oder Öko, wenn sie zumindest nach den europäischen Bio-Richtlinien produziert worden sind. Das ist bei anderen Begrifflichkeiten so. Also nachhaltig kann ich gleich einmal irgendwo drauf geben. Bei Bio muss ich wirklich nachweisen im Lebensmittelbereich, dass das auch nach den Bio-Richtlinien produziert worden ist. Bei anderen Produktgruppen, also speziell bei der Kosmetik zum Beispiel, wo ja auch oft quasi Bio im Namen oder auf den Verpackungen draufsteht, ist das nicht so. Also das ist kein geschützter Begriff. Da könnte ich jetzt auch sagen, das ist eine biologische Seife, weil irgendeine natürliche Zutat drin ist, die jetzt aber nicht nach Öko-Richtlinien angebaut worden ist. Bevor wir jetzt weitergehen im Supermarkt, sprechen wir noch kurz über den Begriff Nachhaltigkeit. Der ist ja gerade in aller Munde, in jeder Überschrift, auf jedem Produkt. Was heißt Nachhaltigkeit eigentlich oder wie ist er definiert? Also wie er definiert ist, es gibt unzählige Definitionen von diesem Begriff. Viele haben wahrscheinlich gehört, dass es zum Beispiel drei Säulen der Nachhaltigkeit gibt. Also deutet darauf hin, dass man jetzt nicht nur zum Beispiel auf die Umwelt schaut, sondern eben auch auf das Soziale. Bei den Produkten würde das zum Beispiel sowas wie Arbeitsrechte umfassen oder auch Vermeidung von Kinderarbeit, gerechtes Einkommen und so weiter. ist jetzt eine Sicht. Was mir immer ganz gut gefällt ist, wenn es um nachhaltige Entwicklung geht, ist das Verständnis, dass nachhaltige Entwicklung, nachhaltige Gesellschaft, dass wir hier immer auch von Prozessen reden, also die die Gesamtgesellschaft umfassen, Konsum, Einkaufen, so wie wir das jetzt hier beim Gemüse tun quasi, ist ein Teil davon. Nachhaltige Landwirtschaft, um die es natürlich beim Lebensmittelbereich geht, wäre dann eine Landwirtschaft, die einerseits quasi die Umwelt schont, also idealerweise mit und nicht gegen die Umwelt arbeitet, wo der Landwirt, wo die Arbeiter, die in der Produktion beschäftigt sind, von ihrer Arbeit leben können und zwar so gut leben, ein Leben nicht an der Armutsgrenze, sondern eins, wo sie auch ihre Optionen und so weiter voll ausschöpfen können. Aber die Nachhaltigkeit, wenn man es dann weiterführt in Richtung Lebensmittel, ist es natürlich dann nicht nur die landwirtschaftliche Produktion, sondern auch betrifft dann natürlich auch alle Produktionsschritte dahinter. Das heißt, angefangen von der Verpackung über Zubereitung, es kommen dann auch gesundheitliche Aspekte dazu, spielt jetzt hier in der Gemüsetheke nicht so eine Rolle. Dann auch gesundheitliche Aspekte dazu, spielt jetzt hier in der Gemüsetheke nicht so eine Rolle, aber wenn man jetzt zum Beispiel an Tiefkühlprodukte, Pizzen oder anderes Lebensmittel denkt, da spielt natürlich dann auch der gesundheitliche Effekt eine Rolle. Das heißt, idealerweise betrachtet man das dann auch mit. Wir merken schon, der Begriff Nachhaltigkeit, der umfasst ganz, ganz vieles. Jetzt steht Nachhaltigkeit aber auf fast allen Produkten drauf oder auf vielen zumindest. Was muss denn ein Unternehmen machen, um den Begriff Nachhaltigkeit sich sozusagen auf die Fahne zu schreiben? Ja, das kann man, ich würde jetzt mal sagen, das kommt erstens natürlich aufs Unternehmen drauf an, das heißt auf die Sparte, wo das Unternehmen beschäftigt ist. Prinzipiell würde ich sagen, dass ein nachhaltiges Unternehmen vor allem natürlich nach innen schaut. in seiner Wertschöpfungskette, im Unternehmen selber sich anschaut, wo gibt es denn da überhaupt Verbesserungsbedarf? Was sind meine großen Impacts jetzt auf die Umwelt oder auf die Soziale? Wo habe ich große Hebel? Das heißt, wenn ein Unternehmen ernsthaft um Nachhaltigkeit bemüht ist, dann wird es an irgendeiner Stelle diese Analyse machen. Das heißt, das kann man dann, wenn man sich das anschauen will, auf der Unternehmens-Homepage zum Beispiel in Form eines Nachhaltigkeitsberichts finden, der wirklich detailliert verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit durchleuchtet und zwar quasi, was das Unternehmen selber für einen Impact da hat. Plus die Wertschöpfungskette. Also das ist auch etwas, wo das Unternehmen, je nachdem, natürlich auch von der nachhaltiger werden will, dass es diesen Blick nach innen richtet. Und dann aufbauend auf diese Analyse sollten dann quasi Maßnahmenschritte abgeleitet werden, die dann zur Verbesserung in den verschiedenen Aspekten beitragen. Also sei es jetzt Reduktion vom CO2-Fußabdruck zum Beispiel. Es kann sein, dass man da schaut, dass man weniger Energie verbraucht in den Produktionsschritten. Natürlich, woher bezieht man die Energie? Also ist es Ökostrom zum Beispiel? Das fängt mit der Verpackung. Also bei der Verpackung würde es dann weitergehen, kann ich die Verpackung irgendwie mit weniger Ressourcen bewerkstelligen, kann ich sie so gestalten, dass sie leichter wiederverwendet werden kann, dass sie leichter in den Recyclingprozess eingeht. Zur Verpackung kommen wir dann nachher noch, aber ich habe es noch nicht ganz verstanden. Darf sich jetzt jedes Unternehmen nachhaltig nennen oder nur, wenn es eben diese Schritte befolgt, die Sie gerade erläutert haben? Naja, also wie schon vorher kurz beim Bio-Begriff erwähnt, ist Nachhaltigkeit jetzt kein geschützter Begriff. Das heißt, per se darf sich ein Unternehmen nachhaltig nennen, wenn es quasi Lust darauf hat. Ob es tatsächlich nachhaltig ist oder nicht, das ist dann etwas, was in Österreich unter das Wettbewerbsrecht fallen würde. Das heißt, im Moment ist es in Österreich so, wenn jetzt, sagen wir mal, ein Unternehmen geht jetzt her und sagt, wir sind die Nachhaltigsten, wir sind nachhaltig, wir sind super grün, lässig, kauft es bei uns ein, unsere Produkte wunderbar, dann kann quasi