Wir haben heuer das Jahr der Frauen im Lentus. Im Moment ist ja auch im Nordico die Ausstellung Auftritt der Frauen zu sehen. Wir hatten mit Friedel Diker Brandes heuer begonnen und schließen nun an mit einer Retrospektive von Iris Andraschek. Iris Andraschek ist eine Künstlerin, die sich immer für die drängenden Fragen der Gesellschaft interessiert. Das sind verschiedene Themen, die immer wieder vorkommen. Ihre besondere Nähe zur Natur, ihre Beschäftigung mit dem Spannungsfeld Natur, Stadt. Dann geht es ganz oft um starke Frauen, also um Weiblichkeit, um Sexualität. Und ein ganz wichtiges Thema ihrer Arbeit ist auch die Zusammenarbeit, die Partizipation. Einerseits als Methode, wie Arbeiten entstehen, nämlich in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Gruppen, andererseits aber auch als Thema selbst. Das heißt, dass Gruppengemeinschaft in ihren Arbeiten ganz eine große Bedeutung hat. Also es gibt einen Überblick über das, was ich die letzten 36 Jahre erarbeitet habe. Es ist ein Ausschnitt, also es sind nicht alle Arbeiten zu sehen, die ich bis jetzt gemacht habe, aber es ist eine Zusammenstellung, die in einem Team entstanden ist, mit der Kuratorin, der Frau Hämmer-Schmutz, und Sarah Jonas vom Lentos, aber auch von Menschen, die mich umgeben, dem Hubert Lobnig, der Margareta Sandhofer, meiner Tochter, also unterschiedlichen Freunden und Begleiterinnen, die ich auch immer wieder, der Karin Holzfeind, ganz wichtig, Holzfeind, ganz wichtig, die auch die Grafik für das Buch gemacht hat, Tom Klängel, Bruno Stubenrauch, das sind alles Menschen, mit denen ich immer wieder zusammenarbeite, die ich um Rat frage, die mich auch unterstützen in manchen Dingen und so muss man das auch sehen, also dass das ein langer Prozess war, diese Ausstellung so zu erarbeiten, wie sie zu sehen ist, auch sehr viel Editing und Auswahl und Auslese und man könnte ja das zehnmal, ich könnte es verzehnfachen quasi und das, was da zu sehen ist, ist halt so die Essenz der letzten Monate. Das Tolle an der Iris Andraschek ist, dass sie das verbinden kann. Eine hohe künstlerische Qualität mit einer Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. So die Einladung, die hatzehnten erarbeite, daraus zu schälen. Das ist doch, wie man es auch so in den frühen Zeichnungen sehen kann, hinterfrage ich da auch meine Rolle als Künstlerin, als junge Frau in der Gesellschaft, Sexualität, Rollenbilder, das kommt auch in den anderen Serien dann vor, die sich mit Ritualen, mit Rauschzuständen, mit gesellschaftlichen Phänomenen auseinandersetzen. Und es gibt zum Beispiel eine Serie, da gibt es auch einen sehr vollen Katalog, das ist bei einem Feuerwehrfest im Waldviertel entstanden. Während des Festes habe ich fotografiert. Die Kamera ist dann glaube ich teilweise auch herumgereicht worden. Das komme auch ich selber vor auf den Fotos. Und das waren immer Begegnungen und Begebenheiten, die mich auch interessiert haben. Also es ist sehr viel dann auch in Reflexion mit meinem Umfeld entstanden oder mit dem, was ich beobachte, damals in einem dörflichen Umfeld am Land. Es gibt auch eine Fotoserie, Ferdinand Gerstl heißt sie, wo ich in Kumau am Kamp einen Mann porträtiere, der so als Einzelgänger eigentlich im Dorf unterwegs war, der einen Überblick gehabt hat, was im Dorf passiert, immer herumgegangen ist, geschaut hat, gegärtnet hat. Und der hat mich als Person interessiert. hat mich als Person interessiert und das kann man von 1991, da kann man auch sagen, das war so für mich die Initialzündung, mich auch mit einer Art von Landwirtschaft, der Bearbeitung von Gebieten, das hat mich interessiert, wie wird das gemacht, vor allem auf welche Art und Weise, welche Leute stecken dahinter, das ist ja auch ganz wichtig und so die Wechselbeziehungen, die