I am a man of the earth. Thank you. Das Anthropozän wäre das Erzzeitalter, das dem Holozän folgt. Der Anfang des Holozän wird mit dem Ende der Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren mit der Erwärmung und Stabilisierung des Klimas festgesetzt. Das Anthropozän ist ein Bruch mit den ungewöhnlich stabilen ökologischen Verhältnissen des Holozäns, das die Umweltbedingungen geboten hat, in denen alles, was wir menschliche Zivilisation nennen, entstanden ist. War das Holozän die Wiege der Zivilisation? So fragt sich, was der Bruch mit diesen Bedingungen für den Menschen, seine soziale Organisation, seine Technologien, seinem Verhältnis zu sich selbst und zur Welt bedeuten wird. Ich war in Melbourne in Newcastle. In Australien, genau. Und kam dort an, genau in der Zeit, wo die Waldbrände am schlimmsten waren. Und das war einfach drei Wochen lang eine völlig absurde Realität. Es steigt aus der Erde etwas auf, es ist wie so eine Zombie-Geschichte. Aus den Gräbern steigen Tote auf und sind wieder aufermächtigt. Das kann natürlich auch eine Auferstehung sein. In dem Fall steht die Erde selber auf und man fragt sich, woraus entsteht diese andere neue und wiedergekehrte Gaia? Was ist der Grund, aus dem sie aufsteigt? Ich weiß jetzt nicht. Der Grund ist, dass eine neue planetarische Macht, geologische Macht aufgetreten ist, die Anthropos heißt und offensichtlich ein Antititan ist. Oder ein Super-Titan. Ein Super-Titan, der sozusagen die Mutter selbst bedroht. sozusagen die Mutter selbst bedroht. Das Anthropozän bringt eine tiefgreifende ökologische Diagnose auf den Begriff. Der Mensch hat das gesamte Erdsystem so gravierend verändert, dass wir von einer neuen erdgeschichtlichen Epoche ausgehen müssen. Klimawandel, Artenschwund, die Störung wichtiger Stoffkreisläufe, die Versäuerung der Meere, Versteppung und Entwaldung, allgegenwärtige Toxine sind nur einige Dimensionen dieses tiefgreifenden Wandels. Angesichts dieser Tatsache stellen sich in heutigen Gesellschaften völlig neue Fragen. Was heißt es, den Menschen als geologische Kraft zu verstehen? Was ist Natur, wenn sie weltweit vom Menschen beeinflusst und geformt ist? Und wie kann sich Politik dieser globalen Problematik stellen? Der Mensch hat den Planeten so grundlegend verändert, dass Forscher eine neue erdgeschichtliche Epoche ausrufen. Das Zeitalter des Anthropozän zwingt Hello, welcome to Test Tube Lab number one, the first episode of the Discourse series discussing and enacting our present time, starting off with the Anthropocene. Anthropocene is the term which turned up since the Dutch meteorologist Paul Kruen in February 2000 claimed to call our present epoch Anthropocene. At the Congress of the International Geosphere Biosphere Program, a research program dedicated to study the phenomenon of global change, which, interestingly enough, was stopped in 2015. Here you can see the URL www.igbp.net under which the website and data will still stay available until year 2026. Look it up. Since then Anthropocene is the keyword for the analysis and discussion of global warming, climate change, rapidly increasing inequality and all kinds of global processes and disasters involving human activity. This, although there are quite a number of observers, scientists and authors who have problems with the notion Anthropocene and who rather would name our epoch Capitalocene. I'm quoting James Moore. The Anthropocene makes for an easy story. Easy because it does not challenge the naturalized inequalities, alienation and violence inscribed in modernities, strategic relations