ein Konkurrenzunternehmen, das jetzt das Gefühl hat, hey, Moment mal, so grün seid ihr gar nicht, also ihr seid nicht besser wie wir, könnte dann vors Handelsgericht gehen und da unlauteren Wettbewerb einklagen. Also das ist quasi in Österreich der Rechtsweg, wenn man gegen diese Art von Greenwashing vorgehen will. Bedeutet eben auch, dass man jetzt zum Beispiel als einzelner Konsument nicht wirklich eine Handhabe hat, weil man ist ja kein Mitbewerber. Also es gibt zwar den Werberat in Österreich, der quasi als Industriegremium ein bisschen über die Ethik in der Werbung wacht, aber wenn man zum Beispiel dort eine Beschwerde wegen Greenwashing deponiert, dann wird man genau diese Rückmeldung bekommen. Ja, eh, aber wir sind da nicht zuständig, das ist Wettbewerbsrecht. Der Konsument, die Konsumentin hat zwar laut ihrer Aussage keine Handhabe, kann aber entscheiden, was sie oder er kauft. Jetzt schauen wir uns mal um in der Gemüselade. Ich sehe da Karotten, Kartoffeln und auch Tomaten. Bleiben wir mal beim Gemüse. Wo verbiegen sich dort sozusagen Fallen vom Greenwashing? Also beim Gemüse muss man sagen, das ist an sich ja mal eine Produktgruppe, die jetzt meistens einen eher geringeren ökologischen Footprint hat, also weniger negativen Impact auf die Umwelt hat. Ja, also bei Gemüse würde ich sagen, kommt Greenwashing jetzt eher selten vor, was vielleicht auch daran liegt, dass man das Gemüse jetzt nicht so die Oberfläche hat, um da überhaupt diese Art von Marketing zu machen. Was oft ein bisschen ein Missverständnis ist, ist zum Beispiel in puncto Regionalität, also dass Regionalität mit nachhaltig gleichgesetzt wird. Das muss nicht so sein. Logischerweise ist auch das größte umweltverschmutzende Unternehmen irgendwo regional daheim. Also das ist jetzt per se noch kein Kennzeichen dafür, dass etwas wirklich umweltfreundlich produziert worden ist. Beim Gemüse betrifft es vor allem die Produktion außerhalb der Saison. Also es gibt natürlich auch in Österreich im Winter österreichische Gewächshaus-Tomaten zum Kaufen zum Beispiel. Die werden dann in dem Fall regional, haben aber auch einen großen Fußabdruck, weil sie natürlich in beheizten Gewächshäusern produziert werden. Das heißt, da wird natürlich Energie benötigt, um diese Jahreszeit zu produzieren. Je nachdem, da gibt es dann unterschiedlich intensive Anbauarten. Teilweise erfolgt die Produktion sogar mit Beleuchtung, weil es im österreichischen Winter zu dunkel ist. Da hat man dann schon einen massiven Energieverbrauch und da hilft dann auch die ganze Regionalität nichts mehr, weil der Transport selbst von Spanien mit dem LKW viel weniger Emissionen verursacht, wie das Beheizen und das Beleuchten. Beim Reden sind wir jetzt an der Fleischtheke angelangt. Es gibt ja Fleisch, es gibt Biofleisch. Sie haben es gerade erwähnt, nur weil es regional ist, nur weil Gemüse regional ist, heißt es nicht, dass der CO2-Fußabdruck weniger ist. Es gibt ja diesen Begriff Bio-Lüge, vor allem im Zusammenhang mit Fleisch und Biofleisch. Was hat es denn mit dem auf sich? Hinter dem Begriff Biolüge steckt quasi die Vorstellung, dass konventionelles Fleisch oft einen geringeren CO2-Fußabdruck hat wie das Bio-Fleisch oder Bio-Milch. Das stimmt so nicht unbedingt. Man kann es zwar rechnerisch teilweise so darstellen, aber wenn man sich jetzt diese verschiedenen Produktionsarten in der Praxis anschaut, Wenn man sich jetzt diese verschiedenen Produktionsarten in der Praxis anschaut, ist es eigentlich relativ offensichtlich, welche Produktion hier die umweltfreundlichere ist. Also der erste Aspekt, den man da bedenken muss, ist, dass wie gesagt Nachhaltigkeit jetzt sozusagen mehrdimensional ist. Das heißt, da geht es nicht nur um den CO2-Fußabdruck. Und wenn man sich jetzt zum Beispiel anschaut, so konventionelle Produktion und die Produktion, die da quasi auf dem Papier besser abschneidet, das ist eine sehr intensive, sehr große Produktion. Das heißt, da habe ich sehr viele Tiere, die ihr Leben lang quasi im Stall, im Gebäude verbringen und habe versiegelte Flächen. Ich habe enorme Probleme mit anderen verschmutzenden, anderen umweltschädlichen Substanzen wie Nitrate, Ammoniak, Stickstoff. Also wenn Sie davon gehört haben, was zum Beispiel in Holland gerade passiert, das hängt mit dieser Art der Landwirtschaft zusammen, wo man einfach versucht, die Stickstoffeinträge wieder zu kreftigen. Was passiert gerade in Holland, in den Niederlanden? Ja, es ist so, dass die Regierung aufgefordert worden ist, die Nitratbestimmung der EU endlich einzuhalten. Das haben sie über Jahre hinweg vernachlässigt. Und um das jetzt zu schaffen, müssen sie quasi einen Gutteil oder wollen sie einen Gutteil ihrer Tierischen Produktion einschränken. Das heißt, einerseits geht es darum, noch mehr technische Maßnahmen zu setzen, um das in den Griff zu bekommen. Aber de facto wird es darauf hinauslaufen, dass da viele Betriebe zumachen müssen. Jetzt sind das aber keine Betriebe, wie man es sich so in Österreich landläufig vorstellt. Das sind Betriebe, die wesentlich größer, wesentlich durchtechnologisierter sind, wesentlich intensiver produzieren wie jetzt in Österreich. Also da geht es jetzt nicht um 20, 30, 40, 50 Kühe mit Weiterhaltung, sondern das sind hunderte von Rindern, die in Ställen stehen und de facto nie rauskommen. Zu den Kühen kommen wir gleich, wir bleiben aber gerade noch bei dem Fleisch. Wir stehen ja gerade vor der Fleischtheke und da sehe ich jetzt gerade Würste neben einem Schweinsbraten. Auf dem Schweinsbraten, auf diesem Schweinskotelett steht CO2-neutrales Schweinefleisch. Wie kann es denn CO2-neutrales Schweinefleisch geben? Ja, also das gibt es nicht. Also es gibt kein CO2-neutrales Schweinefleisch. Also was man hier