Und jetzt bitte René Bauer. Danke Kurt, danke an alle, die heute gekommen sind. Ich möchte nur betonen, dieses Jahr ist für mich ein schwieriges Jahr. Ich wollte eigentlich etwas machen in meiner allgemeinen Art, ein bisschen Satire, ein bisschen das, was ich kann, zum Nachdenken, zum Lachen bringen. Und das ist genau das alles nicht geworden. Und darum heißt der Text Fluidum, eine Montage und ist nichts, was ich sonst eigentlich schreibe. Anna treibt im Fluss, sie konnte sich nicht festhalten, die Steine am Ufer rutschig, sie weint, hat sich die Fußsohlen zerschnitten, der Strom lässt keine Gegenwehr zu, am Ufer steht ein Bub, sie winkt ihm, sie schreit, er wirft mit Steinen nach ihr. 50.000 Neuinfektionen am heutigen Tag, die Corona-Maßnahmen werden weiter gelockert und ich denke, man hat aufgegeben. Dieser Text will nicht entstehen. Er reißt ab, zerfleddert sich, wie meine Gedanken, die unsortiert. Eine Horde wilder Affen laut kreischen, auf sich aufmerksam machen, die Äste schütteln, während ich versuche, stillzuhalten, nicht zuzuhören, wenn im Nebenraum die Bomben explodieren, Granateneinschläge und Gewehrsalven zwischen den Worten des Nachrichtensprechers ihren Platz einfordern, sich Gehör verschaffen, während man in Russland nur schweigen darf. 15 Jahre Gefängnis nicht für ein falsches Wort, ein unerwünschtes Wort. für ein falsches Wort, ein unerwünschtes Wort. Alles, was ich lese, höre, sehe, meine Wahrnehmung, ein Heuhaufen ohne Nadel. Egal, ob man das jetzt gut findet oder nicht, was mich extrem stört, ist, dass es oftmals nicht mehr im Gesetz geregelt ist, was wir sagen, Schrägstrich schreiben dürfen oder nicht, sondern in den AGBs und Ad-Hoc- hoc Entscheidungen der Betreiber von Facebook und Co. Kommentare, überall Kommentare. Am 1. Februar war mein Geburtstag. Eines der schönsten Geschenke kam von Anna. Ein Kochbuch, ein sehr altes, dickes, schweres. Der Einband verschlissen, der Rücken gebrochen, der Buchblock fadengeheftet, in zwei Teile gerissen, mitten im Kapitel Speisen von Innereien und Euter. Mit dem Skalpell trenne ich die Teile, die Buchdeckel vom Rücken. Ich schabe die Reste des Stoffes bis unter das Einbahnpapier ab. Ich versuche den Schaden zu schätzen. Am 1. Februar waren bei zeitgleichen Luftschlägen der Türkei auf das ezidische Kerngebiet Sengal und das Flüchtlingslager Meksmur im Irak und Dirik in Rojava. Neun Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere Personen wurden verletzt und einige von ihnen schwer. Das Lesen der Zeitung erzeugt eine Unruhe, ein andauerndes Auf und Ab und die internationale Gemeinschaft schweigt angesichts der Kriegsverbrechen des türkischen NATO-Partners. Egal, ob man es jetzt gut findet oder nicht. Ist putinesk blöd? Putinesk, ein neues Wort. So wie grotesk, burlesk, clownesk? Fehlt uns da etwa ein Ausdruck? Fehlt uns eine Bestimmung? Mir fehlt ein Helpdesk? In den Internetforen, im Standard, einer verliert die Fassung. Sein Posting wird gelöscht, auch ein andauernder Zustand. Das Fassung verlieren, es hört nicht mehr auf. Putin spricht und sagt, die Familien der russischen Soldaten, die während der Kämpfe getötet wurden, werden kompensiert. Im 21. Jahrhundert zu meinen, die Wahrheit käme nicht ans Licht, die Bilder nicht an die Leute, die Gräuel bleiben ungeahntet und das Böse lasse sich in hübsche Worte kleiden. Wieder ein Zitat. Da