of power and production. It is an easy story to tell because it does not ask us to think about these relations at all. The mosaic of human activity in the web of life is reduced to an abstract humanity, a homogeneous acting unit. Inequality, commodification, imperialism, patriarchy, racial formations and much more have been largely removed from consideration. So, are we really living in the Anthropocene, with its return to a curiously Eurocentric vista of humanity and its reliance on well-worn notions of resource and technological determinism? Or are we living in the Capitalocene, the historical era shaped by relations privileging the endless accumulation of capital? James Moore Es hat natürlich in der Erdgeschichte immer wieder Momente gegeben, wo das System aus der Balance, aus dieser instabilen Balance geraten ist und in einen neuen Zustand übergegangen ist. Das klingt jetzt mal schön neutral, aber wenn ein System in einen neuen Zustand übergeht, das so groß ist wie der Planet, dann ist das ziemlich katastrophal für ziemlich viele Spezies. Und genau in diesem Prozess befinden wir uns jetzt. Das Interessante ist, dass jetzt nicht, das ist schon mal passiert mit den Cyanobakterien, die uns den Sauerstoff in der Atmosphäre beschert haben. Das war auch eine Spezies, die den ganzen Planeten verändert hat. Aber wir haben jetzt mit einer Spezies zu tun, die weiß, was sie macht. sich dergestalt zu kontrollieren oder zu selbst regulieren, dass dieser Eingriff irgendwie unter Kontrolle gebracht wird. Weil in der Hinsicht handeln wir ja eigentlich wie Cyanobakterien, nur viel schneller. Frankreich 2017 Alles spricht dafür, dass ein gewichtiger Teil der führenden Klassen, heute recht vage als Eliten bezeichnet, zu dem Schluss gelangte, dass für ihn und für den Rest der Menschen nicht mehr genügend Platz vorhanden sei. Folgerichtig entschied man, dass es nutzlos sei vorzugeben, die Geschichte strebe weiter auf einen gemeinsamen Horizont zu, auf eine Situation, in der alle Menschen in gleichem Maße zum Wohlstand kommen würden. Seit den 80er Jahren geht es den führenden Klassen nicht länger darum, die Welt zu führen, vielmehr suchen sie außerhalb dieser Welt Schutz. Die Folgen dieser Flucht, die in Donald Trump nur eines unter vielen Symbolen hat, haben wir zu tragen. Wir, die wir angesichts einer fehlenden, miteinander zu teilenden, gemeinsamen Welt nahezu den Verstand verlieren. Bruno Latour, das terrestrische Manifest. Dr. Karl Bruchschweiger, der als Historiker oder aus der historischen Position heraus die Geschichte und Genealogie des Begriffs Anthropozän und den gesamten, diesem breit gefächerten Diskursraum, den es aufspannt mit all den verschiedenen Positionen, versuchen in eine griffige Landschaft oder Landkarte zu bringen, um da einen Überblick zu haben und ja damit möchte ich das wort an dich karl an mich übergeben aber ich möchte gleich mit der vergangenheit beginnen und die geologie hat sich eben sozusagen zu diesen Veränderungen in den Ablagerungen Gedanken gemacht, ob hier eventuell eine neue Epoche einzuführen ist. Der Vorschlag ist schon vor ein bisschen mehr als 20 Jahren gekommen, von Paul Grutzen, der ein Atmosphärenchemiker war, dass dieses neue Zeitalter, dass das Holozen beendet, Anthropozän heißen soll, wegen eben der momentan größten geologischen Wirkkraft der Menschen. Es hat mehrere Vorschläge gegeben, die Atmosphärenchemiker und Biologen haben eher sozusagen den Beginn der Industrialisierung bevorzugt. 