sieht, ist eigentlich ein Marketing-Trick, quasi meiner Meinung nach sehr oft an der Grenze oder bereits Greenwashing. Was hier gemacht wird, ist, dass man seinen CO2-Fußabdruck berechnet, also in dem Fall den CO2-Fußabdruck von diesem Kotelett zum Beispiel. Und dann, wenn man den einmal hat, dann setzt man bestenfalls, aber das kommt nicht immer vor, ein paar Einsparungsmaßnahmen um und dann kompensiert man das restliche CO2. Das heißt, wenn ich dann quasi pro Jahr XY Tonnen CO2 emittiere als Unternehmen, dann verkauft mir quasi das Unternehmen, das dieses Label zur Verfügung stellt, verkauft mir dann Zertifikate von Projekten, die angeblich, also auf dem Papier zumindest, quasi diese gleiche Menge CO2 irgendwo auf der Welt binden. In welcher Form binden? Ja, da gibt es die unterschiedlichsten Ansätze und das ist schon ein Teil des Problems, mehr oder weniger. Das heißt, man hat da Projekte, also man hat viele Projekte, wo es um Pflanzen von Bäumen in irgendeiner Art und Weise geht. Es gibt einige Projekte, die sagen, wir pflanzen gar keine Bäume, aber da ist ein Wald und wir sorgen dafür, dass er nicht abgeholzt wird. Was insofern auch ein bisschen ein komischer Ansatz ist, weil das CO2 dort ja dann schon gebunden ist. Also das ist sozusagen, da kriege ich kein zusätzliches CO2 aus der Atmosphäre, der Wald ist ja eh schon da. Es gibt, des Weiteren gibt es Ansätze, wo man sagt, okay, es wird ein Windpark irgendwo gebaut oder es wird das Unternehmen in Indien hört auf, Kohle zu verheizen, sondern verheizt Biomasse zum Beispiel. Und aus dieser Differenz quasi, was da eingespart wird, das sind dann quasi Zertifikate, die ich dann quasi an andere Unternehmen wieder verkaufe, die sich dann wieder klimaneutral stellen. Oder was es auch noch gibt, sind zum Beispiel Projekte, die jetzt effizientere Brennöfen in Afrika zur Verfügung stellen. Dann wird quasi versucht auszurechnen, wie viel Brennholz da eingespart wird und daraus ergibt sich wieder eine eingesparte Summe an CO2, die ich dann wieder quasi an andere Unternehmen verkaufe. Ansätze, da kann man gar nicht genau sagen, wie viel CO2 eingespart wird, ob überhaupt CO2 eingespart wird. Teilweise ist das sehr zweifelhaft, teilweise sind das Projekte, die sowieso gebaut worden wären. Es ist teilweise, wenn es um Wald geht, ist nicht nachvollziehbar, wie lange jetzt diese Bäume dort stehen, weil um das da dann wirklich dauerhaft aus der Atmosphäre rauszuhalten, muss das natürlich auch Bestand haben. Und zwar Bestand über zwei, drei Generationen in Wahrheit, wenn es um Wald geht. Dazu kommt, dass man da oft auch Waldprojekte hat, die absolut nicht nachhaltig sind. Da werden dann zum Beispiel südamerikanische Kieferplantagen irgendwo in Afrika angelegt. Das kommt weder der lokalen Bevölkerung zugute, noch der Biodiversität vor Ort. Es richtet mehr Schaden an, als dass es Nutzen bringt. Und was vor allem auch ein großer Kritikpunkt ist, ist eben der, dass die Unternehmen, die dann diese quasi klimaneutral Label benutzen, in ihren eigenen Wertschöpfungsketten, wo sie wirklich etwas tun müssten, um weniger CO2 zu emittieren, auch damit zum Beispiel Österreich seine Klimaneutralitätsziele irgendwann erreicht. Also dazu tragen die dann in der Regel gar nicht bei. Das heißt, das ist eine große Augenauswischerei. Interessant zu wissen. Wahrscheinlich auch so bei Flügen, die man sich dann sozusagen CO2 zurückkaufen kann, ist es dann wahrscheinlich ebenfalls in die Art etwa so. Genau, das ist genau das gleiche Prinzip. Wobei, das möchte ich vielleicht auch noch dazu sagen, es spricht jetzt gar nichts dagegen, dass Unternehmen anderswo in der Welt Nachhaltigkeitsprojekte unterstützen. Ich meine, das ist eine gute Sache. Das sollen sie auch machen, das sollen sie tun. Aber es ist einfach eine Täuschung, was da dann mit diesem CO2-neutralen Label passiert, dass sich dann diese Unternehmen umhängen. Natürlich ist da dann auch noch ein drittes Unternehmen, nämlich das, was diese CO2-neutralen Labels verkauft, zwischengeschaltet, das natürlich am Gewinn auch noch mitschneidet. Das heißt, besser wäre da, wenn man quasi Projekte oder Initiativen unterstützen will, im Nachhaltigkeitsbereich, im Klimabereich das tatsächlich direkt zu tun und bei sich selber zu schauen, dass man CO2-Emissionen einspart. Gleich in der Nähe vom Schweinsbraten steht Milch und auf dieser Milch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, stellen Sie sich kurz eine Milchverpackung vor. Wahrscheinlich sehen Sie gerade eine Kuh, eine glückliche Kuh, auf einer Wiese, auf einer Weide mit Kräutern daneben und Bergluft und Bergambiente. Wie sieht es denn da in der Realität aus? Naja, das kommt wahrscheinlich darauf an, was für eine Milch sie jetzt tatsächlich kaufen. Also wenn es eine österreichische Biomilch ist, dann würde ich sagen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ambiente zumindest halbwegs der Realität entspricht, gar nicht so klein. Das heißt, viele Biobetriebe in Österreich, die vor allem auch im Bergland angesiedelt sind, Biobetriebe in Österreich, die vor allem auch im Bergland angesiedelt sind, würde ich sagen, stellen eine relativ nachhaltige, umweltfreundliche Form der Landwirtschaft dar. Das heißt, da ist es so, dass die Kühe draußen auf der Weide sind. Also bei Bio ist ja auch eine gewisse Anzahl von Mindestweidetagen vorgeschrieben. Es ist so, dass diese Kühe wenig oder gar kein Kraftfutter bekommen. Also zum Beispiel, wenn es Heumilch ist, dann ist das noch einmal mehr eingeschränkt. Das heißt, da fallen zum Beispiel auch diese ganzen Exporte von südamerikanischen Soja weg. Das heißt, das sind Kühe, die tatsächlich nach draußen gehen, grasen, damit auch offene Landschaften erhalten, die auch gut für die