das bedingt und das war dann schon der Beginn eben einer Serie, die sich mit Landwirtschaft, mit der Produktion und Produktionsbedingungen von Lebensmitteln auseinandersetzen. Das sind jetzt einmal so Themen, die ich anreiße und die ich dann, aber auch immer wieder, die in meinen Zeichnungen vorkflanze. In ganz frühen Zeichnungen von 1995 auch sieht man dann so eine Art mikroskopische Aufnahmen, Querschnitte durch Blüten oder Samenstände und so weiter. Das hat mich immer begleitet und begleitet mich auch bis jetzt, zum Beispiel für die Ausstellung. Hier ist extra auch ein Objekt entstanden, das heißt Getreideautomat. Das war eigentlich schon kurz nachdem ich die Einladung für hier bekommen habe, habe ich mir gedacht, das wäre schön, das zu realisieren. habe ich immer gedacht, es wäre schön, das zu realisieren. Ich habe schon lange darüber nachgedacht, weil eben dieses Thema Saatgut hat mich auch immer interessiert. Und unsere Grundthese für die Ausstellung war eigentlich die, das Alte mit dem Neuen zu verbinden. Und wir haben uns gedacht, wir machen keine klassische Übersichtsausstellung, wie man das vielleicht mit einer Künstlerin machen würde, die nicht mehr lebt, wo man sagt, man versucht die Chronologie aufzuarbeiten, sondern der Künstlerin war es ganz wichtig, dass man eben Themenstränge, die von Anfang an da waren in ihrer Arbeit, also in ganz frühen Zeichnungen, mit aktuellen Produktionen verbindet. Und das ist eigentlich das Spannende, was bei der Ausstellung rausgekommen ist. About Care ist letztes Jahr entstanden. Da gab es eine Einladung vom Kunsthaus Graz für eine Ausstellung von der Zukunft zu den Zukunften, ist ja ein toller Titel. ist ja ein toller Titel und die Einladung hat darin bestanden, sich mit einem brandaktuellen Thema zu beschäftigen und wir haben dann eben auch in Kommunikation mit einer der Kuratorinnen, der Katrin Buchert-Randhoff, uns entschieden, dass ich eine Arbeit auch über das Thema Pflege machen werde, weil es künstlerisch auch sehr wenig bearbeitet ist und weil es mich grundsätzlich auch interessiert hat, weil ich im Moment ja auch in einer Situation bin, wo die Eltern alt sind und wo ich auch älter werde und wo es immer in den Medien heißt, es wird ein gigantisches Problem auf uns zukommen, weil das Thema überhaupt nicht gelöst und bearbeitet ist, weil es politisch natürlich schwierig ist und weil es jeder so gut wie möglich vermeidet. Und das habe ich dann auch sehr interessant und spannend gefunden. Mein Konzept war, eine Installation zu machen, eine Art Badezimmer, Pflegezimmer, aber auch Hamam. Es sollte eine Kreuzung sein aus Pflege, aber auch Wellness, also die Beschäftigung oder die Auseinandersetzung oder das Zurückführen auf den Körper und vielleicht auch nicht nur den intakten Körper, sondern vielleicht auch schon den, der mehr Zuwendung braucht. Und ich habe dann sehr viele Interviews mit Personen geführt, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Also einerseits 24-Stunden-Hilfe, dann Menschen, die in der Pflegeausbildung sind, dann pflegende Angehörige, gepflegte Menschen. und die Essenz der Interviews sind auf den Art Fliesen des Badezimmers zu lesen. Also man kann sitzen und wenn man Geduld hat und Zeit hat, kann man das lesen oder man sitzt und es gibt auch ein Interview zu hören, kann man sich auf die Bank setzen und das hören. hören, kann man sich auf die Bank setzen und das hören. Diese Arbeit aus der Mitte der 90er Jahre mit den Aquarien, der Künstlerin macht es einfach Spaß, die immer wieder neu zu bestücken. Da sind dann Teile hier vorhanden, die schon in der Präsentation in den 90er Jahren vorhanden waren, wie zum Beispiel diese Kugeln, wo man genau schaut, sehen kann, dass da Sex draufsteht. Aber sie belässt es nicht dabei. Sie fügt