20 Jahre vor 1800, 20 Jahre nach 1800 ungefähr, um 1800 hin, mit dem Beginn der Industrialisierung, mit dem Anwachsen des CO2-Eintrags in der Atmosphäre. CO2-Eintrags in der Atmosphäre. Allerdings, wenn man das mit dem Anwachsen ab 1950 vergleicht, ist das noch ein relativ sanfter Verlauf. Aber die Industrialisierung bringt auch Raubbau, Abholzung, zum ersten Mal sozusagen größere Straßensysteme, Eisenbahnbauten, umfassende Zerstörung und Verschmutzung von Landschaft und Material. Dieser Beginn um 1800 passt vielleicht auch besser zum Kapitalozean. Es gibt auch Vorschläge zu früheren Beginnen oder Schwellen zum Anthropozän. Ein bekannter ist 1610. 1610 wird deswegen genommen, weil es in den Sedimentschichten, die als Proben genommen wurden, 1610 der niedrigste CO2-Wert war. Und wenn man sozusagen historisch überlegt, warum, ist das der Columbian Exchange, der Austausch von Menschen, Tieren und Mikroben, der durch die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus stattgefunden hat. Durch die Vernichtung oder Auslöschung der Indigenen im Hauptsieg Südamerika, kommt es zu einer extremen Wiederbewaldung dieser Gegenden und zu dem niedrigsten CO2-Wert, den man heute seit einigtausend Jahren hat messen können. Und das wäre sozusagen ein Basispunkt, wo man die CO2-Werte dann beginnen lassen könnte, wo man einen Anstieg ansetzen könnte. Also ich könnte sagen, das ist die Kolonisierungsgeschichte, die in diesen beginnt. Frühere Anthropozäne Beginn wäre dann sowas wie der Beginn der Landwirtschaft. Mit dem Beginn des Holozehn, quasi schon das Anthropozän beginnt. Was natürlich seltsam wäre, dass man das ganze Holozehn, das seit 11.700 Jahren existiert, das ganze Neue, wie es wörtlich heißt, Holozehn, würde dann gleich durch das Anthropozän geschluckt werden. Landwirtschaft hat natürlich auch Veränderungen in der Landschaft mit sich gebracht. Großen Landverbrauch durch die Landwirtschaft, die Bevölkerungen wachsen stark an. In den Sedimenten finden sich schon ganz andere Ablagerungen als bei den Jägern und Sammlern zuvor. Aber der von den Anthropocene Working Group aphorisierte Anfang ist der der großen Beschleunigung von 1950, wo alle Parameter plötzlich unglaublich ansteigen. Es gibt eine Verbreitung künstlicher Radionuklide infolge der Atombomben-Explosionen an der Erdoberfläche. Sie begann 1945 und bildete in den frühen 50er Jahren, als die subaerischen Tests systematisch betrieben wurden, erstmals ein weltweit erkennbares Signal. erkennbares Signal. Mehr als 500 Atomwaffentests fanden vor dem Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre von 1963 statt. Als Folge der Dünkelmittelherstellung nach dem Haber-Bosch-Verfahren hat sich die Menge des reaktiven Stickstoff an der Erdoberfläche ungefähr verdoppelt. Der Stickstoff ist schwieriger zu finden, hat aber unter anderem zu Veränderungen in den Stickstoffisotopenverhältnissen von Sedimentschichten auch in Seen geführt, die weit von Industriegebieten oder landwirtschaftlich genutzten Gebieten entfernt liegen. In die Seen gelangte der Stickstoff über den atmosphärischen Langstreckentransport der Aerosole. Diese Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung treten übereinstimmend auf und sind ab Mitte des 20. Jahrhunderts nachweisbar. Neue, von Menschen erzeugte Stoffe wie Plastik und Aluminium in großen als auch in winzigen Fragmenten, Mikroplastik, so gut wie überall auf der Erde verbreitet. Man findet es selbst an weit abgelegenen Küsten und auf dem Grund der Tiefsee. Viele dieser Materialien sind als milliardenfach hergestellte Artefakte weit verbreitet und können sich vielerorts in den Sedimentschichten erhalten. Man sollte sie vielleicht