war Jelzin noch nüchtern, wirft jemand vor. Ein Vorwurf, ein Wunsch. Ist Putin betrunken? Machttrunken? Fordert Nietzsche den Willen zur Macht noch immer? Oder war das der Teufel, der Antichrist? Jemand nimmt Bezug auf die Lage an den Tankstellen. Laut einer Umfrage fängt der Mensch bzw. Österreicher erst ab 2,40 Euro pro Liter an, nachzudenken und abzuwägen. Und so weit sind wir noch nicht. Jelena Osipova, who survived the siege of Leningrad, she's back in action, protesting publicly in St. Petersburg. Soldier, drop your weapon and you'll be a real hero. Auch sie wird behutsam abgeführt. Eines Nachts träume ich von einem Brauereipersuch, eine interessante Führung. Bierflaschen schlängeln sich auf Transportbändern durch Maschinen, sie werden mit Benzin gefüllt und mit einem heraushängenden Docht aus Tuch verschlossen. Auf dem Etikett prangt das Porträt von Molotow darunter seit 1939. Abgezählt, in Kisten einsortiert, in Reihung glied. Die Kisteln stapeln sich, bereit für die Auslieferung, bereit für den Einsatz. Und als ich aufwache, erzählt mir meine Frau, es ist wahr. Roland Barth schwebt im Reich der Zeichen. Er ist ein Riss, der sich öffnet. Darunter das Gesicht eines Clowns. Ich hasse Clowns. Vielleicht, weil ich sie fürchte? Immer mehr entzieht sich das Thema meinem Zugriff zur Lage. Welche Lage? Es gibt schon lange keine Lage mehr. Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Da sie genau bei der Wahrheit war, musste sie inmitten des Tuns als Merkel sie nicht sprechen. Auf der Webseite der FPÖ, Außenpolitik, Sprecher, Kassegger, die Lieferung von Helmen und Splitterschutzwesten an eine Kriegspartei ist nicht mit der Neutralität vereinbar. Die Gurtpflicht, die Helmpflicht, sie kommt mir in den Sinn. Spaziergang für die freie Entscheidung über den eigenen Körper. Eintrag am FPÖ-Demonstrationskalender. Es läutet. Wer steht draußen vor der Tür? Wolfgang Borchert. Hinter ihm Heinrich Böll. Dahinter wieder dieser Clown. Ist das schon Totalitarismus? Psychologen schreiben Putin einen Brief. Wir schreiben an sie, um unser wissenschaftliches und praktisches Wissen über die Konsequenzen eines Krieges für denjenigen, der den Krieg beginnt, mit ihnen zu teilen und einen Ausweg aus dieser gefährlichen Situation zu zeigen. einen Ausweg aus dieser gefährlichen Situation zu zeigen. Basho, wie bewundernswert ist doch, wer nicht denkt, das Leben ist vergänglich, wenn einen Blitz sieht. Jonathan Steele schrieb 1990 im Guardian über den Eröffnungstag des ersten McDonalds der UDSSR in Moskau. 20.000 Kunden strömten in ein Fantasyland-Restaurant. Die meisten hatten noch nie ein Hamburger in ihrem Leben. Ein halbes Dutzend Polizisten standen bei den Barrikaden, den Amtssturm zu bremsen. Die Schlange, 2000 Personen lang, weil sie dürfen mit Rubel zahlen. Der Geschäftsführer strahlt, das ist Perestroika. Am 8. März 2022 schließt McDonalds seine über 850 Filialen in Russland, bis auf weiteres. Am 9. März 15 Uhr Eintrag im FPÖ-Demö demonstrationskalender wie in drei russische botschaft reisnerstraße 45 47 gegen impfzwang für russen in österreich im standard forum der user welten kind auf der suche nach dem kompass es bleibt die hoffnung und annaibt im Fluss, sie wird fortgetragen, der Junge schaut ihr hinterher, wo sie wohl angeschwemmt werden wird, wo kann sie sich retten, an der Mündung werde ich warten.