Liebe Kolleginnen und Kollegen der IG Kultur und der Europäischen Theaternacht, herzlich willkommen zum Web-Talk Wissenschaft Kultur. Es geht um ein wirklich brennendes Thema. Überall werden Besucherrückgänge verzeichnet und die Frage ist, wie gewinnen wir unser Publikum wieder zurück? Wie denken die Leute jetzt weiterhin? Kommen sie wieder zurück? Warum kommen sie nicht mehr zurück? Und was können Verantwortliche in Kulturorganisationen unternehmen, um diese Rückkehr wieder leichter zu machen? Now I'm asking Oliver Mantel to begin his presentation. Möchte ich Herrn Mantel bitten, mit seiner Präsentation zu beginnen. schon, dass es beim Zugang zu Kunst, beim Interesse an Kunst, Unterschiede gab. Große Unterschiede, wenn man mehr Geld hat, wenn man eine bessere Ausbildung hat, ein besseres Bildungsniveau. Ein besseres Bildungsniveau, wenn man zum Beispielätze nicht stabil sind, weil sie im Prekariat arbeiten. Und auch das wurde verstärkt. Und auch der Trend zur Kollaboration wurde stark verstärkt, weil nicht vorher keine Zusammenarbeit bestanden hätte, aber weil jetzt dafür die Gegebenheiten eben fördernd waren. Die Dinge, die wir auch schon vorher kannten und die sich beschleunigt haben, und ich denke, das wird auch in Europa so sein, das ist die extreme Zunahme an digitalen Angeboten. Also andere Arten von Herangehensweisen, andere Arten von Kartenverkauf. Und all das war ja ohnehin schon da, aber ist jetzt viel, viel stärker auf den Plan getreten, viel schneller gekommen. Sehr interessant ist etwas, was wir vorher schon erwartet haben als Problematik und das ist das Altersprofil. Und das ist das Altersprofil. Sehr, sehr viele Menschen, die 10 oder 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden, also die Babyboomer, die waren dann in der Kultur der Großteil des Publikums. Und das hat sich sogar noch weiterentwickelt. Der Geschmack, die Interessen ist anders als die der jüngeren Altersgruppen. Und weil die älteren Gruppen eher zurückhaltend waren, was sozusagen die Teilnahme an kulturellen Angeboten angeht, so ist diese Altersverschiebung früher gekommen, schneller gekommen. Viel mehr jüngere Menschen sind sozusagen zur Kunst gekommen und die Älteren haben sich eher zurückgezogen. Es hat einer größeren Zahl von Menschen die Reaktion ausgelöst. Ja, Kultur ist eigentlich wichtig für mich und wird wichtiger. Und das ist jetzt auch ein Ausdruck der positiven Seite in dieser schlechten Situation. Ein Großteil der Menschen hat sich eigentlich sicher gefühlt und hat akzeptiert, dass zum Beispiel Handhygiene, Masken und so weiter notwendig sind und waren damit völlig einverstanden. Und auf die Frage, kommen sie wieder angesichts dieser Maßnahmen, haben sie gesagt, ja, eigentlich schon, das ist in Ordnung. Das heißt, grundsätzlich hat die Reaktion des Kunstsektors eine positive Reaktion auf der Publikumseite ausgelöst. Ein Ergebnis war, dass einer von drei macht wirklich gerne wieder den Weg in die Kultur zurück. Einer von dreien hat Bedenken, eine Person von dreien ist nicht interessiert oder möchte warten, bis es kein Risiko mehr gibt. Und es hat sich gezeigt, dass jüngere Menschen, Familien mit Kindern ihr gesagt haben, ja, das mache ich gerne. Auch Stadtbewohnerinnen waren ihr dieser Meinung. Bei denen, die Bedenken hatten, die waren natürlich froh über die Maßnahmen, die ergriffen wurden, aber sie brauchten sozusagen eine Art Rückversicherung. Wir haben auch zu den Sicherheitsmaßnahmen geforscht. Das sind die Zahlen aus dem letzten November. Über 80 Prozent oder um die 80 Prozent haben gesagt, alle diese Maßnahmen sind wichtig, also vom Social Distancing bis zur besseren Lüftung. Maßnahmen sind wichtig, also vom Social Distancing bis zur besseren Lüftung. Und es haben hier wirklich ganz viele gesagt, wir wollen diese Sicherheit. Also es gab hier ganz viel Bedarf nach einem Sicherheitsnetz. Wir haben gefragt, wenn Covid kein Problem mehr ist, wie sieht es da aus? Werdet ihr mehr oder weniger Kulturangebote in Anspruch nehmen? Die Jüngeren waren ihr geneigt zu sagen, ich werde mehr machen. Hier haben wir also die 16- bis 34-Jährigen. Und es zeigt sich hier, dass die, die Kinder haben, eigentlich in Zukunft mehr machen werden, vor allem draußen, und diejenigen, die keine haben, eher weniger. Und diejenigen, die keine