Hallo liebe Zuseherinnen und Zuseher, ich stehe heute hier am Hauptplatz vor der Kunstuniversität Linz. Anlässlich der jüngsten Geschehnisse im Iran stehen auch heute hier die Menschen auf der Straße und protestieren gegen die zahlreichen Verletzungen der Frauenrechte im Iran und zeigen sich solidarisch mit der Bevölkerung. Auslöser der Proteste war der Tod der 22 Jahre jungen Masha Amini, weil sie laut der sogenannten Sittenpolizei im Iran ihr Kopftuch zu locker getragen hat. Doch das Thema schlägt noch viel höhere Wellen. Wir protestieren gegen Femizid, Frauenfeindlichkeit, Sexismus und Faschismus auf der ganzen Welt. Wir erheben uns gegen die seit 43 Jahren andauernde diktatorische Unterdrückung im Iran. Wir fordern Gerechtigkeit, Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung für alle Menschen. So die Forderungen der Demonstrantinnen und Demonstranten. Wir brauchen Aufmerksamkeit. Wir brauchen Solidarität. Ohne Solidarität, ohne Unterstützung der ganzen Welt, das wird nichts passieren. Diese Regierungen sind Öl und Gas und allem Möglichen, dass eine Revolution zu schaffen, es braucht viel, viel, viel Solidarität. Es braucht Verständnis. Und deswegen, wir machen das, dass die Leute wissen, was genau da passiert und wovor wir stehen. Ich habe mir die Jelena aus der Demonstration gerade herausgefischt. Hallo Jelena! Warum bist du heute bei der Demonstration dabei? Ich bin dabei, um Solidarität mit den Bewegungen im Iran zu zeigen. Okay, der Iran ist ja knapp 5000 Kilometer weit von Österreich entfernt. Eigentlich betrifft es ja uns in Österreich gerade nicht so das Thema, oder? Wie ist da deine Meinung dazu? Also prinzipiell ist es ja eine feministische Bewegung und es geht um die Rechte von Frauen. Insofern würde ich sagen, betrifft uns das alle. Und gerade beim Thema Intersektionalität würde ich sagen, ist so etwas wie Kopftuch und Hijab tragen halt ein großes Thema und auch hier Thema bei uns und sollte auf jeden Fall auch gezeigt werden und auch besprochen werden. Und ansonsten ist es halt so etwas wie Solidarität kann man ja zu allen Menschen zeigen, egal wo sie sind oder wie weit weg sie voneinander sind. Frauen stellen sich eben gegen Soldaten, nehmen ihr Kopftuch ab und schreien tot im Detektor. Was macht das mit dir, wenn du so etwas hörst? Also ich finde, Frauen wurden am meisten dort kaputt gemacht, sozusagen so runter gemacht. Und ich finde das gar nicht korrekt von denen weil sie sind auch menschen so ich glaube das ist meine eigene meinung man soll wenn man als frau geboren wird nicht runter gedruckt werden oder wir sind alle menschen wir sind alle gleich und wir müssen alle Frauen auch unterstützen. Es gab auch immer wieder Revolutionen im Iran, aber die Regierung hat das immer unterdrückt, aber diesmal haben wir das weltweit mitbekommen. 43 Jahre lang dauert jetzt diese Unterdrückung der Bevölkerung im Iran. Warum glaubst du, passiert es genau jetzt, dass die Menschen aufstehen? Passiert jetzt nicht. Das ist immer noch passiert. Das erste Mal, ich würde sagen, dass das ganze Jahr 2000 einmal passiert, 2010 passiert und immer passiert und immer noch. Es wird immer kleiner. Dieses Mal ist es so groß geworden, weil es um die Menschlichkeit und die Rechtlichkeit geht. Es geht nicht nur um die Wirtschaft oder etwas Politisches. Es geht um alles. Viele Menschen kommen auf die Straße und unterstützen einander. Ich habe mir jetzt die Cookie aus der Menge herausgefischt. Hallo Cookie. Hallo. Warum nimmst du an dieser Demonstration teil? Ich nehme an dieser Demonstration teil, weil ich nicht nur eine weiblich gelesene Person bin, sondern ich auch sehr gut nachvollziehen kann, was dort gerade im Iran abgeht. dort gerade im Iran abgeht und ich glaube es kann sich nicht jede Frau genau da einfühlen, aber ich glaube schon, dass jede Frau da eine Verbindung dazu spürt, wie es ist unterdrückt zu sein von irgendwelchen patriarchalen Strukturen, die dir sagen, was du zu tun hast und was du nicht zu tun hast. Okay, du bist ursprünglich Ägypterin. Betrifft dich das auf eine gewisse Art und Weise ganz persönlich? Also ich würde nicht sagen, dass es mich genauso betrifft wie Iraner und Iranerinnen, aber ich kann mich ganz genau darin einfühlen, wie es ist, dass Religion und Staat gemeinsam versuchen, vorzuschreiben, wie eine Gesellschaft sich zu verhalten, benehmen, auszuschauen hat. Schreiben deiner Meinung nach die Frauen im Iran gerade feministische Geschichte? Total, total, ja. Gibt es Menschen in Österreich, die dem iranischen Regime Recht geben? Sicher. Wir haben sogar am Anfang der ganzen Protesten im Iran, wir haben eine E-Mail eigentlich veröffentlicht, dass von Botschaften im Iran, die haben alle gefragt, dass bitte gehen zu Demonstrationen und machen Fotos und Videos und schicken uns, dass wir kennen solche Leute, das sind Aktivisten in Europa. Wir haben das Besondere von der iranischen Botschaft in Wien bekommen. Deswegen, das war ein Teil von uns, dass die Regierung hier sollte diese solche Tätigkeiten behindern und so was kann nicht passieren. Viele von uns können nie wieder nach Iran gehen. Es waren heute zahlreiche Menschen bei der Demonstration am Hauptplatz vor der Kunstuniversität Linz, die sich solidarisch mit den Iranern und Iranerinnen zeigen. Doch es hätten viel mehr sein können, denn dieses Thema betrifft uns alle. Wir sind unabhängig von Geschlecht, Ethnie oder Herkunft alle Menschen und sollten dementsprechend alle gleich behandelt werden. Das sollte jetzt im 21. Jahrhundert in der Welt in einem 21. Jahrhundert endlich selbstverständlich werden. Marie-Therese Jahn und das Team von DorfTV bedankt sich fürs Zusehen.