da neue Elemente hinzu. Und das ist ein prozesshaftes Arbeiten, das natürlich viele Künstler, viele zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler auszeichnet. Es gibt eigentlich nicht dieses abgeschlossene Werk, das dann irgendwo in einem Depot abgelagert wird, sondern es ist ein ständiger kreativer Prozess, der quasi das ganze Oeuvre umfasst und wo Sie immer an dem weiterarbeiten. Bei mir ist es eigentlich nicht reine Dokumentation, sondern es ist immer auch Fiktion und es ist Projektion auch. Also ich wandle die Dinge auch. Nicht immer, also manchmal lasse ich sie auch wie sie sind, aber manchmal versuche ich auch eine Art Zurechtbiegung oder eine Art Interpretation von meiner Seite. Also dass ich als Künstlerin auch meinen Standpunkt manifestiere. Wir sind im Jahr 2002, bin ich am Land in Kanada, habe ich da gelebt einige Monate. Am Land in Kanada habe ich da gelebt, einige Monate. Und es ist so eine eigentlich relativ fade, sage ich jetzt einmal, kleine kanadische Ortschaft. Aber das Besondere daran ist, dass sich da eine Art Community zusammengefunden hat, schon vor einiger Zeit und es besteht aber noch immer. Und die Idee dieser Menschen ist, sich gegenseitig zu stützen auch. Das heißt aber nicht nur, weil wenn man sagt stützen, dann würde man sagen, man kümmert sich, man hilft sich aus. Aber diese Menschen, wo es auch immer wieder ein Kommen und Gehen gibt, Diese Menschen, wo es auch immer wieder ein Kommen und Gehen gibt, haben aber ein System entwickelt, wirklich auch sich das Leben schöner und einfacher zu machen oder auch zu bereichern. Sie haben eine Schule gegründet, einen Lebensmittelladen, eine Galerie, ganz wichtig, also Kunst. Und Kunst ist ein wichtiger Faktor in dem Ganzen. und Kunst ist ein wichtiger Faktor in dem Ganzen. Und zum Beispiel auch ein bargeldloses Tauschsystem, vor allem auch zu dem Zweck, jetzt mittelloseren Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Und das hat wirklich funktioniert und das, was mich auch beeindruckt hat, dass das nicht ein temporäres Phänomen war, das sich nach fünf Jahren wieder auflöst, weil sich die Menschen verändern, sondern dass das schon seit 20 Jahren existiert und dass die Menschen verstanden haben, dass es wichtig ist, das auf eine gute Art und Weise aufrechtzuerhalten. ist es auf eine gute Art und Weise aufrecht zu erhalten. Und was ich dort vorgefunden habe, war so eine interessante Zusammenfügung an Persönlichkeiten. Und daraus ist dann noch eine Fotoserie entstanden. Einmal 2002 und dann zehn Jahre, acht Jahre später noch einmal 2010. Bin ich noch einmal hingefahren und habe dann noch einmal fotografiert. Und aus dieser Serie stammt das Hauptmotiv. Also es ist so, dass ich vor meinem Fenster aus auch immer zum Beispiel zwei Teenager beobachtet habe, wie sie zur Schule gehen. Und die habe ich beobachtet, wie sie in sehr individuellen Bekleidungsstilen, also eine von ihnen, die Camilla, hat immer Feenflügel getragen. Also die ist in die Schule gegangen, hat dann immer so rosarote Flügel hinten oben gehabt und einen tollen Punk, eine wahnsinnig beeindruckende Punk- Frisur und da ist die Idee gereift, dass ich mal gesagt habe, die sollte ich mal fragen, ob ich sie fotografieren kann, weil es einfach wirklich sehr beeindruckende Figuren waren. Und eben auch das Hauptmotiv, die Claudia, das ist eine Deutsche, die über Belize dann nach Kanada gekommen ist, einen kleinen Sohn hat und dort lebt. Und eben, wie ich es vorher schon erwähnt habe, auf eine gute Art und Weise leben kann, obwohl sie in einer schwierigen Situation ist und verschiedene Jobs macht. Und mit ihr habe ich mich dann befreundet. Mit ihr habe ich einige Male auch fotografiert in ihren Tätigkeiten. Die war viel im Wald unterwegs, die ist für Maler, Modell