Wir sind Schülerinnen und Schüler der Adalbert Stifter Praxismittelschule und interviewen heute Leute zum Thema Widersprechen. Wie wichtig ist es für Sie, an historischen Ereignissen zu erinnern und darüber zu sprechen? Warum und warum nicht? Historische Ereignisse sind generell ganz wichtig, weil in der Geschichte der Menschen sich ganz viele Probleme immer wieder wiederholen und man eigentlich in der Gegenwart aus der Geschichte lernen kann. Für mich persönlich ist es sehr wichtig, dass man solche Ereignisse nicht vergisst. Es ist sehr, sehr wichtig, denn schließlich sind wir ja auch verknüpft mit diesen historischen Ereignissen und sollen aus diesen historischen Ereignissen lernen und wenn möglich die Fehler dieser, wenn historischen Ereignisse nicht wiederholen, woran ich eigentlich nicht glaube, aber das wäre natürlich das Ideal. Warum? Weil man durch die Geschichte total viel lernt und man weiß, wie was schiefgegangen ist und auch wie was gut gegangen ist. Es ist sehr wichtig für mich, darüber zu sprechen und daran zu erinnern, dass man aus der Vergangenheit lernen kann und versuchen kann, schlimme Ereignisse nicht zu wiederholen. Ja, es ist schon sehr wichtig, weil man soll das nicht vergessen, was einmal war. Es war furchtbar und ich denke mir, es ist gut, wenn sich alle mit dem auseinandersetzen. Ja, das ist sehr wichtig. Und warum? Ja, weil es sonst in Vergessenheit gerät und weil es dann von den Jüngeren, die haben dann keine Ahnung mehr, was zum Beispiel in Mauthausen war. Wir wohnen in der Nähe von dort und dann finde ich das wichtig. Würden Sie sagen, dass der Geschichtsunterricht in Schulen im Hinblick auf Ihre eigene Haltung und Werte etwas bewirkt hat? Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, dass der Geschichtsunterricht in der Schule so eine Möglichkeit hat, dass man sich sehr systematisch und mit viel Kontext auseinandersetzt mit dem, was vorher passiert ist. Und das meiste, was die Menschheit gemacht hat, haben wir nicht live miterlebt. Da haben wir halt einfach nicht gelebt. Und das hilft, glaube ich, schon auch, dass man vor allem auch die Gegenwart versteht. Man muss wissen, wo man herkommt, dass man weiß, wo man ist. Denn wenn man als Beispiel, weil es gerade in der Ukraine Krieg ist, was das heißt, dass wir jetzt so lange Frieden gehabt haben und vorher aber so extrem viel Krieg, das finde ich schon, vor allem, also zum einen interessant einfach und auch zum Einordnen für das, was jetzt gerade passiert. Würden Sie sagen, dass der Geschichtsunterricht in der Schule im Hinblick auf Ihre eigene Haltung und Werte etwas bewirkt hat? In gewissen Zügen schon, vor allem das, was die jüngere Geschichte angeht. Ansonsten alles, was im Schulunterricht sehr lange zurückliegt, also die Römer zum Beispiel, über das ist vielleicht nicht so viel diskutiert worden. Ja, schon, schon, wobei ich einiges vermisst habe, was ich glaube ich jetzt in eurer Generation nicht mehr ist. Also zum Beispiel war es in meiner Schulzeit noch so, dass wir geendet haben mit dem Ersten Weltkrieg, dann waren die Weihnachtsferien und dann ging es 1950 weiter. Also das finde ich ist eigentlich sehr seltsam. Aber ich denke, da hat sich viel getan. Ja, absolut ja. Ich denke, man hat auf jeden Fall viel über die Geschichte gelernt. In meinem Fall würde ich sagen, war es zu wenig reflektiert. Also man hat die Geschichte gelernt, aber man hat es wenig auf die Gegenwart bezogen. Was für mich interessant gewesen wäre oder generell interessant wäre, das anhand aktueller politischer Themen zu vergleichen und zu schauen, okay, was können wir lernen und wie entwickelt es sich gerade in der Welt wieder und gibt es da Parallelen? Ja, ich stelle mir schon vor, dass es da was bringt. Und es ist auch gut, dass es so ein Projekt ist, dass jede Klasse oder jede Schule von ganz Österreich einmal das Konzentrationslager besucht, dass man mal wirklich sieht, wie es war. Damals hat man eigentlich sehr wenig erfahren von so Sachen, die passiert sind im Krieg. Ich habe das erst später erfahren. Also der Geschichtsunterricht war damals nicht sehr informativ in einer gewissen Hinsicht. Kann man aus der Geschichte für die Gegenwart und die Zukunft lernen? Auf jeden Fall. Für die Gegenwart kann man immer lernen. Fast alle Probleme auf der Welt sind darauf zurückzuführen, dass einfach manche Menschen sich wichtiger genommen haben wie andere. Und wenn man das auf die Gegenwart und die Zukunft überträgt, dann ist es einfach ein guter Vorsatz, wenn man sich aus dem Geschichtsunterricht mitnimmt. Ich bin ein Mensch und da sind andere Menschen und wir sind alle gleich viel wert. Und jeder hat das gleiche Recht, das er lebt und das auf der Welt ist. Ja, da bin ich mir sicher, das habe ich auch vorher gerade erwähnt, dass ich glaube, dass die Geschichte wichtig ist, dass man es kennt und dann daraus was lernen kann. Ja, natürlich kann man sehr viel lernen. Man kann die Ereignisse, die gut gelaufen sind, man kann die Ereignisse, die nicht gut gelaufen sind, analysieren und daraus dann sehr viel lernen, selbstverständlich, natürlich. Aber ich weiß nicht, naja, sicher gibt es ja Historiker, die das machen, aber das Volk wählt, ja, und wenn man jetzt in Budapest gesehen hat und sich das Wahlergebnis ansieht, kann man nicht besonders positiv gestimmt sein. Also ich zumindest bin es nicht. Und vom Ukraine-Krieg ganz zu schweigen. Auf jeden Fall. Man sollte schauen, was ist passiert, wie haben die Menschen sich verhalten und was passiert jetzt gerade wieder, was für Fehler kann man vermeiden, welche Fehler wurden wieder gemacht, um eben zu sehen, können wir schreckliche Ereignisse wie Kriege oder andere menschenverachtende Dinge vermeiden und da schauen, dass wir aus der Geschichte lernen und nicht wiederholen, sondern uns weiterentwickeln, gemeinschaftlich zusammen, ohne Fehler wiederzumachen. Naja, man kann sicher lernen, aber es ist halt auch schwer in der heutigen Zeit, dass man das, weil eben so viel passiert auf der Welt jetzt und so viel Gräueltaten, war schon gut, wenn man das alles ein bisschen bedenkt. Ja, eigentlich schon, aber es passiert halt so. Vielen Dank an alle Personen, die sich für ein Interview bereitgestellt haben und ich hoffe, Ihnen hat der Beitrag gefallen. you