als Technofossilien, das heißt als von Menschen erzeugte Spurenfossilien, betrachten. Bei vielen vergeht nur wenig Zeit von der Erfindung und Herstellung bis zur Entsorgung. Beispiele sind Magnetbänder, CDs und Mobiltelefone. Künstliche Ablagerungen auf dem Festland im Rahmen menschlicher Aktivität, zerwühlte Böden haben sich im Zusammenhang mit der Versteterung rasant ausgeweitet. Gleiches gilt für Sedimente auf Kontinentalschälfen und an abfallenden Meeresböden, die durch die Schleppnetzfischerei in der Tiefsee umgepflügt wurden. Dadurch haben sie ihre Textur ebenso verändert wie die in ihnen lebenden Tier- und Pflanzengemeinschaften. Außerdem von Schwermetallen, Blei, Cadmium, Quecksilber und so weiter, die in der Natur relativ selten vorhanden sind. Deswegen hat das Wort Anthropozän schon eine gewisse Berechtigung, weil es den sogenannten dominierenden geologischen Akteur bezeichnet. Aber ich verstehe auch die Unzufriedenheit, morgen werden wir Kapitalozeen hören, das sozusagen als Mot hinter den ganzen Umwälzungen auch plus minus ein Kapitalismus stehen muss. wie ein Kapitalismus stehen muss. Man könnte auch einfach sagen, das Anthropozän ist das Zeitalter, in dem die rücksichtslose Ausschlachtung des Planeten, Raubbau und Haltlosigkeit des nackten Primaten ein geologisches Ausmaß erreicht hat. Und dazu gehört eben auch, dass mit dem sogenannten Kapitalismus, genauer dem industriellen Kapitalismus des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, sich eine Form der Ökonomie aus dem einfachen Materialismus der erstarkenden Handelsgesellschaften und des kolonialen Imperialismus entwickelt hat, die diese Prozesse beschleunigt und anträge quasi der motor dieser überbeschleunigung und meist im effekt zersetzenden prozesse ist es ging alles sehr kämpferisch und kraftvoll aber machen wir hier nicht eigentlich genau denselben fehler wenn wir sozusagen das Problem ausschließlich am Kapitalismus festmachen, beziehungsweise die Schuld dem Kapitalismus zuschreiben, das ja im Endeffekt auch nur ein abstraktes Ökonomiesystem ist, genauso abstrakt wie eben die Menschheit oder die Humanspezies. Abgesehen davon, dass wir uns ja wohl auch nicht so leicht herausnehmen können, weil wir ja genau in diesem System leben. Vor allem in Bezug zum Anthropozän und zum Kapitalozän ist wichtig, diesen Kapitalismusbegriff auch nicht so abstrakt zu halten, sondern ich meine, der Moore spricht ja in seinem Buch von Webs of Life, Verhältnissen und Ausbeutungsverhältnissen. Dann versteht man mehr, wer an welchen Enden auch steht von dem Ganzen. Das heißt, wer verursacht auch CO2-Ausstoß und wer trägt die Folgen davon? Wer muss flüchten? Wer muss CO2 ausstoßen? Wer muss CO2 ausstoßen, also hat auch einen CO2-Abdruck, weil er eben, es gibt unterschiedliche Kapitalismen, die sehr unterschiedlich funktionieren, die aber sehr gut ineinander greifen und ineinander funktionieren. Auch ältere Formen von Kapitalismus, die immer noch wirken. Und es sind globalisierte Reformen, lokale Reformen. Und ich glaube, man tut sich auch keinen Gefallen, das dann so abstrakt hochzuheben in ein System, sondern sollte sich vielmehr diese unterschiedlichen Systeme und ihre Symbiosen anschauen. Ein Beispiel für diese Unzufriedenheit mit dem Namen Anthropozän als Werkzeug, als Geschichte oder als Epoche, mit dem der man denken kann, provokativ zusammenfassen. Das Mythensystem rund um den Anthropos ist ein abgekartetes Spiel. Und all diese Geschichten gehen schlecht aus. Genauer gesagt enden sie in doppeltem Tod. Es gibt in ihnen kein Weiterbestehen. Mit einem