gestanden und sie als Person habe ich dann teilweise alleine, aber auch in Kombination dann mit Ariel und Camilla und dann noch einer Frau in verschiedenen Situationen und Settings fotografiert. in verschiedenen Situationen und Settings fotografiert. Zum Beispiel hat es einen Platz, einen Schauplatz gegeben, der hat mich deshalb interessiert, weil das war eben so ein Jahresfest für diesen Tauschzirkel. Da gibt es einmal im Jahr ein großes Fest, wo alle zusammenkommen, die Mitglieder sind, wo getrunken, gegessen, diskutiert wird. Und das ist ein Platz von einem pensionierten Lehrer und seiner Frau. In Kanada redet man da gleich einmal von 20 Hektar mit Teichen und so weiter. Und das war ein wirklich beeindruckendes Szenario. Also es hat Teiche gegeben, es hat dort Hütten im Wald gegeben, weil er zum Beispiel gesagt hat, jeder, der Platz und Ruhe braucht, kann hinkommen. Das Einzige, was er will, ist, dass keinen Müll hinterlassen. Aber sonst kann jeder kommen und dort bleiben und sich wieder regenerieren und dann wieder fahren. Es war so ein spezieller Geist, der dort geherrscht hat, der mich beeindruckt hat wegen seiner Vision, wegen seiner Utopie und auch aufgrund seiner großzügigen Struktur. Ich denke, Museum als Erlebnisort ist für uns für alle Ausstellungen wichtig. Das ist uns immer ein großes Anliegen, dass wir die Leute in unsere Ausstellung involvieren, dass sie das Gefühl haben, das hat auch etwas mit ihnen zu tun. Aber bei zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern ist das natürlich besonders oft der Fall. Gerade bei einer Künstlerin wie Iris Andraschek, die so aktuelle Themen verhandelt, Themen verhandelt, wie eben Sexualität, Geschlechterdifferenz oder eben auch Klima, Natur und da ist man sofort drin in der Arbeit, weil sie uns alle auch angeht. Aber ganz ein wichtiger Punkt, es hat alles miteinander zu tun und es antwortet alles aufeinander. Das Wasser zieht mich an, weil es ein Element ist, an dem sehr viel ablesbar ist. Wenn man genau hinschaut oder wenn man sich damit auseinandersetzt. Wir bestehen aus einem sehr hohen Prozentsatz aus Wasser. Wir brauchen es unbedingt. Wir brauchen vor allem sauberes Wasser. Die Menschen brauchen guten Zugang zu Wasser. Es sind alles Themen, die ganz aktuell schwierig und höchst spannend sind. kommen. Wir leben mittlerweile in einer Welt voller Gegenstände. Alle oder viele Menschen versuchen möglichst viel loszuwerden. Es ist ein unglaublicher Zuwachs an Lagerräumen, die vermietet werden. Es ist ein unglaubliches Geschäftszweig geworden. Überall an den Peripherien entstehen Lagerhen, jetzt für Einzelpersonen, jetzt nicht für Firmen. Die Gesellschaft ist voll von Gegenstand und das betrifft natürlich auch mich, weil ich jetzt als Jahrgang der 60er Jahre natürlich auch aufgewachsen bin in einem System des Kapitalismus, des Wegwerfens. Also manchmal denke ich mir, das ist jetzt ein großes Thema, aber das ist ja nichts Neues. Das ist ja hausgemacht und virulent seit Jahrzehnten. Also diese Kultur, ein Mineralwasser zu kaufen in einer Plastikflasche und das dann drei Minuten später wegzuschmeißen, das ist schon etwas, das mich jetzt schon fast körperlich mitnimmt, wenn ich das sehe. Und ich kann mich dem aber auch nicht ganz entziehen, also ich schaffe es auch nicht. Und natürlich als Künstlerin arbeite ich auch mit einem gewissen Repertoire und das sieht man auch an den Gegenständen. Und ich meine, was hier an dieser Arbeit zu sehen ist, ist, dass es teilweise Gegenstände sind, die anfallen, in einem Haushalt, sage ich jetzt einmal, oder in einem Atelier. Und dann sind es aber, dann habe ich auch Gegenstände genommen aus der Natur, die ich dann den anderen Dingen gleichstelle. Also es ist fast so ein, wie sagt man, verzweifeltes Spiel der