Mein Name ist Julia, ich male den Namen Video und ich bin gebürtige Linzerin. Mein Partner ist Skri. Er ist ursprünglich aus der Nähe von Stuttgart, lebt in München und ist gelernter Theatermaler. Mit meinem Partner male ich seit, das erste Bild haben wir glaube ich vor vier Jahren gemeinsam gemalt. Wir haben halt schnell gemerkt, dass nicht wir uns persönlich ganz gut ergänzen, sondern auch der Stil ganz gut zusammenpasst. Und wie ich zum Graffiti gekommen bin, im Prinzip hat das 2008 angefangen. Ich bin nach Wien gegangen zum Studieren und war am Donaukanal. Da war zu dem Zeitpunkt einfach noch beides weniger bemalt, als es jetzt ist. Und ich war einfach gehuckt davon, was ich da gesehen habe. Und mir gedacht, wie geht das? Wie macht man das? Darf man das? Dann war ich auf der Kunstuni und habe ein paar Maler kennengelernt, also Graffiti-Sprüher. Und nach einigen Wochen, Monaten des Lästigseins von meiner Seite, bin ich dann halt mal mitgenommen worden. Wir standen da in Linz, unter Gaumberg war das, in einer Unterführung. Und es war sehr sehr kalt, es war Februar, es hatte glaube ich minus 10 Grad Außentemperatur. Dann war ich einfach schon gefangen davon. Ich konnte gar nicht mehr, als nicht mehr rauszugehen und habe mir dann ganz viel eigentlich auch selbst beigebracht, weil was anderes bleibt ja eh nicht übrig. Selbst rausgehen, selber machen, rausfinden für sich, wie was funktioniert. Also meine Motivation, rauszugehen und was zu machen. Ich habe ja schon mal erwähnt, die Sicherheit des eigenen Ateliers zu verlassen, das ist natürlich reizvoll irgendwo. Also man geht raus, man macht's und man überlässt's der Öffentlichkeit und man hat jetzt nicht quasi das Kunstwerk, das man irgendwo in einem Lager aufheben muss, wo es vielleicht eh nie jemand sieht. Man geht raus, man macht's und man überlässt's. Was auch reizvoll ist, ist natürlich die Architektur und der Bezug auf die Architektur, auf die man irgendwie auch eingeht, die Umgebung, man kann das ja alles nicht vernachlässigen. Also auch wenn ich es ignorieren wollen würde, würde es nicht gehen, weil es beeinflusst mich einfach. Und ich finde es interessant, was es mit mir macht und was es vor allem mit meinen Herangehensweisen macht und was dann auch passiert. Also ich plane nicht zu sehr, was ich da mache meistens, sondern ich habe vielleicht eine grobe Idee, aber eigentlich schaut es am Ende ja wieder ganz anders aus als gedacht. Ich finde es eigentlich sehr schön, dass man jetzt nicht nur quasi die Murals oder die Graffitis in den Hafen verbannt. Da ist ein schöner abgeschlossener Raum, wo sie sein und leben dürfen, sondern dass auch hier was passiert. Die Herangehensweise für die Umsetzung. Also ich habe mir in dem Fall eine Skizze gemacht, ich habe es gerastert, zumindest für den großen Vogel, um den übertragen zu können und der Rest relativ Freestyle. Warum ich die Frage nicht mag, wie man sich als Frau in der Szene fühlt. Ja zum einen kriegt man sie immer gestellt, weil es das Interessanteste ist. Man wird gleich mal darauf reduziert, oh du bist eine Frau, das ist das Offensichtlichste und du machst Graffiti oder halt Murals oder Streetart oder was auch immer. Aber das ist ja unüblich. Mittlerweile ja eh nicht mehr, wenn man sich ein bisschen auskennt und umschaut. aber ein Mann würde das nie gefragt werden. Und ich muss mir dann aus den Fingern sagen, ja wie geht es mir denn damit? Darum geht es nicht im Endeffekt, es geht um die Arbeit, es geht darum, was ich draußen mache. Statement von mir? Ja keine Ahnung, das einzige was mir persönlich wichtig ist, dass man den Freiraum sich selber bewahrt, einfach zu machen. Und auch irgendwie die Offenheit. Und es ist das Schönste, wenn man natürlich irgendwelche Leute trifft, die genauso offen sind für irgendwelche Experimente. Die Kunstform bringt das halt auch mit sich. Es bringt halt mit, dass man viel reist und auch natürlich in ganz verschiedene Szenen noch mitunter abtauchen und eintauchen kann. Und das hat mein Leben wirklich bereichert, würde ich sagen. Also es macht einen auch immer freier. Je weiter man eindringt in die Materie, desto freier wird man irgendwo auch. Also es ist wurscht. Man macht's und on to the next one. Yep.