Biodiversität sind und so gesehen eigentlich ein relativ nachhaltiges Produkt, könnte man sagen. Natürlich, was bei Kühen immer dazukommt, ist der Methanausstoß. Das heißt, Kühe sind Wiederkäuer und mit ihrer Verdauung produzieren sie relativ viel Methan, was auch ein Treibhausgas ist. Und das ist auch das, woher dieser im Vergleich zu anderen Fleischarten zum Beispiel großer CO2-Fußabdruck vom Rind kommt. Das hängt sehr viel mit diesem Methanausstoß zusammen. Neben der Kuhmilch steht eine Mandelmilch. Mandelmilch gilt ja zumindest irgendwie als für das Klima gut bzw. hip und cool unter Anführungszeichen. Auf der Verpackung der Mandelmilch steht 89% recycelbar. Warum steht denn da nur 89% recycelbar. Warum steht denn da nur 89% recycelbar und nicht 100%? Das ist eine gute Frage, weil wenn das ein Tetra Pak ist, könnten sie wahrscheinlich auch 100% recycelbar draufschreiben. Wobei dieser Zusatz oder dieses recycelbar auf einer Verpackung sehr wenig aussagt in Wahrheit. Weil das sagt jetzt nichts darüber aus, ob das Ding tatsächlich recycelt wird, ob das tatsächlich wieder in Kreisläufe geht. Es sagt eigentlich nur aus, naja, die Materialien, die wir verwenden, die kann man eigentlich recyceln. Aber man kann fast jedes Material recyceln. Also das ist ein bisschen eine Null-Aussage in Wahrheit. Was man vielleicht auch noch zur Mandelmilch sagen sollte, weil das natürlich, nachdem sie direkt neben der tierischen Milch steht, es ist natürlich so, auch wenn jetzt die Kuhmilch, quasi die Bio-Kuhmilch aus Österreich ein relativ nachhaltiges Produkt ist, aus Österreich ein relativ nachhaltiges Produkt ist. Eine pflanzliche Milch hat in der Regel einen geringeren CO2-Fußabdruck. Wobei man da gerade bei der Mandelmilch dann wieder vielleicht darauf achten sollte, wo kommen diese Mandeln her, weil die Mandelproduktion zum Beispiel in den USA, in Kalifornien ist eine sehr, sehr intensive Pestizid, also intensive Landwirtschaft, braucht viel Pestizide, verbraucht viel Wasser und sorgt dort auch vor Ort für große Umweltprobleme. Das heißt, die bessere Wahl wäre dann wahrscheinlich quasi Milch auf Getreidebasis, also Hafermilch. Also da gibt es ja schon sehr viele Möglichkeiten, auch Sojamilch zum Beispiel. Am besten natürlich auch Bio. Soja drin, die man bei uns in Österreich kaufen kann, dass da der Soja in der Regel entweder aus Österreich oder zumindest aus Europa auf das im Donauraum kommt. Nicht aus Südamerika. Der wird verfüttert. Die Verpackung der Mandelmilch ist das 89% Recyclable, weil oftmals Kartonagen, also Kartonverpackungen auch aus Plastik bestehen. Und das nennt sich dann Mischverpackungen. Das schaut aber von außen oft aus, wie wenn das nur Kartonagen sind. Ist das dann auch Greenwashing? Naja, nicht wirklich, weil da geht es tatsächlich um die Funktionalität der Verpackung. Also ich könnte die Milch jetzt schlecht nur in Karton verpacken, das würde aufweichen, das würde nicht halten. Es ist so, dass in diesen Kartongetränkeverpackungen, da gibt es zwei Arten. Die eine hat eine dünne Plastikschicht auf der Innenseite, die andere hat Aluminium eingezogen. ja, ist jetzt, kann man auch recyceln, also es wird ja auch getrennt gesammelt quasi, also die, diese Verpackung, aber eben das Plastik ist dann tatsächlich etwas, mit dem kann man dann nichts mehr anfangen. Also das kann man dann nicht wiederverwenden. Prinzipiell jetzt, wenn es um Getränke geht, also die allernachhaltigsten Getränkeverpackungen sind wiederverwendbare Getränkeverpackungen, sind wiederverwendbare Getränkeverpackungen, also Mehrwegverpackungen mit Pfandsystem, so wie wir es vom Bier kennen zum Beispiel. Bleiben wir bei den Getränken, wir sind jetzt schon ein bisschen weiter im Supermarkt hineingegangen. Wir sind jetzt gerade beim Kaffee und vor allem beim Fairtrade-Kaffee gibt es immer wieder die Mythen, ob das jetzt richtig, also ob das jetzt wirklich fair angebaut ist oder ob das jetzt wirklich nachhaltig ist. Und es ist auf den meisten Labels, wie man oft sieht, im Supermarkt wirklich immer Fairtrade oder andere Labels drauf. Was hat es denn damit auf sich? Beim Kaffee ist es so, dass meine Empfehlung wäre, nicht nur auf Fairtrade zu achten, sondern eben auf eine Kombination von Bio und Fairtrade. Weswegen ist es so, dass Fairtrade hat mehr Fokus auf quasi die sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit. Die machen dann auch Bildungsprojekte, da geht es um gerechten Lohn, also die haben da Systeme eingeführt, die Landwirte dann auf dieser Seite quasi sozial und ökonomisch absichern. Das ist vor allem wichtig bei Produkten aus dem globalen Süden, die auf den Weltmärkten gehandelt werden. Aber wo Fairtrade jetzt nicht so weit geht wie Bio, ist zum Beispiel bei den Pestiziden. Also unter Fairtrade kann man schon auch noch, also gewisse Pestizide, die gefährlichsten, sind verboten, aber man kann schon auch noch mit Pestiziden arbeiten. Das heißt, da wäre die Empfehlung, dass man quasi Fairtrade und Bio kombiniert, ist auch in den meisten Fällen so, dass es auch für die Betriebe dann bedeutet, dass sie noch einmal einen besseren Preis bekommen, weil sie beide Zertifikate haben. Das bedeutet, dass sie von ihrer Arbeit auch besser leben können. Gibt es denn ein anschauliches Beispiel irgendwie, um Greenwashing in der Kaffeeindustrie darzustellen? um Greenwashing in der Kaffeeindustrie darzustellen? Im Kaffee sowie bei vielen anderen Produkten natürlich auch Beispiele für Unternehmen, die Greenwashing betreiben. Was man oft sieht, also gerade bei, das betrifft auch den Kaffee, aber auch auf andere Produkte wie Schokoladen und so weiter zu, der Rohstoff aus dem globalen Süden kommt und wo sehr große Unternehmen auch einen großen Marktanteil halten, ist, dass Unternehmen