Gegenstände. Und das Konzept dieser Arbeit, die auch aus den 90er Jahren stammt, ist das Außen. Es ist einfach so eine Ansicht der stillen Gegenstände, da vielleicht auch fast Anklage in Miniaturgegenstände ist. Und innen spielt es sich aber ziemlich ab. Also ich nenne es Fotohaus, weil man auch reingehen kann wie ein Haus. Es sind Abteilungen drinnen, die Zimmer symbolisieren sollen. In jedem Zimmer gibt es ein anderes Thema. So wie in einem Haus das Kinderzimmer, der Salon, das Vorzimmer, das Wohnzimmer, das Schische Wort für Lorbeerseife ist. Oder Aleppo-Seife, nein, man sagt Aleppo-Seife, aber Sapungar übersetzt ist Lorbeerölseife. Und die begonnen hat die Arbeit an dem Thema 2015. Da habe ich in Istanbul am Markt ein Stück Aleppo-Seife gesehen, habe den die noch kriegt aufgrund der Umstände. Und ich habe das dann, genau den Satz habe ich eigentlich traurig gefunden, weil ich dieses Objekt eigentlich faszinierend gefunden habe mit diesem arabischen Stempel. Das schaut aus wie so ein Lehmziegel fast. gefunden habe mit diesem arabischen Stempel. Das schaut aus wie so ein Lehmziegel fast. Und habe dann recherchiert und erfahren, dass das eine uralte, also eigentlich ein Kulturgut Syriens ist, das in Gefahr ist, auszusterben aufgrund des Krieges, weil die Produktion bis auf ganz wenige gestoppt ist und viele Familien geflohen sind und so weiter. Ich habe die Geschichte dann so faszinierend gefunden, dass ich beschlossen habe, ich möchte unbedingt. Ich habe dann erfahren, dass die Produktion an der türkisch-syrischen Grenze wieder aufgenommen worden ist und bin dann dorthin gereist und habe über einen Mittelsmann, quasi einen Händler, der hat mir die Kontakte bereitet und dann war ich bei der Seifenproduktion dabei und dann ein Jahr später noch bei der Lorbeerölproduktion, weil die Seife, also das Besondere dieser Seife ist abgesehen von der Lokalität, weil man braucht bestimmtes Klima und einen bestimmten Zugang zu Rohstoffen, ist eben auch die, also neben dem Klima, ja, es braucht das Klima und die Rohstoffe. Und eben, das Lorbeeröl ist deswegen besonders, weil es ist nicht das ätherische Öl, sondern es ist das ausgekochte Öl der Lorbeere. Und die gewinnt man nur vom weiblichen Lorbeerbaum. Und das hat mich dann zu dieser Mythologie der Daphne geführt, weil in diesem Streifen, wo diese Produktion stattfindet, das ist so in Südtürkei, Syrien, ist der Sage nach der Ursprung dieses Mythos, wo Apoll die Daphne verfolgt und sie verwandelt sich in einen Lorbeerbaum. Das habe ich dann auch noch interessant gefunden, dass dieser Aspekt da auch noch reinkommt. Es gibt eine Installation zu sehen mit ungefähr 2000 Stück Lorbeer-Seife. Die habe ich zum Bazar von Aleppo, also es sind Teile des Bazaars nachgestellt, der jetzt zum Großteil zerstört ist, Weltkulturerbe war. Und es ist sehr fraglich, ob der in der Form, also wenn, dann kann er eh nur mehr aufgebaut werden und die Frage ist wann und wie. Und dann sind noch drei Videos zu sehen, die Lorbeerbeeren-Ernte, die Produktion der Seife und die Produktion des Lorbeeröls in der Südtürkei, weil, das ist auch noch ganz spannend, die Produktion des Lorbeeröls in Syrien angeblich auch immer sehr stark von der Regierung gesteuert war und nur spezielle Kontingente vorhanden sind und viele, die nicht in den Genuss kommen konnten, dann so und so in die Türkei, also Ölproduktion ausweichen mussten. Ja, wenn Sie eine wirklich tolle österreichische Künstlerin in Ihrem ganzen Werk sehen wollen, dann müssen Sie unbedingt ins Lentus kommen. Iris Andraschek hat eine fantastische Gesamtinstallation hier hingelegt und das darf man nicht versäumen. Und ganz wichtig natürlich, ihr ganzes Werk ist geprägt von Empathie und dem Zugehen auf Menschen. Deshalb ist der Titel ja auch I love you. you