so miesen Protagonisten ist es schwer, gute Geschichten zu erzählen. Schlechte Protagonisten brauchen eine Geschichte, aber nicht die ganze. Die Spezies Mensch macht keine Geschichte. Der Mensch und sein Werkzeug machen keine Geschichte. Das ist nur die Geschichte, die der menschliche Exzeptionalismus über Geschichte erzählt. Geschichte muss Platz machen für Geogeschichten, Geiergeschichten für synchtonische Geschichten. Die Erdlinge stellen verwobenes, geflochtenes Leben und Sterben in sympoietischen, artenübergreifenden Fadenspielen her. Sie machen keine Geschichte im Singular. Der menschliche Sozialapparat des anthropozehnts tendiert dazu kopflastig und bürokratisch zu agieren eine revolte braucht andere aktionsformen und andere geschichten des trostes der inspiration der wirksamkeit trotz seiner abhängigkeit von agilen computerbasierten modellierungen und der auto politisch argumentierenden systemtheorie hängt das anthropo 10 zu sehr an einer eigentlich undenkbaren theorie der beziehungen nämlich an der alten theorie eines eingeschränkten, zweckorientierten Individualismus. Immer schon existierende Einheiten befinden sich in einer Konkurrenzbeziehung und konsumieren die ganze Luft der Atmosphäre, außer Kohlendioxid, offensichtlich. außer Kohlendioxid, offensichtlich. Die Wissenschaften des Anthropozäns sind zu stark von einer restriktiven Systemtheorie gerahmt und von jenen Evolutionstheorien, die unter dem Begriff moderne Synthese firmieren. Diese sind trotz ihrer großen Bedeutung nicht dazu in der lage gut über sympathies symbiose symbiogenese entwicklung verwobene ökologien und mikroben nachzudenken anthropoän ist ein Begriff, der intellektuellen, reichen Klassen und Regionen einfach sinnvoll und anwendbar erscheint. Aber er ist in vielen Teilen der Erde, speziell aber nicht ausschließlich unter Indigenen, nicht gebräuchlich. Sie haben andere Begriffe für Klima, Wetter, Land oder die Pflege des Landes. Aus Unruhigbleiben die Verwandtschaft der Arten im Stuluzin Donaherawe. Was wäre so der Ansatz eines neuen Denkens, das diesem Prozess, den wir unter Anthropozän zusammenfassen, sozusagen entgegentreten kann? Also wie man die Probleme lösen kann, das ist, glaube ich, wirklich eine schwierige Frage. Die Impulse, die es setzt, ist erstens mal den Menschen anders zu denken, nämlich den Menschen als eine Naturgewalt zu denken. Es bedeutet zweitens, und das haben wir eigentlich nicht gemacht, wenn wir über Umweltprobleme nachgedacht haben, diese planetarisch zu fassen und die sozusagen in einem großen ganzen Gefüge zu denken. Auch den Menschen betrifft es ähnlich. Wir müssen einerseits natürlich die enorme Diversität der Menschheit auch in ihrem ökologischen Fußabdruck denken, also dass viele Bewohner des Planeten durchaus nicht so einen ökologisch riesigen Fußabdruck haben wie wir. Und auf der anderen Seite trotzdem dieses Problem auch als planetarisches, als globales fassen und nicht sagen, einige sind schuld und andere nicht, sondern wir sitzen in dieser Hinsicht alle in einem Boot, insofern wir auf einem Planeten sitzen. Und gleichwohl sind auch die Probleme, die damit auftauchen, wie Überschwemmungen oder Dürren usw., natürlich wiederum sehr diversifiziert, sehr ungerecht verteilt. Sowohl dieser apokalyptische Diskurs als auch der Fix, ich muss einfach die Lösung finden und wir machen das schon mit unserer Technik oder sonst was, sind beides ja dieselben einfachen Erzählungen, nämlich dass wir wirklich es noch schaffen können. Erzählungen, nämlich dass wir wirklich es noch schaffen können. Sozusagen eine große