mit quasi unternehmenseigenen Initiativen, Nachhaltigkeitsinitiativen kommen. Die können durchaus gut sein, müssen aber nicht und ist für den Kunden, würde ich sagen, sehr schwer zu durchschauen, ob da jetzt was dahinter steht oder ob das hauptsächlich Marketing ist. Man muss da dann auch aufpassen. Da möchte ich jetzt ein Beispiel vielleicht bringen von einer Studie, die ich mir im Detail anschauen und begleiten durfte. mir im Detail anschauen und begleiten durfte, da ist es um Nespresso gegangen. Und wie Sie ja vielleicht wissen, Nespresso-Kaffeekapseln werden aus Aluminium gemacht und haben auch jetzt per se aus Nachhaltigkeitssicht nicht den besten Ruf. Jetzt ist es so, dass sich diese Studie, also das war eine Studie, die hat sich dann angeschaut, wie schneidet jetzt so das Nespresso-System ab im Vergleich mit anderen Kaffeezubereitungsarten. Was die Studie gemacht hat, ist, dass sie für quasi alle Zubereitungsarten, also da hat man verglichen den quasi klassischen Filter, so einen Kaffee-Vollautomat, also wo man die Bohnen reintut und dann wird das gemahlen und man kriegt sein Kaffee raus. Und diese französischen Espresso-Kannen, die man auf den Herd stellt. Diese drei hat man mit dem Nespresso-Anbausystem, dem Nespresso-Kaffee-Zubereitungssystem verglichen. Was man allerdings nicht getan hat, und das ist meiner Meinung nach der erste Nachteil von dieser Studie gewesen, ist, dass man hat angenommen, dass der Kaffee für alle diese Systeme gleich ist, weil man wollte ja die Zubereitungsart miteinander vergleichen. Und was dann rausgekommen ist, ist, dass tatsächlich auch unter Berücksichtigung der Verpackung, also der Aluminiumverpackung von Nespresso, dass Nespresso da eigentlich ziemlich gut abschneidet. Das heißt, es war quasi gleich auf dem Filterkaffee ein bisschen besser sogar. Filterkaffee ein bisschen besser sogar. Wie kann das sein, fragt man sich jetzt vielleicht, wie kann das sein, dass so ein ressourcenintensives System wie das von Nespresso so gut abschneidet? Die Antwort liegt darin, dass das, was das Nespresso System macht, nämlich quasi dir die fertig portionierte Menge an Kaffee für deine Tasse Kaffee in die Hand zu drücken sozusagen, dass das diesen Effekt ausmacht. Das heißt, wenn ich jetzt beim Filterkaffee habe oder die anderen Kaffeezubereitungsarten, dann verwende ich wahrscheinlich ein bisschen, kann es gut sein, dass ich mehr Kaffee verwende, dass ich zu viel verwende, nicht die optimale Menge quasi, die ich brauche. Jetzt ist es aber so, dass der Kaffeeanbau der Teil von der Wertschöpfungskette ist, der einen sehr großen Anteil an den Emissionen hat. Das heißt, jedes Gramm mehr an Kaffee, das ich verwende, obwohl ich es vielleicht gar nicht brauche, trägt so einen quasi größeren Footprint bei und da ist das Nespresso-System dann natürlich ein Vorteil, weil es dieses Ding halt einschränkt. Das liest sich in der Studie dann so, dass es quasi heißt, der Nachhaltigkeitsvorteil vom Nespresso-System ist, dass man den Kunden, den Konsumenten nicht ermöglicht, diese Fehler zu machen. Was jetzt aber dazu kommt, wenn man sich das dann ein bisschen im Detail anschaut, ist, dass Caffeine natürlich nicht gleich Kaffee ist, was jetzt die Klimawirkung oder die Nachhaltigkeitswirkung angeht. Das heißt, es macht einen riesen Unterschied, ob ich zum Beispiel Bio-Kaffee habe, ob ich konventionellen Kaffee habe, wo er angebaut wird, wie er angebaut wird. Das ist in dieser Studie jetzt so nicht berücksichtigt worden. Spielt per se auch keine große Rolle für die Nespresso-Konsumenten, weil die können sich das sowieso nicht aussuchen. für die Nespresso-Konsumenten, weil die können sich das sowieso nicht aussuchen. Also zu dem Zeitpunkt, wie diese Studie gemacht worden ist, hat es, glaube ich, genau eine Kapsel gegeben von Nespresso, die Bio-Kaffee im Angebot gehabt hat. Und das ist jetzt, wenn man sich jetzt überlegt, wie viel man für den Nespresso-Kaffee pro Kilo Kaffee quasi bezahlt, das sind so um die 70, 80 Euro. Und wenn man sich dann überlegt, was für einen Kaffee ich mir dafür quasi zum Beispiel in einem EZA-Laden oder sonst irgendwo kaufen könnte, der quasi bio hergestellt worden ist und, und, und, dann muss man eigentlich zum Schluss kommen, dass diese Herleitung, dass das Nespresso-System, das nachhaltigere System ist, so nicht stimmt. nachhaltigere System ist, so nicht stimmt, weil um das Geld, wenn ich das Geld in den Einkauf von nachhaltig produzierten Bio-Kaffee investiere, dann werde ich da keine Probleme haben, dieses Nespresso-System zu unterbieten. Neben dem Kaffee steht jetzt ein Kühlschrank. Und auf diesem Kühlschrank steht, das ist ein riesengroßer, weißer, schöner Kühlschrank, darauf steht VCKW frei, also jenes Gas, das Löcher in unserer Ozeanschicht frisst. Warum steht da VCKW frei? Ja, also das Sachen auszuzeichnen oder zu erwähnen, die eigentlich eh selbstverständlich sind, weil man sie zum Beispiel Gesetzgeber verboten hat, ist auch eine Form von Greenwashing. Also sprich, darauf hinzuweisen, dass ich etwas tue, was gut ist, weil ich das aber eh tun muss, ist ja keine Eigenleistung. Also das machen Unternehmen teilweise auch sehr gerne. Das ist so, wie wenn man sich auf die Fahne schreibt, ich gehe nicht über Rot über die Straße. Genau, also wenn man sagen würde, das ist ein gutes Beispiel. Wir gehen jetzt ein bisschen weg von den Haushaltsartikeln und sehen überall Labels, überall Grün, überall Nachhaltigkeit. Was ist denn überhaupt ein Label? Das ist eine gute Frage. Prinzipiell soll ein Label ja irgendetwas auszeichnen. Also das wäre jetzt so die Grundidee. Wobei die Grenzen auch dann zwischen Marken und Labeln oft ein bisschen verschwimmen. Es ist so, dass sich jedes Unternehmen, also auch kann