haben, eher weniger. Das heißt, bei den Familien, vor allem denen, die jüngere Kinder gesehen, dass die älteren Menschen weniger interessiert sind, Menschen im ländlichen Raum weniger interessiert sind, die, die einen eher traditionellen Geschmack haben und eher Indoor-Aktivitäten und Angebote verfolgen und keine Kinder haben. und Angebote verfolgen und keine Kinder haben. Mehr interessiert und mehr angezogen von Kulturangeboten sind die Jüngeren, die, die schon vorher besonders kulturinteressiert waren, die im städtischen Raum, Familien und eher diejenigen, die an Outdoor und auch an zeitgenössischen Aktivitäten, also zeitgenössischer Kunst und Kultur Interesse hatten. Hier werden wir also eine Steigerung sehen. Denn wenn es darum ging, das digitale Angebot noch weiter auszuweiten, sehr viele Organisationen in Großbritannien sind wieder dazu übergegangen, aber de facto haben die Leute damit aufgehört. Sie haben gesagt, sie verstehen natürlich, dass das hochinteressant ist, auch was die digitalen Angebote betrifft, aber sie sagten, wir haben einfach nicht die Kapazitäten, dass wir es hybrid durchführen, also dass wir Live-Performances durchführen und auch digitale Angebote. Aber digitale Angebote sind wichtig. Von den Daten haben wir gesehen, dass es ein großes Interesse gibt. Bei den Kulturschaffenden, auch im Bereich digitale Medien, bei den Kulturinteressierten. Es gab großes, großes Interesse. Was wir gelernt haben aus unseren Forschungsarbeiten ist, Was wir gelernt haben aus unseren Forschungsarbeiten ist, dass jüngeres Online-Publikum eher eine Tendenz hat, etwas immersiveres oder partizipativeres vorzusehen. Das ist auch im Bereich Musikerinnen, Musiker, Theatergeherinnen, Theatergeher. Also nicht nur gestreamte Performances. Mehr als 60% der Menschen haben gesagt, dass sie sehr gerne einen Pay-Per-Viewer-Zugang bezahlen wollen. Aber es ist ganz wichtig, dass man sich bewusst ist, dass man jetzt nicht den normalen Ticketpreis verwenden kann. Drittens ist es so, dass das Publikum online und offline jetzt sich eher in Richtung eines jüngeren Publikums bewegt. Das ist, glaube ich, ein fantastischer Moment, unser jüngeres Publikum besser kennenzulernen, eine bessere Verbindung aufzubauen. Kinder, Jugendliche, die während des Lockdowns sehr, sehr stark vom Online-Angebot der Kulturschaffenden profitiert haben. profitiert haben. Was ganz interessant war, war, dass die Unterstützung für Kunst und Kultur während der Pandemie nur gewachsen ist in Großbritannien. Verlassen wir uns wirklich auf Menschen, die spenden, die Kunst und Kultur finanziell unterstützen? Wir haben ein Finanzierungssystem, das auf Spenden basiert, nicht so viel wie in den Vereinigten Staaten, aber doch noch in einem erklecklichen Ausmaß und die Lust der Menschen sagen, die Pandemie hat dazu geführt, dass ich Kulturorganisationen noch mehr als vor der Pandemie unterstützen möchte. Und 57 Prozent der Menschen haben gesagt, dass sie glauben, dass gerade jetzt Kulturorganisationen noch mehr Regierungsunterstützung jetzt Kulturorganisationen noch mehr Regierungsunterstützung brauchen als zuvor. Also wir haben hier sehr, sehr viel guten Willen gesehen, sehr viel Unterstützung von der Öffentlichkeit. Und ich glaube, darauf sollten wir aufbauen. Starker Fokus auf das Lokale. Sehr viele Menschen in Großbritannien haben gesagt, dass sie auch in Zukunft wahrscheinlich mehr von zu Hause aus arbeiten werden. Und viele haben auch gesagt, dass sie viel mehr Aktivitäten in ihrem lokalen Bereich gesetzt haben. Also wir hatten wirklich das Gefühl, wenn sie eine Organisation sind, Wir hatten wirklich das Gefühl, wenn Sie eine Organisation sind, die traditionellerweise jetzt im ländlichen Bereich ist, dass diese Organisationen große Chancen haben. Vielen herzlichen Dank Oliver und Anne für diese großartige Präsentation. für diese großartige Präsentation. Fühlen sich die Leute sicherer, wenn noch Maßnahmen gesetzt werden in den Städten? Oder soll man jetzt auch sagen, wir machen auf und das war's dann? Wird sich ein Publikum sicherer fühlen, wenn ein Theater zum Beispiel sagt, wir bitten Sie weiter, Maske zu tragen? Oder wir haben weiter diese Hygienespender beim Eintritt? Maske zu tragen oder wir haben weiter diese Hygienespender beim Eintritt. Ich glaube, wir haben ein