Lösung, nach der können wir ewig suchen und bis dahin ist es auf jeden Fall zu spät, sondern es geht ja darum, was können wir im Kleinen machen und wie können wir das kollektiv verbinden zu Größeren. Ich glaube, das ist etwas, was man auch nicht im Abstrakten diskutieren kann, weil das hat ganz dezidiert mit Lebensweisen, mit Handlungen, mit Bewegungen und mit wirklich auch einfach was tun zu tun und nicht so sehr nur mit intellektuellem Verstehen, weil das, dass die Hütte brennt, haben die meisten Leute, glaube ich, schon verstanden. weil das, dass die Hütte brennt, haben die meisten Leute, glaube ich, schon verstanden. Ein gegenseitig regulierendes System, das die ganze Erde umfasst. Also, dass es sozusagen kein Element gibt, das draußen stehen würde. Wenn die Menschen, auch noch Natur, sich nicht in der Erde verbunden fühlen, dann tritt ihnen Geier wie ein Feind gegenüber. Dann schnappt es auf Pass A Geier und das heißt im Angesicht von Geier. Wenn wir wirklich einen ökologischen Umbau der Gesellschaft und der Wirtschaft haben wollen, wird es nicht abgehen, ohne dass das jemandem wehtut. abgehen, ohne dass das jemandem wehtut. Deshalb denke ich zum Beispiel, es ist wichtig, jüngeren Leuten näher Stimmgewicht zu geben, weil die eine langfristigere Perspektive haben und nicht sagen, ja, aber Hauptsache meine Rente stimmt. Ja, also wir können nicht immer sagen, ja, wir wollen die Demokratie nicht antasten, es darf sich nichts verändern und es muss auch alles angenehm bleiben. Aber wir wollen auch eine radikale Ökopolitik haben. Diese zwei Dinge gehen nicht zusammen und ich glaube, wir müssen uns entscheiden und auch entscheiden dafür, bestimmte Sachen hinzunehmen, die unseren Komfort einschränkt. Am Anfang steht immer die Landnahme. Das Meer ist niemals ein Territorium. Und wenn man eben nachdenkt, es gibt ja schon den Weltraum. Und ich meine, Natur will jetzt quasi Matik machen, als ob er quasi jetzt vollkommen untersagt wäre, aber es bleibt ja doch dabei, dass auch dieser Kosmokoloss Gaia in gewisser Weise sich ja zum Weltraumbegeisterung vor allem der Amerikaner, die Last Frontier und so weiter, eine Erweiterung der Meerwahrnehmung ist. Und im Meer sein Licht zu Hause zu haben und auf dem Meer unterwegs zu sein und auf dem Meer zugange zu sein, kann nie territorial werden. Also Gaia hat diese Beschränkung nicht. Gaia hat ein Verhältnis zum Weltraum, in dem sie sozusagen mit der Atmosphäre arbeitet. Ja, ja, sehr gut. Kooperation mit der Atmosphäre. Wir wollen Demokratie und wir wollen keine Expertokratie und es muss alles cozy und gemütlich sein und wir wollen weiterhin so gut leben, wie wir leben. Ich kann dazu nur antworten, wir können den Kuchen nicht essen und ihn aufheben. Das heißt, Expertokratie bedeutet eine Politik, die informiert ist von Wissenschaft. Das ist ziemlich genau das, was wir gerade haben mit Corona. Und ich für meinen Teil als Wissenschaftlerin kann nur sagen, ich bin froh drum. Und ich würde in Sachen Klima zum Beispiel, Klimapolitik oder Umweltpolitik mir wünschen, dass es mehr Expertokratie gibt, dass wirklich eingegriffen wird, dass die Aussagen der Wissenschaftler ernst genommen werden von Politikern und nicht so, ja eh, vielen Dank für den Hinweis, aber die Sozialpolitik ist wichtiger, wir dürfen in Schwächert keine Arbeitsplätze abbauen. Eine Schwierigkeit von Wissenschaft in den letzten Jahren war natürlich auch, dass sie total unverständlich dahergeredet hat, also gerade Naturwissenschaftler und ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig, dass Wissenschaft wirklich