sich prinzipiell ein Label ausdenken, also da gibt es jetzt keine Vorschriften oder keine Regelungen, muss natürlich, darf jetzt natürlich nicht sittenwidrig sein oder sowas, aber prinzipiell, wenn ich als Unternehmen Lust habe, kann ich meine Marketingabteilung bitten, mir da doch für irgendein hübsches Label zu entwerfen. Welchen Labels kann man denn dann vertrauen, wenn sich jeder selbst Labels geben kann? Naja, also ich würde sagen, es gibt die großen etablierten Label. Also wie gesagt, wem man auf jeden Fall vertrauen kann, ist dem Bio-Label. Also da gibt es ja auch eine gesetzliche Grundlage dafür. Es gibt also oft auch Unterschiede zwischen quasi Gütesiegeln, die dann eben irgendeine Form von gesetzlicher Verankerung haben und dann etwas weiteren Labels. Aber wie gesagt, das ist jetzt im allgemeinen Sprachgebrauch unterscheidet man da glaube ich nicht. Das österreichische Umweltzeichen wäre jetzt auch noch etwas, wo man sagen kann, ja, also das ist zum Beispiel auch etwas, was quasi staatlich mitgetragen wird. Und daneben gibt es dann noch natürlich eine Reihe von etablierten Gütesiegeln oder Labels, die oft von quasi Drittorganisationen getragen werden, also Fairtrade zum Beispiel als ein Beispiel. Das sind natürlich auch wirtschaftlich arbeitende Organisationen mehr oder weniger, also die müssen auch überleben, das kann man dann, aber sind schon sehr fundiert und quasi auch extern kontrolliert. Das heißt, das wären dann Labels, die man schon vertrauen kann. Weg vom Haushalt und hin zur Kleidung. Jetzt sind wir bei der Mode angelangt und das allererste springt mir da ein Schuh ins Auge. Ein weißer Schuh und drauf steht Ocean Plastic, also Ozeanplastik. Was hat es denn damit auf sich? Wächst das Plastik da im Ozean? Ja, das bezieht sich auf eins unserer großen Probleme, nämlich Plastikabfall, Plastik im Meer. Viele haben vielleicht schon von diesem großen Plastikstrudel im Pazifik gehört, Viele haben vielleicht schon von diesem großen Plastikstrudel im Pazifik gehört, wo quasi letztlich das meiste unseres Plastiks landet. Das bezieht sich jetzt darauf, dass manche, ich würde sagen, findige Unternehmen sagen, ja, wir fischen dieses Plastik aus dem Meer heraus und benutzen das dann, um neue Produkte zu machen. Also quasi so eine Art Recycling-Gedanke. Das ist jetzt etwas, was man eine End-of-Pipe-Lösung nennt. Also quasi etwas, was versucht, am Ende des Problems quasi den Dreck noch einmal wegzuräumen. Das ist etwas, das geht nicht die Ursache dieses Problems an. Und man kann, also es gibt diese Initiativen, die Plastik aufsammeln oder Plastik sammeln aus dem Meer, aber es muss einem bewusst sein, dass das tatsächlich der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein ist. Das heißt, das ist schon irgendwie nett, aber das löst das Problem nicht. Das heißt, das ist tatsächlich etwas, da geht es hauptsächlich ums Marketing. Das heißt, hört sich gut an, hat fast keine Wirkung, aber die Leute kaufen es vielleicht. Meistens ist es auch so, dass der tatsächliche Anteil an quasi wirklichen Meeresplastik, der jetzt aus dem Ozean entfernt ist, also dass der meistens bei diesen Produkten auch sehr, sehr gering ist. Also das ist nicht so, dass der ganze Schuh dann aus diesem Plastik hergestellt wird, ganz im Gegenteil. Wie wirbt die Modeindustrie sonst für ihre unter Anführungszeichen grüne Kleidung? Welche Tricks gibt es denn dort bei der Modeindustrie? Ja, also der größte Trick, würde ich sagen, der Modeindustrie in diesem Bereich ist, dass sie überhaupt versucht, im Bereich Fast Fashion, also das ist quasi das Prinzip, das im Moment in der Mode mehr oder weniger vorherrschend ist. Also mit den großen Modehäusern wie H&M, die auf diesem Geschäftsmodell begründet sind. Das bezeichnet letztlich, dass ich ganz viele Umdrehungen im Sortiment habe. Das heißt, ich habe nicht nur zwei, drei Kollektionen neue im Jahr, sondern ich habe quasi jedes Monat was Neues. Es wird schnell produziert, es wird billig produziert und soll beim Kunden den Anreiz wecken, quasi möglichst oft neue Sachen zu kaufen. Man kann es sich leisten, weil sie sind ja billig. Sie halten meistens auch nicht mehr, so lange müssen sie auch nicht, Ich glaube, es werden teilweise nur 30 bis 40 Prozent der gekauften Klamotten wirklich regelmäßig getragen. Also das meiste Zeug hängt dann tatsächlich nur herum, wird nur ein-, zweimal angezogen und verstaubt dann im Kasten. Diese Art des Geschäftsmodells, das ist per se nicht nachhaltig. Das heißt, der Problem liegt da im Kern von diesem Geschäftsmodell. Das ist eine irrsinnige Verschwendung von Ressourcen und da hilft es mir dann auch nicht, wenn ich Baumwolle, zum Beispiel Bio-Baumwolle, da mit rein veraret, weil auch für die Produktion von Bio-Baumwolle brauche ich Wasser, brauche ich Ressourcen und, und, und. Und irgendwo, ich meine, es ist einfach, hier sind so viele Ressourcen quasi zu verramschen, mehr oder weniger. Wo unterscheiden sich denn die Strategien von Greenwashing in der Lebensmittel- und in der Modeindustrie? Wo gibt es denn da die großen Unterschiede? Ich würde sagen, prinzipiell die Strategien von Greenwashing sind immer die gleichen. Das ist unabhängig von der Branche. Warum gibt es denn überhaupt Greenwashing? Das ist auch leicht erklärt. Es ist so, dass wir alle wissen, dass wir mittlerweile doch Klimaprobleme haben. Wir rasen auf eine Klimakatastrophe zu. Es gibt viele andere Umweltprobleme. Umwelt ist auch etwas, was den Menschen eben wichtig ist. Gerade es wird immer wichtiger, auch angesichts der Krisen, die wir da bewältigen müssen. Und das führt natürlich dazu, dass man auch als Konsument etwas beitragen möchte. Man möchte kein schlechtes Gewissen haben, weil man sich da etwas verkauft. Das heißt, das