großes Bedürfnis nach diesen Sicherheitsmaßnahmen gesehen. Ich würde die nicht zu schnell abschaffen oder abschwächen. Wir sind schon draufgekommen, dass ein sehr junges Publikum, das sehr spezielle, kann man nicht sagen Nischen, aber sehr zeitgenössisches anschaut, sehr motiviert ist. Also wir haben da gesehen, dass die immer kommen, dass die gar nicht so sehr auf den Preis schauen und denen geht es nicht um Unterhaltung, denen geht es um Inhalte. diesen Appetit auf zeitgenössische Kunst, vielleicht mehr immersives, mehr partizipatorisches. Das ist genau das, was ich gemeint habe mit Lernt euer Publikum kennen. Da geht es genau darum, um diese Veränderung, diese Verschiebung zu den jungen Stadtbewohnerinnen. Das ist etwas, wo es nicht so sehr um die Kunst geht, wo man sich ins Theater hinsetzt und sich berieseln lässt. Es geht wirklich darum, dass man vielleicht mehr erleben möchte. Das Ganze ist auch für mich interessant, weil wir wirklich neue Arbeitsmethoden finden müssen. Und das geht, glaube ich, leichter, wenn man in einer Gruppe das Risiko verteilt. In Manchester hatten wir zum Beispiel sehr, sehr viel Zusammenarbeit auf einer digitalen Plattform, die hieß We Are Manchester. Und da gab es Rockmusik und unglaublich viele andere digitale Angebote. Eine sozusagen digitale Stadt. Der Gedanke der Kollaboration über Kunst und Kultur hinaus ist auch nicht zu verachten. Zum Beispiel Organisationen, die Teil der Gemeinschaftsinfrastruktur sind, der lokalen Infrastruktur, und die sich dann näher an die Menschen wenden in ihrem Umfeld. In Leeds gibt es zum Beispiel eine Theatergruppe, die dann eine Tafel, eine Art Sozialmarkt errichtet hat. eine Tafel, eine Art Sozialmarkt errichtet hat. Ich glaube, diese Art von Kollaboration ist vielleicht etwas, was sich häufiger durchsetzen wird. Also eine Kombination von Kunst und Kultur mit anderen Dingen. Eine Frage noch. Ich habe mit großer Freude gesehen, dass ihr herausgefunden habt, dass die lokale, vor Ort Kultur an Bedeutung gewinnt. Dass deshalb, weil die Kultur hat sehr viele Mitglieder in Städten, aber wir haben natürlich auch sehr viele Mitglieder und einige sind auch heute in der Diskussion hier vertreten, die am Land sind, die kleine Organisationen vor Ort haben und die mit solchen Ergebnissen ganz einfach sicherer und selbstbewusster auch in Zukunft auftreten können. Meine Frage ist, ihr habt aber auch herausgefunden, dass die Kultur am Land, the rural, verliert an Bedeutung. Ist da ein gewisser Widerspruch, wenn jetzt ein Zentrum in einem Ort mit 20.000 Personen ein Kulturzentrum ist, das sagen kann, wir sind euer Nahversorger, kommt zu uns? Die Realität in Großbritannien ist, dass die kleinen Städte auf dem Land Bewohner haben, wo viel mehr Zurückhaltung besteht und viel mehr Angst, wieder rauszugehen und was zu machen. Und wenn man in einem kleineren Stadt ein Theater hat und ein Durchschnittsalter von knapp 60 beim Publikum, dann wird das problematisch. Aber man kann ja noch darüber nachdenken, welche anderen Kulturangebote man auf die Beine stellen kann. Und dann kann man ja zu experimentieren anfangen mit diesen Ideen. Das heißt, wir haben hier sehr viel Ko-Kreation erlebt, zum Beispiel auch im ländlichen Raum und viel mehr Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinde, mit den Ortsansässigen. Da geht es jetzt nicht darum, dass man jetzt unbedingt Experimentaltheater machen muss, sondern einfach experimentieren mit der Einbindung der lokalen Bevölkerung. Ich möchte auf die ESSET-Studie verweisen, die auch auf der IG Kultur Homepage heruntergeladen werden kann. Das ist eine Studie über Segmente von Theaterbesucherinnen, die wir gemeinsam mit der Audience Agency gemacht haben, die in Wien mit vier Einrichtungen der freien Szene durchgeführt wurde und wo sehr spannende Ergebnisse herausgekommen sind, wie man Publikum neu betrachten kann. Vielen herzlichen Dank an Oliver Mendel und Anne Torreginiani von der Audience Agency. Ein großes Dankeschön an Elisabeth Frank-Groß-Ebner und Bernadette Krebs für die Simultandolmetschung. Ich kann mir vorstellen, dass das jetzt nicht allzu leicht für die Dolmetscherinnen war. Großes Danke. Ich möchte auch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz herzlich danken. Vielen Dank für uns. Tschüss, danke. Tschüss, danke.