vermittelt wird, dass das übersetzt wird, dass es Leute gibt, die sprechen. Und das ist natürlich die Idee unseres Netzwerks auch, nicht nur untereinander zu reden, sondern auch Veranstaltungen zu machen, die für ein größeres Publikum offen sind. Und ich finde, die Gesellschaft, die uns ja bezahlt, hat wirklich auch einen Anspruch darauf, sozusagen unser Wissen in verständlicher Form übersetzt zu bekommen. Veronika, was ich an deiner künstlerischen Arbeit besonders interessant finde, ist der konzeptionelle Ansatz. In unserer digitalen Gegenwart bildest du mit der bewussten Gegenüberstellung des physikalischen Prozesses im Analogen auch die Differenz zwischen menschlichen, anthropozentrischen, wie man so will, und physikalischen Maßstäben ab. Es zeichnen sich Spuren makroskopischer Räume. Das heißt ein Raumzeitverhältnis, das größer als das menschliche Maß ist. Diese Räume bilden sich über ihre Lichtspuren ab, Spuren von ablaufenden Prozessen in größeren Zeiträumen, also von mehreren Stunden oder Tagen des jeweiligen Belichtungszeitraums der sogenannten Pinhole-Kameras, die du baust. In deinem Fall ist also der gesamte Prozess, beginnend mit der Konstruktion und dem Bauen der Kameras weg, die Kunstarbeit. Konstruktion und beim Bauen der Kameras weg die Kunstarbeit. Das Bild, das am Ende irgendwo steht oder hängt, so wie hier im Raum, ist eben kein Foto, sondern nur eine Spur, die Teil einer oder dieser Existenz ist. Aber was jetzt im Kontext unseres Diskurses aus meiner Sicht spannend ist, ist, dass über die langen Belichtungszeiträume die Architektur in eigentümlicher, aber erkennbarer Form, die Lichtquellen, die Lampen etc. zu sehen sind. Also die Spuren menschlicher Arbeit und Formgestaltung klar erkennbar sind, aber obwohl über den Zeitraum viele Menschen im Raum waren, sind die Menschen selbst nicht erkennbar zu sehen oder zu finden. Das macht für mich zumindest eine Arbeit zu einer faszinierenden Veranschaulichung, was Anthropozän eigentlich heißt oder heißen kann. Die dadurch entstandenen Fotografien vermitteln eine dystopische Unruhe in schwarz-weißen Kontrasten, wobei sich die Motive in einer Detonation visuellen Rauschens auflösen. Es ist auch ein bisschen so ein Druckschluss, den man immer anhängt oder dem viele immer anhängen, dass es jetzt erst komplex geworden ist. Erst jetzt und noch nicht vor 100 Jahren, wo die Relativitätstheorie schon entwickelt worden ist und nicht vor 200 Jahren und nicht vor 500 Jahren, wo das ganze Weltbild auf den Kopf gestellt worden ist. Ich glaube, die Leute sind immer vor den Kopf gestoßen mit allen möglichen neuen Entwicklungen, gesellschaftlichen wie wissenschaftlichen. Ich habe aber auch noch, falls du vorher zu diesem Freiheitsbegriff, es gibt diese These von Mackenzie Wark im Buch Molecular Red, dass der Kapitalismus und sozusagen die Entwicklung der letzten paar hundert Jahre vor allem die Geschichte einer Befreiungsbewegung ist. Und sie nennt das die Carbonation Liberation Front. Also eigentlich ist die ganze Geschichte eine einzige Geschichte des CO2-Ausstoßes, der immer stärker geworden ist und das Einzige, was sich mit allem gesellschaftlichen Fortschritt wirklich weiter befreit hat. Der Ausstoß und die Veränderung damit des Klimas schlägt das sozusagen als eine neue Perspektive auch auf Politik und unser Verhältnis zur Welt vor. Das ist ja geil. Das Einzige, was sich befreit hat, war das CO2. Das haben wir zustande gebracht. Super, bravo. Und was habt ihr so gemacht die letzten hunderttausend Jahre? Wir haben das CO2 befreit. © BF-WATCH TV 2021 Thanks for watching!