ist durchaus etwas, wo die Unternehmen quasi glauben, dass sie da einen Vorteil generieren können, wenn sie sich und ihre Produkte als grün darstellen. So, wir stehen da jetzt im Supermarkt und sind schon fast am Ende angelangt. Wir kommen drauf, dass es sehr schwierig ist, uns von Greenwashing zu schützen. Wir können jetzt aber nicht nur von Licht und Wärme leben. Kann ich jetzt mit gutem Gewissen im Supermarkt einkaufen oder geht das generell nicht? Man kann auf jeden Fall auch mit gutem Gewissen im Supermarkt einkaufen oder geht das generell nicht? Na, man kann auf jeden Fall auch mit gutem Gewissen im Supermarkt einkaufen. Also da muss man sich jetzt nicht dafür schämen sozusagen. Also das Ding ist, es ist vielleicht auch gar nicht so schwierig, wenn man ein paar Grundsätze beachtet, würde ich sagen. Da geht es auch weniger darum, bevorzuge ich jetzt Produkt A gegenüber Produkt B, ist das eine jetzt besser oder das andere, sondern es geht um mehr grundsätzliche Entscheidungen. sich sagt, okay, tierische Produkte brauchen immer mehr Ressourcen in der Produktion als pflanzliche Produkte. Das ist unabhängig davon, ob das jetzt bio oder konventionell produziert worden ist, das tierische Produkt braucht immer mehr Ressourcen. Das heißt, wenn ich da jetzt wirklich einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten will, dann sollte ich mir überlegen, kann ich da das ein bisschen einschränken. Also in Österreich wird sowieso viel zu viel Fleisch gegessen. Also da kommt auch wieder dieser gesundheitliche Aspekt ein bisschen rein. Man tut sich ja selber auch nichts Gutes damit. Das heißt, den Fleischkonsum reduzieren ein bisschen oder ein bisschen weniger Milch, vielleicht doch mal pflanzliche Milch auch zwischendurch oder sowas. Das sind Schritte, wo man wirklich etwas beitragen kann. Muss man auch auf kein Label, auf kein Gütesiegel und nichts achten und ist auch etwas, was in der Regel günstiger ist. Das ist nämlich ein anderer Mythos, der oft beim nachhaltigen Konsum dabei hängt, dass der immer teurer sein muss. Das wäre jetzt mal das Erste. Wenn ich dann zum Beispiel beim Gemüse nachhaltiger sein will, da gilt sozusagen der Grundsatz, also Bio ist natürlich gut, ohne Pestizide produziert. Saisonal ist wichtig und dann Regionalität. Das heißt, Regionalität vor allem in Kombination mit Saisonalität ist dann schon auch etwas, wo man sagen kann, das ist prinzipiell nachhaltiger. Und was man vermeiden sollte, ist Flugware, die mit einem großen Transportrucksack mitkommt. Verlassen wir jetzt den Supermarkt. Wir haben zwar nichts eingekauft, aber vielleicht machen das die Zuhörerinnen und Zuhörer beim nächsten Mal und achten auf die Dinge, die Sie eben gesagt haben, also Saisonal, Bio und vor allem wenig tierische Produkte. Verlassen wir jetzt diesen lokalen Supermarkt und begeben uns auf die politisch globale Ebene. Ich sehe immer wieder bei Banken, und vor allem das ist in letzter Zeit auch immer mehr, die Werbung grünes Geld anlegen. Also grün sein Geld anlegen. Ich habe mit einem befreundeten Bankberater gesprochen, der sagt, er tut sich sehr schwer damit, das Geld grün anzulegen, weil in jedem Fonds auch Firmen dabei sind, die jetzt nicht 100% nachhaltig sind und damit kann man auch diesen Fonds nicht mehr als nachhaltig einstufen. Wie sehen Sie das? Muss ich Ihrem Bekannten Recht geben. Es ist so, dass auch bei diesen grünen Finanzprodukten es heutzutage noch so ist, dass da mehr Schein als Sein dahinter steckt quasi. Das heißt, in vielen Fällen können die eigentlich nicht wirklich das halten, was sie vorgeben. Das ist natürlich bedauerlich. dass quasi dem Finanzsektor ja auch quasi gehofft wird, dass da ein großer Beitrag auch zum Umbau der Gesellschaft in Richtung mehr Nachhaltigkeit aus diesem Eck kommen kann. Aber es gibt da noch ganz große Lücken, wie man eben überhaupt feststellt, ob jetzt ein Fonds, eine Anlage tatsächlich nachhaltig ist oder beiträgt zur Nachhaltigkeit. Aktuell spielt die sogenannte EU-Taxonomie eine Rolle. Also das ist quasi der Versuch EU-weit, hier Regelungen zu finden, wie was jetzt eine grüne Anlage ist und was nicht. Wenn man sich erinnert, da war auch eine große Diskussion, wie ist es mit Atomenergie zum Beispiel, wie ist es mit Gas als Überwachungsenergie. Das heißt, da gibt es ganz, ganz viele offene Fragen. Da geht es um ganz viele Interessen und Geld auch. Das heißt, das ist etwas, das sich gerade erst entwickelt. Sie haben es jetzt gerade angesprochen, EU-Taxonomie. Für Menschen, die jetzt noch nichts davon gehört haben, was ist das ganz simpel erklärt nochmal? Also ganz simpel erklärt ist es der Versuch, ein einheitliches System zu schaffen, das mir quasi auflistet, ob jetzt ein Industriezweig oder ein Sektor quasi verdient, als grüner Sektor bezeichnet zu werden. Das heißt, jetzt aus Sicht der Investoren, aus Sicht der Banken wäre das dann etwas, wo ich sagen kann, okay, ich gehe jetzt diese Liste durch und ich wähle da jetzt nur Bereiche aus, die laut dieser Liste quasi grün sind und das ist dann ein grüner Fonds. Also das wäre die Idee dahinter, wie gesagt, was da jetzt tatsächlich draufsteht und wie und warum ist etwas, was nicht ganz unumstritten ist. Wir merken also, die Politik will jetzt etwas schon dagegen machen, auch gegen Greenwashing machen. Was wären denn politische Steuerungsmaßnahmen, außer die, die wir gerade erwähnt haben, um gegen Greenwashing vorzugehen? Ja, also ich glaube, es gibt zwei konkrete Möglichkeiten hier. Das eine ist eben wirklich direkt gegen Greenwashing vorzugehen. Das ist etwas, wo die EU auch daran arbeitet. Also da werden noch Dinge kommen. Da geht es eben darum, also es gibt schon Definitionen zum Beispiel, was jetzt eigentlich Greenwashing ist, also dass man eben, dass es da eine Nachweispflicht auch gibt vom Unternehmen, dass es tatsächlich umweltfreundlicher ist in seinem Bereich und so weiter und so fort, ist jetzt in Österreich noch nicht umgesetzt. Also das bewegt sich noch auf EU-Ebene. Das heißt, das ist einmal die erste Möglichkeit. Ich gebe quasi den Menschen, den Konsumenten einen Rahmen, wo ich dann auch gegen Greenwashing vorgehen kann und wo ich Unternehmen zur Verantwortung ziehen kann, die einfach über die Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte lügen. kann, die einfach über die Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte lügen. Die zweite Möglichkeit und das ist auch ein sehr wichtiger Standbein ist, dass man überhaupt versucht Rahmenbedingungen zu schaffen, die quasi unnachhaltiges Verhalten schwerer oder unmöglich machen. Also dazu gehört zum Beispiel so etwas wie das jetzt auch diskutierte Lieferkettengesetz. Also es ist auch etwas, was von der EU kommt und was jetzt in den Nationalstaaten umgesetztftauchen, also zum Beispiel gegen Umweltvorschriften verstoßen wird, gegen arbeitsrechtliche Vorschriften verstoßen wird, dann kann auch das Unternehmen am Ende haften. Wenn ich jetzt quasi ein Unternehmen bin, das in Österreich Kaffee verkauft und in der Lieferkette in den Anbaugebieten kommt es zu Menschenrechtsverletzungen, dann kann das Unternehmen in Österreich zur Verantwortung gezogen werden. war gerade die COP in Ägypten. Die hatte auch Schwierigkeiten, hat sogar dann noch einen Tag verlängert, um zu einem Ergebnis zu kommen. Das Ergebnis ist für viele ernüchternd. Und was ich mir hier die Frage stelle, ist der Sponsor der COP. Coca-Cola ist der Sponsor der COP gewesen. Coca-Cola ist aber einer der weltweit größten Plastikmüllproduzenten. Wie finden Sie denn das? wird größten Plastikmüllproduzenten. Wie finden Sie denn das? Zuerst einmal sagen, dass bei dieser Cop leider so gut wie gar nichts rausgekommen ist. Da hat es jetzt sehr, sehr, sehr wenig Fortschritt gegeben. Bei weitem nicht so viel, wie nötig wäre. So gesehen kann man fast sagen, dass da das Sponsoring von Coca-Cola das kleinere Problem ist. Es ist vielleicht ein Symptom dafür, was da schiefgelaufen ist. Es war ja, neben Coca-Cola war da ja auch die Ölindustrie sehr stark vertreten auf dieser COP. Es hat Probleme rund um die Organisation und so weiter gegeben. Also ich würde sagen, dass Coca-Cola da gesponsert hat, ist quasi in diesem Fall das kleinere Problem gewesen. Sie sprechen es gerade an, Öl-, Gas- und Kohleunternehmen waren sehr stark vertreten auf der COP. 636 Lobbys, wie können denn Öl-, Gas- und Kohleunternehmen Greenwashing betreiben? Da gibt es einige Möglichkeiten. Also fängt an bei Gasunternehmen, also was man da oft jetzt sieht, ist, dass quasi Biogas oder Ökogas verkauft wird. Das enthält einfach eine Beimischung von quasi organisch erzeugten Ölen, Gasen, Entschuldigung, hat also quasi nichts, eben wie gesagt, ist jetzt nicht gleichzusetzen mit Bioproduktion in der Landwirtschaft zum Beispiel. Also das ist meistens ein sehr geringer Anteil. Also man spricht davon von ein paar Prozent, die da dabei sind. Das ist jetzt eine Möglichkeit. Wir führen bei Global auch immer wieder Stromanbieter-Checks durch, die quasi ein bisschen sich anschauen, was steckt jetzt wirklich hinter den Versprechen der Stromanbieter. Das ist nämlich teilweise auch so, dass jetzt die Unternehmen jetzt in der Art, wie sie Strom produzieren, gar nichts ändern sozusagen, sondern den einfach quasi portionieren und dann portionsweise verkaufen. Das heißt, wenn ich als Unternehmen sowieso schon einen Anteil an Wasserstrom habe, dann verkaufe ich den halt als Ökostrom, teurer natürlich, und bleibe aber eigentlich bei meinem Energiemix, wo auch andere Stromarten drin sind, die ich dann halt an andere Kunden anders verkaufe. Also es ist einfach ein Schleiferl, ein Mascherl, dass man sich umhängt, das aber jetzt nichts mit der eigentlichen Nachhaltigkeit des Unternehmens zu tun hat. Sie sind ja seit 2010 bei Global 2000, kennen sich auch schon seit damals und auch aufgrund Ihres Studiums für Ökologie und Soziologie auch an der BOKUiell gut ist. Greenwashing ist halt eine sehr perfide Art, dieses gewachsene Bewusstsein auszunutzen. habe auf EU-Ebene, die haben schon, ich glaube so 2013 oder 2014 gestartet, beziehungsweise waren wir da auch das erste Mal drin involviert. Wenn man sich dann umschaut, also gerade in Österreich zum Beispiel, hat sich da jetzt irgendwas getan in der Zeit, ist da auch nur irgendeine Initiative in die Richtung gesetzt worden, muss man sagen, leider nein. Das Einzige, was es gibt, sind quasi Initiativen, also ist jetzt eine Initiative vom VKI, also vom Verein für Konsumenteninformation, die jetzt die Möglichkeit geschaffen haben, für Konsumentinnen, für Bürger sich da quasi zu melden. Wenn sie glauben, dass es sich um Greenwashing handelt, kann man das dort deponieren. Das wird dann von Experten vom VKI auch überprüft, wird veröffentlicht, es wird die Firma angeschrieben. Also das ist eine Möglichkeit quasi aus der Zivilgesellschaft kommt, die einfach da ist, weil der Gesetzgeber hier quasi schläft und den Konsumenten keine Möglichkeit gibt. Das sagt Martin Wildenberg, Experte für Konsum und Greenwashing von Global 2000. Ich habe jetzt schon großen Hunger. Ich werde mich jetzt auf den Weg in den Supermarkt machen. Bei der Karotte werde ich aber ganz besonders nachschauen, wie die denn produziert worden ist. Vielen Dank, Martin Wildenberg. Und ich wünsche den Zuhörerinnen und Zuhörern noch einen schönen Tag. Klima und Du Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin und her geschoben. Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der Freien Medien in Oberösterreich.